Diplomen erhalten die zehn ersten Sieger auch Eichen-- kränze. Besucher des Wettturnens bezahlen 20 Pfennig, während die Wettturner selbst 50 Pfg. zahlen- Das Turnen beginnt um 11 Uhr. Züge der Bieberthalbahn, die für Interessenten zur Benutzung geeignet sind, gehen in Eiehen ab: 7,15 und 10,20 Uhr V. und treffen in Bieber ein 7,50 und 11 Uhr. Zur Rückfahrt gehen passende Züge in Bieber ab um: 3, 4, 6,05, 7,15 Uhr.
** Silberne Hochzeit. Weißbindermeister Carl Sch mall und Frau feiern heute ihr 25jähriges Ehejubiläum.
** Handwerkerorganisationen. Nach der neuesten statistischen Zusammenstellung bestehen im Grvß- herzogtum Hessen 108 Gewerbevereine mit zusammen 9821 Mitgliedern, 54 Innungen mit zusammen 2852 Mitgliedern und 21 freie gewerbliche Vereinigungen mit zusammen 395 Mitgliedern. Die selbständigen Handwerker in Hessen sind daher in 183 Verbänden mit 13 068 Mitgliedern^ vereinigt.
** Brieffallen. Zur Verpackung der Drucksachen wird von den Absendern lerder noch zu oft ein loses Streifband oder ein größerer offener Umschlag verwendet. In diese losen Hüllen und in die auseinander klafsenden Druck- sacyen verschieben sich leucht Briefe, besonders solche kleineren Formats, und gelangen so an eine falsche Adresse. Im glücklichsten Falle werden die Briefe von den Empfängern der Drucksachen der Post zurückgegeben und kommen mit erheblicher Verspätung an ihren richtigen Bestimmungsort; oft genug aber bleiben sie verschwunden. Zur Verpackung von Drucksachen empfiehlt es sich stets Kreuzbänder zu verwenden oder, bei Benutzung eines einfachen Streifbandes, dieses kreuzweise fest zu umschnüren. Briefumschläge verwende man zur Verpackung von Drucksachen nur dann," wenn sie mit seitlichen Derschlußklappen versehen sind, die einen zungenartigen, zum Einschieben in einen äußeren Schlitz des Umschlages bestimmten Ansatz haben.
** „Sprechen Sie noch?" Diese Frage des Tele- tzhon-Beamten fährt uns sehr oft außerordentlich störend tu' ein längeres Gespräch am Fernsprecher. Eine neue Einrichtung, die am 1. Oktober in Betrieb genommen wird, soll außer anderen Verbesserungen auch den Fortfall dieser höchst störenden Unterbrechungen zur Folge haben. Ter Beginn eines Gespräches wird von da ab durch das Artf- leuchten einer Glühlampe an gezeigt, und sobald die Teilnehmer den Hörer ablegen, erlischt die Lampe und zeigt das Ende der Unterhaltung an. So berichtet man aus Frankfurt a. M.
** Die Hegezeit der Feldhühner und Wachteln geht im ganzen Großherzogtum Hessen, mit Ausnahme der ^Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, mit dem 21. August zu Ende. Für die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten bleibt es bet der allgemeinen Bestimmung, wonach Schluß der Hegezeit am 31. August ist.
