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4.6.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 128

Vrschetvt tSgltch außer Sonntag-.

Dem «Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Seffischeit Landwirt die (Siebener Zamiliew blätter viermal in der Woche bet gelegt

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univerf.-Buch- u.Stem- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpedttton und Druckerei:

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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gictzen.

Fernsprrchanschluß Nr. bl.

Erstes Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 4. Juni 1902

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General-Anzeiger e

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM

0/ Ab? * ^etgenteil: bans Beck.

monatlich 75 Ps., otertel* sährlich Tlt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen' monatlich 65 Ps.; durchs diePost Mk.2. mertel* fährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr,, ZetlenpretS: lokal 12 Ps« auswärts 20 Pfg.

Gießen, am 31. Mai 1902.

Betr.: Ausführung des Faselviehgesetzes; hier: Formulare für Sprungregister und Faselhaltungsverträge.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen arr die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 80. Mai l. I. (Gieß. Anz. Nr. 116) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung mit Frist von 8 Tagen erinnert.

v. Bechtold.

John Kull und Hhm Faul.

Alle Parteigeaensätze sind für den Augenblick in Eng­land verstummt, so weit die Beurteilung der von Mchener durchgesetzten Uebergabebedingungen in Frage kommt. Die Freude der Bevölkerung kam am Montag abend in merk­würdigen Straßenszenen zum Ausdruck. Frauen und Döänner tanzten auf den Straßen und Damen wurden, wie anläßlich der Meldung von der Entsetzung Mafekings angehalten und abgeküßt. Wie die Zukunft über die Mittel aburteilen wird, durch welche dieser Erfolg errungen wurde, kümmert die öffentliche Meinung des Jnselreiches zur Zeit nicht. Die Gegenwart freut sich der nach hartem Kampf erfochtenen Ausdehnung der Grenzen und der Machtstellung des Reiches. Sämtliche Londoner Blätter kommentieren die Friedensbedingunaen.Morning Post" ist der Ansicht, daß die Zurücknahme der Verbannungs-Pro­klamation Kitcheners einen schlechten Eindruck aus die Afrikander machen wird. Sie werden glauben, daß Eng­land seine Drohungen nicht auszuführen pflege. Das Blatt ist erfreut, daß die Regierung in der Frage der Rebellen nicht nachgegeben hat Im großen und ganzen findet das Blatt die Bedingungen günstig.Daily Mail" meint, daß die finanziellen Bedingungen sehr großmütig seien, be­sonders dadurch, daß die Buren von jeder «Spezial-Steuer befreit sind. Es werden also die Uitlanders sein, die neben den Engländern in der Heimat die Kriegsfteuer in gewissen Proportionen zu zahlen hätten.Daily Mail" billigt voll­ständig das Geschenk von drei Millionen Pfund an die Buren und glaubt, daß die Erlaubnis, die holländische Sprache in den «Schulen zu lehren, sehr viel zur Beruhigung der Gemüter beitragen werde.Daily News" sagen, die weitgehenden finanziellen Konzessionen waren notwendig, um die Buren für die übrigen Bedingungen zu gewinnen, insbesondere für die Bestrafung der Kap-Rebellen. Die Absicht Chamberlains gehe jedenfalls dahin, durch diese Klausel die Burenund die Kaprebelle n gegen einander zu verhetzen.Morning Leader" kann es nicht begreifen, daß die Buren die englischen Bedingungen annehmen tonnten, wenn sie nicht die Gewißheit erhalten hätten, daß die Kaprebellen bald amnestiert würden. Die Krönungs-Feierlichkeiten würden hierüber Aufschluß geben.

