Nr. 36
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Erstes Blatt.
152. Jahrgang
Mittwoch 12. Februar LNvS
GietzenerAnMger
General-Anzeiger w
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Amt die
Volitische Tagesschau.
Zar Ermittelung der Haudelswerte.
Am 10. d. MtS. ist im Kaiser!. Statisttschen
Sachverständigenkommission zur Ermittelung der Werte des auswärtigen Handels u I. 1901 zusammengetreten. Die Kommission wurde i. I. 1880 ins Leben gerufen und zählte damals 19 Mitglieder. Das Bestreben, die durch die Schätzungen ermittelten Werte der Wirklichkeit immer näher zu bringen, führte auf Grund der bei den Beratungen gemachten Erfahrung dazu, die Zahl der alljährlich emzubcrufenden Mitglieder von Jahr zu Jahr zu vermehren, sodaß deren Zahl im Jahre 1889 auf 39, im Jahre 1890 auf 56 und in diesem Jahre auf 100 gestiegen ist, von denen indessen 3 bei mehreren Abteilungen der Kommission beteiligt sind. Für das nächste Jahr ist bereits eine weitere Vermehrung in Aussicht genommen. Die Sachverständigen sind im Einverständnis mit den hervorragendsten Handelskammern aus allen Gebieten des Erwerbslebens ausgewählt.
Von dem Präsidenten des Kaiser!. Statistischen Amts -sind in Rücksicht auf die im Reichstag gegebene Anregung, die Beratungen noch intensiver zu gestalten, die Vorsitzenden der einzelnen Gruppen vor dem Eintritt in die Beratungen ersucht worden, bei den Verhandlungen auch die Frage zur Erörterung zu stellen, ob es im Interesse der Erzielung möglichst zuverlässiger Ergebnisse notwendig sein werde, für die Verhandlungen mehr Zeit als bisher zu gewähren, und ob eine solche Aenderung den Wünschen und Anschauungen der Schätzer entspricht.
Are Rede des Ar. Kahn.
Tr- Diederich Hohn begleitete seinen Geschäftsbericht über die Jahresthätigkeit des Bundes derLandwirte auf der Generalversammlung des Bundes mit Aus- führungen, die außerordentlich reichen Beifall sanden- Wir geoen sie hier dem Wortlaut nach wieder:
Tie überaus zahlreiche Versammlung — so zahlreich, wie wir sie noch niemals seit neun Jahren zusammengesehen haben — die allseitige Zustimmung beweist uns das außerordentliche Interesse, das Sie alle au der Gestaltung der Wirtschaftspolitik nehmen und im besonderen an der Stellung, die unser Bund in dem gegenwärtigen entscheidenden Momente einnehmen wird- (Bravo!)
Meine Herren, Sie werden hier vom Bundesvorstand nicht Worte gehört haben, oder noch von mir hören, die von Stimmungen eingegeben wären, sondern ruhig überlebte Worte, die von ernsten Auffassungen, mit denen Nur an die ganze Wirtschaftspolitik herangetreten sind und mit denen wir ihr besonders im gegenwärtigen Augenblick gegenüberstehen, erfüllt sind.
