aufznfassen. Lord Milner wird mit Chamberlain in Kapstadt Zusammentreffen und dort werden die endgiltigen Abmachungen für die gemeinsame Reise getroffen. Chamberlain wird einige wenige Tage in Kapstadt bleiben unb dort nicht nur mit dem Ministerium, sondern auch mit den Führern des Afrikander-Bond konferieren. Born Kap toicb sich Chamberlain, dem provisorischen Programme zufolge, nach Bloemfontein begeben. Unterwegs wird er Deputationen ui empfangen bereit sein, und dies gilt auch für die ganze übrige Tour. In der Oranjefluß-Kolonie und Transvaal Wird sich Chamberlain voraussichtlich geraume Zeit aufaushalten. £6 er auch Rhodesia besuchen wird, ist noch unbestimmt. Rach einer Noth aus Lissabon ist dort halboffiziell angekündigt worden, daß Chamberlain den Wunsch ausgedrückt habe, auch Lorenzo Marques zu besuchen und daß man ihm ein herzliches Willkommen auf portugiesischem Gebiete zugesichert habe. Ter Entschluß des Kolonialministers, der Billigung des Königs und aller Parteien in England fand, soll durch die Berichte über die an Rebellion grenzende Haltung der früheren Uitländer wegen der geplanten Heranziehung derselben zur Zahlung der Kriegslasten veranlaßt worden sein. Privatmeldungen aus Kapstadt zufolge wurden in den letzten Wochen nicht weniger als 4 0 Bürger der Kapkolvnie, welche im Kriege auf feiten der Engländer kämpften, ermordet. Außerdem wird die R o t l a g e der an den Bettelstab gebrachten Bevölkerung der ehemaligen Republiken auch allmählich eine zu deutliche Sprache reden, als daß man sie länger vertuschen oder durch un^ireichende Maßnahmen fiir den Augenblick lindern könnte. Tie Burew- generale Botha und Delarey — Tewet ist am Samstag nach Südafrika abgereist — haben auf die Kunde von Chamberlains Plan beschlossen, alle Forderungen der Buren in einem Aktenstücke zusammenzufassen und es dem Kolonialminister zu überweisen. In Lissabon verlautet ferner gerüchtweise, König Eduard würde Chamberlain nach Südafrika begleit en. Wir glauben, daß dieses thörrchte Gerücht ebenso kurze Beine hat, wie die Sensationsmeldungen von der schweren Nerven erkrank- ung des Zaren und der bevorstehenden Verlobung unseres Großherzogs «mit einer schönen Montenegrinerin. Die „N. Hess. Volksbl." meinen, der sensationslüsterne Berichterstatter habe offenbar die falsche Nachricht willkürlich daraus kombiniert, daß sich die Prinzessin, wie schon öfters, gegenwärtig bei ihrer Schwester, der Prinzessin Franz Josef von Battenberg, in Darmstadt zu Besuch befindet. Eine vierte Sensationslügenmeldung kommt aus Dänemark. Das Kopenhagener Blatt „Politiken" verzeichnet in einer Zuschrift aus Berlin das Gerücht von einer beabsichtigten Verlobungdesdeutsch enKronprinzon mit der Prinzessin Thyra von Dänemark, der jüngsten Tochter des Kronprinzenpaares. Augenscheinlich ist das eine ganz müßige Kombination aus Anlaß des Berliner Besuches des dänischen Kronprinzen.
Ter französische Bergarbeiterausstand geht immer noch „bald seinem Ende entgegen." In der
letzten gemeinsamen Versammlung der Telegierten der Grubenbesitzer und Bergarbeiter erklärten sich wieder einmal die Arbeiter-Telegierten zu Konzessionen in allen strittigen Punkten mit Ausnahme der Minimal-Lvhnfrage bereit. Dieser letztere Punkt soll einem Schiedsgericht unterbreitet werden. Als Schiedsrichter wurde das Mitglied deS Ministeriums der öffentlichen Arbetten, Joz^n, bestimmt. Man sieht, die Sache rückt nicht recht von der Stelle. Zudem droht z. Z. in P a r i s ein K e l l n er a u s st a n d.
In Venezuela siegten wieder mal die Regierungstruppen, wenn schon die frohen Nachrichten durch gegenteilige Meldungen bald in Zweifel gezogen wurden. Ter drohende Konflikt zwischen denVereincgtenStaaten und Columbien wegen des Kanalvertrages auf Grundlage der Spovner-Akte, die der Union Anspruch aus Polizei- aewalt im Jsthmusgebiete gewährleisten und von Columbien deshalb mehr und mehr mit Argwohn betrachtet werden, wird jedenfalls auch auf fiiedlichem Wege seinen Austrag finden. Tenn daß Columbien die Welt mit einer Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten überraschen wird, glaubt dem kleinen Staate im Ernste niemand.
