gesetzes in der Fassung des Gesetzes tion'1885 uuf> des ein* tzlgen -ArtMA^jeL Gosetzes von IW eine Abänderung vor- geschlagen. '
"Nach Art. 1 des neuen Gesetzentwurfes sind ftintnt* berechtigt und wählbar bei den Wahlen des Adels bie^ ignigen adligen Grundbesitzer, bei deren Vermögenssteuer- Veranlagung mindestens 10 foeftar im Werte van mindestens 500000 Mark in Anschlag gebpacht sind. Ferner sind wählbar zu Wahlmännern diejenigen Urwähler, die an drrekten Steuern mehr als 11 Mark jährlich zu zahlen haben.
Nach Art. 2 erhält Art. 48 des Gesetzes von 1872 den Zusatz, daß das Mandat der Abgeordneten mit dem Tage als erloschen zu betrachten ist, an dem die Neuwahlen erfolgen.
Art. 3 hebt das 1875er Gesetz auf und nach Art. 4 sollen diese neuen Bestimmungen als Bestandteile der Verfassung angesehen werd em
Geh Staatsrat v. Kr u g: Den Vorwurf des ALg. David, daß die Regierung und die Erste Kammer das neue Wahlgesetz nicht wollen müsse er entschieden Wrückweisen. Auf Grund der alten Grundsteuerkapitalien, die durch die neue Steuergesetzglämng beseitigt seien, könne eine Neuwahl zur Zweiten Kammer nicht mehr stattfindeu. Falls der vor- liegende Entwurf von dem Hause abgelehut werde, über-, nehme es damit eine schwere Verantwortung.
ALg. Ulrich (Soz.): An der Zweiten Kammer liege es nicht, wenn das neue Wahlgesetz nicht schon jetzt verabschiedet werde, und er müsse entschieden dagegen Verwahrung einlegen, daß man das Odium des Nichtzustandekommens des Wahlgesetzes auf die Zweite Kammer schieben wolle Die Erste Kammer habe einfach beschlossen, dasselbe in diesem Landtage nicht mehr zu beraten, wahrscheinlich müßten die Herren ins Bad. Die Abänderung des Artikels 9 wäre annehmbar, wenn darin festgesetzt würde, daß diejenigen zu Wahlmänueru wählbar seien, die m i n d e st e n s ii Marr jährlich au direkten Staatssteuern zahlten. Es sei -jedenfalls ein logischer Unsinn, daß jeder Urwähler zwar Aum Wgeordnet^ aber nicht jeder auch zum Wahlmanne gewählt werden könne. Man falle deshalb seinen Vorschlag berücksichtigen.
Geh. Staatsrat v. Krug verwahrt sich gegen die Vor- toürfe des Vorredners Der Gesetzentwurf beabsichtige lediglich eine Umrechnung und eine Anpassung der Gesetzesbestimmungen an die veränderte Steuergesetzgebung.
Ministerialrat Becker: Aus dem alten Wahlgesetz von 1872 habe mau nur das herausgesucht, was einer formellen Aend eräug bedürfe. An den bestehenden Verhältnissen werde absolut nichts geändert, denn Die seitberigeu 80 ML Steuerkapital entsprächen bei einem Ausschlagkoeffizienten von 14 Pfg. pro Mark Steuerkapital genau dem angesetzten Betrag von 11,20 Mark. Werde der Entwurf abgelehut, so entstehe ein Vacuum, da man alsdann nicht wisse, wer zum Wahlmann gewählt werden könne
Wg. David (Soz.) erklärt, daß die Legierung der Form nach allerdings recht habe, sachlich dagegen nicht.
Wg. Mo lth an (Ztr.) hält es für bedenklich, daß man die lediglich formellen Aenderungen zum Ausgangspunkt einer Revision, von Bestimmungen des allen Wahlgesetzes -nehmen wolle. Werde die Vorlage indes heute nicht die -nötige Zweidrittelmajorität finden, so sei an dem Scheitern ;bes Entwurfes die Erste Kammer schuld, die auf die Erledigung des neuen Wahlgesetzes in dieser Session verzichtet Habe.
