Ausgabe 
7.2.1902 Zweites Blatt
 
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zu treffen. Sie wird alsbald von der Tribüne entfernt. Bei «wenn die begonnenen Streitigkeiten hier weiter fortgesponnen ner-Hanau. Zum Ort der nächsten Generalversammlung dem Kapitel ,^olonialtruppeu" giebt Kolomalminister I würden. (Lebhafte allseitige Zustimmung.) Es würde nur wurde Hanau bestimmt. An die Verhandlungen schloß sich

lasten zu vermindern.

Versetzt sind: die Postassistenten D e r n von Butzbach nachBerlin, Frey von Darmstadt nach Büdingen, Maibach von Offen­bach nach Bad-Nauheiin, Langsdorf von Darmstadt nach Mücke, Repp von Sprendlingen (Rheinhessen) nach Eber­stadt, Höhn von Friedberg nach Monsheim, Göbel von Darmstadt nach Butzbach. Angenommen ist als Tele-

auf sich beruhen zu lassen. (Laute Zustimmung.)

Ohne Diskussion beschloß der Landwirtschaftsrat dem- geniäß. Dieser Verlauf der Angelegenheit wurde von dem Hause mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Wien, 6. Febr. In der heutigen Sitzung des volks­wirtschaftlichen Ausschusses gab der Regierungs­vertreter die Erklärung ab, daß die Regierung den Referen- ten-Entwurf, betreffend den Terminhandel an land­wirtschaftlichen Börsen nicht accepiteren könne, da er, wenn auch nicht formell, so doch materiell die Auf­hebung des Terminhande ls im Auge habe, der Zweck aber hinsichtlich der technischen Unzulänglichkeit des Referenten-Entwurfes nicht erreicht würde. Die Regierung könne daher trotz der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Dringlichkeit des Antrages, und gerade angesichts des vor­liegenden Referenten-Entwurfes von ihrer Vorlage nicht ab- aehen.

Der Deutsche Landwirtschaftsrat, die offizielle Vertretung der gesamten deutschen Land­wirtschaft hat am Donnerstagmittag in Berlin seine allgemeine Tagung begonnen, deren Dauer auf drei Tage festgesetzt ist, die aber eine Reihe der wichtigsten landwirtschaftlichen Fragen zu behandeln hat. Die Vertreter der Reichs- und preußischen Staatsregierung waren zahlreich erschienen. Graf von Schwerin-1 Löwitz eröffnete die Verhandlungen mit einem Hoch auf den Kaiser, die Bundesfürsten und die freien Städte. Den drei verstorbenen Mitgliedern (darunter Professor Maercker aus! Halle) widmete er einen Nachruf, den 14 neueingetretenen eine Begrüßung. Generalsekretär Dr. Dade teilte mit, daß von Reichsbehörden, und den Bundesregierungen etwa 40 Minister bezw. Kommissare ihr Erscheinen zugesagt haben. Auf Antrag des Geh. Reg.-Rats Reich (Meyken) wählte der Landwirtschaftsrat seinen Vorstand (Graf Schwerin-Läwitz, I Reichsrat Frhr. v. Soden-Frauenhofen und Graf v. Känneritz-1 Loffa) wieder, ebenso den Ausschuß: v. Arnim-Güterberg (Brandenburg), Frhr. v. Cetto-Reichartshausen (Bayern), Frhr. I v. Eiffa-Wemburg (Prov. Sachsen), Klein-Wertheim (Baden), Reich-Meyken (Ostpreußen), Rettich-Rostock (Mecklenburg-1 Schwerin), Winkelmann - Köbbig (Westfalen), Kunh - Loy I

I festgestellt hat, gestört würde und das Ansehen der Land­wirtschaft nur geschwächt werden könnte. Daher möchte ich

I ganz unmaßgeblicherweise vorschlagen: Den Bericht des Frhrn. v. Soden über die Thätigkeit des Ausschusses zur Kenntnis zu nehmen und im übrigen die Angelegenheit

