Ausgabe 
14.10.1902 Zweites Blatt
 
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Vermischtes

Die aus acht Personen be-

Bad-Nauheims wurde

Kandidat aufgestellt worden ist. Die Mainzer Zen- trumSparte: hat zu der bevorstehenden LandtagSwahl nunmehr auch Stellung genommen, indem von dem Vor­stande der Beschluß gefaßt worden ist, selbständig in den Wahlkampf zu treten und eigene Kandidaten aufzustellen. Man war, wie das ,Mainzer Journal * mitteilt, seitens der

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Zentrumspartci bemüht, gemeinsam mit den übrigen bürger­lichen Parteien der Stadt Mainz, die seil 18 Jahren durch zwei Sozialdemokraten in der Zweiten hessischen Kammer ver­

treten ist, eine andere Vertretung zu verschaffen, welche Be­mühungen indes resultatloS verliefen. An dem Wahlkampfe werden sich jetzt also daS Zentrum, die Nationalliberalen und die von den Demokraten und den Deutschfreisinnigen unter»

Schlachtgewicht, seit zwei Wochen wird aber der Schweine­preis mit 6668 Mark per 50 Kilo Schlachtgewicht amt- lich notiert. Infolge dieses Preisrückganges Jinb wieder eine Anzahl Schwcmemetzger mit dem Preis der Fleisch- und Wurstwaren auf die früheren Preise zurückgegangen.

pr. Pfund itzkraut per

Stadttheater. Mittwoch wird als zweite I ließen.

volkstümliche Vorstellung »Der Hüttenbesitzer" von Darmstadt, 13. Okt. Dem Vernehmen nach tritt die Georges Ohnet aufgeführt. Die Rolle der ,AthenäiL" spielt evangelische Landessynode am Dienstag, 28.Oktober, diesmal Fräulein Adelheid Mannstaedt. Die Wieder- zusammen. Die Sitzungen sinden im StändehauS statt und holung von PhilippiS erfolgreicher Novität »Das große werden voraussichtlich einige Tage in Anspruch nehmen. Licht" findet am kommenden Freitag, den 17. d. Mts., statt. Ein hiesiger Rentner hat sich heute vormittag in seiner Woh-

** Zu den Landtagswahlen. In einer Ver- nung in einem Anfall von Schwermut erschossen. trauenSmänner - Versammlung der deutschfreisinnigen Mainz, 13. Okt. Die hiesige Armee-Konsero en- Partei, welche gestern in Ingelheim stattfand, wurde fabrik eröffnet diese Woche ihre diesjährige Schlachtkam- beschloffen, für den Wahlkreis Ingelheim-Finthen den Rechts- pagne. Geschlachtet werden täglich 2530 Ochsen, deren anwalt Ferdinand Börkel aus Mainz als Landtagskandldat Fleisch in der denkbar kürzesten Zeit gekocht, geschnitten und aufzustellen. Dieser Wahlkreis wurde früher immer durch in Büchsen verpackt wird. Zu dem Stopfen der Büchsen einen Freisinnigen vertreten, ist aber bei der letzten Wahl sind zirka 100 Personen nötig, welche Arbeit in zwei großen von dem Zentrum erobert worden, welches den Rechtsanwalt Räumen vorgenommen wird, in denen die peinlichste Rein- Dr. Frenay von Mainz in den Landtag entsandte, der seitens lichkeit herrscht. Die Köpfe der Ochsen gehen an die Vieh- deö Zentrums zu der bevorstehenden Wahl wiederum als | lieferanten retour und werden an Private verkauft. Der

Preis für Schweine ist auf unserem Viehmarkte im Laufe der letzten 2 Wochen wieder etwas zurückgegangen. Seither kosteten nach dem amtlichen Marktberichte auf unserem Vichhof die Schweine Mark 68 bis 70 per 50 Kilo

allgemeinen Kranken Hause verstarb. Als der That dächtig ist der 17 Jahre alte Lehrling Jakob Groß ver­

haftet worden. c, _ .

