Ausgabe 
19.8.1902 Erstes Blatt
 
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PttHrrogsauSschuß bei. Die Handwerkskammer hatte den Vor­sitzenden des OttZgewerbevereins, das Kammermltgkied Kaiser, mit der Vertretung der Kammer beauftragt.

Ba.d Nauheim, 19. Aug. Unterhaltungen. Früh- kouHert täglich. Mittwoch nachm- und abends Konzert der Kurkapelle, abends Theatervorstellung: ,^>err und Frau Hippo krätes". Donnerstag nachm- und abends Kon^.rr der Kapelle des Jnfcrnt.-Regts. Nr. 168 aus Offenbach. Bei gutem Wetter spiell die Kurkapelle nachmittags am Teich- ymrfe; Eintritt frei. Freitag nachm- und abends Konzert der Kurkapelle; abends Theatervorstellung:Charleys Taute"'. Samstag nachm- und abends Konzert der Kur­kapelle; abends im Saale Konzert des Steindel-Quartetts aus Stuttgart. Sonntag Konzert der Kurkapelle mit Ein­lagen des Kammermusikers und Piston-Virtuosen C. Höhne aus Berlin; abends zur Vorfeier des Namensfestes des Großherzogs Feuerwerk vor der Terrasse. Mon­tag Konzert der Kapelle des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 61 aus Darmstadt; abends im Saale Tanz mit Blumen­tour, bei gutem Wetter Lampious- auf der Terrasse und beugal. Beleuchtung des ParK- Der Betrieb in sämt­licher Badehäusern beginnt von Montag den 18. August ab vormittags 6 Uhr .

t Friedberg, 17. Aug. Aus Anlaß des Athleten­festes sahen wir hier einen Festzug, der über die mit Fahnen, Kränken und Guirlanden geschmückte Kaiserstraße nach der städtischen Seewiese ging. Voran schritten Ehren­damen, welche die neu einzuweihende Fahne des hiesigen 1. Stemm- und Riugllubs verhüllt trugen- In chm befanden sich auch der hiesige Kriegerverein, der Turnverein, der zrriegerverem Fauerbach und die MhletenKlubs aus Frank­furt, Fechenheim, Griesheim a. M-, Bad dtauheim, Darm- jtadt, Aschaffenburg, Homburg v. d- H., Wtainz, Höchst und Pforzheim Auf dem Festplatze begrüßte der Präsident des festgeoeuden Vereins, Tanz- und Fechtmeister O. Noack, die Festgäste. Hieran schloß sich ein Weihegesang des Gesang- oereuis Liederkranz. Frl. Muth sprach den Festprolog. Die übergab die schöne neue Fahne dem Präsidenten. Der Vor- I inende des 2. deutschen Athleten-Ztteises Miedreich aus Mainz hielt die Festrede. Friedberg habe durch vielfaches Entgegenkonunen und durch zahlreiche Beteiligung an der Feier seine Sympathie für die Athletik gezeigt. Von Ver­einen und hochstehenden Persönlichkeiten seien Preise ge­stiftet worden, so unter anderem von dem Reichstags- und Landtagsabg. Grasen Oriola-Büdesheim zwei Ehrenpreise. Während des nun folgenden Konzertes wurde der am Vor­mittag begonnene Wettstreit fortgesetzt. Die Ringkämpfe währten bis gegen 7 llhr abends. Eine zahlreiche Auschauer- menge umstand stundenlang die Schranten des Kampfplatzes und sah diesem wohl interessantesten Gebiete der Athletik mit gespanntester Aufmerksamkeit zu. Brausender Beifall lohnte den jedesmaligen Sieger. Leider ereignete sich hierbei ein bedauerlicher Unfall, indem wie wir bereits mit­teilten ein Athlet aus Griesheim, der mit einem Fuß zwischen zwei Matten geriet, einen doppelten Knöchclbnich erlitt. Er befindet sich jetzt im hiesigen Hospital. 8 Uhr begann die Verteilung der Preise. Den Ehrenpreis im Ringen erhiell Schleith-Darmstadt, den Preis für Ver- eiusringen der Athletenklnö Griesheim a M; dieser Verein hat wohl am besten abgeschnitten, erhielten doch 10 Mit­glieder 16 Preise. Den 1. Preis in der 1. Klasse' erhiell im Ringen Gries-Franksurt, den 2. Schulz-Frantfurt, den 1. Preis im Ringen 2. Klasse Müller-Fechen heim, den 2. Wörz- Pforzheim; letzterer errang auch einen Ehrenpreis im Stem- meiL Im Stemmen 2. Klasse erhielt den 1. Preis Mergert- Franksurt, den 2. Wörz-Psorzheim Heute nachmittag folgte noch griechisch-römischer Mngtämpf und ein Blumenreigen, ausgesuhrt von hiesigen Damen unter Leitung des Herrn O. Noack- Bemertt sei noch, daß der Vorsitzende des 2. Kreises, Miedreich., dem Vorsitzenden des festgebenden Ver­eins, 9toack, die silberne Medaille verüeh. in Anerkennung seiner Verdienste um den 1. Stemm- und Ringklub, sowie um die Athletik überhaupt.

