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Nr. 12 Erstes Blatt.
152. Jahrgang
Mittwoch 15. Januar 1SVS
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger svrrden im Wechiel mit dem Sesflschen Landwirt die Siebener Zamtllea- Nättcr viermal in der Woche beigelegt.
Notationsdruck tu Der» sag der B r ü h l'scheu Unwers.-Buch- u.Stein- druckeret lPietsch Lrben) Kedaktion, Erpedüion und Druckerei:
«chulstrabe T.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«.
yernsprechanschlußNr.bl.
GietzenerAnzeige.
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bezugspreis: monatlich 7b Pt., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Atk.2.—vierlel- lährl. auöschl. Bestellg. lnnahme von Anzeigen .ir die Tagesnummer s vormittags 10 M)r. .^eilenpreis: lokal 12Ps^ auswärts 20 Psg. verantwortlich: ür den polit. u. allgem. Teil: P. Witiko: für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal":R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Kekamümachung.
Gemäß § 8 des Reichsgesetzes vorn 30. Juni 1900, betreffend die Abänderung der Unfallversicherungsgesetze, wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bei der heute stattgehablen ersten Spruchsitzung des Schiedsgerichts aus der Zahl der am Sitze deS Schiedsgerichts wohnenden approbierten Aerzte als Sachverständige für das Jahr 1902 gewählt worden sind die Herren:
1) Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkoru,
2) , Dr. Küniger,
8) Profeffor Dr, P oppert, Direktor der chirurgischen Universitäts-Klinik,
4) Profeffor Dr. Riegel, Direktor der medizinischen UniversitätS-Klinik,
5) Profeffor Dr. Sommer, Direktor der psychiatrischen UniversitätS-Klinik,
6) Profeffor Dr. VossiuS, Direktor der Universität- Augenklinik,
7) Professor Dr. ßeutert, Direktor der UviversitätS- Ohrenklinik,
8) Privatdozent für Chirurgie Dr. Bötticher,
9) praktischer Arzt Sanitätsrat Dr. Haupt,
10) , , Dr. Zinßer,
sämtlich zu Gießen.
Gießen, den 9. Januar 1902.
Schiedsgericht für Arbeiterversicherrmg.
Hechler.
Schers.
Kekanntmachung.
Nächsten Dienstag den 2L dS. MS-, nachmittags 21/, Uhr wird Herr Oekonomierat Leithrger aus Alsfeld einen Vortrag über Simmenthaler Vieh in Ober-Hörgern abhalten und es wird ün Anschlüsse hieran der Bildung eines Ortszuchtvereins Ober-Hörgern für Simmenthaler Vieh nähergetreten werden. Jedermann auS Ober-Hörgern und Umgegend, der sich für die Sache interessiert, ist hierzu freundlichst eingeladen. Das Lokal, in dem der Vortrag stattftndet, wird noch bekaimtgegeben werden.
Gießen den 14. Januar 1902.
Der Direktor des Kreiszuchtoereins Gießen für Simmenthaler Vieh.
Dr. Heinrichs.
Ar. Sigl.
