Nr 284
Orldeiwt tflgtl* cuifei Sonntag».
Drin bietzener Anzeiger lverkxn im Wechsel mit ^em »esfischea Landwirt btt siebener Kamillen. Hätte viermal tn bet Boche delgeiegt.
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Zweites Blatt. -■ 152. Jahrgang
Mittwoch 3. Dezember 1903
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger v **
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
veragSPretsr monatlich 7b PU vietteU jährlich Ptk. 2.20; durch Adhole- u. Zweigstelle« monatlich 6o Pi.; burch bie Posl WU.2.- viertel» jährt. auölchl. DelleUg, Annahme von Anzeige» für bl« TagesnuinmeT diS oormUlag» 10 Uhr, ZeilenpreiS: lokal! 2
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verant wortlichi für ben poltL u. allgen^ ied P. Wittko: tül ,Stabl unb 2anb* un6 .Gerichtsjaal^ LUr 1 Plato^ föt ben Air- zeigenteil: Hont Beck.
3>ie Heutige Mmmer umfaßt 14 Seiten.
Deutsches Deich.
Berlin, 2. Tez. Die Teilnahme des Kaisers an der Beerdigung Kru pPS und die Kaiserrede in Essen sinder ein lebhaftes Echo in den Vereinigten Staaten. Ein Tc.'egramm auS Newhork meldet: „Des Deutschen Kaiser?- $r?ue gegen das Andenken an Herrn Krupp erwärmt das in-erikonische Herz." Die „Newyork-Times" schreiben u. a. : .,(& war eine mutige, vom Herzen eingegebene, edelmütige ihat, die in der ganzen Welt Effekt haben wird. Sozialismus bnn der Vorwärts-Svrte, mit seinem verleumderischen Vorgehen gegen den Privat-Charakter, ist hier nicht ^ojmlär"
— Tie Festsetzung der nächstjährigen Kaisermanöver für die Provinz Sachsen ist nunmehr erfolgt. Ge- legmtltd) des Manövers wird der Kaiser auch der Stadt Halle einen Besuch machen.
— Amtlichen Marine-Nachrichten zufolge ist das Schulschiff „Stein" nicht, wie aus Athen gemeldet wurde, nach Mel, sondern am 1. Dezember vom Piräus abgefahren, am selben Tage in Patras eingetroffen, und geht am ~3. Dezember nach Neapel in See.
— Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Zwischen den vier 'Nächten, die an der provisorischen Besetzun g Sh an g- hais beteiligt sind, fand ein Meinungsaustausch über »ie Modalitäten der gleichzeitigen Zurückziehung der Truppen statt. Tas japanische Besatzungskorps verließ am f!2. November Shanghai. Tie Engländer werden bekanntlich cm 20. Dezember nachfolgen. Im Anschluß daran werden Lie deutschen Truppen abziehen. Der genaue Termin hängt fror den Fahrzeiten der verfügbaren Transportschiffe ab. jedenfalls aber wird noch im Laufe des Januar Shanghai teoir. deutschen Korps geräumt sein.
M ün ch en, 2. Dez. Bei den Wahlen zum Gem ein de- kollegium wurden an Stelle der ausscheidenden 12 Liberalen, 7 Mtramontanen und 1 Sozialdemokraten, 12 Liberale, 5 Nltramontane und 3 Sozialdemokraten gewählt. QS wurden abgegeben für die Liberalen 7650, für die Ultra» rrontanen 7400, für die Sozialdemokraten 4900 und für die (Zhrtstlich-Sozialen 900 Stimmen.
Karlsruhe, 2. Dez. Dem früheren Staatsminister Tr. N o k k wurden zu fernem 70. Geburtstag am 30. November zahlreiche Ehrungen zu teil. Namens des Ministeriums übermittelte Staatsminister v. Brauer die herzlichsten Glückwünsche, wobei er ein von allen Mitgliedern Les Staatsministeriums unterzeichnetes Schreiben, sowie seinen Blumenkorb überreichte.
