Ausgabe 
10.2.1902 Zweites Blatt
 
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Turnhalle war diese bereits zu Beginn des Konzerts bis auf den letzten Platz besetzt, so daß kurz nach 4 Uhr der Eingang mit dem Plakat versehen werden mußte,vollständig aus­verkauft, alles besetzt". So mußte eine große Zahl von Be­suchern den Rückweg antreten; dieser Umstand dürfte vielleicht den Vorstand veranlassen, eine Wiederholung der Ver- austaltung in die Wege zu leiten, an der auch Nicht­mitglieder teilnehmen dürfen. Nicht unerwähnt soll bleiben die schöne Dekoration der neuen Bühne. Mit einem Wort: Der Turnverein kann stolz sein auf diese Veranstaltung.

* * Der große Maskenball des Gesangver ei nsHeiter­keit" im Eafä Leib war, wie nicht anders zu erwarten war, überaus zahlreich besucht. Schon vor 8 Uhr begann das bunte Treiben. Die Gruppen, unter Leitung des Tanzlehrers Schmidt, wurden tadellos zur Ausführung gebracht. Auch die sonstigen Darbietungen ließen nichts zu wünschen übrig. So verlief das Fest in der schönsten Weise. Die Teilnehmer blieben bis zur Morgenstunde beisammen.

Die Carueval'GesküschaftGermania" veranstaltet am Fastnachts-Dienstag einen Maskenball aufLonys Bicr- keller". Der Verein wird wie immer seinen Besuchern durch närrische Ueberraschungen einen gemütlichen närrischen Abend bereiten. (Siehe Inserat.)

* * Aus dem Theaterbureau. Am Mittwoch den 12. d. M. wird Meyer-Försters SchauspielAlt-Heidelberg" zum dritten Mal aufgeführt. Die Vorstellung findet im Abonneinent bei gewöhnlichen Preisen statt. Es sei schon heute darauf hingewiesen, daß am Freitag das Benefiz für den jugend­lichen Helden und Liebhaber, Herrn Carl Schneider, statt­findet. Derselbe giebt Paul Lindaus vieraktiges Schauspiel Maria und Magdalena".

* * Ein schwerer Unglücksfall betraf am Freitag nachmittag eine am Schiffenbergcrwcg wohnende Familie. Der Besitzer eines Anwesens an dieser Straße, ein hiesiger Maurermeister, stand auf einer Leiter. Infolge der Glätte des Pflasters rutschte diese, der Maurermeister stürzte herunter und zog sich so schwere innere Verletzungen zu, daß er am Samstagabend in der Kftnik starb.

* * Die Silberne Medaille als 1. Preis erhielt Albert Rübsam en-Gießen auf der Deutschen Geweih- Ausstellung in Berlin für die auf seiner Jagd erlegte Rehkrone, die s. Z. im Schaufenster der Firma Kilbinger zur Ansicht ausgestellt war.

** Aus dem Volksbad. Die Räume, in denen sich die Wannenbäder für Frauen befinden, sind recht geschmackvoll erneuert worden. Die Räume sind nicht wie früher einfach getüncht, sondern gemalt worden.

** Zagdverpachtungen. Die Gcmeindejagd in Alten- Buseck, die bisher an I. Schmücker-Gießen für 795 Mk. pro Jahr verpachtet war, ging bei der Neuverpachung an Apotheker Dornberger-Gießen für 1305 Mk. pro Jahr über. Die Gemeindejagd in Lang-Göns wurde in drei Bezirken abgegeben. Für den Bezirk 1 (Wehrholz, 522 ha Feld und 228 ha Wald) war der seitherige Pächter R. Wagner-Kirch-Göns mit 500 Mk., der seitherigen Pachtsumme, Höchstbietender. Da ein Nachgebot eingelegt war, wurde die Versteigerung nicht genehmigt. Jagdbezirk II (Heide, 251 ha Feld und 105 ha Wald) erhielt der seitherige Pächter Chr. R ö b i g - Frankfurt a. M. für 805 Mk. (gegen bisher 505 Mk. Jagdbezirk III (Hardt, 344 ha Feld und 68 ha Wald) ersteigerte G. Steinacker-Bad-Nauheim für 500 Mk. (gegen 315 Mk. bisher). Die beiden genehmigten Bezirke brachten der Gemeinde Lang-Göns also ein Mehr von jährlich 485 Mk.

