rnrmne Md tt a- Tmphchemattrer into alle l^ertuISfe, welche schon Komplikationen haben. Kassenkranke haben ihr Gesuch um Einweisung bei ihrer Krankenkasse anzubringen, Nichtversicherte können sich direkt mit dem Vorstand der JnvalideTwersicherungsanstalt Gr. Hessen in Tarrn ft ab t ins Benehmen setzen. (Ed fei nock darauf hingewiei'en, daß nach der Ansicht hervorragender Autoritäten uno Aerzte auf dem Gebiete der Tuberkulosebekämpfung geraoe die Winterkur als besonders wirkungsvoll und im ganzen noch für wertvoller, als die Sommerkur gehalten wird, vorausgesetzt, Daß der Kranke nicht zu blutarm und nicht zu entkräftet üi die Heilstätte ausgenommen wird. ES empfiehlt sich für alle diejenigen, die die Absicht haben, eine Kur in einer Lungenheilanstalt Durchzumachen, oder denen eine solche angesonnen wird, diese nicht auf die wärmere Jahreszeit au verschieben, sondern schon jetzt die nötigen Schritte zu thun, um ihre alsbaldige (Einweisung in die Heilstätte zu ermöglichen. Die bei der ärztlichen Behandlung und Pflege der Patienten in der Emst-LuDwig-Heilstätte befolgt werdenden Grundsätze sind die der sog. hygienisch-diätetischen Methode, wie sie mit kleinen Unterschieden in allen Deutschen Lungenheilanstalten geübt werden. Tie drei wichtigsten Faktoren dieser Methode sind, wie allgemein bekannt, Freiluftkur, Abhärtung durcy Wasseranwendung und reichliche (Ernährung.
§ Wißmar, 17. 9tov. Einweihungsseier. Die Firma Rinn & Cloos, Heuchelheim, welche seit 4 Jahren in Wißmar einen Filialbetrieb ihrer Zigarrenfabrikation unterhielt, hat im Laufe des Sommers und Herbstes Da- elbst einen stattlichen Fabrikneubau errichtet, der kürzlich )em Betrieb übergeben wurde. Aus diesem Anlaß wurde ettens der Firma am Samstag eine würdige Einweihungseier veranstaltet. Zu diesem Zwecke fanden sich abends die Inhaber nebst dem Personal der Firma, die Arbeiter des Wißmarer Betriebes, sowie der Gemeinderat von Wiß- toar und sonstige geladene Gäste daselbst zusammen. Ern Rundaang durch die neue Fabrik bot den Teilnehmern Gelegenheit, die luftigen, hellen Arbeitsräume, welche zirka 150 Arbeitern Platz gewähren, au bewundern und alle Besucher waren bei ihrem Urteil darin einig, daß die Firma Rinn & Eloos hier eine Arbeitsstätte geschaffen hat, welche als gesund, praktisch und mustergiltig in jeder Hinsicht gelten lann. Nach beendetem Nundgang begaben sich die Teilnehmer in die bisherigen Arbeitsräume, deren Wände mit frischem Tannengrün dekoriert waren. Tort begrüßte Herr Teilhaber Rinn die Erschienenen und hieß dieselben herzlich willkommen, um alsdann das Wort dem Prokuristen der Firma, Herrn Bergen, zur Weiherede zu überlassen. Redner schilderte in eingehendem Vortrage die Ent- steyung und Entwickelung des Wißmarer Betriebes, gab den Anwesenden ein Bild von dem Emporblühen der Firma, welche erst vor sieben Jahren mit 60 Arbeitern die Fabrikation begonnen habe und heute fünf Betriebe mit 570 Arbeitern zähle. Trotz der ungünstigen Konjunktur im Tabaksgewerbe fei die Firma doch in der Lage gewesen, in ihren sämtlichen Betrieben in vollem Umfange arbeiten lassen zu können; es habe sich sogar eine Betriebserweiterung als unumgänglich notwendig erwiesen, die nun durch den Neubau in Wißmar zur Thatsache geworden sei. Es wurden noch weitere Ansprachen ernsten und heiteren Inhaltes gehalten, in denen namentlich auf das gute Einvernehmen hingewiesen wurde, welches zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern besteht. (Eine Kapelle ließ ihre lustigen Weisen ertönen, und bei Konzert und Tanz schwanden die Stunden, die allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben werden, rasch dahin.
