amerikanischen Gewässern befindliche Geschwader nicht als ausreichend erachtet wird, so stehen Reserven in der Heimat zur Verfügung. Die Marineverwaltung hat nie ein hehl daraus gemacht, daß sie in Zukunft alle ÄuSlandSstationen stärker besetzen und zu diesem Zweck der Volksvertretung eine neue Kreuzervorlage unterbreiten will. Möa- ltcherweise kommt rnfolge deS Zwischenfalls mit Venezuela diese Kreuzervorlage früher in den Reichstag, als ursprünglich beabsichtigt war.
Parlamentarisches.
Ter Zweiten Kammer der Stände ist seitens beS Groß herzoglichen Ministeriums eine Regierungsvorlage ruaegangen, enthaltend als Anlage zum Hauptvoranschlag 1903 0t: 1. Tie Uebersicht der Soll-Einnahmen und AuS- gaben des GroßhcrzogtumS für daS ^atSjahr 1901/02; 2. den Spe-ialvoranschlag der Staatsrenten-Ablölungs- Schuldenverwaltung; 3. die Berechnung der zur Tilgung der Staatsschuld auS Landeskulturrentenkapitalien verfüy- baren Mittel; 4. den Voranschlag über den Bedarf für die Verzinsung der von der Lanoeskredit^asse begebenen Schuldverschreibungen ic.] 5. den Etat der Zivilpensionen; 6. die Uebersicht der Kredite und Kreditreste von Ausgaben für die Verwaltung, welche bis zum Bücherschluß 1901/02 noch nicht verfallen sind; 7. die Uebersicht über die zu Ende 1901/02 vorhandenen Fonds aus Anleihen, welche zu den vorgesehenen Ausgaben noch nicht verwendet worden sind, daher als Vorrat erscheinen; 8. die Nachweisung über die Kreditverwendung der bis Ende 1901/02 für daS Vermögen bewilligten Ausgaben, welche durch Dnlehen bestritten werden sollen; 9. die Zusammenstellung der Kredite und Kreditreste des Vermögensbudgets, welche am Schlüsse des Etatsjahres 1901/02 noch nicht verfallen und nicht auS Anleihen zu bestreiten sind.
Deutsches Deich.
Berlin, 12. Dez. Die „N. A. Ztg." schreibt: Dem Vernehmen nach steht auf dem Gebiete der inneren Verwaltung für die nächste Zeit eine Reihe wichtiger Ver- sonalveränderungen bevor. Ter Polizeipräsident in Berlin v. Windheim' soll als Regierungspräsident nach Frankfurt a. £>. verseht werden. Als sein Nachfolger für das Königl. Polizeipräsidium in Berlin ist Landrat von Barries aus Herford in Aussicht genommen. Für den aus seinen Antrag in den Ruhestand tretenden Regierungspräsidenten v. Hevdebrand und der Lasa in Breslau ist der Regierungspräsident v. Holwede von Danzig nach Breslau designiert und zum Regierungspräsidenten in Danzig der Vortragende Rat im Ministerium des Innern, Geh. Re- gierungSrat v. Jarotzky, bestimmt.
— Unter dem Vorsitze des Reichskanzlers Grafen Bülow fand gestern eine Sitzung des BundeSrateS statt.
— DaS preußische Staatsministerium trat änter dem Vorsitz seines Präsidenten Grafen Bülow gestern ebenfalls zu einer Sitzung zusammen.
— Der „Reichskanzler" meldet jetzt amtlich, daß der Wiener Botschafter Fürsten Eulenburg unter Verleihung des Großkreuzes des Roten Adler-OrdenS mit Eichen- laub in den einstweiligen Ruhestand verseht worden ist.