Lollar, 7. Febr. Die zwischen Ruttershausen und .Kirchberg oberhalb Lollar im vorigen Sommer erbaiue La hu brülle, die an stelle der ulten bau fälligen un$> für schwere Fuhrwerke auch wegen ihrer geringen Breite nicht passierbaren Holzbrüüe getreten ist, wird demnächst dem Verkehr übergeben. Die Brücke, eine gewölbte Steinbrülle, hat 90 000 Mk. gekostet.

t GroßenLinden, 9. Febr. Gestern Abend hielt der Turnverein im Weigand'schen Saale sein Winterfest ab, das bei starkem Besuch wieder schön verlief. Die drei Theater­stücke wurden flott gespielt; darauf wurden drei griechische Marmorgruppcn gestellt, die vielen Beifall fanden, und nach­dem die Bühne mit echt turnerischer Geschwindigkeit abge­brochen war, bildete ein von Mädchen in kleidsamer Tracht aufgeführter, vielfarbiger Reifreigen den Schluß. Tanz und der gemeinsame Gesang von Turnerliedern leiteten das schöne Fest allmählich seinem Ende zu.

st. Butzbach, 9. Febr. In den letzten Tagen fanden in der hiesigen Volks- und Fortbildungsschule Kreisschul- kommissions-Prüfungen statt. Schon seit einigen Jahren sind die Besucher der Fortbildungsschule nach den Gewerben ge­sondert, um um so besser in Handelsgeographie, kauf­männischem Rechnen, gewerblicher Buchführung, Materialien­kunde unterrichtet werden zu können.

B a d - N a u ii c i m, 8. Febr. Unserer Notiz vom Sams­tag über die Vergebung der Bao Nauheimer Stadtallleihe sei noch folgendes hinzugefügt: Es waren fünf Wett­bewerber aufgetreten, nämlich A. Spiegelberg-Hannooer mit 95.65 Proz., H eichelhei m - Gießen mit 96.55 Proz., Balik für Handel und Industrie in Darmstadt mit 96.63 Proz., Ephraim Meyer & Sohu in Hannover mit 97.10 Proz. und die SSentfclje Genossenschaftsbank zu Frankfurt mit 97.03 Proz., welch letztere o?n Zuschlag erh>ll mit uec Bedingung, den nickst abgehobenen Teil des Erlöses der Anleihe mit 31/2 Prvz. zu verzinsen.

ö. Altenstadt, 9. Febr. Kn 0 blauchsmilch " dürfte wohl noch nicht allgemein bekannt sein. Bei uns ist dieser mysteriöse Begriff bereits zum geflügelten Wort geworden, das seine Entstehung folgendem Vorkommnis verdankt: Der Küfer Heinrich Knoblauch von hier, der sich kürzlich auch der Körperverletzung des Viehhändlers Joseph Bamberger- schuldig gelnacht hat, ist als Besitzer von zwei Milchkühen Mitglieds der hiesigen Molkereigenossenschaft. Da ihm die beidenSchecken" eine 20-Liter-Kanne nicht annähernd füllen wollten, so erhöhte er das thatsächliche Milehquantum von ca. 2*/j Liter durch Wasserzusatz auf etwa 16 Liter; die ange­stellte Untersuchung ergab einen Wassergehalt von 83%. Nachdem der eifrige Lieferant schon mehrmals gewarnt worden war, erstattete der Vorstand der Molkerei Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und der WarneKnoblauchsmilch" gilt seitdem in unserer Gegend als Bezeichnung für starke Mil'ch- verdünnung.

ko. Darmstadt, 9. Febr. Auf besonderen Wunsch der

geschiedenen Großherzogin soll die Erziehung der Prin­zessin Elisabeth von Hessen in durchaus deutschem Geiste und im Sinne ihrer hessischen Heimat weitergeführt werden. Dies soll auch geschehen, wenn die Prinzessin außerhalb der rot-weißen Grenzpfähle weilt.

