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7.2.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 32

Erscheint tSgNch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Siebener Kamiliea- biätter viermal in der Woche beigelegt.

-iotationsdruck u. 93ei lag der Brüh l'sch». Unioers.-Buch- u.Stein^ druckerei (Pietsch Erben Redaktion, Expeditü.c und Druckerei:

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AernsprechanschlußNr.Sl.

Zweites Blatt. 152. Jahrgang Freitag 7. Februar LSOS

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Amst-und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen W8

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Nie Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten.

Wie der Käse laust

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6.

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Kreisen ist er 3um erstenmal im Jahre 1848 Was damal ' i

Politische Tagesschau.

Geduldprobe im Reichstag.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm Februar:

Zu dem Festessen, das mittags 2 Uhr imDarmstädter Hof" stattfand, hatten sich 80 Teilnehmer eingefunden. Unter den Anwesenden befanden sich allster den Mitgliedern und Freunden der Familie Habicht Ministerialrat Dr. Breidert als Vertreter der Großh. Regierung, der Präsident und die Mitglieder des Oberkonsistoriums, der Dekan der theologi­schen Fakultät der Landesuniversität, Professor D. Krüger von Gießen, der Direktor und die Professoren des Fried­berger Prediger eminars, Geheimrat Dr. mittler, viele hessi­sche Dekane und Geistliche, sowie zahlreiche Beamte und Bürger unserer Stadt. Die Reihe der Toaste eröffnete Ober- konjistorialprasident D. Buchner, der auf das warme und tiefe Interesse hinwies, das der Grohherzog für die evangelische Kirche stets bezeugt und das er auch heute wreder dadurch bewiesen, daß er den verehrten Jubilar m einem allerhöchsten Glückwunschschreiben zu seinem 80. Geburtstag begrüßt habe. Tas auf Seine K. H. ausgebrachte dreifache Hoch fand bei der Festversammlung, die sich von chren Sitzen erhoben hatte, begeisterten Widerhall.

b en ersten Trinkspruch auf den Jubilar brachte der Vorsitzende des Festkomitees, Kirchenrat M e y e r von Fried- bera, mit etwa folgenden Worten aus: Gestatten Sie, daß ich den hochwürdigen Herrn Prälaten bei unserem gemein­schaftlichen Elsen heute noch einmal begrüße. Es kann nicht meine Ausgabe sein, daß ich alles hervvrhebe, was wir dem verdienten Herrn Jubilar zu verdanken haben. Ich hoffe, daß andere, mehr dazu berufene Herren alles nach­holen, was hervorzuheben ist. Ich will nur an eins erinnern was uns alle au dem Herrn Prälaten erfreut hat. Er stammt aus einer anderen Zeit als die meisten unserer Amtsbrüder Seine Wirksamkeit in der Landeskirche hat mit dem Jahre 1845 ihren Anfang genommen. Oeffentlich in weiteren

Ausland.

Haag, 6. Febr. In Utrecht fand heute mittag unter dem Vorsitz des Präsidenten Krüger eine Beratung über den holländisch-englischen Notenwechsel statt. Man glaubt jedoch nicht, daß eine Antwort auf die englische Note redigiert werden wird. Es sollen vielmehr nur Mittel und Wege beraten werden, um auf irgend eine Weise eine Verständig­ung mit den Burensührern in Südafrika schleunigst herbei­zuführen.

Deputiertenkammer. Bei der Beratung des Budgets der Kolonien unterzieht Admiral Rieunier die koloniale Verwaltung einer absprechenden Kritik. Während einer Rede wirft eine Frau unter dem wiederholten Ruf:I ch bin betrogen worden" von der Tribüne einPaketmitEicrnindenSaal, ohne jedoch jemand