— Die „Berliner Korrespondenz" veröffentlicht die Grundsätze, welche zwischen oen Regierungen derjenigen Bundesstaaten, wo Vorschriften über bedingten Strafaufschub bestehe, vereinbart sind, um auf eine gleichmäßige Handhabung der Strafaussetzung mit dem Ziel späterer Begnadigung hinzuwirken. (Die Bestimmungen sind dieselben, welche auch die Großh. Negierung bereits veröffentlicht hat. Dergl. unsere Mittwochsnummer. D. Red-) Tie „Verl. Korresp." bezeichnet ferner die Vlättermeldung, daß die Warenhaus st euer vom Oberverwaltungsgericht als mit der reichsrechtlichen Gewerbefrciheit unvereinbar für rechtsungiltig erklärt sei, unter Zitat beS Absatzes deS Paragraphen 15 deS Warenhaussteuergesetzes für unzutreffend.
Dresden, 12. Dez. Im Befinden des Königs Seorg, der gut geschlafen hat, ist eine Besserung zu verzeichnen. Der Katarrh verläuft normal.
Stuttgart, 13. Dez. Bei den D ü r g e r a u S schu ß - wählen wurdm die demokratisch-sozialistischen Zettel gewählt umd zwar sechs DolkSparteiler, darunter ReichStagS- abgeordneter Hoffmann, 3 Sozialdemokraten, 3 Parteilose und vier Kandidaten der vereinigten Rechten. Mit dieser Dahl besitzt die VolkSpartei mit der Sozialdemokratie wie im Gemeinderat die Mehrheit.
Frankfurt a. M., 12. Dez. Soeben erschien im Neuen Frankfurter Verlag eine neue Streitschrift deS von der Freiburger Curie wegen seiner bekannten Canossa-Schrift von der Frankfurter Staatsanwaltschaft verfolgten Karlsruher Professors Arthur Doethlingk. Die Schrift, betitelt Abwehr und Anklage, richtet sich direkt an die Adresse deS Erzbischofs von Freiburg und zieht den Kirchenfürsten vor den Richterstuhl deS deutschen Volkes.
öffentlichen Arbeiten, Hussein Pascha svachri, eine Ansprache an den Khedive, in welcher er die groben Dienste berienigen von Herzen anerkannte, welche hauptsächlich an der Durchführung deS großen Werkes bcteiliqt waren, und die Mithilfe hervorhob, die von den Kommissaren der öffentlichen Schuld geletftet wurde. Rach einer Erwiderung deS Khedive setzte die Herzogin von Connauqht on< sein Ersuchen den letzten Stein in den Damm. Hieran? sprach der Herzog von Eonnaught dem Khedive den Dank kür die Ein» ladiing zur Eröffnung diele! großen Werkes aus, dankte dem Un- terstaatSsekretär der öffentlichen Arbeiten Sir W. ^arstin und den übrigen an dem Unternehmen Beteiligten und heb ebenfalls das Entgegenkommen der Kaffe der öffentlichen Schuld hervor, welche einen erheblichen Teil der nötigen Geldsummen beigesteuert hatte. Alsdann setzte der Khedive die Maschinerie in Bewegung und öffnete die fünf Schleusen, durch die daS Waffer üch mit mächtigem Rauschen ergoß. Nach der Feier begaben ffch die Festteilnehmer an Bord von Dampfern nach Affuan zlirück, wobei sie als Erste die Daiiivffchle»ise des großen Daiiimes pnfherten
HteronhmnS Sonn'» teste» »edlcht. Tie Wiener Abendpost veröffentlicht die letzten Verse Hieronnmu» Lorm's, die der Dichter wenige Tage vor seinem Hinscheiden diktiert hat. Die lauten:
Die Thränen.
Unglückliches Herz, dir ersehnst du die throne« Als strömte mit ihnen von dannen dein Leid! Die» zeigt sich als kurzes vergebliches Wähnen, — Ein Degen liegt dennoch in Thrünen bereit.
Das Unglück, je tiefer die Schmerzen entbrennen, Verlangt um so Heister der Thränen Erguh, Den Grund doch des Weh'», das sie offen bekennen — Wohlthuend verschweigt ihn ihr sprachloser Flust.
Der Thränen Geheimnis ist dunkel, ste scheinen
Ein stumme! Bekenntnis des Himmels ju fein:
Die Reue der Schöpfung — und linderndes Weinen ES schließt auf Erlösung ein Hoffen mit em.
