Ausgabe 
5.5.1902 Drittes Blatt
 
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Wvmrr und' soweit die Vorräte dem englischen Prämien-' ausgleichszoll nicht unterworfen wurden, würde der englische Bedarf, außer aus der Neuerzeugung der Prämien freien Länder, aus diesen Beständen gedeckt werden, und es könnte dadurch unmittelbar eine vollständige Stockung des deutschen Zuckerabsatzes nach England eintreten, die bei dergegen­wärtigen ernsten Lage der deutschen Zuckerindustrie für diese verhängnisvoll werden würde. Und wenn nach Aufbrauchung der vom Ausgleichszoll freien Vorräte England wieder auf den deutschen Zucker zurückgreifen müßte, wäre doch eine beträchtliche Schmälerung der deutschen Ausfuhr und in späterer Zeit deren gänzliches Aufhören zu erwarten.

In den Rübenzuckerländern, welche außer Deutschland vorwiegend an der Versorgung des englischen Marktes be­teiligt sind, hat in den letzten Jahren die Erzeugung (Doppelzentner, Rohzuckerwert) betragen: zusammen: in 1898/99 10 735 000, in 1899/1900 12 933000, in 1900/01 15 217 000 oder 1900/01 gegen 1898/99 in runder Summe mehr 4500 000 Doppelzentner, was einen Schluß darauf zuläßt, welcher bedeutender Fortschritte die Zuckererzeugung dieser Länder im Falle einer Begünstigung aus dem eng- l^chen Markte fähig sein würde. Die deutsche Zuckerindustrie wäre nicht in der Lage, für den Wegfall der Ausfuhr nach England auch nur annähernd Ersatz durch vermehrte Be- schwtung anderer Märkte zu finden.

Politische Tagesschau.

Die Antwort des Papstes

mtf die Adresse des römischen Komitees und der deutschen katholischen Vereine bei der Audienz am vorigen Montag hat in deutscher Uebersetzung nach derKöln. Vztg" folgenden Wortlaut:

Als Wir in den letzten Tagen die Scharen der Katholiken empfingen, welche von allen Seiten nach Rom geströmt waren, uni ihre Wünsche darzubringen, beseelte Uns schon der Gedanke an euer Volk, und Unser Herz verlangte nach eurer Gegenwart. Heute sehen Wir endlich Unser erwartungsvolles Verlangen gestillt. Da also Unser Wunsch erfüllt ist, freuen Wir Uns, geliebte Söhne, über eure Ankunft und sagen euch dafür Dank.'

Mit Recht habt ihr gesagt, daß die Wohlfahrt eures deutschen Vaterlandes Unserem Gedächt­nisse immer tief eingeprägt sei; daß es auch jetzt noch und fürderhin, so lange Wir leben, der Fall sein wird, das thun Wir gern Lund und geben Unser Wort darauf. Und es fehlt fürwahr nicht an Grund, daß Wir um euch besorgt sind. Wenn Wir nämlich die katholischen Völker in euerem Lande be­trachten, so sehen Wir, wie chr selbst euch bekennt, daß sie noch von alten Spaltungen bedrängt und be­unruhigt werden; und es fehlt selbst unter den Katholiken nicht an Leuten, welche neuen An- schauungen allzusehrergeben sind und dadurch Uneinigkeit unter den Gemütern anrichteu.

Jedoch, geliebte Söhne, besteht die Hoffnung und Zuversicht, daß sowohl die Spaltungen der früheren Zeiten, welche noch andauern, als auch die Voreingenommenheit der Meinungen, die Wir erwähnten, mit Hülfe der Zeit und durch den Gang der Dinge beseitigt werden. Es besteht die Hoffnung, und Unser Herz freut fich der Hoffnung, daß die, welche von der Kirche getrennt sind, welche eins sein und auf Petrus sich stützen muß, da ja sich einstens mit ihr vereinigen werden; ja, mit der von Christus, unserem Gott, gestifteten Kirche, auch Christus nirgends anders als nur auf Petrus die Kirche, die er die seinige nannte, zu bauen ver­sprochen hat.

