fitzenden zu Gute komme- er HLr eS deshalb für recht und Lillig, bezw. würde es mit Freuden begrüßen, wenn bie Interessenten dazu beitrügen. Der Versuch sei gescheitert, und nun würde es sich fragen, ob die Haltestelle nötig sei; der Vorteil der Stadt für die Haltestelle müsse erwogen werden. Abhängig von seiner Zustimmung zur Uebernahme der Kosten auf die Stadt sei die Platzfrage; sobald aber diese ins Spiel lomme, lasse sich nicht mehr öffentlich verhandeln. Die Verhandlung solle erst durchgeführt werden, wenn die Platzfrage gelöst sei. — Stadtv. Pirr ist für Bewilligung der Gesamt- kosten durch die Stadt, da die Stadt den Verkehr in allen Teilen zu heben verpflichtet sei. — Stadtv. Krumm erwidert betr. der Begünstigung des südlichen Stadtteils durch die Klinikbauten, daß^dieselben von dort nicht verlangt wurden, der Staat habe deu Platz für geeignet gefunden. Er möchte die Bodenspekulation auf Kosten der mit 10 Millionen Dlk. Schulden belasteten Stadt nicht fördern helfen, bezeichnet es für recht und billig, daß die Spekulanten etwas an die Stadtkasse abladen und ist der Ueberzeugung, daß die Interessenten die Zahlung leisten. — Stadtv. Heichelheim erklärt, daß auch die Handelskammer sich für die Haltestelle ausgesprochen habe, man habe allerdings damals nicht geahnt, daß die Stadt die Kosten aufbringen solle, er beantragt Rückverweisung der Sache an die Finanzkommission. — Stadtv. Huhn äußert sein Vertrauen zum Bürgermeister, daß derselbe den richtigen Platz für die Haltestelle schon finden werde, weshalb eine Rückverweisung an die Kommission nicht nötig sei. — Beigeord. Georgi stellt hierauf einen Antrag, wonach der Bürgermeister mit der Eisenbahnoerwal- tung in weitere Unterhandlung treten solle, unter der Vor- anssetzung, daß mindestens zwei solvente Anlieger die Gewähr dafür übernehmen, daß der Stadt das erforderliche Gelände zum jetzigen Ackerwerts-Preis überliefert wird. — Stadtverordneter Heyligenstaedt ist für Uebernahme der Kosten auf die Allgemeinheit, wenn das Bedürfnis auf Errichtung der Haltestelle anerkannt ist und die Verbindung des Nordostens mit dem südlichen Stadtteile nicht auf andere Weise (elektr. Bahn) verbessert werden kann. — Stadtv. Hanau tritt entschieden dafür ein, endlich einmal zu einem Entschlüsse zu kommen, wenn nicht der Anschein erweckt werden soll, als beabsichtige man sich um die Sache herumzudrücken. — Stadtv. Kirch legt gegenüber der Aeu- ßerung des Stadtv. Hanau dar, daß für die Finanzkommission lediglich die Geldfrage maßgebend bei Stellung ihres Antrages war, die Errichtung der Haltestelle habe sie als notwendig anerkannt. — Stadtv. Huhn ist für Erwerbung des Geländes ohne Zusage eines Zuschusses der Interessenten. — Auf die Erklärung des Beigeord. Georgi, daß er mit seinem Anträge verhindern wolle, daß die Interessenten schon heute aus dem Beschluß Nutzen ziehen, bemerkt Stadtv. Krumm, daß er gegen den Antrag sei und die moralische Wirkung auf die Spekulation nicht hoch einschätze. — Stadtv. Haubach stellt folgenden Antrag: Die Versammlung ersucht den Bürgernieister, in weitere Verhandlungen mit der Eisen- bahndircktion bezügl. der Errichtung einer Haltestelle Nord einzutreten. Der Beschluß, die Haltestelle zu errichten, soll von dem Ergebnis dieser Verhandlung abhängig sein; falls die Stadtverordneten-Versammlung die Anlage der Haltestelle beschließt, sollen die allenfalls erforderlichen Kosten von der Stadt ohne Zuschuß des nordöstlichen Stadttells aufgebracht werden.
