im Zaume zu halten. Die Rede des MinisterprSftdenLen wurde von den Sozialdemokraten st ü r m i s ch unterbrochen. Am Schluß herrscht lebhafte Bewegung. Am Schluß herrscht lebhafte Bewegung. Der Sozialdemokrat P e r n e r st o r s e r beantragt die sofortige Eröffnung der Debatte über die Erklärungen des Ministerpräsidenten. Der Antrag wird abgelehnt. Die Abstimmung gestaltete sich infolge der lärmenden Zwischenrufe seitens der Sozialdemokraten bewegt. Taszynski ruft den Polen zu: „Der Polenklub stst zufrieden, daß man Polen mord-et. Tie schamlosen Kerle sitzen alle; die werden durch vergossenes Blut nicht berührt."
L e m b e r g, 3. Juni. Die gestrigen Exzesse dauerten bis spät nachts. An ihnen sollen aber weniger streikende Bauarbeiter als andere unruhige Elemente teilgenommen haben. Soweit bis jetzt bekannt, sind über 4 (-Personen durch Säbelhiebe und Schüsse verwundet worden, darunter 29 lebensgefährlich. Auf feiten des Militärs sind drei Husaren schwer und mehrere Soldaten durch Stein- Würfe leichter verletzt worden. Verhaftet wurden 26 Personen. Außerdem haben zahlreiche Kinder durch die Kavallerie-Attacke Verletzungen davongetragen. Die Zahl der Kinder ist jedoch nicht zu eruieren. Ta für heute weitere Exzesse befürchtet werden, durchzogen während der ganzen Nacht Militär-Patrouillen die Stadt.
Kolonialpost.
Ueber die Ermordung des Oberleutnants Nolte berichtet der Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun Oberstleutnant Pawel:
Oberleutnant Nolte war am 25. Januar mit einem Teil seiner Kompagnie in Banyo eingetroffen und hatte durch Tibatihäuptlinge die Warnung erhalten, daß die Station eines Tages von der dort bestehenden Kriegspartei überfallen und er selbst ermordet werden sollte. Um diesen Plan ungestörter ausführen zu können, war auch versucht worden, meine Expedition von dem Wege nach Banyo abzulenken, und als ich am 27. Januar den Marsch nach Tibete, der mich zwei Tage Zeitverlust kostete, wäre immer feindlicher geworden. Auch ohne diesen Abmarsch nach Tibete, der mich zwei Tage Zeitverlu stkostete, wäre ich indessen zu spät gekommen, um das Unglück in Banyo zu verhindern, da Nolte bereits am 1. Februar 6i/2 Uhr vormittags ermordet wurde. Nolte hatte die Absicht, um allen Treibereien ein Ende zu machen, das Haupt der Kriegspartei, Jerima Jhsa, zu verhaften. Er verlangte daher am 1. Februar morgens mit dem Lamido und seinen Großen eine Beratung in der Königsfenz. Dazu nahm er zehn Soldaten mit in das Beratungszimmer hinein und ließ Leutnant Sandrock mit 30 Soldaten außerhalb, der Fenz Aufstellung nehmen. Das Lager der Station selbst blieb durch Sanitätssergeanten Hollenbeck und drei Soldaten besetzt. Genaue Instruktionen für alle Teile waren ausgegeben' worden. Als im Laufe der Beratung Jerima Jhsa für verhaftet erklärt wurde und ihm dies durch Auflegen der Hand von Nolte bemerkbar gemacht wurde, sprang der dem letzteren gegenüberfitzende Lamido Omaru auf und stieß feinen im Aermel verborgenen Dolch dem Oberleutnant Nolteins Herz. Letzterer hatte noch die Kraft „Feuer" zu rufen, und es entspann sich nun ein lebhaftes Gefecht in und vor der Königsfenz, bei dem der Lamido Omaru, der zu fliehen versuchte, erschossen wurde. Sandrock wurde sehr bald Herr der Situation, nachdem eine Anzahl Fullahs gefallen und der Rest geflohen war. Zu letzteren gehörten auch Jerima Jhsa und einige andere Häupter der Kriegspartei, wie der Sarikin Saggi und Kaigama Pettepette. Gleichzeitig war das Lager überfallen worden, doch der Angriff durch Hollenbeck abgewiesen. Bei diesem Gefecht ist sowohl die Königsfenz, wie die Moschee und ein großer Teil der Stadt in Flammen aufgegangen. Es wurden eine Menge Gewehre und Patronen, Pferde und Vieh erbeutet.
Die englische Meldung, wonach in dem Zusammenstöße noch ein zweiter Offizier gefallen fei, bestätigt sich also erfreulicherweise nicht.
