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7.2.1902 Erstes Blatt
 
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Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Seffischeo Landwirt die Siebener Familien, diktier viermal in der

Woche beigelegt DtotaHon8brucf u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Stein­druckerei (Pietsch Erben) -iedaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st raße 7.

Ldrefle für Depeschen: «nzetger Gießen.

Aernsprrchanschluß Nr. 51.

Erstes Blatt. 152. Jahrgang Freitag 7. Februar LSOS

Gießener Anzeiger «

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Amts- und Anzeige« für den Kreis Gietzen Hüt

wj L*?- l zeigenteil: Hans Beck.

IourvaNstische Kochstapelei.

Die in jedem anderen Berufe, so giebt es auch in der deutschen Journalistik Existenzen höchst bedenklicher Art- Wrr haben heute nicht die Absicht, von einem heute nock sehr unreifen Früchtchen zu reden, das in unserer nächsten Nähe zu einem üblen Giftgewächs sich zu ent­wickeln im Begriffe steht, sondern wir wollen diesmal in die Ferne schweifen.

Eine frevelhaftere Hochstapelei hat selten jemand ge­trieben, als ein gewisser Kaulitz, der sich, um die Spur früherer Gaunerstreiche zu verwischen, Farlow nennt, denn er hat die Gedanken eines Fünfzig-Millionen- Volkes irregeleitet und zwischen zwei Kulturvölkern Un- srieden gesät. Kaulitz-Farlow isst nämlich der Ehrenmann, der bei Ausbruch des südafrikanischen Krieges in London die berüchtigteLondoner Kabelkorrespondenz" begründete. ES ist längst Erwiesen, daß diese Kabelkorrespondenz, die mit ihren Nachrichten allen großen englischen Zeitungen vorauseilte, während des ganzen Krieges nicht ein ein­ziges Kabeltelegramm vom Kriegsschauplätze erhalten hat, daß alle ihre Meldungen in London aus den Fingern gesogen sind; aber dieser Nachweis hat wenig gefruchtet- Mohl sagten sich einige deutsche Zeitungen von der Lügentorrespondenz los, aber der größere Teil der deutschen Presse blieb ihrem Herausgeber treu, auch als dieser nach Berlln übersiedelte und dort denKontinen­talen Preßvecband" gründete. Erft da, als Kaulitz-Farlow die politische Brunnenvergiftung, die auf dem Gebiete der Kriegslügen nichts mehr einbrachte, unter den Augen der deutschen Presse mitten im eigenen Lande mit gött- Ucher Frechheit auf andere Gebiete zu übertragen wagte, erwachte der deutsche Michel und leuchtete dem frechen Gesellen ins Gesicht llnd da kamen denn erbauliche Dinge ans Tageslicht. DieKönigsb. Hart Ztg." stelll folgendes Sünden reg ist er des sauberen Patrons zusammen: Kaulitz, aus Braun sch iveig gebürtig, wurde in den siebziger Jahren zu Leipzig Sozialdemokrat, holte sich durch die erfolgreich Verhetzung der Arbeiter im Saarrevier, die er mit Hilfe der von ihm gegründetenFreien Bolts- stimme" betrieb, wegen Aufreizung zum Klassenhaß (St-