1. Klaffe bei der Oberpostdirektion: dem Ober-Telegraphen- (Oldenburg), Meyer-Heilbronn (Württemberg). Zu außer-Isekretär Schneider in Darmstadt unter Ernennung zum ordentlichen Mitgliedern: Oberlandesgerichtsrat Schneider- Ober-Postdirekttonssekretär; eine Ober-Telegraphensekretärstelle

Igraphengehilfin Marie Fischer in Gießen. Bestanden I hat die höhere Verwaltungsprüftmg für Post und Telegraphie !Postsekretär Quirin in Bad-Nauheim; die Postassistenten- lPrüfung der Postgehilfe Gringel in Hungen.

Der Mitteldeutsche Arbeitgeber-Verband, dem 10 Unter­verbände aus Frankfurt a.M., Mainz, Darmstadt, Gießen, I Offenbach, Hanau, Friedberg, Höchst a. M. angehören, hiel gestern im Kaisersaal in Darmstadt seine gut besuchte General-Versammlung unter dem Vorsitz des Stadtv. L u s ch e r - Frankfurt a. M. ab. Nach Feststellung der Prä- Isenzliste begrüßte I. Weber-Darmstadt im Namen des Ortsverbandes in herzlichen Worten die Versammlung, in I der Hoffnung, daß die Verhandlungen einen guten Erfolg erzielen. Der Vorsitzende erstattete hierauf den Geschäfts- !bericht, aus dem hervorgeht, daß das Bauhandwerk unter der zurzeit herrschenden Depression sehr zu leiden hat, und daß trotz aller Anstrengungen der Gemeinden und Behörden durch Errichtung von öffentlichen Gebäuden re. eine wirkliche Aussicht auf Besserung nicht vorhanden ist, solange nicht die Privatbauthätigkeit wieder in entsprechend lebhafter Weise in den Vordergrund tritt. Obwohl die sozialdemokratischen I Arbeitnehmeroerbände von dem Grundsatz ausgehen, daß die Leistungen als Ware zu betrachten seien, die man so teuer wie möglich verkaufen müsse, sei man innerhalb des Ver- I bandes dem eigentlich daraus folgenden wirtschaftlichen Brauch, I daß bei Ueberangebot von Arbeit oder Leistungen der Preis sinkt, bisher nicht gefolgt und eine Herabsetzung der Löhne sei nicht eingetteten. Dagegen sei es mit Freuden zu be­grüßen, daß Ruhe im Verbände geherrscht habe, und nennens­werte Streiks nicht eingetreten seien, lieber die Rentabilität Ider von dem Verband gegründeten Fachzeitschrift lasse sich Bestimmtes noch nicht feststellen, da sie noch im Ent­wickelungsstadium begriffen sei, doch lasse sich schon jetzt an­nehmen, daß man mit einem kleinen Ueberschuß zu rechnen habe. An der sich anschließenden Debatte beteiligten sich die Herren Fischer, Weber und Repp. Stadtv. Heyter-Frank­furt a. M. giebt hierauf den Kassenbericht, der mit einem Saldo von 1383,59 Mk. abschließt. Dem Kassierer wird [mit dem Ausdruck des Dankes Entlastung erteilt. Es folgt hierauf die Beratung der beantragten Statuten-Aender- ung, die hauptsächlich darin gipfelte, daß auch Einzeligtt- glieder mit einem Mindestbeiträge von 6 Mk. unter beson­deren Bedingungen ausgenommen werden können. Bei der hierauf folgenden Ergänzungswahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder werden diese wiedergewählt und für Rumpf-Hanau wird Wörner- Hanau neugewählt. Eine lebhafte Aussprache entspann sich bei dem nächsten Punkte, bett, den Eintritt in den Deutschen Arbeitgeber- Bund mit dem Sitz in Berlin. Der Vorsitzende stellt fest, daß der Mitteldeutsche Verband bei einem Vertrag von 8 Pfg. pro 1000 Mk. Lohn bei einem Lohnansatz von 12 890 000 Mk. etwa 1031 Mk. Beitrag nach Berlin zu bezahlen habe, dafür aber für je 1000 Mk. Beittag drei Delegierte für die General­versammlung zu wählen und Sitz und Stimme für ein Mitglied im Vorstand habe. Herr H a n s e r - Stuttgart, der als Vorstandsmitglied des deutschen Bundes der Versammlung als Gast beiwohnte, erläuterte die Vorteile dieses Anschlusses besonders mit Rücksicht auf den Umstand, daß mit der Größe des Bundes die Vorteile der einzelnen Verbände wachsen. Es wurde einstimmig der Beitritt beschlossen. Zum Vorstandsmitglied in den Bund wurde hierauf der Vorsitzende L ü s ch e n - Frankfurt, zu seinem Stellvertteter Heyter- Frank­furt gewählt. Als Delegierte wurden gewählt I. Weber- Darmstadt, G erst er -Mainz, Fischer-Wiesbaden, Hasen­bach - Offenbach, als deren Stellvertreter Mörschel- Fried­berg, Burckhard -Höchst a. Winn-Gießen, Wör-