* Mannheim, 13. Okt. Ter verhaftete Di­rektor Böhm war auch Testamentsvollstrecker und ^>er- mögensverwalter d.es >)lachlasies der verstorbenen Gräfin de La Ross. Wie der Korrespondent des genannten Blattes von zuverlässiger Seite erfährt, ist dieser dlachlaß nicht mehr intakt. Böhm soll über 100 000 Mk. für sich verwendet haben. .

Gießen, 14.Okt.Marktbericht. Auf dem heutigen WochenmarN kosteten: Butterpr.Pfd. 0,901,00 Mk., Hühnereier pr. St. 78 Psg., 2Slck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., (Enteneier 00Psg., Käse pr.Stck. 59 Pf.,Kasematte2Stck. 50Psg., Erbsen pr.Ltter 19Psg., Linsen pr. Ltter 32 Psg., Taubenpr. Paar 0,600,80 'DIL. Hühner pr. oL 1,001,30 Mk., Hahnen pr. Stück 0,600,85 Mk., (Enten pr. Stück 2,002,30 Alk., Gänse pr. Psd. 5065 Pfg., Ochsenfleifch pr. Psund 6676 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Pfg^ Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Psg^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund

stützten Sozialdemokraten beteiligen.

* * Zu dem Selbstmord des Bürgermeisters Wörner in Bad-Nauheim wird der ,^Frankf. Ztg." geschrieben: Im Januar 1894 kaufte ein aus Kottbus zu­gezogener Arzt ein Haus am Allceplatz. Bor Abschluß des Kaufvertrages bedeutete ihn Bürgermeister Wörner, der den Akt vorzunebmen hatte, daß nach hessischem Gesetze die Anwesenheit Der Ehefrau des Arztes und deren Unter­schrift unbedingt notig sei, obwohl der Arzt erklärte, daß seine Frau nicht miterbe und er nach dem in Kottbus geltenden Rechte (Gütertrennung) allein kaufen könne. Ter Bürgermeister blieb bei seinem Verlangen. Um die Forma­lität zu erfüllen und den Kaufvertrag schnell abzuschließen, rief nun der Arzt seine Frau telegraphisch von Kottbus nach Nauheim. In einem späteren Ehescheidungsprozeß^und bei Ableistung eines Lffenbarungseides berief sich die Frau des Arztes auf ihr an^bliches Miteigentum an dem Haus in Nauheim. Ter Ar strengte einen Prozeß dagegen an und ließ den SBürgernieifter Wörner als Zeugen vorladen. Tiefer soll nun am 15. April 1901 vor dem Landgericht in Gießen einen falschen Eid geschworen haben und sollte deshalb am 11. d. M. verhaftet werden. Tem entzog er sich durch Selbstmord. lieber die Beerdi­gung Wörners wird uns von unserem Nauheimer Korrespondenten folgendes geschriebenUnter Beteiligung der meisten Vereine und fast der gesamten Bevölkerung ' gestern nachmittag 4 Uhr Bürger- beerdigt. Pfarrer Vogel hielt

meisterWörner ___ v

nach dem Texte:Richtet nicht, auf daß Ihr nicht gerichtet werdet eine ergreifende Leichenrede, und danach legten die Vorstände der Vereine Kränze am Grabe nieder. All­gemein nimmt man jetzt an, daß verletztes Ehrgefühl, die Angst vor dem Niederlegen seines Amtes, verbunden mit Schwermut, den Unglücklichen in den Tod getrieben habe. Wörner war außerordentlich gefällig und gerne hilfbereit gegen jedermann, hat aber zu sehr an dem alten Gemeinde- ordnungssystem festgehalten, sodaß jetzt bedeutsame Ver­änderungen für Bad-Nauheim bevorstehen dürften.

