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Stadt und bei den Zweigstellen kostet sie
Hoch-Weisel,
des als
stellung. In der 1 Mk., durch die
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und beschwerte sich über die Chikanen, denen die Protestanten und Altkatholiken in Oesterreich begegneten. — Abg. Schach inger sagt, man müsse mit aller Entschiedenheit dagegen protestieren, daß ein Redner von Oesterreichern verlange, sie sollten sich unter die Führung eines fremden Herrschers stellen, und ihm dieselbe Liebe und Achtung entgegenbringen, die sie dem Hause Habsburg schuldig sind, und auch jederzeit geleistet haben. — In der Weiterveratung wird der Antrag, die Forderung für die technische Hochschule in Brünn besonders zu beraten, abgelehnt.
K o n st a n t i n o p e l, 14. März. Hier wurden gestern wieder 60 Verhaftungen von Offizieren vorgenommen. Unter den Verhafteten sind alle Rangklassen vertreten. Die Gesamtzahl der seit 14 Tagen verhafteten Offiziere beträgt 146, darunter befinden sich fünf Divisionskommandeure. Ein Dekret des Ministers untersagt allen Offizieren, europäische Klubs zu besuchen.
Petersburg, 14. März. Es wird beabsichtigt, in China eine selbständige orthodoxe Eparchie zu errichten. Das Oberhaupt der geistlichen Mrsjion in Peking soll zum Bischof von Charbin und China erhoben werden. Unter seiner Verwaltung werden sich sämtliche orthodoxe Kirchen Chinas sowie der Mandschurei befinden. (Das bedeutet den Versuch der religiösen Auslieferung Chinas an Rußland. D. Red.)
- Staatsanwalt Zimmermann hat in der letzten Tagung Schwurgerichts zum letzten Male vor den Geschworenen Ankläger plaidiert. Wie wir erfahren, hat er sich für das Richteramt gemeldet. Seine Ernennung zum Richter in Gießen dürfte in allernächster Zeit erfolgen. Die Staatsanwaltschaft verliert in ihm nicht nur einen überaus tüchtigen und gewandten Redner, der es meisterhaft verstand, seinen Standpunkt mit einem gewissen Humor zu verfechten, sondern auch einen scharfsinnigen, seltene Combinationsgabe be-
Aus Ktadt und Zand.
Gießen, den 15. März 1902.
Post bezogen 1.30 Alk.
_ 14. März. Die seltene Feier der dia-
manlenen Hochzeit begeht morgen das Ehepaar Philipp Diehl II. Das Jubelpaar erfreut sich der besten Gesundheit. Der Ehemann steht im 63. und seine Frau im 80. Jahre. Der Großherzog erfreute die Jubilare durch seine
in die Arme, der ihn festnahm.
** Als passendes Geschenk für Schulkinder empfehlen wir unseren Abonnenten die Anschaffung unserer sehr beliebten großen Wandkarte von Hessen und den angrenzenden Gebietsteilen, von der wir noch einen Posten auf Lager haben. Rur dadurch, daß wir im Herbst v. I. die schöne Karte in großer Auflage herstellen ließen, sind wir imstande, sie an unsere Leser für nur 1 Mk. abgeben zu können. Für Richt- die Karte 5 Mk. (!) Da der Restoorrat
giltig. ,
** Das Promenadenkonzert m der Sudanlage fallt morgen aus.
** Erster Ziegenzucht-Verein Gießen. Gestern Abend hielt der Erste Ziegenzucht-Verein Gießen seine Generalversammlung in der „Stadt Cassel" ab. Die Versammlung war gut besucht. Es wurden den Mitgliedern die neuen eigentlich vom landwirtschaftlichen Verein entworfenen Statuten überwiesen, die hauptsächlich bezweck, das Halten von nur einer Saanen- ziege. Ferner sollen sämtliche hier befindliche, reine Ziegen angekört werden. Sodann fand die Vorstandswahl statt. Der Vorstand wurde von 5 Mitgliedern auf 9 erhöht. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Röding einstimmig wiedergewählt, dem gleichzeitig für seine aufopfernde Thätigkeit und seine Verdienste, die er sich um den Verein erworben hat, lebhafter Dank ausgesprochen wurde. Der Verein zählt gegenwärtig gegen 140 Mitglieder und befindet sich in stetigem Aufblühen.
