Vermischtes.
♦ Berlin, 6. Febr. Die von ihrem (hatten, einem Kaufmann, getrennt lebende Fran Anna Rahn versuchte sich und ihre beiden Kirider, ein ILjähriges Machen und einen dreijährigen Knaben durch Einatmung von Kohlen- g a s aus der Welt zu schassen. Es gelang, die beiden Kinder zu retten, während die Fran gestorben ist.
Hagen,6. Febr. Im Gerich ts gebäude feuerte gestern vormittag ein Arbeiter Namens Haspe mehrere Revolverschüsse aus einen Gerich ts beam ten ab, der schwer verlebt wurde und ins Krankenhaus überführt werden mußte. Als Grund der That wird Eifersucht angenommen. Der Thäter entfloh nach dem Stadtpark und konnte bisher nicht sestgenommen werden.
* Eine jähe Wandlung hat die „Potsdamer Ztg." durchgemacht, die noch vor kurzer Zeit in liberalem Sinne redigiert ivurde. Als gegen das Blatt wegen Veröffentlichung von Mitteilungen über die angebliche Duellrede des Kaisers ein gerichtliches Verfahren eingeleitet wurde, legte bekanntlich der Mitbesitzer Berger die redaktionelle Leitung der Zeitung nieder, well er befürchten mußte, aus der Liste der Reserveoffiziere gestricheri zu werden . Auch sonst wurden in der Redaktion verschiedene Veränderungen vorgenommen. Man schlug einen Kurs nach rechts ein, und heute ist aus der „Potsdanrer Ztg." ein Blatt des Bundes der Landwirte geworden. Ganz besonders legt sich das Blatt für die Milchzentrale ins Zeug, warnt die DLllchbauern davor, mit Berliner Milchpächtern und Agenten großer Molkereien Pachtverträge abzuschließen, in denen der Milchpreis, wie ihn die Zentrale festsetzt, unterboten werde, und empfiehlt den Landwirten, die keine Veranlassung hätten, etwas zu verschenken, dringend den Anschluß an das Milchkonsortium der Herren Ring und Genossen.
♦ Frauenmord. Aus Neustadt bei Pinne (Provinz Posen) wird gemeldet, daß die 70jährige Kausmanns- witwe Bormaß erschlagen aufgefunden worden ist. Des Raubmordes geständig ist der 20 jährige Arbeller Zby- towsky, der die Witwe Bormaß im Beisein von noch zwei anderen erschlagen haben wlll- Alle drei plünderten und raubten sodann, was vorhanden war.
* Selbstmord eines Offiziers^ Der Leutnant von Roy vom 143. Infanterieregiment in Mutzlig wurde erschossen in seinem Bett aufgefunden, von Roy hat .Selbstmord verübt.
* Zur dauernden Schande für die Vandalen des Wupperthaler Murkerthums beschloß in Elberfeld die Mehrhell der Stadtverordneten gegen 13 Stadtverordnete, welche Anbringung von Feigenblättern beantragten, den verstümmelten Brunnen, wie er ist, verstümmelt zu lassen. Für die Wiederherstellung waren 12, darunter auch der
bie Genossenschaft die ReE des Johannes G o ß zu Freren- seen vom 1. August 1901 ab eingestellt. Das Gericht erachtete die Einstellung der Rente für gerechtfertigt, da nall dem objektivem Befunde eine wesentliche Besserung in dem Zustande des Goß eingetreten ist und eine im wirtschaft. Üchen Leben meßbarer Grad von Erwerbsbe schränkt hall nichl mehr vorliegt. Die erhobene Berufung wurde deshalb verworfen- — Landwirt Heinrich Vogt von Petterweil Wlll sich beim Heben einer 60—70 Pfund schweren Garbe einen rechtsseitigen Bruch zugezogen haben- Die Berufs- genossenschast lehnte den Entschädigungsanspruch ab, weil der Bruchschaden nicht unter Umständen erfolgt sei, unter denen nach der Rechtsprechung ein Bruchaustritt als ein Unfall anzuerkennen sei. Stach den thatsächlichen Verhältnissen und dem objektivem Befunde seitens des Arztes tam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß sich der Bruch, wie in den meisten Fällen, allmählich entwickelt hat, und daß die Arbell nur die Gelegenheit, nicht aber die Ursache des Bruchaustrlltes ist- Es wurde hervor gehoben, daß, falls der Bruch plötzlich entstanden wäre, die Eingeweide also mit Gewalt durch die Bruchpforte gepreßt worden wären, derartige kaum erträgliche Schmerzen aufgetreten sein würden, daß sofort ärzlliche Hllfe m Anspruch genommen und die Arbell hätte emgestellt werden müfsen- Dies treffe