Die WayLmauuerwaylen in Kessen.
Es unterließt keinem Zweifel, daß im Wahlkreise Grünberg der Leiter des hessischen Bauernbundes Hirsche! gewählt werden wird. Ter demnächstige Herr Abgeordnete hat die Güte, das genaue Resultat jenes Wahlkreises uns zu übersenden. Es wurden gewählt in:
L Kreis Gießen.
Albach. Beig. Lud. Arnold II. (Bauernbund) gewählt mit 19 Stimmen. Bgmstt. Balser (lib.) 4 St.
Allendorf a. Lumda. Gewählt Martin Wallenfels, Landwirt, mit 79 St. und Karl Strack, Gemeinoerat, mit 77 St. (beide Bauernbund) gegen Bürgermeister Rein (lib.) mit 54 St. und Postagent Otto (lib.) 47 St.; außerdem erhielt Schmidt (Soz) 5 St.
Allertshausen. Gewählt Bgmstt. Stein in Climbach (Bauernbund) mit 17 Stimmen, gegen Hrch. Hillgärtner (ebenfalls Bauernbund) 11 St.
Beltershain. Gewählt Beig. Heinr. Röhrig (Bauernbund) mit 33 St. gegen Maurermstr. Müller (lib.) mit 10 St.
Bersrod. Gewählt Wilhelm Hammel IL, Landwirt (Bauernbund), mit 42 St. gegen 35 St., die auf den Kandidaten der Gegenpartei von der Bürgermeisterwahl fielen.
Beuern. Gewählt Bgmstr. Otto (Bauernbund) mit 21 St. gegen Wilh. Arnold V. (ebenf. Bauernbund) mit 14 St.
Burkhardsfelden. Johs. Haas IX., Landwirt (Dbd.), mit 27 St. gegen Bgmstr. Hofmann mit 18 St. gewählt. Geilshausen. Rechner Peter S e i v p (lib.) mit 25 St.
gegen Landwirt Krug (Bauernbund) mit 18 St. gewählt. Grunbera. Gg. Heil, Lud. Emmel, H, K. Zimmer
(sämtlich liberal) mit 65 St. gewählt.
Harbach. Heinr. Stark, Landwirt (Bauernbund) mit
12 St gegen 4 St., die auf den Bgmstr. fielen, gewählt Kesselbach. Wilh. Becker IV., Landwirt (Bauernbund)
mit 11 St einstimmig gewählt
Lauter. Bgmstr. Afs (parteilos', gegen den früheren Bgmstr. Feldmann (lib.) gewählt
Linden st ruth. Lud. D e i n e s I., Landwirt (Bauernbund) mit 17 St. gegen 10 St, die auf den liberalen Kandidaten fielen, gewählt
Londorf. Bgmstr. Au mann (lib.) gewähtt.
Lumda. Johs. Heßler III., Landwirt (Bauernbund) mit
28 St. gegen Wilh. Heßler (lib.) mit 10 St. gewählt Odenhausen. Bgmstt. Lang (lib.) mit 20 St gewählt
gegen Wilh. Müller L (Bauernbund), auf den 19 St fielen.
Queckborn. Bgmstt. Schmidt (lib.) ohne Gegenkandidat gewühlt
Reinhardshain. Beigeordn. Kornmann (parteilos) mit 19 St gegen Kasp. Löchel mit 6 St. gewählt
Reiskirchen. Bgmstr. Wagner (parteilos) mit 2 St Mehrheit gewählt
Saasen. Bgmstt. Schmitt (Bauernbund) mit 12 St gewählt ohne Gegenkandidaten.
Stangenrod. Gewählt Gg. R e i ch m a n n, Gemeinderctt (Bauernbund) 38 St, Will (lib.) erhielt 10 St
Steinbach. Heinr. Haas III., Landwirt (Bauernbund) mit 36 St einstimmig gewählt.
Treis a. Lumda. Gewählt Vh. Kehr IV., Landwirt, und tz. KleinII., Landwirt (beide Bauernbund), mit 40 bezw. 39 St. gegen 15 St, die je auf den Bgmstt. und Beigeordn. entfielen.
Weickartshain. Gewähtt JohS. Trü11er VL (Bauernbund) mit 38 St gegen 19 St, die auf den liberalen! Gegenkandidaten fielen.