•* Gefaßter Ausreißer. Seit Montag wurde, wie wir mitteilten, ein hiesiger Kaufmannslehrling, der Sohn eines Schreiners, vermißt. Er hatte sich unter der Angabe, ins Wasser gehen zu wollen, aus dem Staube gemacht. Gestern Nachmittag wurde der Außreißer nun, wie uns ein Privattelegramm meldet, von seinem Vater in der Markthalle in Frankfurt a. M. ermittelt. Das Wiedersehen war nicht gerade erfreulich; denn der saubere Sohn ergriff, als er seines Vaters ansichtig wurde, — nicht dessen treue Vaterhand — sondern die Flucht. Ein dichter Menschenschwarm verfolgte ihn. Alle glaubten, es handle sich um einen Taschendieb. In der Brauhausgasse lief der Flüchtling einem Schutzmann
abonncnten kostet
schnell vergriffen sein dürfte, bitten wir ■ um baldige Be
sitzenden Kriminalisten.
** Höhere und erweiterte Mädchenschule. Eine zahlreiche Zuhörerschaft hatte sich gestern nachmittag in „Steins Saalbau" eingefunden, um den Schlußfeierlichkeiten der höheren und erweiterten Mädchen-Schule beizuwohnen. Ter Sängerchor der Anstalt brachte zur Aufführung: „Waldmeister und Rebenblüte^, ein Elfenmärchen von I. Siedler, in Musik gesetzt für zweistimmigen Chor und Soli mit Klavierbegleitung von X. Klughardt. Unterstützt wurde der Chor durch Frau Prof. Rahn und Frl. I. Krauße von hier,, dre dre Soli übernommen hatten. Mährend uns die gesanglichen Leistungen des Frl. Krauße von früher, bekannt waren, hatten wir zum ersten Male Gelegenheit, die gut geschulte Altstimme der Frau Prof. Rahn zu hören. Mrt ganzer Hingabe wußte sich der Chor seinem Leiter, Herrn L. Geller, anzupassen. Musterhaft war die Diszrplrn, mit der der Chor auftrat. Die Klavierbegleitung lag in den Händen des Herrn Mulch, Lehrers an der Anstalt, der in feinster Weise seine Aufgabe löste. Schlicht, ungekünstelt und echt kindlich waren die Deklamationen, so daß man seine Freude an den kleinen Deklamatoren haben mußte. Von den Chören, die besonders gefielen, heben wir hervor: Lied der Libellen „Sum, sum, sum, wir Libellen find nicht dumm", ferner den „Aufruf", um den gefangenen Prinzen Waldmeister zu befreien. Sehr wirkungsvoll waren der Chor der Kräuterelfen: „Tas ist der Bösewicht, schonet ihn nicht!" und der Schluß- Chor „das Abschiedslied an das Hochzeitspaar." Frau Prof. Rahn brachte das Solo: „Waidmeisters Klage" vortrefflich zu Gehör. Vollendet waren die Darbietungen des Duetts und Chors in der „Verleumdung", in der Frau Prof. Rahn Die Verleumderin, die Base „Grün- bergia", trefflich wieder gab, während Frl. Krauße als „Nebenblüte" die Sin Loge der Treulosigekit des Prinzen sehr anpa,scnd zurüawieS. Ergreifend war das Terzett der Kaiserblumen: „Kornblume, Veilchen, Maiblume", in dem die LieblingSll'r.men des Kaiser Wilhelm L, Fried- rich III. und Wilhelm II. gepriesen wurden. Als der letzte Ton auf dem Klavier ausktang, lohnte reicher Bei
fall die Aufführenden. Alle Anwesenden verließen mit sichtlicher Zufriedenheit den Saal, dankbar für die schönen Darbietungen. .
*• Klmstverein. In der Gemälde-Ausstellung rm Thurmhaus am Brand hat in dieser Woche wieder ein teilweiser Wechsel der Gemälde stattgefunden. Die Ausstellung enthält nahezu 100 Gemälde. Neu ausgestellt find unter anderem zwei Porträts „Großherzog v. Baden" und „Fürst Bismarck* von M. Koch-München. „Verdientes Brod", „Es war einmal" von I. Marx-Heidelberg. „Nomsdalshorn in Norwegen" von F. Moeglich-Berlin. „Sommernachmittag" von C. Schichhardt - Stuttgart. „Herbstabend" von H. Leitzen- Braunschweig. „Moorteich" vonH.Kreyßig-München. „Andernach am Rhein" von N. v. Asdutin-Wiesbaden. „Gris" von Sofie Ley-Karlsruhe u. s. w.
