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7.4.1902 Zweites Blatt
 
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Montag 7. April 1002

ISS. Jahrgang

Zweites Blatt

7Z2

Die heutige Kummer umfaßt 10 Seiten

vertreten

schwaders

aus Anlaß der Krönung des Königs von England wird Deutschland aus Wunsch Englunds ebenso, wie die übrigen Möchte nur durch ein Linienschiff sein. Es wird also nur das .Flaggschiff des Ge, , des Prinzen Heinrich die deutsche Flagge bei der Flotten-

GietzeimAnzeiger

" General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Verantwortlich: für den polit. u. atlgem. Teil: P. Wlttko: Mr .Stadt und Vanlr und (Üerlchtsfaal":R.Dltt» mann; für den An­zeigenteil: Hanß Beck.

Deutsches Reich.

Berlin, 6. April. Der Kaiser hörte gestern im Schlosse die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarine- amts und des Chefs des Marinekabinetts und nahm die Meldung des mit der Führung des 18. Armeekorps beauf­tragten Generalleutnants v. Braunschweig entgegen.

Tas Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichen­laub wurde dem General der Infanterie z. T. v. Amann, bisher Gouverneur von Thorn, verliehen. Der Direktor der Hauptverwaltung der Staatsschulden Präsident v. H o f f- m a n n wurde zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Excellenz ernannt. Der Flügeladjutant Kapitän zur See v. Usedom erhielt den Orden pour le merite für seine Beteiligung an der Belagerung von Tientsin und am Zuge des Admirals Seymour nach Peking. Der bish. Konsul in Galatz großh. Hess. Kammerherr 2r. jur. Joseph v. Löhr wurde zum Wirkt. Leg.-Rat und Vortragenden Rat im Auswärtigen Amt ernannt

Die Nachricht, daß der Vize-Admiral Bendemann zum Chef des Admiralstabes ausersehen sei, ist nach der Nat.--Ztg." unbegründet

Bei der internationalen Flottenrevue

Nr. 80 erscheint täglich auher Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien-, blätter viermal in der Woche beigelegt

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'fchen Univerf.-Bnch'U.Stein- drnckerer (Pietsch Erbens RedakNon, Erpedttion und Druckerei:

Schulst raße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Metzen.

Fernsprrchanfchluß Nr. bl.

Ausland.

Paris, 6. April. Präsident L o u b e t, der das Oster­fest mit seiner Familie in Montslimar verlebt hat, ist heute früh 9 Uhr hier wieder eingetrosfen. Als er den Bahnhof verließ, um sich nach dem Elysöe zu begeben, trat ein Mann an seinen Wagen heran und sagte:Ich verlange Gerechtigkeit". Ter Mann, welcher einen geladenen Revolver bei sich trug, wurde sofort ver­haftet, es ist ein Buchhalter namens Sourne, welcher an Verfolgungswahn leidet. Mit dem Revolver wollte er, wie er erklärte, sich selbst erschießen.

Madrid, 6. April. Eine vom Finanzminister ein«* gebrachte Gesetzesvorlage sieht vor, daß der Staatsschatz der Bank von Spanien in einem Zeitraum von zehn Jahren den Betrag dec bei derselben schwebenden Schuld zurückzahlt.

Rom, 6. April. Der Papst empfing das Kollegium der Kardinäle, dessen Dekan Oreglia die Glückwünsche zum Pontifikaljubiläum darbrachte. Der Papst dankte in kurzen Worten und unterhielt sich sodann mit den einzelnen Kardinälen.

lieber eine Spionenaffaire wird berichtet: Vor dem Kriegsgericht Spezia beginnt demnächst der Prozeß gegen den Schifssleutnant Bonacorsi wegen Hochverrats. Bonacorsi wird beschuldigt, gegen Bezahlung einer sehr bedeutenden Summe die Pläne der Insel- f e st u n g M a d d a l e n a an den Agenten eines fremden Staates (Frankreich) ausgeliefert zu haben. Die Flottenstation Maddalena liegt im Norden von Sardinien, hart neben der kleinen Ziegeninsel G. (varibaldis; sie gilt als strategischer Punkt ersten Ranges; denn sie sperrt nicht nur hermetisch die Straße von St. Bonifazio und bedroht direkt ganz Korsika, sondern schützt als weit vor­geschobene Seesestung auch die ganze Westküste Italiens.