Hoffnung festgehalten hat. Es war an einem schönen Herbst­abend im Pfarrhause zu Grünberg, als er in Gegenwart des verstorbenen Geh. Kirchenrats D. Schwabe mit einer Zuversicht, welche mir unvergeßlich ist, mit jugendlicher Be» geisterung die Hoffnung ausgesprochen hat, daß wir dieses Ziel erreichen werden. Eifrig hat er als Mitglied der Eisenacher Konferenz, die in diesem Jahre ihr böjähriges Jubiläum feiern wird, an der Verwirklichung dieser Hoff­nung mitgearbeitet. Und gewiß, er war besonders hoch erfreut, als vor ein paar Wochen Seine Majestät der Kaiser die engere Verbindung der evangelisch-deutschen Landes­kirche als ein Ziel seines Wirkens bezeichnet hat . Hoffen wir, daß der Herr Prälat, welcher in ganz besonderer Rüstig­keit in unserer Mitte ist, auch den Tag noch erleben wird, an welchem alle evangelischen deutschen Männer sich in dem Bewußtsein die Mnde reichen, daß der lebendige Gott gerade ihnen vor allen Völkern Europas den Sinn für seine wunder­barste Gabe, welche wir in dem Evangelium besitzen, auf­geschlossen und geschärft hat. In dem Sinne dieser freudigen Hoffnung bitte ich Sie, sich von Ihren Sitzen zu erheben, die Gläser zu ergreifen und mit mir zu rufen: Der deutsche Prälat in der hessischen Landeskirche D. Habicht lebe hoch! Jubelnd stimmten die Anwesenden in den Hochruf ein.

Weitere Toaste auf den Jubilar brachten aus: Direktor D. Weiffenbach von Friedberg, der den schönen fami­liären Charakter des ganzen Festes betonte undden gemein­samen lieben Freund" hochleben ließ, Dekan D. N e u r o t h von Griesheim, der Herrn D. Habicht als das älteste Mitglied des Kirchenregiments, dem er nun über 27 Jahre angchöre feierte, und auf das Großherzogliche Oberkonsistorium ein Hoch ausbrachte, sowie Professor D. Krüger von Gießen, der daran erinnerte, daß es am 1. April nächsten Jahres 60 Jahre würden, daß der Jubilar auf der Landesuniversität, die ihm vor mehreren Jahren den Titel eines Ehrendoktors der Theologie verliehen, sein erstes theologisches Examen bestanden habe. Nachdem noch Professor Trumpert au den Prälaten als Präsidenten des hessischen Verwaltungs­rates der Gustav Adolf-Stiftung toastet halte, sprach der Gefeierte in tiefempfundenen, humorgewürzten Worten allen Festgenossen seinen wärmsten, aus innerstem Herzen kommenden Dank für alle die großen Ehrungen aus. Kirchen­rat Kalb Henn gedachte noch in launiger Rede der vier anwesenden Söhne des Prälaten, wofür Dr. med. Habicht herzlichst dankte. Der letzte Redner ioar Dekan Ellen­berg e r von Ortenberg, der dem langjährigen, treubewähr­ten Superintendenten von Oberhesfen ein Hoch widmete.

Unter der langen Reihe von telegraphischen und brief­lichen Beglückwünschungen, die im Laufe des Nachmittags eintrasen, befand sich auch ein Glückwunschtelegramm der Großherzogin Viktoria Melita aus Nizza, das in warmen Worten der langjährigen treuen Wirksamkeit des Jubilars an der Spitze der hessischen Landeskirche gedachte. Es sandten ferner Glückwünsche die zu einer Tagung in Frankfurt versammelteFrankfurter Konferenz" der hessi­schen Geistlichen, Oberhofmarschall General von Westerweller Exz., Senatspräsident Schäfer, Geheimerat Dr. Schäffer, Geh. Kirchenrat D. Köstlin, Geh. Justizrat Dr. Osann L, Geist­licher Rat Dr. Elz hier, Geh. Regierunasrat Haas, erster Präsident der Zweiten Kammer, der Zentralvorstand der Gustav Adolf-Stiftung in Leipzig. (Darmst. Zta.)