* Die Bürgermeisterwahl zu Bersrod hat der

werden. t _

Berlin, 13. Okt. Die Abendblätter melden, das Ab­schiedsgesuch des Oberpräsidenten der Provinz Hannover, Grafen Stolberg wurde unter Verleihung des Kronenvrdens erster Klasse genehmigt und Re­gierungspräsident Wentzel in Wiesbaden zum Nachfolger ernannt (Tr. Wentzel trat in Wiesbaden fein Amt am 1. April 1898 an; er tarn von ftobtenfa, iw er. ialauSfcbufi in feiner Sitzung am Samstag, wie

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Hofgeismar und Mar bürg; 1889 wurde er als vor- die Kosten des Verfahrens verurteilt. In der Verhandlung

tragender Rat in bad landwirtschaftliche Ministerium be- kam zur Sprache, daß der Versuch der Wahlbeemflustung m

rufen. D. Red.) unzulässiger Weise gemacht worden fei. U. a. sei Freibier

Tie drei Buren, welche sich vorige Woche I)ier gefpenbct worden, um die Wähler zu beeinflussen. Es wäre

aushietten, haben Berlin wieder verlassen. Kommandant ^er Wahl Stimmengleichheit erzielt worden, wenn ins- Botha ist zum Besuche eines ihm befreundeten befonbere zwei Wähler nicht beeinflußt unb zur Stimmabgabe

nach Schlesien, die beiden anderen naä) Holland gereist. e|nen Kandidaten genötigt worden wären, für den sie

6676 Pfg., Nut)- UNO Rindfleisch pr. Pfuno öv04 Psg., fleisch pr. Pfund 7080 Pfg^ -Lchweinefleisch, gesalzen.

84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 6872 Pfg., Hammelfleisch 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 4,004,50 Mk., We _ Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 8,303,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 000 Pfg., in Körben 0000 Pfg. Trauben 0000 Pfg.

Tie Marktzeit dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmarkwerkehrs dürfen vorjöeginn der Marktzelt überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiejenen Verkaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen, feilgeboien werden.

Arbeiterbewegung.

Terre-Roirc,13. Okt Heule Morgen fand das Begräbnis des von einem Gendarmen getöteten Arbeiters statt. Tie Feier, der über 10 000 Personen beiwohnten, verlief ohne Zwischenfall, obgleich besondere polizeiliche Vorkehrungen nicht gctrofren waren. Tie Gemeindemitglieder von Terre-Noire, ein Vertreter des Präfekten, der Bürgermeister, dessen Beigeordneter, der Gcmemderal sowie eine Samt (Etienner Abordnung nahmen Teil. Tie Grubenarbeiter von Samt (Etienne erschienen mit Fah­nen. Am Grabe wurden mehrere Reden gehalten.

Rew-Aork, 13. Okt. Von zuverlässiger Seite verlautet, der Sekretär des Knegsamles, Root, sei am Samstag vom Präsidenten Roosevelt beauftragt worden, Morgan aufzufordern, 'Mittel aus­findig zu machen, wie der Ausstand beigelegt werden könne. Mor­gan habe das Verlangen m Erwägung gezogen, den Sekretär Root fedoch später davon unterrichtet, daß er nichts zu thun vermöge.

Briefkasten brr Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

M. Hof. Tie Polizeiverordnungen, von welchen § 366, Zister 10 des Reichsstrafgejetzbuches spricht, beziehen sich sänulich auf die Verkehrssicherheit auf öffentlichen Wegen, Straßen und Platz«»

-------------------------sonst nicht gestimmt hätten. Der Provinzialausschuß schloß ^lluHUUV* sich im allgemeinen den in der Verhandlung zur Sprache

London, 13. Okt- TemAtarning Leader" wird aus gebrachten Gründen für die Kassation der Wahl an und kam Madrid gemeldet: In Murria haben die Bauern das zu dem oben mitgeteilten Erkenntnis.