Aus Stadt und Land.
Dießen, den 13. Dezember 1902.
— Auszeichnungen. DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem früheren Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu Ober-HilberSheim Jakob Hangen.
• * DaS Militärwochenblatt nennt in der Nachweisung der seit 1. Juli 1902 bekannt gewordenen Todes- alle von pensionierten Offizieren: Kolbe, Oberstlt. z. D., zuletzt beim Stabe deS Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Groß- herzogl. Hess.) Nr. 116.
• • DaS meteorologische Beobachtungswesen )eS Großherzogtums Hessen erfuhr in letzter Zeit insofern eine wesentliche Verbesserung, als eine stattliche Anzahl von Beobachtungsstationen neu errichtet wurden. DaS StationS- netz umfaßt jetzt 8 Stationen höherer Ordnung und 35 Regenstationen. Die BeobachtungSergebnisie wurden neuerdings von Prof. Dr. Greiin in Darmstadt zusammengestellt und vom Großh. Hydrographischen Bureau in Form eines Jahrbuches herauSgegeben. Höhere Beobachtungsstationen gestehen in Gießen, Darmstadt, Bad Nauheim, Mainz, WormS, Michelstadt und Alzey. Regenstationeu bestehen in Starkenburg 12, in Rheinhessen 5 und in Oberbesien 18.
• * Die Einziehung b er Zeitungsgelder durch >ie Briefträger erfolgt, worauf wiederum aufmerksam gemacht ei, in der Zeit vom 16. bis einschl. 25. deS letzten Monats im Vierteljahr kostenlos; die Briefträger sind zur vollgiltigen OuittungSleistung über die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile, die die Einrichtung für das Publikum bietet, springen in die Augen, wenn man berücksichtigt, daß der regelmäßige Fortbezug der Zeitungen gesichert, der Gang Siir Post und daS föarten an den Schaltern, die am Vierteljahrsschluß besonders stark in Anspruch genommen sind, erspart wird.
• • Rach der Riviera. Die ofsiziellen Abmachungen letrefss deS Rioiera-LuxuSzugS sind nunmehr erfolgt; der- elbe verkehrt vom 2. Januar an täglich zwischen Frank- urt und Ventimiglia. Die Berliner und Amsterdamer An- chlüsse fahren zweimal wöchentlich nach und von Frankfurt. Die Route geht wieder über Straßburg, Mühlhausen, Bel- :ort, Lyon, Marseille, Nizza, Monte-Carlo und Mentone; die Züge sind mit Schlaf- und RestaurationS-Wagen auS- gestattet. Um 11 Uhr 40 Minuten Abends ist stets Abfahrt aus Frankfurt.
** &äbet' oder Pistolenduell? Unter reger Beteiligung der Gießener Studentenschaft sand am Donnerstag abend im Auditorium maximum der hiesigen Aula die von der Gießener Burschenschaft einberufene Studentenver- 'ammlung behufs Aussprache wegen Einschränkung der Pistolenduelle statt. Cs nahmen an derselben auch Seine Magnificenz der Rektor und einige Professoren teil. Der erste Referent führte aus, daß zur Austragung von Ehrenhändeln die blanke Waffe am geeignetsten sei und daß zur Pistole nur gegriffen werden soll 1. im Falle schwerster Familienbeleidigung, 2. im Falle körperlicher Unfähigkeit des einen Kontrahenten auf blanke Waffen anzutreten, 3. im Falle ansteckender Krankheit des einen Teiles. Die Pistole sei völlig ungeeignet, im ritterlichen Kampfe die gerechte Sühne für eine Beleidigung herbeizuführen; denn sie sei eine dem Zufall zu weiten Spielraum lassende Waffe, die nicht selten in ernsten Fällen versage und ost bei geringfügigen Streitigkeiten den Tod eines der Kontrahenten herbeiführe. Die festeste Stütze habe daS