Mas euch nun betrifft, geliebte Söhne, so vermehrt die Freude, welche Uns euer Anblick bereitet, noch euer Vorsatz, wiederzutommen nach Rom, und zwar mit einer noch größeren Schar, wenn Wir, falls Gott Uns die Lebensdauer gnädig verleiht, das 25. Jahr Unseres Ponti- kates in Wirtlichkeit vollenden.

Und eurem Vaterlande, wie sollle man chm wegen dieser Gesinnung nicht alles Gute von Gottes (Äite . wünschen? Jetzt schon wünschen Wir demselben von ganzem Herzen alles Ersprießliche. Euch aber erteilen wir zum Zeichen Unseres Wohlwollens in aller Liebe den apostolischen Segen als Unterpfand göttlicher Gaben. ___L l_l_

Das englische Finanzgesetz.

Das am Samstag in endgilliger Form veröffentlichte Finanzgesetz setzt einen Zoll fest von 3 Pence für den Zentner Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Mais, Buch­weizen, Erbsen, Bohnen (nicht frisch), Johannisbrot, Linsen, Reis (anderen als ganzer, gereinigter) und Abfälle der er­wähnten Artikel; ferner einen Zoll von 5 Pence aus Mehl, Grütze ans obigen Artikeln, sowie auf Stärke, Arrowroot, Kassava-Pulver, Tapioka, Kartoffelmehl, Sago, Malz, Perl­graupen, Reis (ganzen und gereinigten). Das Gesetz be­stimmt ferner: Boni 7. Mai ab wird auf die zur Wiederaus­fuhr bestimmten Artikel der oben bezeichneten Arten, welche in Großbritannien oder Irland den Fabrikations- oder Zubereitungsprozeß durchgemacht haben, Stückvergütung ge­währt, ferner wird Rückvergütung gewährt aus die in Groß­britannien und Irland zubereiteten Waren, wozu vom Aus­land eingeführte Getreidearten benutzt sind. Die Rückver­gütung erfolgt in Höhe des für solche eingesührten Ge- treidesorten gezahlten Zolls. Rückvergütung wird ferner gewährt für die in Entrepots gelagerten Artikel, die zum Gebrauch als Schifssvorräte bestimmt sind.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

Berlin, 3. Mai.

Der Präsident erbittet und erhält vom Hause den Auftrag, die T e i l n a h m e des Hauses anläßlich des Todes des Prinzen Georg von Preußen auszudrücken. Der Gesetzentwurf betr .Aenderung der Vorschrif­ten über die Kompetenzkonslikte zwi schein den Gerichten und den Verwaltungsbehörden wird in dritter Lesung debattelos nach der Regierungsvor­lage angenommen. Sodann werden fünf Berichte der Rechnungskommission in einmaliger Beratung er­ledigt. Abg. Sattler (nl.) spricht seine Anerkennung über die gründliche Arbeit der Kommission aus; er müsse aber seiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, wie die Landwirtschaft Verwaltungsausgaben habe machen kön­nen, wie sie hier nachträglich genehmigt werden sollten. Er hoffe, daß künftig jedes Ressort der Verwaltung sich, bevor es solche Ausgaben mache, mit dem Finanzrcssort darüber verständige. (Beifall links.) Die Anträge der Rechnungs­kommission werden angenommen.

Aus Sta-t und Sand.

Gießen, 5. Mai 1902.

** Versetzung. Der seither am Kreisamte Worms thätig gewesene Regierungsassessor Dr. Michel wurde mit Wirkung vom 1. Mai ab dem Gr. Kreisamt Heppenheim a. B. zugewiesen. .