Köln, 2. Tez. Einer Depesche der „Köln. Ztg." zu- »)lge, erklärte der Leibarzt des Großfürsten Thronfolgers, Professor Schmieaelow, alle Nachrichten, der Zhronfolaer leide an Schwinosucht, für unwahr. Ebenso nachdrücklich werden aus bester Quelle die Gerüchte über «igeblich schwere nervöse Erkrankung der Kaiserin Alexandra bestritten.
Ausland.
London, 2. Tez. Die Generale Botffa und De- llarey haben Schiffskarten für einen am 13. Dezember nach Südafrika abgehenden Dampfer genommen. Botha Acht es gegenwärtig viel besser.
Paris, 2. Tez. Tie Regierung fjat beschlossen, die ^Genehmigung derjenigen Kongregationen, welche den Mementarunterricht erteilen, beim Parlamente nickt zu beantragen. weil sie der Ansicht ist, daß niemandem das Recht zustehe, an Stelle der Regierung für die Sicherung
Unterrichtes sorgen zu wollen. Tie Regierung erachtet thfür, daß die religiösen Genossenschaften nicht geeignet kfnd, den Elementarunterricht in Uebereinstimmung mit den Bedürfnissen der modernen Gesellschaft zu erteilen. Die Legierung unterstützt nicht die Gesuche der religiösen Ge- ssllschaften, die sich als Missionskongregationen konstituiert gaben und das geistliche Amt in Frankreich ausüben. Sie ui: der Ansicht, daß diese Kongregationen in die der Welt- geistlichkeit vorbehaltenen Amtshandlungen eingreifen.
P a r i s, 2. Tez. Kammer. Bei Beratung der Vorlage =etr. Abkommen der Stadt Paris mit der Gasgesellschaft Eim es zu einem Zwischenfall. Als Cadenat gegen die Haltung der Berichterstatter auf der Journalistentribüne vrgenüber den sozialistischen Rednern protestierte, stürzte Coutant auf den Finanzminister los und rief, man kümmere stch einen Pfifferling um die Arbeiter. Andere Teputterte ckaten dazwischen und drängten Coutant zurück. Tie Kam- wer beschloß, die Zuckerkonvention am Tvnnerstag zu be- aiten.
Madrid, 2. Dez. In der Kammer beantragt Dmz Moren ein Tadelsvotum gegen das Ministerium. Ein Minister könne nicht ohne Genehmigung des Parlaments Cchiffsbauverttäge abschließen. Die Kammer beschließt mit 35 gegen 86 Stimmen, den Antrag in Erwägung zu ziehen. 2as der Regierung feindliche Abstimmungsergebnis erregt xroßes Aufsehen. . .
Zürich, 2. Tez. Der Premierminister Meneliks, Iigenieur Jlg, ist nach mehrmonatlichem, in der Schweiz erbrachtem Urlaub nach Abessinien zurückgekehrt. In seiner Fegleitting befinden sich mehrere Pariser und Brüsseler ^inanzleute, die er für die Vollendung des Bahnbaues Tschibute-Ad interessierte.
Wien, 2. Tez. Die „N. Fr. Pr." meldet: Minister- Präsident v. Körber, der heute vom Kaiser empfangen fonirbe, k-tte heute Nachmittag eine lange Besprechung mit tent Grafen Goluchowöki. Tre Wiederaufnahme der Ber- hzmdlungen mit Ungarn stehe unmittelbar bevor.
Wien, 2. Dez. Das Abgeordnetenhaus ertarmte nach längerer Debatte den Dringlichkeitsanträgen betteffend Regelung des Hausierhandels die Dringlichkeit zu und trat sodann in die Verhandlung deS diesen Gegenstand betreffenden Berichtes deS Gewerbeausschusses ein.
Budapest, 2. Tez. Offiziös verlautet, daß selbst für den Fall, daß der Zolltarif im deutschen Reichstage durck- geht^die Verlängerung des deuffch-österreichischen Hcnckels- verttages gesichert sei.
Athen, 2. Dez. Bei den Wahlen für die Deputiertenkammer wurden 82 Telyannisten, 75 Theoto- kisten und 46 Zaimisten gewählt. Tie übrigen Abgeordneten gehören keiner bestimmten Parteirichtung an. Tie angegebenen Zahlen sind sämtlich bestritten. Tas Kvbinett bleibt noch einige Tage im Amte, um die laufenden Geschäfte zu erledigen.