§ HO und 130) 21/2 Jahre Gefängnis, während er bei den Sozialdemokraten selbst als Spitzel galt, wurde dann in London anarchistischer Genosse Johann Mosts und Mitglied des Anffichtsrats für dessenFreiheit", bis ihn Most wegenUnklarheiten" in der Kasse an die Luft Bte, gründete 1882 eine als Manuskript gedruckte Kor- wndenz, die bald verkrachte, entwich aus London, als bei einem Brande in seinem Hause herausftellte, daß er doppelt versichert hatte, kehrte nach einem halben Jahre als Farlow wieder zurück, gründete eine Schule für Journalisten und eine Darlehnsbank für Kavaliere, mußte wegen Prellereien abermals aus London verschwin­den, wurde auf Grund des Sozialistengesetzes aus Ber­lin ausgewiesen, taufte dann in Magdeburg dasNeue Magdeb. Tagbl.", das er in sozialdemokratisches Fahr­wasser lenkte und darin zum Scheitern brachte; flüchtete, wegen Majestätsbeleidigungen steckbrieflich verfolgt, nach Brüssel, that hier das berüchtigte internationale Kor- refpondenzbureauAgence Beige" auf, mit dem er sich beim japanisch-chinesischen und beim spanisch>-amerikani- schen Kriege im Erfinden von Kriegsnachrichten übte, und machte endlich seinen größten Coup bei Beginn des süd- afritanischen Krieges mit derLondoner Kadelkorrespon- denz". Unter schlauer Benutzung der edlen Gefühle des deutschen Volkes für den Erhaltungskampf des Burew- völkleins und der Abneigung gegen England und eng­lische Weltpolitik log er das Blaue vom Himmel, und der deutsche Michel nahm seine gedruckten Lügen gläubig hin. Nun ist er entlarvt, dieser Ehrenmann, der mit den edelsten menschlichen Gefühlen schamlosen Schacher trieb. Er Hal gewiß eine langeBerichtigung" dem genannten Blatte in Königsberg zugesandt, sowie ,auch derPost" in Berlin, die diese Ausführungen des ost- preußischen Blattes zuerst abdruckte; jedoch dieKgsb. Hard Ztg." begleitete die vortreffliche Auslassung des Herrn Farlow-Zwulitz, der eine Anzahl nebensächlicher Be­merkungen richtig stellte, die Hauptsache aber mit großer Vorsicht schlau und scheu umging, mit folgendem viel­sagenden Zusatze:

Wir haben, bevor» »n-r unser Material der Oeffent- lichkeit Übergaben, uns genau'-uber die dort aufgestellten Behauptungen über Herrn'.Kaulitz unterrichtet, und sind eventuell bereit, auf Gründ» unserer Feststellungen den Beweis der Wah-rch^it anzutreten. Im übrigen sind ähnliche Vckrw'ürfe wie von uns gegen Herrn Kaulitz schon im Hähre 1899 vomBerl. Tgbl." und von derFrkf. Ztg»-" erhoben worden. Die um­fangreicheBerichtigung" des Herrn Kaulitz, soweit sie überhaupt eine solche ist,?wird daher nur sehr wenig Glauben finden." > w

Tas dürfte fürs erste über diesen Herrn genügen, und wir wollen uns nun einem zweiten höchst bedenklich betriebsamen Zeitungsmanns- zuwenden.

Sobald in dem politischen Verhältnis zwischen Deutsch­land und den Vereinigten Staaten irgendivelche Aend^r- ungen zum Besseren oder zum Schlechteren eintreten, sofort taucht Herr Poulteney Bigelow aus der Versenkung auf, um vom Katheder aus seine tiefgründige Weisheit zu verkünden. Leider ist dieser angenehme Herr irgendwie in den Ruf gekommen, ein Freund und Kenner Deutsch­lands zu sein, so daß seine Herzensergüsse auch in Deutsch­land eine gewisse Beachtung zu finden pflegen- So kann dieser Herr denn ungehindert sein trauriges Handwerk werter treiben, und die bestehenden Gegensätze noch mehr verschärfen. In herzerfrischender Weise wird er aber von derBraunschw. Landeszkg." jetzt seines Talmiruhmes ent­kleidet- Das Blatt schreibt: Ein ganz gefährlicher politi­scher Hochstapler ist der Amerikaner Poulteney Bigelow- Er ist in Deutschland erzogen, und der Zufall hat ihn seinerzeit auf das Kasseler Gymnasium verschlagen, als der Kaiser dasselbe besuchte. Er freundete sich dem Prinzen an, näherte sich ihm bann wieder in Bonn und wußte sich in seine nähere Umgebung einzudrängen. Lange spielte er alsFreund des Kaisers" eine ge­wisse Rolle, bis er sich diese Beziehungen verschloß, in­dem er sie geschäftlich fruktif.zierte und taktlose Veröffent­lichungen über den Kaiser machte, was den Kaiser natür­lich bewog, Herrn Bigelow für alle Zukunft seine Thür zu verschließen. Von dem Momente an war der saubere Jndustrieritter zum gehässigsten Gegner Deutschlands ge­worden.