** Ernennungen. Ernannt wurden der Gesangen­aufseher am Landeszuchthaus Marienschloß Reu hl zum Gesangenwärter am Hastlokal Altenstadt unter Belassung dem AmtstitelsGefangenausseher" mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an, und die Vorarbeiter bei der Main-Neckar-Eisenbahn Kögel aus Ober-Ramstadt und Raab saus Darmstadt zu Nionteuren bei dieser Bahn.

** Von der Post. Unfallmeldungen zur Her- beirnfung von Hülse in Unglücksfallen (bei Feuers- oder Wassersgefahr, in Krankheitsfällen, bei nächtlichen Dieb­stählen und dergl.) können jetzt nicht allein in Form von Telegrammen, sondern auch durch Unfallmelde-Ge- spräche übermittelt werden. Unfallmeldegefpräche find zwischen öffentlichen Sprechstellen, zwischen Fernsprechan­schlüssen, sowie zwischen Fernsvrechanschlüsen und öffent­lichen Sprechstellen zulässig, jedoch nur insoweit, als die Betriebs- und örtlichen Verhältnisse die Herstellung der erforderlichen Sprechverbindungen ermöglichen. Die Ab- wickelung der Gespräche unter Benutzung der Apparate der öffenllichen Sprechstellen kann aus naheliegenden Gründen während der Nacht nur solchen Personen gestattet werden, die dem Verwalter der öffentlichen Sprechstelle bekannt sind, sie ist ausgeschlossen, wenn der Apparat im Schlaf­zimmer angebracht oder die Verwaltung der öffentlichen Sprechstelle weiblichen Personen übertragen ist. Haben die Empfänger der Unfallmeldungen keinen Fernsprechanschluß, so können sie, falls es die örtlichen Verhältnisse gestatten, an den Apparat einer öffenllichen Sprechstelle herangerufen werden. Die Gebühr für ein in der Nacht abzuhaltendes Unfallmeldegespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt 1. im Ortsverkehr 20 Pfg., 2. im übrigen Verkehr das Doppelte der für ein am Tage zu führendes Gespräch von gleicher Dauer festgesetzten Sätze, mindestens jedoch 50 Pfg. Für Unfallmeldegespräche in den Dienstpausen der Ver­mittelungsstellen wahrend des Tages werden außer den gewöhnlichen Gesprächsgebühren besondere Zuschläge nicht erhoben. Für das Herbeirufen von Personen an den Apparat, soweit es sich nach den örtlichen Verhältnissen überhaupt ermöglichen läßt, beträgt die Gebühr 25 Pfg. Die Gesprächsgebühren und die Gebühren für das Herber- rufen werden auch dann erhoben, wenn das Gespräch aus irgend welchem Grunde nicht zustande kömmt.

** Fehldruckmarken. DerBörsenpreis" der FehldruckmarkenDfutsches Reich" beträgt nach den neuesten Notierungen 1,50 bis 2 Mk., da die Nachfrage augenblMich ein wenig nachgelassen hat. In Händlerkreisen ist mau der Meinung, daß die Fehldruckmarken bald ganz bedeutende Preissteigerungen erfahren werden. Das große Marken­haus Senf veranschlagt die zu erwartende Kurssteigerung bis auf 50 Mark.

** Der 19. h essisch e Feuerwehrtag findet am 19., 20. und 22. Juli d. I. in Bad Nauheim statt. Feuerivehrleute in Uniform erhallen Fahrpreisermäßigung.

** Schonet die Saaten! Jetzt, da an schönen Frühlingstagen Tausende in Golles freier Natur Erholung suchen, ist wohl die Bllte am Platze, das grüne Eigentum anderer pflichtgemäß zu schonen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß man oft dem ländlichen Eigentum nicht gleiches Recht mit anderem Besitztums zugestehen will. Da trllt man, statt auf dem Fußpfade zu bleiben, daneben auf den Saatrand. Dort bricht man Zweige, hier pflückt man leichthin und ohne besonderen Zweck Blumensträuße, um sie bald wieder, halbverwelkt, wegzuwerfen. Der Landmann erlaubt ja verständnisvollen Sammlern gern eine Freiheit, aber deshalb mahne ein Jeder Unbefugten gegenüber zum Matzhalten. Freiheit ist eine schöne Sache, aber keine Frei­heit ohne Gerechtigkeit!