Rekruten nach absolvierter Dienstzett auf das Land war die erste Frage der Beratung. Hierzu nahmen zwei Referenten das Wort: Geh. Reg.-Rat Reich (Meyken) und Kammerherr Dr. Frhr. v. Schorlemer (Lieser, Mosel). Beide legten der Versammlung folgende Erklärung zur Annahme vor:Der Deutsche Landwirtschaftsrat erklärt: 1. Die von landwirt­schaftlichen Körperschaften angestellten Versuche, durch Ein­richtung von Arbettsnachweisen die vom Lande stammenden Mannschaften nach ihrer Entlassung wieder dem Lande zuzu­führen, haben bisher nur geringe Erfolge gehabt. Gleich­wohl empfiehlt es sich, diese Versuche fortzusetzen und, wo solche Arbeitsnachweise noch nicht bestehen, dieselben einzurichten und so zu organisieren, daß möglichst in jeder Garnison eine Arbettsnachweisstelle gebildet wird. Um eine genauere Kenntnis über den thatsächttchen Wechsel des Wohnortes und Berufes bei den entlassenen Mannschaften zu gewinnen, be­schließt der Deutsche Landwirtschaftsrat, bei dem Reichskanzler und Kriegsminister zu beantragen, daß bei der Entlassung der Mannschaften nicht nur, gemäß der Diensttorschrift über Marschgebührniffe, der Wechsel des Aufenthaltsortes, sondern auch der des Berufes und insbesondere der Uebergang vom landwirtschaftlichen Beruf zu einem anderen festgestellt und daß diese Verzeichnisse zu einer übersichtlichen Darstellung für das Reich, dre einzelnen Staaten und Landesteile verarbeitet und veröffentlicht werden. 2. Des Wetteren wird beantragt,' die Bestimmungen im § 15, Nr. 2 der Dienstvorschrift übet\ Marschgebührnisse bei Einberufung zum Dienst, sowie bei Ent-, lassungen vom 13. September 1887 dahin abzuandern, daß bei der Entlassung Marschgebührnisse nach einem anderen Orte, wie der Heimat nur dann gewährt werden, wenn eine Bescheinigung der zuständigen Polizeibehörde darüber vorge­legt wird, daß die zu Enttassenden in dem angegebenen Orte ein für dauernden Aufenthalt bestimmtes Unterkommen ge­funden haben.

