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15/03/1902 Zweites Blatt
 
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Samstag 15. März LNOA

Zweites Blatt.

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General-Anzeiger '**

rlmtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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153. Jahrgang

Nr. «3

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamilien- bläller viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Univers.-Buch» u.©tein- bnidcrei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpeditton und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«.

Fernsprrchanschluß Nr.51.

VezugSpreiSr monatlich 7bPs., viertele jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlicf) 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal I2Ps* auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den volit. u. allgem. Teil: P. Wittko- für Stadt und ßtmb" und Gerichtssaal":R.Dttt« mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

'Yie heutige Wnurrner umfaßt 13 Ketten.

Hebet den Zolltarifentwurf

wirb im nächsten Vierteljahr das Plenum des Reichstages zu beraten haben. Wir werden in unserer, jeder großen Ber­liner Zeitung gleichkommenden Berichterstattung über diese so außerordentlich wichtige, unser ganzes Wirtschaftsleben beein- flustende Frage fortfahren. Wirwerden während derParlaments- zeü wie bisher unsere Gießener Leser durch Ausgabe eines Vormittagsblatts auf das Schnellste und Ausführlichste über die Verhandlungen unterrichten und zudem bereits in diesem Blatte, das unseren auswärtigen Lesern in bekannter Weife zugestellt wird, die wichttgsten Tagesereignisse mtt- tellen.

Kein Bürger und kein Bauer darf es versäumen, sich auf das genaueste Über diese wichtigste Angelegenheit zu unterrichten. Dazu bietet derGießener Anzeiger" weitaus die beste Gelegenhett vor allen Blättern des weitesten Umkreises.

Daß derGießener Anzeiger" auch im übrigen in all­gemein interessierender und verständlicher Form alles bietet, was man von einem ersten Provinzialblatt erwarten kann, ist unseren zahlreichen alten und neuen Freunden be­kannt. Auch die fortgesetzt steigende Auflage desGießener Llnzeigers" bereits das unwiderleglich.

Nach wie vor wird derGieß. Anz." es als seine Auf­gabe ansehen, alle öffentlichen Angelegenheiten mit Frei­mut und Vorurteilslosigkeit zu besprechen, allen bcflernden Neuerungen, besonders in unserer schönen engeren Hermat, die Wege zu ebenen und, unbeirrt durch einseitige parteipolitische Strömungen, das ©einige zur Erhaltung des Friedens zwischen allen Klassen der Gesellschaft beizutragen.

So wie aber derGieß. Anz." trotz seiner grund- stÜrzenden Veränderungen, trotz seiner außerordentlichen Er­weiterungen und umfangreichen Verbefferungen, die in der letzten Zeit herbeigeführt worden sind, sowohl in der redak­tionellen wie in der technischen Herstellung, der alte, nun schon 152jährige Freund des Bürger- und Bauern­tums geblieben ist, so hoffen wir auch, daß unser großer Leserkreis uns seine tausendfältig bewiesene Anhängigkeit nicht nur in Zukunft bewahren, sondern sich auch selber immer mehr er» weitem wird. Dadurch werden wir ja gerade in den Stand gesetzt, in unseren Verbessemngen und Vergrößerungen, in allen unseren, dem eigenen Fortschritt gewidmeten eifrigen Bestrebungen fortzufahren und das beste zu leisten, was ein Provinzialblatt irgmd leisten kann, so wird das Verhältnis zwischen unseren Lesem und uns gegenseitig immer lohnender. Jedenfalls werden wir unentwegt fortfahren, den verschiedenen Geistes­strömungen auf allen Gebieten zu folgen.