** Das „Kaiferpanorama", Ecke Lindenplatz, bringt in dieser Woche Ansichten aus der Schweiz. U. a. wwd dem Beschauer die St. Gotthardbahn vorgeführt, dann sieht er Luzern, den Pilatus, den Vierwaldstättersee, Rigi-Culm, Brunnen, Flurlen u. Lintenstsck, Unterwalden, Uri, Andermatt u. s. w. Die Bilder treten plastisch hervor und lassen den Besucher fast vergeffen, daß er in den wunderbar abgetönten Perspektiven und den lebensvollen Darstellungen nur eben Bilder sieht. Sie versetzen ihn vielmehr unmittelbar genießend und mit handelnd in die geschaute fremde Welt hinein und wirken auf diese Weise auch anregend und belehrend. Wer sich schon einmal einer der vorangegangenen Serien erfreut hat, der wird' sich auch dieses nicht entgehen lassen, und eine „billige" Alpenreise mitzumachen.
** Fortbildungsschule. Gestern Nachmittag von 4 bis 6 Uhr fand die öffentliche Prüfung an der hiesigen Fortbildungsschule statt. Es wurden drei Klassen der verschiedenen Gruppen geprüft, und zwar kamen folgende Themen zur Behandlung: „Zollwesen, Arbeiterschutzgesetze und gewerbliche Kalkulationen." Die Art der Behandlung und die sicheren, prompten Antworten der Schüler gaben Zeugnis davon, daß es den Lehrern gelungen war, diese schwierigen Unterrichtsstoffe zum Verständnis zu bringen und zum geistigen Eigentum der Schüler zu machen. Es herrschte bei den erschienenen Zuhörern nur eine Stimme der Anerkennung über die vorgeführten guten Leistungen, und es wurde von berufener Seite mit Befriedigung bemerkt, daß unsere hiesige Fortbildungsschule den Forderungen der Gegenwart, den Unterrichtsstoff an das praktische und berufliche Leben anzuschließen, in jeder Beziehung Rechnung trägt und in äußerst geschickter und erfolgreicher Weise zur Durchführung bringt. Die ausgelegten schriftlichen Arbeiten der Schüler dienten ebenfalls dazu, dieses Urteil zu unterstützen. Leider waren bei der Prüfung wenig Lehr Herren erschienen. Es wäre zu wünschen, daß sie sich persönlich überzeugten, wie seitens des Leiters und der Lehrer der hiesigen Fortbildungsschule keine Mühe und Arbeit gescheut wird, die praktische und berufliche Ausbildung der Lehrlinge in jeder Hinsicht zu fördern, geleitet von dem Grundsatz: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben," sodaß die immer noch hier und da auftauchenden abfälligen Urteile über die Fortbildungsschule endlich verstummten. So viel man uns mitteilte, war auch das Betragen der Schüler im verfloßenen Winterhalbjahr recht gut.
** Ans dem Theaterbureau. Der letzte Sonntag dieser Theatersaison, 16. März, bringt zwei Ausführungen, nachmittags 4 Uhr nochmals den beliebten Schwank „Die Dame von Maxim" bei billigen Preisen, abends 8 Uhr eine Wiederholung von „Zaza", diesmal mit Fräulein Elsa Henze vom deutschen Theater in Hannover als Gast. Letztere ist eine volkstümliche Vorstellung, zu welcher Abonnementbillets Giltigkeit haben. — Am Montag, den 17. d. Mts., geht Hermann Sudermanns neues Drama „Es lebe das Leben" in Szene. Der hohen Honorarkosten wegen gelten für diese 97ovität mittlere Eintrittspreise; AbonnementbiUets sind mit Zuzahlung
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Sitzung am 14. März.
M>g. Faltin (Ztr.) bemerkt, der Religions-Unterricht müsse in der Muttersprache erteilt werden.
Kultusminister Dr. Studt erklärt, der Grund zu allen Klagen liege in der polnischen Agitation, die die Jugend politisch vergifte und sie auf diese Meise von dem abziehe, was sie zuerst lernen sollte, Pflicht und Disziplin. Die den Polen entgegengebrachte Teilnahme habe dazu beigetragen, die großpolnische Agitation aufs schlimmste zu verstärken.
Abg. Roeren (Ztr.) führt aus, seine Partei habe von jeher den deutschen Unterricht in den polnischen Landesteilen energisch empfohlen; aber ebenso verlange sie im Interesse der Herzensbildung der Kinder polnischen Religionsunterricht auf allen Stufen.
Kultusminister Dr. Stud t tritt der Legende entgegen, daß polnische Kinder ungerechtfertigter Weise streng bestraft worden seien. Die Kinder seien in der Schule zurückbehalten worden, um den nötigen Grad sittlicher Reife zu erwerben. Dies entspreche durchaus den gesetzlichen Vorschriften, von einer Verfassungsverletzung könne feine Rede sein.__________________________________________
Deutsches Reich.