Bürgermeister Mecum erklärt, trotz der vorgebrachten gegenteiligen Ansichten auf dem Standpunkt, daß die Interessenten die Hälfte der Kosten beitragen, verharren zu müssen. Die Hinweise auf die Begünstigung des südlichen Stadtteils durch Erbauung von Kliniken usw. seien nicht stichhaltig, die Erbauung erfolge wegen der günstigeren Lage. Ein allgemeines Interesse für den Personenbahnhof am Nordende liege vor, das Hauptinteresse aber hätten die Grundbesitzer; der Antrag auf Errichtung einer Haltestelle sei auch nicht von der ganzen Stadt gestellt worden; die Allgemeinheit hat nicht nur die Hälfte der Kosten, sondern auch die Unterhaltung der Haltestelle (etwa 5000 Mk.) zu tragen; eine Wertsteigerung der Grundstücke in der ganzen Stadt werde nicht eintreten, denn der Wert iverde durch die Zunahme der Bevölkerung gesteigert, die Werte werden sich höchstens verschieben. Die übrigen Stadtteile würden dagegen protestieren, daß ihnen Nachteile zugefügt würden und sie außerdem noch zu den Kosten beitragen müßten. Er bitte dem Antrag der Finanzdeputation zuzustimmen und die Haltestelle nur dann zu errichten, wenn die Interessenten die Hälfte der Kosten aufbringen; wie sie dies fertig bringen, werden sich schon Mittel und Wege finden. — ES wird auf Antrag der Herren Georgi und Gaffky beschlossen, die Sache an die Finanzdeputation zurückzuverweisen.
P h. Kröck beabsichtigt, einige Teile seines Neubaues an der Nodheiinersttaße in Fachwerk auszuführen; Dispens wird befürwortet, desgl.
das Gesuch des Weißbindermeisters Sch mall um Erlaubnis zur Errichtung eines Geräteschuppens am Wißmarer Weg.
Dem Tauschvertrag zwischen der Stadt und dem Fabrikanten Nattmann bezüglich eines kleinen Geländeslreifens in der Diezstraße stimmt die Versammlung zu, ebenso
der Vergebung der Bordsteinlieferung für die Longsttaße zum Preise von Mk. 4.50 per laufenden Nieter an die Firma Müller in Allertshausen.
Dem Restaurateur Fritz Teigler soll gegen eine jährliche Anerlennungsgebühr gestattet werden, städtisches Gelände und einen Brunnen der ehemals PaScoeschen Besitzung zu benutzen.
Das Gesuch des Karl Weber um Anlage eines Geleiseanschlupes an dasjenige der Stadt Gießen bei der Margarethenhütte wird abgelehnt, der
pachtweisen Ueberlassung eines TelleS der Waldpazelle nördlich der Llebigshöhe zur Einlage eines Schliefplatzes für Len Verem ,Hundesport" zugestimmt.
Von der Aufwendung der zu 570 Mk. veranschlagten Kosten für die Erweiterung der Bücherausgabe in der fiefej halle soll abgesehen werden, da die Lesehalle über kurz oder lang in geeignetere Räume verlegt wird.
Die Baufluchtlinie für die Häuser Nr. 57—77 des Selterswegs wird genehmigt.
Infolge Nachfrage |oGes noch einige Erbbegrc dniS-
plätze auf dem Gräberfeld deS alten Friedhofs zu den üblichen Bedingungen abgegeben werden.
Der Vergebung der Holzhauer- und Waldkulturlöhne im Stadtwald für 1903/04 sollen die bisherigen Lohnsätze zu Grunde gelegt werden.
Die Wiese in den Eichgärten soll auch während deS Winters 1902/03 dem Eisverein unter den seitherigen Bedingungen überlassen werden. Infolge Einspruchs der Gartenbesitzer in den Eichgärten wegen des ihnen durch den Wasserdurchbruch aus den dem Eisoerein überlassenen Wiesen angeblich zugefügten Schadens soll der Graben tiefer gelegt und nach der Moltkestraße geleitet werden.
fit Bericht der Oberförsterei ist, um den Stadtwäld in seinem derzeitigen Bestände zu erhalten, die Einschränkung der jährlichen Holzfällungen nötig, was finanziell eincisl Ausfall von 10000 Mk. gleichkommt. Die Versammlung m mit Einschränkung der Fällung einverstanden.
Betr. des Gesuches des Georg Ruths ah um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Schillerstraße 14, soll die von dem Kreisamt verlangte Begründung der Befürwortung nachttäglich abgegeben werden. — Die Bedürfms- frage bezüglich des Konzessionsgesuches des Friedrich Schäfer für das Haus Neustadt 1 wird verneint, bezüglich des gleichen Gesuches des Heinrich Gratzfeld für das Haus Steinstraße 23 bejaht.
Mehrere Rechnungen über ausgeführte Bau- und Kanalarbeiten werden genehmigt
Stadtv. Jann weist auf dem schlechten Zustand des Schiffenberger Weges zwischen der Gartenstraße und dem Eisenbahnübergang hin. Bürgermeister Mecum erklärt, daß ohne Verbreiterung des Weges, die Geländeerwerbung bedinge, die Anlage eines Trottoirs nicht angängig sei.