Meine Herren, auch d i e Rede, die Graf Bülow vor einigen Tagen gehalten hat, wird hier nicht in unseren Reihen einen Wiederhall unb Zustimmung sinden- (Sehr richtig!) Mr werden kühl und ruhig darauf antworten, denn wir wissen ganz genau, daß wir nur durch kühle, ruhige Ueberlegung und Vertretung der Interessen, die uns anvertraut sind, einwirken können auf diesen Staatsmann, auf die verbündeten Regierungen und es darf vielleicht auch wohl gesagt werden, — auch auf die Allerhöchste Stelle. (Beifall.) Meine Herren, wir haben, seit unser Bund besteht, gelernt, viel gelernt, einmal von den Erfahrungen, die die deutsche Landwirtschaft seitdem gemacht hat an sich selbst; wir haben gelernt von den Beobachtungen, die wir im wirtschaftlichen Leben gemacht haben, von den Beobachtungen, die wir an der Industrie und dem Verkehr mit dem Ausland, an der Entwickelung des Auslandes usw. machen und gelernt haben wir vor allen Dingen die großen Bismarck'schen Grundgedanken mehr noch, als wir es ftüher thaten, zu durchdenken, ihre Konsequenzen zu ziehen, und danach allein haben wir unsere Stellung im gegenwärtigen Moment iu wählen. (Lebhaftes Bravo!) Meine Herren, was haben die Handelsverträge gebracht? Eine Zunahme der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus dem Auslande, die sie erwartet- Vor allen Dingen haben diese Handelsverträge wenig oder gar nicht beigetragen zu der Blüte, die die Industrie eine ganze Reihe von Jahren, etwa von 1895 bis 1899 gehabt hat- So haben wir die Konsequenzen zu ziehen: Meine Herren, die Jndustrieblüte ist zurückzuführen gewesen auf den großen technischen und kulturellen Aufschwung in Deutschland, insbesondere auf die Elektrizität, auf neue Erfindungen und deren Verwertung.
Meine Herren, der engen Verbindung, die zwischen der Wissenschaft und Praxis gerade in Deutschland besteht, hat die Industrie ihren Aufschwung zu verdanken. Insbesondere die Elektrotechnik und die Eisenindustrie und die übrigen Industrien sind chnen gefolgt. Tie Industrie hat enorme "Aufträge bekommen durch die Militär- und Marineverwaltung. (Sehr richtig.) Die Industrie hat bedeutende Aufträge bekommen gerade vom platten Lande, wo man genötigt war, Kleinbahnen zu bauen, um an einen 23c. .-'l'r heranzukommen. Meine Herren, die Industrie ha! re Chancen überschätzt, und die Börse hat dazu beigetragen, sie zu stimulieren, daß sie es noch mehr that. (Sehr richtig.) Wir haben infolgedessen eine Ueber- produktivn bekommen, auf die dann der Krach gefolgt ist, und wir rönnen dem Bunde dankbar sein, daß er dazu mitgewirkt hat, daß das preußische Abgeordnetenhaus seinerzeit die Kanalvorlage ablehnte; denn sonst wäre die künstliche Jndustrieblüte noch mehr in die Höhe getrieben worden, und der Krach würde ein viel schlimmerer für d'e gesamte
Industrie geworden sein. (Stürm, anhalt. Beifall.) Meine Herren, wir sind damals bei der Kanalvorlage gerade vom Bunde aus in die Oeftentlichkeit getreten mit der Forderung, ein bestimmtes Verkehrssystem, Vrr- kehrsprogramm nack) nationalwirtschaftlichen Rücksichten aufzustellen, und in der letzten Kanalvolage war uns die Regierung schon einige Schritte auf dem "Wege der Verwirklichung dieses Systems gefolgt. Meine Herren, wir haben auch auf dem volkswirtschaftlichen Gebiete allmählig es erreicht, ein System aufzustellen, und von diesen wissenschaftlich wohl durchdachten System aus wählen wir unsere Stellungnahme augenblicklich in dem Kampf um den