So hält er feit einiger Zeit in den Bereinigten Staa­ten Vorträge, in denen Deutschland die Hauptrolle spielt- Ta man in Amerika weiß, daß er lange Jahre in Deutsch­land zugebracht hat, so hält man ihn vielfach für einen guten Kenner Deutschlands, und er selbst ist bemüht, als ein in die Geheimnisse der deutschen Politik tief Ein­geweihter zu erscheinen- In den Städten des Ostens hat die Presse von seinen Vorträgen, die er ausschließlich vor einer kleinen Zuhörerschaft aus den Kreisen der Uni- verslläten und Hochschulen hält, fast gar keine Notiz ge­nommen- Auch im Westen, wo er sich jetzt befindet, würde das große Publikum wenig von ihm hören, wenn er nicht seit und wegen der Ankündigung des Besuches des Prinzen Heinrich angefangen hätte, in seinen Vor­trägen einen sensationellen Ton anzuschlagen. Als den Zweck seiner Reden, bezeichnet er, den Amerikanern die Notwendigkeit dazulegen, sich zu einem wehrfähigeren Volke zu machen- Er hat zlvar an Deutschland vieles, meist alles, zu tadeln, doch für das deutsche Militär­system findet er immer nur Worte der höchsten Bewun- rerung- Ja, er wünscht, daß die Vereinigten Staaten )as deutsche Mikitärwesen einführten, soweit dies mög- ich sei- In einem in Chicago gehaltenen Vortrage über diepolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten" sagte er in der That nicht ein Wort über dieses Thema, sondern er stellte, ohne auch nur den geringsten Versuch eines Beweises dafür zu machen, die Behauptung auf, ein Krieg mit Deutschland sei nur eine Frage der allernächsten Zeit- Und darum, und das ist fein A und O, müßten die Amerikaner sich wehrhaft machen; sie müßten den Deutschen militärisch ebenbürtig werden, sonst dürfte es ihnen passieren, daß eine deutsche Armee von 100000 Mann sich über Nacht in Südamerika so festsetzen könnte (!), daß die Vereinigten Staaten mit ihrer ganzen gegenwärtigen Machr sie nicht wieder zu vertreiben im stände wären- Vor- ausjichtlich hat dieser traurige politische Jndustrieritter

seine Rolle auch in Amerika bald auSgespielt, wie Herr Kaulitz-Farlow in Deutschland und Qmglanb und ein anderer Mensch anderswo-

Politische Tagesschau.

Fürsten auf Reisen.

