die Mannschaften der hiesigen Garnison vmn Brcmden- dnrger Thor bis zum Zeughause Spalier bilden.
— Prinz Viktor von Italien, Graf von Turin ist heute hier eingetroffen.
— Ter Verbandstag deutscher Bäcker-Jn- nu-ngen erklärte sich in Köln fast einstimmig gegen ixte Getre idezoll-Erhöhung, da das Odium der dadurch notwendig werdeirden höheren Brotpreise auf den Bäckern haften bleiben' würde.
— Aus Kaudzin wird gemeldet: Tie aus allen Teilen Oberschlesien.s beschickte Konferenz der sozialdemokratischen Partei, an der auch Vertreter des Vorstandes der politisch-sozialistischen Partei teilnahmen, erzielte keine Einigung zwischen deutschenund polnischen Sozialdemokraten. Nach erregten Auseinandersetzungen wurde eine Resolution gegen den Widerspruch der Polen angenommen, die acht Wahlkreise beansprucht hatten. Tie Deutschen beschlossen, keine Kandidaten der Polen zu acceptiereu, sondern nominierten für sämtliche zwölf ob erschle fischen Wahlkreise eigene Kandidaten.
Bennigse):, 11. Aug. Unter überaus zahlreicher Beteiligung wurde heute nachmittag Rudolf von Bennigsen zuGrabe getragen. Unter den Anwesenden befanden sich der Handelsminister Möller, der frühere Landwirtschaftsminister Dr. von Lucius, der Kommändierende General von Stünzner, die Spitzen der Behörden aus Hannover, sowie zahlreiche Mitglieder der nationalliberalcn Partei und Freunde uud Verehrer des Verewigten. Nach einer Trauerfeier im Hause wurde der mit Blumen reich geschmückte Sarg nach dem Begräbnisplatze der Familie von Bennigsen getragen. Am Grabe sprach nach dem Gebet und dem Segen des Geistlichen zunächst der Wirkl. Geh. Rat Planck; er schilderte den Verstorbenen als Politiker und Menschen und legte im Namen der nationalliberalen Partei einen Kranz auf dem Grabe des Führers nieder. Dann sprachen Dr. Sattler im Namen der nationallibe- ralen Fraktion des Reichstags und von Eynern namens der Nationalliberalen Fraktion des Landtags und legten ebenfalls Kränze am Grabe nieder, desgleichen ein Abgesandter aus Baden. Mit Gesang schloß die ernste Feier.
jK ob lenz, 11. Aug. Wie nunmehr feststeht, wird der Kaiser und die Kaiserin am 15. d. M. von Düsseldorf kommend hier eintreffen und sich an Bord eines Dampfers der Köln-Düsseldorfer Dampsschiffahrts-Gesellschaft nach Bingen, Rudesheim und ev. bis nach Mainz begeben. Die Fahrt bis nach Mainz hängt jedoch vom Wetter ab.
Ausland.
London, 11. Aug. König Eduard befand sich auch heute ausnehmend wohl. Er hiell heute nachmittag im Buckingham-Palaste eine Sitzung des Geheimen Rates ab, an der die zurücktretenden Minister und ihre Nachfolger teilnahmen. Nach der Sitzung nahm der König eine Investitur vor.
— In seiner schriftlichen Antwort auf die von Gibson Bowles s. 3* im Unterhause gestellte Anfrage, ob der Regierung bekannt sei, daß die russische Regierung mit Persien über einen Vertrag verhandele, demzufolge Persien als Gegengabe für die russische Anleihe Schutzzölle auf die aus Britisch-Jndien nach Persien eingeführten Waren legen solle, erklärt Balfour, der Regierung sei nichts davon bekannt, daß über irgend einen derartigen Vertrag verhandelt werde; die Regierung wisse jedoch, daß die Regierungen von Rußland und Persien eine Revision des bestehenden Zolltarifs beabsichtigen und daß einige der vorgeschlagenen Zölle wahrscheinlich eine ungünstige Wirkung auf die Einführung von Waren aus Britisch-Jndien haben werden. Die englische Regierung habe sich mit der indischen über den Gegenstand in Verbindung gesetzt.
Haag, 11. Aug. Das Allgemeinbefinden Steijns ist zufriedenstellend. Reitz ist gestern hier eingetroffen und heute von Krüger empfangen worden, der morgen nach Utrecht zurückkehren wird.