Der Münchener Korrespondent der „Lpz. N. Nachr." widmet dem verstorbenen Urbajnvaren uiu> Vater des „Bayrischen Vaterlandes" einen längeren Nachruf, ans dem wir folgendes wiedergeben wölben:
Bei Sigls Tode drängen sich Gedanken auf, ob und wie weit er der deutschen nationalen Idee Abbruch ge- than hat. Gemeinhin wurde der Einfluß seines „Vaterlands"' ebenso überschätzt, als andererseits wieder unterschätzt. Stark war sein Einfluß insbesondere zu jener Zeit, als er starrköpfig die päpstliche Jnfallibilttät verfocht, gegenüber dein geheimen und offenen Widerstande der hervorragendsten Katholiken in Bayerw Diese That hat ihm freilich wenig Dank eingebracht, denn es ist bekannt, daß er auch mit den höchsten geistlichen Würdenträgern nach und nach zerfiel, als er sich in Widerspruch setzte zur offiziellen politischen Organisation der Katholiken, dem Zentrum. Gleichwohl gatt auch später Dr. Sigl noch etwas bei dem oder jenem Bischof. So erinnern wir uns noch, daß er sich persönlich einmal vor sechs Jahren beim Erzbischof von Thoma in München für den bekannten Geistlich en Dr. Josef Müller, der jetzt die „R e n a i s s a n c e" herausgiebt, (eine interessante katholische „Monatsschrift für Kulturgeschichte, Religion und schöne Litteratur", eine Art katholischen Seitenstückes zu dem „Türmer"; wir wollen aus Heft 1 des dritten Jahrganges nur folgende Aufsätze kurz erwähnen: Das Bild in der Dichtung; Har- nacks Christus; Dostojewski; Zur Los von Rom-Bewegung; Mein Himmelreich, von Peter Rosegger; die Zeitschrift erscheint in Kommission bei Rudolf Abt in München und kostet pro Heft 75 Pf. D. Red. d. „Gieß. Anz.") verwandte, um diesem von allen ultramontanen Zeitungen gehaßten Mann das Recht wieder zu verschaffen. Messen lesen zu dürfen, um so seinen Unterhalt zu verdienen.
Aber auf diesem Gebiet liegt nicht das eigentlich Markante der Siglschen Thätigkeit, das hat ihn auch nicht bekannt gemacht, wett über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus. Tas ist vielmehr die bai)erische Sonderbündetei gewesen, die er gegenüber dem neugegründeten Deutschen Reiche seit einem Menschenalter herausbiß. Als partikularistischer Amokläufer hat er ohne Zweifel viel nationale Gesinnung in Bayern erschlagen, wenn auch in keiner Weise in dem Maße, wie man das in Noüd- deutschland wohl glaubte. Auch gilt das mehr von der Generation, die mit Sigl groß geworden ist; bei der Jugend hatte er soviel wie gar keinen Einfluß Allerdings existiert an der Mnüchener Universität eine farbentragende Verbindung, die sich katholisch-bayerische Stu- denten-Verbinduirg „Rhätia" nennt, und deren Gründer Dr. Sigl war. Allein sie hat nie besondere Bedeutung erlangt. Sigls Partikularismus ist vigenttich wohl nur historisch zu verstehen, ganz wie bei dem vor zwei Monaten verstorbenen Dr. Jörg. Sigls Werdejahre fielen in die Zett, da der deutsche Bund iu Trümmer ging, als gegenüber der klei tätlichen Kläglichkeit auf den bayerischen Katholiken oornehmlüb der afte Kaiserftaat der Habsburger
anziehend wirken mußte. Andererfetts fällt in diese Zett auch wieder der gewctttige geisttge Aufschwung Münchens; aber diese geistige Blüteperiode unter Maximilian II. war doch wieder veranlaßt und hervorgerufen durch die nach München „Berufenen", durch die „Nordlichter", gegen die sich denn auch der Groll des verletzten Altbayerntums kehrte, da man eine Herabsetzung dieses Altbayerntums darin sah. Wer sich jene Zeit geistig einmal zurückrufen will, der lese heute einmal die ,Historisch-politischen Slotter" aus jenen Jahren, deren Kampfartikel wider die „Berufenen" als die intellektuelle Inkarnation des opponierenden Altbayerntums gelten können- Hub dann: Sigl war im Herzen sicher ein guter Bayer. Der Zusammenbruch des Bundes, Preußens Aufftieg und die Rolle, die Bayern 1866 spielte, mußten auf den jungen Sigl bestimmend eirttv-irken. Sie thctten es auch und die Eindrücke, die er gewonnen, lösten sich nicht wieder, zumal seine historische Bildung und politische Einsicht nur gering waren. Im Grunde wäre ein nationaler Sondergeist kein Schaden, sofern er die Rivalität der Berechtigung in sich trüge. Allein Dr. Sigl war unfähig, sich dem Gang der nationalen Gnttvickelung anzupassen. Sein Blick war nach Südosten gerichtet; die Habsvurger waren ihm die deutschen Fürsten. Denen ist er auch unter seltsamen Wandlungen und Schicksalsschlägen treu geblieben. Obschon ihn die österreichische Regierung zeit- weillg einsperrte, ihn noch 1896 in Nordtyrol anfspüren ließ wankte er doch nicht, hielten doch auch anderev- seits hohe österreichische Aristokraten zu ihm- Der österreichische Gesandte in München, wenn wir nicht irren, Fürst Wrede, konnte sogar Sigl 1889 beim Tode des Kronprinzen Rudolf veranlasfen, einen inspirierten Artikel aufzunehmen, der sich gegen die Münchener liberale Presse richtett.
