Dank auszuspvechen. Die Weihe Firmllians soll am 14. Juni in Salonichi stattsinden.
— Der Adjutant des Sultans, Oberst Feozi, ist mit Ehrengeschenken für das Zarenpaar nach Petersburg abgereist.
Die Waffenstreckung der Buren vollzieht sich weiter friedlich und ohne Störungen. Nach einer Depesche Kitchencrs wurden Samstag und Sonntag Nachmittag im Ganzen 2500 Gewehre übergeben, wovon 448 den Kapaufständischen, die übrigen hauptsächlich den Leuten Dewets gehörten. Burger und Botha nehmen zudem keinen Anstand, Uebergaben anzuwohnen. Sie haben außerdem, wie wir bereits kurz mitteilten, ihre Landsleute aufgesordert, sich in die Schickung zu fügen. Der „Standard" veröffentlicht jetzt ihre «om 31. Mai datierte Botschaft. Der Wortlaut dieses bedeutsamen Schriftstückes, das als die letzte amtliche Erklärung der jetzt aufgelösten Transvaalregierung zu betrachten ist, ist der folgende:
„Offener Brief an alle Offiziere und Beamte oer Lurghers, die bis zum heutigen Tage ihre Pflicht gegenüber dem Lande unb dem Volke treu erfüllt haben.
Kameraden, Brüder, Landsleute!
Wir danken Euch herzlich für Euren Heroismus und für die Hinopfcrung von so vielem, was Euch teuer und lieb war, wir danken Euch für Euren Gehorsam und Eure Irene Pflichterfüllung in allem, was dein Asrikandervolke zur Ehre und zum Ruhine gereicht. Wir raten Euch allen, Euch in den Frieden zu schielen, Euch ruhig und friedlich zu verhalten und der neuen Regierung Gehorsam und Achtung zu erweiferi. Von den Vertretern der beiden Staaten ist eme Kommission ernamlt worden zur Beschaffung von Geldmittelii re. für die Witiven und Waisen, deren Galten imb Vater ihr Leben gelassen haben im Kampfe für Freiheit uitb Recht unb die m unserer Geschichte eivig fortlcben werdeii. Wir sprecheii miser inniges Mitgefühl a»ls denen, welche trauern, und bitten Gott, daß er ihnen Kraft geben möge, ihr Kreuz zu trageli. Auch unseren Weibern und Kindern möchten wir Miseren Dank aussprechen, die so tapfer Opfer gebracht und so bitteres Leid getragen habeii. Jetzt, da der Friede geschlossen ist —wenn er auch nicht ein Friede ist, ivie wir i h li ersehn teil — laßt uns da verharreil, wohin Gott u>is geführt Hal. Alit gutem Geivisseii tonnen nur erklären,... daß 2*/2 Jahre la,rg das Bolt den Kainpf in einer Weise geführt hat, wie es die Geschichte bisher kaum kannte. Lasset uns nun einander die Häiide reichen für einen andere n großen K a Ni p f, der vor lins liegt, für die geistige und soziale Wohlfahrt des Volkes, lasset uns allen bitteren Gefühlen entsagen, lasset ims vergessen und vergeben, auf daß die tiefen Wunden heilen mögen."
Der alte Krüger aber tritt aus seiner Schweigsamkeit nicht heraus. Ein Pariser Blatt nur weiß zu melden, daß er es ablehiltc, auf einem englischen Dampfer nach Südafrika zurückzukehren, dagegen das Angebot der Königin Wilhelmina, die Rückfahrt auf einem holländischen Kriegsschiffe anzutreten, angenommen habe. Die von den Burenvertretern in Holland in Umlauf gesetzte Andelltullg, daß den in London amtlich veröffentlichten Uebergabcbedingungen irgend ein geheimes Protokoll oder geheime Bestimmungen beigefügt seien, entbehrt, nach Reuter, aller Begründung. In Utrecht dementiert mein die Meldung, daß die in Europa befindlichen Buren-Delegierten beabsichtigen, vor der englischen Gesandtschaft im Haag den Treueid abzulegen. Die Delegierten warteten vielmehr Instruktionen aus Transvaal ab und wollen erst nach genauer Aufklärung über die Lage den Eid leisten.