nicht zu, auch sei nach Ansicht des Gerichts das Garbenheben keine außergewöhnliche, über den Rahmen der regelmäßigen Betriebsthätigkell hin- ausgehende Anstrengung geivesen- Die Berufung mußte zurückaewiesen werden. — Die Marg. Hofmanu- Wwe. aus Treis a d. L. will am 1. Febr. 1901 auf dielinkeHand gefallen sein, wie sie am 6- Juni 1901 erstmals bem örati Arzte Dr. P., der sie sell 22. März 1901 in Behandlung hatte, angegeben hat- Sre führt dre frei rhr vorhandene Schwäche und Abmagerung der Muskulatur des Unten Armes auf den Unfall zurück- Aus Grund ernes Gutachtens Großh. Kreisgesundheitsamts G., wonach das Leiden nicht auf den angeblichen Unfall zuruckzufuhren ist, lehnte die Genossenschaft den Anspruch ab- Die hiergegen eingelegte Berufung mußte abgewiesen werden. - Dem Jobs- H o f zu Fauerbach wurde wegen einer Augen- verleßung eine Rente von 25 Prozent gewährt- Er verlangt eine solche von 30 bis 35 Prozent. Aus Qftnnh eines Gutachtens des Prof. Dr. Voßius wies das Gericht die Berufung zurück- — JohS. Groß M. zu Ilbenstadt gab sich mit der chm bewilligten Rente von 30 Prozent sur bie Tauer von zwei Monaten nicht zufrieden und verfolgte Berufung, die jedoch nach Anhörung des ärztlichen Sachverständigen Dr- Bötticher als unbegründet verworfen wurde — Die dem Heinrich Karl Mohr-Seibelsdorf gewährte Unfallrente Halle die Genossenschaft auf Grund eines gelegentlich einer Rentenrevision erstalleten Gutachtens der Kreisärzte Dr. W- und Dr. H. auf 15 Prozent herabgesetzt. Das Gericht erachtete die Herabsetzung nach eingehender Begutachtung durch einen der gerichtlichen Vertrauensärzte für ungerechtfertigt und verurteilte die Genosseirjchaft zur Zahlung einer 25 prozentigen Rente. — Ter Entschädigungsanspruch der Kath- Kraushaar zu Rödgen hatte die Genossenschaft abgelehnt, da das Leiden auf einen Unfall nicht zurückzuführen, vielmehr rheumallscher Natur sei. Wegen der in den ärztlichen Gutachten enthallenen Widersprüche setzte das Gericht die Entscheidung aus und beschloß ein Obergutachten durch Prof. Tr. Poppert einzuholen. — Balthasar Oechler IV. zu Sich eilt) au, en Halle gegen den eine 30 prozentige Rente bewilligenden Bescheid der Genossenschaft Berufung verfolgt, der jedoch nach Anhörung des Kreisass- Arztes Dr- L. und des Privatdozenten für Chirurgie Dr. Bötticher der Erfolg versagt werden mußte-
* Holzminden, 6. Febr. Der Redatteur des ,Holz- mind. Kreisbl.", Schroff, wurde lln Zeugniszwangs- verfahren zu 60 Rlark Geldstrafe eventl. 20 Tagen Hast verurtellt- Zur Erzwingung des Zeugnisses wurde die sofortige Hast angeordnet- Es handell sich um einen im Kreisblatt veröffentlichten Fall der Verheimlichung einer ansteckenden Krankheit. Der Redakteur verweigerte die Nennung des Verfassers jener Mitteilung-
Ob erbürgermeister. Der Heranwachsenden Generation wird der Brunnen so zur« Wahrzeichen dafür dienen, zu welchen Ausgeburten es der Kunstunverstand im Wupperthale gebracht hat-
♦ Amerikanischer Nervenkitzel. Einem Londoner Blatt wird aus Newyork gemeldet, daß die Leichen i>er Gebrüder Biddle, welche wegen Mordes zum Tode verurteilt, aber aus dem Gefängnisse in Pittsburg ent- lohen und auf der Flucht getötet worden waren, in Pills- burg im Laden eines Begrabnisunternehmers für Geld gezeigt, und von 20000 Personen, meist Frauen, be- sichttgt wurden- Viele Leute warteten Stunden lang, um in den Laden hinein zu Kommen- Die Leichen werden heute beerdigt-
• „Ich grolle nicht . . / Am 1.Januar russischen Stils hat die deutsche „St. Petersb. Ztg." das Fest ihres 175jährigen Bestehens gefeiert. Unter vielen anderen Widmungen ist ihr von einem „ Papierkorbkunden * folgendes selbstlose Gedicht zugegangen:
Nun hast Du unferm Pull gestanden An hundertfünfundsiebzia Jahr, Und was in Dir nicht kam abhanden, Tas grüßt Dich heut als Jubilar. Die Geister mancher tollen Feder, Sie spuken heul um Dich herum — Sich schwarz gedruckt sehn darf nicht jeder Im Petersburger Publikum.