Sigls Kampf gegen das Reich war aber, wie erklärlich, nicht methodisch, die ausgeprägte Abneigung Mrte chm die Feder. Und diese Feder war gewiß eigenartig. Der niederbayerische Volksschlag, dem Dr. Sigl entwachsen ist, zeichnet sich so durch derbe Naturwüchsigkeit und Temperament ans. Den zuletzt genannten Umstand führen Ethnographen darauf zurück, daß dem niederbayerischen Volksstamm romanisches Blut beigemengt ist, da römische Siedlungen in Niederbayern ja vielfach nachgewiesen fink Und ein echter Typ seines Volkes war Sigl. Er übertrug die Derbhett, die ihm angeboren, in die Journalistik und entwickelte sie zu einer eigenartigen Species. Das war es, was ihn ,cherühmt" machte; sein juristisches und nationalökonomisches Wissen war dagegen für einen Dr. iuris und den Begründer des bayerischen Bauernbundes sehr gering. Im Reichstag blamierte er sich ja einmal nach allen Regeln der Kunsß als ein geschickter Schachzug des Abg. Gröber Sigl dazu brachte, zum Bürgerlichen Gesetzbuch zu sprechen. Was er bei dieser Gelegenheit an juristischen Kenntnissen entwickelte, über die Entwickelung gewisser Rechtsinstitutionen oortrug, war derartig naiv und konfus, daß man Sigl den grimmigen Aerger nachfühlen konnte, den er seitdem speziell gegen Gröber hegte.
Sigl hat dem Reichsgedanken in Bayern viel geschadet: das steht fest. Mein mit den Jahren nahm man ihn weniger ernst. Kein besseres Zeichen hierfür, als der Umstand, daß sein „Vaterland" hauptsächlich im Sommer florierte, wo sich jeder Norddeutsche, Der nach München kam, eine Nummer zulegte. Gleichwohl haben auch die Unrecht, die ihn nur als komische Figur gelten lassen wollten. Das war er nicht, weder als Politiker, noch als Persönlichkett.