ALg. Wolf (fr. w. V) erblickt in der Vorlage eine Verschlechterung des heutigen Zustandes, worauf Ministerialrat iB e ck e r den Nachweis führt, daß dies durchaus nicht zutreffend sei.
Wg. Ulrich (Soz.) hebt nochmals hervor, daß der fpringende Punll ihres Antrages sei, eine Verschlechterung des allen Wahlgesetzes durch den Entwurf zu verhindern.
Wg. Gut fleisch (freis.) erklärt, daß es sich hier um die Ausfüllung einer Lücke in der Gesetzgebung handele Eine Aenderuug in dem seitherigen Zustande werde dadurch nicht herbeigeführt. Der Entwurf der Regierung sei in jeder Beziehung loyal und Iraan solle deshalb demselben zustimmen.
Sodann wird abgestimmt.
Arllkel 1 wird angenommen mit der von den Sozialdemokraten vorgeschlagenen Aenderuug, daß derjenige zum -Wahlmann wählbar ist, der mindestens (statt mehr!) elf Mark an direkten Staatssteuern zahlt.
Die Artikel 2—4 werden debattelos genehmigt. Schluß 21/2 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 10 Uhr.
Politische Tagesschau.
Der Streit Vetter
Hieht noch immer seine Kreise. Da behauptet in einem Berliner Blatt ein Genfer Schriftsteller namens Platzhoff-Lejeune, daß die Kulturbedeutung der Schweiz nicht nur auf der Stammverwandtschaft mit Deutschland, sondern auch auf der Rasfengemeinschaft mit Frankreich und Italien beruht. Wenn man die Schweiz eine deutsche Provinz in geistiger Beziehung nenne, so könne man sie ebensogut als eine französische oder italienische Provinz in geistiger Beziehung bezeichnen. Dazu sagt die .Kreuzztg." mit Recht: Formell sind die drei Volksstämme in der Schweiz allerdings gleichberechtigt, aber nicht nur nach ihrer Qualität, sondern auch nach ihrer Zahl nehmen die deutschen Schweizer mit 2 Millionen Köpfen die führende Stellung ein, da die ftanzösischen Schweizer nur 640000 und die italienischen nur 160000 Köpfe aufzuweisen haben. Gollfried Keller, der große schweizerische Dichter, hat einmal gesagt: .Man kann Schweizer, man muß Deutscher sein." In diesem Wort lieg eine tiefe Bedeutung und zugleich eine ernste Mahnung für
gekommen, außerdem habe Vetter durch fortgesetztes Ungeschick eine Stellungnahme be§ Senats herausgesordert. Mit dessen Beschluß sei Beller einverstanden gewesen, nur habe er ver- angt, daß der Senat eine Resolution gegen die Hellmüllersche Unterstellung annehme, Prof. Vetter habe sich durch seine Nürnberger Rede für eine Professur in Deutschland empfehlen Vollen. Diese Resolution wurde abgelehut, aber nur weil der Senat der Meinung gewesen sei, es sei unter seiner Würde, gegen das Hellmüllersche Preßerzeugnis überhaupt Stellung zu nehmen. Prost A. Onckcn ist der Meinung, daß danach für Prof. Vetter kein Grund zum Aufgeben seiner Lehrthatigkell an der Berner Hochschule vorliege und ver- ichert, daß seine kollegiallsche Achtung für Herrn Vetter durch die jüngsten Vorgänge keine Minderung erfahren habe. ,,Es würde uns schmerzlich berühren," so schließt Prost A. Oncken, „wenn Herr Vetter diesen Anlaß berllitzte, aufzuhören unser Kollege zu sein."
Herzogin Friederike von Anhalt die Großtante Europas.