Bureau der ZeitungTiario^ überfallen, die Druckerei .)(. Krofdorf, 13. Ott. Tie Lehrer des Jnspek- ^erstört und zwei Redakteure schlimm tionsbezirks Wetzlar waren am gestrigen Tage zu ihrer verletzt m .. . . . diesjährigen Amtskonferenz hierfelbst versammelt. Kreis-

T»e Polt-n dementrerl^das Frücht «spektor Geibel-Dudenhofen hatte Krofdorf zum

4Tnnfl nach einer b4jährigen Wirksamkeit IN unserer (Be-

cJvUP A1UU1 UllV c-WHU. tneinbe in den wohlverdienten Ruhesland getreten. Gewiß

Gießen, 14. Oktober 1902. ein seltenes Fest, wenn ein Lehrer solch' lange Zett in treuer - Hofnachrichten. Der Fürst zu Isenburg- Pflichterfüllung an einem Orte gewirkt hat. Kem Wunder, Birst ein traf vorgestern zum Besuche des Großherzogs in daß die Feier daher auch unter ansehnlicher Beteiligung von Jagdschloß Wolfsgarten ein. Der Großherzog und sein Setten der Vorgesetzten, vieler Geistlichen, sowie sämtlicher hoher Gast fuhren gestern vormittag nach dem Kranichsteiner Kollegen aus Stadt und Land stattfand. Der Senior der Park, um auf Hirsche zu pürschen. Der Groß Herzog Lehrerschaft, Altha uS-Münchholzhausen, nahm nach einem hat für die Prinzessin Elisabeth bei Jagdschloß Wolfsgarten einleitenden Gesang das Wort und sprach im Namen der nach dem Plane deS ProfesiorS Olbrich ein reizendes Garten- Lehrerschaft feinen Glückwunsch aus. Der Kreisschulinspektor Häuschen mit einem Gärtchen davor erbauen lasten, welches richtete ebenfalls herzliche Worte an den Jubilar, wie er in ba6 höchste Entzücken der Kinder bildet. seiner langjährigen AmtSthätigkeit mit Treue und Gewissen»

Die Verpflichtung und Einführung des Hastigkeit feines Amtes gewaltet, dasselbe in einer schwierigen Rektors und der beiden Hauptlehrer an der hiesigen Zeit begonnen, aber in Deutschlands großer Zett ruhmreich Volksschule findet heute statt. vollendet habe. Um seinen Dank für die ihm dargebrachten

- Auszeichnungen. DerDroßherzog hat den nach- Ehrungen abzustatten, ergriff hierauf Lehrer Weil selbst das benannten Beamten in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- Wort, bann folgte ein weiterer Gesang, womit bie offizielle gemeinschast auS Anlaß ihrer am 1. Oktober l. Js. erfolgten Feier ihr Enbe erreichte. Der Verlauf bes dann folgenden Versetzung in den Ruhestand folgende Orden verliehen: am Festessens im Freund'schen Gasthause legte Zeugnis ab 23. August d. IS. dem Güterexpedienten Jakob Frieds am von der Wertschätzung und Beliebthett, deren sich Herr Weil zu Mainz daS Silberne Kreuz deS Verdienstordens Philipps erfteut.

deS Großmüttgen, am 6. September d. Js. dem Eisenbahn-Winterschonzeit fürFische. Mildem 15.Oktober sekretär Friedrich Adam zu Mainz daS Ritterkreuz 2. Klasse beginnt die Winterschonzett für Fische; sie dauert bis deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Sta- 14. Dezember einschließlich.