Das Brüsseler „Petit bleu" berichtet, die englische Zensur übe über die aus Europa nach Südafrika gesandten Telegramme eine äußerst scharfe Kontrolle aus, weil sie befürchte, daß den Buren angeraten werden könne, die Waffen nicdcrzulegcn und dadurch der Krieg verlängert würde. Das Blatt bemerkt hierzu, der Friede sei nur durch falsche Vorspiegelungen und Verschweigen einer ganzen Reihe von Thatsachen herbeigeführt worden, die, sobald sie den Buren zur Kenntnis kämen, eine Umwälzung veranlassen würden. Weiter meldet dasselbe Blatt, daß verschiedene belgische Städte beabsichtigen, neuen Straßen und Plätzen die Namen: Krüger, Steijn, Dewet, Delarey, Botha rc. zu geben.
Zu der angeblichen Verschwörung in Südafrika wird noch über London gemeldet, daß sich unter den Beteiligten Rechtsanwälte, Llpotheker, ein Arzt und gefangene Buren und Holländer, die auf Ehrenwort frcigelassen wurden, befänden. Am Donnerstag wurden die Truppen die ganze Nacht unter Waffen gehalten und die folgende Nacht die Wachen wieder verdoppelt. Die Verschwörer erwarteten Hilfe von außerhalb. Die Stadt sollte angegriffen und die Waffen und Vorräte geplündert werden. Während des Tumults sollten die Gebäude in die Luft gesprengt und Lord Kitchener, sowie andere Offiziere getötet oder gefangen werden.
Uns scheinen sowohl die Meldungen von dieser Ver- schwörung wie die obigen des Brüsseler Blattes nichts weniger
solchen Zustande absoluter Erdenentrücktheit gesehen habe, als dies vorzüglich im Jahre 1819 mit ihm der Fall gewesen."
Tie Musik während des katholischen Hochamtes, ge-> wöhnlich wie dieses Missa (Messe) genannt, besteht auss sechs Sätzen, die nach den Ansangsworten des zu singenden Textes benannt sind: aus dem schrie eleison oder Christel eleison (Herr oder Christus erbarme dich), dem Gloria in excelsis Teo (Ehre sei Gott in der Höhe), dem Credo (Ich glaube), dem Sanctus (Heilig) und Osianna (Hosianna, hilf doch), ldem Benedictus (Gelobt sei) und dem Agnus Tei (Lamm Gottes) mit den Schlußworten Dona nobis paccm (Gieb uns Frieden). Ter Komponist solcher feststehender, teils ganz kurzer, teils ausgedehnter Texte ist im allgemeinen gezwungen, sich den gottesdienstlichen, den liturgischen Anforderungen nach Zeit und Ort, insbesondere mit Bezug auf die musikalische Ausdehnung, möglichst an- zrchasseu. TaS ist bei den int Gottesdienst verwerteten Kirchenmusiken natürlich durchgängig der Fall, überhaupt aber ist in fast allen musikalischen Messen die Einteilung! des Textes beibehalten worden. Nur Bach macht mit seiner hohen Messe hier eine Ausnahme. Er hat z. B. das Kyrie zu drei ganz abgesonderten Sätzen ausgebildet (Chor, Duett und wieder Chor), das Gloria zu sechs Sätzen, in denen teils der Chor teils die Solisten als die Dolmetscher der Text- gedankcn erscheinen. Ihm schjvebtc dabei nicht die Be- friedignng der liturgischen Bedürfnisse vor, sondern ihn beseelte der Wunsch, dem religiös-kirchlichen "Gehalt der Worte des Textes möglichst erschöpfenden Ausdruck zu jachen. ^Schluß folgt.).
als glaubwürdig. Diese gegenseitige Hetzereien stehen so ganz und gar nicht im Einklänge mit der würdigen Tonart, die Schalk Burger und Louis Botha in ihrer obigen Proklamation angeschlagen haben, daß wir ihnen durchaus mißtrauen. Wir glauben an keine „geheimen Bestimmungen", an keine „Vorspiegelungen" und an keine Verschwörung, die wohl nur von zwei englischen Blättern, aus denen die Nachrichten herrühren, in Nirgendheiin „entdeckt" worden sind.
Ten „Reynolds New Papers" zufolge werden zwei Soldaten der australischen Freiwilligenkompagnie in den nächsten Tagen vor ein Kriegsgericht gestellt, unter der Be- chuldigung, Spionagedienste den Buren geleistet zu haben.
Aus Heilbron wird berichtet: Säintliche Buren kommandierenden und Feldkornets dürfen ihre Waffen behalten, während den übrigen Buren nur ihre Pferde gelassen werden.
Der englische Unterstaatssekretär im Kriegsamt Stanley erklärte im Unterhause auf eine Anfrage, die Zurückfüh- riing der gefangenen Buren nach Südafrika werde obald als möglich beginnen, er könne gegenwärtig aber l eine detaillierten Angaben machen.
Kauplversammlurrg des Mundes der Landwirte.