Brüssel, 11. Aug. Von allen Seiten laufen noch fortgesetzt Condolenztelegramme bei der Witwe des Burengenerals Lukas Meyer ein, auch ein solches von General Kitchener. Frau Meyer ist durch den Tod ihres Gatten so angegriffen, daß sie ernsllich erkrankt ist und das Bett hüten muß.
Budapest, 11. Aug. Im kroatischen Badeorte Lipik kam es bei einem Feste, dem viele Ungarn beiwohnten, zu einer großen anti-ungarischen Demonstration. Die kroatische Jugend stürmte einen Pavillon, auf dem ungarische Fahnen angebracht waren, riffen diese herunter und beschmutzten und verbrannten sie.
Konstantinopel, 11. Aug. Das russische Turmschiff Rostislao, unter dem Kommando des Großfürsten Ale- rander Michaelowitsch sowie zwei andere Turmschiffc, zwei Kanonenboote und ein Transportschiff unter dem Kommando des Admirals Hillebrand besuchen seit einigen Tagen die türkischen Häfen am Schwarzen Meer. Man bringt diesen Besuch dort mit der Errichtung einer russischen Kohlenstation in Zusammenhang.
— Die Offiziere und Arbeiter der Marine-Artilleriewerkstatt in Tophane haben seit längerer Zeit keinen Sold mehr erhalten und nahmen daher eine drohende Haltung gegen den Minister an. Man versuchte zunächst, sie durch kleine Zahlungen und mannigfache Versprechungen zu beruhigen, später wurden jedoch einige zwanzig der beteiligten Offiziere verhaftet und ins Innere von Anatolien abgeführt.
New-Port, 11. Aug. Der amerikanische Gesandte Bowen in Caracas telegraphiert, daß die Deutschen beabsichtigen, Truppen bei Porto Cabello zu landen, da dort deutsche Interessen gefährdet seien. Das Kabinet wies darauf den Kommandeur des Kreuzers „Topeka" ebenfalls an, Truppen zu landen.
— Ein Telegramm aus Port-au-Prince meldet, daß die Stadt Goave-lc-Petit völlig zerstört wurde. Jede der beiden kriegführenden Parteien wird beschuldigt, der anderen den Brand gelegt zu haben. Der ftanzösische Kreuzer „Dassas" brachte Vorräte nach Goave-le-Petü und kehrte von dort mit 200 Frauen und Kindern an Bord zurück. — Da sich viele Japaner auf den amerikanischen Wake-Midway- Jnseln im Stillen Ozean niedergelassen haben, entsandte die Bundesregierung ein Kriegsschiff „zur Untersuchung" dorthin.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 12. August 1902.
* * Oeffentliche Lesehalle. Da die Bücherausgabe am 19. Juli für 6 Wochen geschlossen wurde, konnten nur in den zwei ersten Juliwochen Bücher verliehen werden. Die Zahl dieser Bände beträgt 998. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 481, Illustrierte Zeitschriften 262, Versdichtungen 11, Litteraturgeschichte 5, Jugendschriften 130, Länder- und Völkerkunde 19, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 18, Naturwissenschaft, Technologie 29, Seewesen 11, Hauswirtschaft 5, Gesundheitslehre 9, Philosophie und Religion 7, Fremdsprachliches 5 Bände. Nach auswärts kamen 18 Bände.
* * Iugendfest. Wie uns von feiten der Schule mitgeteilt wird, möchten Eltern schwächlicher Kinder oder solcher, welche im ersten oder zweiten Schuljahr stehen, sich in der Nähe des Zuges oder der Spielplätze aufhalten, um sich ihrer Kinder nötigenfalls annehmen zu können. — In einem Zimmer der Leib'schen Wirtschaft wird eine Sanitäts-- wache eingerichtet, damit, wenn nötig, sofort HUfe zurhand sein kann.
• * IXeb er ein Koschat-Konzerft wird aus München berichtet:
„Gestern (Freitag) veranstaltete das Koschat-Quintett, bestehend ans den Herren Rudolf Traxler, Walter Fournes, Clemens Facher, Georg Haan und Thomas Koschat im großen Saal des Münchener Kindl-Kellers ein Konzert, das sich eines kolossalen Besuches zu erfreuen hatte, denn lange vor Beginn war fast kein Stuhl mehr zu bekommen, und bald hatten sich die wackeren Sänger die Gunst und Synwathien ihrr Zuhörerschaft errungen; man jubelte ihnen aufs herzlichste zu, und immer wieder mußten sie eine Zugabe spenden."
i. Großen-Bufeck, 12. Aug. Bei dem am Sonntag veranstalteten Vereinswettturnen des Turnvereins erhielten in der Oberstufe: 1. Preis Karl Rühl 55,75 Punkte, 2. Pr. Chr. Rohrbach 54 P., 3. Pr. H. Scheid 52 P. Unterstufe: 1. Pr. Wilh. Schneider 71,75 P., 2. Pr. Heinrich Hahn 61,75 P., 3. Pr. Chr. Schäfer 57,75 P., 4. Pr. L. Mattern 54,75 P., 5. Pr. Ph. Schäfer 52,75 P., 6. Pr. H. Scheid I. 51,75 P.