II. K r e i s A l s f e l d.
Atzenhain. Gewählt heinr. Z u l a u f, Landwirt (Bauernbund) mit 52 Stimmen gegen 28 liberale Stimmen.
Flensungen. Gewähtt Bgmstr. Bräun in g (lib.) mit 31 Stimmen.
Lehnheim. Gewähtt Beigeordn. Dickh a r t (lib.) mit 34 St gegen Bräunig (Bauernbund) mit 5 St
Merlau. Johs. Schön hals (Bauernbund) mit 28 St gegen 15 St., die aus den Buchhalter Bamberger (freis.) fielen.
M. Kreis Schotten.
Groß-Eichen, heinr. Schombert IV., Landwirt (Bbd.), mit 34 St gegen 29 liberale St gewähtt.
Tas sind insgesamt 21 Stimmen für den Bauernbund, dessen Kandidat somit gesiegt hat. Gegenüber stehen 9 liberale freisinnige und drei parteilose Stimmen, lvelch letztere noch unentschieden sind.
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In Lauterbach - Scblitz sind gewählt 17 Wahlmänner für den Bürgermeister Stöpler- Lauterbach, 15 für den bisherigen Abg. Bürgermeister Zin ß e r-Schlitz. Nimmt Stöpler die Wahl an, so ginge den National- liberalennochein Kreisverloren! Stöpler gehört
auch etwas Pech haben. Wenige Minuten nur vor Beginn der Vorstellung habe ich's mir in meinem Fauteuil bequem gemacht. Ich fange an, mir den Vorhang zu betrachten, da erscheint im letzten Augenblick neben mir eine Dame. In der Hast läßt sie ihr Opernglas fallen, das ich aufhebe und während sie Platz nimmt, vor sie auf das Brettchen an der Hinterseite der Votteihe stellen will, das dafür bestimmt ist. Doch wehe, das Brettchen bricht, fällt zu Boden und mit ihm wieder das Opernglas .... Es scheint doch so, als sei man in Kleinigkeiten allzu flüchtig gewesen, um für den einmal festgesetzten Termin alles fertig zu stellen.
Der Zettel macht in seinem winzigen Format und in seiner ganzen Ausstattung den Eindruck des Mißglückten. Er ist nichts weniger als eine hervorragende Leistung modernen Buchdrucks. Aber erweist m „Wallensteins Lager" nicht weniger als 25 Namen auf.
Der Vorhang geht auf. Die Bühne stellt einen Kuliffen- /aum dar. Wir sehen Direktor, Dichter und lustige Person, die Herren Diegelmann, Ludwig und Bolz. Diegelmann, in der schönen Maske des alten Goethe, spricht die ersten Worte, markig, kraftvoll, würdig, mit feierlichem Tonfall, selbstverständlich ohne dem bösen Geiste Deklamatorius zu verfallen. Er spricht seine Freude aus über den vollzogenen Umzug in die neue „Herberge" aus „einem Taubenschlag, einem dumpfen, niedrigen Gemäuer, viel besser nicht als Stall und Scheuer". Was wohl sollen wir armen Gießener zu unserem Theater sagen, wenn das alte Frankfurter Schauspielhaus derartige schmückende Beiwörter oer- bient l Das Vorspiel Fuldas läßt sich dann über die Aufgaben der modernen Bühne aus in der bei diesem Poeten längst aufs beste bekannten sehr angenehmen und sehr gewandten Versform. Es geht darauf hinaus, daß die Bühne zu bieten hat ebenso Schweres als Leichtes, Ernstes als Heiteres.
„Wenn man zum Tischwein manchmal Wasser gießt, So wird ein ebler Trank uns doppelt letzen."
Fulda hat bekanntlich neulich in Berlin „Kaltwasfer" von einer Qualität verzapft, die dazu führte, daß die ernsthafte Kritik ihn nut schneidend falten Wasserstrahlen begoß. Daß er sich inzwischen genügend abgetrocknet hat, das zeigt dieses Vorspiel und nach dem Fallen des Vorhanges zeigte er sich selber dem unaufhörlich klatschenden Publikum, „so reinlich und so zweifelsohne", wie eS sich für diesen festlichen Moment gezienite. Ein ziemlich alltägliches Gesicht. Nur die auffallend hohe, freie Stirn giebt ihm etwas Apartes. Die drei Darsteller sprachen die schönen und feinen Verse Fuldas sehr wirkungsvoll, am besten Diegelmann. Bolz' immer etwas sarkastische Sprechatt und Ludwigs übergroßes Pathos mochte man vielleicht ein wenig abgedämpft sich wünschen. Fulda aber hat mit diesem „Vorspiel" wieder, wie schon vor drei Jahren gelegentlich des 80. Geburtstages Wilhelm Jordans, als ein Meister der Prologdichtkunst sich gezeigt.