Wie aus Alexisbad im Harz gemeldet wird, ist die dort zur Kur weilende greise Herzogin-Wttwe von Anhall am 10. d. Mts. gestorben. Kein ausgesprochenes Leiden, andern lediglich Altersschwäche endete das Leben dieser Fürstin. Die erlauchte Dame, die am 9. Oktober 1811 als zweite Tochter des damaligen Prinzen, späteren Herzogs Friedrich Wtthelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücks- burg und seiner Gemahlin Luise, Prinzessin von Hessen- Kassel, auf Schloß Gottorp geboren war und sich am 30. Oktober 1834 mit dem im März desselben Jahres zur Regierung gelangten Herzog Alexander Karl von Anhalt-Bern- burg vermähll Halle, wurde mit einem gewissen Recht die Großtante Europas genannt, da sie eine Schwester des Königs Christian von Dänemark, des Großvaters von Europa war. Sie hatte in den Jahren 1855 bis 1863, infolge unheilbarer Krankheit ihres Gemahls, als Mitregentin die Regentschaft über das Herzogtum Anhalt geführt. Bis vor Kurzem noch erfreute sich die Herzogin, als älleste deutsche Fürstin, einer für ihr Alter geradezu erstaunlichen Frische des Körpers und des Geistes. Bei den wellverzweigten verwandt- chaftlichen Beziehungen beschwört ihr Hinscheiden eine fast internationale Hoftrauer herauf.
Heer mtb Flotte.
Aus de? Rangliste für das Jahr 1902. lieber das Zahlenverhältniß zwischen den adeligen und bürger- Kchen Offizieren des Heeres geben wir folgende Zu- ammenstellung: Die 3 Generalfeldmarschalle, die 6 Generalobersten und die 60 Generale der Infanterie, Kavallerie ober Attillerie sind sämtlich adelig. Unter den 91 Generalleutnants sind 11 Bürgerliche, das sind 12,1 v. H. gegen 14,3 im Jahre 1901 und 18,2 im Jahre 1900, sodaß der Anteil der Bürgerlichen im Dienstgrade der Generalleutnants erheblich gesunken ist, während er im Dienstgrade der Generalmajors im letzten Jahre nicht unwesentlich gestiegen ist; denn es sind unter den 171 Generalmajors 56 Bürgerliche, das sind 32,2 v. H. gegen 28,5 und 28,4 in den beiden voraufgegangenen Jahren. In der gesamten Generalllät sind demnach 67 Bürgerliche vorhanden gegen 63 im Jahre 1901 und 69 i. I. 1900; es sind dies 20,2 v. H., während i. I. 1901 der Anteil der Bürgerlichen an der Generalllät 18,7, L I. 1900 19,5 v. H. betrug. Unter den 231 Obersten der Infanterie sind 94 mrgerliche, d. i. 40,7 v. H. gegen 43,1 st I. 1901, 39,1 l I. 1900 und 34,9 st I. 1899. Nach einer starken Steigerung ist also jetzt der Anteil der Bürgerlichen nicht unwesentlich z urückgegangen. Bei der Kavallerie mb von 54 Obersten nur 3 bürgerlich, b. st 5,6 v. H. gegen 3,2 im vorigen Jahre. Bei ber Feldartillerie sind unter 35 Obersten 29 bürgerlich, also 82,9 v. H. gegen 84,2 im vorigen Jahre. Bei der Fußartillerie giebt es nur bürgerliche Obersten, ebenso auch beim Train. Im Jngenieurkorps sind unter 18 Obersten 16 oder 88,9 (1901 92,3) v. H. bürgerlich, bei den Verkehrstruppen unter 3 Obersten 2 ober 66,7 v. H» und bei der Gendarmerie unter 12 Obersten 5 ober 41,7 v. H. bürgerlich. Von den 4 Obersten der ost- asiatischen Truppen, Schutztruppen u. s. w. sind 2 oder 50 (1901 40) v. H. bürgerlich. Insgesamt sind unter den 375 Obersten 168 oder 44,8 v.H. bürgerlich gegen 44,3, 41,9 und 39,2 in den drei voraufgegangenen Jahren. Unter den Oberstleutnants find bei der Infanterie 43,1 (1901 43,6), bei der Kavallerie 18,0 (14,3), bei der