tionSassistenten Wilhelm Kern zu Bingen daS Silberne p. Friedberg, 12. Okt. Heute nachmittag 4 Uhr Kreuz deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen; am fand in der Stadtkirche ein Volks-Kirchenkonzert statt. 10. September d. Js. dem Bahnmeister Konrad Bischofs Veranstaltet war dasselbe von dem Organisten Müller an zu Lauterbach die Krone zum Silbernen Kreuz des Ver- der Stadtkirche zum Besten des Orgelbaufonds. Es wirkte dienstordens Philipps des Großmütigen, den Lokomotivführern mit Fräulein Jäger-Lich (Sopran), Herr S im on-Mainj Cornelius Rieger und Adam Aul, beide zu Aschaffen- (Violine) und die GesangSabteilung des evangelischen Ar- burg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift .Für beitervereinS. Vorzügliches leistete besonders letzterer Chor, treue Dienste". dessen Gesänge auf eine ausgezeichnete Schulung schließen

* K o b le n z, 13. Okt. TerKvbl. 3tg." zufolge t o t e t e in der letzten Nacht in dem benachbarten Rübenach em Ar­beiter während eines Streites eine Per f on durch D^sser- 'tiche und verwundete sechs, darunter ewige fchwer. Ter Thäter wurde verl-aftet.

* Tort mund, 13. Ott. Die aus acht Personen be­stehende Familie des Arbeiters Witte ist an Vergif- unklsersch einun gen erkrankt. Tr ei Kinder sind ge- orben, die anderen Personen sind außer Lebensgefahr

* Magdeburg, 13. Okt. In einem hiesigen Hoiel er sch o ß sich heute mittag der Kaufmann Carl Reimes aus Halberstadt. Tie Motive zur That sind unbekannt. Ein­brecher verübten in dem 2chuhwarenge,chäft von Ärciy berg einen Einbruch und räumten das ganze Sager auf.

* Mannheim, 13. Okt. Eine schwere Messer- affaire spielte sich in der verflossenen 9Lacht zwischen 12 unb 1 Uhr in der RestaurationZur Tomschanke" m der Nähe des Paradeplatzes ab. Eine Anzahl junger Leute war in Streit geraten. Fünf oder sechs der 'Beteiligten schlugen, und stachen auf den 19 Jahre alten Kaufmann August W^or- ner ein. Tab ei erhielt Wörner einen so gefährlichen >stich in die Brust, daß er während des Transports nach dem G'rrtTiftmruiufe verstarb. Als der That ver-

rin stimmig angenommene erste Antrag, ist tm Gegensatz zu bat Forderungen des Herrn Basiermann und Geh. Justizrat Professor Kahl bei weitem nicht so markant tote der hannoversche Antrag. Im übrigen wird eine nahe Zu­kunft lehren, ob durch den Beschluß zum Zolltarif-Entwurf die Einigkeit der nationalliberalen Reichstags fraktion her- gestellt ist.

Deutsches Reich.

Berit«, 13. Ott. Ter Kaiser hat seine Wrrise | von Lad in en bis Freitag den 17. ds. verschoben.

Nachträglich werden Einzelheiten einer Rede be*1 tarnt, die der Kaiser am vorigen Tiensitag im Offizier­kasino des dritten Grenadierregiments in Königsberg hielt. Wie ein Telegramm aus Königsberg berichtet, feierte 5er Kaiser unter anderem den neuen kommandierenden General deS ersten Armeekorps v. d. Goltz mit folgenden Worten: Nun kann ich ruhig schlafen, jetzt habe ich einen Häseler im Westen, einen Häseler im Osten.

Nach derDtsch. TageSztg." liegt die Broschüre des entlassenen Verbandsrevisors Bühring in der Angelegen­heit deS Majors Endell auch dem Ehrenrat in Posen vor. Ferner ist seitens Endells die ehrengerichtlicbe Unter­suchung gegen den Landrat von Wittich, beantragt worden.

Wie aus Halle gemeldet wird, erklärte der freif. Rrichstagsabg. Tr. Barth in einer Versammlung der lib. Vertrauensmänner zu Wittenberg, daß er für Wittenberg» Schweinitz nicht wieder kandidieren wolle; darauf­hin wurde einstimmig Stadtrat Sichler-Wittenberg als Kandidat aufgestellt. Tr. Barth teilte auf Grund ihm gewordener zuverlässiger Information mit, daß die R e i cb s- tagswahlen im Juni nächsten Jahres ftattfinben

Gerichtssaal.