Berlin, 14. März. Der Kaiser hat dem Oberbürgermeister Kirschner durch das Auswärtige Amt -einen langen Artikel aus der „New-York Review" vom 13. Februar d. I. zugehen lassen, welcher sich in der verbindlichsten Weise über Berlin und die hauptstädtische Verwaltung ausspricht, und u. a. Berlin als eine der reinlichsten bestgepflegtesten Städte der Welt erklärt. Der Oberbürgermeister hat dem Kaiser für diese Aufmerksamkeit schriftlich gedankt.
— Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, lautet der deutsche Originaltext der Depesche, mit der Präsident Roosevelt das in englischer Sprache abgefaßte Danktelegramm des Kaisers beantwortete, wie folgt:
„Ihres Bruders Besuch in diesem Lande wirkte bedeutend darauf hin, die freundliche und wobl- wollende Neigung darzuthun, welche zwischen den beiden Völkern existiert. Derselbe war in jeder Beziehung glückbringend und ich hoffe, Sie erlauben mir, daß ich Ihnen gratuliere zu der ausgezeichneten Art und Weise, in der er sich verhielt. Er hat sich wahre und herzliche Teilnahme und die Achtung aller, mit denen er in Verbindung kam, erworben. Wir bewill- kommneten ihn seiner selbst halber, hießen ihn dann auch noch herzlicher willkommen als Vertreter Ihrer selbst und des mächtigen deutschen Volkes. Ich danke Ihnen im Namen des amerikanischen Volkes für das, was Sie vollbracht haben. Ebenfalls danke ich Ihnen persönlich für die huldreiche Gestalt, in welcher Ihre Gunstbezeichnung sich darthut."
— Ter „Reichsanz." veröffentlicht die Verlechung der Krone zum Großkreuz des Roten Adler-Ordens mit Eichenlaub an den bisheriger: Generalquartiermeister v. Ober- Hoffer und des Großkreuzes des Roten Adler-Ordens mit Eichenlaub an den bisherigen kommand. General des württembergischen Armeekorps, Freiherrn v. Falken- Hausen.
— Tie Minister der Finanzen, Landwirtschaft und des Innern ließen dem preuß. Abgeordnetenhause eine umfassende Denkschrift zugehen über die anläßlich des landwirtschaftlichen Notstandes in den östlichen Landesteilen ausgeführte Hilfsaktion.
— Ten „Bert. Polit. Nachr." zufolge ist die Unterrichtsverwaltung nicht gewillt, Latein als fakultativen Lehrgegenstand einzuführen.
Ausland.
London, 14. März. In Finanzkreisen lagen heute Bankierdepeschen vor, wonach die Nachricht vom Tode Cecil Rhodes nunmehr bestätigt wäre.
Brüssel, 14. März. Bei Eröffnung der heutigen Kammersitzung erwähnt der Präsident die gestrigen Zwischenfälle und den dadurch entstandenen Tumult. „Es sind", so sagte er, „Drohungen ausgestoßen worden; ich muß erklären, daß die Worte des Ministers nicht gegen die dem Parlament schuldige Achtung verstoßen haben." Hieraus entsteht neuer Tumult. Abg. Fourne- nwnt bemerkt: „Das ist eine Lüge!" Der Vorsitzende stellt fest, daß ein Mitglied der Linken gegen die ihm schuldige Achtung verstoßen habe, und ersucht den Abg. Fournemont, seine Aeußerungen zurückzuziehen. Fourne- nemont schreit: „Beweisen Sie, daß die Linke gestern Drohungen ausgestoßen hat!" Der Vorsitzende erteilt hierauf dem Finanzminister das Wort zur Rechtfertigung. Der Minister erklärte: „Man wirft uns vor, gesagt zu haben, das Blut fließen zu lassen. Kein Minister hat aber solche Worte geäußert. Ter Abg. Dernblon dagegen hat die gesamte Rechte und die Minister als Mörder bezeichnet. Ich habe gesagt, daß die äußerste Linke das allgemeine Stimmrecht mit Mitteln zu erlangen droht, wie es Wegelagerer thun; ich habe hierdurch nur eine Haltung qualifiziert."