Feldartillerie 76,2 (86,1), bei der Fußartillerie 100,0 (95,4), im Jngenieurkorps 84,6 (90,0), bei den Verkehrstruppen 100,0 (50,0), beim Train 100,0 (80,0), bei den technischen Instituten 80,0, in der Gendarmerie 71,4 (77,8) und bei den ostaficllischen rc. Truppenteilen 80,0 (66,7) v. H. bürgerlich. Von sämtlichen 353 Oberstleutnants find hiernach 171 bürgerlich, das sind 48,4 v. H. gegen 51,1 und 52,5 in den beiden Vorjahren. Von den Majors sind bürgerlich bei der Infanterie 52,5 (1901 53,2) v. H., bei der Kavallerie 20,2 (22,0), bei ber Feldartillerie 76,7 (75,1), bei der Fußartillerie 97,6 (96,5), beim Jngenieurkörps 94,1 (91,2), bei den Verkehrstruppen 87,5 (88,2), beim Train 84,0 (88,0), bei den technischen Jnstitillen 90,0, in der Gendarmerie 26,7 (41,2 und bei den ostasiatischeu rc. Truppen 45,0 (48,9) v. H. Von sämtlichen Majors find 57,0 v. H. bürgerlich gegen
Gd.-Jäger-, Gd.-Schützen- und 7. Jäger-Bataillon nur adelige Offiziere. Bei der Garde-Jnsantene stehen nur noch 5 (1901 7, 1900 10) bürgerliche Offiziere, nämlich 1 Hptm., 1 Oblst und 3 Lts.
Die meisten Orden hat von allen in der Rangliste Aufgeführten der Gen.-Lt. ä la suite der Armee unb Zeremoniemneister Graf zu Eulenburg mit 66; dann olgen der Generaloberst v. Hahnke mit 56, der Gen.-Lt. ä la suite der Armee und Lbergewandkämmerer Gras v. Perponcher mit 48, Prinz Heinrich von Preußen mit 47, der Reichskanzler Graf v. Bülow, der in der Rangliste noch als Rittmstr d. Res. des 7. Hus.-Regts. aufgeführt ist, rnll 47, der dienstthuende Generaladjutam des Kaisers Gen.-Lst v. Scholl mit 46, Prinz Albrecht von Preußen mit 46 und der kommandierende General des Gardekorps Gen.-Lt. v. K e s s e l mit 43 Orden. Graf Wald er* s ee besitzt 40, Fürst Herbett Bismarck 39, Prinz Friedrich Leopold 36 Orden. Auch der Kronprinz hat berells 36 (im vorigen Jahre 32), Prinz Eitel Friedrich 14 (12), Adalbert sogar 15 (7) Orden.
Keueralveröandstag der Raiffeisen-Hrganisatiou
Neuwied, 10. JE
Die ganze Tagung stand unter dem Zeichen der Einweihung des Denkmals für den Vater des ländlichen Genossenschaftswesens, die heute unter dem Lchreupräsidtumi des Fürsten zu Wied erfolgst
Das Hoch auf den Kaiser und die deutschen Bundes* fürsten, mit dem Generaldirektor Heller die Tagung eröffnet, braust mächtig empor. Es ist eine Freude, den? Ausführungen ber einzelnen Redner zu lauschen, und sich des einigen Kraftbewußtseins zu freuen, das allen Ausführungen aus Ost und West, Süd und Nord gemeinsam isst
Ein Mitglied brachre den Wtrag ein: „Wir billigen das Schweigen unseres Genossenschastsblattes gegenüber den fortgesetzten Angriffen der Leitung des Allg. Verbandes deutscher Erwerbs- und Wirt^ s ch a s t s g e n 0 s s e n s ch a f t e n" in den „Bst für Genossene cha ft en" (Schulze-Delitzsch). Abgesehen davon, daß eine Auseinandersetzung bei ber meist hämischen 2trt dieser Angriffe höchst unfruchtbar wäre, ist, das (allerdings traditionelle) Gehaben dieses Verbandes, als sei er tm Volk besitze genossenschaftlicher Weisheit und darum der berufene Vormund des ländlichen Genossenschaftswesens, heute weniger als je ernst zu nehmen." lieber diesen Antrag wurde zur Tagesordnung übergegangen mit der Begründung, daß die Angriffe des Schulze-Delitzsch'scheu Verbau* des einer Abwehr von seilen der Raiffeisen-Organisation „nicht wert" seien.
