Nr. 39
erscheint tätlich außer Sonnlags.
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Anzeiger Gießen.
FernsprkchanlchliißNr.51.
Zweites Blatt. 152. Jahrgang Samstag 15. Februar 1902
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW
____ ” zeiqentcil: Hans Beck.
Die heutige Mmmer umsaßt 16 Seite».
Politische Tagesschau.
Die Zolltarif Kommission ohne Vorsitzenden.
Tas war zu erwarten und man hatte es kommen sehen, daß Abg. v. Mardorfs den Vorsitz in der Zolltarif-Kommission mederlegen werde. Der Führer der Reichspattei mit seinen 76 Jahren machte kein Hehl daraus, daß ihn die lieber- nähme des Vorsitzes reue. Für dies undankbare und unerquickliche Amt bedarf es eiserner Nerven. Abg. Rettich (kons.), ein mecklenburgischer Domänenrat, dem jetzt der Vorsitz angeboten werden soll, ist vielleicht mehr diesen Ansprüchen gewachsen. Rettich spricht zwar nicht häufig im Parlament, aber er weiß sich Gehör zu schaffen. Wenn nun auch Herr Rettich eines Tages die Ehre satt bekommt, was dann? Das Zentrum wehrt sich aufs äußerste dagegen, den Vorsitzenden zu stellen, ebensowenig verspüren die Nationalliberalen Neigung, die mit starker Verantwortung behaftete Aufgabe zu übernehmen. Und ein mit Autorität ausgestatteter Präsident, das Mitglied einer größeren Fraktion, muß es schon sein. Sonst lösen sich, wie es gestern in der überaus stürmischen Schlußszene geschah, alle Hande frommer Scheu, trotz des neuesten Kompromisses, von dem wir bereits
Arinz Heinrich an Nord des ^Lloyddampfers!
Am heutigen Samstagnachmittag 4 Uhr tritt Prinz He i n r i ch an Bord des Ll o Yb-Sch nell bamp s ers „Kronprinz Wilhelm" l)ic Reise über den Ozean an. Einen Augenblick stylen in letzter Stunde die Ainerikasahrt eines deutschen Prinzen, in offizieller Mission und mit glänzendem Gefolge, dies nicht eines romantischen Zuges entbehrende Ereignis, auf ungewisse Zeit hinausgeschoben durch die Erkrankung des Oohnes des Präsidenten Roosevelt. Aber man hat sich aus amerikanischer Seite beeilt, die Versicherung zu erneuern, daß der Besuch des Prinzen Heinrich hochwillkommen fei. In der That hätten die gewaltigen Empfangs-Vorbereitungen, mit denen man sich in den Vereinigten Staaten fast von dem Moment der kaiserlichen Ankündigung an beschäftigte, die empfindlichste Störung durch Verzögerung des Besuchs erlitten. Wer die Amerikaner kennt, weiß, daß sie wie fein zweites Volk, selbst die Franzosen und Italiener nicht ausgenommen, für Feste und Demonstrationen schwärmen. In Amerika geht alles ins Große. Ins Riesengroße aber geht die Begeisterung an nationalen Festtagen. Und eine ganze Reihe solcher Tage stellt das Erscheinen dos Prinzen Heinrich in Aussicht. Wir hörten freilich von jemand, der sich lange in den Per. Staaten ausgehalten hat, die charakteristische Bemerkung: „Es wird gewiß ein kolossaler, überwältigender Empfang werden — aber wissen Sie, wodurch das Schauspiel viel- leicht noch beispielloser sich gestalten könnte? — Wenn Prinz Heinrich ab fagte." . . .