Bad Nauheim, 4. Mai. Bis zum 1. Mai einschließ­lich sind 941 Kurgäste angekömmen, von denen am 1. Mai noch 797 anwesend waren. Bäder wurden 6181 ab­gegeben.

Offenbach, 3. Mai. Der soeben erschienene Bericht der hiesigen H and e ls kämm er für das Jahr 1901 spricht sein Bedauern darüber aus, daß Preußen unserem Platze die Mainabgaben-Freiheit des Umschlagver­kehrs, die es Frankfurt a M. zugestanden hat, fortgesetzt vorenthält, und seine Bewunderung, daß die Handelskammer Frankfurt a. M. diesen Standpunkt der preußischen Regie­rung befürwortet hat Offenbach habe verhältnismäßig viel größere Opfer für die Förderung der Mainschifsahrt gebracht als Frankfurt, das aus seinen Aufwendungen für Hafen- und Uferbauten Leinen Anspruch auf eine günstigere Son­derbehandlung gegenüber den übrigen betelligten Main­plätzen herleiten könne. Im übrigen werde auch die Ent­wickelung des Offenbacher Hafens dem Frankfurter Hafen kaum irgend welchen Abbruch thun. In seiner weiteren Besprechung der Verkehrsverhältnisse wiederholt der Be­richt die schon früher erhobene Forderung, daß ernstlich der Versuch gemacht werde, die dem Bau der Klein­bahnen für den Kreis Offenbachs im Wege stehenden Hindernisse endlich aus dem Wege zu räumen.

Vermischtes.

* Kairo, 3. Mai. Vorgestern wütete in Mit-Gamar am Damiette, Arm der Nilmündung, eine Feuers­brunst, wobei 50 Menschen um kam en. Etwa 100 Häuser und 200 Kaufläden sind eingeäschert worden. Der Schaden wird auf vier Millionen Mark geschätzt.

Euskirchen, 3. Mai. Heute mittag 12i/2 Uhr ent­gleiste unmittelbar vor der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof der von Düren kommende Güterzug 4081. Die Ursachen der Entgleisung sind unbekannt. Das Gleis Euskirchen-Düren ist vorläufig gesperrt, der Personen­verkehr wird durch Umsteigen bewerkstelligt. Der terialsckmden ist nicht sehr bedeutend.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 3. Mai. Heute mittag 12 Uhr wurde die diesjährige Große Berliner K'unstausftellung durch den Kultus­minister Studt in Gegenwart des Ausstellungskomitees, einer Delegation der fremden Aussteller, Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und zahlreicher Ehrengäste eröffnet. Der erste Vorsitzende des Ausstellungskomitees, Prof. K a m p f, erklärte die Thätigkeit des Komitees für beendet und wies darauf hin, daß die Ausstellung von einer großen Reihe wertvoller Kunstwerke be­schickt sei. Ter Kultusminister brachte ein Hoch aus den Kaiser, den erhabenen Schirmherrn und Förderer der Kunst, aus und erklärte die Ausstellung für eröffnet. Es folgte ein Rundgang durch die neu eingeteilten und neuartig dekorierten Räume des | Landesausstellungspalastes.

Bührreufcstspiele in Bayreuth. Wir werden ersucht,

mitzuteilen, daß bei den diesjährigen Bübnenfestspieken in Bayreuth nur noch Plätze für folgende Vorstellungen zu haben find: Parsifa l" am 31. Juu, 5., 7., 8. und 11. August,Der fliegende Holländer" am 1., 4. und 12. August. -________

Universitäts-Nachrichten.