Soweit möglich, empfiehlt es sich, die Marschgebührnisse nicht in barem Gelde, sondern durch Freifahrtscheine, welche nur für die auf denselben angegebene Strecke Giltigkeit haben, zu gewähren. Der Landwirtschaftsrat glaubt auch bei diesem Anlaß wiederholt darauf Hinweisen zu müssen, daß die Bei­behaltung und Vermehrung der kleineren Garni­sonen auf dem Lande erheblich dazu beitragen wird, die vom Lande stammenden Rekruten nach der Entlassung der ländlichen Arbeit zu erhalten." Nach eingehender Debatte wurde die Resolution einstimmig angenommen.

Dann verhandelte der Landwirtschaftsrat über den Zoll­tarif. Der ständige Ausschuß hatte dazu Abänderungs­vorschläge aufgestellt, die sich mit den bekannten Forderungen des Bundes der Landwirte decken darunter auch die Be- feitigung der Tran fit la ger, die heute in der Zolltarif­kommission abgelehnt worden ist für die vier Getreide­arten den Zollsatz von 7.50 Mk. und den Minimalsatz von 6 Mk., und die bekannten Zollerhöhungen für Pferde, Vieh, für Eier u. a. 37.50 Mk. Der Referent, Frhr. v. Soden, verteidigte alle diese Anträge als wohlerwogene Beschlüsse und als bescheidene Mindestforderungen der notleidenden Landwirtschaft. Er bat, wenn auch die Lage des Zoll­tarifs zur Zeit sehr unsicher sei, daß das Plenum diesen Anträgen des Ausschusses beitreten möge.

Frhr. v. Wangenhe im, der Führer des Bundes der Landwirte: Es liegt mir fern, auf Ihre Entschließungen hier einwirken zu wollen. Es ist bekannt, welche unerfreulichen Diskussionen und (Streitigkeiten sich an die Beschlüsse des Aus­schusses geknüpft haben. Von manchen Seiten sind sehr schwere Bedenken gegen sie geäußert worden. Ich weiß und stelle ausdrücklich fest, daß diese Bedenken in vielen land­wirtschaftlichen Körperschaften heute unvermindert fortbestehen. Inzwischen hat sich aber die Sachlage ganz verändert. Heute liegt der Entwurf beim Reichstag; von uns hier ist keine Einwirkung mehr auf ihn zu üben. Unter diesen Verhält- niffen würde es nicht nur zwecklos, sondern auch unerfreu-1 "ich und unvorteilhaft für die deutsche Landwirtschaft sein,.

Stettin, Professor Dr. Sering-Berlin u. A. [in Darmstadt: dem Ober-Postdirektionssekretär Schüler in

Rach einigen Berichten trat man in die Tagesordnung j Darmstadt unter Ernennung zum Ober-Telegraphensekretär. ein. Die Rückkehr der vom Lande stammenden "

tung seines geistigen Zustandes überführt.

Butzbach, 6. Febr. In der gestrigen Gemeinderats* s i tz u n g berichtete der Bürgermeister über die mit dem Kreis­amt Friedberg gepflogenen Verhandlungen, bett. Errichtung einer Oberrealschule hier. Das Ministerium habe eine Berücksichtigung des von der Bürgermeisterei am 3. April 1900 emgereichten Gesuches nicht in Aussicht gestellt. Er beantrage deshalb, daß eine Deputation an das Ministerium behufs mündlicher Besprechung der Angelegenheit entsendet, eine Eingabe an die Landstände gerichtet und eine Abschrift dieser Eingabe dem Landtagsabg. Joutz mitgeteilt werde, mit der Bitte, die Angelegenheit nach Kräften im Landtag zu vertreten. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Bürgermeister Küchel, Medizinalrat Dr. Vogt und Direktor Jäger sollen als Auskunftspersonen nach Darmstadt an das Ministerium entsendet werden.