Rio de Janeiro, 2. Tez. Der neue Minister des Auswärtigen Rio Branw wurde bei seiner Ankunft auS Europa vom Kongreß und vom Volke aufs herzlichste be- arüßt als geschickter Vertreter Brasiliens in den neuerdings schiedsgerichtlich erledigten Anaelegenbeiten. Zu Ehren des Ministers wurde der beutt'ae Taa alla-moin gefeiert.
örntfeher RMstaq.
(Schluß au§ dem Parlamentsblatt.)
Abg. R ö si ck e-Dessau beantragt um 7.45 Uhr abermals die Vertagung. Dieser Anttag wird wiederum ab» gelehnt
Abg. Spahn schließt sich dem Vorschläge des Vizepräsidenten an. Es liegt ein genügend unterstützter Antrag auf Schluß der Geschäftsordnungsdebatte vor.
Abg. Bebel Beantragt über diesen Anttag Uebergang zur einfachen Tagesordnung.
Da dieser Antrag nicht zugelassen werden soll, bricht ein furchtbarer Tumult los. Tie Sozialdemokraten verlangen die Demission des Präsidenten.
Abg. Bebel: Das Haus hat entschieden, und wir ziehen die Konseguenzen Ihres eigenen Beschlusses. Graf Ballestrem und Herr Büsing haben wiederholt erftärt, der Anttag auf einfache Tagesordnung kann zu jeder Zeit gestellt werden; es ist ein geradezu unerhörtes Verfahren, wenn zwei Präsidenten dieselbe Ansicht geäußert haben, daß jetzt auf einmal darüber die Entscheidung des Hauses angerufen wird. (Großer Lärm bei den Sozialdemoftaten. Rufe: Niederlegen! — Vizepräsident Büsing: Ich habe meine Pflicht und Schuldigkeit gethan? Fortgesetzter Lärm.) Kein Parlament hat ein solches Schauspiel gesehen, daß ein Haus einen eben gefaßten Beschluß über den Haufen wirft. Wenn jetzt der Präsident das Haus fragt, so erklärt er sein erstes Vorgehen für unzulässig. Ich beantrage namentliche Abstimmung.
Abg. Goth ein: Die Frage ist bereits entschieden dadurch, daß vorher das Haus Den Widerspruch des Abg. v. Kardorff abgelehnt hat. (Vizepräsident Graf Stolberg übernimmt den Vorsitz.) Ein eigentlicher Einspruch könnte nur vorliegen, wenn jemand das Wort nahm. Das ist nicht der Fall gewesen. Sie gleiten immer weiter hinunter auf der schiefen Ebene. (Große Unruhe.) Welchen Eindruck muß es im Lande machen, wenn Sie heute so und morgen so entscheiden. Ich wundere mich nur, daß Sie sich nicht vor sich selbst genieren. (Fortgesetzte Unruhe.)
Abg. Spahn meint, daß das Haus heute feinem ersten Beschlüsse treu bleiben sollte, hält aber die Frage für so wichtig, daß sie der Geschäftsordnungskommission überwiesen werden sollte.
Abg. Südekum: Tie Mehrheit schwenkt ein, weil sie sieht, daß sie sich selbst einen Strick gedreht hat.
Vizepräsident Graf Stolberg: Ter Abg. von Tiedemann hat seinen Widerspruch für heute zurückgezogen und die Abgeordneten Spahn und Tiedemann haben beantragt, die Frage der Geschäftsordnungs- kommission zu überweisem Ich glaube, wir stimmen darüber ab. (Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Tann gebe ich Herrn Ledebour das Wort zur Geschäftsordnung.
Abg. Ledebour führt aus, daß ein ordnungsmäßiger Widerspruch gar nicht vorliege. Vizepräsident Büsing habe ordnungswidrig das Haus gefragt, ob Widerspruch erhoben würde. (Vizepräsident Graf Stolberg: Halten Sie diesen Ausdruck aufrecht? Lärm bei den Sozialdemokraten.) Jawohl! (Vizepräsident Graf Stolberg: Dann rufe ich Sie zur Ordnung!)