Die Herzen aller der Verkannten, Die wohl ein besser Los ersehnt, Tie vielen Ge- und UngenanMen Mit eignem Geiste und entlehnt. Poeten und prosäsche Leute, Die ,eingesandt" manch' Prachtgedicht, Versöhnlich nahen sie Dir heute Und flüstern stoh: „Wir grollen nicht!" Auch ich bin Einer von den Allen, Ich sag es sonder Spott und Hohn, Wie oft ich bei Dir reingesallen, Geheimnis ist's der Redaktion.
-Glück auf zur Jubelseierstunüe^ Wir sehn uns----
ein Papierkorbkunde.
In ver JoyarrneeNrche-
Vormittag- 91/, Uhr: Piarrassislenl Vogt.
Vormittags 11 Uhr: KmdcrgolleSdienst für die JohauneS- gemeinde. Pfarrer Dr. N a u m a n n.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler.
Montag, den 10. Februar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaale der Johanneskirche. JohanneSevangelium Kap. 14, von Vers 23 an: Wort und Fried« Jesu, die rechte Liebe zu Jesus.
Pfarrer Dr. Naumann.
Mittwoch, den 12. Februar, abends 6 Uhr, erste Passiv rrS- andachl. Pfarrer Dr. Naumann.
Tie für Dienstag den 11. Februar verabredete Zusammenkunft der neukonfirmierten Mädchen der Lukasgememde im Schwesternhaus findet erst Dienstag den 18. Februar statt.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 8. Februar.
Nachmittags um b Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag den 9. Februar. Quinquagesima.
Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
, , 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.
, , 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht.
Nächsten Mittwoch — Aschermittwoch — wird nach der zweiten hl. Messe die geweihte Asche ausgeteill.
Mittwoch Abend um 6 Uhr ist wie an allen Mittwochen der Fastenzeit Fa st enan dacht.
Schisssnachrichtrn.
. „Red Star Linie" Antwerven.
Der Postdampscr „Zeeland" der .Red Star ßinte* ht
Antwerpen ist laut Telegramm am 4. Februar wohlbehalten in New-Pork angekommen.___________________________________
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers.
Ltttrratur, Wissenschaft und Kunst.
— Wilhelm Jordan, der ,Nibelungen"-Fordan, der große deutsche Dichter, feiert morgen, am 8. Februar, seinen 83. Geburtstag. Er lebt b^anntlich seit dem Jahre 1848, in dem er in Freien- roalbe a. O. zum Mitglied der ersten deutschen Nationalversammlung gewählt wurde, in Frankfurt a. M. im eigenen Hause, Taunusplatz 20.
— Der bekannte hochbegabte Schauspieler Emil Drach ist im Jrrerchcmse zu Jllenau (Baden) im Aller von 46 Jahren ge- storben.
London, 7. Febr. Wie in hiesigen unterrichteten Kreisen verlautet, erhiell Lord Kitcheuer von der Regierung den Auftrag, die Bureuführer in Südafrika von der Bereitwilligkeit der englischen Regierung, eventuelle Friedens- Vorschläge entgegenzuuehmen, in Kenntnis zu setzen.
Brüssel, 7.Febr. Die Aeuherung der Deputation der Buren-Republiken im Haag bezüglich der englischen Antwott macht in hiesigen diplomatischen Kreisen einen ungünstigen Eindruck. Namentlich die Fasiung des Schlußsatzes, der das Ersuchen um Geleitbriese sowie jede andere Annäherung
Unioersitüts-Nachrichten.
— Der bisherige ordentliche Professor an der Technischen Hochschule zu K a r l s r u h e Dr. Walter T r o e l f ch ist zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Marburg ernannt worden.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurt a. M., 6. Febr. Die hiesige Maschinenkabrst Busch u. Bi bus (G. m. b. H.) nut 240000 Mk. Grundkapital meldete Konkurs an. .