Auch mir wünschen, daß es dem Gefeierten vergönnt sein möge, noch lange Jahre sich der Liebe und Verehrung zu er­freuen, die ihm stanz Hessen, insbesondere aber unsere Pro­vinz Oberhessen in so hohem Maße entgegenbringt, und daß er noch lange in dem Segen wie bisher unter uns wirken möge.

Deutsches Reich.

Berlin, 6. Febr. Der Kaiser ließ der Gemahlin des Reichskanzlers zu ihrem heutigen Geburtstage durch den Generaladsutanten v. Scholl ein großes Arrange­ment der kostbarsten Nelken und weißem Flieder überreichen. Der Kaiser sprach heute Vormittag beim Reichskanzler vor und hörte später im königlichen Schlosse die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabes der Armee und des Cyefs des Militarkabinetts.

Nach Mitteilung des Vorsitzenden der Budget- Kommission Grafen Stolberg belaufen sich die bisherigen Abstriche auf 5y2 Million en Mark. Morgen wird die Weiterberatung fortgesetzt.

Dem preußischen Landtage ging heute der Gesetz­entwurf zur Abänderung der Gesetze betr. die Landes­bank in Wiesb aden, ferner der Gesetzentwurf betreff, die Landeskreditkasse in Kassel zu.

Die jüngst erfolgte Verschärfung der Zoll- beftimmungen an der russisch-preußische n Grenze auf russischer Seite ist nicht handelspoli­tischer Natur, sondern richtet sich gegen die groß-pol­nische Gefahr, die von der russischen Regierung in vollem Maße berücksichtigt wurde und durch die nach Art der Wreschener Vorfälle in den letzten Tagen vorge­kommenen Ausschreitungen bestätigt worben ist. Tie gründ­liche Zoll-Revision, die sowohl an der preußischen wie an der galizischen Grenze angeordnet worden ist, soll die Einfuhr lolitischerDrucksachenu.nbTruckschriftenver- hindern. Teshalb ist auch eine Verstärkung der politischen Grenzpolizei in den russischen Grenzbezirlen erfolgt.

Tie in Chemnitz tagende Konferenz der sächsi- chen Geistlichkeit beschloß,dasLandestonsiftorium zu ersuchen, einen lutherischen KirchenbundDeutsch- lande herbeizufuhren.

Ter Reichstag verurteilt die Vertreter des Reichs- marineamts zu einer Geduldsprobe. Seit zwei Tagen chon warten Staatssekretär von Tirpitz und seine Ab­teilungsvorstände während der Dauer der Plenarsitzungen darauf, daß die Beratung über den Etat des Reichsamts )es.Inneren zu Ende kommt. Doch die Volksvertreterver­beißen fief)" diesmal förmlich in die Einzelheiten des vielgestaltigen Etats. So oft auch ein Marineoffizier im Saal erschien, um nach dem Stand der Dinge zu sehen, mmer wieder mußte er dem Staatssekretär melden, daß die Herren nach wie vor am Debattieren seien. Uebrigens ergriff in der heutigen Erörterung der Positionen des Reichsamts des Innern auch Graf Ballestrem, der Prä- ident, das Wort, und zwar zum ersten Mal in seiner Eigenschaft als Abgeordneter. Er sprach zum TitelAus- chmückungskvmmission des Reichstags", in Erwiderung auf eine humoristische Rede des Abg. Teinhardt (nl). Das Parguett lauschte dem Vortrage des Präsidenten mit voller Aufmerksamkeit und spendete einhellig Beifall. Im wei­teren Verlauf der Distussion nahm dann die Volksvertret­ung das Interesse chres Präsidenten insofern wahr, als ie energisch die endliche Fertigstellung des bereits feit sechs Jab reu im Bau begriffenen Reichstags-Präsidialgebäudes orderte. Das langsame Fortschreiten dieses Baues muß n der That Erstaunen erregen. Weniger erstaunlich dürfte ein, daß auch heute wieder die Schatten des Zolltarif­entwurfs in die Diskussion hineinfielen. Abg. v. Kar- dorft (Rp.) hielt der Linken vor, daß sie den Kampf gegen den Zolltarif brutaler führe, als die Engländer den gegen die Buren, was mit großem Halloh aufgenommen wurde. So war schließlich die Stunde heran gekommen, da die Versammlung sich zu vertagen pflegt Man sah den Adlatus des Marinestaatssekretärs, den Kapitän zur See Capelle, sich zum Vizepräsidenten Graf Ballestrem begeben.

