ich englische Aerzte um mir fehlendes Chinin, Arzneimittel und chirurgische Instrumente zur Behandlung unserer Verwundeten anging, diese alles Notwendige mit bereitwilliger Freigebigkeit, die ich anerkennen muß, zu meiner Verfügung stellten. Auf den Einwurf, was demnach von den sogen, englischen Grausamkeiten zu halten sei, fuhr er fort: dieselben existieren, und zwar schrecklicher, blutiger und barbarischer, als man es ausdrücken könnte, aber es sind die Thaten Lord Kitcheners, welcher sich m Südafrika zehnmal wilder beträgt als in Egypten gegen die Madhisten. Er ist kein Mensch mehr, sondern eine Hyäne, eine Art wilder Alba, der, wie Weyler in Cuba, aus Mordlust mordet. Dieser Mann ist der Schandfleck in dem die Engländer schon sowieso entehrenden Feldzug. Auf die Frage nach der Dauer des Krieges antwortete der Arzt: dieser wird sich noch lange hinziehen, wenn auch das Blockhaussystem die Aussichten der Engländer bedeutend verbessert hat. Die Buren werden endlich der Uebermacht unterliegen, aber es wird noch lange, sehr lange dauern. Sodann auf die Thatsache eingehend, daß die Afrikander sich nicht erhoben haben, meint er: Dieses wäre die Rettung für Transvaal gewesen und die Engländer hätten das Kapland verlassen muffen, aber man hat die Führer der Bewegung bestochen und mit Geld gekauft und gegenwärtig haben die Engländer in dieser Hinsicht nichts zu fürchten. Weiter berichtete der Arzt über einen Kriegsrat bei General De Wet, in dem schwerwiegende Beschlüsse gefaßt seien, die bedeutsamen Einfluß auf die zukünftigen Ereignisse haben könnten. Zurückgreifend auf die Aeußerung Krügers in Marseille, daß die Buren durch ihren Widerstand die Welt in Erstaunen versetzen würden, deutete der ftan- zösische Arzt zum Schluffe an, daß in dem erwähnten Kriegsrat Maßregeln für den letzten Akt des Verzweiflungskampfes getroffen seien, die an Schrecknissen Alles bisher in älteren und modernen Kriegen Dagewesene bedeutend übertreffen und allerdings die Welt in Staunen und Grauen versetzen würden. Des Näheren wollte und konnte er sich nicht auslassen, aber er wiederholte: es wird furchtbar sein und Krüger hat wahr gesprochen. Diese Äußerungen eines aus eigener Anschauung berichtenden Augenzeugen verdienen um so größere Beachtung, als sie von einem Manne der Wissenschaft, einem unbeteiligten Ausländer gemacht sind, dem Parteilichkeit oder Voreingenommenheit nicht zur Last gelegt werden kann.
Aus Stadt und Zand.
iDer Abdruck der unter dieser Rubrik besindlichenOriginal-Nachrichten ift nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.)
Gießen, 15. Januar 1902.
*• Handgepäck in der Eisenbahn. Das Auffuchen der Plätze in den v-Zügen wird, wie vielfach beobachtet worden ist, besonders dadurch erschwert, daß die im Zuge befindlichen Reisenden die unbesetzten Plätze häusig mit Gepäck- oder Kleidungsstücken belegen. Neuankommcnde Reisende werden hierdurch zu der Annahme veranlaßt, daß die betreffenden Plätze besetzt und von den Inhabern nur vorübergehend verlassen sind. Nachdem infolge der Verlängerung der Geltungsdauer der Rückfahrkarten und der starken Einschränkung der zusammengestellten Fahrscheinhefte nunmehr in größerem Umfange von Fahrkarten mit Anspruch auf Freigepäck Gebrauch gemacht wird, muß mit noch größerer Entschiedenheit darauf hingewirkt werden, daß das Handgepäck auf das nach der Verkehrsordnung zulässige Maß beschränkt wird. Das Zugpersonal ist daher, wie in einem Erlaß des preuß. Ministers der öffentlichen Arbeiten angeordnet wird, nochmals streng anzuweisen, Übergriffen in der Mitnahme von Handgepäck, insbesondere aber der Belegung freier Plätze mit Gepäck- oder Kleidungsstücken und durch Aufstapelung von Gepäck in den Gängen mit allem Nachdruck und ohne Beschwerden Mitreisender Personen abzuwarten, entgegenzutreten. Die mit der Ueberwachung des Verkehrs und Betriebes betrauten Beamten haben ihr Augenmerk gleichfalls hierauf zu richten.