Man schreibt uns aus Berlin: Wir leben in einer Zeit der Besuchsreisen hochgestellter Persönlichkeiten. Prinz Heinrich nimmt den Kurs über den Ozean; der österreichisch» ungarische Thronfolger ist, in Erwiderung deS vor­jährigen Wiener Besuchs Großfürst Michaels, in Petersburg eingetroffen; ebendorthin sind für den Frühling und Sommer Reisen des Präsidenten Loubet und Kaiser Wilhelms verabredet oder m Aussicht gestellt. Auch der greife Herrscher Oesterreichs soll wieder einen Besuch am Berliner Hof planen, und daß Kaiser Wilhelm und König Eduard m nicht ferner Zeit erneut zusammentreffen werden, ist sehr wahrscheinlich. 9tur der Herrscher Italiens beobachtet inbezug auf Reisen außer Landes Zurückhaltung. Er hat seit seiner Thronbesteigung weder in Berlin noch in Wien Besuche abgestattet, und die zeitweilig auflauchenden Meldungen von einer projektierten Reise des italienischen Königspaares nach Petersburg werden stets prompt dementiert. Es ist auch nicht zu ersehen, was den König Biktor Emanuel zu einer Fahrt an den Zarenhof veranlassen sollte, wenigstens, solange Besuche bei seinen 93er- bündcten noch ausstehen. Den Grund für die Reiseunlust des italienischen Regenten auf politischem Gebiet zu suchen, wäre verfehlt. Eher dürften ökonomische Rücksichten inbetracht kommen. Solche Auslandsreisen erfordern bedeutende Summen, und der König ist, wie bekannt, sehr haushälterischer Natur.

Der Fall Bredenbeck.

In der Mittwochssitzung der Petitionskommisston deS Reichstags führten die Proteste mehrerer Schriftsteller-Vereine gegen die Fesselung deS sozialdemokratischen Redakteurs Bre­denbeck in Dortmund zu lebhafter Debatte.

Der Regierungskommissar Dr. v. Tischendorf er­klärte, die Fesselung sei nicht vom Gericht, sondem von der Polizeibehörde in Dortmund angeordnet worden. Sie habe habet die Vorschriften über die Fesselung von Gefangenen, die 1894 erlassen worden sind, nicht be­achtet und eS sei ihr deshalb von der Regierung die Miß­billigung ausgedrückt worden. Im übrigen sei Bredenbeck früher Bergmann gewesen, er habe nur vom April bis De­zember 1900 als Redakteur gezeichnet und sich während dieser Zeit neun Prozesse wegen Beleidigung zugezogen.Genosse" Ledebour hob hervor, daß es ganz gleich sei, ob cs sich um einen sogenanntenSitzredakteur" oder um einen wirklichen Redakteur handle; zudem sei Bredenbeck wirklicher Redakteur gewesen, der sich durch Begabung und Fleiß vom Bergmann zum Schriftsteller entwickelt habe. Mit deut Verweis, den die Polizei in Dortmund erhalten habe, sei es nicht gethan. Es müsse gesetzlich feftgelept werden, daß Personen, die wegen ihrer öffentlichen Thätigkeck angeflagt werden, nicht der ent­ehrenden Behandlung unterworfen sein dürfen, die für den sogenanntengemeinen" Verbrecher vorgeschrieben sind. Er beantrage deshalb Ueberweisung zur Berücksichtigung.

Dr. Müller-Meiningen (frf.) hält den Fall Bredenbeck für geeignet, auf Erfüllung der seit 30 Jahren vom Reichstag wiederholt geltend gemachten Forderung auf reichsgesetzliche Regelung des Strafvollzugs zu bringen. Es gehe doch nicht an, die Fesselung mit dem Hinweis auf die Dichtheit der Bevölkerung und die Nähe der Landesgrenze zu begründen, wie es der Oberbürgermeister von Dortmund gethan habe. Lenzmann (freif.) bringt zum Ausdruck, daß die empörende Behandlung geradezu aufreizend gewirkt habe, daß Redakteur Bredenbeck sie wegen seiner Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie habe erdulden müssen. Wie zuvorkommend seien dagegen die Herren vom Klub der Harmlosen, der Freiherr v. Hammer- tein ober derDuellmörder" Falkenhagen behandelt

Feuilleton.