Zolltarif. (Sehr gut!) Meine Herren, wir wissen jetzt, daß für die deutsche Nation der Jnlandsmarkt und der Absatz auf demselben wichtiger ist, als der ganze Absatz nach denr Ausland. (Sehr richtig.) Die Enquete des Reichsamts des Innern hat uns das Ergebnis gebracht, daß auch dieGroßindustrieDeutschlands nur zu ein Fünftel ihre Erzeugnisse ins Ausland absetzt, und zu v i e r F ü n f - teln auf dem deutschenJnlandsmarkte. (Hört! hört!) Wir wollen der Landwirtschaft und der Industrie den Jnlandsmarkt erhalten oder wieder erobern- Meine Herren, das ist das große nationale Ziel, das wir uns im Sinne Bismarcks gestellt haben. (Lebhafte Zustimmung.) Tamm meinen wir, daß unser Zolltarif so bemessen werden muß, und unsere wirtschaftlichen Verträge mit dem Auslande so gestaltet werden müssen, daß die Rücksicht auf den Jnlandsmarkt iu alleroberst steht- (Erneute lebhafte Zustimmung.) Uno, meine Herren, nachdem Graf Bülow das Wort, das zunächst im Bunde der Landwirte gebraucht war, das Wort von der „H e i m a t s p o l i t i k" angenommen hatte, da glaubten wir, auch er würde die Sorge um den Absatz auf dem Jnlandsmarkte voranstellen und nicht die Frage nach dem Neuabschluß von Handelsverträgen- (Sehr richtig!) Meine Herren, immer klarer wird es, daß der Absatz nach dem Auslande auf der ganzen Linie gefährdet ist. "Bei der ersten Lesung des Zolltarifs im Reichstage ist von maßgebenden "Vertretern der Industrie uns die Gefahr gezeigt worden, die dem Absatz der deutschen Industrie im Auslande droht- Es läßt der Tag sich absehen, an dem wir werden sagen müssen, der Absatz unserer Eisenindustrie ist nach den jetzigen Hauptaufnahmelandern zu Ende- (Hört, hört.) Ter Absatz der Textilindustrie wird in nicht zu ferner Zeit, die wir wohl alle noch erleben werden, zu Ende sein. Nur die Industrien, die in Deutschland zu einer besonders eigenartigen Entwickelung gekommen sind, wie die chemische Industrie und einige andere, haben einen solchen Vorsprung vor dem Auslande, daß sie vielleicht für 30 Jahre glauben, die Neberlegenheit noch aufrecht erhalten zu können- Aber abgesehen von diesen Vor- sprungsindustrieen können wir von der übrigen deutschen Industrie sagen: der Tag wird kommen, wo der Auslandsabsatz zu Ende ist (sehr richtig), und darum meine Herren, ist die wirtschaftliche Rechnung falsch, die vom Auslandsabsatz der Industrie ausgeht (sehr richtig) und darnach unsere ganze Wirtschaftspolitik bemessen möchte. (Sehr richtig.) Das sage ich sine ira et studio, nach nüchterner reiflicher Ueberlegung und in Uebereinstimmung mit einer großen Anzahl nationalwirtschastlicher Gelehrter in Deutschland, deren Zahl übrigens von Tag zu Tag wächst. Meine Herren, unsere wirtschaftliche Rechnung muß ausgehen von dem Jnlandsmarkte. Diesen wollen wir der Landwirtschaft wieder gewinnen und wollen die mehr als eine Milliarde ausländischer landwirtschaftlicher Produkte vertreiben vom inländischen Markte durch Ausnutzung unseres Bodens und unserer deutschen Arbeit. (Lebhaftes Bravo.) Wer weiter, meine Herren, wir wollen auch der Industrie behilflich sein, die industrielle Auslandskonkurrenz hier auf dem Jnlandsmarkte zu schlagen und eventuell zu vertreiben. Auch dort handelt es sich um Werte, die weit über eine Milliarde hinausgehen. Das sind die beiden großen Ziele, die wir ins Auge fassen. Dazu aber, meine Herren, ist es nötig, daß die für den Jnlandsmarkt arbeitende Industrie und die für den Jnlandsmarkt arbeitende