Der a.-o. Professor für Philosophie an der Universität in Heidelberg, Dr. Hensel, hat einen Ruf als o. Professor nach Erlangen erhalten und angenommen. Die Privatdozenten an der phllosophischen Fakultät der Hochschule in Bafel, Dr. Münzer (klassische Philologie und Altertumskunde) unb Dr. Burckhardt (Kunstgeschichte) sind zu a.-o. Professoren ernannt worden.

gpielplon der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den6.Mai*):Der polnische Jude." Hierauf:Wiener Walzer." Mittwoch den 6. Mai: Drittes und letztes Gastspill'des k. k. Kainmersängers Herrn Franz Naval vom Hofoperntheater "'m Wien:Margarethe". Donnerstag den 8. Mai, abends halb'7 Lohengrin". Freitag den 9. Mai geschloffen. Samstag en 19. Mai:Die lustigen Weiber von Windsor." Sonntag' den 11. Mai:Mignon." Montag den 12. Mai geschloffen.

Schauspielhaus.

Dienstag den 6. Mai*):Emilia Galotti." Mittwoch den 5. Mai:All-Frankfurt." Donnerstag den 8. Mai, abends halb 8 Uhr: Gastspiel von Mme. Jane Hading mit ihrer Pariser Gesellschaft;Lea Demi-Vierges (Halbe Unschuld). Freitag den 9. Mai, abends halb 8 Uhr: Zweites und letztes Gastspiel von Mme. Jane Hading mit ihrer Pariser Gesellschaft:Le Lkülrrc de Forge? (Der Hüttenbesitzer). Samstag den 10. Mai:Der Fall Elemen- ceau". Sonntag den 11. Mai:Alt-Frnnkfurt." Montag den 12. Mai:Die Zeche."

*j Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Sport.

Der Wildstaud im Taunus. Im Vereinhirschgerechter Taunusjäger" gab in der letzten Versammlung der Ktzl. Forstmeister Ebze aus Königstein nachstehende intereffante Auskünfte. Danach nmfaffen die Pachtjagden im Taunus eine Gesamtfläche von 2500G Hektar (100000 Morgen), in welchen Rotwild als Stand- und Wechselwlld vorkommt. Auf dieser Gefammtfläche befinden sich ziffernmäßig ea. 250 männliche und ca. 550 weibliche Hirsche oder pro 1000 Hektar ca. 10 männliche, 25 weibliche Stück, oder pro 1000 Morgen 2 männliche, 6 weibliche im Ganzen 8 Stück. Der vorhandene Wildstand ist nicht hoch und kann als den örllichen Verhältnissen entsprechend bezeichnet werden. Ein besseres Verhält­nis kann nur dadurch erreicht werden, wenn der Abschuß an weib­lichem Wild stärker und an mämüichem Wild schwächer genommen wird. Leider werden immer noch zu viel Schießer und Sechser geschossen, sodaß auf starke Hirsche nicht zu rechnen ist. Also: Hirsche schonen, namentlich in jüngeren Jal)ren; Abutterwild weni­ger schonen und stärker abschießen, vor Allem als Schmaltiere üj den jüngeren Jahren.

Angelsport. An den Pfingstfeiertagen wird in Magde- burg der 3. Bund estag des Deutschen Analerbun- d e s gefeiert. Aus allen Gauen Deutschlands fließen reichlich Ehren­preise. Obenan steht der W a n d e r p r e i s, ein nwbern stilisirter, auf den Angelsport bezüglicher uni) in echtem Silber getriebener Pokal mit teilweiser Vergoldung; ein Meisterstück deutscher Gold­schmiedekunst, hervorgega'ngen aus der Hofgoldschmiede des Kaisers, D. Vollgold u. Sohn, Bettin. Außerdem sind eine große Anzahl von mit vielem Geschmack gewählten Preisen von den verschiedenen Gauen, Ortsgruppen, Einzelvereinen, Einzel-Mitgliedern und den Damengruppen gestiftet. Es ist allen Freunden des Angelsports, welche dies eigenartige Sportfest noch mitfeiern ivollen, zu em­pfehlen, Anmeldungen recht bald an den Fest-Ausschuß z. H. d. H. Küker, Magdeburg, Gartenstraße 11 oder an die Bundesleitung des Deutschen Anglerbundes, Berlin-U., Weißenburgerstraße 67c zu richten- Beteiligungskarten einfchl. Programm sind ebenda gegen Einsendung von 1,20 Mk. zu haben.

