>ur Erde bestattet; zuerst die junge atholischem, darnach die alte Gräfin
am der
Lus unseren Geber Hase seltener diesjährige Hasen- Feldiagden. Tiefe der Lbnähme Be
in die Klinik begeben.
[] Aus dem Oh mt h al, 12. Nov. meindejagden ist in diesem Herbst anzutreffen als je. Zn der That ist die jagd eine sehr schlechte in den meisten
besonder griffener
Darmstadt, 12. Noo. Der Großherzog enipfing 12. November u. a. den Oberst Pavel, Kommandeur Schutztruppe für Kamerun.
Dezimierung des ohnehin in asenkest.indes ist wohl aus zwei Ursachen zurück-
Aus Stadl und Land.
Gießen, 13. November 1902.
•* Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 12. November den Fabrikanten Albrecht Buschmann in Darmstadt auf sein Nachsuchen von der Stelle eines Ergänzung Achters an der bei dem Landgericht der Provinz Starkenbing gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Darmstadt zu entheben und den Kaufmann Rudolf Wittich jun. in Darmstadt zum Ergänzungsrichter bei der genannten Kammer für die Zeit bis zum 31. Dezember 1903 ernannt; ferner den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Alsfeld Philipp Knierim auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Dezember 1902, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt, sowie demselben da8 Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen.
— Strafe für das Auslöschen einer Laterne. Vor einiger Zeit bemerkte ein Wirt in der Grünbergerstraße, daß regelmäßig eine Zeitlang gleich nach 1 Uhr nachts die in der Nähe seiner Wirtschaft stehende Richtlaterne von unberufener Hand ausgedreht wurde. Er beschloß, zu versuchen, den Thäter in flagranti zu erwischen. Darum ließ er sich um halb 1 Uhr in der Wirtschaft von seiner Frau vertreten und nahm im Schatten eines Vorgartens in der Nähe der betreffenden Laterne Aufstellung und zwar mit einer Peitsche bewaffnet. ES dauerte auch nicht gar sehr lange, da nahte ein Jüngling, leise ein Liedchen pfeifend, ging erst mehrere Male im Scheine der Laterne auf und ab, dabei nach allen Seiten Umschau haltend. Nun kletterte der Pseudolatcrnenwärter flugs in die Höhe und hob gerade den Arm, um das Licht zu löschen, da sausten von unten her die Peitschenhiebe auf ihn ein. Mit der Schnelligkeit eines Blitz- zugeö glitt er herunter und eilte wie ein Hase die Grünbergerstraße hinauf, verfolgt von dem Mann mit der Peitsche, der diese noch mehrere Male knallen ließ. — Am anderen Morgen kam nun zum Ueberfluß noch ein Schutzmann in das Lokal in der Grünbergerstraße, um sich zu erkundigen, ob der Wirt den Ausreißer vielleicht erkannt hätte. Jovial erklärte aber jener: »Der Mann hat sich mir weder vorgestellt, noch hat er mir seine Visitenkarte zurückgelassen, dazu war gar keine Zeit.* Seit jener Zeit brennt die betreffende RichUaterne in der Grünbergerstraße tadellos.
•• Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs. Der Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend beschloß einstimmig, die Begründung eines Verkehrs-
Vereins für Gießen in die Wege zu leiten. ES wurde der Vorstand beauftragt, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, in welcher die Ansichten der dabei interessierten Geschäfts- und Gewerbekreise über die Frage zu hören sind und in welcher eventuell die Konstituierung eines solchen Vereins vor sich gehen soll. Ter Wirteverein alS solcher wird sich selbstverständlich mit der Führung der Angelegenheit nur dis zu der Gründung des Vereins beschäftigen und ist bereit, m erster Lime als Korporation fi*
zu beteiligen, wobei eS den einzelnen Wirten überlassen »leiben soll, außerdem dem neuen Verein als Mitglied bei- zutreten.