Ans Kindt und Kand.
Gießen, den 4. Juni 1902.
• • Lotterie. Bei der heutigen Ziehung der 3. Klasse der Hessischen Landeslotterie fiel die Prämie von 50 000 Mk. auf Nr. 11726, die mit dem höchsten Treffer von 20 000 Mk. zuletzt gezogen wurde, sie kam nach Heldenbergen; ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 36828 (nach Darmstadt), ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 31444 (nach Mainz), ein Gewinn von 1000 Mk. auf Nr. 49577 (nach Oldenburg), ein Gewinn von 400 Mk. auf Nr. 8206, zwei Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 15027 38624, neun Gewinne von je 250 Mk. auf Nr. 7038 11651 15088 25885 31624 32408 33209 45827 53154, 23 Gewinne von je 200 Mk. auf Nr. 1205 1512 2179 2713 4382 6121 6626 14516 19421 20779 21278 24338 28113 28411 29141 31718 32840 33578 33959 35634 35653 36410 38802 (Ohne Gewähr.)
* * Die Abonnements-Konzerte unserer Regirnentstäpelle, die in dem Stein'schen Garten morgen wieder ihren Anfang nehmen, wurden in den früheren Jahren stets von Jung und Alt besucht. Sie haben sich gewissermaßen zu einem Bedürfnis für unsere Gießener Bevölkerung herausgebildct. und wer sich eine Erholung, gleichzeitig aber auch einen hohen Kunstgenuß gönnen wollte, besuchte diese Konzerte. Die vortrefflichen ßeiftungen unserer Regimentskapelle auf dem Gebiete der Militärmusik sind ja bekannt. Musikdirektor Krauße sorgt in jeder Beziehung für angenehme Abwechselung. Auch in dieser Saison werden wir die neuesten Erscheinungen, die neuesten „Berliner Schlager", wie „O du mein Girl", „In der Venus-Grotte", „Als ich kam", „Eine lustige Fahrt durch die musikalische Welt" 2C. re., zu hören bekommen. Aber neben diesen sog. Berliner Süßigkeiten wird auch gediegene Musik (Wagner re.), die unsere Regirnentstäpelle in vollendeter Form beherrscht, nicht fehlen, und so werden diese Konzerte gewiß wie seither ihre altbewährte "Anziehungskraft ausüben.
• * Leichenfund. Gestern nachmittag wurde in einer Feld- scheuer an der Rodheimerstraße die Leiche eines Taglöhners aus Frankenbach aufgefunden. Sie wurde in die Leichenhalle gebracht.
• * Plötzlicher Tod. Ein hiesiger Taglöhner konnte gestern abend infolge eines plötzlichen Krankheitsanfalls in der Westanlage nicht mehr weiter gehen. Er ließ sich an dem Eisenbahndamm nieder. Da sein Zustand sich immer mehr verschlimmerte, mußte er m die Klinik gebracht werden, wo er im Laufe der Nacht starb.
* * Schlägerei. In der vergangenen Nacht fanden zwischen
Studenten am Seltersthor und am Bahnhof Schlägereien statt; die Beteiligten wurden in beiden Fällen zur Anzeige gebracht. Ebenso wurden mehrere Personen wegen Ruhestörung, verursacht durch Klavierspielen bei offenem Fenster, zur Anzeige gebracht.
** Dienstnachrichten. Dem Geometergehilfen R am speck aus Alsfeld wurde das Patent als Geometer 1. Klaffe für den Kreis Alsfeld erteilt; der Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Karl Ost wurde zum Lehrer an der Realschule zu Michelstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer ernannt; dem Hilfslehrer an der Blindenanstalt zu Friedberg Christian Schmidt wurde eine Lehrerstelle an dieser Anstalt, dem Schullehrer Wilhelm Diehl zu Rendel eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bad-Nauheim, dem Schullehrer Friedrich Karl T y ö t zu Oberau wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Harbach übertragen; der Schulamtsaspirant Jakob Buß aus Gambach wurde zum Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Schotten ernannt; dem Schulamtsaspiranten Karl Roth aus Zeilhard wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burkhardsfelden übertragen; der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Butzbach Otto Weide wurde zum Lehrer an der höheren Bürgerschule daselbst, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt; dem Schulamtsaspiranten Heinrich Brück el aus Lich wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bisses übertragen; der von dem Grafen zu Solms- Laubach auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Inheiden präsentierte Schulamtsaspirant Ludwig Sommer aus Watzenborn wurde für diese Stelle bestätigt.
