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12.8.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 187

Zweites Blatt. 153. Jahrgang

Dienstag 13. August 1SVS

Erscheint täglich aufeer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siehener Zamilien- bläfttr viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Umvers.-Buch» u.Slein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für ©labt unb Land" und Gerichtssaal": Curt Plato; für den An« zeigonteil: Hans Beck.

Die heutige Dummer umfaßt 8 Seite«.

des

Vom französischen Kulturkampf.

der

fernt Hal.

Deutsches Deich

enthalt im

trifft er mit

Die französische Regierung scheint allgemach doch zu Ansicht gekommen zu sein, daß ein Kulturkampf eine höchst schwierige und mißliche Sache ist- Ihre bisherige Energie scheint am Ende zu sein und sie scheint es satt zu haben, in der bisherigen Weise vorzugehen. Ja, es sieht so aus, als stehe eine neue Krise bevor; die Minister wollen nicht lnehr mitthun. Nach einer Depesche aus Paris seien, derLibre Parole" zufolge, die jüngsten Unter­redungen Loubets mit den Ministern Rouvier und Delcasso als Vorzeichen von Veränderungen im Kabinett anzusehen; man sei geneigt, nach Schluß der ettva noch bevorstehenden Cchulsperrungen einem vermittelnden Vorschlag aus dem bischöflichen Lager näherzutreten. Tas sieht aber doch nach mehr aus. Vorläufig thut man) noch so, als wolle man nicht klein beigeben, aber der erste Schritt zur Versöhnung mit den starren Bischöfen wird wohl weitere zur Folge haben.Um einer Versöhnung die Bahn zu ebnen", hat der Präsident des Departements Finistöre eine Versammlung der Organisationen des Wider­standes gegen die Schließung der geistlichen Schulen von Lesneven, Plvuda, Saint-Meen und Lefolgoet, an der ca. 400 Personen teilnahmen, einberufen. In seiner Ansprache erinnerte der Präfekt daran, daß die erste Pflicht des Franzosen die sei, dem Gesetze zu gehorchen. Er wurde oft durch Hochrufe auf die Freiheit und die Nonnen unter­brochen. Ter Deputierte Abbe Gayraud und Admiral de Cuverville sprachen sich für die Aufrechterhaltung der geist­lichen Schulen aus. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Am Schlüsse der Versammlung erklangen neue Hochrufe auf die Schwestern und die Freiheit. Ter Präfekt sagte aber zu, der Regierung den Wunsch des Admirals Cuverville zu übermitteln, das Dekret über die Schließung der geist­lichen Schalen vor den Staatsra t zu bringen. Durch die Berufung an den Staatsrat würde zunächst ein Aufschub aller Verfolgungen eintreten. Die Nonnen ver­sprachen, sich der Entscheidung des Staatsrats zu unter­werfen. In Landerneau sind die am Pensionat von St. Julien angelegten Sigel von neuem abgerissen worden. Der Gras Hautefeulle ist vor das Schwurgericht verwiesen wor­den, weil er amtliche Siegel von den Ordensschulen ent-

zurück. . ..

Die Ankunft de s Königs von Italien wird am 27. ds. nachm. auf der Wildparkstation erfolgen. Zum Empfange des Monarchen werden sämtliche in Potsdam und Berlin anwesenden Prinzen souveräner Häuser uno die Generalität kommandiert. Bei dem am 28. b. stattsindenden Einzug des Monarchen rn Berlin weroen

Interesse hat schließlich autf} em Passus aus entern Strandbericht von Norderney wohm der Reichskanzler, wie gesagt, in den nächsten Tagen zuruck- zukehren gedenkt. In dem Strandbrrese heißt es u. a.: Graf Bülow ist nur von Sekretären, Chiffreuren und seinem Diener begleitet. Der einzige vortragnide Rat des Auswärtigen Amtes, der von Begmn semer Rerse hrer anwesend war, und dauernd E t^ rst, Fürst Lrchnowsky, bearbeitet in Abwesenheit des Chefs bie laufenden Ge­schäfte. Graf und Gräfin Bülow bewohnen hier die Villa Fresenia, die sie für die Saisori von dem Bacher, Graf en Wedel, gemietet haben. Auch Fürst ^tchnowsky, ine Be­amten und die Dienerschaft sind m der Villa unterge­bracht. Westwärts neben ihr befindet sich nur noch eme dem Fürsten Knyphausen gehörige Villa, die Prinz Aren- berg und Familie bewohnt. Gras und Gräfin Mlow baden beide nicht, sondern genießen nur die herrliche Seeluft. Der Besuch Norderneys leidet in dies em d o ch unter