W herrscht in der inneren Politik die gedrückte Stimmung vor dem Sturme. Ueberall hat man in parla­mentarischen Kreisen die Empfindung, daß baldetwas geschehen" werde. Von mehreren Fraktionen sollen bereits vertrauliche Weisungen ergangen fein, mit den Vorbereit­ungen für Neuwahlen nicht zu zögern. Auch heute wieder hatte der Kaiser mit dem Grafen Bülow eine Besprechung.

TieKreuzztg." wiederholt zwar heute abend, sie halte den Zeitpunkt für enbgiltige Erklärungen der Ver- bün beten Regierungen noch nicht für gekommen, da Be­schlüsse des Reichstages wegen Erhöhung der Getreide- Mindestsätze nicht vorliegen aber, wenn es richtig ist, daß die Regierung Überhaupt in keine Erhöhung, auch nickt in die von derKreuzztg." befürwortetemäßige" Erhöhung der Getreidezölle einwilligen will, dann braucht eine Verständigung der Mehrheitsparteien, etwa auf der Grundlage des 6 Mark-Zolles, von der Regierung nicht erst abgewartet zu werden. Tie Regierung begeht, wenn sie der Mehrheit Zell läßt, zu einer solchen Vereinbarung, insofern einen taktischen Fehler, als bei einer Reichstags­auflösung von vornherein die Befürworter weiterer Zoll­erhöhungen in einem Buudesverhältnis sich befinden wür­den, sodaß schon dadurch mit der Wiederkehr eines ganz ähnlich zusammengesetzten Reichstages zu rechnen wäre. Tas aber ist nicht die Absicht der Regierung. Darüber ist keine Täuschung möglich: Alle Konservativen, ohne jede Ausnahme, lehnen die weitere Mitwirkung am Zolltarif­entwurf ab, sobald die Regierung sagt: Unter keinen Um­ständen höhere Getreidezölle. Tann ist die schutzzöllner- ische Mehrheit völlig aufgelöst; das Zentrum, die Na­tionalliberalen können geteilter Meinung über die land­wirtschaftlichen Zölle, die Vorlage nicht halten. Die Frei­sinnigen und Sozialdemokraten geben ihr den Rest.

Graf Bülow sieht nunmehr klar genug,wie der Hase läuft." Ter Hase ist schon gar nicht mehr zu erblicken. Kein Jäger lauft dem Hasen nach. Daß die preußische Re- Serung die Kanal-Niederlage nicht mit der Auflösung des igeordnetenhauses beantwortete, das ist ihr oft genug verdacht worden. Bliebe alles im Geleise auch beim Scheitern des Zolltarif-Entwurfs, so würde die Autorität der Regierung zweifellos darunter leiden. Cs bleibt in diesem neuen Falle kein anderer Weg als der Appell an die Wähler. Die Stimmung an den maßgebenden Stellen soll auch durchaus darnach aussehen. Vermutlich wird noch eine letzte Warnung erfolgen, und, wenn auch diese ohne Eindruck bleibt, oder mit einer Gegenerklärung be­antwortet wird, nach Fertigstellung des ReichshauShalts- etats der Existenz des gegenwärtigen Reichstags ein Ziel gesetzt werden.

DieNordd. Allg. Zta." erwähnt die von uns gestern wiedergegebene Meldung derNationall. Korr." nicht, daß eine bündige Erklärung her Verbündeten Regierungen be- vorstehe^, aber das offiziöse Organ giebt die Auslassungen derSüdd. Reichskorresp." wieder, die wir gestern schon unseren Lesern unterbreiteten.

