Ausgabe 
18.2.1902 Zweites Blatt
 
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Sprungschritt.

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der Grund, Angell.: abgemessen?

fall Mitteilung machen mühte. - Präs.: WeShalb stellten Sie sich nicht der StaatSamvaltscbaft? Angekl. Ich wußte nicht, ob das übrenwort mich dielte, wonach ich es nicht eher thun durfte, al3 bis es in der Presse bekannt lvmde. Im weiter«» Bertairfe des Prozesses wurde die

mögens gingen der VcreinStassc zu 477.00 Mk. Jahres­beiträge der ordentlichen Mitglieder, 70 Mk. der während des JahreS neu aufgenommenen Mitglieder, 534 Mk. Jahres­beiträge der außerordentlichen Mitglieder, 51 Mk. Beiträge von Söhnen der Mitglieder, die nur den halben Jahres­beitrag entrichten. Dem Verein gehören an 173 ordentliche und 178 außerordentliche Mitglieder. Das Vermögen be­läuft sich, einschließlich eines auf das nächste Jahr zu über­ragenden Kassenbestandes von 759 Mk. und der mit 3050 Mk. im Brandlätastcr eingetragenen Badeanstalt auf 5909.07 Mk. In den aus 18 Mitgliedern bestehenden Vorstand wurden die Herren Ho sch, Schäfer, Ha ubach, O. Schmidt, Zülch und Flett wieder-, Herr Margolf neu gewählt. Die unterVcreinsangelcgcnheiten" gegebenen Anregungen auf Revision der seit 1862 unveränderten Statuten (der Verein besteht seit 1836), sowie auf einige Verbesserungen im Betrieb der Badeanstalt wurden dem Vorstand zur Beratung und Beschlußfassung überwiesen.

** Alpenverein. Die Sektion Gießen unternahm am Sonntag bei herrlichem Winterwetter ihre zweite Monatstour. Die Teilnehmer traten, von einem pfeifenden Nord-Ost be­grüßt, in Lollar den Marsch nach dem Staufenberg an. Auf schneebedeckten Pfaden wurde von hier aus nach 21/, Stunden Hachborn erreicht, wo sich die halberstarrten Wanderer eine dampfende ErbSwurstsuppc als wohlverdientes Frühstück herrlich munden ließen. Durch den EbSdorfer Grund ging cs weiter ein den Weg versperrender Stein­bruch wurde mit alpiner Gewandtheit überwunden dem Frauenberg entgegen. Der Aufstieg erwies sich infolge des tiefen Schnees als ziemlich schwierig. Doch lohnte ein herrlicher Blick vom Gipfel für die ausgestandcnen Mühen. So weit das Auge reichte, eine einzige, unermeßliche Schneelandschaft, an deren Enden sich Habichtswald und Gleiberg gleich dunklen Punkten vom Horizont abhoben. Vom Frauenberg erreichte man nach einstündigcr Wanderung den Lichtekippel, mit herrlicher Aussicht auf Marburg. 3 weitere Stunden an­strengenden Marschierens, wobei namentlid) auf dem Truppen­übungsplatz der überl/z Mtr. hochlicgendc Schnee das Fort­kommen sehr erschwerte, führten über Spiegels tust nach Marburg. Hier vereinigte sich im Gasthaus zum Fronhof noch eine Reihe von Mitgliedern, denen es nicht vergönnt war, an der herrlichen Tour teilzunehmen, mit den Wanderern zum gemeinsamen Mahle. Um ?i/2 Uhr fuhr man mit der Bahn nach Gießen zurück. Der geplante alpin-humoristische Bierabend wurde auf die nächste Woche verschoben. Für die Märzsitzung steht ein Vortrag über:Eine Reise durch Korsika" in Aussicht.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtver- ordneten-Versammlung Donnerstag den 20. Februar 1902, nachmittags 4 Uhr. 1. Mitteilungen. 2. Fahrplan der Biberthalbahn. 8. Baugesuch der Gebrüder Zutt für die Steinstraße; hier: Dispens. 4. Erwerb von Straßcngelände in der StephanSmark; hier: Geländeenteignung von Jakob Stein. 5. Aufräumung von Flutgräben; hier: Vergebung von Arbeiten. 6. Verbreiterung der Rodheimerstraße; hier:

das Jahr 1901 abgelegt. Die Einnahmen beliefen sich au 2044.77 Mk. Außer dem vom Vorjahre übernommenen Kaffenbesland von 835.97 Mk. und den Zinsen des Ver-

steltteu uno gegenüber, halt! Bei eins sollten die Pistolen hoch gehoben zwischen drei und halt abgeschosten werden

ist mit der Verurteilung des Angellagten zu G Jahren Fostuug beendet worden. Wir berichten darüber in unserer Parlament llu gäbe. Interessant gkstaltete ini) die Vernehmung des Angeklagten. - Präs.: Sie geben zu, daß Sie seit 19U0 in ehebrecherischem Verhältnis mit ^raii u. Bennigsen gestanden? Äugelt.: Ja.

Präs.: Wie lautete die Forderung? -- Angetl.: 15 Schrill Distanz und Kugelwcchfel bis zur Uusähigteit eines bet Gegner. Spüler wurden die Bestimmungen durch den Selundanlen modifiziert auj zehnmaligen Kugelwechsel bei 15 Schritt Distanz. Präs.: Sie sollen den Versuch gemacht haben, bie Bedingungen au, zehn Schritt Distanz herab zusetzen. Ans welchem Grunde? Angelt.: Herr v. Ben­nigsen lvar mir als guter Schütze bekannt. Ich lvvllte des­halb, da inj aiiualjiu, daß ich getroffen werden mürbe, der Sache ein für alle Mut ein Ende machen. Das Duell hat am Donnerstag früh 8 dreiviertel Uhr stattgefniiben auf dem .......ung , 1 - im cmparl am Hallergr unbe. - Präs Es hat also nicht die Absicht Vorgelegen, daß jemand tot am Platze bleiben soll? Angell.: Rein. -Präs.: "Wurden noch weitere Verabredungen getroffen? -Angell.: Nein. Rur ein Schweigegebot wurde abgenommen. Das Schweigegebot sollte aber anfhören, sobald in der Presse etwas bekannt würde, und auch im Falle der ernsthaften Verletzung eines Gegners, soweit es zur Benachrichtigung der Angehörigen nötig sei. Präs.: Dies war wohl auch weshalb Sie sich nicht gleich gestellt haben?

Jawohl. Präs.: Wie wurde die Distanz Äugelt.:

Beschwerde der Firma I. Dern u. Co. wegen Vergebung der Röhrenlieferung. 7. Festsetzung der Fluchtlinie für die Mar- bnrgerstraßc. 8. Gesuch des Karl Lindenstruth um Anschluß einer Hoftaithe Lahnstraße 10 an die Wasserleitung. 9. Vor­lage der Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1900,01. 10. Vorlage der Rechnung des Realgymnasiums und der Realschule pro 1900/01. 11. Ausbau der Realschule zu

einer Oberrealschule. 12. DaS Schulgeld an den höheren städt. Lehranstalten. 18. Die militärische Organisation der Schutz­mannschaft. 14. Gesuch der Heinrich Bellof III. Wtw. um Erlaubnis zum Schankwirtschaftübetriebe im dem Hause Bahn- hofstraße 76.