(?) Ulrichstein, 16. Nov. Gestern fand hier im Pfannstielschen Saale eine von hiesigen Einwohnern zahlreich besuchte Versammlung statt, in welcher Professor Dr. Röschen von Laubach einen sehr interessanten Vortrag über die Geschichte des Ulrichsteiner Schlosses nach den neuesten Ausgrabungen hielt. Professor Röschen hat sich bereits seit längerer Zeit mit der Geschichte unserer Stadt eingehend beschäftigt, wertvolles Material fand sich in den Archiven von Darmstadt und Marburg vor und an Hand dieses Stoffes und der im lebten Jahre von der Regierung veranlaßten umfassenden Ausgrabungen ist es möglich gewesen, ein genaues Bild über die Geschichte des Schlosses und der Stadt zu schaffen. Der Vortrag fand allseitigen Beifall und die am Schlüsse von dem Vortragenden gegebene Anregung, daß auch die Einwohner Ulrichsteins an ihrem Teil mit dazu beitragen möchten, daß das bisher an der Schloßruine Geleistete erhalten und noch weiter ausgestaltet werde, fand freudigen Anklang. Es begründete sich sofort, indem sämtliche Anwesenden ihren Beitritt erklärten, ein Verein, der sich die Ausgestaltung der Schloßruine im Anschluß an die vom Staate unternommenen Ausgrabungen und Herstellungsarbeiten zum Ziel setzt und insbesondere auch den Wie d er- aufbaud es alten Wartturmes erstreben will. Tie erfreuliche Antellnahme, die der Sache von der diesigen Einwohnerschaft entgegengebracht wird und die schätzenswerte Unterstützung, die schon von anderer Seite zugesichert wurde, lassen hoffen, daß das vorgesteckte Ziel in nicht zu ferner Zeit erreicht werde. Professor Tr. Röschen bat in Gemeinschaft mit Bauassessor Bert aus Alsfeld, der bie Arbeiten an ber Schloßruine geleitet hat, das Ergebnis bet neuesten Forschungen in den Quartalblättern des historischen Vereins für das Grohherzogtum Hessen niedergelegt. Durch das dankenswerte Entgegenkommen des letzteren Vereins ist dem Schloßbauverecn eine große Anzahl von Sonderabdrücken dieses ausführlichen, mit einer Tafel und ?wci Mbildungen versehenen Aufsatzes zur Verfügung geteilt worden; der Erlös hierfür fließt in die Kasse des Schloßbauvereins.
Mainz, 17. Nov. Wir lesen im kathol. „Mainzer Journ.": „Landtagsabg. Joutz in Butzbach kann sich anscheinend noch immer nickt mit dem Gedanken vertraut machen, daß er lediglich der Hilfe des Zentrums seine Wahl verdankt. Unsere dortigen ZentrumS- wahlmänner machen kein Hehl daraus, wie sie abgestimmt haben. Für Fenchel stimmten je einer unserer Wahlmänner von Oppershofen und Obermörlen, für Joutz infolge des Mahlresultats in Groß-Umstadt brei Wahlmänner von Obermörlen, zwei von Rockenberg und einer von Nieder- mörlen. Zieht Joutz diese sechs Stimmen an feinen 19 Stimmen ab /und zahlt sie Fenchel zu, so wird er wohl endlich begreifen, daß er nur dem Ausfall der Groß-Um- städter Wahl und dem Zentrum seine Wahl verdankt. Wir konstatieren hiermit, bag Joutz vor der Wahl an einen in Mainz wohnhaften Zentrumsabgeordneten ein Schreiben gerichtet hat, worin er bat, man möge ihm doch die Stimmen ber Zentrumswähler verschaffen. Vor einer weiteren Unter st Ützung seiner sianbibatur durck das Zentrum wird Herr Joutz in der Zukunft bewahrt bleibe n."
Poppelmord auf S. 'M. S. „^orelep" vor Athen.