Arbeiterbewegung.

Madrid, 4. Mai. In der Gegend von Cuervas sind 2000 Grubenarbeiter in den A u s st a n d getreten. Eine Abord- mmg der Ausständigen verhandelt mit den Arbeitgebern.

Neueste Meldungen.

Origiualdrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 5. Mai. Die in beit Blättern veröffentlichten Britteilungen über eine angeblich bevorstehende Aushebung der 45tägigen Rückfahrkarten, die auch wir nach dem Rhein. Kur." Wiedergaben, werden offiziös als völlig un« wahr bezeichnet.

Berlin, 5. Mai. DieDtsch. Tagesztg." berichtet, daß der zum Saccharingesetz in Vorbereitung befind­liche Antrag, die Saccharinfabrikation zum Staats­monopol zu machen, jetzt nicht eingebracht werden würde. Man werde vielmehr, wenn das Gesetz in zweiter Lesung im Plenum beraten werde, beantragen, es der Kommission nochmals zu überweisen.

Berlin, 5. Mai. Wie dieVoss. Ztg." erfährt, habe sich in Berlin ein Komitee unter dem Vorsitz des Ne­gierungsrats Stephan gebildet zur Errichtung eines Har­denberg-Denkmals auf dem Petriplatz.

Berlin, 5. Mai. Heute früh tötete die Arbeiter-, frau Aust in Charlottenburg ihre dreijährige Tochter und sich selbst durch Halsabschneiden.

Karlsruhe, 5. Mai. DieKarlsruher Ztg." ver­öffentlicht eine D anksa gun g des Großhcrzogs für den überreichen Ausdruck! treuer Liebe aus Anlaß der Jubel­feier. Der Dank des Großherzogs schließt:Wenn es mir noch vergönnt sein sollte, für mein geliebtes Land thätig sein zu dürfen, will ich die letzten Kräfte meines alten Lebens einsctzen, auf daß Treue mit Treue und Liebe mit Liebe vergolten werde."

L o n d o n, 4. Mai. Reuters Bureau meldet aus Yoko­hama: Eine Flotte von Heringsftschern wurde an der Westküste Hokkaids am 30. April vorn Sturm überrascht. 250 Menschenleben sollen verloren sein. Die KorvetteMusashi" wurde bei Nemgro auf Strand gesetzt. Die Mannschaft ist gerettet.

Schloß Loo, 5. Mai. Die Königin Wilhelmina hat gestern Abend vorzeitig entbunden. Die Lage ist ernst.

Rom, 5. Mai. Die Blätter melden, Prinzessin Bea­trix Massimo, die dritte Tochter Don Carlos, habe sich gestern in den Tiber gestürzt, sei aber ge­rettet worden. .

Sofia, 5. Mai. Tie Minister D a n e w und S a r a - fow sind aus Paris hierher zurückgekehrt. Es verlautet, daß die Anleihe von 100 Millionen Francs zu 5 pCt. mit einem Uebernahmekurs von 83 auf Grundlage der! Tabaksteuereinnahmen abgeschlossen sei.

Märkte.

Grünbcrq, 3. Mai. Fruchtmarkt. (Durchschnitts­preis pro 100 Kilo.) Weizen 17.00 bis 00.00 Mk., Korn 14.28 bis 00.00 M, Gerste 13.14 bis 00.00 All., Hafer 16.14 bis 00.00 All., Erbsen 00.00 All., Zinsen 00.00 All., Lein 00.00 All., Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 All., Kartoffeln 3.00 bis 0.00 Mk.