§ Butzbach, 11. Aug. Der von Gendarm Ebert verhaftete Schreinergeselle Jakob Schäfer, gebürtig aus Ilbenstadt, soll einge stand en haben, in dem Jagdhause — das im Walde der Gemeinde steht — einige der vermißten Sachen entwendet zu haben. Dagegen schwebt bezüglich der weiteren, den Mehrwert repräsentierenden Gegenstände noch ein geheimnisvolles Dunkel; alle Indizien sprechen dafür, daß der Einbruch von Mehreren oder zu verschiedenen Zeitpunkten verübt sein muß. Solche Plünderung wie die ftagliche kann Einer allein doch nicht wohl bewerkstelligen; ebensowenig die rasche Bergung der vielen Gegenstände.
sd. Darmstadt, 11. August. In der Granit- und Syanitschleiferei von Ludw. Best, Nieder-Ramstädterstraße 47, brach heute abend in den Maschinenräumen auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, welches alsbald eine mächtige Ausdehnung zu nehmen schien, da der Gasmotor daselbst stand und die Räume selbst, meist aus Holz errichtet, viel brennbaren Stoff boten. Es wurde „Großfeuer" gemeldet. Der alsbald herbeigeeilten Feuerwehr gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken, sodaß der Schaden nicht sehr bedeutend sein dürfte. — Heute vormittag wurde in der Nähe der Ludwigsbuche die 13jährige Tochter eines auf dem Jagdschloß Kranichstein wohnenden Hofbediensteten, welche nach Arheiligen zur Schule wollte, von einem ca. 20 Jahre alten Burschen an gepackt und zu vergewaltigen versucht. Auf das Geschrei des Kindes eilten alsbald Leute herbei, sodaß der Wüstling von seinem Opfer abließ und das Weite suchte.
Worms, 11. Aug. Während der Dauer des Turnfestes wurden an Getränken das nachstehende Quantum konsumiert: In dem Haupt-Festzelte zirka 7913 Flaschen Wein, darunter 6000 Flaschen Turnerwein (Firma Mahler), 1300 Flaschen Forster (Schäfer, Tochtermann), 300 Flaschen Bernkastler Doktor (Langenbach), 100 Flaschen Deidesheimer Traminer (Clemens), 40 Flaschen Liebfraumilch (Geist u. Cie.), 11 Flaschen Forster Kirchenstück (Langenbach), 50 Flaschen deutscher Rotwein (Ebel), 26 Flaschen Medoc (A. Weigand), 40 Flaschen Schaumwein, Henkel trocken (Heilgers), 25 Fl. Luginsland (Werger u. Co.), 1 Flasche Pommery, 26 Flaschen Siegfriedsekt (Guntrum) wurden im Glas ausgeschenkt, ferner 5600 Fläschchen Wasser (von den Firmen Ebel u. Scholl). In dem Schoppenweinzelte wurden verzapft zirka 25 Hektoliter offener Wein (Geist u. Cie.) und 3900 Fläschchen Wasser. In den drei Bierzelten wurden im Ganzen zirka 340 Hektoliter Bier ausgeschänkt (vom Wormser Brauhaus, Werger'sche Brauereigesellschaft und Elephantenbräu). Der Voranschlag, welcher 8000 Flaschen Wein, 7000 Liter offenen Wein, 300 Hektoliter Bier und 6000 Krüge Wasser vorgesehen hatte, ist demnach mit Ausnahme des Schoppenweines ziemlich erreicht worden, während der Wasserverbrauch ein größerer war.
Frankfurt a. M., 12. Aug. Für den 15. August ind im Hotel „Imperial" am Opernplatz für das Gefolge res Kaisers Zimmer bestellt worden. — Der Nach- olger Karl Sängers in der deutsch-katholischen fteireligiösen Gemeinde, Prediger Wilhelm Klauke, wurde am Sonntag in sein neues Amt eingeführt.