Ein in feinen Einzelheiten noch ungeklärtes Verbrechen, dem ein Unteroffizier unb ein Matrose deS Stationsschiffes „£orelctj" zum Opfer gefallen sind, ist im Hafen von Piräus verübt worden. Die Umstände des nächtlichen Ueberfalles, soweit sie bisher festgestelll werden konnten, sind so auffälliger Art, daß man nur wünschen kann, die Untersuchung möchte völliges Licht in diese rätselhafte Affaire bringen.
In der Nacht zum Sonntag wurde das Stationsschiff der deutschen Botschaft in Konstantinopel der Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. Die ,Loreley" war zwecks Ausbesserung feit 15 Tagen in Piräus, dem Haren von Athen, verankert. Ten Wmhtdienst versahen sich ablösende Mannschaften. Als der inspizierende Unteroffizier um halb vier Uhr morgens mit zwei Matrosen das Verdeck der „Loreley" betrat, fand er keine Wache vor, unb die Laterne warf ihren Schein auf Blutlachen. Im Rauchzimmer des Kapitäns, wo provisorisch der wachehabende Unteroffizier Bicdritzki schlief, war das zerwühlte Bett leer und blutbesudelt. Ter große eiserne Schrank, der wichtige Dokumente der deutschen Botschaft enthielt, fehlte, ebenso die Barkasse der „Loreley". Der deutsche Gesandte in Athen, Graf Plcssen, und Baron Griesinger eilten sofort nach dem Piräus. Außer dem Unteroffizier Bie- dritzki war noch der Matrose Köhler ermordet, der in der ebenfalls Blutspuren aufweisenden Küche gesessen hatte. Sein Leichnam ist bis jetzt nicht gefunden, wohl aber nach Durchforschung des Hafens durch Taucher Der Leichnam bes Biedritzki mit einer tiefen, von einem Stilet herrührenden Stichwunde. Ter eiserne Schrank, den die Verbrecher vergebens zu öffnen versucht hatten, wurde bei dem Leuchtturm des Themistolles mit unversehrtem Inhalt gefunden. Nahebei war die Barkasse ans felsige Ufer getrieben worden. Der Kapitän der „Loreley", Kapitänlcutncmt von Reuter, fetzte eine Belohnung von 1000 Franks für die Entdeckung des Verbrechers aus. Vom Schiff herab weht die Flagge über der aufgebahrten Leiche des ermordeten Unteroffiziers.
Taß ber ungeheuerliche Vorfall von ben griechischen Behörden auf bas äußerste beklagt wirb, versteht sich von selbst. Sie setzen denn auch alle Hebel in Bewegung, um Die Thäter zu ermitteln.
Zwei Matrosen, bie außer den Getöteten an Bord schliefen, haben nichts gehört.
Arn Montag fand in Athen bie feierliche Beerdigung bes ermorbeten Unteroffiziers Biebritzki statt. Derselben wohnten ber deutsche Gesandte mit den Mitgliedern der Gesandtschaft, sowie der Kommandant der „Loreley" bei.
Vermischtes.
♦ Berlin, 17. yiob. Heute vormittag sand die Enthüllung des Feuerwehrdenkmals auf dem Ma- riannenplatze statt. Zugegen waren Minister von Hammerstein, Generaloberst von Hahnke, ber Kommandant von Berlin, Generalmajor von Höpfner, der Polizeipräsident von Windbeim, der Magistrat und die Stadtverordneten. Ter Oberoürgermeister hielt eine Ansprache, in der er des Zweckes des Denkmals gedachte, welches zur Erinnerung an bie 50 jährige Thätigteit ber Berliner Feuerwehr errichtet ist, unb bem Tank ber Stadt Berlin für die Männer, bie. im Kampf mit ben Elementen ihr Leben für bie Rettung der Mitmenschen hingeben, ausdrücken solle. Nach der Enthüllung wurden Kranzspenden am Denkmal niedergelegt.
* Essen (Ruhr), 17. Nov. Hier geriet gestern ein mit Stroh gefüllter Schuppen, in dem Kinder mit Streichhölzern spielten, in Brand. Vier Kinder, die sich in dem Schuppen befanden, erlitten so schwere ^Verletzungen, daß sie heute nacht starben.