Am 22. Februar atmet der Bruder des Kaisers die Luft der Reuen Welt, „bie so kräftig, so frisch und so sprudelnd i|t, daß sie einem zu Kopfe steigt wie Champagner und beim Einatmen berauscht." Prinz Heinrich, der See- ahrer, ist durch sein besonnenes, nicht leicht zum Enthu- iaümuö geneigtes Naturell, besonders berufen, solchen Eindrücken, dem Ansturm der Bevölkerung, den gastlichen Auf- merksamleiten der offiziellen Kreise, dem Sichbemerllich- machen der M’önige des Goldes und der anderen „hervorragenden Bürger", stand zu halten. Deutschland wird mit Wurde und mit Größe vertreten werden, und gerade diese Eigenschaften imponieren den Amerikanern. Daran ist schon heute nicht zu zweifeln, daß die Amerikafahrt Deutschland in nachhaltiger Weise die Sympathien des amerikanischen Volkes zuwendet. Prinz Heinrich hat vielfache Ge- legenhett — er wird sie sicherlich benutzen —, die vielleicht mehr aus Sensationslust als aus Böswilligkeit genährten Vorurteile von der „Einmischungssucht" und dem „Neide" der deutschen Politik auf das gründlichste zu beseitigen. Niemand mißgönnt den Amerikanern ihre kriegerischen Lor- beern, niemand blickt scheel, daß sie auch ihren Platz au der Sonne beanspruchen, niemand, will ihnen in den Arm fallen. Daß gerade Deutschland, nach der soeben erfolgten urkundlichen Beweisführung, seinerzeit einer Intervention in den spanisch-amerikanischen Konflikt widerstrebte, schon diese Thatsache wird manchen leichtfertigen Verdächtiger deutscher Gesinnungen in den Ver. Staaten zum beschämten Schweigen gebracht haben.
Ein geistvoller Franzose schildert den Amerikaner, daß er „sich auf niemand verläßt, über nichts erstaunt, nichts für unmöglich häll und nie zurückschreckt, daß er alles glaubt und alles hofft, alles versucht und überall siegt. Fälll er, so steht er wieder auf; er bleibt nie stehen und verliert nie den Mut, sondern geht ftramm vorwärts und- pfeift sein Liedchen" . . . Das sind Berührungspunkte mit deutschem Wesen, deutscher Eigenart.
Der hauptsächlichste Erfolg der Amerikafahrt des Prinzen Heinrich wird die Anknüpfung neuer, festerer Fäden Prinzen Heinrich wird die Anknüpfung neuer, festerer sultar von großer Bedeutung. Dagegen wird man nicht ju hohe Erwartungen hegen dürfen über die Folgen des Besuchs in handelspolitischer Hinsicht. Ihre Zollpolitik richten die Amerikaner so ein, wie sie am meisten ihren Interessen dient. In diesem Punkte hört für die praktischen Geschäftsleute die Gemütlichkeit auf. Und wir glaub er. auch nicht, daß irgendwie der Versuch gemacht werden wird, sie zu anderer Meinung zu bringen.
Deutschlands Wünsche geleiten den Prinzen Heinrich zu glüdliajtc Fahrt und froher Heimkehr.
in unserer Parlamentsausgabe Mitteilung gemacht haben, und der nun doch eigentlich ein friedliches Zusammenarbeiten herbeiführen könnte.
Die neuen Bundesgenossen.