Wien, 6. April. Gestern wurde der den deutschen Botschaften in Wien und Roin zugeteilte Marine-Attachä Korvetten-Kapitän Reinhard Koch vom Kaiser in Audienz empfangen; Korvetten-Kapitän Koch überreichte dem Kaiser ein Geschenk seines Monarchen; eine Separatausgabe der vergleichenden Schiffstypentabellen, die Kaiser Wilhelm eigenhändig angefertigt hat.

In Regierungskreisen spricht man viel von Kör­bers Amtsmüdigkeit und meint, der in der Frage des Ausgleichs mit Ungarn vorauszusehende Sieg ber Ungarn auf der ganzen Linie würde ihm Anlaß zum Rücktritt bieten.

Belgrad, 5. April. Ter König nahm die Demis­sion des Finanzministers Popow itsch an; Handels­minister Milowanowitsch übernahm das Portefeuille der Finanzen.

Konstantinopel 6. April. Nach Ipek, wo, wie gemeldet, Unruhen ausgebrochen sind, wurden zwei Bataillone abgefanbt. Eingetrosfenen Nachrichten zufolge ist der Verkehr mit Mitrooitza und Novibazar seit dem 2. April gestört. In beiden Städten herrsche Panik, die Bazare seien gesperrt. In Novibazar flüchtete der Kai- makam in die Eirabelle. Der Konak und bas Telegraphen­amt seien burch bie Aufständischen besetzt. General Schunsi Pascha sei mit einem Kavallerieregiment von Pristina abgegangen, um die Ruhe wiederherzustellen.

N e w y o r k, 5. April. Es heißt, daß der P r i n z v o n Wales eingeladen werden wird, der Einweihungs­feier des neuen Handelskammergebäudes in Newvork beizuwohnen. Eine formelle Cintadung ist no ch nicht er­gangen; dem Vernehmen nach wirb jedoch ber Prinz

Hannover, 6. April. Ein Tiner der Stadt zu Ehren des 70. Geburtstags des Feldmarschalls Grafen Walder see findet am Montag statt. Arn Geburtstage (8. April) wird die Garnison dem Feldmarschall durch Konzert der Militärmusiken eine Ovation bereiten. Die Regimenter werden burch Deputationen gratulieren.

Karlsruhe ,6. April. Prinz unb Prinzessin Hein­rich sowie ber Groß Herzog von Hessen finb heute abenb 5.45 Uhr von hier roieber abgereift. Zur Verab- schiebung hatten sich auf dem Bahnhofe der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin, Prinz Max, sowie ber preußische Ge­sandte von Eisenbecher eingesunben.

Der Staatssekretär bes Reichsamtes des Innern Graf v. P o s a d o w s k y traf heute mittag hier ein unb weilte nachmittags beim Staatsminister v. Brauer. Heute abenb wirb er im Schlosse vom Großherzog empfangen. Es fand im Großh. Schlosse Tafel statt, an ber u. la. die Minister teilnahmen.

Stuttgart, 6. April. Bei den Konferenzen zwischen dem Grafen Posadowsky unb den leitenden Stellen ist ein gleiches Einvernehmen erzielt worden wie in München. Man ist auch in Württemberg mit der Reichs­regierung darüber völlig einig, daß ein Abweichen von dem in der Frage der Getreidezölle ein­genommenen Standpunkt gänzlich ausge­schlossen ist. Die Interessen Württembergs und seiner Bevölkerung sind mit einer einseitigen Behandlung der Zollfrage im agrarischen Sinne durchaus unvereinbar. Das in der Presse verbreitete Gerücht, als hätte die Mission des! Grasen Posadowsty darin bestanden, die süddeutschen Sie* gierungeu in der Richtung eines Zugeständnisses an den Kom­promißantrag der Rechten zu beeinflussen, wird von bester Seite als jeder Begründung entbehrend bezeichnet.

