Ausgabe 
11.12.1902 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 11.Dezember LNOT

ISS. Jahrgang

Erstes Blatt.

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Ein junger Mann m glücklich zu Fall,

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Theologie . . . Rechte .... Medizin . . . Tierheilkunde Zabnbeilknnde Philosophie . .

Mathematik . .

Naturwissenschaften Chemie ... Pharmazie . . Kameralwiflenschaft Forstwiffenschaft beschichte . . . Klassische Philologie Neuere Philologie

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* Uebersicht der Studierenden nach Staaten und Fa^ kultätcn. _______________________

Nv. 291

Erscheint täglich außer SomnagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die (Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'ichen Umvers.-Bnch- u.Slem- bruderet (Pietsch Erben) Redaktion, Ervediturn und Truderet;

Schul st raße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernlvrrchanlcliluß ')lr. 51

die dem und Der vor, Zeit zur

~ Von der LandesuniversitLt. Uebersicht be8 Studierenden nach Fächern:

treffenden Fragen.

Im nordam er ikanrschen Kongreß werden Geschäfte von einem Ausschuß geleitet, der aus Sprecher, aus einem Führer der Mehrheitspartei aus einem Vertreter der Minderheitspartei besteht. Ausschuß schreibt mit Zustimmung der Mehrheit genau welche B'll zur Verhandlung zu stellen ist, tote viel der Debatte gewidmet werden darf, und wann sie Abstimmung gelangen soll. Der Sprecher hat das Recht, Anträge, die ihm alsdilatory", als lediglich zur Ver­schleppung gestellt, erscheinen, nicht zur Beratung zu stellen. Dagegen kann an das Haus appellrert werden.

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Aus Stadl und Land.

Gießen, den 11. Dezember 1902.

** Gedenkta ge. Zu Berlin wurde am 11. Dezember 1758 Karl Friedrich Zelter, Goethc's bester Freund, Erfinder des WortesLiedertafel" und Begründer einer solchen, geboren. Ursprünglich Maurermeister, betrieb er die Musik in Mußestunden und leistete bald als Violinist, Dirigent und Komponist Vorzügliches. Durch seine Be­mühungen erblüte für die Männergesangvcreine eine neue Aera. Keiner aber hat so herrlich wie er die Goethe'schen Lieder komponiert. Einer der bedeutendsten Schüler Zelters ist Mendelssohn-Bartholdy. Zelter starb am 15. Mai 1832.

** Unfall auf der Eisbahn. < kam am Sonntag auf der Eisbahn so unglücklich zu .. daß er sich eine nicht unbedenkliche Verletzung am rechten Auge zuzog und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

** Konzert-Verein.

Kaum sind die hehren Klänge des Requiems von Brahms,

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Wie stad dte Heschäflsordnunflen in anderen Parlamenten beschaffen?

Neber die Geschäftsordnung im englischen Parla­ment ist schon früher Näheres mitgeteilt worden.

In Frankreich kennt die Geschäftsordnung außer dem Ordnungsruf noch die RÜoe (Eensure) und die Rüge mit zeitweiligem Ausstbluß. Außerdem kann zur Ordnung gerufen werden mit Äntragung ins Protokoll, wenn der Abgeordnete in derselben Sitzung sich einen Ordnungsruf zugezagen hat. Ein solcher verschärfter Ordnungsruf hot den Verlust der halben Diäten während 14 Tagen zur Folge. Ist ein Redner zweimal in derselben Sitzung zur Ordnung gerufen w-orden, so kann ihm für den Rest der Sitzung auf Vorschlag des Präsidenten das Wort ent­zogen werden. Tie Kämmer entsehoidet darüber ohne Debatte durch Aufstehen und Sitzenbleiben. Die Rüge wird u. a. erteilt dem Abgeordneten, der in einem Zeitraum von drei Tagen sich wiederum einen Ordnungsruf zuge­zogen hat, oder Zeichen zu einem lärmenden Auftritt giebt, oder der seine Kollegen beleidigt, herausfordert oder be­droht. Die Rüge hat den Verlust der halben Diäten während eines Monats zur Folge. Außerdem wird in 200 Eremplaren auf Kästen des Betroffenen der die Zensur­verhängung enthaltmde Ausschnitt des Sihungsprotokolls gedruckt und in allen Gemeinden angeschlagen, die den Abgeordneten gewählt haben. Wer in derselben Tagung fefwn zwei einfache Rügen erhalten hat. kann mit zeit­weiligem Ausschluß aus dem Sitzungsgebäude, bestraft werden, ebenso derjenige, der die Kämmer, einen Teil derselben, den Präsidenten, ein Mitglied der Regierung, den Präsidenten der Republik oder den Senat beleidigt. Eine solche Rüge schließt das Verbot ein, während vier­zehn Tagen im Kammergebände zu erscheinen. Erscheint oer Abgeordnete vor Ablauf der gesetzlichen Frist, so wird er auf Befehl der Quästoren verhaftet,, in einen dafür hergerichteten Raum geführt und dort bis zu drei Tagen festgehalten. Im Falle eines solchen Wiedererscheinens und wenn die verschärfte Zensur in derselben Tagung ein zweites Mal denselben Mgeordneten betrifft, so wird die Ausschlußzeit auf 30 Sitzungen ausgedehnt, zugleich mit Verlust der halben Diäten während zweier Monate. Dazu kommt der öffentliche Anschlag in den betreffenden Ge­meinden. Tie Kämmerpolizei wird vom Präsidenten aus­geübt. Er hat das Recht, die bewaffnete Macht und alle Behörden zu requirieren, deren Mithilfe ihm nötig er­scheint. Zur sofortigen Verfügung steht ihm die militä­rische Kämmerwache, die er beispielsweise herbeiruft, wenn nach Erteilung einer verschärften Rüge der bestrafte Ab­geordnete sich weigert, den Saal zu verlassen.