Darmstadt, 9. Febr. In Spandau wurde der Hoch­stapler Carlo Bordato verhaftet, als er in der Uniform eines badischen Offiziers neue Schwindeleien begehen wollte. Das Feld seiner Thätigkeit waren Berlin nebst Vororten, ferner Darmstadt, Frankfurt a. M., Mannheim 2c., wo er als Offizier auftrat, um insbesondere Waren zu erschwindeln und Hotelwirte zu betrügen.

Heppenheim, 8. Febr. Leutnant Gieß, der in der Umgebung von Heppenheim schon viele.römische Nieder­lassungen, Straßen ?c. au sa., ist es nach verschiedenen v.uiersi'chungeu in der Iji.jige.i Gemarkung gelungen, in diesen Tagen eine alte römische Bergstraße, die am Fuße des Gebirges von Süden nach Norden führt, auf- zufiudeu. Damit ist das römische Straßennetz, welches die hiesige Gegend durchzog, beinahe vollständig erkannt.

Vermischtes.

* Hochwasser und Schueestürme. Die Nidda und Nidder haben wiederum, wie man uns schreibt, große U e b e r s ch w e m rn u n g e n verursacht- Auch das Hor­loff- und Wetterthal sind stellenweise überschwemmt. Ebenso haben Schneefälle und Regengüsse c.i schnelles Steigen der Kinzig veranlaßt, die über bic User getreten ist unb große Wassermassen dem Main zuführt. Auch von dem oberen Main wird ein Steigen des Wassers gemeldet- Auch die Mosel steigt stündlich um vier Zentimeter; am Samstag Nachmittag betrug der Wasserstand in Trier 4,10 Meter. Inzwischen ist aber wieder Frostwetter einge­treten und jebe Hochwassergefahr beseitigt. Während wir in Gießen heute früh 3 Grad Kälte hatten, liegt Berlin heute in Schnee, der auch in der Provinz Han­nover so stark niedergegangen ist, daß z. B. in t her Gegend von Osnabrück Verkehrsstörungen eingetreten sind. In Südtir 0 l tobt ein anhaltender Sturm. An vielen Orten liegt dort der Schnee meterhoch. Das Unwetter hat großen Schaden angerichtet. Bei Molina wurden durch eine Schnee­lawine zwei Personen verwundet. Auch aus Spanien kommen wieder Sturmnachrichten. Ein heftiger Sturm zer­störte in Muocia mehrere Häuser, zahlreiche Personen er­litten Verletzungen. Der Ebro ist an mehreren Stellen ausgetreten und hat großen Schaden angerichtet.

* U l m, 8. Febr. Zwischen einem pr e u ßi s ch e n Ober­leutnant der Artillerie und einem bayerischen Jnfanterieleutnant fand ein Pistolenduell statt- llwsterer wurde schwer verletzt.

* Newy 0 rk, 9. Febr. In Paterson (New-Aersey) wurden durch eine Fe u e r s b r u n st, die durch den heftigen Wind rasch weiter verbreitet wurde, das Rathaus, das Telegraphenamt und zahlreiche Gebäude der Hauptstraße der Stadt zerstört. Der Schaden wird auf 12 Millionen Dollars angegeben. Bei einem heute früh in St. Louis ausge­brochenen Brande, durch den ein Hotel eingeäschert wurde, ind 10 P e r s 0 n e n u m s L e b e n gekommen und mehrere verletzt worden.

Kaiidwirtschast.