E.Ch. Konzert-Verein. Frau Emma Rückbeil-Hiller, die am Sonntag im Konzert mitwirken wird, dürfte in erster Linie daS Interesse deS musikalischen Publikums in Anspruch nehmen. Wir lernten sie am 26. Mai 1897 bei der BrahmS-Feier kennen, und der Eindruck, den die Künstlerin damals hinterließ, war von nachhaltigster Wirkung. Als Liedersängerin sowohl wie auch als Vertreterin des Solo im Requiem zeigte sie eine Gestaltungskraft, die nur wenigen Begnadigten zu Gebote steht. Dabei besaß ihre Stimme Kraft, Wohllaut, Frische und Biegsamkeit, die auch selbst die vornehmsten und anspruchvollsten Hörer geradezu bezaubert. Und dieser Erfolg war nicht etwa vereinzelt, denn ein Jahr später, am 1. Februar 1898, bei der Aufführung von Schu­mannsParadies und Peri" entsprach sie nicht nur den hoch- gestellten Erwartungen, sondern übertraf diese. Wollte es doch allen scheinen, als sei ihre Künstlerschaft noch gewachsen, so mühelos und seelenvoll quoll der Künstlerin der Strom Schumann'scher Melodien auö der Kehle. Frau Rückbeil- Hiller für den vorliegenden Sonntag gewonnen zu wissen, ist eine Freude.

** Stenographie. Der Verband Main-Rheingau und Hessen-Nassau der Gabelsberger Stenographen hielt am Sonntag in der Allemannia in Frankfurt a. M. eine Ver­treter-Versammlung ab, über die wir bereits gestern kurz be­richteten. Die Versammlung war von etwa 100 Vertretern auS Hessen und Nassau besucht. Den Vorsitz führte der Ver­bandspräsident Prof. Dr. P i tz - G i e ß e n. Die Vereine Alzey und 9libba, sowie die Damenvereine Neu-Isenburg unb Bocken- heim wurden neu ausgenommen. Versuchsweise werden zu­nächst in Frankfurt a.' M. Kurse zur Heranbildung von Lehr­kräften eingerichtet werden. Die bisherigen Preisrichter für Wett- u. Preisschreiben: Hessel-Frankfurt a. M., Winkler-Darm- stabt und Schneider-Höchst wurden wiedergewählt. Die von der Stenogr.-Gesellschaft Darmstadt beantragte Satzungs­änderung betr. das VerbandSwettschreiben wurde dahin er­ledigt, daß nun eine weitere 7. Abteilung mit 80 Silben (seither 100 S.) eingerichtet werden soll. Im Mai soll noch­mals eine außerordentliche Vcrtreterversammlug zur Vorbe­reitung für den Stenographentag in Berlin, der auf den 3. Aug. festgesetzt ist, ftattfinben.

" Iagdvcrpachtungen. Die Gemeindejagb zu Oppen. rod, bie bisher an Rentner Heinrich Schm all-Gießen für jährlich 400 Mk. verpachtet war, ging bei der Neuverpachtung an den seitherigen Pächter und den Schreinermeister Weigel für 510 Mk. pro Jahr über. Die Jagd von Mainzlar, bisher für 300 Mk. pro Jahr an Professor Dr. Naumann verpachtet, wurde neu verpachtet für 525 Mk. an Rentier Scdmücker * Gichen. Wie unS unser Schott euer cL*

vollster Bedeutung.

** (fuaitflclifrijcr Arbeiterverein. Im evang. Arbeiterverein hielt gestern abend Prediger Zettelmann auö Frankfurta.M. einen Vortrag überBismarcks Vermächtnis an den Protest­antismus". Der Dlcbnev schilderte die religiöse Entwickelung Bismarcks auf Grund feiner eigenen Aussprüche und von An- apben von Freunden. Auö einem Freidenker sei Bismarck, der im Elternhaus liefe religiöse Eindrücke nicht empfangen hätte, unter dem Einfluß von Freunden und besonders seiner Gattin ein überzeugter Christ geworden, der von sich bekannte, daß er ohne seinen Glauben nicht leben möge. Zwar ein Kirchenchrist sei er nie gewesen, daS Gemeinschaftsbedürfnis habe ihm gefehlt, dafür stelle er aber eine mächtige Originalität in individuellem, praktischen Christentum dar. Um den Pro testantiSmuS habe sich Bismarck vor allem dadurch verdient gemacht, daß er in der Zeit des Kulturkampfes cm- getreten fei für die selbständige Stellung des Staates gegen­über der Kirche. Die durch ihn zustandegekoinmenen Gesetze über die Zivilehe unb die Aufhebung des TaufzwangeS feien durchaus im Sinne des protestantischen Prinzips, daß in Sachen der Religion der Staat jedem seine freie Entschließung lassen müsse. Dieses Prinzip habe Bismarck, der übrigens auch Ehrendoktor der theol. Fakultät unserer LandeSuniversität gewesen sei, im Gegensatz zu seinen ehemaligen Parteigenossen auch speziell gegenüber der theologischen Wissenschaft apfrecht erhalten, indem er für die Freiheit ihrer Lehrer eintrat. Diese von kirchlichen Tendenzen unabhängige Stellung des Staates, die dem einzelnen wie den Konfessionen eine freie Entwickelung garantiert, sei das kostbare Erbe, daS Bismarck dem Protestantismus hinterlassen habe. Leider war die Zahl der Zuhörer ziemlich gering. Den nächsten Vortrag in 14 Tagen wirb Oborkonsistorialrat W aaS überDie