In Italien giebt die Geschäftsordnung vom 1. Juli 1900 dem Präsidenten die Befugnis, die bewaffnete Macht in den Sitzungssaal zu rufen, um unbotmäßige Abgeord­nete zum Gehorsam zu zwingen. Außerdem wurde die Möglichkeit, namentliche Abstimmungen herbeizuftchren, erheblich eingeschränkt, indem sie völlig ausgeschlossen wurden bei der Genehmigung des Sitzungsprotokclls, den Urlaubsgesuchen und allen das geschäftliche Verfahren be-

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Bezugspreis: monatlich 75Pi., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Adhole» u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post Mk. 2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer dis vormittags 10 Uhr. Zeilenvreis: lokal 12Pf* auswärts 20 Psg.

Verantwortlich für den polit. u. allgem. Teil! i. V.: Fr. Hannemann; für,Stadt u. Land" unb .Gerichtssaal": 6.urt Plato; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

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Darunter neu immatrikuliert . . || 1251 23|

Politische Tagesschau.

Zar Reed."

Ter soeben telegraphisck gemeldete Tod des ehemaligen Sprechers (Präsidenten) oes amerikanischen Kongresses Tho­mas B. Reed ruft gerade unter den jetzigen Zeitverhältnissen die Erinnerung wach, wie er einst die Obstruktion im Kon­gresse brach, wodurch er sich den Beinamen Zar Reed er­warb. Tie Parteien hielten sich damals im Kongreß fast die Wage. Tie Mehrheit der Revublikaner, welche Reed zum Sprecher erwählt hatten, betrug nur wenige Stimmen, und da fast immer einer oder der andere von den Republi­kanern wegen Krankbeit oder aus anderem Grunde fehlte, so pflegte die Gegenpartei, die Temokraten, so oft es ihnen paßte, die Versammlung dadurch beschluß­unfähig zu machen, daß sie sich aus dem Saale ent- ernten, nur Einm zur Beobachtung der weiteren Verhand­lungen zurücklassend. Eine Weile sah Reed das mit an. Wer als eines Tages nach Anordnung einer wichtigen namentlichen Abstimmung die Demokraten, wie, gewöhn­lich, den Saal verlassen wollten, fanden sie sämtliche Aus- gangsthüren auf Anordnung des Sprechers aeschlossen. Es kam zu wütenden Szenen. Einige demokratische Vertreter versuchten sogar, die mächtigen Thüren zu erbrechen. Aber Reed ließ unentwegt mit der namentlichen Abstimmung fortfahren. Ta die Zahl der Abstimmenden die beschluß- sähige ?lnzabl nickt erreichte, diktierte er den Schriftführern eine Liste von Mitgliedern, die er gesehen habe, die also anwesend seien, wenn sie auch inzwischen in den Neben­zimmern verschwunden waren, und erklärte dann die Ab­stimmung für perfekt. Dabei blieb es auch von da an, da es sich herausstellte, daß die neue Uebung der Geschäfts­ordnung nicht zuwiderlief. Tie wütenden Proteste der Minderheitspartei wurden noch eine Zeit lang fortgesetzt, verstummten jedoch allmählich. Reed aber verdankte seinem energischen Vorgehen seinen Spitznamen: der Zar. Thomas B. Reed war im Oktober 1839 in Maine geboren, ist also nur 63 Jahre alt geworden. Er war wohl der bedeutendste Mann, den die republikanische Partei besaß, konnte aber bei der Bewerbung um die Präsidentschafts-Nomination gegen den geschmeidigeren Mac Kinley nicht aufkommen. Erbittert zog er sich ins Privatleben' zurück. In neuerer Zeit hatte Präsid-mt Roosevelt ein Auge auf ihn geworfen, der ihn an die Spitze einer Kommission stellen wollte, welche Mittel zur Niederhaltung derTrusts" ausfindig machen und Vorschlägen sollte, für welche Aufgabe der energische Mann als besonders befähigt erachtet wurde. Sein früh- zeitiger Tod hat ihn ihr entrückt.