** Prälat D. Habicht, der sich um die evangelische Kirche unseres Großherzogtums große Verdienste erworben hat, feiert am 5. Februar seinen achtzigsten Geburtstag.
§ Queckborn, 14. Jan. Da bekanntlich seit einigen Jahren in Hessen ein äußerst fühlbarer Lehrermangel herrscht, ist das Eingehen der 2. hiesigen Schulstelle genehmigt worden. Die Schülerzahl, die vor Jahren in beiden Klaffen zusammen gegen 100 betrug, ist jetzt auf etwa 64 gesunken. Mit Beginn des neuen Schuljahres — 6. April — wird also einer unserer Lehrer anderweitig verwendet werden. Unsere Gemeinde besitzt zwei Lehrerwohnungen und zwei Schulsäle, es werden also auch eine Wohnung und ein Saal frei werden. — Wie hier verlaute:, besteht die Absicht, daß die Bewohner des infolge Anlegung eines großen Exerzierplatzes eingehenden preußischen Dorfes Wermertshausen sich teilweise hier ansiedeln w.'-oeii, und zwar auf bisher fiskalischem Gelände.
Da rmstadt, 14. Jan. In der vorgestrigen stark besuchten Versammlung des Volksvereins für das katholische D e v. i s d) land sprach Reichs tagsabgeordneter Pfarrer G ersten berg er von Laufach über „Getreidezölle und Brotwucher". Indem er zunächst die gewaltige Agitation der Sozialdemokratie gegen die landwirtschaftlichen Zölle einer scharfen Kritik unterzog , betonte er, Darmstädter Blättern zufolge, im weiteren insbesondere den Umstand, daß die Landwirtschaft nichts weiter erstrebe, als den Schutz gegen die ausländische Konkurrenz, was auch die Industrie auf ihrem Gebiete schon längst thue. Aus den Handelsverträgen von 1892 habe letztere große Vorteile gezogen, während die Landwirtschaft „die Zeche bezahlt" habe. Es sei nicht wahr, daß einzig der Großgrundbesitzer Nutzen aus den landwirtschaftlichen Zöllen ziehe, diese kämen vielmehr vollen drei Vierteln der deutschen Landwirte zu gute. An den gesteigerten Brotpreisen trage nicht die Zollerhöhung, sondern ganz andere Faktoren die Schuld Es handle sich jetzt lediglich darum, der deutschen Landwirtschaft das Vorverkaufsrecht gegenüber dem ausländischen Getreide zu erhalten. Der vor einigen Tagen von der Zentrumspartei Mn Zolltarif ein* gebrachte Zusatzantrag, betr. die Witwen- und Waisenver- forgung der Arbeiter biete für etwaige Schädigungen des Arbeitern einen entsprechenden Ersatz. Es sei unsbesondere im Kriegsfall von der höchsten Dichtigkeit, daß Deutschland bei seiner zentralen Sage den größt"n Teil des erforderlichen Getreides selbst produziere, und dies könne nur geschehen, wenn die Landwirtschafr durch Zölle genügend ge
schützt sei. Zum Schlüsse mahnt Redner, sich durch das Schlagwort „Brotwucher", das eine Unehrlichkeit sei, nickt bethören zu lassen und der um ihre Existenz ringenden Landwirtschaft die Unterstützung nicht zu versagen.