Die redaktionellen Verbindungen desGieß. Anzeigers" in unserem eigenen Lande wie im Reich sind derartig, daß jedes Berliner oder Frankfurter Blatt für unsere Leser überflüssig wird. In' unserer engeren Heimat, deren politische und wirt­schaftliche städtische und ländliche Interessen uns obenan stehen, ist derGieß. Anzeiger" durch zahlreiche Original­korrespondenzen wie kein anderes Blatt schnell und gut unter­richtet, wie auch der sehr ausgedehnte Inseratenteil de§Gieß. Anzeigers" der einzige in unserer Provinz ist, der ein de­tailliertes Bild von unserem Wirtschaftsleben, von unserem mittleren und kleineren Handels- und Gewerbestande liefert. Jeder unserer Leser kennt zudem unsere vor­trefflichen Original-Verbindungen mit Darmstadt und mit Berlin. Unsere Berichte über die Darmstädter Kammerverhandlungen haben, wie wir aus wieder­holten Zuschriften an uns ersehen, den lebhaftesten Beifall in allen Teilen des Großherzogtums gefunden.

Um eine Unterbrechung in der Zustellung desGießener Anzeigers" zu verhindem, bitten wir Bestellungen bei der Post rechtzeitig aufzugeben. Durch die Zeitungs- ttäger und Zweigstellen wird der Anzeiger weiter zugestellt falls nicht ausdrücklich Abbestellung erfolgt.

Unsere verehrlichen Postabonnenten machen wir von neuem darauf aufmerksam, daß die versuchsweise eingeführte Einziehung der Zeitungsgelder durch das Postpersvnal, da sie sich bewährt hat, dauernd beibehalten werden soll. Wir bitten unsere Postabonnenten im Interesse ihrer Bequemlich­keit und der rechtzeitigen Zustellung der Zeitung von der Neueinrichtung einen möglichst ausgedehnten Gebrauch zu wachem

ZStNN der Zosstarifenlwurf fasst.

Von besonderer Seite wird uns aus Berlin ge­schrieben:

Mas wird werden, wenn der Zolltarifentwurf keine Mehrheit findet? Diese Frage ist weder verfrüht noch un­angebracht. Das lehrt ein Blick auf den bisherigen Verlauf And jetzigen Stand der Angelegenheit. Die Kommission tagte jetzt schon wochenlang. Wie weit ist sie aber trotz allen Fleißes gekommen? Ganze 42 Positionen des Zolltarifs hat sie erledigt. Dabei hat der Tarif fast 1000 Positionen. Dann kommt noch eine zweite Lesung. Nicht zu vergessen iie Stücke, die einstweilen zurückgestellt worden sind, aber Loch nachträglich erledigt werden müssen. So wie die Dinge fetzt liegen und wie die weitere Entwicklung sich ausnimmt, ijt die Wahrscheinlichkeit dafür, daß der Entwurf nicht besetz wird.

Sonderlich aufregen wird sich die Regierung über einen solchen Ausgang der großangelegten Unternehmung nicht. Jedenfalls denkt sie nicht daran, den Reichstag deswegen aufzulösen. Auch das Zentrum wird froh fein, diesmal um die Ausübung des ausschlaggebenden Einflusses herum- gekommen zu sein. Wie werden sich nun aber unsere han­delspolitischen Beziehungen zum A u s l a n d e gestalten?

Maßgebend hierfür ist der Schlußparagraph, der sich übereinstimmend in den Vertrügen mit Oesterreich-Ungarn, Belgien, Italien, Schweiz, Rumänien, Rußland findet. Es heißt da;

Der gegenwärtige Vertrag soll bis zum 31. De­zember 1903 in Wirksamkeit bleiben. Im Falle keiner der vertragschließenden Teile 12 Monate vor dem gedacht ten Zeitpunkte seine Absicht, die Wirksamkeit des Vertrages aufhören zu lassen, kund gegeben haben wird, bleibt dei> selbe in Geltung, bis zum Ablauf eines Jahres von dem Tage ab, an welchem der eine oder der andere der vertrags­schließenden Teile ihn gekündigt haben wird."