— Humor im Straßenleben. Ra dell da in starkem Tempo von der Wallchorstraße ein kleines Männchen. Am Marktplatz steht der SchutzmannSposten, der dem Radler chon aus der Ferne zum Absteigen winkt. Gehorsamst hält der Kleine vor dem Manne der heiligen Hermandad, und ehe jener noch die Ungehörigkell des schnellen Fahrens rügen lann, richtet er die Frage an den Beamten: , Wollen Sie Kohlen bestellen ?* Dieser, ob der Frage amüsiert, erklärte: .Kohlen will ich bet Ihnen nicht bestellen; fahren Sie aber das nächste Mal langsam, wie Ihre Konkurrenz und andere vernünftige Leute, sonst muß ich Sie aufschreiben.- Schlau lächelt der Kleine und fährt langsam über den Marktplatz weiter, hat doch sein Witz das Herz beS Schutzmannes milder gestimmt.
- Turnerisches. Man schreibt uns: Des, nächsten SamStag stattfindenden Winterfestes des Turnvereins, gegründet 1846, sei hierdurch besonderer Erwähnung gethan, ist doch diese Festlichkeit eine der schönsten des Vereins. Und m der That, die Besucher werden ob des ihnen Gebotenen überrascht fein. Neben einigen schönen SoloS der hiesigen Regiments-Musik wird das Programm auch einige turnerische und gesangliche Aufführungen bringen, letztere vorgetragen vom Sängerchor des Turnvereins. Diesem anreihend wird die hiesige Theatergesellschast (Direktor Kruse) mit dem Dreiakter .Die goldene Eva- auswarten, welchem sich anschließen wird das Märchen: .Die Elfen im Walde-, einem lebenden Bilde, mit einem großartigen, rasch aufeinanderfolgendem, mittels elektrischem Scheinwerfer brillant beleuchteten Szenenwechsel. Man sieht, der Vorstand ist bemüht, seinen Mitgliedern einige recht schöne Stunden zu bieten. Hierbei sei darauf hingewiesen, daß zur Beseitigung des schon oft beobachteten Mißstandes, am Eingänge Kontrolle geübt wird, um nur diejenigen zur Festlichkeit zuzukaffen, die auf Grund chrer Mitgliedschaft dazu berechtigt sind.
pa. Allendo rf a.d.Lda., 12. Nov. Ein Schmerzenskind für die unlängst eröffnete Bahnstrecke Londorf- Lollar scheint die Ueberführung über die Chaussee Londorf- Allendorf zu sein. Der eine Pfeiler der eisernen Brücke ruht nämlich auf Lehm- ober sogenanntem Lette-Boben, ber be- stänbig nachgibt, sobaß infolge von Riffen erst unlängst zwei starke Steinstützen angebaut werben mußten. Auch bieses half nichts, vielmehr entftanben neue Risse. Man hat sich nun genötigt gesehen, unter großen Kosten einen Tunnel unter den ziemlich hohen Bahnbamm zu graben, um an bas Fun- bament bes Pfeilers zu gelangen, ber burch Anlagerung von Betonmassen vor weiterem Sinken bewahrt werben soll. Um jebe Erschütterung zu vermeiden, muß der Zug jedesmal vor der Brücke halten, um möglichst langsam hinüberzufahren.
ng. Groß-Felba, 12. Nov. Am Montag inspizirten die RegierungSräte Dr. Wagner und Noack aus Darmstadt nebst Hauptlehrer Schindel aus Alsfeld die hiesige Handwerkerzeichenschule. Die Herren sprachen sich über die Leistungen der Schüler sehr anerkennend aus, was ura so mehr ins Gewicht fällt, als die Schule, die unter Leitung des Architekten Kockerbeck auS Gießen steht, erst vor einem halben Jahre eröffnet worden ist. Gleichzeitig wurde mit dem Inhaber der Groß-Feldaer Kummet- und Geschirrfabrik Louis Völzing em Abkommen wegen Abhaltung von Meisterkursen für das Satllergewerbe getroffen, dahingehend, daß derartige Kurse nicht, wie anfänglich geplant, m Gießen, sondern am hiesigen Platze unter Gewährung von staatlicher Beihilfe stattsinben sollen.