Mainz, 13. Jan. Einem Berichte des Vorstandes des hiesigen Naturhistorischen Museums entnehmen wir die allgemein interessante Mitteilung, daß durch zahlreiche Erschließungen des Bodens rings um die Stadt Aufschlüsse über die Bodenbeschaffenheit geboten wurden. Von Weisenau bis zum Hechtsheimer Berg und von da herüber über.ben Käslrich, die Höhen von Zahlbach usw. finden sich nämlich überall Gerolle und Sand aus Spessart-Buntsandstein und Granit, sowie aus Kieselschiefer vom Fichtelgebirge, als unzweideutiger Beweis, daß ftüher der jetzt durch die tiefeingebrochene Rheinrinne von Mainz getrennte Main diese Schichten linksrheinisch niedergebettet hat. Die Blakschicht muß durch den Eisgang, besonders durch Grundeis abgesetzt ein. Ganz dieselben Funde sind auf der rechten Rheinseite gemacht worden, wo dergleichen Gerölle den Hochheimer Berg und den sogen. Petersberg bei Kastel überziehen und sich, gemischt mit Rheinsanden und Gerölleu der Taunusbäche, über die Adolfshöhe von Wiesbaden, Mosbach, Schierstein usw. Hinwegsetzen. Daß diese Maingerölle in der That gleichaltrig sind mit den durch ihre Fauna berühmten Sanden von Mosbach, hat die Aufsindung eines ganzen Unterkiefers des Ur-Elephanten (Elephas antiquus), welcher in einer Grube unfern des oberen Teiles des neuen israelitischen Friedhofes erhalten geblieben, leider aber von Knaben zer- tört wurde, dargethcm. Nach der ersten Eiszeit, in der ersten Jnterglaeialzeit, floß demnach der Main über die Kästrich- Terrasse und an seinen weiten Ufern lebten die Tiere der Mosbacher Fauna (zwei Elephantenarten, das etruskische Nashorn, das Nilpferd, zwei Biberarten, der Höhlenbär, Bison, Wildpferd, der Breitstirn-Elch, drei Arten Edelhirsche, der kleine Wolf, der Löwe, Encho, Alpenmurmeltiere usw.) Auf diese üppige Zeit der Urwälder folgte später die trockene Löß- oder Steppenzeit, welche die Nachkommen eines Teils jener Fauna mit übernahm, das Gros der Bevölkerung aber aus Asien einführte.
Frankfurt a. M., 14. Jan. Dem Vorstand des hiesigen Landwirtschaftlichen Vereins ist vom Großh. Ministerium des Innern die Erlaubnis erteilt toor? den, die Lose der aus Anlaß der Frühjahrs- und Herbst- Pferdemärkte zu Frankfurt a M. im April und September d. I. zu veranstaltenden Verlosungen von Pferden, Wagen, Geschirren und sonstigen Gegenständen innerhalb der Kreise Friedberg, Offenbach und Mainz zu vertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlosungsplan dürfen 120 000 Lose ä 1 Mk. aus-gegeben werden.