Hessen ....

Andere deutsche Staaten:

Preußen .

Bauern . .

Sachfen . . .

Württemberg .

Baden

Mecklenburg-Schwerin

Oldenburg

Sachsen Weimar Sachsen-Kobiirg-Gotha Braunschweig .

Elfaß-Lothringen Sachsen-Meinungen.

Waldeck . . .

Hamburg .

Lübeck

Andere europäische Staaten:

Oesterreich-Ungarn .

Rußland .

Frankreich . *

Großbritannien .

Niederlande .

Schweiz .

Türkei .

Spanien . .

Serbien ...

Rumänien . .

Außereuropäische Staaten:

Nord-Amerika .

Süd-Amerika . .

Indien . . .

Japan . *

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen

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Christlanla, 8.Dez. Der 70. Geburtstag Bjornstjerne Bsörn- fons wurde heule unter lebhafter Anteilnahme der ganzen Bevöl- kenmg gefeiert. Tie Stadt zeigt reichen Flaggenschmuck. Sämtliche Leitungen bringen an leitender Stelle Festartikel. Im Lause Bsörn- son^ erschienen im Laufe des Vormittags zahlreiche Abordnungen, darunter solche der Künstler, Schriftsteller, Schauspieler, Lehrerund Frauenvereine. Unter den eingelaufenen Adressen befindet sich eine oom dänischen Volke mit 30 000 Unterschriften. Abends findet zu Ehren Björnfons im Nationaltheater Galavorstellung statt. Tie Studentenschaft bringt ihm einen Fackelzug dar.

Petersburg, 7. Dez. In Vertretung der Protektorm, der Großfürstin Senia, eröffnete heute die Großfürstin Olga Alerandrowna im Beisein mehrerer Minister und zahlreicher Hofwürdenträger, so­wie einer glänzenden Versammlung die internationale Au s- stellunq historischer Trachten nnd moderner Kostüme im Taurischen Palais. Tie Chefs der diplomatischen M.sfionen der aiisstellenden Staaten geleiteten die Großfürstin nach dem Hauvtfaal, in dem sich die bev.tkhe und oUerrcichnche Ab­teilung befinden. Lier fand zunächst die kirchliche Einweihung statt. Ter deutsche Botschafter v.Alvensleben übernahm als Protektor der deutschen Abteilung die Fuhruiig durch letztere. Bei icr Bern- stetn.Ausstelli.nq des pretiß.schen Handelsrnrnntermms überreichte Professor Klets der Großsürstin einen mit hunderten von Bernstein' tropfen gezierten Strauß von Tannenzweigen und Rosen. T,e Großfürstin dankte und sprach wiederholt ihre Be.ounden.ng über die Entwickelung der Bernsteintechmk au^. Besondere Pachtung widmete sie auch der auf Befehl des deutschen Kn'fers ver- aiistalteten AussteNi.ng historischer Trachten der preußischen Armee. Danach fand unter Führung der betreffenden MisiionschefS die Be­sichtigung der übrigen Abteilungen statt. 2.ie französische Abteilung war noch nicht fertiggestellt.

- Gerhart HauptmannS ,,Dcr arme Heinrich , non jem Dichter in der Buchausgabe einfach al?Deutsche Sage be­zeichnet, hat nun auch bei seiner Erstaufführung im 4 eimchen Theater zu Berlin einen vollen Erfolo erzielt. 4 ie Ulunumme Dichtung beim Publikum war eine sehr freundstche, >o daß Haupt- mann vom zweiten Akt an haufio- oem Porbang erscheinen