Man schreibt uns aus Berlin, 14. Februar:
Tas Bundesverhältnis zwischen Frankreich und Rußland ist bekanntlich von letzterem zu vorwiegend nicht- politischen Zwecken fruttisiziert worden. Rußland hat sich den französijchen Geldmarkt in einer Weise dienstbar aemacht, daß es selbst den begeisterten Russenfreunden in Paris des „Guten" zu viel erschien. Es wird interessant sein, zu beobachten, ob und inwieweit beim ostasiatischen. Zweibund eine solche „Neben"-Wirkung sich zeigt. Hier ist Japan in der Lage des Kreditsuchers. Tie Erfahrungen, die es in dieser Eigenschaft mit seinem jetzigen Verbündeten machte, sind allerdings nichts weniger als ermutigend. Als die japanische Regierung vor einigen Jahren zur Begebung einer Anleihe an den Londoner Geldmarkt herantrat, ereignete es sich, daß nur etwa ein Viertel dieser Anleihe gezeichnet wurde. Die Folge war eine Verstimmung Japans, bie in der Verminderung der Zuwendung staatlicher Aufträge (Kriegsschiffsbauten» an englische Firmen zum Ausdruck kam. Doch diese Verstimmung war vorübergehender Natur. Japan bevorzugte bald wieder die britische Industrie, und die deutschen Firmen sahen sich in der Erwartung umfangreicher staatlicher Lieferungen getäuscht. Dem Verbündeten gegenüber seinen Geldmarkt offen zu halten, wird England nicht umhin können. Tie Japaner müßten nicht die gewiegten Asiaten sein, um von einer finanziellen Nutzbarmachung des Bündnisses mit England Abstand zu nehmen.
Just heute kommt folgende Nachricht aus Petersburg: Hiesige Finanzkreise wollen wissen, Japan habe, nachdem seine Anleiheversuche beim Credit Lyonais gescheitert seien, am 28. Januar in London einen Kredit von 1 400 000 Pfund Sterling erlangt. Das am 30. Jan. unterzeichnete Abkommen wird als eine Prämie Japans für diese Anleihe bezeichnet.
Die deutsche „St. Petersburger Ztg." sagt in einer Besprechung des englisch-japanischen Vertrages: Uns interessiert vor allem das allgemeine Moment, daß das Abkommen als Zweck die Wahrung der Integrität Chinas und Koreas verfolgen und lediglich der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens im fernen Osten dienen soll. Wenn das der aufrichtige Wunsch der beiden Kontrahenten ist, dann hat diese Surprise nichts Erschütterndes an sich. Es kann weder in England noch in Japan unbekannt fein, daß auch die russische Staatsregierung ihrerseits voll und ganz für die Aufrechterhaltung des Status quo, d. h. der territorialen Integrität Chinas und Koreas gestimmt hat und daß die in der Vereinbarung zum Ausdruck gelangten Bestrebungen demnach mit den Intentionen Rußlands keineswegs kollidieren. Zu Besorgnisten gievt das Abkommen vorderhand keine Veranlassung. — ,Der Petersd. „Herold" schreibt: Der Abschluß des Bündnisses kommt der russischen Diplomatie in keiner Weise unerwartet. Wir wissen, daß der hiesige Vertreter Japans unsere Regierung in loyalster Weise über das Vorgehen seiner Regierung unterrichtete und daß die russische Regierung schon während der Zeit der chinesischen Wirren mit voller Entschiedenheit als Programm die Integrität Chinas aufgestellt hat. Uns kann es nur recht sein, oaß jetzt England und Japan in friedlicher Weise sich zu dem Standpunkt bekennen. Wir haben also im fernen Osten hoffentlich fünf ungestörte Friedensjahre vor uns, die wir nicht versäumen werden, zum Ausbau unserer Beziehungen zu dem ost asiatischen Nachbar voll auszunutzen. Daß auch die Integrität Koreas von England und Japan an- kannt meinen, kann uns höchst sympathisch berühren.
Tie Newyorker „Times" nennt den englisch-japanischen Vertrag eine Koalition gegen Koalitionen. Japan werde als Bundesgenosse Englands in Zukunft von Enttäuschungen, wie die des JayreS 1895, bewahrt bleiben.
Die Meldung der Pariser „Lanterne", wonach angeblich zwischen China und Rußland ein Bilanzvertrag abgeschlossen sein soll, wird in Petersburg als unbegrünbet bezeichnet.