Ter Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über den Schlußanttag wird darauf mit 211 gegen 68 Stimmen abgelehnt.
Vizepräffdent Graf Stolberg will den Schlußanttag zu der Geschäftsvrdnungsdebatte über die Frage, ob ein Beschluß des Hauses vorliegt, nach welchem in die Beratung des Zvlltarifes vor dem Anttag Kärdorff einzu- treten ist, zur Abstimmung bringen. (Großer Lärm links.) Abg. Singer wünscht zur Feststellung das Wort.
Abg. Singer: Niemand hat außer den Antragstellern gewußt, was tn dem Antrag steht, den der Präsident eben vorgelesen. Jetzt erkläre ich, daß ein Anttag, ob ein Beschluß des Hauses vorliegt, einfach sinnlos ist, und ich bitte den Präsidenten, daß wir zuerst den Anttag gedruckt bekommen.
Vizepräsident Graf Stolberg: Es liegt der Anttag auf Schluß der Geschäftsordnungsdebatte vor und ich bitte diejenigen Herren, welche (stürmische Unterbrechung) den Antrag annehmen wollen.... (großer fortgesetzter Tumult. Ter Präsident sucht vergeblich, mit der Glocke die Ruhe wiederherzuftellen. Rufe: Zur Fragestellung!) Ich habe mich versehen. (Fortgesetzter Samt: Rufe: Wir wissen nicht, worüber abgestimmt werden soll.) Es liegt ein schriftlicher Antrag Singer vor auf namentliche Abstimmung
über beit Anttag auf Schluß der Diskussion. Ich hätte über diesen Anttag die Unterstützungssrage stellen müssen; ich habe es nicht gethan, weil ich annahm, daß der Antrag genügend unterstützt werden würde. (Lachen links.) Ich werde es jetzt nachholen.
Ter Anttag wird genügend unterstützt. Die Abstimmung ergiebt die AnnahnUs "des Antrages auf Schluß der Debatte mit 209 gegen 68 Stimmen.
Als der Präsident Graf Stolberg nunmehr ü6er bett Antrag Spahn auf Ueberweisung der Frage an bie Geschäfts- ordnungskommission abstimmn lassen will, verlangen die Sozialdemokraten unter stürmischen Zurufen, daß Darüber die erste Debatte eröffnet werde. Ter Präsident erftart, daß man in der Abstimmung sei, man könne sich morgen über seine Geschäftsführung beschweren. (Wiederholte betäubende Rufe: Debatte, Debatte! Der Präsident läutet so heftig, daß der Mantel der Glocke sich von dem Handgriff löst und zur Erde fällt. Große Heiterkeit.)
Unter fortgesetztem Lärm gebt hie namentliche Abstimmung vor sich. Der Ruf „Debatte!" wird immer kräftiger wiederholt. Tie Abstimmung ergiebt daß 229 Stimmzettel abgegeben sind, wovon 227 auf Ja lauten und 2 auf Enthaltung.
Abg. Singer protestiert gegen diese Abstimmung, weil über den Antrag Spahn noch gar nicht debattiert, er noch nicht einmal unterstützt sei. Ter Präsident habe sich zu einem re chtsungültigen Beschluß herge- geben. (Präsident Graf Stolberg ruft ihn für die Bemerkung zur Ordnung, daß der Präsident sich hergegeben habe.) Man solle die Machtpolitik nicht soweit treiben, Thatsachen in ihr Gegenteil zu verkehren. Er bitte, über den Antrag die Diskussion zu eröffnen.
Präsident Graf Stolberg: Der Beschluß ist rechtS- giltig aefaßt. (L-'bhafte Pftlirufe bei den Sozialdemokraten.) Ich rufe die Pfuirufer zur Ordnung. (Ruf: Unfähig!)
Auf Vorschlag des Präsidenten wird darauf um 9i/a Uhr die weitere Beratung unter fortdauerndem Tumult auf Mittwoch 12 Uhr vertagt.