dem bisherigen rauhen Wetter, Es sollen 5000 Kurgaste weniger gekommen sein, als tm Borsahre. Der Reichs­kanzler arbeitet auch hier täglich mehrere Stunden, und nur selten trifft man ihn auf der Promenade, vom Mohr", bl em Reichspud el, begleitet. Der Kanzler

Berlin, 11. Ang. Dem Vernehmen nach werden zur Truppenschau auf dem großen Mainzer Sande, welche der Kaiser abnehmen wird, etwa 20 Infanterie-Bataillone zusammengezogen werden. Die Rück­kehr des Kaiser-Paares nach dem Neuen Palais bei Pots­dam ist gegen den 24. b- M. zu erwarten. Nach« dem Besuch des Königs von Italien in Berlin reist das Kaiserpaar mit dem Kronprinzen und den Prinzen Adalbert und Eitel Friedrich bekanntlich nach Posen. Am 5. Septem­ber wird das Kaiserpaar sich in das Manövergelände be­geben und alsdann nach Berlin bezw. Potsdam zurück­kehren.

Die Kaiserin gedenkt in den nächsten Tagen mit den beiden jüngsten Kindern von Kabinen abzureisen und aus einer Zwischenstation mit dem Kaiser zusammen zu treffen, um gemeinschaftlich die Fahrt nach Düsseldorf fortzusetzen. Der Kronprinz trifft am 17. ds., nach­dem er noch eine größere Anzahl von Städten in Elsaß- Lothringen besucht haben wird, zu einem achttägigen Auf-» Schlosse zu Homburg v. d. H. ein. Dort

___,,.....Ät dem Kaiserpaar zusammen und reift, dann mit diesem gemeinsam nach Berlin bezw. Potsdam

tragt zumeist einen dunklen Joppenanzug und die hier übliche Strandmütze. Graf Bülow ist hier sehr populär. Er besucht Norderney bereits im vierten Jahre, und die Norderneyer sind stolz aus diese Auszeichnung. Aber trotz dieser Popularität folgt dem Grafen auf seinen Spazier­gängen in der nötigen Entfernung doch der übliche Ge­heimpolizist, deren hier zwei stationiert sind. Dies ist aber mehr eine Respektsbezeugung gegenüber dem ersten Reichs­beamten, als eine Sicherheitsmaßnahme. Auch istMohr" ein so wachsamer und scharfer Begleiter, daß es eines weiteren nicht bedarf. Das Mittag- und Abendessen nimmt die Familie Bülow durchweg beiRichter" ein. Gespeist wird dabei in einem für den Reichskanzler reservierten Zimmer, und die gerade anwesenden Reichs- und Staats­beamten, die sich beim Reichskanzler gemeldet oder ihm Vortrag gehalten haben, sind dann Gäste. Zu nennen wären in dieser Beziehung der Gesandte für Oldenburg und die Hansastädte, Gras Henckel, der Oberpräsident von Hannover, Graf Stolberg, der Regierungspräsident von Aurich, Prinz Ratibor, und der neue Verkehrsminister, Exzellenz Budde. Letzterer kam von Emden hierher und ist seitdem Kurgast. Im allgemeinen sieht und hört man vom Reichskanzler gar wenig. 9hir selten sieht man die Gräfin begleitet vom Fürsten Lichnowsky und einem Dachsepaar, auf der Promenade. Sie trägt dann zumeist einen Hellen Strandanzug und einen großen Strandhut mit gelben Blumen.

Kras Aülow in Jenen.