() Schlitz, 12. Nov. An den am Montag stattgehabten Beisetzungsfeierlichkeiten der beiden Gräfinnen von Schlitz gen. von Götz, der Gräfin Sophie, Gemahlin des Grafen Cemil, und der Gräfin Anna, der Mutter des Grafen nahmen teil als Vertreter des Kaisers: HauSmarschall Frhr. v. Lynker; als Vertreter des Groß- herzogs von Hessen: Frhr. Moritz Riedesel, Oberstallmeister, Darmstadt; als Vertreter des Großherzogs von Sachsen-Weimar: Hofstallmeister Graf Münster und Kammerherr von Eichel, Weimar ; ferner Fürst von Jsenburg- Birstein; Fürst von Solms-Lich; Erbprinz von Isenburg- Büdingen; Prinz Ludwig von Solms-Lich; Prinzessin Maria von Solms-Lich, mit Tochter, Prinzeß Louise; Erb- graf von Erbach-Schönberg; Graf von Erbach-Fürstenau; Graf Solms-Rödelheim; Graf Solms-Laubach; Erbmar- schall Frhr. Ludwig Riedesel; Major Friedrich Riedesel mit Gemahlin; Graf Görtz-Wrisberg; Prinz von Ratibor mit Gemahlin und Tochter, Prinzeß Taxis; Graf Ortenburg; Graf Giech; Prinz Hohenlohe-Ingelfingen; Gräftn Amalie Isenburg-Philipp seich; Gräfin Bertha Solms-
Rödelheim; Graf Jsenburg-Meerholz; Graf Bylandt- Rheydt; Baronesse Marie Riedesel; Komtesse Wedel; Kammehrherr von Göden mit Gemahlin, Weimar; Baronesse Waldenfels; Fürst Schönburg; Erbprinzessin Schönburg mit Sohn Prinz Günther und Tochter Prinzessin Sophie; Prinz Otto Wittgenstein; Prinz Franz Wlltgenstein mit Tochter Prinzeß Eleonore; Prinz Otto Constantin Wittgenstein; Graf und Gräfin Villeneuve; die Eltern der Gräfin Sophie; Graf Franziseo Villeneuve; Monsieur de Barau- diarau; Geh. Regierungsrat Tr. Hinzpeter. Die Teilnahme der Schlitzer Stadt- und Landbevölkerung an dem Trauergottesdienst und dem Leichenbegängnis war ungeheuer. Der verwitwete Graf Emil befand sich in Johanniter- uniform. Die beiden (Gräfinnen wurden auf dem für das Gräfliche Haus reservierten Teil des Friedhofes in gewöhnlichen Gräbern zur Erde bestattet; s Ä Gräfin Sophie nach katholischem, darnach
zuführen. Das Frühjahr mit seinen naßkalten Tagen biL in den Juni hinein konnte der Vermehrung der Familie Lampe nicht günstig sein. Tie zwellen und wohl auch ersten: Sätze gingen ein. Dazu waren aber gewiß aucb sehr wenige Hasen aus dem vorjährigen Felde übrig geblieben, roetl nämlich im letzten Jahre der Pacht vielfach alles weg- geschossen wird. Eine Neuverpachtung der Jagden hat aber in den meisten Gemeinden im vorigen Winter stattgefunden. Soll die Hasenjagd in solchen Feldjagden wieder einigermaßen emporgebracht werden, so muß sie vor allem roeib- männisch gepflegt werden. Zur weidmännischen Jagdpflege gehört aber als erste Bedingung, nicht alles.wegzuschießen, was vor den Rechen kommt. Andernfalls flieht es teuren Hasenbraten, wie von einem solchen der „F. G.-A." berichtet. Hiernach hatte eine Jagdgesellschaft von 30 Jägern dieser Tage zwei Hasen erlegt. Tie Kosten der Herren Nimrode beliefen sich auf 265 ML, demnach kam ein Hase auf 132,50 Mark zu stehen.
