Ausgabe 
14.10.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 241 Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Dienstag 14. Oktober RSVS

Erscheint täglich außer Sonntag».

Dem Steßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem «elfischen Landwirt die «ießener ZamUien. Hättet viermal in der Woche betgelegt.

KotattonSdruck iu Ver­lag der Brühl'lchen Untvers^Buch- u. Stein- druckeret (Pietsch Lrben) Aedaktton, Expedition und Drucrereir Schnlstraß« 7.

ttbteffe für Depeschenr Anzeiger Wegen.

gserusprechanschlußNr.bl.

GießenerAn;eiger

** General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

BS83SS

VSßnaSprot», monatlich7d Pf^ viertel- tSbrltch Mk. MO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.L. viertel» fährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die LageSnummer bis vormÜtagS 10 Uhr.

ZetlenpretSr lokal IS Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich» für den polit. e. allgem. teil: P. Wittko: für .Stadt und £anb' uni GerichtSsaal^r 6 Bll Plato: für den Aw zeigen teil: Han» Leck.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Mathlldensüftrmg für die Provinz Ober- heffen.

Die diesjährige Hauptversammlung der Mathilden- stistung für die Provinz Oberhessen findet

Dienstag den 21. Oktober 1902, vormittags 11 Uhr, im Regierungsgebäude zu Gießen statt, wozu die verehrlichen Mttglieder der Stiftung ergebenst eingeladen werden.

Tagesordnung:

1. Prüfung der Rechnung pro 1901.

2. Verteilung des UeberschusseS pro 1901 zur Unter­stützung gemeinnütziger Anstalten.

3. Festsetzung des Voranschlags für 1902.

4. Ergänzungswahl des Vorstandes.

Gießen, 14. Oktober 1902.

Der Vorstand der Mathildenstiftung für die Provinz Oberhessen. I. V.: Dr. Naumann.

Die KurengeueraLe

sind am Montagvormittag halb 9 Uhr vom Brüsseler Südbahnhofe aus nach Paris abgereist. Sie wurden von den zahlreich anwesenden Reisenden und dem Publikum mit Hochrufen begrüßt. Ueber die Angelegenheit der Audienz beim Kaiser lehnten die Generale eine offizielle Aeuße- rung ab, obgleich sie am Wend vorher Vertretern der Presse erklärt hatten, noch vor ihrer Wreise Klarheit in diese Affäre zu bringen. Ein intimer Freund Bothas teilte den bei der Wreise erschienenen Journalisten mit, der an­gebliche Zwischenfall habe überhaupt nicht stattgefunden und die diesbezüglichen Aus? lassungen offiziöser deutscher Blätter be­ruhten aus Unwahrheiten. Um die Sache jedoch, nicht noch zu verschlimmern, würden die Generale nicht weiter darüber reden.

Tie Generale trafen in Paris mittags ein. Hundert­tausende waren auf den Seinen und begrüßten stürmisch die Generale. Starke anti-englische Kundgeb­ungen veranlaßten ein Einschreiten der Polizei, die zahl­reiche Verhaftungen vornahm. Ter Verkehr war gänzlich unterbrochen.