Szenisch bot baS Vorspiel zum Schluß ein entzückendes Bild, einen reizenden Rahmen um die Büste „von Frankfurts größtem Sohne", von Walfang Goethe.
Unb bann kam „baS weltenweite, göttliche Gebicht", der Prolog im Himmel unb der erste Akt des „Faust". Es ist unter den Kunstverständigen immer eine unentschieden gelassene offene Frage geblieben, ob sich der Prolog zur Aufführung eigne. Eine übereinstimmende Praxis hat sich nicht ausgebildet, jedes Theater hat nach seinem eigenen Gutdünken gehandelt und sich sehr oft den wechselnden Stand-
punkten der jeweiligen Regie anbequemen müßen. In der Thai sind auch die Gründe für und wider beinahe von gleichem Gewicht. Wenn auf der einen Sette Rücksicht der Pietät für den Dichter und die Dichtung für die Beibehaltung des Prologs zu sprechen scheint, so ist auf der anderen Seite nicht zu leugnen, daß die himmlichen Heerschaaren, die Wolkenszenerie rc. eine starke Verwandtschaft mit einem Schaustück bekunden; je glänzender sie ausgestattet sind, woran es elbstverständlich nicht fehlte, um so mehr. Aber man sah eben, was das neue Haus dekorativ zu bieten vermag. Es war doch ein ungemein stimmungsvolles Bild von schier weihevoller Schönheit. Leider fehlte es Frl. B o ch als Erzengel Michael an ganz gleichwertigen Partnern. Der Sprecher des „Herrn", Herr Bauer, wurde nicht sichtbar. Der Ort, woher seine Stimme erscholl, wurde angedeutet durch eine Lichtflut. Kirchs „Faust" ist eine Leistung von hoher künstlerischer Reife, tiefer geistiger Beseelung und kluger, logischer Gliederung. Mtt leuchtender Klarheit trat jeder einzelne Gedanke hervor. Die Erscheinung des Erdgeistes
war von erhabener Schauerlichkett.
Das Finale des köstlichen Abends bildete "Wallenste i n s L a g e r." David Strauß sagt von ihm, Schiller habe es „mit einer Leichtigkeit und guten Laune gedichtet, daß nichts drüber geht." Gewiß, es bleibt ewig jugendlich und war am Frankfurter Festabend nicht etwa herrlich wie am ersten Tag, sondern viel glanzvoller. Ahnte man doch vor hundert Jahren nichts vom heutigen Ausstattungsreichtum. Und darin war natürlich wieder sehr viel geboten — allzuviel für die Sinne, allzuviel Glanz und Getöse, bas doch manchen Vers verschlang. In Berlin, Dresden, München rc. bietet man, weil die Handlung, geschichtlich bettachtet, in die letzten Fe- bruartage fällt, den Anblick eines Winterlagers. Hier sehen wir vor uns sommerliche Kostüme, sommerliches Leben und Treiben, und zwar einen Ueberschuß an Bewegung, durch den ab und zu ein störendes Moment der Unruhe in sie getragen wird und durch den die Szene zu beengt wird. Verwunderlicherweise schien die Tiefe der Bühne nicht vollends ausgenutzt. Es hockte alles zu eng und dicht nebeneinander, sodaß manche geistvoll erdachten Einzelheiten nicht zur Geltung kamen. Und bann, ber Schiller'sche Optimismus, bie lebensfrohen, wackeren Worte des KürasiierS, mit benen der Dichter ben Weltschmerz abthut, wirkten ja sonst gewiß höchst erfrischend in unseren Tagen nichtiger Makel- unb Grämel- sucht. Aber auf bie gewaltige Faust'sche Gebankenwucht, auf diese unvergleichbare Verkörperung der deutschen Volksseele, auf dieses Monodrama voller bitter ernster innerer Kämpfe, voller Irren, Zweifeln und Verzweifeln, voller Sehnen und Hoffen, kann diese leichte, sorglose und unbekümmerte Soldatenweltsreude unmöglich einen tiefen Eindruck machen. Eine wahre Lust aber bereitete eS, Herrn Bayrhammers Kapuziner zu sehen und zu hören. Obschon der treffliche Darsteller ben neuerbingß beliebten Tric sich entgehen ließ unb auf baS beutsch-böhmische Idiom verzichtete, so war'S trotzdem, ober vielleicht just bcShalb, ein kältlicheS Eharakter- bdb, baS er in diesem Abraham a St. Clara des Wallen- stem'schen Feldlagers mit großem Erfolge vor die Rampe stellte. Das war kein larmoyanter, sondern em mit derbem Humor begabter Fanatiker, nichts weniger als eine Posse n- ngur, sondern ein ehrlicher Volksbußprediger, ein ungemein echter bra' cher Typus aus dem mittelalterlichen Mönchstum. Ucberflüssig allein war bie Nüanee mit der Schnupftabaksdose un bezüglichen Moment. Sonst faßte Herr S. den Kapuzmn
eminent ernsthaft auf und darum wirkte er gnade so eminent komisch. Er war in diesem Falle, wie das einst Klopstock alfl daS Bemerkenswerteste an Fr. Schröder rühmte, nicht ein guter Vertreter ber Rolle, sondern „ber Mann selbst." Von den übrigen Darstellern sind die Herren Szika, Ludwig und Bauer zu nennen.