M a n n i) e i m, 8. Juni.
Heute fand hier eine Hauptversammlung^ des Bundes der Landwirte statt. Insgesamt mochte die Schar, die sich eingebunden hatte, etwas über 200 Köpfe zählen.
Ter Vorsitzende des Bundes, Reichstagsabg. Lucke, gab zunächst einen kurzen Rückblick aus das Entstehen und die Entwickelung der Vereinigung. Danach zählt der Bund der Landwirte in Südwestdeutschland gegenwärtig über 21000 und in ganz Deutschland etwa 264000 Mitglieder. In Baden befinden sich 4560, in Hessen ebenfalls über 4000 und in der Rheinpsalz 5970 Mitglieder. Hoyenzollern ist im letzten Jahre mit 493 Mitgliedern neu dazug.'treten; dagegen habe der Bund in Elsast-Lothringen bisher nur 52 Anhänger. In 261 Wahlkreisen zum Reichstag sind wir o organisiert, daß wir entweder ganz ausschlaggeb.ud sind oder oaß doch die Parteien mit unserem Wahlzettel rechnen müssen. Im übrigen handle es sich um die M a g e n- rüge des deutschen Volles, um die E r h a l - t u n o des d e u t s ch e n V a u e r n st an d e s. Das deutsche Volk braucht Brot und Fleisch, das mir aber selbst machen wollen, das wir nicht aus Amerika hereingebracht wissen wollen. Die deutsche Landwirtschaft sei befähigt, ganz Deutschland mit Fleisch und Brot zu versorgen. Tie Schulden der deutschen Landwirtschaft seien seit der Caprivischen Aera um V/2 Millionen gestiegen.
Ter ReichStagsabg. für Kaiserslautern, Dr. Roesicke, Vorstandsmitglied des Bundes, referiert über den von der Re-gierung ausgearbeiteten Zolltarif und sucht zahlenmäßig darzuthun, daß der deutsche Weizen einen Zollschutz von 71/2 Mark pro Doppelzentner haben müsse und den Vorwurf des „Brotwuchers" zu entkräften. Die Regierung habe die Bauern mit s chö neu Worten getäuscht, und so un-d so viele Abgeordnete, die aus Bauern- kreisen gewählt seien und für die Forderungen des Bundes einzutreten versprochen hätten, seien bereit, auf der ganzen Linie hinter diese Forderung zurückzuweichen. Der jetzige Zolltarif sei nichts, was den Bauern helfen könne. Redner berührt dabei die „Brüskierung der Agrarier" durch Bülow im preußischen Abgeordnetenhaus (am letzten Montag), und kritisiert Bülows Verhalten mit scharfen Worten, während aus den Ecken des Saales Pfuirufe ertönen. Man hält den Bauern immer entgegen, daß bei Zollsätzen keine Handelsverträge zustande kommen könnten. Was haben wir Bauern für ein Interesse an Handelsverträgen? Die Handelsverträge sind derLandwirtschäft ganz egal. Wir haben nur ein Interesse daran, daß unsere Produktion geschützt wird. Wenn.das erreicht ist, dann wollen wir gegen Handelsverträge nicht sein, aber würden wir vorher für dieselben sein ohne ausreichenden Zollschutz für unsere Erzeugnisse, so würden wir geradezu den Ast absägen, auf dem wir sitzen. Ferner streift Redner die Brüsseler Zuckerkonvention. Sie werde den gesamten deutschen Rübenbau vernichten und in den bisherigen Rüben- pflanzern den anderen landwirtschaftlichen Betriebszweigen nur eine neue Konkurrenz erstehen lassen. Redner rechnet aus, daß durch diese Nachgiebigkeit der deutschen Regierung dem Auslande gegenüber dem deutschen Bauernstände etwa 56i/2 Millionen Mark genommen würden.
Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen :
„Tie heute in Mannheim versammelten Bauern und Mitglieder des Bundes der Landwirte erklären, daß sie von allen Abgeordneten, welche die Interessen der deutschen Landwirtschaft und des Mittelstandes schützen wollen, erwarten, daß sie nur einem solchen Zolltarif ihre Zusttmmung geben, welcher die Interessen aller Erwerbs stände gleichmäßig und aus- reichen d schützt. Sie erwarten, daß die Brüsseler Zucker konvention vom Reichstage abgelehnt wird, da diese den Ruin des deutschen Zuckerrübenbaues« in sich schließen würde."
Ans Staöt und Land.
Gießen, 10. Juni 1902.