Als die Generale den Eisenbahnzng verlassen hatten, begrüßte sie der Vorsitzende des Burenhilfsbundes Senator Pauliat. Louis Botha erwiderte in englischer Sprache. Er dankte sür die Beweise von Sympathie, welche die Buren in Frankreich erhalten hätten, und fuhr bann fort: Wir Haden viel gelitten. Wir mußten Frieden schließen. Tas bedeutet für Sie, wie für uns, einen harten Schlag. Ter General sprach sodann die Hoffnung aus, daß den Buren bald Autonomie gegeben werde, denn dieselben hätten in loyaler Weise die Waffen niedergelegt und beschlossen, treue Unter tränen Englanos zu sein. Man dürfe aus dieser Treue aber nicht folgern, daß Buren ungestraft in den Schmutz gezogen ober beleidigt werden dürften. (Beifall.) Nachdem sodann noch drei Redner gesprochen, begaben sich die Generale zu Wagen, die sie des Gedränges der ihnen huldigenden Menge wegen nur mit Mühe erreichen konnten, unb fuhren sobann unter den Grüßen der die Straßen besetzt haltenden Menge nach ihrem Hotel. Beim Ein­treffen der Generale hatte Fran Fauqueur 75000 Francs dem General Tewet überreicht, die das Ergebnis der von dem Komitee ,^La Die des enfants bvers" eröffneten Sammlung darstellt. Tewet sprach seinen unb seiner Kameraden Tank für die Spende und zugleich seine Freude aus, sich unter Franzosen zu befinden. Er schreibe den ihnen bereiteten Empfang dem Umstande zu, daß in den Adem der Buren viel französisches Blut rolle. Ter General betonte sodann wiederholt die Dankbarkeit, die seine Landsleute für die französische Nation besäßen. Tie Worte wurden ins Französische übersetzt und riefen allgemeine Begeisterung hervor. Im Hotel wurde ihnen das Fremdenbuch zum Einträgen vorgelegt. Botha schrieb:Bettler für ein unglückliches Volk." Tewet schrieb:Der Glaube ist alles". Alsdann erschienen sie auf dem Balkon, um der Menge für die Be­grüßung durch Wink zu danken. Man führte kleine Mätzchen auf den Balkon, welche Blumensträuße überreichten. Beim Empfang im Bahnhof bemerkte man außer dem Suren- fomitee unb den zahlreichen Journalisten nur wenige Stu­denten.

Tie Burengenerale empfingen gestern nachmittag die oerschiedenen Unterstützungskomitees, Die sich während des Krieges gebildet hatten. Mehrere überreichten noch wei­tere Geld lummen. Tie Generale beschränkten sich, die An- sprachen mit kurzem Tank zu beantworten. Delarey äußerte gegenüber Journalisten, er habe sich auf dem Schlachtfeld behaglicher befunden als im Ceremoniell dieser Empfänge. Tie Generale begaben sich zuerst nach dem Mi­nisterium des Innern, wo sie der Senator Pauliat dem Ministerpräsidenten Combes vorstellte. Botha dankte Combes für die Aufnahme, die Frankreich den Buren be­reitete; sie hätten feit ihrer Ankunft in Europa Darauf gehalten, zuerst Frankreich für dessen moralische unb ma­terielle Sympathiebezeugungen zu banken. Im Ministerium des Aeußern empfing Delcasss bie Generale in einer privat-Audienz, bie zehn Minuten währte und der niemand außer bem Dolmetscher beiwohnte. Die Suren gaben bann ihre Karten im Elysee sowie bei ben Präsibenten des Senats unb der Kammer ab. Um halb 8 Uhr fuhren die Gene-

3>ie ?tätige Aummer umfaßt 8 Seiten

Politische Tagesschau.

Vor der Schlacht.

Reichstagsvräsibcnt Graf Balle st rem hatte am Montag, wie die Berliner Tepeschenbureaus melden, eine Besprechung mit bem Reichskanzler Grafen Bülow.