Der Deutsche L a n d w 1 r t s ch a s t s r a t hat seine Sitzungen am 8. d. M. in Berlin abgeschlossen. Er hat noch verhandelt über die Bedeutung Der landwirtschaftlichen Bevölkerung für die Wehrkraft des Reiches und eine genauere Statistik verlangt- Er hat den Reichskanzler ersucht, das Material der Ersatzbehörden, das über alle diese Punkte Auskuiift giebt, den statistischen Zentralstellen zur fortlaufen­den Verarbeitung und Veröffentlichung zu überweisen. Der Erwägung anheimgestellt bleibt die Veranstaltung einer En­quete über die Ergebnisse des Ersatzgeschäftes in mehreren als typisch zu erachtenden landwirtschaftlichen, slädlcscheu und industriellen Bezirken des Reiches unter Berücksichtigung )cr dort obwaltenden Erwerbs- und Wohlstandsverhältnisse. Tann wurde über die Thätigkeit der Kommission für Eis e n- bahn tarifwesen berichtet und eine Reihe von Wünschen betreffs der Ausführungsbestimmungen zum Fleisch- bescyaugesetz formuliert, darunter auch, daß von Neichs- wegen Konservenfabriken für die Marine errichtet werden ollen. Die Ausführungsbestimmungen liegen dem Bundes­rate zur Zeit vor.

Gerichlssual.

Paris, 8. Febr. Gutem Vernehmen nach be­willigte die französische Regierung die Auslieferung des früheren Direktors der Kasseler Trcbertrocknungs-Gesell- schafr Schmidt. o

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Hamburg, 10. Febr. (PriviUtel. desGieß. Anz.") Die Hypothcleubank genehmigte die vorgeschlagene Dividende von 8 Prozent und erledigte die Tagesordnung ohne Debatte. Die Dividende kommt mit Mk. 60 für die Aktie von Mk. 750 (Nr. 1- 10 000), mit Mk. 120 für die Aktie von Mk. 1500 (Nr. 10 00119000) vom 10. d. M. ab au den bekannten Zahl­stellen zur Auszahlung. Zn den Aufsichtsrat wurde Dr. Fer­dinand Bcrlö, in Firma Marcus Berd' u. Co., in Wiesbaden, ueugewählt.

Gelsenkirchener Bergwcrtsverciu. Nach dem Jahres­bericht stellt sich der Rohgewinn inkl. Vortrag auf Mk. 19 558 796 (Vorjahr Mk. 20 744 916), welchem an Unkosten Mk. 11151428 (Vorjahr Mk. 11 268 227) gegenüberstehen. Für schwebende Ver­bindlichkeiten wurden Mk. ;>50 000 zurückgestellt. Von dem Rein­gewinn von Mk. 7 857 368 (Mk. 9 475 789) erhalten die Fonds Mk. 150 000; für Bergschädenansprüche werden wie im Vorjahre Mk. 1 Million zurückgestellt und an Tantiemen QJlf. 227 208 (Vor­jahr Alk. 255 789) bezahlt. Die Dividende beträgt bekanntlich 12 Prozent gegen 13 Prozent im Vorjahre. Tie Käpitalerhöhung nnrd damit motiviert, daß die notwendigen Schachtanlagen einen Kapitalaufwand von etwa 9 Millionen erfordern. Ta dieser Be­trag weder aus den Mitteln, nod) aus den Abschreibungen ent- nommen werden kann, kam man zu bent Entschluß, 6 Millionen Mk. neuer Aktien auszugeben. Ter Bericht hebt noch hervor, daß sich die Gruben in vorzüglichem Zustande befänden. Es unterliege keinem Zweiiel, daß bei ungestörtem Betriebe und vollem Absatz zu soliden Preisen die Leistunas- und Ertragsfähigkeit gesteigert werden könnten. Wenn alle diese günstigen Voraussetzungen auch bei den anderen Werken ein treten, so darf man darauf rechnen, daß sie ebenfalls prosperieren. Zu befürchten ist nach Lage der Ver- hältnisse nur, daß die Zeit nicht all das bringt, was man von ihr erwartet.