Der Geschäftsbericht des Generaldirektors weist die ruhige und stetige Auf wärtsentwickelun g des ländlichen Genossenschaftswesens Raiffeisenscher Organisation auf. Die Zahl der angeschlossenen Genossenschaften ist von 3713 im Vorjahre auf jetzt 3850 gestiegen. Der Jahresumschlag betrug im Geldverkehr 540 Mllltonen gegen 460, Millionen im Vorjahre. Die Zentraldarlehenskasse ist im stände, vermöge chres Reingewinnes von 225 000 Mark ihren Aktionären, den Vereinen, eine Verzinsung von 4 Prozent zu bieten. Bemerkenswert ist die Erscheinung, daß Osten und Westen innerhalb des Zentralverbandes im Geldausgleich und gewinnbringenden Warenverkehr sich glücklich ergänzen.
Die Einigungsbestrebungen zwischen Neu-., wied und Offenbach haben nach dem Bericht des Generaldirektors zu den'erwarteten Ergebnisse nicht geführt. Die gemeinsam mll dem allgemeinen (Offenbacher) Verband geplante Gründung einer Reichs g e n 0 s s en- schaftsbank ist von letzterem Verbände allein ans- geführt worden, bevor es dem Aufsichtsrate der Raiffeisen- Organisation möglich war, eine Entscheidung über diese Sache zu treffen.
Interessant war noch die Darlegung, daß und warum die Raiffeisen-Organisation sich an dem Unternehmen der Erwerbung von Salpeterfeldern in Chile, in das der Offenbacher Verband, der Bund der Landwirte und die christl. Bauernvereine eingetreten sind, nicht be- teiligt^hast Es erschien der Verbandsleitung zu gewagt, die Erfolge jahrzehntelanger Arbett auf eine Karte zu setzen, zumal die Sache spekulativen Charakter trägt Jedenfalls ging daraus, wie ans der späteren, sehr lebhaften Debatte über die einzusch,lag ende Zinspolitik hervor, wie vorsichtig die Raiffeisensche Organisation in chrer Finanz- v er waltung isst
Bei der heute nachmittag erfolgten Gnthüllun gpes Raiffeisendenkmals in Heddesdorf verlas Erbprinz Wied namens seitens Vaters die Weiherede. Der Fürst von Wied gelobte festzuhallen an den Bestrebungen Rolfs-' eisens und legte einen Kranz nieder, der die Widmung trug: „Meinem Freunde Raiffeisen." Zahlreiche Vertreter aus deutschen Gcmen, auch aus England, Frankreich, Holland usw. legten ebenfalls Kränze am Denkmal nieder. Generaldirektor Heller übernahm das Denkmal in seine Obhut. Nach der Denkmalsenthüllung fand ein Festessen statt, an dem über 2000 Personen teilnahmen.