** Vortrag. Ter Waldenserpastor Howard Toofilo Gay aus Mailand wird, wie wir hören, am Freitag den 13. Juni, abends 81/2 Uhr int großen Saale von Steins Garten einen Vortrag halten über: „Die Waldenser in Vergangenheit uub Gegenwart." Der Vortrag wird durch Vorführung einer großen Anzahl farbenprächtiger Lichtbilder aus den wunderbar schönen piemontesischen Wald- und Gebirgsthäleru unterstützt werden. Der Eintritt ist frei für jedermann. Schon jetzt sei auf diesen interessanten Abend aufmerksam gemacht. Wir werden auf die Waldenfer- bewegung noch einmal in diesen Tagen zurückkommen.
** Evangelischer Kirchengefangverein für Heffen. Unserem gestrigen Bericht über die Hauptversammlung des Evangelischen Kirchengefangvereins für Hessen, die in Schwabs- burg ftattfanb, tragen wir nach der „D. 3tg? noch folgendes nach: Als Vertreter des Großh. Oberkonsistoriums wohnte der Superintendent der Provinz Rheinhessen, Ober- konsistorialrat D. Walz, dem Feste bei. Oberkonsistorialrat D. Flöring, der in Vertretung des am Erscheinen verhinderten Wirkt. Geheimerats I). Hallwachs Exz. den Vorsitz führte, begrüßte die Erschienenen und erstattete sodann den Jahresbericht. Die Zahl der zu dem Evangelischen Kirchengefangverein für Hessen gehörigen Ortsvereine betrug im abgelaufenen Vereinsjahr 1901/02 in der Provinz Starkenburg 34 Vereine und 7 Chorschulen, in Ober- Hessen 29 Vereine und 1 Ehorschnle, in Rheinhessen 35 Vereine, zusammen also 98 Vereine und 8 Choischulen. Das Bestreben muß mit aller Energie darauf gerichtet bleiben, eine steigende Bewegung für die Vereinssache wieder in Fluß zu bringen, da mit seiner Zahl das Wachstum des Einflusses des Vereins auf das gesteigerte kirchliche Leben der evangelischen Gemeinden naturgemäß eng verbunden ist. An die in vielen Orten unsres Landes bestehenden Vereine, die sich auch in den Dienst der musica sacra stellen, sich aber bisher dem Landesverbände noch nicht angeschloffen haben, ergeht daher wiederholt das dringende Ersuchen, diesen Anschluß nunmehr zu vollziehen. Die anzurufende Mithilfe der Superintendenten, Geistlichen und Kirchenvorstände dürfte- sich für diese Anschlußbestrebungen in vielen Fällen als besonders wirksam erweisen. Diese Mithilfe erhofft man auch von den Gemeinden. Es bedarf an vielen Orten gewiß nur einer Anregung der kirchlichen Behörden und Organe, die Gemeinden dazu zu bewegen, den Kirchengesangvereinen die pekuniäre Last ihrer Thätigkeit wenigstens teilweise zu erleich- tern. Wünschenswert ist ferner eine Steigerung der Geldmittel durch die ©eroinnung neuer Einzel Mitglieder. Die für 1901 aufgestellte Rechnung ergiebt cme Gesamteinnahme von 647 Mk. 52 Pfg., der eine Gesamtausgabe von 558 Mk. 4 Pfg. ^egenübersteht. Am Schluffe des letzten an die Vercinsmitglieder erstatteten Berichts war auch die Neuregulierung der Kantoren- und Organisten- Geh älter erwähnt und darauf hingewiesen worden, daß der Evangelische Kirchen-Gesang-Verein für Deutschland feit dem Vereinstag von Nürnberg im Jahre 1885 wiederholt die Notwendigkeit dieser Neuregulierung in Anregung gebracht hat. Der Vorstand möchte die heutige Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, diese Notwendigkeit von neuem zu betonen und der obersten Kirchenbehörde ihre baldige Erledigung dringend an das Herz zu legen. Was die durch die vorjährige Hauptversammlung in Büdingen angeregte Verfügung des Oberkonsistoriums bezüglich einer wesentlichen Herabsetzung des Preises für das hessische Gesangbuch mit Noten betrifft, so kann man mit großer Freude feststellen, daß dieses dankenswerte Vorgehen der Behörde vom bestem Erfolge begleitet gewesen ist. Die Verbreitung des Gesangbuches hat in der neuesten Zeit eine sehr wesentliche Zunahme erfahren, und man darf sich der begründeten Hoffnung hingeben, daß damit zur Förderung der Melodienkenntnis und Verbesserung des Kirchengesanges ein sehr wesentlicher Schritt vorwärts gethan roori^n ist. — Ter Jahresbericht ermahnt schließlich die Ortsvereine und Einzelnntglieder im Interesse einer geordneten Rechnungsführung zu möglichst pünktlicher Einsendung der Jahresbeiträge und erwähnt noch die Thatsache, daß sich (wie bereits erwähnt) die Vereine von Heppenheim a. d. W., Horchheim, Leiselheim, Monsheim, Pfeddersheim und Pfiffligheim zu einem engeren Verbände zur Förderung und Vertiefung des Interesses ihrer Gemeinden an den Bestrebungen der Kirchengesangvereine zusannnengeschlossen haben, was mit Freuden zu begrüßen ist. Eine angeregte Diskussion über Wesen und Aufgabe der Evangelischen Kirchengesangvereine und ihr Verhältnis zu dem geselligen Leben der Gemeinden schloß sich an den Jahresbericht an. Es wurden zwei Resolutionen gefaßt, von denen die erste die pekuniäre Unterstütziing der Kirchengesangvereine durch die Kirchenvorstände anregt, während die zweite die Aufbesserung der Or- ganistengehalte als im Interesse der Kirchenmusik, zu deren Pflege der Verein berufen ift, gelegen, für dringend wünschenswert bezeichnen.