Getreide. Zwar ließ die schwankende Haltung der amerikanischen Märkte noch (eine lebhafte Kauflust aufkommen, doch waren bre Umfaße rm Laufe dieser Woche etwas größer als in den

vorhergehenden Wochen. Amerika, Rußland, Rumänien und Argentinien haben ihre Forderungen fest behauptet, teilweise sogar etwas - erhöht. Roggen fester. Gerste Futtergerste behauptet, Braugerste fest und höher. Hafer test und preishaltend. Mais unverändert. Tie heutigen Notirungen sind: Redwinter 2 140 Mk. Kansas 2 139 Mk. Südruss. Weizen 133136 Mk. Laplata Weizen 138141 Mk. Rufs. Roggen 10sMk. Russische Futteraerste 102 Mk. Russischer Hafer 128143 Mk. Tonau Mais 103 Mk. Laplata Mais rye tertns 104 Mk. per Tonne cif Rotterdam.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 01. Februar. (Telcgr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche iNotierungen der heutigen Viehmarkt­preise. 3um Verkaufe standen 388 Ochseit, darunter 141 aus Oesterreich, 42 Bullen, darunter 6 aus Oesterreich, 686 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 300 Kälber, 239 Schafe und Sammel, 1047 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 1 Schaflämmer. ^Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Dualität 6769 Mk., 2. Oual. 6165 Ml., 3. Dual. 5659 Mk.; Bullen 1. Dual. 54 bis 56 Mk., 2. Qual. 5152 Alk.; Kühe 1. Qual. 5961 Mk., 2. Qual. 5658 Mk., 3. Qual. 4345 Alt, 4. Qual. 3234 Mk., 5. Qual. 3031 Mk. Kälber: 1. Qualität7880Pfg.,Lebendgewicht 4648 Pf., 2. Qual. 69ff2 Psg., Lebendgewicht4043 Pjg., 3. Qual. Schlacht­gewicht 6062 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 6062 Pfg., 2. Qual. 5458 P)g., 3. Qual. 4650 Psg.; Schweine 1. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 5300 Pfg., 2. Qual." 66 Psg., Lebendgewicht 52 Psg., 3. Qual. 58 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, bei-Kleinvieh mit« Markt: geräumt.

tc. Frankfurt a. M., 10. Febr. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 17.0000.00, Kur-hessischer Alk. 17.0017.25, La Plata Mk. 17.7518.00, Kansas Mk. 00.0000.00, Roggen (hiesiger) Mk. 14.2500.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.7516.50, Kleie Mk. 00.0000.00, Hafer Alk. 16.2516.50, Mais Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 25.5026.00, 2. Qualität Mk. 23.50 bis Mk. 24.00, 3. Qualität Mk. 21.5022.00, Roggenmehl 0 Mk. 22.5023.00, 1. Qualität Alk. 21.2521.50, Weizentleie Mk. 8.50 bis Mk. 8.75, Roggenkleie Mk. 9.259.50, Maiskcime Mk. 9.50 bis Alk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

Emgcsmidt.

(Für Form und Jnhatl aller unter Vieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Nochmals Confetti!