Und damit komme ich zu dieser Seite seines Wesens- Ich habe Sigl seit Jahren persönlich gut gekannt- Als junger Student leistete ich ihm nach mitternächtiger Stunde in einer Weinstube der Altstadt oft bis in den Morgen hinein allein Gesellschaft- Da kramte er oft Erinnerungen aus, plauderte über Tausend und Eins und erwies sich als der amüsanteste Gesellschafter, der mir angehendem Journalisten nebenher Fingerzeige gab- Sigl, der mit seinem „Vaterland" ein gutes Geschäft machte, blieb trotzdem in seinen Lebensgewohnheiten einfach. Er verstand freilich zu leben und ließ auch leben. Venus und Bacchus hat er allezeit gehuldigt- Dabei entwickelte er eine große Generosität, war freigebig, wie es ein „guter Kerl" nur sein farm. Wem er persönlich feind war, der hatte es allerdings nicht behaglich, denn Sigl war eine Macht und ein Mann, skrupellos genug, feinen Feind tödlich zu treffen. Das über läßt sich nur für den mit lokalen und engeren Verhältnissen Vertrauten an zahllosen Fällen demonstrieren-
Sigl hübet eine Episode der bayerisch-deutschen Geschichte. Sie hatte schon ihr Ende gefunden, als er noch wirkte und schaffte- Ein Erbe im geistigen und politischen Sinne existiert nicht- Was er Greifbares hinterlassem das „Vaterland", wird verfallen. Nicht von heute auf morgen, aber in wenigen Jahren-
In einer Besprechung, die der Münchener Korrespondent der „Fr- Z." dem Dahingeschiedenen widmet, finden wir folgende Schnurre: Ms er noch im Flügelkleide ging, korrespondierte er für zwei Zeitungen in einer Provinzstadt, für die liberale und für die klerikale. Er liebte es, in der einen gegen das zu polemisieren/ was er für die andere geschrieben hatte, und die beiden Blätter bekämpften sich oft bis aufs Blut- Da schrieb er einst für das eine Blatt einen Artikel. Zwei Tage darauf machte er diesen Artikel in dem anderen Blatte lächerlich- Aber er hatte sich nicht vorher überzeugt, ob der erste Artikel auch wirklich erschienen war. Er war aber nicht erschienen und so kam die Toppelhändig- kett auf. Seitdem nannte er das betreffende Blatt das dümmste des Mni^reichK,.
Zur Rentabilität der Landwirtschaft.
In einer dem Reichstage zugegangenen Eingabe des Handelsvertrags-Vereins wird die vom Wirtschaftlichen Ausschüsse angeregte und vom Deutschen Landwirtschafts- rat durchgeführte Erhebung über die Rentabilität typischer Landwirtschaftsbetriebe als unzureichend bezeichnet mit dem Hinweis darauf, daß von den nahezu 10 000 ausgesandten Fragebogen nur ein Fünftel beantwortet zu- rückgekommen sei, und daß von den beantworteten Fragebogen nur Dreiviertel als „einigermaßen brauchbar" erachtet seien.
Es liegt hier eine Verwechselung vor zwischen der Zahl der ausgesandten Fragebogen, über welche lediglich zur Kennzeichnung des äußeren Geschäftsbetriebs berichtet worden ist, und zwischen der Zahl der befragten Betriebe. Aber auch sachlich beruht die obige Darstellung auf einer irrigen Auffassung des Wesens einer solchen Enquete.
An jeden der über 5 Millionen landwirtschaftlichen Betriebe, die im Reiche vorhanden sind, Fragebogen zu versenden, ist unmöglich, aber auch unnötig, Da bei der weitgehenden Gleichartigkeit der Grundlagen und Voraussetzungen der landwirtschaftlichen Arbett eine so vielseitige Gliederung und Abstufung wie in der Industrie nicht besteht. Vielmehr genügt es, für eine Reihe typischer Betriebe die Feststellungen vorzunehmen. Dies war denn auch von vornherein das Ziel der in Rede stehenden Erhebung. Damit ergab sich auch die Notwendigkeit, ihre eigentliche Ausführung in sachkundige Hände zu legen. Die gegebene Stelle hierfür war der Deutsche Landwirtschaftsrat.