s) Friedberg, 15. Aug. Bericht über die 27. Sitz­ung der Großh. Handelskammer Friedberg. Ter Vorsitzende referiert über den Bezir kseisenb ahn- tag vom 22. Mai L I. Der Bezirkseisenbahntag beschäf­tigte sich unter all der em mit der Vorlage der König!. Eisen- bahndirekllon Frankfurt a. M. betr. Ausnahmetarif für Manilla-Hanf, Antrag betr. Aushebung des Rohstvsftarifs für ausländische Brennmaterialien, Antrag deS Präsidenten der Handelskammer Friedberg und der Handelskammer Gckeßen bett. Einlegung eines beschleunigten Personenzuges auf der Sttecke Frankfurt a. M- Gießen etwa 7 Uhr abends ab Frankfurt a. M, der leider abgelehnt wurde. Ten Antrag der Vereinigung von Hsiw- delstammern des niederrheinisch^westsälischen Jndusttie- bezirks l)ält die Handelskammer für zu weitgehend und aussichtslos, empsiehll jedoch den Vorschlag des Land­gerichtsdirektors Dr. Meisel (Darmstadt) außer den in tz 202 G. V. G. bezeichneten Sachen noch folgende zu be­zeichnen: alle Sachen, die von den Kammern für Handels­sachen erledigt werden können, sowie die Handelssachen,

zu «usn-iirrigcn Rittern des schaft-'U und Künste ernannt.

scheu Krieger. Würde inan einen mobcrncn Soldaten, vielleicht auö Pietät für das klassische Altertum, in die feldmarschmäßige Ausrüstung eines Siegers von Marathon stecken, man würbe ba­nnt nur unbändige Heiterkeit erwecken. Daß man aber Bauten, in denen wir Menschen des 20. Jahrhunderts Werke unserer zeit- g c n ö s s i s ch e n oder der Gegenwart nicht allzu sehr entrückten Künstler genießen sollen, immer wieder in dieser Mumien- a r ch i t e k t u r errichtet, ist mehr als b e s ch ä m e >r d. Die Athener haben doch ihre Xempel auch nicht assyrisch oder egyptisch, sondern eben aUischdorisch gebaut 1 Das einzig wirklich Bchderne, freilich auch nicht Originelle an dem 'Prinzregenten-Theater ist da­her mir sein Grundriß, bezw. die amphltheatralische Anordnung des Zuschauerraumes, imb das verdeckteOrchester. Diese Errungen­schaften, die für jeden Theaterneubau von heute die unerläßlichen Borbediiigungen sein müssen, dürfen nicht wieder preisgegeben werden. Der nächste und vorläufig wohl letzte und wichtigste Schritt wäre nun der, daß einmal energisch versucht würde, zu dieser Grimdform auch ein unserem neuen stilistischen Empfinden entsprechendes äußeres und inneres dekoratives Gewand zu schaffen. Tann erst haben wir den wahrhaften Theaterbau des 20. Jahrhunderts.

Frankfurt a. M., 18. Aug. lieber das Befinden Wilhelm Jordaii's ist die hiesige Agentur des Wolfs'schen Bureaus in der Lage, nritziiteilen, daß eS alldauernd gut ist. Er hat bereits mehr­fach in Begleitung seiner Tochter Spaziergänge in den Wald unter­nommen, so auch heute Nachmittag.

