Ausgabe 
7.4.1902 Zweites Blatt
 
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Großherzog und Gendarm. Aus Darmstadt

schlechtem

Alan be-

könnke.

Darmstadt, 6. April. Der Finanz-Ausschuß der 2. Ständekammer wird am. 10 ds. seine Beratungen aufnehmen und eine Anzahl dringlicher Vorlagen, insbesondere den Hof- tbeat er umbau, Vergrößerung des Polytechnikums re. 2c., erledigen. Ende dieses Monats soll denn auch die Zweite Kammer kurze Zeit zusammentreten. Die Stadt hat zu dem Goethe-Denkmalfonds, an dem noch ca. Mk. 5000 fehlen, Mk. 2000 (statt Mk. 200000) aufgebracht!

Darmstadt, 6. April. Prinz Albert zu Schles­wig-Holstein ist vorgestern abend zum Besuche am Großh. Hofe eingetroffen und wohnte mit den Allerhöchsten Herrschaften dem Feste im Offizierskasino des 1. Großh. Trag.-Regts. (Garde Dragoner-Regiments) Nr. 23 bei. Der Großherzog mit hohen Gästen begaben Sich heute zu einem Besuche des Großherzoglichen Hofes nach Karls­ruhe und kehrten um 8 Uhr abends hierher zurück. In Begleitung befanden sich Kapitänleutnant v. l^idy, Hof­dame Frln. v. Plänckler, Generaladjutant Oberst v. Wachter.

-k- Mainz, 6. April. Die Beseitigung der hie­sigen F e st u n g s w ä l l e ist im Kriegsministerium schon vor längerer Zeit beschlossen worden, nur bezüglich der Anlage der Außenforts war man in den Ressorts verschiedener Meinung. Zur Anlage dieser Außenforts haben im ver­flossenen Jahre in weitem Umkreise Vermessungen und Ab­steckungen stattgefunden. Eines dieser Außenforts soll aus dem Lerchenberg bei Gaubischofsheim erbaut worden. Der Kuriosität halber sei erwähnt, daß verschiedene Berliner Blätter sich von hier haben depeschieren lassen, der Militär­fiskus habe der Stadt Mainz das ganze freiwerdende Fest­ungsgelände zum Geschenk gemacht. Ein sehr schöner Ge­danke, aber man hat hier hinlänglich Erfahrung, um zu wissen, daß es ganz anders kommt. Aus Furcht vor einer Schulstrafe hat hier ein 13jähriger Junge einen Selbstmordversuch gemacht. Er hat sich mit einem Federmesser die Pulsader auszuschneiden versucht, wurde aber von seinen Eltern überrascht.

Mainz, 6. April. Folgende amüsante Kinder­geschichte spielte sich in einer Familie ab: Das 6jährige Karlchen liegt im Bette und spricht laut sein Nachtgebet. Da kommt sein kleines Schwesterchen und kitzelt ihn an den Fuß­sohlen. Karlchen, das sich nicht unterbrechen lassen will, zieht die Füße ein und verzerrt die Gesichtsmuskel, betet aber weiter. Das böse Schwesterchen jedoch giebt keine Ruhe. Da unterbricht Karlchen, das es nicht mehr auszuhalten vermag, plötzlich sein Gebet mit den Worten:Sieber Gott, ent­schuldige einen Augenblick; ich will nur der Tilly eine runterhauen!" Hierauf verabreichte es in aller Ruhe seinem Schwesterchen eine kräftige Ohrfeige und spricht sein Gebet zu Ende.

Frankfurt, 6. April. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde von Rangierern des Güterbahnhofes ein junger Mann, welcher mit einem Mädchen auf dem Heimwege sich befand, überfalle n und schwer miß­handelt, das Mädchen dagegen vergewaltigt. Zwei Rangierer, Wagner und Macherau, sitzen bereits hinter Schloß und Riegel. Beide find verheiratet.