Trotz des unzweifelhaften Erfolges, den die englische Regierung mit dem Friedensschluß errungen hat, glaubt man aber in Londoner politischen Kreisen, daß sie damit aus einem Höhepunkt angelangt ist, von dem sie vielleicht ziemlich schnell den Weg aller Parteiregierungen gehen wird. Deün insofern ein großer Teil der Bevölkerung das Kabinett hauptsächlich deswegen unterstützt hat, weil sie einen Systemwechsel während des Feldzuges sür ver­derblich hielt, beraubt der Friedensschluß das Ministerium seiner zuverlässigsten Stütze. Der über die Kapaufständigen verhängte W a h Ire chts v er lust wird, wie tu gut in­formierten Kreisen angenommen wird, bereits anläßlich der Krönung eine erhebliche zeitliche Reduktion, vielleicht bis auf sieben oder zehn Jahre, im Gnadenwege erfahren. Man rechnet, daß von dieser Friedensklausel in der Kapkolonie zwölf- bis sünszehntausend Mann betroffen werden.

Der König wird sich am Sonntag in die St. Paul Kathedrale begeben, um an den Dankgebeten für den Ab­schluß des Friedens teilzunehmen. Er telegraphierte Sonntag nacht an Milner:Bin über die Nachricht von der Uebergabe der Burenstreitkräste äußerst erfreut Be­glückwünsche Sie auss Wärmste zu der geschickten Art, in der Sie die Verhandlungen sührten". An Kitchener telegraphierte der König:Meinen herzlichsten Glückwunsch zur Beendigung der Feindseligkeiten. Beglückwünsche auch meine tapferen Truppen unter Ihrem Befehl auf das Herzlichste dazu, daß Sie diesen langen Feldzug zu so ruhmvollem, erfolgreichen Abschluß gebracht haben. Milner und Mchener sprachen dem König telegraphisch ihren Dank aus.

Im U n t e r h a u s e erklärte am Dienstag Brodrick, am 3 Mai betrug die Gesamtzahl der bis dahin gefangenen B u r e n 25 555. Balfour sagte, er wolle nächsten Donners- den Antrag stellen, den britischen Truppen in Südafrika den Dank der Nation auszudrücken. Die Beratung des Etats solle bis Montag verschoben werden. Schatzkanzler Hicks Beach teilte mit, daß er gelegentlich der dritten Qefunn der Bill über die Kriegsanleihe sich über dre der­zeitige finanzielleLage desLandes äußern werde.

Nach einer Utrechter Depesche menten ine Herren aus Krügers Umgebung, daß der Präsident.wenn:die eng­lische Regierung ihm solches gestattet, nach Sudafrtka bald zurückkehren wtrd, um dort seine letzten Tage zu verbringen. , , ,,L R

In Utrecht hat am Dienstag nachmittag eine Kon­ferenz bei Krüger stattgefunden, die Dr Leyds, Fischer Wessel, Wolmarans, Boeschoteu, Debruyn und Grobler etwa eine Stunde zusammenhielt. Hierauf wurde noch etwa eine halbe Stunde ohne die beiden verhandelt Um 8 Uhr reiften Wolmarans und Wessels

Ausland.

L o n d o n, 3. Juni. Unterhaus. Aus eine Bemerk­ung Nannettis, der "anregt, der «Schatzkanzler solle statt Getreide einen anderen Artikel zum «Steuer­objekt wählen, erwidert Schatzkanzler Hicks Beach: Ich bin nicht bereit, diese Anregung anzunehmen.

Paris, 3. Juni. In dem im Elysee abgehalteneu Mi­nisterrate überreichte Ministerpräsident Waldeck- Rousseau dem Präsidenten das Entlassungsgesuch des Kabinetts und häufte ihm für sein beständiges Wohl­wollen und ermutigendes Vertrauen. Präsident Loubet sprach dem Kabinett sein Bedauern über die Demission aus, dankte sür die ihm in schwierigen Zeiten durch das Kabinett zu teil gewordene Uliterstützuna und gab seiner Freude über das von den Ministern während langer Zeit gegebene Beispiel von Einigkeit Ausdruck.