** Das Ende der Darmstadter Künstlerkolonie. Das Ministerium des Innern teilt der Zweiten Kammer mit, daß die Regierung die Anforderung unter Kapitel 87 Titel 3, Beitrag zur Darmstädter Künstlerkolonie 20,000 M., zurück- zieht. Dagegen rotrb unter Vorbehalt mündlicher Begründung im Ausschüsse und im Plenum der Kammer bean­tragt, die 'Anforderungen zu: a) Kapitel 84 Titel 2 Ziffer 8 (Anlage 23), Unterstützung der Werkstattlehre von Handwerks­lehrlingen und zur Abhalllmg von Kursen für Meister und Gehilfen, kunstgewerbltcher Kursus an der Central­stelle", sowie b) Kapitel 86 Titel 4 (Anlage 25),Sonstige Förderung von Handwerk und Kunstgewerbe, zur Veranstaltung von Fachkursen an gewerblichen Lehranstalten", um je 7500 Mk., also im Ganzen um 15,000 Mk. zu er­höhen, sodaß sich gegenüber der ursprünglichen Anforderung zum Kapitel 87 Titel 3 eine Ersparnis von 5000 Mk. ergiebt. Diese Regierungsvorlage besagt nichts mehr und nichts weniger, als daß die Darmstädter Künstler­kolonie nach kurzem EinjahrZleben zu bestehen auf­

gehört hat. Sic transit gloria mundi! Wir bedauern es aufrichtig, daß die Bemühungen unseres kunstbegeisterten Landesherrn, die hessische Residenzstadt zu einer deutschen Kunststadt zu machen, vergeblich gewesen sind. Reiche Fruchte hat das DarmstädterDokument deutscher Kunst" trotzdem getragen und viel dazu gethan, in breiteren Kreisen die Grenzen des Geschmackes wesentlich zu erweitern, das Verständnis für die Moderne zu erwecken, zu entwickeln und zu vertiefen.

DieAlexandralocke". Man berichtet aus London: Zu Ehren der Königin Alexandra haben Damen der eng­lischen Gesellschaft jetzt die Mode angenommen, die sogen. Alexandralocke" zu tragen. Wenn die Krönungszeit mit all ihrer Pracht kommt, wird dieAlexandralocke" zu ihren charakteristischen Merkmalen gehören. Diese Locke hat sogar schon eine Geschichte. Die Mode geht auf eine Laune der Königin zurück, als sie eine ganz junge Frau war. Als die schöne Frau vor fast 40 Jahren nach England kam, trug sie eine lose, über die linke Schulter hängende Locke, natürlich nur zu einem Gesellschaftskleid, denn die Frisur wäre bei einem hohen Kleide nicht wirkungsvoll gewesen. Aber die Mode wurde bemerkt und viele Silber der Prinzessin von

Wales zeigen diese Locke. Vor einigen Jahren wurde diese Mode in der Newyorker Gesellschaft durch den überraschenden Erfolg des RomansJanice Meredith" wiederbeledt, und nach seiner Dramatisierung kam die Locke auch auf die Bühne. Nun ist die Mode nach England gekommen, und Frauen, die fürchten, von ihrem eigenen Haar keine Locke bllden zu können, kaufen eifrig diese Ergänzung zu ihrer Frisur.

Bei uns in Gießen könnte wohl eine andere Alexandra­locke bei unserer Damenwelt beliebt werden. An ihrem Benefiz- abenb trug Frl. Hohenfels alsAlexandra" eine rotblonde Perrücke, von der sich hinten unterhalb des Haarknotens fort­während ein Löckchen loSlösH, das trotz aller Bemühungen unserer vortrefflichen Künsllerin eine geradezu boshafte Kon­sequenz im Wiebererscheinen zeigte. Das Löckchen wollte und wollte nicht sich verbergen lassen, lugte immer aufs neue neu­gierig hervor unb baumelte munter unb daseinsfroh hin und her. Nehmen wir an, diese Locke hätte sich in dieser Beharr­lichkeit bei einer Darstellung der Alexandra durch die große französische Bühnenbeherrscherin Sarah Bernhard gezeigt, am nächsten Tage schon hätten vielleicht die eleganten Pariserinnen diese Modenneuerung" acceptiert und liefen nun immer mit einer zappelnden Alexandralocke umher.