Wien, 14. März. Abgeordnetenhaus. Bei der Spezialdebatte über das Unterrichtsbudget wies Abgeord. Eisenkolb unter Heilrusen und Händeklatschen der Alldeutschen aus die Stellung hin, die sich Deutschland unter Führung des glorreichen Geschlechtes der Hohen- zollern errungen, und führte aus: Ta die Deutschen in Oesterreich ein integrierender Bestandteil des deutschen Volkes seien, nähmen sie daran teil, ob es den Tschechen, Slowenen und Kroaten recht sei oder nicht. In Oesterreich aber und in der ganzen Welt habe der Adel und Klerus sich verbunden, um die Weltherrschaft für sich zu erringen. Ihre Zentralkanzlei sei der Vatikan, daher erkläre sich der jesuitische Geist, der insbesondere im Unterrichts-Ministerium herrsche. Redner besprach sodann unter heftigen Ausfällen auf die. katholifche Kirche und unter dem Widerspruche des Zentrums die Organisation des Katholizismus, sowie die religiöse Bewegung unserer Tage
äboui Dureukrieg.
Daß es ein Akt unverdienter Großmut der Buren England gegenüber ist, Methuen wieder in Freiheit zu setzen, dieser Ansicht sind einmütig Oefsentlichfeit und Presse. Aber man wirst die Frage aus, ob Delar ey nicht im Interesse seiner Landsleute gehandelt hätte, wenn er sich ein gleichwertiges Zugeständnis, z. B. die Freilassung Kr uitz rn g er s oder Cronjes, ausbedungen hätte. Noblesse hat nicht immer aus Noblesse zu rechnen; Leute wie Chamberlain denken in diesem Punkt sehr kühl, sobald die Politik dabei in Betracht kommt. Die Londoner „Daily Mall" glaubt, die britischen Militärbehörden würden gleiches mit gleichem vergelten. Es sei in solchem Falle unwandelbarer Brauch, einen feindlichen Offizier von mindestens gleichem Range in das Feindeslager zurückzusenden. Warten wir ab, ob dre englische Regierung diese Annahme des Londnoer Blattes rechtfertigt. Ueber das, was im Kriege „Brauch" ist, mehr noch: Pflicht und Völkerrecht, hat sich England so oft hinweggesetzt, daß ein neues Beispiel kaum noch verwundern könnte. Korrekt und sympathisch berührend wäre es gewesen, wenn unmittelbar nach Empfang der Nachricht von der Freilassung Methuens die englische Regierung sich revanchiert hätte. Im Unter- Hause in London antwortete der Krieasminister auf eine Anfrage, unter welchen Bedingungen Lord Methuen von den Buren freigelassen worden sei, er habe keine Information, die darüber hinausgehe, was bereits bekannt gegeben fei.
Sehr bemerkenswert ist, daß Feldmarschall Lord Wol- s e l e y, wie aus London gemeldet wird, allerdings in angeblich privaten Angelegenheiten, mit dem Obersten Thor- neycroft sich nach Südafrika einschifsen wird.
Londoner Blätter berichten aus Heilbron vom 12. ds.: Am Sonntag wurde ein neues großes Treiben veranstaltet. Die britischen Linien dehnten sich von Frankfort auf dem rechten Flügel bis Lindley auf dem linken Flügel aus. Fünf verschiedene Kolonnen gingen in westlicher Richtung gegen Wolvehoek vor, zwei Offiziere mit einer Kavallerie-Wteil- ung operierten vor den Truppen und suchten das Rhenoster- Thal ab. Hierbei wurden neun, nach anderen Meldungen sogar nur fünf Buren, gefangen genommen, die sich in Höhlen versteckt hatten. Leider gelang es aber der Hauptmacht der Buren unter Mentz zu entkommen. Die Buren trieben wieder eine Herde wild gemachter Rinder gegen die Blockhauslinie zwischen Heilbron und Wolvehoek und brachen in der entstandenen Verwirrung fast alle durch. Insgesamt wurden 50 Buren gefangen genommen. Das Kommando unter Mentz hatte einen Toten.
säuberlich nebeneinandergestellt. Das Plenum hat also Die Wahl. Daß die Debatte belebt wird, werden sich die Herren aus den weinftohen Gauen Südwestdeutschlands' aneglegen sein lassen. Diese Erörterungen haben erfahrungsgemäß manch' heiteres Intermezzo. Mit der Fortsetzung der Beratung der Seemannsordnung, kommt die „Wasserkante" zu chrem Recht. Das Schicksal dieses von Session zu Session geschleppten und dabei dringlichen Entwurfs ist noch immer nicht abzusehen. Alles in allem: ein reichhaltiger und interessanter Beratungsstoff, dessen Bewältigung die Zeit bis Pfingsten vollauf in Anspruch nehmen wird.