Oeffentltchke.it ausgeschlossen und dann nur nirlp <nif Im.?- Jril imebiT I) rfecf 1 < 111_______________________________

Aus Stadt und Sand.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Gießen, 18. Februar 1902.

** Personalnachrichtcu. Der Großherzog hat den Kammerdiener Wolf auf fein Nachsuchen unter Bezeugung der Allerhöchsten Zufriedenheit für langjährige, treu geleistete Dienste mit Wirkung vorn 1. März an in den PensiouSstand versetzt und ihm auö diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ter Groß Herzog hat den Mmlsteriallänzllsten bei dem Ministe­rium der Finanzen Hainz zu Darmstadt auf fein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treu gclcifteten Dienste mit Wirkung vom 1. März in den Ruhestand versetzt und ihm auö diesem Anlaß die Krone zu dem Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Der Groß Herzog hat den Stationsvorsteher der Main- Neckar-Eisenbahn in Langen Jacob zum Stationsvorsteher der Station Heppenheim und den StationSvorster der Main- Neckar-Eisenbalm in Bickenbach Burk zum Stationsvorsteher der Station Langen, beide mit Wirkung vorn 1. März, ernannt.

** Der Bericht des Finanzausschußes der Zweiten Kammer über den Ha u pto vransch la g für 1902/03 behandelt bei Kap. 36, LandeSuniversität Gießen, u. a. den Titel Tierheilkunde" und weist darauf hin, daß diese Dis­ziplin im wesentlichen von Nichthessen frequentiert würde, weshalb man geneigt war, die Vergütungen für zwei neue Assistenten zu beanstanden. Da aber die Negierung darauf hinwieS, daß gerade an den mangelnden Lehrkräften läge, wenn Hessen, die diese Verhältnisse fännten, sich Wegzügen, und so'Richthessen die Mehrzahl der Studierenden in dieser Disziplin darstellten, beanstandete der Ausschuß die für die zwei neuen Assistenten angeforderten Beträge nicht weiter, zumal die Zahl der Tierarzneikunde Studierenden Henle be­reits 150 beträgt. Die Zahl der Kurgäste in Bad- Nauhei m betrug 1901 nur 19 883 gegen 21 662 in 1900 und 22 411 in 1899. Daö habe seinen Grund nicht allein in deneigentümlichen bekannten Verhältnissen des vorigen Jahres", wie in dem cingctrctcnen wirtschaftlichen Nieder­gang, sondern and) in den nachteiligen Gerüchten, die in der Presse verbreitet würben über daS Nachlassen der Nauheimer Quellen,und zwar bedauerlicher Weise nicht ohne eigene

Erzieluing zur Wahrhaftigkeit" halten.

* Männer Badcvrrcin. In der am Montagabend in der Brauerei Förstch staltgchabien Hauptversammlung würbe nach Erstattung deS Jahresberichts die Rechnung Übe:

Vom Vurenkrieg.