Wie inzwischen bekannt geworden, ist es Pfr. Scho- walter,der an den Staatssekretär des Auswärtigen Amts, v. Richthofen, baS gestern erwähnte Schreiben gesandt hat. Eine weitere Unterhaltung bestätigt, baß es lebt glich Rücksichten-gegen England gewesen sind, die bie Generale von einem Audienzgesuch, abgehalten haben. Ter Verlauf b er Affäre ist b er folgende gewesen: Nach ben erfolgten Anregungen einer Zwischenperson, die aber wohlweislich im Unklaren lassen, in toieroeitb er Kaiser persönlich mit der Angelegenheit in Verbindung zu bringen ist, stimmte Tewet einem Besuch beim Kaiser zu. (Sr konnte nicht anders han­deln, ohne unhöflich zu sein. Gleichzeitig verlangte er Informationen, nach welchen Formalitäten der Empfang vor sich gehen sollte. Tie Formalitäten, die ein Enthalten von einer Agitation rund Einführung durch ben englischen Gesandten verlangen, bildeten keinen Hinderungsgrunb. Nun blieb blfe offizielle Einladung aus. Tie Gene­rale aber bürfen keine Audienz nachsuchen, um nicht in England anzustoßen, das den leitenden Buren gegenüber sehr mißtrauisch ist. So wird zum Beispiel die Erteilung einer Rückkehrerlaubnis an Wolmarans ober Wessels in Lonbon immer noch, also seit einem halben Jahr,erwogen". An Fischer unb an Wessels allein finb wertvolle Besitzungen in ber Nähe von Bloemfontein von ber englischen Militär­verwaltung noch immer nicht zurückgegeben worben. Ob die Depositen Wessels auf der Bank zu Bloemfontein noch mit dem englischen Auszahlungsverbot behaftet find, wie vor kurzer Zeit, weiß man niefyt, es ist aber anzunehmen. Außer­dem wird befürchtet, baß jede Unvorsichtigkeit ber Generale ober anberer maßgebender Suren in Europa zu strengeren Maßregeln von selten Englands in Südafrika führen können. Aus all' diesen Gründen glaubten die Generale, eine f rar e Einladung haben zu müssen, ehe sie die Audienz wagten. Taher bie offizielle Mit­teilung ber Generale aus dem Haag vom 6. d. Mts. Unsinn ist es aber, von einer Differenz zwischen Tewet und ben beiden anderen Generalen zu sprechen, wenn das raschere Temperament den einen zu Mitteilungen an die Oefsentlichkeit veranlaßte, bie der vor­sichtigere Botha zurückhielt.

TieN or bb. Allg. Z t g." schreibt: Nach Mitteil­ungen, bie, wie dieLeipz. Neueft. Nachr." behaupten, direkt aus der Umgebung der Burengenerale stammen, soll im Auftrage der Generale eine Darlegung über bie Frage ihres Empfanges bei bem Kaiser an das Auswärtig e Amt ergangen fein. Staats­sekretär v. Richthofen ist allerdings in dieser Ange­legenheit ein Privat schreib en des Sekretärs des Burenhilfsbundes, Pastors Scho walt er, zugegangen, in­dessen haben, abgesehen davon, baß ber Inhalt dieses Briefes nur eine mangelhafte irrige Orientierung über die thatsächlichen Vorgänge verrät, bie Generale, bem Auswärtigen Amte in keiner Weise zu erkennen gegeben, baß sie neuerbings Herrn Sch o w a l t e r als ihren Vertreter bestellt haben. Tas Auswärtige Amt konnte unb kann nur von solchen Erklärung en der Generale Akt neh­men, bie sie selbst unmittelbar oder durch, einen berufenen Vermittler abgeben.

Nach einer direkt an das Berliner Buren-Hilfskomitee ergangenen Meldung treffen die Generale Tonnerstag dort ein unb werden dort bis Montag verweilen.

Ter bekannte Dichter Ernst v. Wildenbruch richtet von Meran in Südtirol aus eine Zuschrift an dieNat.- Ztg.", in ber er ausführt, baß er zu»r «Ankunft der Buren­führer Botha, Telarey unb Tewet in Berlin, bie anfangs auf ben 21. September angesetzt war, von ben mit ben Empfangsvorbereitungen betrauten Persönlichkeiten ersucht worben war, bie drei Herren mit einer Ansprache zu be­grüßen. Gern hatte er sich bazu bereit erklärt, weil er es als eine Auszeichnung ehrenvollster Art empfanb, ben drei heldenhaften Männern persönlich gegenüberzutreten." Inzwischen hat er sich aber genötigt gesehen, eine im Hin­blick auf seine Gesundheit erforderliche Fahrt nach Meran zu unternehmen, wird also, wenn Botha, Telarey unb Tewet in Berlin eintreffen, bort nicht anwesend fein, was ertief bedauert". Wildenbruch erläßt außerdem in einer Korre­spondenz einen Aufruf, in dem er zu Sammlungen für die Suren auf fordert.