Englands Haltung vor Ausbruch des spanisch-amerikanischen Konflikts kam am Freitag im englischen Unterhause wieder zur Sprache. Normann bat um Information bezüglich der Versammlung der Botschafter bet europäischen Großmächte in der englischcn Botschaft zu Washington im April 1898. Granborne erklärt: Die Ver,ammlung fand am 14. April 1898 statt- und war zusammenberufen vom englischen Botschafter Pauncefote als Doyen der Botschafter auf die mündlich vorgebrächte Anregung einiger feiner Kollegen. Sie hatte einen nichtformellen Charakter. Was Pauncefote ausgedrückt haben mag, waren seine persönlichen Meinungen und wurden nicht in Befolgung irgendwelcher Jnstrukttonen der englischen Regierung ausgesprochen. Tie Besprechung endete mit der Vereinbarung der Botschafter, identische Telegramme an ihre Regierungen zu senden, in denen eine weitere Mitteilung an die amerikanische Regierung vorgeschlagen wurde. Nach dem Empfang des Telegramms Pauncefotes erwiderte die englische Regierung sofort, und sprach sich gegen die Fassung der vorgeschlagenen Mttteilung an die amerikanische Regierung aus, die sie als unüberlegt bezeichnete. Zwei Tage später wurde Pauncefote miigeteilt, daß sich die englische Regierung entschloß, keine Aktion vorzunehmen. Wir hatten, chließl Cranborne, zur Zeit keineJnsormation über )ie Haltun g de r deutschen Regierung. Auf eine weitere Anfrage Dillons bezüglich der offiziellen deutschen
Erklärungen erwidert Cranborne, er habe seiner soeben gegebenen Antwort nichts hinzuzusetzen.
Im Washingtoner Repräsentanten Haus wurde dem Mitglied Wheeler eine Redezeit von 15 Minuten gewährt, um betreffs Englands Haltung zu sprechen. Er verlangte den sofortigen Rücktritt des Staatssekretärs Hay, der von Analo- manie besessen sei; ebenso verlange er die Heinischickung des Botschafters Pauncefote.
Sehr bemerkenswert finb bie Ausführungen eines Newyorker Blattes. ES erklärt an leitender Stelle, nun sei feftgeftellt, wer ber wirkliche Freunb Amerikas in schweren Zeiten gewesen fei. England fjabc wieder feine b c fa unte Perfidie an beit Tag gelegt und feit vier Jahren immerfort gelogen. Der Artikel schließt mit den Worten: Tem kommenden Prinzen Heinrich: Er kommt von Deutschland, das unser Freund war im Gegensatz zn England. Tie„NeivyorrPreß" konstatiert, baß Lord Pauncefote schlimm e in gell e m m t fei und Erklärungen geben müsse.
Deutsches Deich.
Berlin, 14. Januar. Ter Kaiser sprach heute beim Reichskanzler Grafen von Bülow vor, empfing im Schlosse den Maler Professor Röchling, hörte die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts Geheimrat v. Lucanus und des Ministers v. Thielen, bei welchen Vorträgen auch der Generalstabsarzt der Armee Dr. v. Leuthold zugegen war, und nahm später die Meldung des Generaladjutanten v. Plessen, des Staatssekretärs v. Tirpitz, des Flügeladjutanten Kapitän z. S. v. Grumme vor ihrer Abreise nach Amerika, songt die Meldung des zum Kommandaiiten in Ulin ernannten bayerischen Obersten o. Steindors entgegen. Um 2.50 Uhr reiste der Kaiser nach Hubertusstock ab.
— Das Pariser Sport blatt „Autovelo" berichtet, Kaiser Wilhel m beabsichtige, sich zwei Automobil- wa gen zu je 16 Pferdckräftcn unfertigen zu lassen, womit er eine Reise nach Schloß Ur Ville macl-en Werbe. Ferner wirb gemeldet, daß der Kaiser diese Automobile auch bei den großen Manövern benutzen werde.