•• Erlaubniserteiluug. Der Großherzog hat dem Obersinanzrat Dr. Rohde unb dem Geheimen Finanzrat Dr. Götz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihnen von dem Regenten der Herzogtümer Sachsen-Coburg und Gotha verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Sachsen- Ernestinischen Hausordens erteilt.
'* Amtsenthebung. Der Großherzog hat den Oberkammerherrn Carl Frhrn. Schenck zu Schweinsberg auf sein Nachsuchen in wohlgefälliger Anerkennung der treu geleisteten Dienste von den Funttionen des Oberkammerherrn enthoben und ihm Titel und Rang eines Oberstkammerherrn verliehen.
** Turnverein. Die gestern abend nach der Turnhalle an der Nordanlage einberufene außerordentliche Generalversammlung des Turnvereins war von über 80 Mitgliedern besucht. Von 27 älteren Turnern war in einer früheren General-Versammlung der Antrag auf Satzungsänderung gestellt worden. Dieser Antrag stand gestern zur Beratung. Die beantragten Aenderungen laufen in der Hauptsache darauf hinaus, den jetzt aus 15 Mitgliedern bestehenden Vorstand nm drei Mitglieder zu verringern, und zwar um zwei Turnälteste und einen Beisitzer. Tie Leitung des Turnbetriebes, die bisher vorn ersten Turn- wart und in dessen Stellvertretung vom zweiten Turuwart
besorgt wurde, sollte nach den vorgeschlagenen Satzungsänderungen von den beiden Turntoarten gemeinsam vorgenommen werden, während der Turnälteste zu ihrer Vertretung eintreten soll. Auch der Vorstand erklärte der gestrigen Versammlung, daß er Abänderungsanträge zu den Satzungen zu stellen habe. Nach den Statuten mußte sich die Versammlung zuerst über die Frage, ob diese geändert werden sollen oder nicht, schlüssig machen. Tie Abstimmung ergab 43 Stimmen dagegen und 39 dafür, so daß der Antrag gegenstandslos wurde. Tie jüngeren Turner hatten fast sämtlich mit ,,nein" gestimmt. Die älteren Turner vertraten säst sämtlich die Ansicht, daß die Satzungen abänderungsbedürftig sind.
** R a d r e n n e n. Die am Sonntag auf unserem Sportplätze an der Hardt stattfindenden großen Radrennen haben in allen Nummern eine so starke Besetzung gefunden, daß Vorläuse gefahren werden müssen. Es haben sich die besten deutschen Amateure gemeldet, und es dürften sich sehr heiße Kämpfe entwickeln. Sehr interessant wird sich das Haupt- fahreii gestalten, da zu diesem Rennen verschiedene Motore als Schrittmacher gemeldet sind, die für ein sehr scharfes Tempo sorgen werden. Hierzu liegt auch die Meldung des überaus ersolgreicheii Rennfahrers Gg. Drescher-Mainz vor, der in letzter Zeit jeden überwand, der sich ihm gegen- überstellte. Da er nun zum ersteumale in dieser Saison auf erstklassige norddeutsche Fahrer trifft, so ist zu erwarten, daü man ein. Rennen sehen wird, wie es wohl noch selten« hier der Falt war. Wir kommen auf die Einzelheiten noch zurück, möchten nur noch einmal auf das Fejiprogramm Hinweisen, das in unserer letzten Sonntagsnummer veröffentlicht wurde, hauptsächlich auf das sich dem Rennen, anschließeiide „Große Gartenfest" auf der Hardt-Terrasse, das be> vollständig freiem Eintritt stattsindrt: ebenso auf das Frühschoppen-Konzert im Restaurant Zioyal, dem Klub- heim der „Wanderer", G. R.-G, zu dem der Vorstand des Gaues 9 des T. R.-B. seine Mitglieder noch besonders eingeladen hat.
** Eine Reichshanptbank für Hessen. Die „Worms. Ztg." veröffentlicht in ihrer Nummer 130 vom Samstag an leitender Stelle einen beachtenswerten Artikel, in dem mit Rücksicht auf den Geschäftsumfang der Neichsbankstellen- und Neben- stellen in Hessen, der bei den beiden Bankstellen allein im letzten Jahre gegen 1725 Mill. Mk. betrug, für Rheinhessen unb Starkenburg sich also auf mindestens 2 Milliarden belaufen dürfte, für das Großherzogtum Hessen die Errichtung einer Reichshauptbant verlangt wird. Dafür sprächen nicht nur praktische Gründe, sondern es käme auch der staatspolitische Gesichtspunkt in Betracht. Ein erster Schritt zur Verwirklichung des angeregten Gedankens sei bereits geschehen.