Zwei Mitglieder ber Buren-Delegation find aus Scheveuiugeii spurlos verschwunden. Man nimmt tut .Haag an, daß sie sich nach Amerika etngeschisft haben. Der PariserMalin" aber meldet in einem Londoner Privat- telegramm unter Vorbehalt, die zwei Burendelegierlen reisten nach Transvaal, angeblich um zu der Be- end ignng der Fe i n d s e l i q fe i t e ii beizutragen.

lieber dasM i stge s ch i ck", das einer Abteilung be­rittener e n g l i s ch cr I n f a n 1 e r i e bei Zuikerbachraud zwischen Elaudsfontein und Bereeniging am 1.2. Februar zugestoßen ist, meldet ein Berichterstatter des Londoner Standard" aus Pretoria, daß diese Truppen erst kurz vorher auö England angekommen waren. Die Abteilung lvar 320 M a n u stark. Als sie die Ueberlnacht der Buren wahr­nahmen, wurde der Rückzug so rasch wie möglich angetreten. Aber etlva 60 Mann wurden bou den Buren umzingelt und ausgefordert, sich zu ergeben. Sie kämpittu aber, bis de r letzte M a n n gefalle n lvar. Ihr Bese h l S - Haber wurde getötet, die anbereit sechs Offiziere ber- wuildet. Der Verlust der Buren sei ebenfalls erheblich. Am Freitag mürben bie Buren aus Zulker buch vertrieben imb nach Süden verflgl.

Im englischen Unterhause. erhärte der Kriegs Minister, der P r o z e ß g e a e n Kruitzinge r begann am 15. Jan. Kitscheuer werde dafür sorgen, ba|ii Kruitzinger alle Er­le i ch t e r u ii g e n zur Führung beS E n 11 a ft u n g s - B c - weises gewährt werden unb bafn ihm Gerechtigkeit widerfahre. DaS wollen wir hoffen!

Budapest, 17. Febr. In der heutiacn Sitzung des Abgeordnetenhauses brachte der VizepräfeS der klerikalen Volkspartei Mobö^i) die Petersburger Reise des Thronfolgers abermals zur Sprache. Er ührte aus: Szell habe das parlamentarische Prinzip ver- etzt, als er die Delegierung des Grafen Zichh an die Seite >es Thronfolgers verhinderte. Der Minister Szech<nchi hätte demissionieren sollen und der Ministerprases hätte die Delegierung eines anderen ungarischen Kavaliers durch­setzen müssen. Ministerpräsident Szell verwahrt sich gegen diese Ansciinldignng und betont, er habe Angriffe in par­lamentarischer Weise zuruclgewiesen. Anlnüpsend an die Ausführungen Ralovszkh entspann ,ich dann zwischen biefeni und Ivan ko. einerseits und Olay und Bartha ander­seits ein erregter Wortlvechsel, dem zlvischen den beiden letzteren eine Herausforderung zum Duell folgte.

wir schossen zu gleicher Zeil. Präs.: Wurden vorher Berföhnungsversuche gemacht? Angell.: Ja. Durch den Unparteiischen. Aber Herr von Bennigsen er­klärte jede Versöhnung von vornherein für ausgeschlossen. Präs.: Wurde nach dein ersten Gang noch ein Ver sühnung vkl mH gentai st? Angekl. )l(in Es ha noch zwei Kugelloechsel ftattgejunden. Beim dritten Kugel wechsel wurde Hen von öennigjen getroffen. Präs.: Welche Absicht hatten < tc bet Abgabe b.....isst \ 1 Sie

haben früher angegeben, daß Sie zuerst die Absicht hallen, um bei juf ie sich schuldig fühlten. ie haben