Reichskanzler Graf Bülow, der am Sonntag in Berlin aus Swinemünde ein getroffen war, hat dort, wie uns gemeldet wird, eine Reihe von Vorträgen aus verschiedenen Ressorts entgegen genommen. Er begab sich sodann zu einem zweitägigen Aufenthalt nach Bayreuth, von wo er nach Norderney zurückkehrt.

Wir glaubten in einem der gestrigen Berliner Abknd- blätter ein Interview mit dem Reichskanzler zu finden. Graf Bülow ist in dieser Hinsicht einmoderner" Staats­mann; er steht den Vertretern der Presse gern Rede notabene bann, wenn er etwas auf dem Herzen hat, und den Zeitpunkt für geeignet hält, der Öffentlichkeit davon Kenntnis zu geben. Freilich, unterhalten sich Staatsmänner mit Journalisten im stillen Vertrauen, daß das Gespräch möglichst weite Verbreitung finde, dann ist das große Pu­blikum oft nur die Deckadresse für kritische Meinungsäußer­ungen, die bestimmten Personen und Kreisen im Jnlande oder im Auslande gelten. Ein derartiger Fall lag vor bei­spielsweise bei den vielerörterten Bemerkungen des Grafen Bülow über die Polenpolitik. Der Vergleich mit denKa­ninchen" ist bekanntermaßen dem Kanzler von den Polen sehr übel genommen worden, obschon gerade die edlen Polen in unschmeichelhaften Ausdrücken gegen das Deutsch­tum Hervorragendes leisten. Aber es ist ja eine im All­tagsleben häufig zu machende Erfahrung, daß Leute, die gern einen Spatz, und einen recht derben, treiben, keinen Scherz verstehen. Graf Bülow ist vor dem Zorn der Polen nicht bange, er wird sich in die Höhle des Löwen begeben. Wie nunmehr festeht, wird er so wird uns heute aus Berlin gemeldet den Kaiser auf seiner Reise nach Posen begleiten. Man darf wirklich ge­spannt sein, was nun die reiche Phantasie der Polen ersinnt, um dem leitenden Beamten, der die Polenfrage für die wichtigste der Politik erklärte und ein umfang­reiches Programm hierzu aufstellte, ihre Abneigung aus­zudrücken. Einfach ist die Sache nicht, denn Demonstra­tionen mit dem Erscheinen des Staatsanwalts als Schluß­effekt können zwar die zumVolk" Gehörigen leisten, aber blaublütige polnische Männer werden wenig Lust verspüren, ihre Haut zu Markte zu tragen. Also eine Kund­gebungloyaler Opposition" ist auszudenken, etwas, das zugleich auf die Massen wirkt, was die Führer der Polen- beewgung stets im Auge behalten. Graf Bülow wird selbst erwartungsvoll fein, was wohl die Polen anstellen mögen?

Bei der Gelegenheit der Reise nach Posen bringt aber 6er preußische Ministerpräsident hoffentlich auch denFall Löhning" in Ordnung. DieNordd. Allg. Ztg." thut kon­sequent der Enthüllungen keine Erwähnung. Der Fall Löhning existiert nicht einmal für dieZeitungsschau" des' offiziösen Organs. Am letzten Samstag verlautete, eine Sitzung des preußischen Staatsministeriums habe sich mit den Folgen dernicht standesgemäßen" Verlobung des Steuerdirektors beschäftigt. DieKreuzztg." bezeichnete aber alsbald diese Meldung als sehr wenig wahrscheinlich. Aber, sollte sich unter derReihe von Vorträgen" und mehrfachen Rücksprachen" des Grasen Bülow am letzten Sonntag nicht das Thema befunden haben, das allent­halben auf der Tagesordnung steht? Wir nehmen an, daß Graf Bülow umgehend schriftlichen Bericht eingefordert hat, und diese Mitteilungen durch mündlichen Vortrag zu ergänzen wünschte. Eine Bestätigung der gestern von uns wiedergegebenen Nachricht, die Stellung des Oberpräsiden­ten v. Bitter in Posen gelte als erschüttert, liegt bisher nicht vor. Es ist auch nickst abzusehen, warum gerade Herr v. Bitterbüßen" soll? Der doch, nach der Löhning- schen Darstellung, gemäß den Berliner Intentionen ge­handelt hat, mithin nur an zweiter Stelle verantwortlich