• München, 17. Nov. Nach der „Augsb. Abendztg." hatte ein Erlanger Student hier zwei Pistolenduelle. Die Duellanten wurden verwundet, aber nicht schwer.
* Wien, 17. Nov. Ter Telikatessenhändler E Keller aus Paris hat sich in einem An falle von Geistes st ör- ung auf dem Bahnhofe Blindenmarkt vor einen aus» fahrenden Güterzug geworfen unb wurde auf ber Stelle getötet.
* Innsbruck, 17. Nov. Der seit Wochen vermißte Münchner Tourist Georg Sänger ist von bem koburgischen Jäger Schwarzenbacher in Hinterriß vollstänbig verwest aufgefunben worden. Sänger war beim Uebergang vom Risserthal ins Karwendelthal abgestürzt.
• Agram, 17. Nov. In der Ortschaft Soetajana ist das neu erbaute Schulgebäude eingestürzt. Neun Personen wurden schwer verletzt.
* C a t a n i a, 17. Nov. Ein Telegramm des Semaphors auf Stromboli besagt: gestern erfolgte wiederum ein Ausbruch des Vulkans, der glühende Steine, Rauch und Asche in die Höhe schleuderte. Dem Ausbruche folgten mehrere kleinere Eruptionen, wobei viel Lava dem Krater entströmte.
* Duell wegen des „Kleinen Kohn". Der „berühmte" Berliner Gassenhauer „fraben Sie nicht ben kleinen Kohn gesehen" hat kürzlich in Wien zu einer Ehren- beleibigung geführt. In Budapest führte es zu einer ritterlichen Affaire, die einen blutigen Ausgang fand. Ter Bankbeamte Waldmann spiette nämlich in einem Lass eine Partie Carambol, als ber Jurist Gosztolak ihm das geflügeüe Wort ins Ohr schrie: „£aben Sie nicht ben lleinen Kohn gesehen?" Waldmann war über diese Frage derart empört, daß er dem Goszwlak mit seinem Billardqueue einen wuchtigen Hieb versetzte. Gosztolak ließ Waldmann provozieren unb heute nachmittag fanb zwischen ihnen ein Säbelbuell statt. Ter SBafjengang endete mit einer schweren Verletzung GoSztvlak's der im Gesichte eine acht Zentimeter lange Schnittwunde erhielt.
AoäUlu vor Kcricht.
Der Beleidigungsprozeß bes Sohnes Arnold Böcklins, deS Malers Carlo Böcklin in Florenz gegen den Breslauer Universitätsprofesfor Dr. Richard Muth er ist, wie wir dieser Tage kurz meldeten, um weitere Ermittelungen zu ermöglichen, vertagt worden. Bekanntlich handelt es sich bei dieser Fehde um einen Artikel Prof. Mut Hers in einer Berliner Tageszeitung, worin behauptet wird, daß verschiedene von Carlo Böcllin in der venetianischen Kunstausstellung als Bilder [eines verstorbenen Vaters audgefüllte Gemälde von ihm selbst herruhrten, und daß er daher mit bem Namen seines Vaters einen unsauberen Handel getrieben habe. Prof. Muthers Verteidiger, der Verfasser Der „Mali", Rechtsanwalt und Schriftsteller Dr. Max Bernstein-München führte in der Verhandlung u. a MgenbeS
Ich behaupte, daß es m München oerannr tyr, oa^ ein Konsortium bort besteht, baß sich mit der ftänbige« Lieferung Böcklinscker Bilder auf Bestellung befaßt. Das Haupt dieser Gesellschaft ist eine Frau Rieß, die sich bald Teppich-, bald Weinhändlerin nennt Ich habe Briefe, in denen es heißt: Ich . . inmal