Frankfurt a. M., 14. Jan. Die Eisenbahnverwaltung hatte für heute vormittag Vertreter der Presse zur Besichtigung eines umgebauten D-Zug-Wagens eingeladen. Bei dem Umbau sind folgende Mnrichtungen für Notfälle getroffen worden: 1) Fallfenster in den Abteilen und Seitengängen können bis zur Fensterbrüstung herabgelassen werden; die daran befestigten Fensterriemen haben Schlaufen zum Festhalten erhalten- 2) In den Wagen 3. Klasse sind >n den Abteilen die kleineren herablaßbaren Doppelfenster, durch ein einziges großes von 800 Millimetern ersetzt. 3) Die früher festen Fenster im Seitengange sind durch nach außen ausschlagende Drehfenster ersetzt, an denen Handgriffe und Leder sch lausen zum Festhalten befestigt sind- 4) Die Dampfheizleitung beziehungsweise Schutzbleche derselben im Seitengange ist höher gelegt, sodaß man sich derselben als Fußtritt bei eventueller Rettung durch das Fenster bedienen kann. 5) An den Außenwänden sind unmittelbar unter den sämtlichen Fenstern eiserne Handgriffe und darunter unter den Langträgern Fußtritte angeordnet. 6) Die seither aus Holz gefertigten Fenstergardinenstangen sind aus starkem Eisenrohr hergestellt. 7) Die Sitzgestelle sind mit. Fußboden und Wänden noch besonders befestigt. Außerdem sind folgende besondere Einrichtungen für die Bequemlichkeit der Reisenden getroffen worden: 1) Bei allen Wagen werden zweite Morte eingebaut. Jeder Wagen erhält einen Wort für Männer und einen für Frauen. Eine Anzahl von Wagen erhalten besondere Pissoirs. 2) Die Fußböden der Worte werden mit Mettlacher-Fliesen und die Wände bis Fensterbrüstung mit emaillierten weißen Eisen kacheln belegt, und die darüber liegenden Wandflächen werden mit weißer Emaille-Farbe gestrichen. 3) Die Waschbecken und Klosets erhalten Wasserspülung; außerdem werden in den Aborträumen Klosetpapierrollenhalter, Handtuchhalter und Schränke, letztere zum Aufbewahren der Putzgeräte angebracht. 4) Worte und Pissoirs erhalten Heizeinrichtung und behufs besserer Lüftung werden Lüftungsklappen mit Luftsauger angeordnet. 5) Ueber den sämtlichen herablaßbaren Fenstern in den Seitengängen und Abteilen werden Lüftungsklappen angebracht. 6) Zur Verhütung des Klapperns der Uebergangsbrücken werden dieselben mit Teakholz-Einlage versehen. — Nach diesem Muster, welches nach den Ausführungen des die Neueinrichtung erklärenden Regierungsrates die äußerst möglichen Verbesserungen darstellt, sollen innerhalb zwei Jahren sämtliche vorhandenen D-Zug-Wagen umgebaut werden. Der Umbau des einen Wagens erforderte einen Kostenaufwand von 16 000 Mark. Die Gänge können bei den umgebauten Wagen nicht verbreitert werden, indessen soll bei den neuen Wagen eine Verbreiterung um 10 Zentimeter erfolgen. — Auch die zweite Tochter des verstorbenen Barons Wilhelm von Rothschild, die Frau Max B- H. Goldschmidt, hat zum Todestage ihres verstorbenen Vaters der Stadt Frankfurt eine Schenkung von einer Million Mark gemacht, über deren Zweck zur Zeit noch Beratungen gepflogen werden- — Heute vormittag fanden im Gewerkschaftshause und in der Concordia Arbeitslosen-Versammlungen statt, die von etwa 1400 Personen besucht waren. Referenten waren Arbeiter-Sekretär Gräf und Redakteur Dr. Quark. Die Redner warfen vor allem der Stadtverwaltung vor, daß sie nichts für die Arbeitslosen thue, und die wenigen bisher geschaffenen Einrichtungen absolut ungenügend seien. Die Redner schlossen nick der Drohung, datzwenndie heutige Stadtverordneten-Versammlung nicht einen erheblichen Betrag zur Vornahme von Notstandsarbeiten bewillige, die Arbeitslosenversammlungen morgen und übermorgen, überhaupt solange täglich stattfinden würden, bis Abhilfe erfolge. In einer schließlich angenommenen Resolution wurden die staatlichen und kommunalen Behörden ersucht, schleunigst für Arbeitsgelegenheit zu sorgen, und bei Vergebung von Notstandsarbeiten an Unternehmer die Bedingung zu stellen, daß in erster Linie hiesige verheiratete Arbeiter beschäftigt werden müssen. Die Versammlungen