Frankfurt a. M., Gestern kam Prinz Heinrich von Preußen, der seit einiger Zeit in Darmstadt weilt, mit dem Rad hierher. Er nahm bei seinem Schwager, dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen, Wohn­ung und stattete gestern der Landgräfin einen Besuch ab. Heute abend kehrte er nach Darmstadt zurück. In der Brauerei Reutlinger wurde der 25 Jahre alte Maschinist Heinrich Karg, der einzige Sohn und Ernährer seiner Mutter, durch ausströmenoen Dampf derart verbrüht, daß er an den erlittenen Verletzungen starb. In Bocken- heim wurde das aus der Straße spielende 4 Jahre alte Töchterchen der Familie Kamp von einem Flasch enbier­wagen t o t g e f ah r en. Einen frechen Raub an fall verübte gestern mittag gegen 12 Uhr in der Palmstraße der 20 Jahre alte Kommis Jean Kloß auf den Kaufmanns­lehrling Jofepf Krebs. Letzterer trug eine Ledermappe. Plötzlich trat der elegant gekleidete Wegelagerer auf ihn zu, setzte ihm einen Dolch auf die Brust und nahm ihm die Mappe ab, in der er Wertpapiere vermutete. Nachdem er sie durchsucht und nichts gefunden hatte, warf er die Mappe auf die Straße und gab Fersengeld, da der Neberfallene inzwischen um Hilfe gerufen hatte und Leute herbeieitten. Ter Räuber reterrerte in die Günthers ? Brotfabrik im Herme § weg und wurde dort

Der Erfolg der russischen Anleihe wird nun in einer großen Anzahl von Fachartikeln einer Kritik unterzogen. So schreibt ein Berliner Blatt, daß es gegen das Interesse der russischen Re­gierung wäre, wenn sie sich durch das Zeichnungsresultat zu einer Heberschätzung ihres Kredits verleiten ließe. Auch die Macht der Bankwelt soll man auf Grund solcher Riesenziffern nicht über­schätzen. Die enormen Zeichnungen haben mancherlei Nachtelle im Gefolge. Erstens wird dadurch das Zutellungsgeschäft aufs äußerste erschwert und dann ist es nicht zu umgehen, daß dabei auch ganz serieuse Subskribenten unberücksichtigt bleiben. Diese er­zeugt Unzufriedenheit und ist nachteilig für künftige Subskriptionen. DieF. Z." meint übrigens auch, daß sich Rußland keiner allzu­großen Heberhebung in Bezug auf seinen Staatskredit hingeben möge. Der starke Andrang zur Subskription sei in der Hauptsache der Thatsache zu danken, daß der Zeichmrngspreis gegenüber den Kursen der übrigen russischen Anleihen eine ansehnliche Marge bot; der einem höheren Emissionskurse würde das Interesse offenbar weit weniger stark gewesen sein. Auch regt das Blatt die Frage der Umgestaltung des Zeichnungsmodus wieder an, giebt aber keine Ratschläge, wie es anders als bisher gemacht werden

vmnussichtlich die Einladung annehmen. Vertreter sämt-l sitzer wird in den günstig gelegenen, ausgedehnten Räumen barin betrieben- Geschäft in größerem Umfangt tzb". 6. April umringt v°n Angehörigen und b°- falls der Eröffnung der Ncwyorker Handelskammer bet- gluckwunscht von Freunden und guten Bekannten aus Nah zuwohnen, die im Oktober erfolgen soll. und Fern, vollendet heute Lehrer Loos hur sein acht-

--1"! zigstes Lebensjahr. Wie bei der Feier des sechzig-

Aus Stadt und Land. jährigen Dienstjubiläums, so fühlt sich der Jubilar auch jetzt

ßiipfipn 7 9rnt4r 1Qn9 noch körperlich rüstig und geistig frisch, beneidenswert wegen

** p,L ' a + t i I seines nie erlöschenden urwüchsigen Humors. Noch immer

»mnn ^^°"°tnachnchtm. Der Großherzog hat dem Haupt- Schulzepter m sicherer Hand haltend, ääij(t ta

I°'th-r Oberleut- würdig- Veteran, der älteste aktive Lehrer des engeren f°st di- gesamte Einwohnerschaft unseres

nlLffnr in gxws Wirft Tft'rft ft Cft wurde ein hoher Pachtpreis erzielt, nämlich pro

DiLeb^g^ 7OST% Konkurrenten

r cvn - - waren erschienen, em Herr aus Frankfurt a. M. und em

mit WchrnehnmnglW des Fürsten Jsonburg-Birstein. Pächter wurde

beauitraat jeböct) wieder eme Jagdgesellschaft aus Freiensteinau.

* ßhrtttAprüfft»* mltMk . . - . , Vom höheren Vogelsberg, 6. April. Die Preise der

Jahresseft am Sonntag, den 15. und Montag, den 16. Ium Mark, früher dagegen 35 bis höchstens 40 Mark. Auch

'** Marine-Verein. In der am ©amStagabenb Zp^ ?as Ptzmd

abgehaltenen Generalversammlung, die sehr stark besucht Schlachtgewicht kostet 60 bis 62 Pfennige, Lebendgewicht war, wurden die Kameraden Koch zum ersten Vorsitzenden, 45 bt§ 47 Pfennige pro Pfund.