§ Vom Vogelsberg, 12. Nov. Eine auffallende Erscheinung in diesem schönen Spätherbste ist das gänzliche Fehlen der bekannten Vogelarten ui unseren Hecken, Hainen und Feldern. Wenn sonst um diese Zeit >ie Schlehen süßer, die Mehlfäßchen des Weißdornes bur- junberrot und alle Heckenfrüchte reif geworden, dann hechte eine große Zahl von beerenfreffenben Vögeln die verödeten Felder. Ebenso suchten ganze Schwärme von Tistelftnken, Hänffingen, Blutffnken u. a. die noch reichlich Samen tragenden Sträucher an Rainen und Bachesufern ab. Gegenwärtig sieht man aber nichts von allem dem, einen Krametsvogel, feine Schwarzamsel, selbst keine Staare, ebenso keine der genannten Samen fressenden Arten. Es wäre gewiß von Interesse, zu erfahren, ob man auch in anderen Gegenden ähnliche Beobachtungen gemacht.
t Darmstadt, 12. lllov. Gestern abend fand ÜR „Kaisersaal" die Mitgliederversammlung des Hessischen Landesvereins für Toten-Einäscherung statt. Tr. Heil gab einen kurzen Ueberblick über die krematistischeo Ereignisse seit der letzten Mitgliederversammlung und ho anders über die Vereinsthätigkeit. Ter Redner wies daraus hin, daß das Mainzer Krematorium im Frühjahr n. I. als 8. in Deutschland und als 2. in Hessen in Betrieb ge>» nommen werde. In Worms ist ein herein für Toten- Einäscherung für Worms und Umgegend" gegründet roorben, >em sich die seitherigen Wormser Mttglieder des Hessischen Landesvereins angliedern werden. Tie Vorarbeiten und Vorverhandlungen wegen eines in Darmstadt zu errichtenden Krematoriums haben zu dem Ergebnis geführt, daß der Bürgermeisterei Pläne und Kostenvoranschlag für ein auf dem von der Stadt im Prinzip bereits zur 23er* ügung gestellten Platze an der Südwand des südöstlichen Teiles des Friedhofes an der Nieder-Ramstädterstraße zu errichtendes Krematorium überreicht werden konnten. Ter Entwurf sieht ein Gebäude in Kapellenform srühgotischen Stils vor mit größerem Versammlungsraum; gleichzeitig ist ür die Beisetzung von 300 Aschenresten Raum geschaffen. Es ist eine hydraulische Versenkung für den Raum vorge- ehen und a ls Ofensystem wurde dasjenige von Klingen* tierna-Beck vorgeschlagen. Der Verein hat nun an die Stadt- lerwaltung das Ersuchen gerichtet, das itrematorium eitens der Stadt erbauen zu lassen, während der Verein u den Kosten zinsenfrei 25 000 Mk. sofort zur Verfügung teilt. Tiefe Summe ist durch Zeichnung unverzinslicher Anteilscheine aufgelegt und sofort verfügbar. Ter Stuften» vranschlag rechnet mit 54 000 ML einschließlich Ofen, Der» enkungsvorrichtung und Kosten für Bauleitung. Durch Vermietung beziehungsweise Verkauf der Urnennischen (300 ä 50 ML) würden in einiger Zeit an die Stadt 15 000 ML zur Zurückzahlung gelangen, sodaß die Stadt zunächst mit einem sozusagen a svnd perdu-Zuschuß von nur ca. 14000 Mark zu rechnen hätte, wogegen die Gesamtanlage, die ja Eigentum ber Stadt werden soll, einen Bauwert von 54 000 Mark repräsentiert. Tie Entscheidung der Stadtverwaltung wird hoffentlich in günstigem Sinne ausfallen, sodaß baldigst der Bau eines Krematoriums in Darmstadt verwirklicht wird. Zum Schlüsse teilte der Vorsitzende noch mit, daß die für den Krernatoriumbau eingebauten Gelder sich in offenem Depot der Bank für Handel und Industrie dahier befinden. Durch Zuruf wurde der seitherige Vorstand wiedergewählt und zum Schlüsse dem Vorsitzende ber Dank des Vereins für dessen Mühewaltung ausgesprochen.