Hanau, 11. Aug. Der sozialdemokratische Wahlverein ur den Reichstags-Wahlkreis Hanau-Gelnhausen beschloß in einer gestrigen Generalversammlung, den bisherigen Abg. Hoch auch für die nächste Reichstagswahl als Kandidaten aufzustellen. — Bekanntlich wurde kürzlich in Birstein einer Zigeunergesellschaft ein Mädchen von 6 Jahren abgenommen, da man es aus verschiedenen Gründen für ein gestohlenes Kind hielt. Da die von der Gerichtsbehörde angestellten Erhebungen nicht dazu geführt haben, daß das Kind von jemand als das seinige anerkannt worden ist, wurde das unter dem Verdacht des Kindesraubs im hiesigen Landgerichtsgefängnis internierte Zigeunerpaar wieder entlassen. Das Kind, das vorläufig bei dem Fürsten von Jsenburg-Birstein ein Unterkommen gefunden hatte, wurde den Zigeunern wieder übergeben.
** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Wie man aus Friedberg berichtet, wurde bei dem vom Altertumsverein vor dem Fauerbacher ww voraenommenen Ausgräber? eures alte« römische«
Brunnens ein römischer, dem Jupiter gewidmeter Votiosiein mit der gut erhallenen Inschrift „Jovi optimo maxiao“ gefunden ; er wurde dem Friedberger Altertumsmuseurr überwiesen. — Aus Mainz wird gemeldet: Das Pfeü eines Pionier-Offiziers kam in der Witzstraße zu Fall, wodurch der Offizier schwer verletzt wurde. Unter Beihilfe mchrerer Frauen brachte man ihn in die Wohnung eines dort wohmnden Schmiedes, wo dem Besinnungslosen alsbald auch die erste ärztliche Hilfe zu Teil wurde. Sodann wurde er nach Mainz ins Garnisonlazaret verbracht.
Vermischtes.
* Koblenz, 11. Aug Tie Frau des Telegraphen- beamten Brendgens aus Köln spazierte am Vormittag mit zwei kleinen Kindern am Moselufer. Hierbei würbe sie von einem Manne überfallen, der ihr mit einem StUet eine 6 Millimeter breite Wunde in den Unterleib beibrachte. Tie schwangere Frau wurde zu chren hier wohnenden Eltern gebracht. Der Thäter ist noch nicht gefaßt. Er ist 25—30 Jahre alt, hat ein fahles Gesicht und trug einen grauen Anzug und schmutzigen Stroh Hub
* Berlin, 11. Aug. Aus Eifersucht auf ihren Mann hat die 26 Jahre alte Frau des Möbelpoliers Paul Hartung sich und ihr Kind durch Gift umgebracht. Tie Frau hat dem Kinde Lysol zu trinken gegeben und dann selbst dieses Gift zu sich genommen. Wie versichert wird, war die Eifersucht der Frau völlig grundlos.
* Berlin, 11. Aug. Ein raffinierter Betrug ist in der Verwaltung des sozialdemokratischen Holzarbeiterverbandes, Verwaltungsstelle Berlin, entdeckt worden. Der Beitragssammler Tannenberg hatte sich bereits vor längerer Zeit Quittungsmarken für einen in Wahrheit gar nicht existierenden Holzarbeiter- Gesangverein anfertigen lassen, uud den Mitgliedern des Holzarbeiterverbandes, bei denen er Beiträge einkassierte, diese Marken statt der echten Verbandsmarken in das Verbands buch gefiel)t. Die falschen Marken waren den echten täuschend ähnlich. Außerdem wußte der unredliche Beitragssammler bei der Abstempelung so zu hantieren, daß die Aufschrift der Marken ganz mit Stempelfarbe bedeckt und daher unleserlich wurde. Dannenberg konnte den Schwindel mehrere Jahre lang betreiben und hat so den Holzarbeiterverband um erhebliche Summen geschädigt, deren Höhe erst durch genaue Revision der Bücher sestgestellt werden kann. Der Betrüger wurde der Staatsanwallschaft angezeigt.
* Koburg, 11. Aug. Während einer unvermuteten Kassenrevision ist der Stadtkassen- assistent Klett flüchtig geworden. Die Höhe der unterschlagenen Summe ist noch nicht festgestellt.
* Hamburg, 11. Aug. Bei einer Feuersbrunst in ihrer Wohnung in der Marxstraße erstickte eine sechzig- jährige Dame.