Er hat, nachdem der Fragebogen im Wirtschaftlichen Ausschuß festgestellt war, zunächst im Benehmen mit sämtlichen landwirtschaftlichen Zentralvertretungen der einzelnen Reichsgebiete die allgemeinen und einheitlichen Gesichtspunkte normiert, nach denen die Erhebung ins Merk gesetzt werden sollte. Danach haben die zentralen Vertretungen der Landwirtschaft die Angelegenheit innerhalb ihres Bezirks weiter gefördert und schließlich die Fragebogen an die Betriebe geleitet, die als in der einen oder anderen Richtung typisch ermittett worden waren. Der Fragebogen war entsprechend der Natur landwirtschaftlicher Reinertragsberechnungen sehr umfangreich, und seine Ausführung war zeitraubend unb schwierig; schon aus diesem Grunde mußte auf einen starken Abgang unbrauchbar gewordener Blanko-Exemplare gerechnet werden. Zudem lieh sich die Anzahl der für die Erhebung schließlich sich barbietenben chpischen, mit ausreichender Buchführung versehenen Wirtschaftsbetriebe von Anfang an in keiner Weise übersehen. Deshalb wurde der Fragebogen für alle Fälle in einer starken Auflage — nämlich in 10 000 Exemplaren gedruckt- Die gesamte Auflage wurde dem Deutschen Landwirtschaftsrat zur Verfügung gestellt.
Den 10 000 von ihm verteilten Fragebogen entsprechen aber nicht 10000 Befragte, da jedem Befragten mindestens zwei, zum Teil noch mehr Exemplare zu übergeben waren, und da ein großer Teil der Formulare von den Landwirtschaftskammern und anderen Vertretungen zur Orientierung der Angestellten, Wanderlehrer usw, sowie für die Akten verwendet worden ist. Dagegen entsprechen 2000 beantworteten Fragebogen ebensoviele typische Betriebe. Daß hiervon noch ein Viertel a usgefonbert wurde, ist ein Beweis für die scharfe Kritik, bie an das eingegangenei Material gelegt wurde, und diese Kritik ist sicher nicht als ein Mangel der Erhebungen aufzufassen-
Wenn mehr als 1500 Betriebe den Anfordernngen der Erhebung völlig (nicht, wie die Eingabe sagt: „einigermaßen") genügt haben, so ist dies ein Ergebnis, welches bisher ber einer ähnlichen Erhebung noch nirgends erreicht worden ist; im Durchschnitt kommen auf jede preußische Provinz und auf jeden der größeren Bundesstaaten etwa 80 brauchbare beantwortete Fragebogen, eine Zahl, die über die Grundlagen aller bisherigen ähnlichen Untersuchungen der Wissenschaft und der Verwaltungspraxis beträchtlich hinausgeht und die völlig ausreicht, die vorkommenden Wirtschaftstypen der betreffenden Bezirke zu erfassen.
Politische Tagesschau.
Ein ftanzöfischer Arzt über den Bureukrieg.
Der „Jndependance Belge" entnehmen wir einige Aeuße- rungen, die ein ftanzöfischer Arzt, der den Buren seine Fach- fcnntniffe zur Verfügung gestellt hatte, aber jetzt aus Gesundheitsrücksichten nach Europa zurückkehren mußte, dem Berichterstatter des Blattes vor Zeugen über den Krieg und die Engländer gemacht hat. Der Gewährsmann, der aus begreiflichen Gründen seinen Namen nicht genannt wissen will, erscheint um so einwandsfteier, als er auch von den Engländern Gutes zu berichten weiß. Auf die Frage, ob die englischen Soldaten zur Last gelegten Grausamkeiten in den Konzentrationslagern auf Wahrheit beruhen, erwiderte er: alle Berichte sind bis zur Ungeheuerlichkeit übertrieben; es mag sein, daß einzelne viehische Leute verabscheuungswürdige Handlungen ausgeübt haben, dieses find aber Ausnahmen, und die traurige Rolle, welche die Engländer in diesem häßlichen Krieg spielen, verleitet zu Ueber- treibungen. Was das Elend in den Konzentrationslagern anlangt, so ist dieses ungeheuerlich und spottet jeder Beschreibung. Die Sterblichkeit ist erschreckend, aber man muß hinzufügen, daß auch die Engländer die gleichen Leiden durchzumachen haben; Wächter und Gefangene wohnen, hungern und ertragen Entbehrungen, die einen wie die anderen. Thatsache ist auch, daß, so oft