Die Regierung kann nun noch am 31. Dezember 1902 die Verträge kündigen. Ohne etwas neues an deren Stelle zu setzen, wäre das ein gefährlicher Sprung ins Dunkle. Die Regierung wird sich auch schwer dazu entschließen. An­genommen aber wirttich, sie kündigt die Verträge, und es kommt nichts neues zu stände, dann hören die Vertrüge mit dem 31. Dezember 1903 auf. Ab 1. Januar 1904 gilt dann der autonome Zolltarif, dessen Sätze höher sind als die Positionen der Handelsverträge. Dann würden sich aber bei uiis Handel und Industrie noch mächtiger als jetzt rühren, um Handelsverträge zu erreichen. Wir müßten dann also die Caprivi-Verttsä-ge in neuer Auflage Her­stellen, um den jetzt gellenden Zustand wieder zu bekom­men. Voraussichtlich, wurden wrr, wenn unser autonomer Tarif wieder in Kraft tritt, mit den dadurch betroffenen ausländischen Staaten Schwierigkeiten bekommen.

Die a udere, näherliegende Möglichkeit wäre, daß Deutschland die jetzigen Verträge nicht kündigt. Ab 1. Januar 1904 können dieselben dann mit jedem Tage auf ein Jahr gekündigt werden. Aber sie bestünden einst­weilen ruhig weiter. Es bliebe alles beim alten, nur daß die Langfristigkeit fortgefallen wäre.

Die dritte Möglichkeit bestünde darin, daß das Aus­land Deutschland die Verträge kündigt. Daß ein solcher Fall eintreten wird, ist wenig wahrscheinlich Angenommen aber wirklich, es käme dahin, dann würde auf unserer Seite der autonome Zolltarif mit seinen erhöhten Sätzen in Kraft treten. Das Ausland würde sich also selbst den Weg zu uns erschweren.

Wird der Zolltarifentwurf abgelehnt, und werden die Verträge gekündigt, dann muß die Regierung etwaige neue Vertragsverhandlungen auf Grund des autonomen Zoll­tarifs beginnen, so wie seinerzeit Caprivi. Bleiben die Ver­träge einstweilen in Kraft, ahne daß der Entwurf Gesetz wird, dann kann die Regierung trotzdem in neue Verhand­lungen eintreten, hauptsächlich um wieder eine Langfristig­keit der Vertrüge zu erreichen. Die Grundlage bilden dann auch die jetzigen Tarife. In einzelnen Vertrügen, so mit der Schweiz und mit Rumänien, heißt es ausdrücklich: Die vertragschließenden Teile behalten sich die Befugnis vop, nach gemeinsamer Verständigung in dem Vertrage jederzeit Abänderungen vorzunehmen, welche mit dem Geiste und den Grundlagen desselben nicht im Widerspruch stehen und deren Nützlichkeit durch die Erfahrung dargethan werden wird.

Daß die Regierung keinen Sprung ins Dunkle thun will, zeigt auch die allgemeine Einleitung zu dem Zoll- tarifentrourfe. Sie sagt nämlich dort, daß die einstweilige Weiteranwendung der geltenden Vertragstarise durch ge­wichtige handelspolitische Erwägungen für einige Zeit er­forderlich werden könnte.

Der Kaiser iu Mremen.