Vor Schluß der öffentlichen Sitzung brachte Stadtv. ;tru mm den Brotpreis der hiesigen Bäcker zur Sprache, lieber diesen Gegenstand werden wir in nächster Nummer berichten.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 14. November 1902.
* * Von der Universität Am gestrigen Tage hat der 100 0. Student seinen Namen in das Jmmatrikula- tionsbuch eingetragen. Es ist das erste Mal, daß diese Zahl in einem Wintersemester erreicht und hoffentlich auch überschritten wird.
* * Das Gießener Universitäts-Taschenbuch, Wintersemester 1902/03, herausgegeben von der Hof- und Universitätsbuchhandlung August Frees, ist auch diesmal wieder prompt erschienen, mit dem wvhlgetroffenen Porträt des neuen Rektors Prof. Tr. Krüger geschmückt Es enthält ein erschöpfendes Vorlesungsverzeichnis und manche sonstige für die Studierenden der hiesigen Universität wissenswerten Angaben über Jmmattikulatton, Krankenkasse, Stipendien, Honorarstundung, Promotion rc., genaue Mitteilungen über die hiesigen akademischen Vereinigungen, und schließlich auch einen kurzgefaßten Führer durch Gießen. Es ist feit Jahren ein treuer Begleiter jedes Gießener Musensohnes.
* * Kranken st ati st ik der hessischen Heil-An- talten und Krankenhäuser. Es giebt im Groß- jerzogtum, nach den statistischen Zusammenstellungen für 1901: 32 öffentliche und 19 private Krankenhäuser. Tie Zahl der Betten ist in den ersteren 2565, in letzteren 721. Was die Zahl der Verpflegten betrifft, so steht das DLainzer Rvchusspital mit 5002 an erster Stelle, dann folgen Tarm- stadt (Krankenhaus) mit 2777, Offenbach (Stadtkrankenhaus) mit 2554, Worms (Krankenhaus) mit 2087 und Gießen (chirurgische Klinik) mit 2019 Verpflegten. Nach der Zahl der Verpsicgungslage weist Mainz 132 949, Offenbach 83 721, Tarrnsladt 66 392, Worms 48 878, Gießen 47 596 Verpflegungstage aus.
** Im Wahlbezirk Offenbach-Land, wo bekanntlich die erste Wahl infolge des Nichterscheinens "i>er bürgerlichen Wahlmänner rejuliatlos verlaufen war, wurde bet der am Donnerstag in Groß-Steinheim abgehaltenen zweiten Wahl von den anwesenden Wahlmännern der Sozialdemokrat Johannes Orb-Offenbach einstimmig als Landtagsabgeordneter gewählt. Tie bürgerlichen Wahlmänner waren wiedernichterschienen.
)—( Krofdorf, 13. Noo. Unter den 12 Abgeordneten des Wahlverbandes der acht Landbürgermeistereien des Kreises Wetzlar hat die vereinigte Bürgermeisterei Atzbach- Launsbach für die Folge drei Kreistagsabgeordnete zu wählen. Bisher hatte jede der beiden Bürgermeistereien nur je ein Mitglieo, da aber die Einwohnerzahl der Büraer- rneisterei Atzbach z. Zt. 6866 beträgt, so hatte die Äahl eines zweiten Abgeordneten zu erfolgen. Bei der auf der hiesigen Bürgermeisterei erfolgten Neuwahl wurde neben dem bisherigen Krcistagsniitglied Schultheiß Loh-Tuten- hofen Gemeindevorsteher Pfeiffer- Krofdorf gewählt. Für die Bürgermeisterei Launsbach ging diesmal Gemeindevorsteher Pausch - Wißmar aus ocr Wahl hervor.
—t. Grebenhain, 12. Noo. Die Pläne zur B a h n - strecke Grebenhain-Gedern sind nun endlich eingetroffen. Dem Los I, umfassend die Gemarkungen Erain- feld, Bermutshain und Hartmannshain, ist die Bauzeit von 2 Jahren, dem Los II, umfassend die Gemarkungen Lberseemen und Gedern, wegen der großen Terrainschwie- rigketten eine solche von 2 Jahren 8 Monaten gewährt worden. Beide Lose müssen zugleich in Angriff genommen werden. Es beginnen nun sofort die allgemeinen Baueinrichtungen, während der Termin des eigentlichen Bau- anfangs auf den 1. Dezember d. I. vorgeschrieben ist. Einheimische Arbeiter können mm wahrend des Winters eine lohnende Beschäftigung finden, da ausländische Ar- beiter vorerst nicht angenommen werden sollen.