mußte. Das Drama besteht aus fünf Akten und ist in Versen ge­schrieben, die Charakteristik der Lauptpersoiien bet aller Einfach­heit von eindringlicher Kratt und tiefer Empfindung. Tas alt­deutsche Gedicht von Hartmann von der Aue ist in seiner Vereinigung von Lieblichem und Grausigem in dem Stück aus einer Fülle psnehologischer Feinheit neu entwickelt. Tie Gestalt des armen Heinrich, der, von derMiselsucht" befallen, auf der Besitzung eines armen Landmanns emkehrt und deffen Tochter für seine Heilung zum Ovfertod bereit findet, wächst in den mittleren Akt fast zu tragischer Größe heran, von der die Aufführung im Deutschen Theater leider kaum Etwas ahnen ließ. Tie nüchtern natura­listische Spielweise des Herr-n Rittner, iein Mangel an großer Leidenschaft, seine zerriflene Sprechweise brachten die Titelrolle, von wenigen gelungenen Einzelheiten abgesehen, um den besten Teil ihrer Wirkung. Ebenso wenig entsprach Fräulein Triesch nach Erscheinung und Ton dem Bilde, daZ der Dichter von dem Opfer­mut dieser vom Kind zum Weib erwachenden deutschen Jungfrau entworfen hat. lieber den tiefen poetischen Gehalt desArmen Heinrich" wird sich nur Rühmliches sagen kaffen. Dramatisch bleibt es ein seltsamer Fehler, daß der Akt, der in Salerne vor dem sarazenischen Arzt spielen und die lröchste Stetgerting der Wandlung, den Uebergang vom Opferglauben zur Menschenliebe, bringen mußte, von dem Dichter einfach fortaelaffen und durch eine Erzählung im letzten Aufzug ersetzt worden ist. Eine ein- gehende Besprechung des Tramas und seiner Darstellung kaffen rotr noch folgen. .

Die Nobelpreise sollen zuerkannt werden: Prof. Theodor Mommsen- Eharlottenburg erhält den Literaturvrels ; Prof, des Völkerrechts von Martens-Vetersburg den Friedenspreis, Tr. Ro­nald Roß von der Schule für tropische Medizin in Liverpool den Preis für Medizin, Prof. Emil F i s ch e r - Berlin den für EHernie und die Holländischen Profefforen Lorenz und Zeemann erhalten den Physik-Preis.

Wagner-Festspiele im Prinzregenten-Theater zu München Einer Mitteilung der Münchener Lottheaterintendanz zufolge wer­den im Priiizregenten-THeater zu Tiünchcn im nächsten Jahre ! ip-agner-Festspiele stailsmden vom 8. bis 11., 14. bis 22. und 25. b,L 28. August, vom 31. August bis 8. September und vom 11.

I bi5 14. September. Zur Aufführung gelangen »Ter Ring des 9U-

belungen",Lobengrin",Tristan und Isolde",Tannhäuser" und Die Meistersinger". . .

Dem Richard Wagner-Museum in Eiseuach sind, rote ein Drahtbericht meldet, durch Vermächtnis eines in Newyork ver­storbenen Weimarer Bürgers zwei Millionen Mark zuge^ fallen., lieber die besondere Bestimmung des VermächtniffeS ist noch nichts bekannt. ,

Angnst Striudbera ist zur Zeit nut der Dichtung eines neuen großen Tramas beschäftigt, in dem Marlin Luther dte Haupt­rolle spielen soll. .

Theaterschriststeller contra Kritiker. Hermann Suder-, mann hat, wie verlautet, gegen Maximilian Horden gerichtliche Klage erhoben. Er fühlt sich durch die glanzende Abfuhr, die Harden ihm in derZukunst" für seine Klagen wider die Kritik angedeihen ließ, beleidigt. Leicht möglich, daß Larden auf Grund formaler Ueberschreitung auch wirklich ein bischen gestraft wird.

DaS verbesserte Gemälde. Einer der bekanntesten fron» zösischen Künstler geht, so erzählt derGaukois", im schönsten Viertel von Konstantinopel spazieren und sieht im Schaufenster eines Bilderhändlers ein Gemälde, daS ihm sehr bekannt vor- fommt.Schau, ichau!" sagt er sich,dieses Bild sollte ich doch kennen!" Er lieft:Fontainebleau bei Sonnenschein."Merk­würdig", murmelte der Künstler- ,Lch habe Fontainebleau bei Mondaufgang gemalt, und hier ist es bei Sonnenaufgang! Und doch steht meine Signatur darunter!" Ohne Zeit zu verlieren, geht der Künstler zu einem Dragoman, und beauftragt ibn, zu dem Händler zu gehen imb sich nach der Herkunft des Gemäldes zu er­kundigen. Der Dragoman gebt und erfährt, daß es sich wirklich um das in d"m und dem Jahre hergestellte Gemälde des Künst­lers bandelt, und daß man nur aus dem Mondaufgang einen Sonnenaufgang gemacht hat, weil das Mondlicht den Beschauer . . . melancholisch macht! Ter Künstler schien aber diese Sorge um die Seelenstimmung deS Beschauers nicht zu teilen, denn er verklagte den Händler. Dieser erschien am nächsten Morgen trn Gericbisgebände und bat den Maler flehentlich, die Klage zurück- zunebmen; aber der Künstler, der sonst ein sehr liebenswürdiger Alaun ist, zeigte sich unerbittlich. 6s gibt noch Richter tn Kon­stant.iiopel, und sie sollen entscheiden, ob es erlaubt ist, so mir mchls dir nichts au4 einem Monde eine Somre -u macheu-