** Vom Oetroi. Rat und Stadtverordnete zu Dresden haben an den Reichstag die Eingabe gerichtet, dieser möge dem von der Zollkommisjion beschlossenen Zusatz zum Zolltarifgesetze, wonach die Erhebung indirekter Eingangsabgaben auf Getreide, Me hl, Fleisch und Vieh durch die Gemeinden nicht mehr gestattet werden soll, seine Zustimmung versagen. ‘ Dieser Beschluß werde für die Finanzen einer großen Anzahl deutscher Städte verhängnisvoll sein. Die mäßige städtische Abgabe, wie solche jetzt üblich sei, verschwinde bei der Preisbildung saft ganz; ihre Aushebung würde eine Preisminderung, nicht zur Folge haben, wohl aber in Dresden eine Erhöhung der direkten Steuern um etwa 35 v. H. der Staats ein kommensteuer notwendig machen. Durch diese Eingabe soll" eine vom Allgemeinen Dresdener Mieterverein an den Reichstag gerichtete Eingabe bekämpft werden, die um Annahme jenes Zusatzes bittet und zur Vermeidung erhöhter Steuern für die Allgemeinheit die Mehrbelastung des Grundbesitzes vorschlägt. Diesen'Weg bezeichnet die Eingabe des Rats als bedenklich, da er nur ans eine Steigerung der Wohnungsmieten hinauslausen werde. Uebrigens könnten die Eingangsabgaben ja auch im Wege der kommunalen Gesetzgebung aufgehoben werden, wenn es der Wille der Mehrheit der Bürgerschaft sei.
Bad-Nauheim, 11. Ang. Unterhaltungen vom 12. August ' bis 16. August 1902. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr vormittags am Kur- brnnnen. Dienstag, 12. August, nachmittags 41/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kur- kapelle. Bei gutem Wetter Parkbeleuchtung. Eintritt 50 Pfennig, Kinder 25 Pfg. (große Kurkarten, große Saisonkarten und Tageskarten frei). Abends 8—10 Uhr im Saale Tanz. Mittwoch, 13. August, nachmittags von 4i/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Mnzert der Knr- kapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: (Benefiz für Herrn Regisseur Hansen.) Alt-Heidelberg. Donnerstag, 14. August, nachmittags von 41/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Zaubervorstellung des Hofzauberkünstlers Bella- chini aus Marburg. Freitag, 15. August, nachmittags von 41/2—61/2 und abends von 8—10 aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theater-Vorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Der Zigeunerbaron. Samstag, 16. August, nachmittags von 4i/2—61/2 und abends von 8—10 aus der Terrasse Zbonzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: (Einmaliges Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grevenberg.) Renaissance. Vorläufige Anzeige: Sonntag, 17. August, Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 aus Gießen.
e Bad-Nauheim, 11. Aug. Die Probe - Aufführung eines vieraktigen Verslustspieles fand heute rm hiesigen Kurtheater statt. Das Stück nennt sich: „Der Junker" und spielt im 30 jährigen Kriege. Die Idee des Stückes ist, daß ein Mädchen als Knabe erzogen wird, um so den Gefahren des Krieges zu entgehen. Das verkleidete Mädchen verliebt sich aber in einen schwedischen Ossizier. Unter dem Pseudonym Leopold von Groe- be n soll sich ein bekannter Autor verbergen. Die hübschen Liebesszenen fanden Beifall, während die komischen Szenen mit ihren Wiederholungen ermüdeten. Die Üiovllät war sehr gut vorbereitet und wurde gut gespielt. Erhebliche Streichungen und Aendernugen dürften notwendig sein, um das Stück für große Bühnen möglich zu machen.
—i— Friedberg,11. Arrg. Aufsehen erregt die gegen einen Lehrer, der in einem größeren Orte des Kreises ansässig ist. ans Anzeige des Ortsp^rrers in die Wege geleitete Untersuchung wegen Sittlichkeitsverbrechens. Schon einmal ist derselbe Lehrer von demselben Pfarrer eines Meineids beschuldigt worden, das gerichtliche Verfahren aber damals eingestellt unb der Lehrer in jeder Weise rehabilitiert worden. Gegen den Pfarrer werden auch, mannigfache Beschuldigungen erhoben.