Zur Ieier des 80. Keöurtstages des Frälateu D. Kaöicht.

Darm städt, 5. Februar.

im erstenmal im Jahre 1848 hervorgetreten ie edelsten Männer unseres Vaterlandes er- hnet er heute noch zu seinen höchsten irdischen Idealen. Eim große Hoffnung jener Tage, die Errich - einigen Deutschen Reiches mit einem thatkraftigen Kaiser an der Spttze, i|t in Erfüllung gegangen. Eine andere, daß wir es auch zu einerdeutschenevan­gelisch en Kirche bringen möchten, harrt noch auf ihre Verwirklichung. Wir müssen dem Herrn Prälaten das Zeug­nis geben, daß er. mit dem edelsten Optimismus au dieser

Eine kurze Zwiekprach' dann packte alles, was Marine- uniform trug, Akten und Notizen zusanunen. Herr von Tirpitz selbst hatte den Sitzungssaal nicht betreten. Er hielt sich ständig im Ministerzimmer auf, wobl dieRecht­fertigungsrede" in Sachen betneuen" Marinevorlage vor­bereitend. ZumAnkläger" hat die sozialdemokratische Frak­tion, wie verlautet, den Abg. Bebel bestimmt; es wird also zunächst morgen Freitag eine bewegte Sitzung werden. Der Marinestaatssekrctär begleitet bekanntlich am 15. d. M. den Prinzen Heinrich auf der Amerilasahrt, er wird somit frischweg vom parlamentarischen Lzean in den atlantischen Ozean steuern. Wer möchte bestreiten, daß er sich auf demgroßen SBaffer" Wohler fühlte?

Preußisches Abgeordnetenhaus.

Erste Beratung des Gesetzentwurfs über die juristi­schen Prüfungen und die Vorbereitung zum höheren Justizdienst. Justizminister Dr. Schön­stedt führt aus, das Wachsen der Ausgaben der Recht­sprechung machten ein intensiveres Studium erforderlich; die Verwaltung wolle daher das Studium um ein Se­rn e st e r verlängern. Eine Vermehrung der P r ü f u n g e n halte er aber für ein Unglück. Er halte es für nützlich, wenn die Studierenden auf mehrere Universitäten gehen; das trage zur Ausaleick- ung der Gegensätze zwischen Nord-unoSüd- deutsch land bei. Durch ein Zwischenexamen würde diese Freizügigkeit beschränkt werden. Alltus-Minister Dr. Studt bemerkt, er gehe von dem Gedanken aus, bei denjenigen Abiturienten, denen lateinische Kennt­nisse nicht genügen, eine Ergänzungsprüf­ung stattfinden zu lassen. Abg. Krause-Waldenburg erklärt sich im Namen der Freitonservativen mit der Ten­denz des Entwurfs einverstanden und beantragt die Ueberweisung an eine 21 fiebrige Kommission. Abg. Porsch (Ztr.) bemängelt die Zulassung der Realabi­turienten, ist im übrigen mit der Vorlage einver­standen, andererseits sei ein Teil seiner politischen Freunde gegen eine Aenderung des bestehenden Zl. ninbes. Abg. Jrmer (kons.) kann die Zustimmung leiner Partei zum Entwurf nicht in Aussicht stellen, es se> denn, daß sich wesentliche Bedenken in der Kommission beseitigen lassen- Abg. Friedberg (nl) glaubt, daß iwui verschiedene Fragen in der Kommission zu besprechen jnib. Minister des Innern Frhr. v. Hammer st ein eruärt, der Ent­wurf über die Reform des höheren Verwalt­ungsdienstes befinbe sich im Stadium lommissari- scher Verhandlungen, er werde so bald wie möglich vor­gelegt werden. Abg. Träger (fretf. Vp.) spricht sich gegen eine Verlängerung des Studiums aus. Abg. Pcl- tasohn (frei). Vg.) schließt sich trotz verschiedener Be­deuten dem Wunsche auf Kommissionsberaiung an. Der Entwurf geht au eine 21 gliebrige Kommission.