Pistolenduell im Offizierkorps und zudem befinde sich der Zivilist durch die Ehrengerichtsinstitutionen des Offizierkorps stark im Nachteil. DaS zweite Referat enthielt oeS Näheren die Unterschiede zwischen Offiziers- imb Studentenehrengerichte und die Benachteiligung de! Zivilisten dem Offizier gegenüber, durch die Institutionen des EhrenrateS, dessen H>ruch anzuerkennen man von dem Zivilisten verlange. Die deutsche Studentenschaft müsse demnach mehr wie oilher eine auf dem Grundsatz der gegenseitigen Gleichberechtigung berußendes Zusammenwirken in Eyrenangeleaenheiten anstreoen. Bei der sich daran anschließenden Diskussion ergriff zuerst Prof. Dr. Biermann da! Wort und schloß sich den Ausführungen der Referenten an, Ebenso erklärte sich Oberbibliothekar Prof. Tr. Lxnipt mit denselben vollkommen einverstanden. Tagegen sprach ein Vertreter bei v d. St., fand aber keine Unterstützung. ES wurde dann folgende Resolution an den preußischen Kriegsminister gegen eine Stimme angenommen: An De. Sxeellenz den Herrn Krieal- minister richtet die fatirfaktlongeckende Stichentenschaft Der Universität Gießen dal ergebenste Ersuchen, bei Streitigkeiten zwischen Offirieren und Studenten mehr all bisher für eine paritätische Zusammensetzung der EbrenaerichtS- Organisationen Sarae zu tragen trab grundsätzlich bei kfti!- traaung von Ehrenhändeln dem Säbel als der ritterlichen Waffe vor der Pistole den Vorrang verschaffen zu helfen. Wir bitten all Grundsatz anzu erkennen, daß such bei Dtreltigkeitm zwischen Offizieren und Studenten zur P stole nur gegriffen werden soll: 1. im Falle schwerster Familienbeleidigung, 8. im Falle körperlicher Unfähigkeit einel Teile! die blanke Waffe zu führen, 3. im Falle, daß ein Kontrahent mit einer ansteckenden, durch dal Blut übertragbaren Krankheit behaftet ist. Die Studentenschaft wird bei ihrem Vorschläge von dem Gedanken getragen, daß el bei den gleichen Anschauungen der Offiziere und fatilfaktionl- gebenden Studenten in Ehrenangelegenheiten nicht schwer sein müßte, über die jetzt bestehenden Meinungsverschiedenheiten hinweg zu einer beide teile befriedigenden Lösung der Duellftage zu gelangen. Die Studentenschaft ist weiter der Ansicht, daß das Leben der Offiziere und Studenten dem Vaterlande gehört und daß e! nicht wegen kleinlicher Zwistigkeiten auf daß Spiel gesetzt werden darf. Eine ausführliche Begründung unsere! Ersuchens finden Ew. Excellen» in dem anliegenden Bericht. Die Gießener Studentenschaft. L.: die Gießener Burschenschaft.
** I u der Dezember -Versammlung de« Kriegervereinl hielt der Jntendantursekretär t P. Seiger einen Vortrag über die Belagerung der Gesandtschaften in Peking. Ter Vortragende, der feine Informationen an Ort und Stelle ein gelogen hat, wußte die Kuf- merkfamkeit seiner zahlreichen Zuhörer in hohem Grade zu fesseln. Gestützt auf feine genaue Lokalkenntnil, entrollte et ein anschauliche! Bild der Vorgänge vom ve ginn bet Magerun« bi! zum Entsatz der Gesandtschaften durch die Truppen her Verbündeten. Sehr eingehend behandelte er den an unserem Gesandten v Kettelet begangenen Meuchelmord. Mit Stolz mußte eS jeden Zuhörer erfüllen, daß gerade der Fübrer der deutschen Äesandt- fchaftlwache Leutnant Graf Soden sich während der gsnzen Bclngeruna in fa hervorragender Weife ausgezeichnet hat.
