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Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Note« der Frankfurter Bank unb der Bank frir Süd- dcntfchland. Da die beiden Banken auf das Recht, Noten aus- »uqeben, verzichtet haben, und nachdem der Ausruf und die Em- nebuna der von den beiden Banken ausgegebenen Banknoten angeordnet worden ist, sind jetzt die Großh. badischen Staatskaßen angewiesen worden, die Noten der genannten Banken fernerhm nicht mehr in Zahlung zu nehmen.
— Türkische Tabakregie-Gefellschast. Das Geschafts,ahr der Gesellschaft ist nut Ende Februar abgelaufen. In den Kreisen der französischen Aktionäre waltet das Bestreben vor, dre Dividende, welche im Vorjahre 16 Fr. betrug, mit 17. Fr. zu-bemeß en. Mart hält es für wahrscheinlich, daß dieser höhere Dtvidendenbetrag acceptiert werden wird. Die Tabakregie-Gefell,chaft hat an die türkische Regierung ein Darlehen von 50 000 Pfund gewahrt; es ist dies eine Antizipativ-Zahlung des diesjährigen Gewinnanteiles der Pforte. Das Darlehen ist binnen einem Jahre rückzahlbar und mit 7 0. H. verzinslich. A
— Ledcrwerke vorm. SPicharz, Onenbach a. M. Aus Verwaltuiigskreisen wird mitgeteilt, daß das Geschäft im ersten Halbjahr befriedigend sich entwickell habe, sodaß, normale Verhalt-
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Landwirtschaft.
Gieße«, 10. Aug. Am 10. September findet auf den städti- chen Marktanlagen zu Gießen Herbstpferdemarkt stach Der vorjährige Herbstmarkt war mit etwa 300 Pferden, der diesjährige Fruhiahrsmarkt mit etwa 400 Pferden befahren und von Händlern und Landwirten sehr gut besucht so daß recht bedeutende Käufe abgeschlossen werden konnten. Auch m diesem Jahre erhofft man einen guten Markt. M,t dem Markte ist emePramnerung verbunden, für welche 1565 Mark zur Verfügung stehen; die Pra- mnerungs'Kommisfton besteht aus den Herren Oekonomierat Schlenke, Vorsitzender, Oberstleutnant v. Dormann-Greyen, Stellvertreter, Gutspächter Bene-Oberweimar, Oekonomierat Hoffmann- Hofgüll, Schlachchofdirektor Liebe-Gießen und Gutspachter Muller- Neuhof. An Preisen sind die folgenden vorgesehen : U Abteilung. Reitvserde • 1 Preis 50 Mark, 2. Preis 30 Mark. 2. Abteilung. WaÄn^de pa^se zu prämiieren): 1^ Preis 80Mk 2. Preis 60 Äik 3 Preis 40 Mk. 3. Abteilung: Arbeitspferde (paarwel e zu prämiieren) ». schwere; 1. Preis 80 W, 2. Preis 60 Mk., 3. Prms W M^b leichte: l. Preis 60 Mk., 2. Preis 40 Mk, 3. Preis 20 Mk. 4. Abteilung: Arbeitsschläge (einzeln zu prämiieren): &. schwere: 1. Preis30Mk, 2.Preis20Mk.; b.leichte: 1.Preis 30Mk, 2.Preis 20 Mark. 5. Abteilung: Arbeitsschlage: Die,e Pferde muf en nachweisbar 6 Monate im Besitz von Landwirten sein, die Mitglieder des Landespferdezuchtvereins oder der landwirtschafuichen Prooinzialvereine des Großherzogtums sind, a) pacmvefte zu prämiieren: 1 Preis 50 Mk, 2. Preis 30 Mk, 3. Preis 20 Mk., ™eÄne Ä: 1. Preis 30M, 2. Preis 20 All, ». Preis 10 AÜ. 4. Abtellung: Fohlen kalten und warmen Schlages, a) dreijährige: 6 Preise von 50, 40, 80, 30, 20, 20 Mk.; b) zweijährige: 6 Preise von 40, 30, 30, 20, 10, 10. 