() Schotten, 13. 'Nvv. Ein Dahlmann war als „unsicher" bei einigen Kollegen bekannt. 'Ulan sah sich daher genötigt, den Mann vor und während der Wahlen ft r c n ( ui überwachen. Beständig war der „Unsichere" von zwei Bekannten umgeben und man drückte ihm jedesmal kurz vor der Wahl einen Stimmzettel in die Hand. (Tas finden wir nicht, wie unser Korrespondent, „heiter", sondern das scheint uns vielmehr eine höchst unstatthafte Dahlbeeinflussung gewesen zu fein. D. 'Jieb. d. Gieß. Anz.)
Z Eschenrod b. Schotten, 13. Noo. Unser altes, baufälliges Kirchlein soll durch ein neues Go 11eshaus ersetzt werden. Schon jetzt sammett man Beiträge zum Baukapital; ebenso verkaufen Kolporteure im Auftrage des Kirchenbauvereins Bilder zum Besten des Neubaues.
() Darmstadt, 13. Nov. Tie Sitzung der Stadtverordneten. die heute abend unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Morncwcg stattfand, gestattete sich in der
Einleitung ziemlich lebhaft. Ter Stadtverordnete Schupp hatte den eigentümlichen Schritt unternommen, beim Pro- oinzialausschuß Beschwerde resp. Protest einzulegen gegen >ie Ausführung eines von der Stadtverordnetenversammlung gefaßten Beschlusses betr. der Einführung der elet- trischen Bahn in das Johannis-Stadtviertel. Sowohl durch Stadtv. Lberschulrat Nodnagel, wie durch den Oberbürgermeister wurde der betr. Stadtverordnete ziemlich deutlich auf die mindestens „ungewöhnliche" Art und Weise- eines Vorgehens aufmerksam gemacht. — Tie 17 Gegenstände der Tagesordnung boten fast ausschließlich lokale- Interesse. Bemerkenswert ist die Mttteilung des Oberbürgermeisters hinsichtlich des weiteren Ausbaues der elektrischen Bahn namentlich nach den Vororten. Daß die Eini^ gungsbesrrebnngen mit der süddeutschen Eisenbahngesell- chaft einen guten Fortgang nehmen und er hoffe, in einer der nächsten Sitzungen darüber Näheres mitteilen zu können. — Im Anschluß hieran sei aus der geheimen Sitzung noch ein interessantes Vorkommnis mitgeteilt. Wie der Oberbürgermeister berichtete, hat ihm ein hiesiger Einwohner den Betrag von ca. 900 Mark und dazu ein Begleitschreiben übersandt, in welchem er in reuiger Weise bekennt, er habe seit Längeren Jahren seine Steuern nicht hoch genug angegeben und schicke deshalb» um fein Gewissen zu entlasten, den hinterzogenen Betrag mit Zins und Zinseszins ein. Die Stadtoerordnetenver- ämmlung war natürlich über diese durch die Thal bewiesene Einkehr des reuigen Sünders sehr erfreut
Sir ft ein, 13. Nov. Eine häßliche Szene spielte sich dieser Tage auf dem hiesigen Bahnhöfe ab. ®n Bauer nebst seiner „besseren" Ehehälfte hatten einen Waggon Heu. zu verladen. Ersterer sollte die Tecke regelrecht anbringen, teilte sich aber ungeschickt an. Hierüber geriet feine Ehefrau in argen Zorn. (Äe ergriff eine Heugabel und bläute ihren Ehegemahl jämmerlich durch. Nachher zeigte der Mann größere Anstelligkeit und verrichtete sein Geschäft zur größten Zufriedenhett feiner Gebieterin.
Groß-Umstadt, 13. Nov. Sämtliche Wahl- männer der Kandidatur des Realschuldirektors Tr. Lahm erlassen int „Ld. B." folgende Erklärung: „Wir haben in unserem Flugblatte vom 3. November gesagt, int ersten und zweiten Wahlgange treu zu unserem Hanbibaten, Real- schuldirektor Tr. Lahm, zu f)alten. Wenn wir trotzdem im zweiten Wahlgange für Georg Hauck in. von Schaafheim timmten, so geschah dies, nachdem Tirektor Tr. Lahm die Kandidatur auf unseren Wunsch niedergelegt und uns auf diese Weise unseres Versprechens entbunden hatte. Dieses Entgegenkommen unseres Kandidaten war veranlaßt durch die bestimmte Erklärung seitens der Wahlmänner des Herrn Hauck, andernfalls das Wahllokal zum zweiten Wahlgange überhaupt nicht betreten zu wollen, wodurch wtt in die Zwangslage versetzt worden waren, durch weiteres Beharren dem Kandidaten des Zentrums, Stodttechner Uebel, indirekt zum Siege zu verhelfen. Um dies zu vermeiden, waren wir genötigt, wie geschehen, zu handeln." — Tr. Lahm bemerkt hierzu: ,Hch erkläre, daß ich mit meinem Rücktritt von der Kandidatur es als selbstverständlich ansah, daß meine Wahlmänner jeder Verpflichtung für meine Kandidatur entbunden waren."