In verschiedenen sehr kritischen Situationen hat sein schnei, diges Vorgehen die schwerste Gefahr abgewandt. Durch den Vortrag wurde die dem Grafen Soden verliehene hohe Auszeichnung — bekanntlich erhielt er den Orden pour te mörite — durchaus verständlich. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Mühe. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der Bezirks-Kommandeur, Herr Oberstleutnant v. Mosch, mehrere Offiziere unsere! Regiments und de! Deurlaubtenstande?, sowie verschiedene Ehrenmitglieder bc-$ Vereins hatten sich eingefunden. Auch Angehörige anderer hiesiger, der Kriegerkameradschaft „Hasste angehöriger Vereine waren der Einladung des KriegervereinS gefolgt Der Kriegerverein hat ein sehr wertvolles Geschenks einen chön auSgestatteten DibliothekSschrank, erhalten. Der Vor- itzende sprach dem ungenannt bleiben wollenden Geber in >er Versammlung den herzlichsten Tank auS.
** 59 i e kalt i st e! heute? Diese Frage hört man in diesen Tagen allerorten, auf der Straße und am Stammtisch, und eS kommt da gar leicht zum Streit, weil der Eine behauptet, eS seien —10 Grad, der Andere —12 Grad, währerid ein Dritter sagt, daß bei ihm draußen im Vorort —15 Grad gewesen wären. Häufig wird der Streit da- mrch geschlichtet, daß man sich deS Unterschiedes von Celsius« und Reau?nurgraden bewußt wird und die —10 Grad all Reaumur und die —12 Grad als Celsius erklärt, und wenn )ie —15 Grad dann auch noch al! CelsiuSgrade angesehen werden, so ist die Ginigung bald erzielt Diese Einigung ist aber häufig nur eine scheinbare, denn e! kann sehr wohl )er Fall sein, daß obige Mgaben nach der Celsiusikala oder nach der Reaumurskala gemacht sind. Daran! erfolgt aber, daß eS an den drei Orten, wo sich btc bewußten Thermometer befinden, oerfiyieben kalt gewesen sein muh. Deiche! ist aber nun die richtige Temperatur? Zur Entscheidung dieser Frage erscheint es zeitgemäß, hierauf etwas einzugehen. Dorausfetzuna ist dabei natürlich, daß )aS betreffenbe Thermometer richtig zeigt, waS leider sehr häufig nicht der Fall ist; Fehler von 1 Grad sind bei den üblichen Fensterthermometern durchau! nicht so selten, all man meint. Vorausgesetzt wird ferner, daß nur Celsius- grade oder richtiger Centigrade (d. h. Hundertgrade) gemeint ein sollen, da ja diese für alle öffentlichen Zwecke (Krankenhäuser, Schulen ic.) allein nur noch gebraucht werden dürfen. Menn es windstill und klar ist, können Erde und Lust ihre Wärme ungehindert in den kalten Weltraum ausstrahlen und sich, da keine neue Luft zugeführt wird, ganz enorm abkühlen. Diese Abkühlung beginnt unten an der Erde und schreitet allmählich nach oben hin fort, sodaß eS in der Regel unten kälter sein trkb als oben; da ja auch kalte Luft schwerer ist als warme, wird sie sich um so leichter unten ansammeln und dort bleiben oder nach tiefer gelegenen Orten abfließen. Es können oft Pftanzen auf einem Blumenbeet der oberen Etagen noch ohne Frostschaden stehen, wenn unten im Garten schon alles gefroren iff. Andererseits ist zu bemerken, daß es außerhalb der Stadt, wo die schützenden Häusermassen fehlen, an und für sich kälter ist.