7. Abteilling: Zucht" tuten kalten und warmen Schlages. Prämien für mlandische Füchter, welche Mitglieder des Landespferdezuchtvereins sind. Atutterstuten mit Fohleii oder nachweislich gedeckt: 8 Preise von 75, 50, 50, 40, 30, 30, 20, 20 Mk. In den Abteilungen 1—4 wird für im Privatbesitz besindliche Pferde, die auf diefem Markt nicht um Geldpreise konkurrieren, je 1 Ehrenpreis gegeben. In den Abteilungen 2, 3 und 4 werden nur Händlerpserde zugela fen. Ler Prämiirungsplan, welcher die näheren Bedingungen enthalt, wird von Oekonomierat Schlenke auf Nachsuchen übersan^__________
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msse für das 2. Semester vorausgesetzt, auf ein befiereS Ergebnis zu hoffen sei. _
— Wie«, 10. Aug. Wie von mformierter oeüe verlautet, wird der Alpine -Montan -(9 esellschaft im Laufe dieser Woche die Mitteilung zugehen, daß die Regierung die Vornahme der Vermehrung des Aktien-Kapitals genehmigt hat.
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Gerichtssaal.
Neuwied, 8. August. Tie Voruntersuchung gegen den Exdirektor L. O. B 0 e i n g von der F a b r i k feuerfester und säurefester Produkte in Vallendar ist geschloffen; die Verhandlung gegen Boeing beginnt am 29. September vor der hiesigen Strafkammer. Es sind mehrere 4-age für diese Verhandlungen angejetzt. • Ä
— Die sächsische Amnestie «nd Bankdrrcktor Dr. Gentzsch. Die von uns gebrachte Meldung von dem Erlaß zweier weiteren Amnestien, einer für sämtliche politische Vergehen und dre andere für nut Gefängnis bis zu drei Jahren bestraften Vergehen, hat zu dem Gerücht Veranlassung gegeben, daß der im Leipziger Bankprozeß zu drei Jahren Gefängnis verurteilte Direktor Dr. Gentzjch unter die letztere Art der Amnestie siel. Das ist natürlich n i dj t der Fall. Nach dem Strafgesetzbuch ist eme nut Gefängnis bedrohte Handlung cm Vergehen. Da Gentzjch nun gerade drei Jahre bekommen hat, so könnte man allerdings zu der Ansicht kommen, Gentzjch werde durch die Amnestie berührt. Aber nur bei flüchtiger Beurteilung. Tenn Gentzjch ist wegen betrugv- rischen Bankerotts, also wegen eines Verbrechens, verurteilt und nur durch die Zubilligung mildernder Umstände vor dem Zuchthaus, dem jein Kollege Exner anheimsiel, bewahrt worden.
Agram, 9. Aug. Der Schauspieler Andreas Eseplch, der s. Z. seine Geliebte erschoß und dann sich selbst schwer verwundete, wurde zum Tode durch den S t r a n g v e r u r t e i l t.
Sport.
Frankfurt a.M., 10.Aug. Im heutigen Stadt-Achter- Re n n e n um den Wanderpreis der Stadt Frankfurt siegte die „Frankfurter Rudergejelljchaft Germania." Sie hat sich bereit erklärt, in dem für den 31. ds. Mts. in Frankfurt a. M. stattsindende« Achterrennen zwischen der Pariser und der Frankfurter Aiannschast zu starten.