.Ohr zweiten Vorsitzenden, Krauße, Schriftführer, Handloser^ soll. Darmstadt, 7. April. (Tel.-Meldung des Rechner, Braun und Schmidt II. zu Beisitzern in^den Vor-Gieß. Anz.") Die Lehramtsassessoren Jakob Reuter stand gewählt. Das 10jährige Stiftungsfest soll bestimmt und Dr. Ehr. Waas in Alsfeld wurden zu Oberlehrern im kommenden Herbst gefeiert werden. Tag und Lokal an der dortigen Realschule, sowie der Revisionsgehilfe beider fbf?9efttzt werden. Es soll ein Patriot:- Oberrechnungskammer Heinr. Peppler aus Wies eck zum sche Fes größeren Stiles werden. Oberrechnungsreoisor bei der 2. Justisikatur der Oberrech-

wird ber | nung§tämmer ernannt; ferner wurde der Forstmeister Otto

Zur ungarischen Konversion. Hebet den Stand dieser An- gelegenhell teilen wir der Vollständigkeit halber mit, daß vielseitig geglaubt wird, die Konversionsvorlage werde im ungarischen Par­lament auf Opposition stoßen. Die Sache fängt nachgerade an herzlich langweilig zu werden. Hebrigens wird von anderer Seite mitgeteilt, daß zwischen dem 20. und 25. April der erste praktische Schritt zur Durchführung der Konversion gethan wird.

Schaaffhauseuscher Bankverein. In der am Samstag tattgehabten ordentlichen Generalversammlung fanden alle Punkte der Tagesordnung die einstimmige Genehmigung. Die Errichtung einer Niederlassung in Düsseldorf steht in nächster Aussicht. Von der Interessengemeinschaft mit der Pfälzischen Bank scheint offiziell nicht die Rede gewesen zu sein.

Getreide. Unsere Mühlen hatten sehr über schlechten Mehl­absatz zu klagen und beschränkten daher ihre Käufe auf das Not­wendigste. Außerdem verstimmte auch die matte Haltung der amerikanischen Märkte. Nachdem aber von keiner Seite das An­gebot dringend war, konnten sich sowohl die amerikanischen als auch die russischen Forderungen behaupten, während Argentinien heute sogar bei knappem Angebot 1 Mk. pr. Tonne höher ist als vor acht Tagen.

Kraftfuttermehl. Die Stimmung im Futtermittelmarkt bleibt eine ruhige; für greifbare Ware zeigt sich noch fortdauernd Bedarf, während die Meinung für Abschlüsse auf spätere Lieferung etwas besser geworden ist. Tas Angebot für die nächste Saison ist allerdings noch immer recht spärlich; Frankreich zeigt sich mll Ver- t auf en von Erdnußkuchen sehr zurückhaltend, während vonAmerlla Offerten überhaupt fehlen. In guter Frage bleiben Cocoskuchen,

auf der Bildfläche und donnert dem vorausfahrenden Groß­herzog em energischesHalt! Absteigen!" entgegen. Der Großherzog stieg folgsam ab und gab auf die ebenso energische Frage des Hüters der öffentlichen Ordnung:Wer sind Sie?" die Antwort:Ich bin der Großherzog von Hessen. Damit Sie aber nicht auch noch die nachfolgenden Herrschaften abfteigen lassen, teile ich Ihnen mit: das sind der Prinz und die Prinzessin Heinrich von Preußen!" Der Gendarm salutierte:Königliche Hoheit! Gesetz ist Ge­setz!", zog die Brieftasche heraus und schrieb den Groß­herzog auf. Die Uebertretung der Fahrordnung kostet für gewöhnliche Sterbliche 7 Mark.