* Bern, 10. Aug. Laut Bericht aus Chamounix sind am Col du Dorne zwei Alpenklubisten während eines Gewitters erfroren. Ihre zwei Führer, die in den Grands Mulets Hilfe holen wolllen, stürzten in Gletschergründe und sind ebenfalls tot Von Chamounix sind Führer karawanen auf gebrochen. Dort sah man mit btm Fernrohr, wie eine Person längs des Abhanges des „Petit Plateau" am Montblanc hinabrollte und dann in einer Spalte verschwand. Kurze Zeit darauf erblickte man zwei Gruppen sich abwärts bewegen, deren jede eine Leiche zu transportieren schien. Das „Petll Plateau" ist ein fast völlig flaches Schneefeld, etwa 2Y^ Wegstunden oberhalb der „Grands Mulets"; fein südlichster Teil ist den vom Dome du Goüter herunterkommenden Lawinen ausgesetzt. lieber dem „Petit Plateau" zieht sich eine steile Wand hin, die „Grands Montes", durchschnitten von einer zum „Grand Plateau" führenden, gewöhnlich halb mit Schnee und Eis gefüllten großen Spalte. — Die Klubisten sind die Herren I. Stehling aus Straßburg und Henri Maud ui t aus Paris. Stehling ist ein Sohn des früheren Bankiers Stehling. Er hatte vor kurzem die juristischen Studien beendigt. — Tie Mittwoch an der Sudseite des Aralp Horns infolge Ausgleitens verunglückte Dame ist ein Fräulein Hanhart aus Zürich. Der Arzt hat Schädelbruch und Kopfwunden konstatiert. Es ist aber Aussicht auf Genesung vorhanden.
* Bukarest, 11. Aug. In der Zentral-Werkstätte des hiesigen Hauptbahnhofs wurde eine Falschmünzer- Wer kstätte entdeckt, deren Mllglieder sich aus der Zahl der hiesigen Schlosser rekrutiert. Diese haben seit Jahren alsches Geld in Höhe von ca. 700000 Lei in Verkehr gesetzt.
Port Arthur, 11. Aug. Seit dem 15. Juli bis 2. August sind 246 Chinesen und 70 Europäer an der Cholera erkrankt. Davon starben 219 Chinesen und 27 Europäer, darunter 11 russische Soldaten. Viele tausend chinesischer Arbeiter verließen aus Furcht vor der Cholera )ie Stadt und begaben sich nach Tschifu. Tie Gesellschaft des russischen Roten Kreuzes versieht' die Stadt mit gutem Trinkwasser.
• Dammbruch. Nach einer Meldung aus Madrid erfolgte in dem Minendistrikte von Santander ein Dammbruch eines großen Wafferreserooirs, das zum Erzwaschen diente. 14 Personen, meist Kinder, sind dabei ums Leben gekommen.
* Ein Duell in Budapest, das selbst in der an Zweikämpfen so überreichen ungarischen Hauptstadt viel Aufehen erregte, wird gemeldet. Es fand in der Honlved- Kavallerie^serne zwischen dem Grafen Felix Harnoncourt und dem Sportsman Ernst Wahrmann statt. Vor acht Tagen spielte Wahrmann auf dem Schlosse des Grafen Harnoncourts Ezka im Tovontaler Komitat mit dem Kreis- irjt Dr. Messinger und zwei Geisllichen Tarock. Im Laufe beä Spieles schleuderte Wahrmann dem Arzt den Ausdruck „Trottel" zu. Tr. Messinger erhob sich, verließ das Schloß und sandte seine Zeugen. Diesen erklärte Mahrmann, „-Hatte!" sei feine Beleidigung, wenn sich der Arzt durch den Ausdruck beleidigt fühlen sollte, so möge er ihn bei Gericht belangen. Zum Beweis, daß er dem Zweikampfe nicht aus Feigheit sich entziehen wollte, verweise er auf die 18 Duelle, )ie er bereits ausgefochten habe. Tic Zeugen verfaßten nunmehr ein Protokoll, Zeugen dieser Szene waren Graf Harnoncourt und Prinz Jaime von Bourbon. Es kam zu einem Wortwechsel zwischen dem Prinzen, Grafen Harnoncourt und Wahrmann, wobei der Gras gegen den letzteren eine drohende Stellung annahm. Wahrmann stürzte ins anstoßende Gemach und kam mit einem Revolver zurück. Ter Gras schlug Lärm, rief die Dienerschaft zusammen, in- Lwuwe« fiuhte Wadrmorm lein Hell in der Flucht und ftchk