§ Butzbach, 12. Dez. Unter Leitung deS Großh. Kre>!. ratö Fay zu Friedberg fand im Rathause daselbst die gut besuchte diesjährige Generalversammlung deS Mathilden stists Friedberg-Butzbach statt. Außer der Rechnungöablage standen als wichtige Punkte für Butzbach auf der Tagesordnung: Tie Anstellung je eine! neuen Rechners uno Kontrolleurs, sowie der Dau eine! eigenen Kassengebäudes dahier. Es wurden ernannt: Wilhelm Weickhardt in Butzbach zum Rechner und W. A. Grüninger daselbst als Kontrolleur: die Erwerbung eine! Bauplatzes in der Dismarckstraße hier für das projektierte neue Spar- kassegebäude fand die Zustimmung der Versammlung. - Nach der für 1900 erstatteten NecbnungSablage hat ba! Gesamtstift wiederum günstige O^eschästSergebnisse zu verzeichnen: die Aktiva beträgt 8 094 610.68 Mk., die Passiva 7 761 179.59 Mk. und der Reservefonds biernach 333 431.09 Mark. Das Gesamtvermögen einschließlich Reservefonds bat sich gegen das vorhergehende Berichtsjahr bedeutend er- höht, ebenso die ©umrne der Einlagen und der nicht er- hofenen Zinsen solcher; andererseits wurden in 1900 an Unterstützungen 17 041 Mk. bezahlt resp. gewährt. Ta! vor 50 Jahren gegründete Mathildenstist hat sich kn! auf den heutigen Tag als höchst segensreiche! b<*n Sparsinn fördernde! Geldinstitut unsere! Kreise! bewährt: der Rechner, Weickhardt wirkte aT< vorheriger ffontrr9-iur nahezu 30 Jahre bei der hiesigen Kasse in erspriesslicher Weise zur Zufriedenheit bei VerwaltungSrates und b*r. Einleger.
Hungen, 13. Dez. Hin bedauerlicher NnglffckSsaff trug sich gestern abend hier >n. Der 65 jährige Knecht Adoii Dürz stürzte vom Heuschober herab und erlitt einen doppelten Beinbruch.
Mainz, 11. Dez. Degen bei schweren Verbackt", ihr Kind im Juli 1896 ermordet zu haben, wurde gegen eine gewiße Dorothea Witter stein au! Eltville eine Untersuchung eingeleitet. Der Staatlanwalt bittet um Auskunft über den Verbleib bei Kindel. Die Wittersiein bedanp- tet, daß ste da! 15 Tage alte Kind im Juki 1896 einer gewissen Frau Engel in Poppelldorf bei Bonn überaeben Kobe. Die angestellten Ermittelungen haben eine Aufklänmg nicht gebracht, eine Frau Engel hat in Poppelsdorf überhaupt nicht existiert.
m. Marburg, 12. Dez 5flut einem m ber heutigen Stadtverordnetensitzung erstatteten Bericht betrugen im vorigen Jahre die Einnahmen in der städtischen Gasanstalt 290 929 Mk., die Aulgaben 240 462 Mk. und der Hebet- schuß 50 464 Mk.
Frankfurt, 12. De, Auf bet Zeil brach gestern gegen Abend die in den fündiger Jahren stehende Wittwe Marg. Göbel infolge eine! Herzschläge! zusammen und war sofort tot. — In einem Haufe der Mallstra he in Sochstn- bansen spielten sich gestern Nachmittag auiregende Szenen ob. Die 71 Jabre alte Frau Maraarethe Müller wollte sich im hatten Stack «ul dem Fenster stürzen. Do ste daran verhindert wurde, versuchte sie sich mit einem Küchenmeffec bn TuKobem |u öffnen, aber auch biesel Vorhaben wurde vereitelt, ste verletzte sich nur unbedeutend. Der Arzt, der ber- beigtrufen wurde, bemerkte an der Greisin Zeichen von «Aeiftelgestörtheit und ließ sie nach der Irrenanstalt bringen. — Heute Maraen benutzten zwei 'Spitzbuben die Abwesenheit be« »astwirieS Schramm, «artenstraße 101, um diesem die Kaffe samt der Schublade zu stehlen. Sie setzten sich dann eiligst aus die Trambahn und sichren gen Bornheim, verfolgt von einem mittlerweile requiriertem Schutzmann, dem e« jedoch nicht gelang, ihrer habhaft zu rofrbrn_ __ Der Rettungswagen del Samaritervereinl wurde
vorgestern nach Aeckdach gerufen. Dari halte der Storch