Nidda, 10. Aug. Heute wurde hier das Jahr eß
fest der Kkeiukinderschule gefeiert. Die Ansprache hiell der erste Pfarrer W e r u e r, die Kinder sangen und spielten und wurden mit Milch und Brezeln bewirtet Tie Zahl der Kinder beträgt 62. Die Schwester stammt aus der Anstalt zu Nonnenweier in Baden. — Nächsten Sonntag findet dahier die Einweihung des Kriegerdenkmals statt
Darmstadt, 10. Aug. Die Staatsprüfungen im Justiz- und Verwaltungsfache haben in den letzten Jahren recht schlechte Resultate aufgewiesen, sie haben gegen früher gezeigt, daß die Prüflinge sehr mangelhafte Kenntnisse haben, was zimi guten Teil auf ungenügende Leistungen im sogen. Vorbereitungsdienst zurückzuführen ist. Diesen Erwägungen scheint sich auch das Justizministerium nicht zu verschließen, denn es hat, wie man zuverlässig erfährt, die Prüfungskommission gutachtlich gehört. Es ist aber auch notwendig, daß für das in Gießen abzulegende erste juristische Examen durchgreifende Aenderungen herbeigefühtt werden. Es muß für das Unioersitätsstudium immer wieder gefordert werden, daß die praktischen Hebungen für die Studierenden obligatorisch gemacht werden, wie andererseits gewünscht werden muß, daß dem akademischen Prüfungskörper praktische Juristen zugeteilt werden. Beim Vorbereitungsdienst der Gerichtsaccessisten endlich muß eine richtige Unterweisung in der Anwaltspraxis gefordert und eine entsprechende Verteilung unter die einzelnen Anwälte angestrebt werden. Nur so kann wirksame Abhilfe geschaffen werden. Fttf. Ztg.
Mainz, 9. Aug. Wir lesen in der „Frks. Ztg.: Man teilt uns mit, daß am Donnerstag abend auf dem Bahnhofe in Darmstadt die Herren Rechtsanwalt Tr. Geßner, Amtsrichter Dr. Mah r, Oberrechnungsrevisor Reitz el und Hofbuchhändler Reitzel, sämtlich aus Darmstadt, von der Bahnpolizeibehörde auf telegraphisches Ersuchen von Groß-Gerau aus sistiert werden mußten, um sie zu zwingen, sich zu legitimieren. Sie sollen auf der Fahrt von Mainz bis Groß-Gerau einem Mitreisenden gegenüber ihre antisemitische Gesinnung derart be- thätigt haben, daß dieser, ein junger Kaufmann aus Groß-Gerau, halb ohnmätig in Groß-Gerau ankam. Die Herren, die der B a h n p 0 l i z e i b e h ö r d e Groß-Gerau die Angabe ihrer Namen verweigerten, mußten in Darmstadt dazu gezwungen werden. Ta Anzeige beiderStaatsanwaltschäft erstattet ist, und jedenfalls daraufhin eine Untersuchung eingeleitet werden wird, wollen wir von einer Wiedergabe der uns übermittelten Einzelheiten zunächst absehen. — Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern nachmittag in dem Hause eines Bantters ab. Zum Entsetzen der Passanten stürzte sich der 80jährige Privatmann Joh. Bapt- Bopp vom Dach herab auf die Straße und blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Der alte Mann, der in guten Verhältnissen lebte, muß die That in einem Anfall von Geistesstörung verübt haben.