Um auf den vorgestrigen Aufsatz an dieser Stelle zurückzu- kommen, muß ich gestehen, daß, trotzdem wir unter dein Szepter des Prinzen Karneval stehen, jene Zeilen ganz besonders durch ihre Narurwidrigkeit auffallen mußten. Ich würde hier gerne auf die Fabrikation des Confetti eingehen, wenn nicht das Eingesandt gar zu sehr das Gepräge einer mißlungenen Reklame an sich hätte?) Obgleich die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß aufgelesenes Confetti wieder oerkaufsähig gemacht werden könnte, so fragt es sich doch, ob sich dies rentieren würde. Und wenn auch solches wirklich im Großhandel vorkäme, so finde ich es doch wenig sein und noch weniger angebracht, hiesige reelle Geschäfte durch jene Allgemein­heit zu verdächtigen. Hatte der Einsender beabsichtigt, vom sani­tären, oder anderen Standpunkt jene Warnung ergehen zu lassen, so hätte er es nicht nötig gehabt, sich hinter die geheimnisvollen drei X zu verstecken. Zur Beruhigung ängstlicher Gemüter sei aber- erwähnt, daß die Mischung des Consetti itod) nicht einmal durch den Großhändler erfolgt, dieses ist lediglich Sache des Fabrikanten. Uebrigens ist das Gemischte im Handel viel verbreiteter wie Ein­farbiges. Da sich absolut kein Grund für jene Behauptung finden läßt, so schwinden auch alle Bedenken bezügl. der sanitären oder- ästhetischen Seite. Hoffen wir also, daß alle Leser zu dem befriedi- geiiden Schluß kommen, daß verschiedenfarbiges Konfetti schon aus dem Grund vorznßiehen sei, weil es bei weitem mehr der Statur der Sache angepaßt ist.

Einer, der kein Confetti verkauft.

*) Hierin irrt sich der Herr Einsender. Der Urheber des ersten Eingesandts gehört hiesigen akademischen Kreisen an. D. Red.

In dem EingesandtGesundheitsbeten und Spiri- t ist en" in unserer Nr. 33, 4. Bl., sind einige unbedeutende Druck­ehler am Schlüsse mit untergelaufen: in der vorletzten Zeile steht Tütchen" stattKittchen", in Zeile 4 von unten:Es" statt(Sy** und Zeile 24 von unten:weil aber" stattweil eben".

§pielplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheater.

Opernhaus.

Dienstag, den 11. Februar, abends 7 Uhr.Tas süße Mädel." Schauspielhaus.

Tieiistag, den 11. Februar, abends 7 Uhr.Bürgerlich und rornaiitisch."

Krieskasten der Redalrtion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

H. Sie wlinschen eine Erklärung des AusdruckesZill- merc i", den Sie in unserem gestrigen Reichstagsbericht fanden. An sich interessiert diese Frage nur einzelne Versicherungsgesell- chasten. Bei der Zrllmer'schen Methode wird die erste Zahres- prämie zur Deckung der beim Abschluß der Versicherung entstan­denen Kosten (Abschlußprovision) ganz oder teilweise ausqezehrt, die Bildung der Prämrenrejerve daher verzögert und der Ausfall erst in einer Reihe von Jahren oder während der ganzen Tauer der Versicherung ausgeglichen.

Schifssimcheichten.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 8. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der ReichsPostdampfer ,Darmstadt", Kapitän E. Dewers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekoimnen.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Darmstadt, 10. Febr. Ein Kommunique des Finanzministers, das in derTarmst. Zig." veröffentlicht wird, erklärt, daß drmVorschlag des Finanzausschusses der Zweiten Kammer, das Budgetdefizit von rd. 1690 600 Mark unter Erhöhung einiger Einnahmen und weitgehender Streichung sogar produktiverAusgaben sowie Deckung des verbleibenden Fehlbetrags aus den Vermögensuberschuffen ruhcrer Jahre zu beseitigen, seitens der Regierung nicht statt- gegeben wer den tönne. Die Negierung hat zurBalanzieruug des Budgets die Erhöhung der Vermögenssteuer um 20 Pfg. für je 1000 Mk. Vermögen vorgeschlagcn

L. Darmstadt, 10. Febr. Ter Finanzausschuß der Ersten Kammer beantragte, entgegen dem Beschluß des Fiaiizaueschusies der Zweiten Kammer, die von der Negierung vorgeschlagene Einführung der Vermögenssteuer um 20 Pfg. für je 1000 Mk. Vermögen zu bewilligen, sodaß nur ein Teil des Fehlbetrages des Budgets für 1902 03, 881 509 Mk., aus dcu vorhandenen Ueberschussen gedeckt würde, während der Rest, 809 091 Mk-, durch die Steuer aufgebracht wurde.