Bonn, 5. Febr. Heute fand ein Gläubigertermru un Kon- k u r s Dr. P f a h l beim hiesigen Amtsgericht statt. Angemeldet waren 86 Gläubiger mit rund 51/« Mill. Mk. Forderungen. Der Aktivenstand ist noch unermittell. Sämttiche kleinere Forderungen und eine Anzahl größerer, wurden anerkannt, hiergegen wurden die Hauptforderungen bestritten, darunter ein Provistonsanspruch von 300 000 Mk. Der nächste Prüfungstermin ist auf den 2L März anberaumt worden. Dr. Pfahl beansprucht nicht das ihm angebotene Tagegeld von 20 Mk.
— Ratioualbauk für Deutschland. Der ,F. Z." wird gemeldet, daß der Jahresabschluß jetzt serttggestellt ist. Er gestattet eine Dividende von 3 Prozent in Vorschlag zu bringen, wenn ein Test der Extrareserven mit berangezogen wird. Die Bank steht an sich gut und ihr Geschäft ist sicher. Das ungünstige Resultat ist ausschließlich auf außergewöhnliche Verluste bei der Kleinbahn- gesellschaft und der Leipziger Bank zurückzuführen.
— Die Zwirnerei und RähfadeufabrU Göppingen verteilt 15 Prozent (Vorjahr 2b Prozent.)
Tabak.
Hamburg, 6. Febr. Der Markt bleibt andauernd sehr ruhig und geschäftslos. Für Brasil-Tabake zeigt sich immer noch recht geringes Interesse, indem bisher nur 3000 Packen leichteres Gewicht, welches für das Inland geeignet erscheint, zum Abschluß gelangte. Weitere Unterhandlungen wegen größerer Partien scheinen bisher, wahrscheinlich wegen des unsicheren Aus'alles der Ware, noch nicht perfell geworden zu sein. Wettere Zufuhren auch von anderen Sorten sind nicht ringetroffen. Infolge der recht ungünstigen Berichte über den Ausfall der jüngsten Havana-Ernte herrschte recht rege Nachfrage für 1900er Ware, welche einige Abschlüsse zeitigte. In Türkischen Tabaken war das Geschäft mangels passender Ware sehr gering. Eine Partte feiner Sorten, welche beschädigt waren, wurde zu hohen Preisen aus dem Markt genommen, ferner gelangte ein Abschluß von ca. 600 Ballen Griechen, schwimmende Ware, zu sehr gutem Preise zur Kenntnis des Marktes. Alles per 7, Kg. Havanna: Deckblatt gut und fein braun 6 bis 18 Mk., Einlage 0,85—3 Mk^ Durchschnittspattien 1,50—4,50 Mk. Cuba: Jiquani re. B 1,50—2, do. D 1,10—1,60, Gibara und Ensenada B 0,90—1,10, do^ do. D 0,60—1, Yara 0 1,70—2,10, do. T 1 30—1,60 Mk. Domingo: S. 88, 888 0,50—0.65, FF 0,40—0,60, F 0 30—0.70, A 0,20—0,40 Mk. Columbia: Carmen prima 0/40 bis 0,55, do. sekunda und tertia 0,30—0,40, Mexiko 0,35—3,00 Mk. Brasil: Patent und Patent ftno 0,75—1,20, prima 0,60—0,70, sekunda 0,55—0,65, tertia 0,45—0,55, St. Felix Patent und Patent ftno 1,00—1,80, prima 0,75—0,95, sekunda 0,65—0,85, tertia 0J55 bis 0,75 SDIL Vortorico: Durchschnittspartien 0,35—0,45 Mk. Türkischer und griechischer 0,20—4,00. Slordamerika: Seadleas- Umblatt 1,00—1,50, Filler 0,32—0,45, Sumatra und Java 0,20 bis 5,00. Borneo 0,40—5,00 All.
Butzbach, 6. Febr. In diesem Jahre finden hier folgende Märtte statt: Am 20. Februar, 13. Mcllz (Fasel), 10. und 24. April (Vieh), 15. Mai, 5. Juni, 10. Juli, 7. und 21. August, 25. September (Vieh), 9. Oktober, 30. Oktober (Vieh), 24. November (K.), 25. November, 15. Dezember. Sofern nichts anderes beigesetzt, ist Vieh-- und Krämermarkt vorgesehen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag Eslomihi, den 9. Februar. Gottesdienst.
In der Ltadtkirche.
Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die Matthäusgememde.
Pfarrer Schlosser.
Abends 6 Uhr: Siehe Joharmeskirche.