lösten sich ruhig und ohne jeden Zwischenfall auf. Heute nachmittag ist es zwischen Arbeitslosen und- Polizei zu keinem Zwischenfall gekommen. Auf dem Roßmarkt war die Ansammlung schwächer als in deu, letzten Tagen, ebenso das Aufgebot an Schutzmannschast.- Diese beschränkte sich darauf, längs des StraßerHUgss Roßmarkt-Am Salzhaus-Weißadlergasse-große Sandgasse-, Schnurgasse-Fahrgasse die Kreuzungen freizuhalten; dreA konnte ohne besondere Mühe geschehen. Berittene Schutzmannschaft war nur auf dem Roßmarkt aufgestellt und zwar in der Stärke wie an früheren Tagen. — Ein aufregender Vorfall spielte sich heute nachmittag kurz vor 4 Uhr in der Klostergasse ab. Die ledige Tochter eines dort wohnenden Mannes warf nämlich ihr neugeborenes Kind, ein Mädchen, nachdem sie es in SaclleinwanÄ gewickelt hatte, vom ersten Stock herab auf die Straße. Ein gerade vorübergehender Polizeiwachtmeister hob die Leiche des Kindes auf und requirierte die Rettungswache aus der Friedberger Landstraße. In einem Wagen wurde die Entbundene, welche die That im Fieberwahn begangen hat, nach dem Irrenhaus verbracht. Der Vorfall verursachte eine große Ansammlung von Menschen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Neue Neichsauleihe und Preußische Cousols. Wie wir schon mitteilten, wird das Reich und Preußen die außerordentlich günstige Konjunktur des Geldmarktes benutzen und schon in allernächster Zeit mit einem neuen Anlehen herauskommen. Die Begebung erfolgt zu 89,20, also 1,30 pEt. unter der jüngsten Notiz der 3pCt. Anleihen. Der Emissionskurs ist mit 89^80 in Aussicht genommen. Wie die „F. Z." meint, ift es nicht ausgeschlossen, daß das Reich bei den vorhandenen Bedürfnissen der ersten Anleche bald eine zweite folgen lassen mutz.
— Elektrizitäts-Gesellschaft Lchuckert. Neuestens tauchen auch wieder Gerüchte auf, daß die Verhandlungen der Allgemeinen E l e k t r iz i t ä t s g e s e l l s ch a f t mit der Schnckertgesellschaft wieder in Fluß kommen. _ Ob sich dre- elben bewahrheiten, ist abzuwarten. Nach meinen Informationen haben neue Verhandlungen nicht stattgefunden.
— Bayerische Bodeukreditaustalt Würzburg. Dem Jn- ’titut ist die Genehmigung zur Ausgabe von 10 Millionen Mark 4 pEt. O bligationen erteilt worden.
— Allg. Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft. Die Schutzvereinigung der Obligationäre dieser Gesellschaft macht darauf aufmerksam, daß lt. Art. 13 der Statuten der Vereinigung nicht der Vorstand, sondern ausschließlich die Generalversammlung über alle Maßnahmen, die einen Verzicht auf Rechte der Mitglieder aus den hinterlegten Schuldverschreibungen bedeuten, zu beschließen hat.
— Neue Frankfurter Stadtauleibe. Die Stadt Frankfurt hat zu Offerten eingeladen auf eine 3% pEt. Stadtanleche von 10 Millionen.
— Börsenbericht. Die Börse war fest, doch fehlle dem Geschäft jede neue Anregung. Daß die Deutsche Reichs bank ihren Diskontsatz voraussichtlich um ein halbes Prozent herabsetzen wird, wird erwartet; doch blieb auch diese Erwartung einflußlos. Die 3prozentigen Deutschen Anleihen haben Bruchteile verloren. Von Bankaktien haben Oesterr. Credit nahezu '-rpEt. gewonnen. Es mag dies mit der bevorstehenden Ungar. Jnvestitionsanleche zusammenhängen. Lombarden waren ebenfalls gesucht. Kohlen- und Eisenaktien waren behauptet. Esch- roetler haben 3, Concordia 1 pEt. gewonnen. Schuckert sind lpCt. gestiegen. Badische Anilin 4,40 pEt.