Berlin, 18. Aug. Den Abendblättern zufolge erhielten an­läßlich der großen Berliner Kunstausstellung die große goldene Medaille der Maler Pros. Arthur Kamps-Berlin und der Bildbauer Pros. Will), v. Ruemann-'München, die kleine goldene Medaille die Mater Köster-Gtti^ffkn>verni. Hariw Slünd)en, Lkw Hein­rich Engel-Berlin, '-Böhme?apri, die Bildhauer (Sanonion- Turin, Lagan-BiMifel und Astnlekt Hans Grassel ^tünchen.

Berlin, 18.. Aug. Lord 1 veb ur n (früher Sir John L'ubbodc) tu Dome, Professor Alexan^' Agassiz Cambridge, Bereinigte Staaten v^n Nordamerika, une^erAkademiker Gaston Pans nnd rdeiis pour io mörite sür Wissen

bte wegen der geringeren Höhe des Streitgegenstandes vor die Amtsgerichte gehören; ferner außer den Handelssachen, alle FordmTungssachen, die ihren Grund haben in den Rechts­geschäften des Kaufes, des Tausches beweglicher Sachen, des Darlehens, des Dienst-, Werk- imb Maklerverttages, der Bürgschaft, des SchjuLdversprechens, des Schuldanettennt- nisses und der Anweisung. Eine größere 2üijaljr ibe- wohner von Reichelsheim, Bingenheim und Blofeld bittet )ie Kammer um Unterstützung ihrer Eingabe an die Be­triebs Inspektion., mit dem Mittagsgüterzug auf der Strecke Friedberg-Nidda Schüler zu befördern. Tie Kammer sagt ihre Unterstützung einstimmig zu .

h Sichenhausen, 17. Aug- Heute starb nach kurzem Krankenlager der Großh. Forster Strauch im Aller von 67 Jahren. Bis vor wenigen Tagen versah der Verstorbene mit Treue und Pflichteifer feinen Dienst, und in zwei Jahren wäre es ihm üergömit gewesen, das fünfzig­jährige Dienstjnbilänm zu feiern. Einige Jahre stand St. in Diensten der Stolberger Standesherrschaft und trat dann in den hessischen Staatsdienst über.

Nidda, 17. Ang. Eine sehr zweckmäßige Neue­rung hat unser Bahnhof erfahren. Statt der 14 Petro­leumlampen, die die 4 verschiedenen Perrons höchst not- bürftig beleuchteten, erstrahlen jetzt abends drei an hohen Masten aufgehängte Pelloleumglühlichtlampen. Diese soge­nannten Keroslampen mit je 500 Normalkerzen Lichtstärke erzeugen ihr Licht durch Verbrennung von vergastem Petro­leum, das durch Kohlensäuredruck aus einem am Fuß des Mastes angebrachtem Behälter, der 30 Liter faßt, in dünnen Kupferröhrchen bis zur Lampe getrieben wird. Das Licht ähnelt sehr dem Gaslicht.

W. Nidda, 17. Aug. Heute wurde unter allgemeiner Beteiligung der Einwohnerschaft unser Kriegerdenk­mal einge weiht. Gänge leit et wurde dieses Fest den Abend vorher durch einen Zapfenstreich des Mnsikkorps )er freiw. Feuerwehr. Böllerschüsse und rasselnde Trommel- länge weckten am Sonntag Morgen die Bewohner Niddas aus der Ruhe. Nach dem Festgottesdienst, an dem sich der Kriegerverein in corpore mit Fahne beteiligte, durchzog mittags 2i/2 Uhr ein imposanter Festzug die reich beflaggten Straßen der Stadt. Das Tentmal übergab Landtagsabg. Erk mit einem Hoch aus Kaiser und Landesvater dem Schutze der Stadt, worauf die Hülle siel, und die,eigentliche Weihe durch Pfarrer Herrmann, den zweiten Geistlichen der Stadt, in Vertretung des in Urlaub wellenden ersten Geistlichen erfolgte. Bürgermeister Roth übernahm sodann das Denk­mal einen granitenen Obelisk mit Brunnenanlage, ge­krönt von einem Adler in Bronce in städtischen Schutz. Dein Hoch galt dem Vaterlande. Zwischen den Reden trugen die Gesangvereine Niddas Vaterlandslieder vor. Nach Niederlegung zahlreicher Kranzspenden war die einfache, aber würdige Feier zu Ende, die in einem gemütlichen Bei- ammenfein und einem Tänzchen noch eine vergnügte Fort- etzung hatte. Nachdem vor zwei Jahren unsere Kirche rurch einen sog.falten Schlag" am Turme ziemlich be- chädigt worden war, wird sie jetzt mit einem Blitz­ableiter versehen. Einen solchen soll auch das Schul­tz aus in nächster Zeit erhalten.