Mainz, 11. Aug. Kommenden Freitag mit dem Zug um 3 Uhr 28 Min. wird der Groß Herzog mit Gefolge $um Empfang des Kaisers hier eintreffen und im Großh. Palais Wohnung nehmen. Tie Schmückung der Straßen uni) Plätze unserer Stadt wird in derselben Weise vorgenommen werden, wie dies bei der früheren Anwesenheit des Kaisers der Fall war. Am Samstag fand bereits auf der Bürgermeisterei eine gemeinsame Besprechung mit den Hauseigentümern derjenigen Straßen statt, welche der Kaiser passieren wird. Die HEs'besitzer haben sich bereit erklärt, das ihrige zur Straßenschmückung beizutragen. Während der Anwesenhett der Fürsten werden sämllich^ disponiblen Gendarmen der Provinz Rheinhessen und Starkenburg hier zusammengewgen. Zur Absperrung der Straßen in unserer Stadt wird außer der Polizei auch die gesamte Mannschaft der Feuerwehr herangezogen werden. Ter Kaiser wird, wie telegraphisch aus Düsseldorf gemeldet wird, am Freitag Nachmittag gegen 1 Uhr Düsseldorf verlassen, um sodann mit der Äsenbahn nach Koblenz zu fahren. Tort besteigt der Monarch, ein Dampfboot der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft, mit dem er nach! Mainz fährt, wo er gegen 10 Uhr abenos eintrifft, um im Großh. Palais zu übernachten. — Tie israelitische Religionsgemeinde beabsichtigte bekanntlich ein neues israelitisches H 0 spitalin der Neustadt und zwar in der Gonsen- heirner Hohl zu erbauen. Nachdem der Protest der dortigen Bewohner gegen die Errichtung dieses Hospitals sowohl von dem Krciscmsschluß als auch von dem Provinzialausschuß zurückgewiesen worden war, unterliegt die endgiltige Entscheidung darüber nunmehr dem Großh. Ministerium.
Dr. Ri. Worms, 10. Ang. Heute ist, das 26. Mittelrhein. Kreisturnfest mit einer volkstümlichen Veranstaltung beendet worden. Trotz der Kirchweihen in der Nachbarschaft war der Festplatz besonders am Abend ganz vorzüglich besucht und es scheint nun fast ausgeschlossen, daß ein Defizit den Garantiefonds in Anspruch nehmen werde. Am Nachmittag fanden Jugend- spiele (Sacklaufen, Wurstschnappen usw.) statt, die oft stürmische Heiterkeit erregten. Die Bierzelte und Schaubuden hatten auch nicht ihren schlechtesten Tag. Am Abend wurde in der Festhalle, die wieder vollbesetzt war, konzertiert. Das Programm hatte außerdem die zum größten Telle schon am Haupttage gegebenen Nummern.
H 0mb u r g v. d. H., 11. Aug. Gelegentlich der zweiten Saalburg-Fahrt der Vereinigung der Saalburg- Freunde wird am 18. August auf der Saalburg eine Ausstellung veranstaltet werden, welche die bisherige Thä- tigkeit und Bestrebungen der Vereinigung zum Ausdruck bringen wird. Der Kaiser wird ebenfalls der Ausstellung einen Besuch ab statten.
Born Feldberg, 10. Aug. Der Feldbergturm ist jetzt seines Gerüstes entkleidet und macht einen imposanten Eindruck Die Arbeiten im Innern des Turmes werden noch den ganzen August und Anfang September in Anspruch nehmen. Bis zu den Kronberger Feierlichkeiten ist der Turm noch nicht fertig, die Einweihung wird nicht vor Mttte September sein können. Wohl aber darf man annehmen, daß der Kaiser eines schönen Tages von Cronberg oder Homburg aus den monumentalen Aussichtsturm besuchen wird. Eine Frankfurter Firma hat dem Taunusklub ein kunstvoll gebundenes Fremdenbuch, ein „goldenes Buch", für den Turm geschentt, in das der Kaiser bei dieser Gelegenhell als erster seinen 4camen eintragen soll, lieber Erwarten rasch hat der Tau- nusklub die erforderliche Bausumme von etwas über 60 000 Mark durch die reichlich zufließenden Beiträge aus Privatkreisen zusammengebracht.
— Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mittelbuchen bei Hanau hat sich un Hause seiner Ellern der Heidelberger Student der Chemie, Friedrich Lecker, erschoßen. Der Grurrv zu oenr Seivstrrrord
soll ein amerikanisches Duell fein. — Der deutsche Kronprinz wird am 17.August in Frankfurt eintreffen und zu etwa achttägigem Aufenthalt sich nach Homburg be» geben.
Vermischtes.