Dem Landtage ist ein Gesetzentwurf zugegangen, der die Neuorganisation des V o l k s s ch u l w e s e n si bezweckt. Darnach sollen zu der B e z i r k s s ch u l a u f s i ch t, die bisher ausschließlich in den Händen der (Geistlichen lag, künftigyin in beschränktem Umfange auch Schulmänner zugelassen werden.

diese auf, mit den Buren einen gerechten unb ehrenhaften Frieden zu schließen und im Falle eines Scheiterns der Friedensverhandlungen die Vorschläge der Mächte anzu- yören, die auf Grund der Haager Konvention ihre Ver­mittelung anbieten.

Laffans Bureau meldet aus Newyork: Die Entdeckung eines britischen Spions, der unter der Maske eines Burensendlings Kapitäns Louis Devilliers reifte, erregt großes Aufsehen. Am schwersten täuschte er die irisch-nationale VereinigungClan-Na-Gael", die den vermeintlichen Gegner Englands auf seiner Reise durch die Vereinigten Staaten ait vielen Orten als gefeierten Gast behandelte. Devilliers hielt auf seiner Reise verschiedene englandfeindliche Reden und deutete an, er sei beauftragt, britische Transporte zu zerstören. Er behauptete ferner, iiie britische Regierung habe auf seine Festnahme einen Preis von 15 000 Dollars ausgesetzt. Devilliers wußte Ein­blick in die Pläne des Burendelegierten Pearson zu ge­winnen. Der gegenwärtige Aufenthalt des Devilliers ist unbekannt.

Bei der ersten Vorstellung des deutschen Zirkus Schu­mann in Prag kam es am Samstag abend zu england- eindlichen Demonstrationen. Bei der Vorführung des Bildes des Königs Eduards mittelst des Kosmographen begann das ganze Haus zu zischen und die Aufregung legte sich erst, als das Bild Kaiser Wilhelms erschien.

revue zeigen.

In derPhilharmonie" fand gestern abend unter zahlreicher Beteiligung ein Bismarck-Kommers statt. Tie Gedenkrede hielt Professor Heyk.

In den Verhandlungen Deutschlands mit Venezuela ist, derPost" zufolge, eine Panse ein­getreten. Tie Abreise der deutschen Schiffe von ber dortigen Küste erfolgte aus klimatischen Rücksichten.

Tüfseldorf, 6. April. In der Ausschußsitzung des Vereins zur Wahrung ber gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rheinlanb unb Westfalen würbe u. a. auf bie Wichtigkeit ber am 11. unb 12. April in Berlin statt­find enben Versammlung bes Zentralverbandes deutscher Industrieller in Sachen des Zolltarifes hingewiesen und vor allem betont, daß das Tirekwrium des Zentralver- bandes niemals den Beschluß gefaßt habe, sich für eine Erhöhung der Getreidezölle auf 6 M k. aus­zusprechen.

Vom Burenkrieg.

Tie letzten Verluste der Engländer auf dem südafri­kanischen Kriegsschauplätze sind viel größer, als man bis­her annahm. Wie ein Telegramm desReuterschen Bu­reaus" aus Pretoria meldet, betragen nach der amtlichen Liste der englischen Verluste in dem letzten Gefechte mit Telarey bei Dr ie kuil am 31. v. M. 3 Offiziere getötet, 16 verwundet, 24 Mann getötet, 131 verwundet. Tie Buren sollen 137 Tote unb Verwundete gehabt haben, das sind 37 Mann weniger als bei den Engländern. Ferner betragen die Verluste der Engländer bei Boschmanskop am 31. März 20 Tote und 56 Verwundete. Näheres von diesem Gefechte ist überhaupt noch nicht bekannt geworden. Endlich heißt es entgegen den Meldungen des Londoner Kriegsamtes in Brüsseler Burenkreisen, daß die Engländer bei dem Gefecht bei Hartriver wenigstens 250 Mann an Toten und Verwundeten gehabt haben. Von Gefangenen könne gar keine Rede sein, da dieselben von den Buren sofort wieder sreigelassen worden seien.