War das aber ein jubelfrohes Begegnen zwischen Darstellern unb Publikum, ein schier gegenseitiges herzliches Bewillkommnen im neuen Hause. Das ganze HauS schien eine einzige, durch ein froheS Hochgefühl vereinte Familie. — Jetzt ist die Vorstellung zu Ende, aber immer und immer wieder muß die Garde der Frankfurter Künsllerschast in Parade aufmarschieren vor dem Publikum, dem vermöge der außerordentlich guten Akustik des neuen HauseS keine Silbe von all' den schönen Dichterworten auS oertrautem Künstlermunde verloren ging. Die alte Intimität, der Kontakt zwischen Publikum und Schauspielern, war schon mit den ersten Worten der Fulda'schen Dichtung wiederhergestellt. —
Auf einem Theater las ich einmal die Inschrift „Lu- dimus in effigiem vitae14 — Unser Spiel ein Bild deS Lebens. Möge sich dieser Spruch im Sinne deS Wahren, Guten und Schönen für diese neue Frankfurter Pflanzstätte bei Kunst bewahrheiten.
Es giebt nicht nur Schmeichler für Personen, sondern auch für Sachen. In den Honigwochen deS Frankfurter Theaterbaues wird man jetzt fern unb nah Freudenfeuer an- gezündet finden, Posaunentöne werden in die Welt gesprochen und geschrieben werden. Aber die Ekstase wttd nicht lange dauern. Sachliche, fachgemäße Kritik wird und muß geübt werden, auch an diesem Wert der Architektur, sei es in zustimmender, sei es in abfälliger Beurteilung deS Geschaffenen. Dem alten Spruch: Wer bauen will an Straßen und Gaffen, der muß bie Leute reben lassen, steht indessen ein noch älterer zur Seite, deS Horaz: Principibua placuisse viris, non ultima laus eat. (Was den vorzüglichsten Männern gefiel, deß Ruhm ist nicht gering.) P. W.
Gegen 10 Uhr begann im Palasthotel Fürstenhof ein von der Stadt gegebenes Abendessen, an dem etwa 90 Personen teilnahmen. Tie Reche der Trttik- sprüche eröffnete Oberbürgermeister Ad ickes mit einem Hoch auf den Kaiser, bann dankte Redner den auswärtigen Gästen sowie der Presse und schloß mit einem Hoch auf den Vorstand und Auffichtsrat der Neuen Theater-Aktien- gesellschaft. In deren Namen und als deren Vorsitzender erwiderte Geh. Justizrat Dr. Hamburger mit einem Hoch auf die Stadt Frankfurt. Bürgermeister Barren- trapp schilderte in humorvoller Weise Vorspiel, Verlauf und gutes Ende des „Dramas: Erbauung des neuen Schauspielhauses". Sein Hoch galt dem Erbauer desselben, Baurat Seeling. Tieser gedachte seiner Mttarbetter. Edler von P u 11 l i tz - Stuttgart ließ den Intendanten Claar hochleben, der seinerseits in einer Ansprache zunächst die hingebende Mitwirkung der hiesigen ttunstlerschaft hervor- hob und bann dem Grasen Hochberg ein Hock brachte. Graf Hoch berg wünschte dem neuen Schausvielyause, day cs, wie es im Jugendstil dastehe, jugendlichen Sinn bewahren möge. Seeling schloß die Reihe der Ansprachen mu einem in kurze, drastische Worte gefaßten Hoch auf den Dichter Ludwig Fulda. Gegen ein Uhr wurde du Tafel aufgehobm, doch bildeten sich noch einzelne seßhafte (kuppen, otc weiterfeierten.
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