Neumünster, 11. Aug. Zwischen dem Architekten, V a s e ck vom königlichen Bauamt 9Zeumün)*ter und einem Kieler Studenten der Medizin fand ein Säbelduell statt. Beide Gegner wurden erheblich verletzt, der Architekt schwer im Gesicht.
Hamburg, 11. Aug. Hinsichtlich der „Primus"» Katastrophe hat der Untersuchungsrichter nach Prüfung des Aktenmaterials die Anklage gegen beide Schiffsführer erhoben. Ter Termin findet demnächst vor dem Altonaer Landgericht statt.
Plauen, 11. Aug. Wie man aus Neuhof meldet, sind bei einem fürchterlichen Sturme durch den Einsturz einer Scheune 30 Arbeiter verschüttet worden. Fünf wurden getötet, fünf schwer verletzt.
Paris, 10. Aug. Das "der Familie Humbert gehörige Schloß Tives-Eaux ist bei der gestrigen Versteigerung für 129 000 Fr. losgeschlagen worden.
Mezieres, 8. Aug. Nach neueren Feststellungen sind bei dem Eisenbahnunglück in Signy le Petit 14 Personen verwundet worden. Es sind Arbeiter der Ostbahnwerkstätten, die §nr Teilnahme am Musikfeste nach Lille fahren wollten.
Wien, 9. Aug. Gestern stürzte ein Tourist beim Edelweißsuchen am W0 ester ab und blieb t0 t liegen. Es war sehr schwierig, die gräßlich verstümmelte Leiche zu bergen.
T e p li tz-S chö n au, 11. Aug. Beim Prebisch-Thore in der Richtung nach dem Winterberge wurde ein aus Frankfurt stammender Tourist, der mit seiner Familie einen Ausflug unternommen hatte, vom Blitze erschlagen. Seine Familie kam mit dem Schrecken davon.
Algier, 11. Aug. Hier herrscht eine un b eschr eidlich e Hitze. Der Siroceo hält an- Während der Manöver des 1. Bataillons des 1- Zuaven-Regiments bekamen sechs Mann den Sonnenstich. Ein Mann ist tot, zwei schwer, die übrigen leichter erkrankt. Drei Mann bekamen beim Baden am Strande gleichfalls den Sonnenstich und liegen hoffnungslos darnieder.
* Verkehrunfälle. Ein von Charleville nach Lille (Frankreich) gehender Schnellzug, in dem am Sonntag sich mehrere Musikvereine befanden, entgleiste in der 'Nähe von Signy-le-Petit. Fünf Personen sind tot und etwa zehn schwer verletzt. — Bei Jillvn ^Belgien) wurde bei" einem Eisenbahnübergange ein Wagen der elektrischen Straßenbahn von einer Lokomotive erfaßt, wobei 17 Insassen des Straßenbahnwagens zum Teil schwer verletzt wurden.
* Raubmord. Wie aus Wien telegraphiert wird, ist im Vororte Rudolssheim ein Raubmord entdeckt worden. Tas 80jährige Fräulein Wilhelmine Jullich von Tabaktrafik, wurde mit durchschnittenem Halse tot in ihrem Zimmer, das an das Verkaufslokal an stößt, aufgefunbetu. Laden und Wohnzimmer waren vollständig ausgeraubt. Als Urheber des Raubmordes wurde am Sonntag im Prater der 28jährige Messerschmied Anton Schöne kl, verhaftet. Er wurde bereits wegen Einbruchsdiebstahls vom Lani>- gerichte Rattbor steckbriefliche verfolgt.