dm. Mücke, 17. Aug. Wie in den vergangenen Jahren findet auch in diesem Jahre das rasch zur Beliebt­heit gelangte Jugend fest am 24. d. Mts. ftattt. Es be­teiligen sich hieran die Schulen und die meisten Vereine der umliegenden Otte. Für Volksbelustigungen aller Att und großes Feuerwett am Schluffe der Festlichkeit ist Sorge ge­tragen.

1. Aulen-Diebach, 16. August. Schon wiederholt fand man hier bei Fundamentausgrabungen, Töpfe und Thonwaren ganz besonderer Form. Im vorigen Jahre soll man gar auf einen Thorrofen gestoßen sein. Leider ist allen diesen Sachen bisher nicht die gebührende Aufmerksam- keit seitens Sachverständiger geschenkt worden. Bei Kanali­sationsarbeiten fand man gestern eine Anzahl Thonvasen in einer Tiefe von 1 Meter. Ihre ganz eigenartige Form spricht ihnen schon ein hohes Alter zu. Der hiesige Lehrer hat einige daoon in Aufbewahrung genommen. Vielleicht hören wir einmal von einem Altertumsforscher etwas über diese Sachen.

Offenbach, 16. Aug. Die Beratungen des 6. Ver­bandstages der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands über die Ein­führung der Arbeitslosen-Unterstützung, die am 13. d. M. begonnen wurden, dauerten auch gestern noch fort. Die Delegierten erklärten sich im Prinzip für die Arbeits­losen-Unterstützung, glaubten jedoch ihren Wählern gegen­über die Verantwortung nicht übernehmen zu können, die ihnen durch die deftnitive Annahme der Arbeitslosen-Unter­stützung auferlegt wäre. Gleiclfzeitig wurde durch Beschlüsse festgesetzt, daß, falls fich bei der Urabstimmung für die Arbeitslosen-Unterstützung eine Majorität ergeben sollle, diese Unterstützungen vom 1. Oktober 1904 ab zur Aus­zahlung und die um 10 und 5 Pfg. erhöhten Beiträge vom 1. April 1903 ab zur Einziehung gelangen sollen, sodaß eine Karenzzeit von li/2 Jahren besteht. In der geftriaen (Schlußsitzung) gelangte der Antrag zur Annahme, den nächsten Verbandstag in Hamburg abzuhalten.

8 A us d er Rh ö n, 17. Aug. Heute nacht zogen schwere Gewitter mit starken Regenmengen und Sturm über unser Gebirge. Der Blitz fchtug in Bäume und ui mehrere Telegrophenstangen. Die Ernte fällt in jeder Hinsicht zur Zufriedenheit der Bevölkerung ans; ebenso steht ein reicher O b st s e g e n bevor, besonders hängen die Bäume an den Straßen sehr voll.

Frankfurt, 16. Aug. Im Juni wurde den Stadt­verordneten bekannt gegeben, daß bei dem Baulledtt für das neue Schauspielhaus bis Anfang Juni 1901 infolge der Steigerung der Baupreife bei den Rohbauarbeiten eine Ueberschreitung von 143 244 Mark entstanden sei. Wie jetzt der Magisllat mitteilt, haben sich die Bauleitung und das Hochbauamt ernstlich bemüht, bei der Verwendung des Nach- lragskredits von 350 000 Matt Ersparnisse zur Einschränkung der bisher entstandenen Ueberschrettungen zu erzielen. DaS war indeß nur bei den Malerarbeiten zu ermöglichen, bei oen übrigen Arbeiten ergaben die Submissionen, daß die vorgesehenen Summen nicht ausreichten. Tie Ueberschreitung bat sich auf nahezu 217 000 Matt erhöht. Bei der inneren s2luSftattung und Ausschmückung ist jeder überflüssige LuxuS vermieden worben; bte aufgeroenbeten Kosten waren vielmehr zu einer ber Bebcutung und dem bisherigen Kostenaufwand entsprechenden Ausgestaltung des Gebäudes durchaus not* * oenbig. Der Magistrat glaubt nicht, baß die jetzt seilgestellte Summe ber Ueberschrettungen burch bie Vergebung ber ausstehenden 'JlrbeUen eine wesentliche Veränderung erfahren