Bremen, 14. März. Der Kaiser ist gegen Ijalb 1 llhr mittags hier eingetroffen und vom Bürgermeister Dr. Pauli auf dem Bahnhof empfangen worden. Zum Empfange waren ferner erschienen die Chefs des Militär- und Civil- kabinets Graf v. Hülsen-Häseler und Dr. v. Lucanus sowie Oberst Sasse, Kommandeur des Hanseatischen Jnfanterie- Re^iments Nr. 75. Die Tochter des präsidierenden Bürger­meisters Dr. Gröning überreichte Seiner Majestät ein Rosen- bouquet. Hierauf bestieg der Kaiser mit dem Bürgemeister Dr. Pauli den Wagen und fuhr unter den lauten Zurufen der vieltausendköpfigen Menge nach dem Ratskeller, wo Seiner Majestät von jungen Damen aus den ersten.Familien der Stadt Rosen gestreut wurden. Die Suite folgte in einer Anzahl Wagen. Im Ratskeller begrüßte der Präsident des Senats, Bürgermeister Dr. Gröning, den Kaiser. An dem Frühstück im Ratskeller nahmen außer dem Gefolge neun Mitglieder des Senats, Oberst Sasse, der Vizepräsident und der Generaldirektor desNorddeutschen Lloyd", Konsul Achelis und Dr. Wiegand sowie Oberbaudirektor Franzius teil. Nach dem Frühstück verließ der Kaiser den Ratskeller und fuhr in Begleitung des präsidierenden Bürgermeisters, gefolgt von den Herren seiner Begleitung, zum Bahnhof.' Nach herzlicher Verabredung erfolgte um 2 Uhr 5 Mi­nuten die Rückreise nach Bremerhaven. Der Besuch verlief in jeder Beziehung glänzend und glücklich. Ueberall in Bremen herrschte Feststimmung. Die in den seit dem frühen Morgen zur Begrüßung des Monarchen herbeigeeilten, die Straßen, Plätze und Fenster füllenden Menschenmassen, sowie m den zahlreichen, in buntem Flaggen- und Guirlanden- schmuck prangenden Staats- und Prwathänsern ihren sicht­baren Ausdruck fand. In den Straßen, durch welche der Kaiser fuhr, hatten Krieger-, Militär- und andere Vereine sowie das hiesige Militär und die Schulen, welche heute

unterrichtsfrei sind, zur Begrüßung Aufstellung genommen. Auf dem Bahnsteig vor dem Eingang zum Fürstenzimmer war eine mit Malereien und herrlichem Blumenschmuck versehene prachtvolle Ehrenpforte, vor dem Ausgange des Bahnhofs nach der Stadt ein kunstvoller Baldachin errichtet. Auch das Portal des Ratskellers war durch einen archi­tektonischen Vorbau verschönt worden. Der Ratskeller hatte reichen Lorbeer- und Blumenschmuck erhalten.

Bremerhaven, 14. März. Der Kaiser ist heute Nachmittag 31/2 Uhr von Bremen hier wieder emgetroffen und begab sich mit dem LkoyddampferKehrwieder" nach dem bei Hoheweg liegenden PanzerschiffKaiser Wil­helm II." Als der Kaiser die Weserforts passierte, gaben die Geschütze der Forts den Kaisersalut ab. Während der Fahrt unterhielt sich der Kaiser besonders mit dem Ober­baudirektor Franzius, den der Kaiser gestern an Bord seines Panzers zum Vortrag befohlen hatte. Um 11 Uhr traf der Kehrwieder" bei der Lloydhalle ein. Der Kaiser wurde dort vom Vizepräsidenten des Lloyd, Achelis, und dem General- direktor Wiegand empfangen.

Volltische Tagesschau.

Die Jntrigue gegen den Botschafter v Hollebeu.

W. T. B. verbreitet heute folgende Meldung ans Berlin: DieNat. Ztg." erfährt gegenüber der Meldung des LondonerGlobe", wonach der deutsche Botschafter in Washington v. Holleben, der nächste Woche nach Deutsch­land reise, auf feinen Posten nicht zurückkehren werde, daß an hiesiger unterrichteter Stelle weder von einem Urlaub noch von einer Abberufung des Bot­schafters etwas bekannt sei.

Ter von der englischen Presse unter erheblichem Auf­wand an Depeschengeldern des Langen und Breiten er­örterteFall Holleben" ist offenbar nichts anderes, als ein Erpres sun g s v er su ch. Die Angelegenheit hat nicht die geringste politische Bedeutung. Ter ganze Ver- leumdungsfeldzug, von einem Journalisten niedrigster Sorte ersonnen, die ja allenthalben her- urnwirnmeln und in dunkeln Winkeln dummen Klatsch und Abklatsch treiben, ist insofern charakteristisch, als er erneut erkennen läßt, daß gewisse Seiten aus belanglosesten Vorkommnissen Kapital zu schlagen suchen, zur Trübung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Wenn es wahr ist, daß Präsident Roosevelt für die Schaudermär nur ein verächtliches Lächeln" gehabt hat, so ist damit den Dunkelmännern die angemessene Quittung erteilt. Wie jeder Anständige über sie denkt, wird ihnen ja hinlänglich bekannt fein.