-n- Mainz, 12. Nov. In dem hiesigen Dom ist man eben mit der Aufstellung deS Grabdenkmals für den 1899 verstorbenen Bischof Haffner beschäftigt. TaS auS dem Atelier beS Professors Busch in München hervorgegangene Denkmal, baS in weißem französischen Kalkstein auSgesührt ist, zeigt ben Bischof in UeberlebenSgröße fmenb neben einer Engelsfigur. — Vom Verein Mainzer Kaufleute ist eine Eingabe an baS Justizministerium in Darmslabt gerichtet roorben, in welcher für eine reichSgesetzliche Erweiterung bet Kompetenz ber Kammern für HanbelSsachen unb eine Vermehrung beS RichterpersonalS petitioniert! wirb. Der Verein Mainzer Kaufleute ist ber Ansicht, baß nur hierburch ben großen Mißstänben unb Verzögerungen ernstlich begegnet werben könnte, welche burch Ger ich tS- ferien veranlaßt werben. Ein ähnliches Gesuch ist schon früher von einer HanbelSkorporation in Darmstadt an baS Ministerium gerichtet roorben, blieb aber ohne jeglichen Erfolg. — In ber Schuhfabrik ber Firma Walbmann hier sind heute morgen sämtliche Zwicker in A u Sst an b getreten. Der Grund dazu soll fein, baß ber Fabrikinhaber sich weigert, ben erst kürzlich vereinbarten Tarif zu zahlen.
△ Fronhausen, 12. November. Beim AuSschachten der Erbe am Lahnufer bei Roth stieß man gestern nachmittag in einer Tiefe von fünf Meter auf einen mächtigen Eichenstamm von 12 Meter Länge unb 1 \ t lotet Durchmesser. Um ben Riesenstamm entfernen zu kennen, zersprengte man ihn mit Dynamit.
I Marburg, 12. Noo. Gelegentlich einer Blitz- licht-Ausnahme in einem hiesigen photographischen Ateli er erfolgte heute nachmittag jebenfalls burch Kurzschluß eine Erpl 0 sion, burch bic baS ganze Glasdach zerstört wurde. Der Brand, welcher sofort ausbrach, wurde halb erstickt. Der entstandene Schaden dürfte nicht unbedeutend sein.
fc. Kassel, 12. November. Der wegen betrügerischen BankerottS von ber hiesigen Staatsanwaltschaft steck brieflich verfolgte Lebcrhänbler Jaczst von hier wurde in Lonbon verhaftet.
Frankfurt, 12. Nov. Dieser Tage wurde hier eine Vereinigung für Vogelschutz unb Vogellieb-
nrit, feit dem Vorjahr sei das en glische MiLtekm eer- ae schwader rnn ein Schlachtschiff, drei Kreuzer und zwölf Torpebobootszcrstörer vermehrt worden.
Sanbringham, 12. Nov. Ter heutige Tag ist für Me Bevölkerung ein Festtag. Auf allen Straßen im Walde sind Menschen in Scharen angejammert Heute war ihnen gestattet, den M a j e ft ä t e n auf die Jagd zu folgen. Gegen 2 Uhr nachmittags wurde von den Majestäten und den Damen der königlichen Familie das Frühstück in einem Zelt unmittelbar neben der Fahrstraße eingenommen. T<rnn gingen Kaiser Wilhelm und der König längere Zeit, in heiterster Laune miteinander plaudernd und rauchend vor dem Zelt auf und nieder. Am Nachmtttag wurde die Jagd fortgesetzt. Heute abend findet im Schlosse Vorstellung statt.