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>ratars vergütet werden. an
— Eine neue Heiligtumsfahrt. In M.-Gladbach sindet )Om 9.-19. d. Mts. eine Schau von Heiligtümern statt. Ste um aßt folgende Gegenstände: Einen großen Teil Wischtuches, auf oalckem Ebristus das letzte Abendmahl nut fernen Jüngern gefeiert
— Viele Bruchstücke eines Kelches, deffen der Heilmch sich am Men Abendmahle mit den Jüngern bedient hat. - Ein Schußelchen e-mtcicben wie vor. — Ein Stuck von dem Purpurkleide, in v^lchem Christus von den Soldaten verspottet wurde. -Vier Linere Teile von den Gewändern der heiligen Jung,rau Wcaria. - Kwei kleinere Teile von den Kleidern des heiligen Johannes IsLs Evangelisten. - Partikeln vom Holze des Kreuzes unseres vetrn und von anderen Leidenswerkzeugen. - ^etle von dem »che welches das Haupt Christi im Grabe bedeckte; von dem 10 dien RIe%e, in welchem Christus von Herodes verspottet
~ bW ein Geschenk für den Papst. In Neapel hat sich ein ^mitee gebildet, das Leo XIII. zum Abschluß seines Papsyubllaums eir eigenartiges Geschenk barbringen will. Tas bourbomsche ^onigs- taus besaß einst in früheren besseren Zeiten einen überaus kostbaren frasilischen Topas im Gewichte von nicht weniger als 1 Kilo und
Gramm. Der wunderbare Juwel von unberechenbarem Werte jver einem neapolitanischen Künstler, dem Professor Andrea Cartello, weiland Direktor der Münze in Neapel, übergeben worden, damit „ daraus ein Relief schneide: Christus, rote er das eucharistische itaot austeilt. Zehn Jahre brauchte Cartello zu seiner Arbeit und icrroanbte dabet gegen 100 000 Lire zu Dtamantstaub, Schleif- -einen u. s. ro. „Politische Wechselfalle" bewirkten es, daß der loftbare Topas im Besitze des Kütistlers verblieb, der ihn seinem Lohne Nicola und dessen Gattin Ermengarda de Cmtlls vererbte. L iese boten ihn dem Conte di Caserta an; der Herr verzichtete aber auf den Erwerb und hat das Ehepaar in dem alleinigen recht- mäßigen Besitze des Edelsteins bestätigt. Er ließ aber hutzusugen, daß er höchlich befriedigt sein wurde, „wenn der Stern durch Vermittelung der Gläubigen als Geschenk m dte Hande des Heiligen Leters tarne." Der Direktor des Nationalmuseums tn yteapel hat l as Gutachten abgegeben, daß der Topas das ausgezeichnetste Kunst- ID ert sei, das in neuerer Zeit in der Edelstemichnetdekimst ver- iertigt morden. Daraufhin hat sich das Komitee-unter-demEhren- uorfine des Erzbifchofs Adami und dem Präsidium des Marchese ar Salice Mario Tonacelli und des Barons Lmgi de Matteis ge- Ibilbet, das sich ein zwiefaches Ziel gesteckt hat: L bem Reuigen ■ 3 ater am Schlüsse feines Jubiläums den. künstlerisch so herrlich I qeidimüdten totein zu schenken, „wie ihn kein Herrscher und kein Äujeuni besitzt", und 2. zum Atikauje desselben dte ganze«.kacholijche
Köthen L «nh., 10. Aug. In der Akademie-An- •Heaengeit hatten Der Oberbürgermeister und derStadtverord- lenvorsteher eine Audienz bei dem Staatsmlmster Dr. v. Kosentz. i arfelbe nahm eine wohlroolletrde und entgegenkommende Haltung 11 der Frage der Uebernahme der Anstalt tn städtische Verwaltung, >18 seitens Der Regierung möglichst erleichtert werden wurde, ein. 1 lernen und Charakter des Instituts seien betzubehalten. Die Aka- .e niekommission beschloß, die Verroaltungsubernahme bereits zum iLchsten Semester stattsinden zu lassen. Dmektor Dr. Holzapfel be- ii«prucht eine Absindungssumme von 125000 Mk. und dte Aus- Lchigung des Pensionsfonds von 19 000 Dtt. Beide Forderungen uerbät Lgelehnt. Dr. Holzapfel soll nur der Taxwert des In-
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