Landwirtschaft solche Zolle bekommen, daß sie unter dem Schutz dieser Zölle für die neue Periode wiederum abzuschließender Handelsverträge genügend gesichert ist und die Konkurrenz des Auslandes, auf dem Jnlandsmarkt aushalten kann. (Bravo.) Dazu, meine Herren, brauchen wir einen Minimaltarif und wir müssen der Regierungsvorlage gegenüber sagen, es fehlen diesem Minimaltarif die Sätze für fast alle landwirtschaftlichen Produkte. Einige wenige sind darin mit Minimaltarifsätzen gebunden, und deshalb, meine Herren, bedarf dieser Zolltarif der Korrektur und diese Korrektur wird die Kommission des Reichstages und später das Plenum an ihm vornehmen. Deshalb, meine Herren, muß über den neuen Zolltarif weiter verhandelt werden und deshalb darf das Wort niemals uns jetzt noch nicht entgegen gehalten werden, weil der inländische Markt nicht gesichert ist durch die Vorlage, die die verbündeten Regierungen uns unterbreitet haben. Nun, meine Herren, wir wissen aber, daß wir in diesem Kampfe um die Sicherung des Jnlandsmarktes nicht allein dastehen werden, die Industrie brauchte eine Veränderung deraugen- blicklichen wirtschaftlichen Lage viel nötiger nochalsdie Landwirt schäft. (Sehr wahr.) Sie kann es auf die Tauer nicht ertragen, daß vor allen Tingen Nordamerika die Meistbegünstigung zugebilligt wird. Sie brand)t Ursprungsatteste, sie braucht in der Hauptsache andere Tarife, wie wir sie haben wollen, und darum werden wir in unserem Kampfe nicht erlahmen. Wir wissen ganz genau, meine Herren, nach den wirtschaftlichen Verhältnissen, wie wir sie in den letzten Jahren gehabt haben, wird ein neuer Aufschwung für die Industrie nicht wieder kommen; ihren ausländischen Wsatz kann sie im erheblichen Maße
nicht erweitern. Auch für sie liegt das Hauptinteresse auf dem Jnlandsmarkte, ihn zu sichern, wo er bedroht ist, und ihn zu erobern, wo sie ihn noch nicht besitzt. Und, meine Herren, danack; werden luir streben, — und werden uns vom Reichskanler Grasen Bülow darin nrcht erschüttern lassen — (.Langanhaltender, stürmischer Beifall und Händeklatschen). Meine Herren, wenn wir das nicht thun, so thun wir es etwa nicht allein von unferient Standpunkte aus, nein aus nationalen Gründen thun wir es. (Bravo!) Wir wissen ganz genau, daß, wenn bte Vorlage der Regierungen, wie sie jetzt gestaltet ist, angenommen wird, ohne Bindung d'er landwlrlsd)aftlid)en Zölle, diese in der Hauptsache wieder .üompensationsobjekte für die Handelsverträge abgeben werden. Wenn für 12 Jahre Handelsverträge abgeschlossen werden, mit Erhöhung der Jndustriezölle, neben indurstiellen Vorteilen, gegenüber dem Ausland mit ungenügendem Agrarschutz im Jnlande, bann, meine Herren, wird die landwirtschaftliche und die klein- büraerliche Bevöllerung, die mit ihr zusammengehört und unter ihr wohnt, der Zahl nad) weiterhin mehr und mehr zurückgehen. Tann, meine Herren, wird eine vorübergehende neue Jndustrieblüte geschaffen werden, ohne gefidjerte Arbeitsgelegenheit (Sehr richtig), ohne gesicherten Absatz; dann werden wir nod) viel mehr Tausende, ja Zehntausende von Arbeitern iu Zukunft haben, als wir heute schon haben am Schluß der letzten! künstlichen Jndustrieblüte. (Sehr richtig!) Tie Zahl der Proletarier wird ins Ungemessene wachsen, und daneben wird auch die Zahl der Millionäre eine kleine Vermehrung erfahren (Heiterkeit); der Mittelstand aber in Land und Stadt wird mehr und mehr an Zahl und wirtschaftlid)er Bedeutung zurückgehen.