Berliner Blätter geben eine erbauliche Schilderung von diesem Preßlumpen. Ter Mensch hat sich vor Jahren mehrfach längere Zeit in Berlin aufgehalten ohne feste Stellung und Beschäftigung. Er war vorher im Dienst des Reuterschen Telegraphenbureaus gewesen, und lag mit diesem Bureau in einem Prozeß, in welchem ihm auch erpresserische Handlungen vorgeworsen wurden. Er suchte damals viele Journalisten und Redaktionen auf, um sie für seine Lage zu interessieren. Er hat damals den Ein­druck eines Mannes gemacht, der vielleicht nicht ganz normal, jedenfalls nervös sehr zerrüttet und eine zweifel­hafte Persönlichkeit war. Er ist ein verhungerter, rabiater Mensch.

Es ist sehr bedauerlich, daß es in der Presse solche l^istenzen giebt. Sie begegnen uns aber leider sehr häufig. Das Schicksal dieser Leute ist sehr wandelbar. Nach irgendwie mißglücktem akademischem Studium, mit­unter wegen schlimmer, das Strafgesetzbuch streifender Streiche aus akademischen und bürgerlichen Kreisen aus- aestoßen, widmen sich diese Leute, ohne jede Begabung dafür, dem Journalismus, der dadurch in seinem be­rechtigten Ansehen so außerordentlich schwer geschädigt wird. Hier auch erleiden sie wohl einmal Schiffbruch, hungern und darben, und betteln und erpressen sogar, werden von ihren Eltern verstoßen oder alsverlorener Sohn" in Dachkämmerlein untergebracht, verfallen dem Alkoholteufel und gehen so jämmerlich zu Grunde. Mit­unter aber meint es bann das Geschick auch wieder besser mit ihnen, sie erringen sogar wohl einmal einen Redaktions­essel bei einem Wurstblättchen und fühlen sich dann plötz­lich wieder groß, bis ihnen dann, nach anderen bumme'n Streichen, der Hals umgedreht wird und sie in den Straßenschmutz wieder hmabsinken, aus dem man sie auflas. Man kann mit diesen Jammermenschen Mitleid haben, zu retten aber sind sie nicht, und im Interesse des gesamten Zeitungswesens wäre es, wenn die Presse ich diese Existenzen abschüttelte, ihre journalistischen Ar­beiten einheitlich ablehnte und sie dem Verderben über» litzße, dem sie nun einmal verfallen sind.

Nach den Ferien.

Unser parlamentarischer 9)dZarbeiter schreibt unterm 14. März:

Tie parlamentarischen Freunde der Branntwein­teuernovelle werden bei der zweiten Lesung dieses Gesetzentwurfs, nach Ostern, für ein beschlußfähiges Haus p sorgen haben. Tenn es unterliegt feinem Zweifel, ) die Oppositionsparteien alles ausbieten werden, um das Zustandekommen der Vorlage zu verhindern. Erregte Auseinandersetzungen, die sich unter Umständen durch eine volle Woche hinziehen können, sind bei diesem Anlaß un­ausbleiblich. Nichts weniger als friedlich dürfte sich auch die zweite Lesung des Süßstoffgesetzes abwickeln; Lange Erörterungen hierüber sind von agrarischer Seite in Aussicht gestellt. Tas Schaumweinsteuerge.etz ist von der Kommission dreimal durchberaten worden, und die Er­gebnisse dieserliebevollen" Prüfungen sind im Bericht