W. Reichelsheim, 6. Febr. Die Einbrecher, die in voriger Woche im benachbarten Heuchelheim mehrere Diebstähle verübten, sitzen jetzt glücklicherweise hinter Schloß und Riegel. Es sind zwei in Friedberg wohnende Subjekte, die an dem Abend an dem die Einbrüche vorkamen, mit dem Zuge hier anlangten. Der eine von ihnen fragte auf dem hiesigen Bahnhof nach dem Wege nach Heuchelheim. Darum erinnerte man sich später und lenkte den Verdacht auf sie. Bei einer Hausdurchsuchung fand man die gestoh­lenen Gegenstände.

Schotten, 6. Febr. Die Molkereigenossenschaft Hoherodskopf" kaufte gestern als Bauplatz für das zu errichtende Molkereigebäude den der Schneid­mühle gegenüberliegenden Garten des Bäckermeisters' Schiebet Huth für 2100 Mark- Der Bau soll so be­schleunigt werden, daß schon anfangs September der Be­trieb feinen Anfang nehmen kann. Die Genossenschaft zählt jetzt 93 Mitglieder.

4- Lauterbach, 5. Febr. Nächsten Samstag, 8. Februar findet hier eine Versammlung sämtlicher Bürgermeister des hiesigen Kreises statt. Die einzelnen Bürgermeister sind vom Kreisamt beauftragt worden zu berichten, welche Gegenstände von allgemeinem Interesse sie in dieser Versammlung erörtert wissen wollen.

ko. Darmstadt, 6. Febr. Prinzessin Heinrich von Preußen wird während der Amerikafahrt ihres Ge­mahls mit ihren beiden jüngsten Söhnen am hiesigen Hofe weilen, während ihr ältester Sohn, Prinz Waldemar von Preußen auf 6 Wochen nach Leipzig geht, um sich dort einer Massagekur zu unterziehen.

Mainz, 5. Febr. Lothar Lehr, der Bruder des be­kannten Sportsmannes August Lehr, der bei den 88em hier als unsicherer Kantonist eingestellt wurde und wiederholt Frei­heitsstrafen verbüßte, desertierte jetzt, kaum aus der Festung entlassen, aufs neue. In Wiesbad en wurde er ergriffen, wobei er dem Schutzmann den stärksten Widerstand entgegensetzte, sodaß Militär herbeigeholt werden mußte. Das hiesige Bezirkskommando hat ein Ausschreiben erlassen zwecks Anwerbung einer größeren Anzahl tropendienst­fähiger Dreijährig-Freiwilliger für die Besatzung von Kiautschou. Die Ausreise soll im Frühjahr 1903 und die Heimreise im Frühjahr 1905 stattfinden; bei der Einstellung werden sowohl Bauhandwerker, als auch Schuhmacher und Schneider bevorzugt. Außer der Löhnung erhalten die Mann­schaften eine Teuerungszulage von 50 Pfg. täglich, die Kapi­tulanten eine Ortszulage von Mk. 1.50 täglich. Wie die Untersuchung ergeben hat, haben die Nieder-Saulheimer Milchpantscher ihrer Milch nicht 60 Prozent sondern 80 Prozent Wasser zugesetzt.

Frankfurt, 6. Febr. In der gestrigen Versamm­lung der deutsch-katholischen (freireligiösen) Ge­meinde wurde als Nachfolger Karl Sanger's zum Prediger der Gemeinde Wilhelm Klanke, bisher Pre­diger der deutsch-katholischen Gemeinde zu Chemnitz ge­wählt. Der unter 17 Bewerbern Gewählte ist 1864 in Bremen als Sohn eines Kaufmanns geboren. Seine theo- togischen und philosophischen Studien machte er in Jena und Berlin. Acht Jahre war er evangelischer Pfarrer zu Altengönna bei Jena, fett 1897 war er freireligiöser Prediger in Chemnitz.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Jagd in Münster ging für den jährlichen Pachtpreis von 1205 Mk. wieder an den seitherigen Pächter Robert de Neufville in Frankfurt a. M. über. Der seitherige Pacht­preis betrug 985 Mk. Herr Robert de Neufville gab ferner noch ein Geschenk von 606 Mk. in die Gemeindekasse zur Anschaffung einer neuen Gemeindeuhr. Die Handelskammer Friedberg richtete telegraphisch an die Zolltarifkommission in Berlin das dringende Ersuchen, von der Einführung von Ursprungszeugnissen und der Aufhebung der Zollkredite Ab- tand zu nehmen. In Echzell hat sich der 76jährige Greis Heinrich Ostheim in seiner Scheuer erhängt. Lebens­überdruß soll die Ursache des Selbstmordes sein.