g. Woher der NameAnnerod" kommen soll. Vor vielen hundert Jahren, als drüben in Welsch­land der Krieg tobte, zog.es auch manchen deutschen Reiters­mann dorthin, um Kriegsdienste zu nehmen, wobei er sich Ehre, Geld und Gut zu erwerben hoffte. Unterdessen saßen daheim Weib und Kind in Not und warteten vergebens auf Ihren Ernährer, der gar oft nie wieder zurückkehren sollte. Im engen Thale, begrenzt von der Höhe des Schiffenberges und der Höhe im damaligenWiesecker" Wald, die heute der hohe Wartturm ziert, wohnte ein Lehnsmann der Schiffen-^ berget Commende. Er nährte sich redlich mit Weib und Kind von den Erträgnissen, die ihnen der rauhe Boden abwarf j und von der Zucht der Herden, die das fruchtbare Wiesen-! thal nährte. Aber das Kriegshandwerk, das leichteren und größeren Verdienst versprach, führte unfern Kunz aus seinem friedlichen Thale davon. Vor seinem Wegzug hatte Kunz das mühsam ersparte Gut unter einer alten Buche vergraben, um es sicher zu bergen während seiner Abwesenheit. Jahre vergingen; aber Kunz kehrte nicht zurück. Sein armes Weib verzehrte sich in Gram über den verschollenen Mann, nur mit Mühe ihr Dasein fristend, im harten Kampfe, sich und ihre Kinder zu nähren und sich zu wehren gegen die Be­drängnisse feindlicher Nachbarn. Die Not der Armen wuchs von Tag zu Tag, und Hunger war gar oft bei ihnen Gast, denen es manchmal am täglichen Brot fehlte. Ver­zweifelnd durchschritt Frau Anna den nahen Wald, ihr herbes Geschick beklagend. Laut hallten ihre jammernden Worte im Thale wieder. Da ist's ihr plötzlich, als vernehme sie eine Stimme:Anna, rode!" Sie eilt nach der Stelle hin und bleibt vor einer Buche stehen, wo sie die Worte zu vernehmen glaubte. Eine hehre, engelsgleiche Gestalt wähnt sie hinter der Buche zu sehen, die ihr mild zuspricht: Hier unter dieser Buche, Anna, rode!" Das arme Weib, holt Hacke und Karst und macht sich an die Arbeit. Ihre Mühe ist reichlich belohnt; an der Wurzel der Buche findet sie einen Topf von Gold. Dankerfüllt sinkt sie auf ihre Kniee und gelobt, an der Stelle, wo sie des Himmels Botschaft vernommen, eine Kapelle zu bauen. Frau Annas Not und der Ihren hatte ein Ende durch den gefundenen Schatz. Durch Fleiß sieht sie bald ihren Besitz sich mehren. Ihr Gelübde hielt sie treulich. An der Stelle, wo sie des Engels Stimme vernommen, baute sie eine Kapelle und nannte sieAnnarode". Die wunderbare Mär verbreitete sich überallhin; sie zog andere Ansiedler heran, die gern bei dem heiligen Orte wohnen wollten. So entstand ein Dörfchen, das heute noch den NamenAnnerod" führt.

Butzbach, 5. April. An der hiesigen Realschule ist eine neue Stelle für einen akademisch gebildeten Lehrer errichtet nnb dem Lehramtsaecessisten Dr. Strecker in Gießen über­tragen worden.

-h- Sichenhausen, 4. April. Diese Woche fand im hie­sigen Gemeindewald die Nutz- und Brennholzversteige- rung statt. Die Preise waren gegen voriges Jahr gedrückt. Fichtenstammholz wurde im Durchschnitt mll 2122 Mark per Festmeter, erstklassiges Scheitholz mit 45 Mark per Raummeter, Fichtenreisig mit 2,25 Mark, Buchenreisig mit 60 Pfennigen per Raummeter verkauft. Das Tiefbauamt der Stadt Frankfurt hat abermals eine Bohrmaschine in die Nähe unseres Dorfes bringen lassen. Man ist der Ansicht,! daß der Bau einer Thalsperre verwirklicht wird.

-i- Selters (bei Ortenberg), 4. April. Der Kaufmann Jost verkaufte heute seine Hofraithe mit angrenzenden Gärten und Bauplätzen für den sehr geringen Preis von 20000 Mk. an Kaufmann Stark aus Niederflorstadt. Der neue Be-s

Ä @ef^tcn * »ar

Am zwecken Ostertag fuhr Großherzog Ernst Ludwig H^bera verlebt mck einigen feiner Gäste per Rad bei ziemlich J y

Wecker die Heidelbergerstraße gegen Eberstadt zu.

nützte an einer bestimmten Stelle den Fußweg, der für R a d -

Wahrer verboten ist. Plötzlich erscheint ein Gendarm

Kunst und Wissenschaft.

Newyork, 6. April. Mareoni traf mck dem Bankier Morse von der Financiersgruppe Morgans ein Abkommen, das die Ab­tretung aller Rechte für dte Funken.telegraphie in Amerika vorsieht. Das vorläufige Kapital der neuen Gesellschaft beträgt 6 Millionen Dollars.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berlin, 5. April. Die Generalversammlung der Elektrischen Hoch- und Hntergrundbahn beschloß die Erhöhung des Aktien­kapitals um 10 Millionen Mark. Von diesen Aktien sollen 5 Mill, mit Dividendenberechtigung vom 1. Januar 1902 ab zu 110 Proz. zuzüglich der laufenden Stuckzinsen und weitere 5 Millionen mck Dwidendenberechtigung vom 1. Januar 1903 ab zu 106 Proz. den alten Aktionären angeboten werden, daß auf je 4 alte Aktien zwei neue und zwar je eine von jeder Kategorie entfallen.