*• Der Verband der Eabelsberger Stenographen des Main- Rhein-Ganes und von Heffen-Naffau beging am Samstag und Sonntag sein 23. Verbandsfest m Wetzlar, das vom herrlichsten Wetter begünstigt war, unter überaus zahlreicher Beteiligung seitens der Verbandsmitglieder und der gesamten Bevölkerung Wetzlars. Schon zum Kommers am Samstag abend hatte sich eine stattliche Zahl auswärtiger Stenographen eingefunden, sodaß der Vorsitzende des Wetzlarer Stenographenvereins, Lehrer Velten, mit Recht seiner Befriedigung über den zahlreichen Besuch in beredten Worten Ausdruck verleihen formte. Ter Hauptteil des Festes am Sonntag den 1. Juni begann mit einem Verbandswettschreiben in 6 Abteilungen von 80 bis 220 Silben im König!. Gymnasium, während für diejenigen, die an dem Weltschreiben nicht teilnahmen, ein Frühschoppen im Garten des „Römischen Kaisers" stattfand. Bei der akademischen Feier, die im „Schützengarten" abgehalten wurde, begrüßten Bürgermeister u. Zen gen namens der Stadt Wetzlar, der Verbandsvor- sitzcnde Lehrer Zieprecht-Gießen, namens des Verbandes und Lehrer Velten-Wetzlar namens des Wetzlar-er Steno- graphe'nvereins die stattliche Festversammlung. Dr. G a n t t e r- Franksiirt sprach in einem einstündigen, mit großem Beifall aufgenommenen Festvortrag über die „Schnellschrift Gabelsberger im Kampfe der Stenographensysteme". Im Anschluß an die akademische Feier nahm der Vorsitzende des Stenographenvereins Gießen, Kreisamtsbüreailvorsteher Schiff nie, un Namen des genannten Vereins die Gelegenheit wahr, dem ehemaligen Verbandsvorsitzenden, Realschuldirektor Professor Dr. Pitz-Alsfeld, seine Ernennung zum Ehrenmitgliede des Stenographenvereins Gießen, dessen langjähriger Vorsitzende derselbe war, bekannt zu geben und ihm eine prachtvoll ausgeführte Urkunde hierüber zu überreichen. Nach dem hierauf stattfindenden Festessen wurden unter Führung des Rektor Lu er ss en die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt, von denen hauptsächlich das Lottezimmer, der Dom, der Goethe- brunnen, das Goethedenkmal und der Kaismunt lebhaftes Interesse erweckten. Den Schluß des Festes bildeten ein Konzert im Schützengarten, zu dem der Zudrang der Wetzlarer Bevölkerung em äußerst großer war, und ein Festball, der die Teilnehmer noch recht lange zusammenhielt. In einer kurzen Besprechung der Vereinsvertreter wurde Erbach i. O. als Ort für den nächsten Verbandstag aus- ersehen.
** Achtung — Bahnsteigkarten! Vom 1. Juni ab wird die Giltigkeit der Bahnsteigkarten allgemein auf den Kalendertag beschränkt, an dem die Karte benutzt und von dem Bahnsteigschasfner mit der Lochzange entwertet wird. Die zwischen 11 und 12 Uhr nachts zum Betreten des Bahnsteigs Entwerteten Bahnsteigkarten gelten noch am nächstfolgenden Tage; diese Karten werden durch zweimalige Lochung besonders gekennzeichnet. Wer den Bahnsteig mit ungültigen Bahnsteigkarten betritt oder verläßt, hat, falls nicht etwa gegen ihn wegen Betrugs einzuschretten ist, den im § 21 Ms. 5 der Eisenbahnverkehrsordnung festgesetzten Betrag von 1 Mk. verwirkt. Bei Entdeckung derartiger Unregelmäßigkeiten soll genau untersucht werden, ob ettva der Betroffene sich auch einer Fahrgeldhinterziehung schuldig gemacht hat.