dann gesagt: Man <agl, man beult dies so, wenn man aber vor der geladenen Pistole steht, dann betomiut man anbei। lanken Angekl.: Ja, bas ist >iÄtig Präs.: Sie haben auch zugegeben, daß Sie nur den Ge­danken gehabt haben, Ihren Gegner leicht zu verletzen, nm ihn iampfnnfälstg zu.machen. Stimmt das? Angekl.: Ja. Präs.: Alas geschah, nachdem Herr v. Bennigsen getroffen am Boden tag? - Angell.: Ich ging beiseite unb schickte meinen Schwager, um eine Aussöhnung zu versuchen. Aber der Bruder des Herrn v. W'iinigsen, Gou­verneur v. Bennigsen, lehnte es ab. -- Erster Staats - anwalt Kitz: Der Angellagte sagte zuerst, er habe seinen Gegner nicht treffen wollen. Dann giebt er zu, daß er die Pistole in der Richtung ans den Gegner gehalten und in dieser Riclstnng geschossen hat. -- Angekl.: wiederholt, daß er zuerst nicht die Absicht ßeljabt hätte, ans seinen Gegner zu schießen, b-r habe nur die Pistole hochgehoben unb nicht gezielt. Präs.: Sie sollen in ihrem eigenen Wagen zum Tu eil gefahren sein und unterwegs eine Zigarre geraucht haben. Ist das richtig? - Angell.: Ja. Präs.: Wieviel Geld hatten Sie zu sich gesteckt? Es sollen mehrere hundert Mark gewesen sein? Angekl.: Erst als ich vom Duell fant, steckte ich mir mehrere hundert Mark ein. - Präs.: Hatten Sie die Möglichkeit eines solchen Ausganges nicht ins Auge gefaßt? Angelt.: Keineswegs. Ich fiiljr nach Hause, ließ dann Erkinidig- imflcii eiuziehen, wie es mit Herrn von Bennigsen stände, und fuhr nach Leipzig zu Frau v. Bennigsen. Ich hatte den Eindruck, daß ich Frau von Bennigsen von dem Bor«

Schuld der 9iauheiiner Einwohnerschaft."

♦♦ Oberpostrat v. Baht f. Am 16. verschied in Darmstadt am Herzschürg der Kaiser! Ober-Pvstdirektor a. D. Geh. Oberpostrat von Baht. Der Verblichene wurde 1824 in Erfurt geboren, er hat also ein Alter von 77 Jahren erreicht. Nach Ablegung der höheren Posiverwalt- ungsprüfung würbe er 1853 Postinspektor und 1858 Post°- rat, 1867 erfolgte seine Ernennung zum Ober-Postdivettor. Als solcher leitete er beim Uebergange des Thurn und Taxis'schen Postwesens ans den Norddeutschen Bund vier Jahrelang als der erste Ober-Postdirektor im Großherzog- tuiu Hessen die Ober Postbireltion in Darmstadt, und dann nach dem Uebergange des Badischen Postwesens auf das Deutsche Reich sieben Jahre lang die Kaiserl. Ober-Post- bireltion in Karlsruhe (Baden). Alsdann verwaltete er drei Jahre lang die Ober Postdireftion in Kassel und 1t; Jahre die Ober-Postdirektion in Potsdam. Hier erfolgte 1891 seine Ernennung znm Geh. Ober-Postrat. 1897 trat er nach 56 jähriger ehrenvoller Wirtsamkeit im Alter von 73 Jahren in den Ruhestand, wobei er seinen Wohnsitz wieder nach dem ihm be,anders lieb gewordenen Darm-, stabt verlegte. Zugleich wurde er von dem Kaiser in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste in den erblichen Adel st and erhoben. Wie hoher Wertschätzung Herr v. Baht sich erfreute, geht u. a. daraus hervor, daß er bereits im Jahre 1845 in Angelegenheiten des König­lichen Hofes in Berlin nach Rom und Neapel und im Jahre 1849 während der Insurrektion in Dresden mit Allerhöchsten Depeschen an die Sächsische König'SfamiNe nach Königstein (Elbe) entsendet wurde. Herr v. Baht verband mit gründlichen vielseitigen Kenntnissen und reicher Erfahrung ungewöhnlich große Herzensgüte. Das Wohl seiner Untergebenen bildete für ihn stets eine erste Pflicht. Er war ein wahrhaft edler Mann in des Worte-