Haag, 12. Nov. Schalk Burger ist heute zu einem Besuche bei Krüger nach Mentone ungereift. Er gedenkt am 29. d. M. die Rückreise nach. Südafrika anzw- treten.
Brüssel, 12. Nov. Tie dem Hofe nahestehende„Etoile Belge" erfahrt, daß ber Graf von Flandern, als er bei feinem letzten Konflikt mit dem König seine militärische Würden niederlegte, diesem gleichzeitig offiziös mit geteilt habe, daß er auf die Thronfolge verzichte. Prinz Albert fei also der thatsächliche Thronfolger. Der König wird demnächst eine kürzere Kreuzersahrt auf feiner Jacht „Alberta" antreten.
Rom, 12. Nov. Tie Verhandlungen wegen der Zusammenkunft des Königs von Italien mit dem Präsidenten Loubet sind infolge großer Schwierigkeiten auf unbestimmte Zeit vertagt worden.
Wien, 12. 9tob. (Abgeordnetenhaus.) (Seneraltebner Bareuther bezeichnete als verhängnisvolles Versäumnis, daß bei der Aufstellung der Verfassung nicht die fortdauernde Geltung der deutschen Sprache als Staatssprache in den zum ehemaligen deutschen Bunde gehörigen Ländern festgelegt fei. Die Sprachengrundsätze des Ministerpräsidenten seien nur dazu angethan, um den Bestand ber deutschen Sprache zu beschränken. Zur Einführung der tschechischen Amtssprache könnten die Deutschen niemals ihre Zustimmung geben. Zuerst müsse durch Reichs- gejetz die beutsche Staatssprache festgelegt werden, dann erst könne an die Erledigung der Sprachenfrage in ben einzelnen Ländern herangetreten werden. Die Alldeutschen hätten nie ein Hehl daraus gemacht, daß sie den innigsten Anschluß an das Deutsche Reich, fordern. Können Sie es uns jetzt verdenken, so fragt der Redner, daß wir, wenn die Herrschaft in diesem Reiche Slaven zuftele, vorziehen würden, dem Deutschen Reiche anzugehören? (Lebhafter Beifall bei den Alldeutschen, Berger ruft: Heil Hohenzollern!) Zwischen den Deutschen und den Tschechen oiebt es keinen Ausgleich, es handelt sich um eine Macht- frage und als solche muß sie behandelt werden. (Beifall bei den Alldeutschen.) Nachdem der Generalredner Stransky den Standpunkt der Tschechen präzisiert hatte, war der Gegenstand erledigt. Der Geschäftsordnung gemäß ist keine Abstimmung erfolgt.
— Ter volkswirtschaflliche Ausschuß der Abgeordneten nahm die Vorlage, betroffen!) Terminhandel, unter Ablehnung sämtlicher Abänderungsanträge in der Fassung des Herrenhauses an.
B e l g r a d, 12. Nov. Entgegen anderweitigen Gerüchten wird in Regierungskreisen die Zulassung der neuen 6 0 Millionen-Anleihe zur Notierung an der Pariser . Börse als gesichert bettachtet. Tie endgiltige Entscheidung fei bloß infolge eines in der Familie des französischen Finanzministers eingetretenen Todesfalles verzögert worden.
Anna nach evangelischem Ritus.
O Ortenberg, 12. Noo. Der 15 jährige Sohn beS Kaufmanns Heinrich Weckeffer verkaufte in Abwesenheit seines Vaters einem jungen Menschen eine Pistole unb lub bie Waffe auf Wunsch beS Käufers im Laben. Die Piswle, mit Schrot geladen, ging unversehens los, und die Labung ging bem jungen Weckeffer burch bie Hanb. T^m Arzt, Tr. Hayn, gelang cS nicht, bie Schrotlabung auS der Hanb gänzlich zu entfernen unb der Verletzte mußte sich nach Gießen