wirb. Die Buhne ist bereits eingerichtet. Die schon ein* getroffenen neuen Dekorationen sinb inventarisiert. Es find bas Dekorationen zu ,Wilhelm Tell^, zuFauste unb anberen. Die Arbeiten an ber Anfahrt, bie zu klein befunben würbe, sind jetzt vollenbct. Aehnliches hat sich rüher beim Opernhaus gezeigt, wo auch bie Anfahrt an­fänglich zu fchmal angelegt war unb Aenberungen oorge» nommen werben mußten. Am meisten rücf|tänbig ist noch bie Ausstattung bes Zuschauerraumes unb bes FoyerS. Hoffentlich wirb es aber boch möglich fein, baß ber chon festgesetzte Termin ber Eröffnung bes neuen Mnfen- tempels, ber 2 5. Oktober, thatsächlich innegehallen wer­ben kann.

Kleine Mitteilungen aug Hessen unb den N achb ar staaten. Die Wiesbadener Tabak- und Zigarrenladeninhaber gründeten einen Verein zur Wahrung ihrer Standesinteressen. In Cassel wurde dieser Tage einCasseler Bürger-Verein Bismarck" gegründet, eine Ver­einigung zur Förderung des nationalen Gedankens im Sinne Bismarcks. Er soll möglichst allevölkischen" Vereine und national gesinnten einzelnen Persönlichkeiten Cassels um­assen. Mitglieder-Beittäge werden nicht erhoben- Die Ver­einigung wird namentlich nationale Feste gemeinsam be­gehen und Sonnwend-Feiern veranstalten.

Vermischtes.

* Breslau, 16. Aug. Tie unter dem Verdacht deK Giftmordes an Mutter und Geschwistern ver­haftete Else Leichfeld ist aus der Hast entlassens worden. Auch der Verdacht gegen den Vater Leichfeld, ber in der Untersuchungshaft Selbstmord verübte, hat sich als un­begründet erwiesen.

Czernowitz, 16. Aug. Der Personenzug Nr. 314 ist nahe der Statton Czorepboutz e n t g l e i st. Zwei Reisende

sind schwer, 15 leid# verletzt.

* Budapest, 17. Aug. Tie s. Zt. aus München mit dem Cirkusreiter Zigona durchgegangene Gräfin S t e t t i n h a u s e n ist im hiesigen Rochusspital ganz yer-

Zwerjchengeist .

Wermuth . .

2524 2425

2328 2052

1850

1834 1149

. 1096

. 1095

. 1068 . 1046 . 499

Weniger gesährlrche Likoe.

Cura^ao .

Cherry Brandy

Wachholder

untergekommen gestorben.

* GesährlichkeitSgrad geistiger Getränke. In der Pariser Academie be Mäbecine wurde kürzlich eine sehr interessante Arbeit des Tr. Baudran über ein Mittels den GesährlichkeitSgrad jedes beliebigen Getränkes für den Organismus direkr festzustellen, verlesen. Ter Verfasser der Abhandlung geht von ber Thaisache aus, baß der Alkohol und seine Produkte, statt das Verbrennen zu beschleunigen^ es vielmehr verlangsamen, indem sie den Blutkörperchen Sauerstoff entziehen. Man muß daher die verhältnis­mäßige Schädlichkeit der verschiedenen Alkohole und Li* queure feststellen können, indem man sie einer vergleichen­den Oxydieruirg unterzieht, die mit einem chemischen Stoffe gemessen wirb, ber sie bei gewöhnlicher Temperatur ai? greift, wie es das Blut thut. Tiefer Stoff ist das mangan­saure Kali, das sehr empftndlich reagiert und gleich dem Blute leicht alkalisch ist. Je stärker die Oxydierung durch eine Flüssigkeit ist, um so giftiger ist diese. Aus Grund dieses Verfahrens hat Dr. Baudran folgende Gefähttich- keits-Skala für Getränke aller Art ausgestellt:

Gesährliche Lcköre. (Sau be Cologne . Pfefferminz

Ateliffengerst . . «

Kräitterextrall . .