Nach Meldungen aus Pretoria find die Bemühungen Schalk Burgers, die im Felde stehenden Burenführer zur Annahme der Autonomie anstatt der vollen Un­abhängigkeit zu bewegen, resultatlos geblieben. Steijn, Dewet, De larey und Botha lehnen jedes Kompromiß ab und bestehen auf völliger Un­abhängigkeit.

Von Piet deWet, dem feigen und ängstlichen Bru­der des bekannten Burensührers Christian de Wet, giebt ein deutscher Freiwilliger, der lange auf Seite der Buren gekämpft hat, eine drastische Schilderung. Piet deWet, der unter demPantoffel einer energischen, aber nur für ihr Besitztum besorgten Frau steht, galt eine Zeit lang, als dem verknöcherten alten Prinsloo langsam seine Absetzung offen auszusprechen, wäre gegen alle burischen Traditionen gewesen bie Haupt - kommanbantsckaft des Freistaates entwunben würbe, als Hauptkommanbant der Oranjer, unb diese Unklarheit im Oberkommando war für betbe ein trefflicher Vorwand, nichts zu thun, als um die Engländer herumzuliegen unb zu retirieren, sobald der Gegner den Vormarsch antrat. Schließlich würben betbe, hübsch burisch behutsam, aus der Oberkommanbantenstellung herausbugsiert unb Christian be Wet zum Hauptkommanbanten von Steijn nicht ernannt, aber als solcher behanbelt. Leider zu spät, benn inzwischen war man von Lindley hinter Bethlehem bis scharf an die Drakensberge retiriert, wo bie Eng­länder die ganze burische Streitmacht platt zu drücken drohten. 9cur durch eine Umgehung der englischen Flügel war noch ein Entkommen möglich. Christian be Wet gelang bas Wagnis vortrefflich: er umging ben rechten englischen Flügel so geschickt, baß die Engländer erst mehrere Tage später sein Verschwinden bemerkten. Sein Bruder Piet zog mit ihm; als er aber in bie Nähe seiner Farm kam, verschwand er auf Nimmerwiedersehen. Bald darauf hat er sich bann ergeben; die Sache wurde ihm für sein Hab unb Gut zugevaarlijk". Bekanntlich kapitulierte Der alteHooftkommanbant" Prinsloo nach de Wels Ab- zug mit ber Hauptmacht ber Orcmjer, runb 5000 Mann. Tiefe feige That war birekler Landesverrat, denn daß eine Notwenbigkeit zur Uebergabe nicht vorlag, ergiebt bie Thatsache, baß nicht nur be Wet, sondern auch Olivier, dieser um den linken englischen Flügel herum, mit Frone mann entkam, unb baß Prinsloo alle Ueberredungskünste aufwenben mußte, um das Gros der Oranjer zu ver­anlassen, seinem Beispiel zu folgen. Der schlaue Piet be Met hat aus der Klemme den Weg gefunden, ber ihm persönlich am wenigsten schädlich ist. währenb Prinsloo in Gefangenschaft schmachtet, währenb sein Bruder Christian ein unstetes Guerillaleben fuhrt ohne Ruh und Rast, sitzt er ganz vergnügt mit Frau unb Kindern, mit Schafen unb Rindern, in Kd von stad, raucht die Friedens­pfeife undvergißt manchmal vollständig, daß sich das Land überhaupt noch im Kriegszustände befindet". Tie letzten Worte hat er selbst in einer Rede gebraucht, die er jüngst in Kroonstad gehalten hat, um bie englischen Soldaten gegen ben Vorwurf ber Roheit in Schutz zu nehmen.