Mannheim, 5. April. Wie dieN. B. Landesztg." meldet, ist die Lederfabrik Hartmeyer in Neckarsteinach mit nahezu 800000 Mark Verbindlichkecken Zahlungsunfähig ge­worden. Beteiligt seien hauptsächlich süddeutsche Firmen. Gnn Münchener Felllieferant, dessen Forderungen 200000 Mark betragen, hat sich aus Kummer über den drohenden Verlust er­tränkt.

Differenzen zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten. DasB. T." will wißen, daß an der gedrückten Sckm- muiig, die nun schon seit einiger Zeit an den deutschen Börsen be­steht. nicht zum geringsten Teil die Verstimmung, die zwischen der deutschen Regierung und der der Vereinigten Staaten herrscht, einen wesentlichen Anteil habe. Die Vereinigten Staaten drohen, Deutschland mit Repressalien, weck es den Import, der mit Bor­säure behandelten Fleischwaren verhindert.

Zur Börseugesetzreform. Heber den Stand dieser Ange­legenheit hört man, daß der Bnndesrat sich für eine ziemlich un­veränderte Annahme des preußischen Entwurfs entschieden haben soll und bann, daß Graf Posadowsky auf seiner Reise burch die Bundesstaaten eine Verständigung wegen des Entwurfs berbeige- führt hat. Nun bietet der preußische Entwurf den Börfenleuten nur sehr wenig und aus allem was man darüber hört, will man die Einbringung ber Vorlage so lange wie nur möglich hinaus- zögern, auch von dem Schicksal der Zollvorlage abhängig machen, so daß schließlich für die Börse so viel rote nichts herauskommt.

Neue Auleiheu. Am 9. d. Mts. findet die Subskription auf 5 Millionen Mark 3V-proz. Bochumer Stadtanleihe zu 98.90 Prozent statt. Der Stadt Bad-Nauheim ist die Genehmigung zur Ausgabe von 1 Mill. Mk. 3 /,proz. Anleihe erteilt morden. Die Dampfschifffahrts-GesellschaftHansa" hat die Erhöhung des Mtienkapitals um 3 Millionen auf 18 Millionen Mark beschlossen. Die Zeichnung auf 14 Millionen Mark 3i/e= proz. Württembergische Staats anleihe findet am 10. d. Mts. an den süddeutschen Haupchlätzen zum Kurse von 100.15 Proz. statt. Die Anleihe ist selbstverständlich erster Gute, aber unseres Erachtens etwas teuer.

schließlich im Speiseaufzug gefunden. Gefesselt wurde er der Polizei übergeben.

fc. Hanau, 6. April. Durch die Blätter ging eine Mitteilung, wonach Landgraf Alexander von Hes­sen am Hofe zu Cettinje weile, um sich mit einer mon­tenegrinischen Prinzessin zu verloben. Nach Erkundig­ungen, die man auf Schloß Philippsruhe eingezogen Hai, ist daran kein wahres Wort. Landgraf Alexandere wurde lediglich durch schlechtes Wetter einige Tage in Cettinje festgehalten und ist bereits nach Livadia ab* gereist, von wo er sich nach St. Petersburg begiebt. Land­graf Alexander ist ein treuer Anhänger der evangelischen: Kirche. ___________

Universitäts-Nachrichten.

Berlin, 5. April. Durch Verfügung des Polizei- Präsidenten sind 2 8 Studenten aus Preußen aus- gewiesen worden. Es handelt sich um Hörer der technischen Hochschule, der Hniversität und der landwirtschaftlichen Hoch­schule. Zehn der Ausgewiesenen gehören dem polnischen Adel an. Außerdem sind noch zwei Studentinnen, aus Warschau stammend, ausgewiesen worden.

Dem Hnioersckätskurator in Halle, Geh. Ober- Regierungsrat D. Dr. Schrader, ist bei seinem Scheiden- aus dem Dienste der Charakter als Wirklicher Geheimer Ober-Regierungsrat mit dem Range eines Rates erster Klaffe verliehen worben. Da Geh. Rat Schraber erkrankt ist, mußte bie ihm zu Ehren von den Beamten der Hniversität Halle geplante Abfchiebsfeier verschoben werben.

In M ü u eh e u ist Professor Dr. Hans Buchner, Vor­steher des Hygienischen Instituts, gestorben. Buchner war am 16. Dezember 1850 zu München geboren und als Bak­teriologe bekannt.