„Schweigen im Walde", zweimal ,Hm Spiel Der Vellen", ich bestelle (Heiterkett), ja, ich bestelle, etwa io, wie man eine Fuhre Kartoffeln bestellt (Große Heiterkeit.- Ich stelle ferner unter Zeugen beweis, daß Frau Rieß bei Gelegenheit eines Bilderhandels mit dem Königlichen Rat Paulus in Berlin und dem Kommerzienrat Lchaumberg in München geäußert hat, als sie ein für wenige Tausend Lire von Carlo Böcklin erworbenes Bild anbot: Ter Carlo muß noch recht fleißig fein, so lange ber Vater noch lebt! (Heiterkeit) Hermes u. Co. in Frankfurt a. M. hatten 41 m 21000, Mk. bas Bild „Der heilige Hain" von Arnold Böcklin durch Vermittelung Carlo Böcklins erworben unb es Dem Bankier Heimann in Frankfurt a. M. weiterverkauft Es würbe als vom Vater gemalt bezeichnet Heimann hat es verschiedenen Sachverständigen gezeigt unb diese haben zum Teil in energischen Ausorücken Dagegen protestiert. Daß e s sich um einen echten Böcklin hanoele. Prof. Licht- warck-Hamburg sagte ihm, er würde das Bild für einen echten Böcklin nicht nehmen, und wenn man es ihm auch schenken würbe. Ein anderer dieser SachversiänDigen, unter Denen sich Männer, wie v. TschuDi-Berlin, Pofes,or Roebdecke u. a. befanden, äußerte sich sogar Dal)in, daß er sich Den Arm abhauen lassen würde, wenn Dies ein echter Böcklin wäre. Es ist selbstverständlich. Daß Heimann das Bild nur in der Voraussetzung gekauft hat, daß es von Arnold Böcklin allein gemalt war. Heimann hat Hermes aufgefordert, das Bild zurückzunehmen, und Hermes hat Carlo Böcklin eine Bedenkzeit von 14 Tagen gegeben, um sich Darüber zu äußern, ob das Bild echt oder unecht fei. Tiefe Anfrage erschien überflüssig, da Carlo Böcklin bei der Lieferung des Bildes dem Hermes bereits einen Schein unterschrieben hatte, in dem es heißt: Ich bestätige, daß Dieses Bild ausschließlich von Der Hand meines Vaters gemalt ist. Trotzdem nahm Hermes nach Ablauf Der 14 Tage das BilD zurück. Ich erkläre mir die Sache so, Daß Hermes Dem Carlo Böcklin gesagt hat: Sie, jetzt wirds Ernst; es kommt zum Prozeß. UnD Da hat Carlo Böcklin sich geweigert. Die Echtheit zu beschwören. Nun sagt Carlo Böcklin, Daß er an Dem Bilde thatsächlich miigearbeitet unD Den üblichen Echtheitsschein unterschrieben habe, ohne im Moment Daran zu Denken, Daß es sich diesmal nicht um ein echtes Bild handelte. Tas ist meines Erachtens eine Ausrede; er steckt offenbar mit Hermes unter einer Decke. Dem Käufer sollte absichttich verschwiegen bleiben, daß das Bild nicht von Arnold Böcklin war. Sonach liegt in diesem Falle ein ganz glatter Betrug vor. Der Verteidiger giebt sodann ber Vermutung Ausbruch daß dieses von Hermes zurückgenommene Bild jetzt an em Fräul. Lachmann in Hamburg weiterverkauft sei, und daß Dieser ebenfalls, unD zwar Durch einen diesmal von Frau Böcklin unterzeichneten Schein die Echthett des Bildes bestätigt worden sei. Ferner behauptet der Verteidiger, daß ein Wetter es, durch Vermittlung der schon ermähnten Frau Rieß an den Kommerzienrat Junghanns verlaustes unD im Münchener Glaspalast ausgestellles Gemälde Arnold Bock- Ittis ebenfalls nicht von diesem herrühre, obwohl ein Echtheitsschein, von Arnold Böcklin selbst unterschrieben, vorliege. Es müsse nämlich nach dem Gutachten zweier graphologischer Sachverständigen angenommen werden, daß diese Unterschrift Arnold Böclli ns auch gefälscht sei.
UnivciMts Nachrichten.
Greifswald, 17. 9lov. Geh. Medizinalrat Prof. Leonard 2a n b o i § ist vergangene Stacht nach längerem Krankenlager an Brustfellentzündung gestorben.