Wie man aus Kopenhagen meldet, beabsichtigt Waldeck-Rousseau Mitte Monats daselbst einzutreffen und reist dann nach Stockholm, einer Einladung König Oskars folgend.

Konsularberichte schildern die Situation in Ma­rokko als höchst ernst und stellen ein allgemeines F r e m d e n m a s s a c r e in Aussicht.

Zürich, 3. Ingi. Der internationale Textil- a r b e i t e r k o n g r e ß nahm eine Resolution auf Ab­schaffung der Akkordarbeit an. Dafür stimmten die Delegierten von Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Italien und der Schweiz, dagegen diejenigen von England, Belgien und Holland. Eine Spezialkommission entschied mit 4 gegen 4 Stimmen, z.u dem gegenwärtigen Kongreß auch die ch r i st l i ch e n Gewerkschaften, weil sie eingeladen sind, zuzulassen.

Wien, 3. Juni. Abgeordnetenhaus. Minister­präsident v. Ko erb er gab eine amtliche Darstellung der gestrigen Vorgänge in Lemberg. Tie Militärassi­stenzen wurden von der Menge mit Steinen beworfen und auch angeschossen, sodaß sie von den Waffen Gebrauch machen mußten. Von 14 in Spitalsbehandlung Übernommenen Per­sonen sind bis heute mittag drei gestorben, 10 Husaren wurden verletzt; 24 Verhaftungen wegen öffentlicher Gewalt- thätigkeit wurden vorgenommen. Ob die Anordnungen der «Sicherheits'behörden ausreichend und zweckmäßig waren, wird die strenge Untersuchung ergeben. Der Minister weist die Angriffe auf die Armee zurück. Diese stehe zu hoch, als daß sie durch Derartige Anwürfe getroffen werden könnte. (Zustimmung und Zwischenrufe. Taszynsky ruft Lobgesang auf die schießende Soldateska!'! Die Regierung und die Armee sind mindestens ebenso friedlich gesinnt, als die Sozialdemokraten, und beklagen ebenfalls tue Vorfälle und die Opfer, lic Arbeiter mögen von ihren Rechten nur einen derartigen Gebrauch machen, daß es zu solcher Abwehr nicht liuni.J. Die Führer solcher Bewegungen haben nicht die Kraft, die Massen im entscheidenden AuAenblick

nach dem Haag, Fischer und Leyds blieben in Utrecht. Ganz im Gegensatz zu früher halten die Delegierten streng mit jeder Aeußerung zurück. Dr. Leyds empfängt keinen einzigen Journalisten. Bei Krüger melden sich zahlreiche Besuche, doch niemand wird zngelassert. Selbst der Um­gebung des Präsidenten fällt es schwer, Krüger zu sprechen. Ein Beamter Krügers erklärte leidenschaftlich, daß er, der Beamte, niemals nach Südafrika zurückkehren werde. Es macht den Eindruck, als ob man in Krügers Umgebung noch an die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit geglaubt habe, als sich die Delegierten über bereit Preisgabe bereits klar waren. Daß Krügers Einflußvorbeiist, wurde von einem Burenstaatsmann zugegeben. Jedenfalls ist er von den letzten Friedenskonferenzen nicht unterrichtet ge­wesen, durch den Friedensschluß also überrascht worden. Die im Felde stehenden Burenführer mögen sich die prak­tische Bedeutungslosigkeit einer entsprechenden Auseinan­dersetzung mit ihm vergegenwärtigt haben. Sowohl der Expräsident, als auch der Staatssekretär der früheren süd­afrikanischen Republik, Dr. Leyds, würdey jetzt englischer- eits als Privatpersonen betrachtet, so zwar, daß eine Verwendung auch des letztgenannten Herrn in der neu einzurichtenden Verwaltung der einstigen Freistaaten kaum in Frage kommen dürfte. England legt eben dem so­genannten holländischen Buren-Zentrum keinen offiziellen Charakter bet