Aus Rheinhessen, 13. Nov. Die „Zigeuner» plage" bildet eine stehende Rubrik in unseren Lokalblättern. Tie Unverschämthett der braunen Gesellen kennt kaum noch Grenzen. Tte Bevölkerung ist darüber febr erbittert. In der Gemarkung von Texheim bei Oppenheim ist ech dieser Tage zu einer wahren Schlacht mit den Sohnes und Töchtern der Puszta gekommen, lieber 40 derselben lagerten dort mit 6 Wagen mehrere Tage lang. Tie Pferde ließen sie auf den angesäten Feldern Herumlaufen, wo dieselben großen Schaden anrichteten. Vorstellungen halfen nichts, sodaß sich der Gemeindevorstand in Dexheim genötigt sah, Gendarmerie herbeiholen zu lassen. Als zwei Gendarmen die Zigeuner derjagen wollten, leisteten diese den heftigsten Widerstand, und es kam zum Handgemenge. Tie Beamten zogen vom Leder und hieben scharf ein. Der Kampf dauerte zwei Stunden. Einige 100 Bauern,, mtt Stöcken und Dreschflegeln bewaffnet^ unter st ützten die Beamten. Auf beiden Seiten ging ein wahrer Steinhagel hernieder, und es gab hüben und drüben Verwundete. Erst als von den Zigeunern einige durch Säbelhiebe schwer verletzt zu» sammenbrachen, gaben die übrigen Fersengeld. Friedlicher letzten sich die Bauern von Hohen-Sülzen mit einer größeren Zigeunerbande auseinander. Auch diese ließ chre Pferde auf den mit Wintersaat bestellten Feldern weiden. Als,die Zigeuner sich, weigerten, den Schaden zu bezahlen, pfändeten die Bauern auf Anordnung des Bürgermeisters ein denselben gehöriges Pferd, wöbet sie sicht natürlich nicht den schlechtesten Rosinante aussuchten, und brachten bann die Gesellschaft mit Gewalt, aber ohne Blutvergießen, über die Grenze ihrer Gemarkung. Tie Behörden sind insofern machtlos gegen das braune Gesindel, als dasselbe meist mit Gewerbescheinen als Pferdehändler, Kesselflicker usw. versehen ist.
Frankfurt, 13. Nov. Eine elektrische Eisen^ bahnzug-Deckung wurde heute auf einer von der königl. Eisenbahndirettion Frankfurt fett längerer Zett ein* gerichteten Probestrecke auf der Linie Sachsenhausen—Gold* stein in Anwesenheit des Cisenbahnpräsidenten Thoms unb anderer hoher Eisenbahnbeamten geprüft. Tas Alten- b eetener und Offenbacher Eisenbahn-Unglück wurden in ihren Sttuationen nachgeahmt und gezeigt, wie der Apparat solche Vorkommnisse zu verhindern un stände ist. Auch Unfälle durch gesperrte Eisenbahn-Ueber- gänge und falsche Weichenstellung wurden geschickt Derrn ie den. Ter "Apparat, der auf dem Führer stand der Lokomotive untergebracht ist, funtlümierte tadellos und soll in den nächten Wochen dem Eisenbahnminister auf der hiesigen Versuchsstation vorgeführt werden. Die Erfinder sind Frankfurter. Tie Verwertung hat die hiesige Gesellschaft für Eisenbahn-Zugdeckung übernommen.
Wiesbaden, 13. Nov. Prinz Heinrich von Waldeck-Pyrmont ist im Alter von 58 Jahren hier gestorben.
"Dr.W.KnechfsMagenbitfer
..SÄNTIS”
isl^bei Magen-u.Ddrmbeschwerden das vorzüglichsteu unentbehrlichste Hausmittel. Probefiaschei - er^|ich
Woth’s Teigseife
ö ij'inuyigire Küchen- uni
" ™ sowie Schürzen Preis per Packe: 2U Pjg. Fabrikant I. Gioch, Hanau.