** Gegen die deutsch-amerikanische Petroleum-Gesellschaft. Wie wir hören, ist die in der Jnteressentenoersammlung der Kolonialwarenbranche am 28. Mai gefaßte Resolution gegen die deutsch-amerikanische Petroleum-Gesellschaft von ca. 80 hiesigen Firmen unterzeichnet worden.
-r. Nidda, 9. Juni. Noch ist eine Strafsache wegen Ablaß giftiger Wasser in die Nidda nicht ausgeiragen und schon wieder ist in der Nacht vom Samstag auf Sonntag Giftwasser in die Nidda gelassen ivorden, sodaß gaiize Zentner Fische verendet sind. So sind von einem Manne an 30 vergiftete Forellen aufgefunden ivorden. Die Fischpächter hoffen auf endliche Bestrafung der Verursacher des schweren Schadens, den sie erleiden.
Büdingen, 9. Juni. Unter dem dumpfen Trauer- marsch der Trommel und unter feierlichem Geläute der Kirchenglocken wurde heute vormittag die Leiche des Kreisrats J r le zur Bahn gebracht, um nach Tarmstadt übergeführt zu werden. Den Trauerzug eröffneten mit deflorier Fahne der Kriegerverein, die Schützengesellschaft '(unter Gewehr), der Liederkranz, der Turnverein und die Feuerwehr; hinter dem Wagen, der mit den von den Vereinen gewidmeten Kränzen geschmückt war, folgten die Verwandten des Verstorbenen, Die Angestellten des Kreis- amts, die Stadtverordneten von Büdingen, Erbprinz Wolfgang, Abordnungen des Fechtllubs, des landwirtschaftlichen Bezirksvereins, des Kreisäusschnsses und der Sparkasse Ortenberg, eine große Anzahl Bürgermeister und Lehrer des Kreises und außerdem viele Beamte, Bürger und Frauen.
Darmstadt, 9. Juni. Der hiesige Brieftaubenklub oer* anftaUete am Sonntag einen Tauben-Wettflug ab „Metz", 202 Kilometer Luftlinie. In Metz wurden die Tauben um 6.50 Uhr vormittags aufgelassen. Die erste Tanbe mar schon um 9.15 Uhr in Darmstadt. Sie hatte eine Fluggeschwindigkeit von 1393 Meter in der Minute erreicht. Innerhalb zwei Stunden waren über 50 Prozent der eingesetzten Tauben zurückgekehrt. Dem Mitgliede A. Ganß wurde für die beste Leistung der zuerst vorgezeigten 10 Tauben die vom Kriegsministerium ausgesetzte Staatsmedaille zilerkannt.
fc. Darmstadt, 9. Juni. Auch in diesem Jahre kommt, wie wir hören, das russische Zarenpaar nicht nach Schloß Wolfsgarten zum Besuch des Großherzogs. Im vorigen Jahre war der Besuch wegen der zwischen Großherzog und Großherzogin schwebenden Differenzen unterblieben.
Darmstadt, 9. Juni. Der Großherzog wohnte heute vormittag den Besichtigungen des 1. Großh. Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner-Regiments) Nr. 23 und der 2. Abteilung des 1. Großh. Jeldartillerie-Regiments Nr. 25 (Großh. Artillerie-Korps) durch den Kommandierenden General auf dem Truppen-Uebungsplatz bei.
Wehlar, 9. Juni. Das Königliche Lehrerseminar wurde heute durch den Seminarlehrer C. Padderatz mit einer Schülerzahl von 19 eröffnet.
p. Frankfurt a. M, 9. Juni. Heute morgen kam der 5 Uhr-Zug von Mörfelden ohne Wagen und ohne Fahrgäste an. Mehrere hundert Arbeiter, die hierher auf ihre Arbeitsstätten fahren wollten, mußten einige Stunden später fahren. Wegen der Ausstellung in Mannheim hatte man keine Wagen mehr gehabt!
•• Kleine Mitteilungen aus Hesten und den Nachbarstaaten. Der blutige Stteit vorn Frettag Abend in der Dams'schen Möbelfabrik zu Dotzheim, von dem wir gesteni berichteten, hat noch ein zweites Opfer gefordert. Der Niaschinenarbeiter Heinrich Stäuber ist im „Paulinenstift" seinen Verletzungen erlegen. Er hinterläßt eine Frau und zwei unmündige Kinder.
Gerichtssaal.
Mainz, 8. Juni. Nach zivcüäqigen Verhandlungen haben gestern in später Abendstunde die gerichtlichen Verhandlungen gegen die drei kroatischen Erdarbeiter ihr Ende genommen, welche