Darmstadt, 12. Oft Strafkammer. Ter Dienst». knecht PH. Freund, 25 Jahre att, aus Gießen, sowie fern Kollege, der 27jährige K. F. H a u f f e aus Torgau, haben am 24. August 1902 auf der Straps ReinheimSpachbrücken den ^ienflknechi Andreas Baumann unvermutet von hinten zu Boden gensfen und ihm mit Messern 15 Stichwunden m den Kopf, der Stirn, das Gesicht und in die rechte Hüfte zugesügt, sodaß er blutuber- strömt bis zum 'Morgen liegen blieb. Baumann befindet sichz.Zt. noch im Tiatonlsfenhaus dahier. Für diese ungemem rohe^Thal wird Freund zu einem Jahr drei Monaten, Hausse zr ernemJahrGefängnis oerurttilt

Kassel, 11. Okt. Im Cioilprozeßversahren wurde heute hier ein Nachspiel zum Treberprozeß verhandelt. Ein hie­siges Bankhaus, welches durch den Treberkrach arg geschädigt wurde, klagte auf Entschädigung gegen den früheren zweuen Tlrektor der Trebergesellschail, B o l l m a n n, der jetzt m Hannover ansamg UL Es waren ein Fünftel der im Treberprozeß vernommenen Zeugen geladen. Die größte Anzahl der Zeugen vermochte auch dieses Alal keine bestimmte Auskunft zu geben. Bollmann selbst erwiderte auf die Aussagen, daß seine Thätigkeit m der Finanzableilung nur begrenzt gewesen sei. Direktor Schmidt hätte ihm stets die Höhe des Kredtts mitgetedt, welchen diese oder jene Bank der Gesellschaft eröffnet und er habe innerhalb dieses Kredits die Wechsel ausge­stellt. Ter wahre Stand der Gesellschaft sei ihm bis zu deren Zu- ammendruch unbekannt gewesen. Die Sache wurde schließlich zwecks weiterer Beweiserhebung vertagt. Im nächsten Termin ollen die Akten aus dem Treberprozeß vorgelegt und Adolf Schmidt als Zeuge vernommen werden. ES kam übrigens zur Sprache, daß die Verhandlungen der französischen Regierung bezüglich Schmidts im Sinne der deutschen Behörden zu Ende ge­führt worden sind, und Schmidt diesen nun kerne Schwierigkeiten mehr bereiten kann.

Kassel, 13. Oktober. Die Voruntersuchung gegen den fruy«eo Treberdireklor Schmidt wird voraussichtlich in den nächsten acht Tagen beendet werden. Die Anklage lautet auf be­trügerischen Bankerott und Vergehen gegen tz 814 des Handels- gesetzbuches. Die Hauptverhandlung wird wahrscheinlich schon tm Dezember vor dem Schwurgericht ftattfinben und mindesten- vierzehn Tage dauern. Tie Verteidigung Schmidts führt Justtzral Eckels aus Göttmgen.

Potsdam, 13. Okt. TaS Schwurgericht verurteilte den Maler Otto Wagner aus Nowawes, welcher angeklagt war, am 21. August die verwittwete Justizrätin Jßmer ermordet und beraubt zu haben, wegen schweren Raubes au lebensläng­licher Zuchthausstrafe und dauerndem Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte. Tie Schuldfragen auf Mord und Totschlag wurden verneint.

Zan-el und Uerkchr. Volküwirlschasl

Loudon, 13. Oktober. Der Preß Affociation wird die Meldung der .Financial ^ew^^ bestätigt, daß die Regierung binnen kurzem eine Bill vorlegen werde betr. Aufnahme einer von der englischen Regierung zu garantierenden Transvaalan­leihe im Betrage von dreißig iDli Ilion en Pfund.

Markte.