Der BrüsselerPetit bleu" weiß mitzuteilen, daß während des Krieges ein regelmäßiger Kurierdienst zwischen Krüger und den im Felde stehenden Burenführern seit Ende 1901 bestanden hat. Die mit der Ueberbringung von Nachrichten betrauten Personen hätten, wegen der Be- fürcktung von den Engländern gefangen genommen zu werden, keine schriftlichen Aufzeichnungen bei sich getragen, vielmehr die zu überbringenden Meldungen auswendig ge­lernt

Auf Antrag eines Mitgliedes beschloß der Pariser Ge­meinderat, Krüger und Steijn eine Sympathieadresse zu senden.

Die königl. belgische PachtAlberta" trägt aus Anlaß des Friedens Flaggenschrnuck.

Die alldeutsche Vereinigung (Schönerer-Par- tei) brachte im ö st er r eichi s ch e n Abgeordneten- hause einen Antrag ein, nach dem das Llbgeordnetenhaus eine Genugthuung ausdruckt, daß dem Kamps in Südafrika nunmehr Einhalt gethan sei, und dadurch die brutale englische Kriegführung ein Ende gefunden habe. Ter Antrag besagt weiter: Das Haus spricht fein Bedauern über die Härte der Kapitulations- artikel aus, weil durch die mit allen Mitteln erzwungene Anerkennung der englischen Uebermacht gegenüber dem tapferen Burenvolk im Herzen dieses Voltes eine Wunde zurückbleiben muß, deren Vernarbung in absehbarer Zeit nicht erwartet werden kann. Das Haus beklagt, daß reine der Mächte innerhalb und außerhalb Europas sich ver­anlaßt sah, den streitenden Teilen ihre Vermittelung an­zutragen und für eine entsprechende Lösung des «Streit­falles einzutreten, wodurch für die gerechte Sache der Republiken ein entschieden besserer Abschluß herbeigeführt worden wäre, als es jetzt der Fall ist.

Dolilische Cuges schall.

Herrn, der den Stempel seiner gewaltigen Persönlich­keit unserem Zeitalter aufdrückt, hat es der deutsche Schiffbau zu seiner hohen Blüte gebracht. Möge unser Kaiser seinen Schützling auch weiter bewahren vor jenen Doktoren, die ihn ängstlich vor Sturm und Wetter schützen und an seinem Körper herumkurieren wollen! Es ist überhaupt in solchen Fällen ein eigenes Ting mit der staatlichen Fürsorge. Wenn mir heute gemeldet würde, oaß über Nacht die Schiffahrtssnbsidien geraubt seien, ich würde aufatmend sägen: die hätten mir schon längst gestohlen werden können."

Während die Vereinigten Staaten von Nordamerika owie England bereits die Proklamierung der neuen kuba­nischen R e p u b li k durch Errichtung eines Konsulats in Havana Rechnung getragen haben, ist von Seite der deutschen Regierung ein solcher Schritt noch nickt gefolgt. Auch eine offizielle Anerkennung der kubanischen Republik von eiten Deutschlands hat uo ch nicht stattgefunden. Die deutsche Regierung hat zu der staatsrechtlichen Veränderung auf Kuba noch keine Stellung genommen, weil eine Nott- sikation der neuen Republik hier noch nicht eingetroffen ist.

Tie juristische Kommission des preuß. Abgeordneten­hauses nahm den ersten Paragraphen des Gesetzes über die juristis chen Prüfungen, wodurch die Studien­zeit auf sieben Semester erhöht wird, mit 11 gegen 10 und darauf das ganze Gesetz mit allen gegen ( Stimmen an.

Schwerin, 3. Juni. Der Kronprinz von Siam traf heute mittag hier ein und wurde vom Großhepzog und dem Herzog Johann Albrecht empfangen.