Parlamentarisches.
Im Reichstage verlautete gestern, daß sowohl Graf Ballestrem als auch der Vizepräsident Büsing von den Aufregungen der letzten Tage in ihrer Gesundheit sich ernstlich angegriffen fühlen. Weiter wird berichtet, daß die Mehrheitsvarteien entschlossen sind, die Geschäftsordnung so zu gestalten, daß eine Obstruktion und jede Verhöhnung der Präsidialgewalt unmöglich gemacht werden. Ter Präsident soll mit den gleichen Machtbefugnissen ausgestattet werden, wie in England der Sprecher, der ein unbotmäßiges Mitglied zur Ponitenz verurteilen kann. Ferner sollen künftig zu lange Geschäftsordnungsdebatten nicht mehr zulässig, vielmehr sofort ohne jede Begründung oder Rede die Meinung deS Hauses über den 6etreffenben Punkt gehört werden. Möglichkeit einer Präsidialkrisis. Graf Ballesttem habe wegen seiner schweren Bedenken gegen die geschäftsmäßige Zulässigkeit des Antrages Kardorff lebhafte Auseinandersetzungen mit dem Zentrum gehabt. Zwischen Graf Ballesttem und dem Abg. Spahn fei es zu einem ernsten Zerwürfnis gekommen. Auch von dem Entschluß des Vizepräsidenten Büsing, fein Amt niederzulegen, sei die Rede.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 3. Dezember 1902.
— Militärdienstnachrichten. Der Kaiser hat dem Leutnant Rausch von der Schutztruppe für Kamerun die Rettungsmedaille am Bande verliehen.
** Detaillisten-Verein. Am Montag abend hielt der Detaillisten-Verein int Kaufmännischen Vereinshause seine Generalversammlung. Ter Vorsitzende Rohr erstattete den Bericht über die T h a t i g - feit des Vorstandes int abgelaufenen 7. Vereinsjahr. Ter Verein hat 86 Mitglieder. Die Arbeiten des Vorstandes wurden in 17 Sitzungen erledigt. Tie Mitglieder waren zu zwei außerordentlichen Generalversammlungen im Februar berufen. Außerdem sand eine Sitzung der Kolonial- warenhändler statt, in der diese Stellung nahmen zu den Desttebungen der Amerikanischen Petroleum-Ge- sellschast. Tie Verhältnisse im Spiritushandek haben sich in unserer Stadt geändert, die seinerzeit gefaßte Resolution war nicht mehr aufrecht zu erhalten. Tie beiden Besprechungsabende waren nur schwach besucht. Tie fünf Vortragsabende, an denen Rechtsanwalt Tr. Spohr über das Handelsrecht sprack, hatten einen nur schwachen Besuch zu verzeichnen. Der von der Handelskammer in Gemeinschaft mit dem Verein veranlaßte Vortkag über den Feuerversicherungs-Sch utz-Verband erfreute 'ich der regsten Beteiligimg interessierter Kreise. Der Vorsitzende konstatiert eine erhebliche Zunahme der Verstöße gegen das Gesetz bett, den unlauteren Wettbewerb. Neun Fälle dieser Art kamen zur Kenntnis des Vereins; unter diesen mutzten zwei gerichtlich verfolgt werden, von denen in einem Falle berichtet wurde, daß die Staatsbehörde ein Einschreiten abtoie§. Der Verband der süd- und westdeutschen Vereine, dem auch der Gießener Verein angehort, hat sich neu organisiert, wodurch derselbe in der Sage ist, mehr zu leisten als seither. — Auf Anttag des Vereins ist der Hausierhandel mit Apfelsinen und Zuckerwaren verboten worden. — 2er Vorstand hat beschlossen, den Verein als Mitglied des Vereins Kredit-Reform abzumelden, da ein Bedürfnis zu dieser Mitgliedschaft nicht vorliegt. Ter herein, hat in Betreff des Eisen bahn-Konsum- V er eins eine Beschwerde an die Eisenbahnbehörde abgehen lassen, worin darauf hingewiesen wird, daß die Ver-