Ter Ortsausschuß des deutschen Burenhilfsbundes zu Frankfurt a. M. ist eifrig bemüht, bie Surcngenerate auch zu einem Besuch Frankfurts zu veranlassen. Er lädt die Vertreter aller Vereine unb solche Persönlichkeiten, welche bie Not in Südafrika lindern zu helfen bereit sind und sich grundsätzlich mit ber Einladung einverstanden erklären, zu einer vertraulichen Vorbesprechung auf Tonnerstagabend ein. Ausdrücklich wird bemerkt:Antienglische ober sonstige Demonstrationen unterbleiben selbstverständlich". Vor allem soll es sich darum handeln, bie Bestrebungen ber Generale durch Geldsendungen zu unterstützen.

vale, von berittener Garde eskortiert, zum Diner, das bad' Burenkomitee veranstaltet hat. Das Publikum bereitete ihnen auch hier einen sympathischen Empfang. Während des Banketts, bei dem FrSdöric Passy und der deputierte Doumer die Burengenerale feierten, und das bis Mitter­nacht währte, dauerten die Sympathiekundgebungeu des Pu­blikum- fort

Von anderer Seite schreibt man uns aus Berlin- 13. Oktober:

Ter Haltung ber Polen in ber Zolltariffrage ist bis­her verhältnismäßig wenig Beachtung zugewenbet worben. In biefer Fraktion überwiegt zunächst noch die ablehnende Stimmung gegenüber ben Getreibezollsätzen ber Regier­ungsvorlage. Vielleicht spielen hierbei weniger wirtschast- liche, als politische Erwägungen mit Die polnische Frattion ist ja im allgemeinen agrarisch gerichtet. Dem Vernehmen nach ist bas Verlangen bei ihr stark, der Regierung Durch Wlehnung ihrer Vorlage ein Mißtrauensvotum zu erteilen.

Dem Delegiertentag der nationlliberalen Partei in Eisenach lag folgender Antrag aus Hannover auf stärkere Be­tonung ber liberalen Grundsätze vor:

Es ist unter ben gegenwärtigen Verhältnissen be- sonbers dringend notwendig, baß die nationalliberale Partei ihren alten liberalen Grunbcharakter in ent* schiebener Weise bethätigt. Der Delegiertentag erwartet, baß bie Vertreter ber Partei in ben Parlamenten diesen Standpunkt energisch zum Ausdruck bringen."

Ta man von mehreren Seiten hierin einen Tadel gegen die nationalliberalen parlamentarischen Fraktionen erblickte, wurde der Antrag zu Gunsten des folgenden zurückgezogen, der einstimmig angenommen wurde:

Ter Delegiertentag begrüßt in den Ausführungen ber Herren Saf(ermann unb Kahl ben Ausbruck ber libe­ralen Grundsätze ber Partei unb erwartet, baß bie Ver­treter im Parlament dies zum Ausbruck bringen."

In der Zoll frage wurde folgender Antrag des Zentralvorstandes gegen eine kleine Minderheit ange­nommen:

Ter Delegiertentag der nationalliberalen Partei erachtet bie Verabschiedung eines neuen Zolltarifgesetzes unb Zolltarifs, sowie das Zustandekommen günstiger lang­fristiger Handelsverträge für eine wirtschaftliche und politische Notwendigkeit. Er bedauert) daß durch Versagung des e r f o r d er lich en Zo ll s ch utze s für bie Landwirtschaft von rabikaler Seite, Durch Aufstellung übertriebener, das All­gemeinwohl schädigender Forderungen im einseitigen Interesse eines Berufsstandes von agra­rischer Seite das Zustandekommen der Vor­lage erschwert ober gef ähr bet wird. Ter Dele- giertentag erwartet, daß die Reichstagsfraktion sich im Wesentlichen aus ben Boben ber Regie­rungsvorlage stellt, baß sie keinesfalls über die in berRegierungsvorlage enthaltenen Mindestzölle hinausgeht unb baß sie weitere Mindestzölle ablehnt."