Das Denkmal zeigt Raiffeisen im kräftigsten Mannes- alter, wie er mit ausgestreckter Hand zu dem Landvolle: spricht. In zwei packend modellierten Reliefs ist sein Lebenswerk versinnbildlicht Das erste stellt ihn als Tröster und Helfer eines ansgewucherten, verzweifelten Bauern Dar, das- andere zeigte denselben Bauer, jetzt aufrecht, wie er in froher Dankbarkeit Raiffeisen die Hand schüttelt Das erste Relief trägt den Spruch: ,L8as chr gethan habt, einem der Geringsten meiner Brüder, das habt chr mir gethan", das zweite: „Hilf dir selbst, so hllft dir Gott."
die deutschen Schweizer. Es giebt Leute, die diesen Aus- chruch unmittelbar in sein Gegenteil kehren, die da behaupten, man muß Schweizer sein, man kann Deutscher, Franzose oder Italiener sein. Diese polttischen Epigonen sind kurzsichtige Oppottumtätspolitiker und sicher wird eine Zett kommen, da man auch in der Schweiz zu einer besseren Erkenntnis kommen wird. Nur wenn die deutschen Schweizer an der Mahnung Gottfried Kellers Festhalten, werden sie ihre Stamm e secgenatt und ihre politische Selbständigkett behaupten.
Der Rektor der Universität Bern, Prof. Dr. Augu Qncken, hat der ^Franks. Ztg." eine umfängliche Zuschri übersandt, um den abfälligen Deutungen entgegenzutrelen, die der vieleröttette Beschluß des Hochschulsenats m der Angelegenheit des Profi Vetter vielfach gefunden hat Prof. A. ^Oncken bestreitet, daß diesem Beschluß eine politische Tendenz zu Grunde gelegen habe. Für den Senat sei die Rede nur als eine Angelegenheit des TaktiS feines Delegierten in Frage
56,8 t I. 1001, 55,3 i. I. 1900, 53,9 i. I. 1899 und 53,8 l I. 1898. Unter sämtlichen 2192 (1901 2242) Stabsoffizieren sind 1174 (1206) bürgerlich, das sind 53,6 v. H. gegen 53,8 L I. 1901, 52,7 l I. 1900, 51,1 L I. 1899 und 50,6 t I. 1898. Der Anteil der Bürgerlichen an der Gesamtzahl der Stabsoffiziere, der in den letzten Jahren langsam geftiegen war, ist also jetzt ein wenig zurückgegangen.
In den unteren Dienstgraden treten die bürgerlichen Offiziere mehr hervor, doch giebt es nach wie vor eine große Anzahl von Truppenteilen, aus denen das bürgerliche Element ausgeschlossen ist. Wir zählen 35 (1891 34) Regimeter, die ein durchweg adeliges Offizierkorps haben; es find dies das 1^ 2^ 3. und 5. Gd.-Gren.-Regt, alle 8 Gd^-Kav.-Regt, das 1., 2., 3., 4. und 6. Kür.-Regt, das 2., 3„ 4., 12., 17., 18. und 19. Drag.-Regt, das 3., •L, 7. und 10. Hus.-Regt, das 5., 9. und 13. Ul.-Regt, und das 1. Gd^ Feldart^Regt Außerdem haben noch dos
Der Leipziger Bankprozetz.
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Leipzig, 10. JE.
Als Zeugen wurden vernommen Kaufmann Paul Schröder, Kaufmann W. Dodel, der Bruder des Angeklagten. Heinrich Dodel, Hrch. Girbardt, SoKius des Wgeklagten Wölker. Sie behmben übereinstimmend, sich, noch im Februar bezw. April 1901 bei ihren Brüdern, bezw. dem Sozius, nach der Steigerungsfähig kett des Kurses der Leipziger Bank erkundigt und auf deren Auskunft hin größere Posten gekauft zu haben. P. Schröder entäußerte sich^ später wieder aus geschäftlichen Rückfichten seines Mttenbesitzes, während W. Dodel und Girbardt bei dem Zusammenbruch der Bank namhafte Verluste erlitten haben. Zeuge Chemiker Bertram hat im Auftrage der Bank im April 1901 eine Besichtigung der Neheimer Anlage vorgenommen und als Ergebnis dieser Verkohlungscullage eine günstige Rentabilität gefunden. Auch die von ihm mit Gentzsch zusammen besichtigte Anlo^ in. Fiume hat ffuf ihn einen guten Eindruck gemocht.