Tübingen, 17. Nov. Die Burschenschaften .Deren- btngia" und .Germania" hatten die hiesige Studentenschaft zu einer aQgemeiiien Versammlung emgeladen, in der die Möglichkeit erwogen werden sollte, die P i st o l e n d u e 11 e in Zukunft ein- zu schränken und Mttlel zu finden, um Reibungen zwischen Studenten undOffizieren vorzubeugen. Tie Versammlung, die von sämtlichen Satisfaktion gebenden Verbindungen mit Ausnahme der Korps sehr zahlreich besucht war, nahm einstimmig die von ben Sprechern beider Burschenschaften empfohlene Resolution an, welche sich mit der Bitte an den würtlembergischen KriegSnimisler richtet, in Offizierskreisen doHm zu wirken, daß an Stelle der Pistolenforderung bie Forberung auf Säbel tritt, forme baß bie Pistole nur in den schwersten und in ganz besonderen Fällen zur Anwendung kommt unb »war 1. wenn eine schwere Familienbeleidignng vorliegt, 2. wenn ber eine Teil körperlich unfähig ist mit bem Säbel au fechren, 3. wenn ber eine Teil mit einer ansteckenden, durchs Blut übertragbaren Krankheit behaftet ist
— Der Kongreß für innere Medizin wird wegen des im April nächsten JahreS bevorstehenden Internationalen Atedizinifchen Kongresses zu Aladrid erst im Frühiahr IV04 zu Leipzig stattfinden. — Man berichtet auS Heidelberg: Bei der philojophifchen Fakultät ber hiesigen Universität promoviert« Frl. Hedwig Atichaelsohn aus Berlin mit der Tlssenatton .Lukas Kranach der Weitere'. —In Mailand wurde vor einigen Tagen bie vom Inhaber eines borkigen Warenhauses Luigi Bocconi gegrunbete Handelshochschule unter entsprechender Feierlichkeit eröffnet. — Der Professor ber Physik an ber Rolumbia-Uniüerfität in 9tew - Pork, Cgben Nicolas Rood, ist gestorben. — Im 56. Lebensjahre ist ber Professor ber Botanik an ber forstwissemchastlichen Hochschule in Aschaffenburg Dr. H. D i n g l e r gestorben. — Man berichtet aus Bonn vom 15. b.: Dr. Burger, ein vielbeschäftigter Spezialist für Halskrankheiten, ist gestorben.
,Zur Geschichte ber Versammlung mittelrheinischer Aerzte" veröffentlicht Tr. Arthur Hoff- rn a n n - Darmstadt interessante Mttteilungen. 1857 sand die erste als Versammlung mtttelrheinischer Aerzte bezeichnete Versammlung in Darmstadt im Hotel zur „Iraube" statt. Auf dieser Darmstadter Versammlung sprachen u- a. Adolf Kußmaul, Gustav Simon, Louis Bücyner-Darmstadt, Eckhardt-Gießen, Roser-Marburg und Wernher- Gießen. Tr. Hoffmann giebt ferner eine genaue Zusammenstellung der bis jetzt abgehaltenen 50 Versammlungen mtttelrheinischer Aerzle. Getagt wurde acht- rcsp. neunmal in Frankfurt, je sechsmal in Darmstadt und Heidelberg, fünfmal in Mainz, viermal in Wiesbaden, Dreimal in Mannheim, je zweimal in Bad Homburg, Bad-Nauheim, Bad Soden, Worms, je einmal m Baden-Baden, Dingen, Dürkheim a. H., Gi eßen, Hanau, Karlsruhe, Kreuznach, Marburg a. d. L., Offenbach a. M. und Winzmgen in Der Pfalz.
Tie orthodoxe Gciftlichkett Schlesweg-holsteins hatte sich vor kurzem an den preuß. Kultusminister mit dem Ansinnen gewandt, den kircklich-liberalen Professor der Theologie an der Universität Siel, Baumgarten, seines Amte» zu entheben. Ob ober wie Minister Studt diese Eingabe beantwortet hat, ist nicht bekannt geworden. Mittlerweile ober hat das Profesforenkollcainm der Universität Kiel eine Antwort erteilt, und diese vestand darin, datz es Pro^.