Von bayrischer Seite wird beantragt, die letzten ge­sperrt gedruckten Worte zu streichen. Dieser Abänderungs­antrag wurde gegen 81 Stimmen (von etwa 700) abgelehnt unb ber Antrag bes Zentralvorstanbes im Ganzen mit allen gegen 49 Stimmen angenommen.

Die Ereignisse bes nationalliberalen Parteitags wer­den von den Berliner Sluttern mit Recht dahin ausgefaßt, baß sich einRuck nach links" vollzogen hat. TieVoss. Ztg." begrüßt, baß sichwieber ein frischerer, freierer Geist hervorwagt." Die Annahme ber zuletzt erwähnten Resolution ist zurückzuführen auf die Bemühungen des Abg. Safiermann, der in feinen Ausführungen mit aller Entschiedenheit diese Forderung zur Geltung brachte unb ebenso bestimmt sich für ein stärkeres Betonen des libe­ralen Gedankens aussprach. T'er oben erwähnteTadel" gegen dit- nationalliberalen parlamentarischen Fraktionen wendet sich offensichtlich nur gegen diejenigen, die man

Ter Gegenstand ber Unterhaltung wird vermutlich die Tisposition der Zolltarif-Debatten gewesen sein. Nebenbei aber dürfte Gras Bülow sich erkundigt haben, wie im Zentrum die Tarif-Stimmung ist, und wie im All­gemeinen bie Chancen stehen. Gin Mann, wie Graf Balle­strem hat bafür einen scharfen Mick. Nun, das Zentrum will nicht widerstreben, falls wenigstens der Gerstenzoll erhöht wird. Das ist bie unabänderliche Bedingung der bayrischen Zentrumsleute. Anders lehnen sie den Tarif­entwurf ab. Tie Bedingung ist an sich nicht so erheblich, doch die Folgen sind erheblich. Denn, wird der erhöhte Gerstenzoll äugeftanben, dann fordern mit verstärkter Nach­drücklichkeit die Konservattven die erhöhten Roggen- und Weizenzölle. Mso entweder grundsätzlich keine Konzession über die landwirtschaftlichen Zollsätze hinaus, oder es beginnt das System berKompensationen" nach bem be­rühmten Muster ber preuß. Kanalpolitik: Well ber Aue dies kriegt, kriegt der andere jenes. Der Faden ist schier endlos, jede neue Erfüllung zeitigt einen neuen Wunsch oder gleich deren mehrere.

Aeußerst lebhaft ist, wie uns aus Berlin ge* schrieben wird, auch bie Nachfrage des Publikums nach Em- laßkarten zu ben Tribünen. Tie Svannung gilt natürlich in erster Reihe ben Erklärungen ber Regierung. Schon bie erste Lesung bes Tarif-Entwurfs hatte sich über Er­warten interessant gestaltet. Jetzt aber kommt bas Haupt­kapitel an bie Reihe. Alles Vorhergegangene war nur einAufklärungsgefecht" freilich ohne das Resultat einer Klärung. In den nächsten Tagen hebt der große Entscheid bungskampf an. Nicht minder geschäftig wie die Vertreter ber Regierung, bie alle Hänbe voll zu thun haben, find die zu Wortführern ausersehenen Wgeorbneten. Alle an­deren Ereignisse werden zurücktreten müssen hinter den Ereignissen, die sich demnächst im Reichstagspalast voll­ziehen. Nicht nur um das Sein ober Nichtsein des Zoll- tarifentwurss handelt es sich bie Haltung großer Par­teien zur Regierung, namentlich der konservativen' Partei, dürfte durch diese Debatten für längere Dauer beeinflußt werden.