Aus Stadt und Sand.

(Der Abdruck der unter dieserRubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet).

Gießen, 6. Februar 1902.

** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Gestern hiett Hofrat Dr. B. Hagen m der großen Aula der Univ?rsttä einen Vortrag überDie Eingeborenen des deutschen Schutz­gebiets in Melanesien". Unterstützt durch zahlreiche güt ge­lungene Lichtbilder, sprach er zunächst über die Natur dieses nach jeder Hinsicht merkwürdigen Landes und ging dann zur Schilderung seiner Flora und Fauna über, um zuletzt in aus­führlicher Weise die Eingeborenen, die Papuas, ihre Sitten und Lebensweise zu beschreiben. Der Vortrag wirkte um so lebendiger, da Hoftat Dr. Hagen lange Jahre unter diesen Eingeborenen, die er als ein von Natur gutmütiges Völkchen schilderte, geweilt hat. Nach dem Vortrage zeigte und er­klärte er den zahlreichen Anwesenden die vielerlei Gegen­stände, die er aus jenem Lande mitgebracht hat, und die mtt größtem Interesse besichttgt wurden. (Ausführlicher Be­richt folgt.)

**Postperfonal-Veräuderuugen. Angeste llt ist als Post­sekretär: der Postpraktikant Marizy aus Mainz in Rheine (Wests.), liebertragen sind eine Bureaubeamtenstelle

Decrais zu, daß es notwendig fei, die Heeres --1dazu führen, daß die Einigkeit, die Frhr. v. Soden soeben ein gemeinsames Mittagsmahl. ---- 1 -....... - ' ** Das Verordnungsblatt für die evang.

Kirche des Großh. Hessen Nr. 1 enthält u. a. folgende Tienstnachrichten: Zur Wiederbesetzung werden ansge- schrieben: die zweite evang. Pfarrstelle zu N^dda, De­kanat Nidda; die evang. Pfarrstelle zu Hirzenhain, Dekanat Nidda; dem Fürsten zu Stolberg-Roßla steht das Präsentationsrecht zu; die zweite evang. Pfarrstelle zu Beerfelden, Dekanat Erbach; dem Grafen zu Erbach- Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu; die evang, Pfarrstelle zu Ermenrod, Dekanat Grünberg.

** In die phychiatrische Klinik wurde der bekannte Melchior Thomas aus der Zellensttafanstalt Butzbach zur Beobach-

Gerichtssaal.

Sch. Gießen, 5. Febr. (Schiedsgericht für Arbeiter- Versicherung.) Den Vorsitz führte Großh. Polizeiamtmann Hechler. Auf der Tagesordnung standen neun tandw. und forstwirtschaftliche Unfallversia)erungs,'achen. Tie der Marg. Mörschel zu Niedermörlen zugebilligte Rente von 30 Prozent hatte die Genossenschaft auf 20 Prozent her­abgesetzt. Das Gericht mußte der dieserhalb eingelegten' Berufung nach Anhörung des Sachverständigen Privat- )ozenten Dr. Bötticher den Erfolg versagen. Tie Beschwerde wegen des von der Genossenschaft eingehaltenen Renten- betrags wurde außergerichtlich erledigt. Auf Grund eines Gutachtens des. Großch. LreisLelundlieitsMits .Sch. chatte