Meine Herren, es würde die Vorlage, wie O)raf Bülow sie vor dem Landwirtsd)aftsrat vor einigen Tagen vertreten hat, wenn sie so angenommen würde, zur weiteren Proletarisierung der deutschen Nation führen. (Lebhafte, allseitige Zustimmung.) Darum, meine Herren, auch aus diesem Grunde müssen wir als nationale "Diänner, die uiijer deutsches Volk wirtschaftlich und militärisch widerstandsfähig erhalten wollen, aus Liebe zu unserem deutschen Volke und ebenso aus Liebe zu unserem Kaiser und unseren deutschen Fürsten; und darum, meine Herren, müssen und werden wir hart unb fest bleiben (Stürmischer, langanhaltenber Beifall.) Meine Herren, wir werben uns auch nicht beirren lassen durch die fingen, gewandten Worte, wie Graf Bülow sie gebraucht hat, aus denen baä. herausklang: „Macht es doch nicht wie die unartigen Kinder, sondern seid verständige Leute und laßt mit Euch reden!" Wir werben uns nicht beirren lassen burch Angriffe wie bie offiziöse Presse sie in diesen Tagen bereits wieder bringt, als ob es gemeingefährlich wäre, wenn die deutsche Landwirtschaft diesem Proposctum des Grafen Bulow nicht zustimmen wollte. Nein, meine Herren, unser Gewissen und Pflicht gegenüber der ganzen Nation zwingt uns, auf diese Vorlage der Regierung nicht einzugehen. (Lebhafter Beifall.) Meine Herren, wir wissen es ganz genau, es wird mancher laue Freund nachher vielleicht kommen und wird sagen: „Warum habt Ihr nicht das Erreichbare genommen! Der Weizenzoll soll ja höher bemessen werden, auf ganze 5.50 Mk., Der Roggenzoll auf 5 Mk. usw." Es werden manche kommen unb werden sagen: „Ihr mußtet nehmen, was man Euch geben wollte, zumal es so liebenswürdig angeboten war (Heiterkeit) und zumal man auch gesagt hat, es wird die Landwirtschaft damit wieder zu glücklichen Stunden kommen." Nein, das können wir nicht. Wir werden sogar ein gewisses Odium, daß daraus entstehen sollte, ruhig tragen, umsomehr, wenn wir uns vergegenwärtigen, was entstehen würde, wenn wir unsere Zustimmung dieser Vorlage geben würden. Für 12 Jahre würden wiederum Handelsverträge abgeschlossen mit einer Vermehrung des Absatzes der Industrie im Inland und Ausland, mit Erhöhung der industriellen Lohne, und andererseits würde die deutsche Landwirtsd)aft bei dem ungenügenden Zollschutz in die Lage kommen, dieselben Löhne ihren Arbeitern zahlen zu müssen, um sie auf der Scholle zu halten — ja, sie würde nicht noch einmal 12 Jahre überhaupt ans ihren Reserven existieren können. (Sehr richtig!) Wenn bann eine solche neue Periode kommen würde, so würde die deutsche Landwirtschaft mit Fingern zeigen auf diejenigen, bie nicht klug unb einsichtig genug gewesen sind, die nicht genug Nerven und Mut gehabt haben, um auch einem Grafen Bülow zu widerstehen . (Stürmischer Beifall.) Wir scheuen die Verantwortung, die daraus erwachsen würde, einer Neuregelung von Zolltarif und Handelsverträgen zuzustimmen, bet welcher die Land- wirtschaft nidjt im stände ist, neben der Industrie im Jnlande als gleichwertiger wirtschaftlicher Faktor dazustehen, und die Konkurrenz mit der ausländischen Landwirtschaft aufzunehmen — deren Konkurrenz — darüber täuschen wir uns dock) nick)t, meine Herren, — für uns noch von Jahr zu Jahr gefährlicher werden wird. (Sehr richtig!) Darum glauben wir, daß wir trotz dieser ablehnenden Worte des Grafen Caprivi (Zurufe: Bülow!) feine Veranlassung haben. Verzeihen Sie, Graf Bülow ähnelt in der letzten Zeit entschieden etwas mehr dem Grafen Caprivi — (große Heiterkeit unb Zustimmung', und es konnte mir dieses Wort wohl entschlüpfen. Wir werden mit aller Energie an dem für Reckt erkannten festhalten. Wir werden unsere Freunde in der Zolltarifkommission des Reichstags bitten durch die Worte des Grafen Bülow sich nicht einschüchtern zu lassen, in der Ueberzeugung, daß das Land hinter diesen Männern stehen wird. (Sehr gut! bravo!) Will man die Lebensinter- effen der Landwirtschaft nicht berücksichtigen. ? wird man' noch ein, vielleicht noch ein zweites Jabr trarten müssen, bis man überhaupt einen neuen Zolltarif ober neue Handelsverträge bekommt. Tie Industrie, meine Herren, kann