— Tie Budgetkommis sioii des Reichstages bewilligte für den Umbau und Erweiterungsbau des Tienst- gebäudes für die Post in Offenbach a. M. 75 000 Mk., erste Rate. Für die Herstellung einer Telegraphcnlinie im Innern Teutschostafrikas, von Mpapna nach Tadora, würben anstatt ber geforderteil 602 000 Mk. mit 14 gegen 1.3 Stimmen, die der Freisinnigen, Sozialdemokraten und des Zentrums mit einigen Ausnahmen Mk. 300000 bewilligt. Bei Artikel 46 Herslellung einer Telegraphenlinie im Innern Teutsch- Cftafrifa, 600 000 Ml., entstand eine längere Diskussion. Abg. v. Waldow beantragte die Bewilligung von nur 300 000 Mark, damit zunächst ein Stück der Linie gebaut werden könne. Staatssekretär Frhr. v. Nichthofen erklärte sich damit einverstanden, worauf per Antrag v. Waldow angenommen wurde. Ter Titel 1 des außerordentlichen Etats, Bewilligung von 20 750 000 Mk. für Fernsprechzwecke wurde bewilligt.
— Im preußischen Abgeordnetenhaus wurde gestern bie Vorlage über bie Bewilligung weiterer Mittel zur Verbesserung ber Wohnungsverhältnisse von staatlichen Arbeitern unb gering besoldeten Beamten der Vudgettommifsion überwiesen, nachdem sich Redner fast aller Parteien in sympathischer Weise dazu ausgesprochen hatten. Beim Etat der Bauverwaltung brachte die Rechte Wünsche auf Flußregulierungen vor, bie im Interesse der Landwirtschaft geboten seien. Vom Regierungstische wurde erwidert, es handle sich hier um Teile der Kanalvorlage. Die,e werbe ja wieder- lammen, es sei aber nicht angängig, einzelne Telle derselben herauszugreifen. Boemel (frei,. Vergg.) bittet, den Berlin-Stettiner Großschisfahrts-Kanal wenigstens nicht als Kompensationsobjett zu betrachten, ohne daß ihm indessen eine Antwort zuteil wurde.
Aus Statt uni) ßauö.
Nachrichten von allgemeinem Jntereffe sind uns sletS willkommen und werden angemcffen honoriert.
Gießen, den 15. Februar 1902.
" Erneunuvgen. Der Großherzog hat gestern die Hoflaquaien Brand, Kempf, Reiß und Seip zu ,Dber- hoflaquaien" ernannt. Dieser Tllel ist seit 1877 nicht mehr verliehen worden.
•* Betriebstrankeukafle für das Grohherjogtunr Hesse». Die staatliche Bettiebskrankenkasse für das Großherzogtum Hessen hat un Jahre 1901 an Aerzteh onorar 26 621 Mk. 19 Pfg. bezahlt bei einer durchschnittlichen Mügliederzahl von 3970, sonach pro Hopf und Jahr 6,71 Mk. Das Aerztehonorar betrug in Hessen nach der zuletzt veröffentlichten amllichen Statistik pro Kopf und Jahr:
Bei den Gemeindekrankenoersicherungen — 2,41 Mk.
„ , Ortskrankenkassen = 3,76 ,
„ „ Betriebskrantentäffen — 5,59 „
Für bie Medizinalkasse für staatliche Unterbeamte wurden in 1901 an Aerztehonorar bezahlt 4600 Mk.; bei einer durchschnittlichen Mitgliederzahl von 205 entfällt hier pro Familie und Jahr 22 Mk. 44 Pfg. — Hieraus ist ersichtlich, daß die staatliche Betriebskrankenkaffe zu denjenigen Kaffen gehört, die die besten Aerztehonorare zahlen.
Eissport. Morgen nachmlltag von 3—5 Uhr findet auf der Eisbahn bei günstiger Witterung Konzert, abends von 7—9 Uhr Eislauf bei elettr. Beleuchtung statt. Das gestrige Eiskonzert war sehr gut besucht. Gegen 7 Uhr abends mußte die Bahn infolge starken Frostwindes geschloffen werben.