Aus Plymouth wird gemeldet, ein hervorragender Ofsi- xier, der mit dem TransportschiffDunera" aus Kapstadt dort anlam, habe gesagt, an Bord derTunera" seien alle der Ansicht gewesen, daß die Grausamkeiten der eng­lischen Bushveld Karabiniere zahllos waren; 31 An­klagen unb bavon sieben Anklagen wegen Mordes seien gegen bie verurteilten sieben Offiziere vorgebracht; sie hätten nicht nur bewaffnete unb unbewaffnete Buren er­schossen, sonbem auch Frauen unb Kinber kalten Blutes ermordet; weder Alter noch Geschlecht habe vor ihrer erbarmungslosen Gewalt geschützt. Leutnant Mo- rant soll kein Australier, sondern ber Sohn eines Eng- l ä n b e r s gewesen sein unb in ber englischen Marine ge­dient haben.

Ter zurzeit in Monaco tagende Weltfriedens­kongreß nahm einstimmig unter Assistenz sämtlicher eng­lischer Delegierten zwei Resolutionen über ben Krieg an. Tie erste enthält einen Appell an bie Mächte, worin diese beschworen werden, den Artikel 4 der Haager Konvention, der die Rolle des Vermittler-, im Kriegsfälle definiert, in Betracht zu ziehen und anzuwenden; bie zweite Resolution brückt ber holländischen Regierung die Glückwünsche des Kongresses für ihr 'Xnerbieten der guten Dienste aus und lenkt bie Aufmerksamkeit ber öffentlichen Meinung auf die Unmöglich leck, internem onatc Schwierigkeiten auf gewalt­samem Wege. L . . e ber Transvaalkrieg zur Genüge

erweist. Ein Appell an die englische Regierung fordert

Rulitijche Gagesschml.

Ein neuer Mordanschlag ist gegen den Moskauer Oberpolizei meist er Ge­neral Trepow verübt worden. Am Freitag abenb trat ein Mann in bas Empfangszimmer des Oberpolizeimeisters und wünschte ihn persönlich zu sprechen. Der dienstthuende Beamte Zaremda sagte dem Petenten, baß er während der Empsangsstunden wiederkommen möge. Der Bittsteller warf sich nunmehr mit g e ckt e m D o l ch auf Zaremba, wurde aber entwaffnet unb verhaftet. Ter Verhaftete heißt Michalewski.

lieber ben ersten Mord an sch lag berichten dieMosk. Mjed.": Ter Chef der Polizei betrat das Empfangszimmer um 1 Uhr 15 Min. mittags in Begleitung des Kan^lei- direktors Reimers, des Stabsoffiziers für besondere Auf­träge Oberstleutnants Palschau und des Abteilungschefs N. A. Wassiljewski. Zum Empfang waren mehr als 100 Personen erschienen, von denen ein Teil, speziell die Bitt­stellerinnen, im Empfangszimmer und die übrigen im Korridor sich befanden. Während ber Oberpolizeimeister seinen gewöhnlichen Platz am Fenster einnahm, unb mit ber ersten Bittstellerin, einer Französin, sprach, trat aus ber Reihe ber Anwesenden eine mit einem schwarzen Rock unb einer schwarzen Jacke bekleidete Frau auf rhn zu, bie einen Revolver nicht großen Kalibers in ber Hand hielt unb aus nächster Nähe einen Schuß auf General Trepow abgeben wollte. Der Revolver versagte. Ohne bie Geistesgegenwart zu verlieren, ergriff General-Major Trepow bie tzanb der Frau, bie einen zweiten Schuß ab­feuern wollte. So würbe biefer Mordanschlag vereitelt. Ter zweite hat sein Ziel gleichfalls verfehlt. Man muß gestehen, Herr Trepow hat viel Glück.