"„FrauDoktoramüssertsi ch" Eine unliebsame Ueberraschung wurde einem jungen Arzte aus einem Berliner Vorort zuteil, der, um ein wenig Abwechselung in die Oede seines Strohwllwerdaseins zu bringen, — während feine Gattin in einem Nordseebade weilte, — die Einladung eines Hamburger Freundes zu einer Spritztour über Sonntag annahm. Während des Tages wurden die Hamburger Sehenswürdigkellen in Äugens Hin genommen, der Abend galt einem Bummel durch St. Pauli, bekanntlich demjenigen Tell der schönen Hafenstadt an der Elbe, in welchem man sich nicht langwellt. Nachdem die Freunde eine Anzahl von ,^8ergnügungslokalen „atigeflappert" hatten, begaben sie sich, um dem lustigen Tage einen würdigen Abschluß zu geben, ins Cafe H., das als Rendezvousplatz der Lebewett beEannt ist. Der Gast aus Berlin war in bester Stimmung und hatte eben sein Glas erhoben, um mit seinem Begleiter anzustoßen, als plötzlich ein Pärchen eintrat, bei dessen Anblick der Arzt erbleichte — er hatte in der Tarne, die anscheinend in rosigster Laune am Arme ihres schpn bejahrten Seladvn hing^ seine eigene Frau erkannt. Er wollte seinen Augen nicht trauen, zumal er erst tags zuvor einen zchtlichen Brief von ihr aus dem sttllen Seebade, in das sie sich zur Erholung ihrer Sterben begeben, erhalten hatte. Von der geplanten Spritztour hatte der lebenslustige Ehemann seiner Frau nichts mitgeteilt, sodaß ihr die Begegnung gleichfalls ebenso peinlich als unerwartet kam. Es stellte sich heraus, daß sich die junge Frau Doktor im Seebade gelangweilt und ohne viel Bedenken die Einladung eines Hamburger Kurgastes zu einem kleinen Abstecher nach seiner Vaterstadt angenommen hatte, von deren Herrlichkeiten er so viel zu erzählen wußte. Eine gefällige Freundin besorgte inzwischen die Beförderung ihrer Briefe an den Herrn Gemahl, sodaß diese den Pos^ stempel des Badeortes trugen. Trotzdem die überrraschte Frau Doktor ihren Galan im Stiche ließ und sofort auf ihren Mann zueilte, den sie von der Harmlosigkell dess unverhofften Zusammentreffens mit dem Bemerken zu überzeugen suchte, „sie hätte sich, bloß ein paar Tage amüsieren wollen", ging dem Gatten diese Prolongierung einer Badebekanntschaft denn doch^ ein wenig zu weit. Die vergnügungssüchtige Frau Doktor wurde zu ihren Ettem heimgeschictt und dürfte sich bald, der Ehefesseln ledig, weiter amüsieren können, ohne unliebsame Begegnungen befürchten zu müssen.
Vniversllüts-Nachrichlen.
Eisenach, 8. Aug. Unter dem Vorsitz des Grafen P ü ck l e r -- Berlin tagt gegenwärtig hier die 12. allgemeine deutsche chriftliche Studentenkonferenz. Anwesend sind gegen 150 Kommilitonen aller Fakultäten. Vertreten sind die Univerfitäten: Basel, Berlin, Bonn, Dorpat, Erlangen, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle, Heidelberg, Kiel, Marburg, München, Straßburg, Tübingen, Rostock und Leipzig, sowie die technischen Hochschulen: Braunschweig, Dresden, Charlottenburg, Chemnitz, Murweida, Karlsruhe, Stuttgart, Darmstadt und München. Tas Ziel der christlichen Studentenoereinigung ffl Vertiefung christlichen Lebens und Anregung christlichen Werkes unter der Äadeinischen Jugend zu erzeugen. Tie Mitglieder der allg. deutschen christlichen Studentenvereinigung gehören dem christlichen Studenten-Welibmrd an, dessen letzter Abgeordnetentag mehr als 45 000 Studeiiten an etwa 900 Universitäten und cmderen Hochschulen der WeU vertrat. Aus der ^Bereinigung haben sich viele Mitglieder zum Dienst für die äußere Mission bereit erklärt und sich »um Zweck der Vor- berellung für diesen Beruf in dem Studsntenound für Mission zu-