Mons, 14. Jan. Ueber das Vermögen des Bankiers Beeck- mann wurde der Konkurs eröffnet. Beeckmann ist feit Freitag flüchtig.
Der Zentralverband deutscher Jnou-* ftrieller hat an den Staatssekretär des Reichspostamts, betreffend Massensendungen von Drucksachen, folgende Eingabe gerichtet: In dem Bureau der deutschen Industrie, von denen aus jährlich Hunderitausende von Massensendungen an Drucksachen ausgehen, die in Mengen von vielen Hunderten an den Schaltern der deutschen Reichst post aufgeliefert werden, wird es seit langer Zeit als Uebel- stand empfunden, daß jede einzelne dieser gleichartigen und gleich schweren Sendungen mit einer Freimarke versehen! werden muß. Viele Stunden, ja "Tage sitzen einzelne Änge^ stellte« und kleben ununterbrochen Marken. Für diese Massensendungen gleichartiger Drucksachen, welche sich mit der Aushebung der Privatposten auf der Reichspost noch ganz erheblich vermehrt Haben, bestehen schon heute Sonder^ bestimmungen, indem sie nicht in die gewöhnlichen Briefe kästen geworfen werden, die zu ihrer Aufnahme auch gar nicht ausreichen würden, sondern am Schalter abgegeben! werden. Infolgedessen liegt es nahe, eine weitere Einrichtung in der Wfertigung dieser Massensendungen ein* treten zu lassen, indem das Bekleben derselben mit Marken beseitigt wird. In Großbritannien und Irland besteht seit Jahren der Brauch, daß solche Massensendungen keine Marken erhalten, sofern sie zu 100 Stück abgezählt, am Schalter abgegeben werden. In diesem Falle kann für sie das Porto in einer Summe bar entrichtet werden. Diese Drucksachen erhalten dann auf der Post einen roten Stempel mit der Umschrift postage paid. Der Postverwaltung erwächst daraus also nicht nur keine Mehrarbeit, sondern eine Minderarbeit. Denn wenn diese Sendungen auch immer noch gestempelt werden müssen, so braucht der Stempel doch nicht wie dort, wo eine Marke zu entwerten ist, aus eine bestimmte Stelle gedruckt zu werden. Im Hinblick darauf, daß sich diese Einrichtung in England als sehr praktisch erwiesen hat und den Wsendern wie der Post ein großes Maß Arbeit sparte, gestattet sich das unterzeichnete Direktorium, die Schaffung einer ähnlichen Einrichtung für das Deutsche Reich zu beantragen.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag den 16. Januar, abends 8 Uhr im oberen Kon- firmandensaal, (Kirchstraße- 9): Bibelstunde. Psalm 42.
Pfarrer Schlosser.
Das Beste für die Zähne!
«4 Fl. Odd-MLL«
71, , - „ O.M
Die seil 3nhtjtbnUn bekannten, von zahlreiche« wissenichajtlichen Autoritäten und praktischen Acrzten angewandten:
S Schweizer-Pillen
sind heute noch in allen Kreisen da« beliebteste Hausmittel. Man achte darauf, daß jede Schachtel als Stiquettc da» weihe Kreuz In rotbcm Felde, wie nebenslehend,trägt. SZBtyiicf>t ht den Apotheken erhältlich wende>nan sich mit lOVlg.-Poitkarte nit Apoth. Rich. Brandt’! Nachl., Schaffhausen (Schweiz). Besiandtheile sind: lLxtrace von Silgc igr. Moschusgarbe, Absynth, Aloe je 1 gr., Bitter- Nee, Beultan je 0,5 gr., dazu Bcntlan- und DltlerklccUnlvcr in gleichen Tcheilcnvund ist'
Quantum um daran» 50 Pillen im Gewicht von 0,12 gr. dellen.