Absinth . . . «

Kümmel . . . «

Chartreuse . . .

Weine.

Pomarb (Burgunder) . 350 I Weißer Bordeaux Pontet (Sand (Burgunder) 327 \ Roter Bordeaux.

. 287

. 283

Bier 156 unb Aepjelwein 142.

Eugen Richter als Hotelpatron. Aus dem Berner Oberland wird demBert. Tagbl." geschrieben: Ter Abg. Richter machte in den letzten Wochen mit seiner Gattin eine Schlleizerreise. Ganz besonders gut gefiel eS ihm in einem hoch über dem Thuner See belegenen Kurort, wo das Ehepaar mehrere Wochen verwellte. In dem Hotel, in welchemEugen Richter, Schriftsteller und ReichstagK- mitglied, mit Gemahlin" so steht im Fremdenbuch zu lesen Anfenthall genommen Halle, war der gefürchtete Parlamentarier nicht wieder zu erkennen. Sei es, daß er sich im Ehestand rasch an das ,Lasagen" gewöhnt hat, kurzum, er nahm beim Mittagbrot und beim Wendessen alle Vorlagen" glatt an, machte keinerlei Abstriche an dem chm vom Wirte vorgelegten Budget und stellte nirgends Ab- änderungsanttäge. Dtun hatte das Hotel, in welchem der sonst so ftrenge Kritikeralles bewilligte"", vor einigen Jahren seinen Stern im Bädeker verloren, weil es in andere Hände übergegangen war. Selbstverständlich lag dem neuen Wirt sehr viel daran, den Stern wieder zu bekommen, aber alle Bemühungen waren bisher vergeblich gewesen. Ta: wandten sichUun Wirt und Gäste an den Abg. Richter Snitder Bllte, für eine an Bädeker zu richtendePelltion"" das Referat zu übernehmen"". Eugen, der dasNeinsagen""^ offenbar ganz verlernt hatte, sagte3a", und schon nach wenigen Tagen erhiell er von Bädeker den Bescheids daßf seinem Wunsche Folge gegeben sei, und daß das betreffende Hotel im nächsten Jahre seinen Stern wieder bekommen werde. Nicht wenig stolz ist nun aber der Wllt;hie vier Reichskanzler, denen er immer alles abgelehnt" so sagt ber Bravemüssen es falsch an gefangen haben. Bei mir hielt er keine langen Reden, höchstens einmal ein paar persönliche Bemerkungen und von Obstruktion war nie eine Spur.""

* Das Ur Wäldchen in Oldenburg. Mll dem Begriffe bes Urwaldes verbindet sich uns Europäern un­willkürlich etwas Tropisches, Ueberseeisches. Tie nördllch^ gemäßigte Zone besitzt überhaupt nur mehr in den ent­legensten Teilen Brittsch-Nordamettkas und des südlichen Sibitten wllllichen Urwald. Es dürste nun nicht allgemein bekannt sein, daß in Oldenburg zwischen den Dörfern Bock­horn und Neuenberg ein kleines Stückchen Urwald sorgsam in seinem ursprünglichen Zustande erhallen wird. Inmitten rationell bewirtschafteter Hochwälder llegt in einer Länge von etwa einer halben unb einer Breite von einer Viertel- WegsMnde ein Waldbercich, der ganz sich selbst überlassen wurde, in dem der Mensch nicht gewlltfchaftet, nichts ge­fällt, nichts gelichtet hat. Gewaltige Eichen und Buchen von knorrigem Wuck)S stteben gegen Himmel. Wsterbende steheii dazwifchem geborstene und vom Wind gefällte liegen modernd am Boden, und junge stteben dazwischen schlanken Wuchses in die Höhe. Neben den Stechpalmen spiell der Epheu eine bevorzugte Rolle. Er fehlt an keinem alten Baumstamme, erreicht zuweilen selbst in seinen Stämmew ansehnliche Ticke und turnt und strebt unermüdlich bis zu. den höchsten Aestcn der alternden, schwach belaubten Baunv- rlesen empor. Eine Eigentümlichkeit desUrwaldes-""