E. Lich, 3. Juni. Tie hiesige freiwillige Feuern wehr feiert am Sonntag, 8. Juni, das 25jähr. Stiftungsfest. Von 8 Uhr Dorrn, ab findet Empfang der auswärtigen Wehren, um 12 Uhr eine Hebung mit Brandangriff auf dem Schloßplatz, nachmittags halb 3 Uhr Ausstellung des Fest^ zuges, um 3 Uhr Festzug nach dem Festplatze statt. Nach Ankunft aus dem Festplatze wird 5 Mitgliedern das Ehrenzeichen für 25jähr. Tienstzeit und 3 Mitgliedern das Diplom für 15- bezw. 17jähr. Dienstzeit überreicht. Hierauf folgt Festrede, Konzert und am Wend Tanz.
L a u b a ch, 3. Juni. Dem Grafen Wilhelm zu S 0 l m s- Laubach ist anläßlich der Anwesenheit des Großherzogsj von Mecklenburg-Schwerin zu den Hochzeitsseier- lichkeiten, das Großkreuz des Greifen-Ordens verliehen worden.
k. Ranstadt, 1. Juni. Bei der gestrigen Beigeord- netenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Wilhelm Stiebe l i n g II. einstimmig wiedergewählt.
e. Wallern Hausen, 2. Juni. Dem Landwirt Jung von hier ging heute beim Futterholen in einer steilen Stelle das Pferd durch Er kam unter den Wagen und trug schwere Verletzungen davon. Das wertvolle Tier stürzte unb blieb auf der Stelle tot
t. Düd elsh e im, 1. Juni. Bei der heutigen Bürgern meisterwahl wurde Postagent Theodor Alb rech t^mit 162 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat erhielt 60 Stimmen.
Bad Nauheim, 3. Mai. Von der I. 3^proz. Anleihe vorn 1. Juli 1888 gelangten zur Auslosung von Lit. A 1 Stück, Lit. B 1 Stück und Lit. C 2 Stück zusammen 4000 Mark. Ausgelost wurden Lit. A Nr. 8, Lit. B Nr. 92, Lit 0 Nr. 41 und 163, deren Rückzahlung am 1. Oktober 1902 zu erfolgen hat — Fürst Heinrich XIV. von Neuß j. L., Regent des Fürstentums Neuß ä. L., ist in Begleitung des Flügeladjutanten, Majors Graßinann, zum Kurgcbrauch hier eingetroffen. Er stieg bei Medizinalrat Professor Dr. Groedel ab.
Darmstadt, 2. Juni. In einem Hörsale der Tech irischen Hochschule hielt am Samstagnachmittag Prof. Dr. B e r g h 0 f f-I sin g vor nahezu 400 Volksschule lehrern aus allen Teilen Hessens einen Vortrag übet Volkswirtschaftslehre. Dem sehr interessanten und belehrenden Vorträge folgen an den nächsten fünf aufeinanderfolgenden Samstagen jedesmal nachmittags von 1/26—1/48 Uhr fünf weitere Vorträge über denselben Gegenstand. Jeder Teilnehmer entrichtet hierfür einen einmaligen Beitrag von 4 Mk. zur Bestreitung der Kosten. Ter Ueber- schuß ist für wohlthätige Zwecke bestimmt. — Ein ähnlicher Vortragszyklus findet im Herbste statt, wobei ein Professor aus Straßburg über Pädagogik sprechen wird. Tie letzteren Vorträge werden an 6 aufeinanderfolgenden 'Tagen abgehalten. Für beide Vortragszyklen haben sich bereits 600 Lehrer gemeldet.
’• Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Beim Exerzieren in einer Hitze von 23 bis 26 Grad Reaum. im Schatten auf dem vor der Kaserne gelegenen Kämpsrasen in Marburg stürzte eine Anzahl Mannschaften des dortigen Jägerbataillons zusammen. — Einem Offenbacher Wirt, der im Sommer vorigen Jahres bei dem Lokalbahn-Unfall auf der Station Obenad innere Verletzungen erlitt, ist von der kgl. Eisenbahndirektion eine Entschädigung von 25 000 2)#. gewährt worden.