Düsseldorfs. Juni. In der heutigen Verhandlung der Schiffsbautechnischen Gesellschaft, welche wieder Geheimrat Busley leitete, sprach zunächst Frhr. von 9tolf üb er Len Rheinstrom und die Entwickelung seiner Schiff­fahrt, und darauf Direktor (Schleifenbaum über das Draht­seil im Dienste der Schifffahrt. Alsdann dankte der PrL- jident der Institution of Naval Architekts für die Ausnahme in Düsseldorf.

Dresden, 3. Juni. In der Ersten Kammer erklärte Pros. Tr. Wach, die juristische Fakultät der Universität Leipzig stehe auf dem Standpunkte, daß die huma­nistische Vorbildung für das Studium der Jurisprudenz unerläßlich fei. Staatsminister von Seydewitz gab in dieser Beziehung keine Erklärung ab.

Ter Gesamtvorstand hes Verbandes sächsischer Industrieller richtete ein «Schreiben an den Ministers v. Metzel, in dem er die Staatsregierung davor warnt, den landwirtschaftlichen Forderungen weiter entgegenzukommen.

Wie dasDresdener Journal" aus Sybillenort er­fährt, ist der König, beä dem das alte Leiden wieder auftritt, gezwungen, einige Tage das Bett zu hüten.

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Juni. Ter Kaiser hörte gestern nackp mittag im Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Ma­rinekabinetts v. Senden-Bibran und heute die Vorträge der Chefs des Militärkabinetts und des Marinekabinetts.

Kpis er Will) elm sandte dem Lord-Leut nani von Irland folgendes Telegramm:Ich bitte Eurc Exzellenz, meinen aufrichtigsten Tank für den meinen Br ud er und feinem Geschwader bereiteten glänzenden Em­pfang und die gütige Gastfreundschaft entgegenzunehmen Möge der Besuch sich als noch ein Band mehr in den Bezieh­ungen beider Länder erweisen."

Generaldirektor B al lin von der Hamburg-Amerika- Linie hat beäi der Probefahrt des Doppelschrauieil-Posk dampfersBlücher" eine Rede gehalten, in der er u. a sagte:Unter der weisen Fürsorge des kaiserlicher

Vormusterung des Pferdebestandes im Frieden.

Der Kaiser hat an den Minister v. Goßler eine neue Pferdeaushebungs-Vorschrift erlassen, die u. a. folgende Be­stimmungen enthält:

Die Vormusterungen werden durch militärische Pferde- Vormusterungs-Kommissare abgehalten, deren Zahl für die einzelnen Korpsbezirke (nicht PferdegestelNulgsbezirke) nach dem Pferdebesland und unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse besonders be­stimmt ist. Jedem Komnnssar wird ein Vormusterungsbezirk zu­gewiesen. Die Vormuslernngs-Kommissare haben im Lause von 18 Monaten sämtliche Pferde ihres Bezirks em mal zu mustern. Die Kommissare teilen hierzu ihre Bezirke in Ihunlichst kleine llnter- bezirke, damit in erster Linie eine möglichst geringe Be­lästigung der Pferde haltenden Bevölkerung ver­ursacht wird. Ein Zusammenziehen der Pferde aus mehreren Orten ist, wo nicht ganz besondere Verhältnisse dies zweckmäßig erscheinen lassen, zu vermeiden. Größere Orte sind in mehrere Ortsbezirle 511 zerlegen, innerhalb welcher die Aiusterungen örtlich und zeitlich getrennt stattzusmden haben. Bei Ansehung bei Musterungs-Orte und -Zeiten ist nach Aiöglichkeü Rücksicht auf die örtlichen und jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse zu nehmen. Insbesondere ist während der l a n d iv i r t j ch a f 11 i ch wichtig- st e n Zeiträume der einzelnen Bezirke die Aiusterung in den­selben möglichst auszusetzen.

9)lan roirb allgemein mit diesen Bestimmungen einver­standen sein können und hoffen dürfen, daß allenthalben ihnen entsprechend gehandelt ivevbe.