lieber die Kaiser-Begegnung sich auszusprechen, das wäre eigentlich ein Anlaß für ein Bülow-Interview ge­wesen. Denn man ist in Bezug auf die Resultate der Begegnung im wesentlichen auf Schlüsse ziehen angewiesen. Möglicherweise wurde folgende Notiz derNationalztg." von der Wilhelmstraße ans inspiriert:Bon unterrichteter Seite erfahren wir, daß. die persönliche Intimität der beiden Monarchen in den mannigfachen Besprechungen so klar und deutlich zum Ausdruck gekommen ist, daß hin­sichtlich der Aufrechterhaltung des Weltfriedens die zu­versichtlichsten Erwartungen für die Zukunft gehegt wer-

Die Zolltariskommission

nahm am Montag die Positionen 916, Fahrrad er, 919 und 920, Fahrradteile aus Eisen bezw. anderen unedlen Metallen, nach der Vorlage an und änderte die Pos. 917 nach einem Antrag Herold dahin ab, daß für zweirädrige Personenwagen im Gewicht bis 150 Kilo 60 Mk. festgesetzt wird, darüber 100 Mk. Pos. 918, Lastwagen, wurde nach der Vorlage angenommen, ebenso die Pos. 921, See­schiffe, 922, Fluß- und Binnenschifffe für Luxus- zwecke, 923, andere Flußschiffe, 924, Schwimmdocks, Pontons und 925, Wasserfahrzeuge aller Art,, zum Zerschlagen ein­gehend. Sodann wurden die Pos. 926, Handfeuer­waffen, 927, Bügel, Federn, Hähne, Läufe, 928, Schlösser, Verschlußstücke zu Handfeuerwaffen, nebst Anmerkungen nach der Vorlage angenommen; ferner der Unterabschnitt Uhren, nämlich Pos. 929, Taschenuhren, auch.mit Spiel- Werk, in Gehäusen aus Gold, Stück 3 Mk., Silber, auch vergoldet, mit vergoldeten Rändern, Bügeln, Knöpfen 1,50, ans unedlen Metallen, Legierungen, auch vergoldet, ver­silbert, aus anderen Äoffen 1ML ; Pos. 930, Uhrwerkzu Taschenuhren, fertige, Rohwerk IchO Mk., Pos. 931, Uhr­gehäuse zu Taschenuhren aus Gold 1,50, Silber, uneblen Metallen 0 75 Mk.; Pos. 932, Triebe, Unruhen aus Stahl für Tchchenuhren, Doppelzentner 60 Mk.; Pos. 933, Teile von Taschenuhren aus unedlen Metallen, LegieQingen mit Ausnahme von Trieben, Unruhen aus -^ahl, sowie Gehau,e 200 Mk Pof 934, Wand- und Standuhren, Taschen- und andere 'Zählwerke 200 Mk.; Pos. 935, Uhrwerke aus u^ edlen Metallen zu deii Pos. 934^unterliegenden Uhren: 60 Mk.; Pos. 936, Turmuhren, Telle dazu aus unedlen M^ tollen 10 Der UtoernbZchnM To n w er kz-euae wird nach dem Enüvurf genehmigt, nanllich Pos. 937, Pfeisen­orgeln 25 ML, 938, Zungenorgeln, H a r m o n i u m s, 40 Mark. Pos. 939, Klaviere, 40, Pos. 940 Klaviermecha- niken, Klaviaturen 55, Pos. 941 Streich-und Zupstonwerk- zeuge 30, Pos. 942, Blastonwertzeuge, So, Pvs. 943, mecha­nische Spielwerkzeuge ohne Gehäuse bei entern Reingewicht von 500 Gramm und darunter 25, andere Spielwerke 40

Politische Tagesschau.