Am nächsttünftigen Sonntag, den 16. Februar, ftndet im Abendgottesdienst eine Abendmahlsfeier für die Matthäus- gememde statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten.
von hiesiger Burenseite schroff abweift, nachdem der englische Wortlant in dieser Hinsicht saft als Einladung anfznfaffm war, erregt Unwillen, weil die Halsstarrigkeit der Utrechter Kreise mehr dnrch persönliche Jntereffcn als dnrch das Bestreben, die allgemeine Burensache zu förderu, diktiett erscheim. — Gestern Vormittag wurde bei Bois de la Chambre ein mit fünf Personen besetztes Automobil mit aller Gewalt gegen einen Baum geschleudett. Sämttiche Jnsaffen erlttten Verletzungen, einige derart schwer, daß sie längere Zeit bewntztlos waren und in hoffnungslosem Zustande ius Spital gebracht wurden. Das Unglück wnrde durch die Schuld des Wageullnkers herbeigeführt.
Middelburg, 7. Febr. Eine Abtettung Nationalschützm uud Kundschafter nahmen 32 Buren gefangen. Zwei Bnren wurden gelödtet, drei verwundet.
Pretoria, 7. Febr. Oberst Remington nahm am 30. Jan. 20 Meilen östlich von Reitz einen dem Bnrenkommandanten Albert gehörigen Convoi fort. 22 Buren wurden gefangen ge-
uommen.
Berlin, 7. Febr. Nach Abschluß der Disziplinär- Untersuchung, welche gegen eine Anzahl p olnischer Studenten der Berliner Universität wegen der deutschfeindlichen Demonstration gegen den Prof. Schiemann eingeleitet war, hat der akademische Senat gegen zwei weitere. Studierende polnischer Zunge wegen Beteiligung an jener Demonstration bezw. wegen Begünstigung polnisch sozialistischer Bestrebungen auf Entfernung von der Berliner Universität erkannt. Außerdem sind noch drei ausländische Studierende polnischer Nattonalttät, die ebenfalls an der Demonstration teilgenommen hatten, von der Landes-Polizeibehörde als lästige Ausländer ausgewiesen. Es sind im Ganzen 10 Studierende wegen der Demonstratton bestraft worden.
Loudou, 7. Febr. Aus Peking wird gemeldet: Die Verhandlungen, welche angeknüpft find, um Deutschlands Erwerbungen von Minenrechten über einen bedeutenden Teil von Sh antun g zu bestätigen, sind ihrem M- schlufie nahe. Das Berliner Syndikat ist bereits in den Besitz eines bedeutenden Gebietes gelangt und die jetzigen Verhandlungen betreffen nur noch die zu tragenden Abgaben und die Dauer der Konzessionen. — Zwei amerikanische Missionare haben bei der Direktion der Eisenbahnen eine Konzession zum Bau einer Bahn zwischen Peking und Kalgan nachgesucht. Die Missionare haben 150,000 TaelS angeboten. — Die Kaiserin-Mutter hat das Datum des zweiten Empfanges der Damen der fremden Gesandten auf den 27. d. M. festgesetzt. — Der englische und der japanische Vertreter begeben sich zum Prinzen Tsching, um bei chm gegen den Mandschurei-Vertrag zu protestieren und sich über den Stand der Angelegenheit zu informieren.
Telephonischer Kursbericht-
Frankfurt a. 11«, 7. Februar.
37»%- Reicheanleihe . . 102.10 3 o/o do. ... 91.95 3V.0/o Konsole .... 101.80 8% do.....91.90
87Hessen .... 100.15 3% Hessen ..... —.— 4% Oesterr. Goldrente . 103.40 47i% Oesterr. Biiberrente 101.40 4% Ungar. Goldrente . . 101.50 4°/j Italien. Rente . . . 101.00 4' ,% Portugiesen . . . 42.30 3°/ Portugiesen .... 27.70 1% C. Türken .... 27.95 Türkenlose......113.40
4% Griech. Monopo 1-Anl 45.60 471% äussere Argentiner —.—
Tendenz:
S'Vo Mexikaner .... 26.80 47g /ü Chinesen .... 89.50 Electric. BcLuckert . . . 120.00 Nordd. Lloyd.....—.—
Kreditaktien.....217.80
Diskonto-Kommandit . . 192.20 Darmstädter Bank . . . 135.40 Dresdener Bank .... 137.60 Beniner Handelsges. . . 152.50 Oesterr. Staats bahn . . . 147.70 Lombarden . • ♦ . . 20.30 üotthardbahn.....169.00
Laurahütte......201.50
Bochum ....... 188.60 Harpener ...... 164.90
schwächer.
Seidenstoffe
von Elten & Kenesen, Krefeld.