Heber die Lage der Maschinellindustrie

im Gießener Handelskammerbezirk spricht sich der neueste Jahresbericht nur sehr unvollkommen aus. Es heißt da in der Einleitung:Am härtesten betroffen wurden diejenigen Industriezweige, die ganz besonders an dem Aufschwung beteiligt waren, die Maschinenindustrie, die Metallverarbeitung und die gesamte Montanindnsttie." Somit erfahren wir aus dem Jahresbericht hierüber fo gut wie gar nichts, es werden nur die kurzen Berichte dreier Firmen, H. Schaffftädt, Fritz Ecearius und Fr. Krogmann, wiedergegeben; dagegen vernehmen wir leider kein Wort von der größten Gießener Maschinenfabrik, Heyligenstädt & Co. Jedenfalls hört man, daß die Maschinenindustrie in ganz Deutschlano z. Zt. nicht eben auf Rosen gebettet ist Die größeren Etablissements dieser Branche leiden durchweg unter der Abnahme besonders der Aufttäge aus Auslandslieferungen. Es wird über­einstimmend gellagt, daß solche Aufträge, trotz ange- tr engt er Thätigkeit der Auslandsv ertretcr deutscher Fa­briken, schwieriger zu erlangen seien, als im Vorjahre. Wir hatten unlängst darauf hingewiesen, daß infolge der starken Konkurrenz und gewisser politischer Verstimmungen der üdafrika Nische Martt als Absatzgebiet für deutsche Jndustrieerzeugnisse an Bedeutung einzubüßen scheine. Diese Auffassung findet Bestätigung durch die neuesten engli­schen Berichte über das Frachtgeschäft mit Südafrika. Es heißt da, daß gegenwärtig eine lebhafte Nachfrage nach Eisen- und Stahlprodutten, Maschinen aller Art und speziell nach landwirffch>astlichen Geräten dort sich geltend mache. Ten Bedarf beispielsweise an Pflügen konnten die eng­lischen Fabriken nur mit Mühe, unter Zuhilfenahme von Nachtschichten, decken. Das mag den deutschen Fabrikanten ein Ansporn sein, ihre besondere Aufmerksamkeit dem südafrikanischen Markte zuzuwenden. Bei der Güte ihrer Erzeugnisse werden sie schließlich auch gegen politische Ver­stimmungen erfolgreich aukämpfen.

Mark, Pos. 944 Tonwerkzeuge nicht besonders genannt 30 Mark, Pos. 945, Saiten, ab gepaßt, Darmsaiten, auch nachs- geahmte 50, überspannen mit Draht 100 Mk. Anmerkung: Drahtsaiten wie Draht, Teile von Tonwerkzeugen wie Ton- werkzeuge.

Tie Kommission nahm schließlich die letzte Posi­tion des'Tarifs 946, Kinderspieklzeng, 10 ML, ara und lehnte sodann den Antrag der Sozialdemvf- traten auf Anfügung eines 20. AbschnittesOrden" ab, der besagt: Pos. 947, Orden, auch wenn von Souveränen verliehen, sind nach Beschaffenhell des Materials, ohne Rücksicht auf Gewicht, keinessaUs untei 1000 Mk. pro Stuck, zu verzollen.

Tie Kommission beriet alsdann die zurückgestellten. Zuckerpositionen und nahm Pvs. 174 in der vom Staatssekretär Frhrn. v. Thielmann empfohlenen Fassungl des Antrages Spahn an ,welcher lautet: Rohr-Rüben- und sonstiger Zucker von der chemischen Zusammensetzung desj Rohrzuckers (Saccharose) 40 All., anderer fester und flüssiger aller Art, auch Füllungen und Zuckerabläufe (Syrup, Me­lasse), Rübensaft, Ahornsaft 40 Mk. Die Kommission nahm Pos. 175, Starkezucker, F-ruchtzucker ic. 40 Mk. an, erhöhte aber darin den Zollsatz für Milchzucker von 40 auf 80 Mk., nahm Pos. 200, Zuckerwerte rc. 70 Mk. an, strich Pos. 382, künstliche Süßstoffe, und änderte Pos. 383 ab, wie folgt: Süßholzsaft mit Zucker rc. versetzt, Brustteig 60 Mk., anderer

frei.

T amit ist die erste Lesung der Tar/ifvor- lage erledigt. Unerleoigt sind noch der Rest des 12. Paragraphen des Tarifgesetzes, die Verwendungsanträge

Zentrums, sowie der Sozialdemokraten.