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3.10.1902 Zweites Blatt
 
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der Station Gießen.

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Schisssnachrichten.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kcrchenplah.

Bremen, 1. Okt. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-SchnellpostdampferKaiser Wilhelm der Große", Kapitän D. Högemann vom Norddeut,chen Lloyd m Bremen, ist gestern 9 Uhr vormittags wohlbehalten m Newyork angttommen. ,

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2. Oktober

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a Die vielen billigen Seisenpuloer enthal-

AuIKiarUllö teil säst keine Seife und Terpentin, fon- ____________________bent meist Soda und sonstige für bte Wäsche schädlichen Stosse. Eine Hausfrau, welche an ihrer Wäsche lange haben will, gebraucht Gioth's gemahlene Kernseife nut toal= miak und Terpentin, garantiert chlor- und säurefrei, zu lo PM- per Packet überall erhältlich. Fabrikant: I. Gioch, Hanau. 199«

All, toin ttkÄlten teig sS PU SB ZK

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M.

>. Oktober 1902.

Ministeriums c d. I. enthält em )en, betreffend die >erzoglichen Amts« mtsgerichten, sowie i Inhalt: Nr. 31 m die Großherzog« ötempelfreiheit der Staatseisenbahnen; eiben an die Groß- iseitigkeitserklärung

Ltempelbefreiuna; :eiben an die Groß- re die GerichtstuÜ- WillenseMrungen, icke prangt äugen» ber Schanzenstraße -et einzige blühende heute ist hier dal übergeben worden ebäuden MU nsosern eine große es näher nach dein eigentümliches b-jw.

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Ueöer die Katastrophe von Modica

chreibt man aus Rom:Seit vielen Jahren ist Italien nicht von einem so furchtbaren Wolkenbruch hettnflesucht worden, wie ihn am 25. September das siwöstliche Sizttieu und besonders die Stadt Modica erlebt haben. Durch tele* graphische Meldungen ist der Verlauf der Katastrophe, ind die Verluste an Gut und Menschenleben bereits bekannt. Erst heute treffen nun auch briefliche Berichte von Augen­zeugen ein, die ein herzzerreißendes Bild von dem jam­mervollen Ereignis geben. Modica zählt 60 000 Einwohner und ist die viertgrößte Stadt Siziliens. Sie liegt amphi- theatralisch am Vereinigungspunkte zweier Felsenthäler, die von den Bächen San Francesco und Santa Maria durch- lossen werden. Die Bäche heißen nach chrer Vereinigung Fiume Scicli. Einen Kilometer unterhalb der Stadt treten die Felswände so dicht an den Fluß heran, daß die Fahr­traße in einem Tunnel neben dem Flusse verläuft. Diese Stelle heißtlo Stretto". Nachdem Monate lang in ganz Sizilien kein Tropfen Regen gefallen war, erhob sich am Donnerstag ein heftiger Ostwind mit starken Regengüssen. Die beiden Bäche, von denen Modica durchflossen wird, chwollen an, aber durchaus nicht in gefahrdrohender Weise. In der Nacht aus den Freitag dauerte der Regen ununter­brochen firn, und im Quellgebiet der beiden Bäche müssen ganze Wolkenbrüche niedergegangen sein, denn ihr Wasser ührte Häusertrümmer, Hausgerät, Viehleichen und ent- vurzelte Bäume mit sich. Um vier Uhr morgens trat das Wasser über das Flußbett heraus und überschwemmte die Stadt. Zahlreiche alte, baufällige Häuser brachen unter dem Anprall der Fluten zusammen, und schon in diesem. Augenblicke mögen manche Menschen ums Leben gekommen sein! Dann aber kam es zur eigentlichen Katastrophe. An der oben beschriebenen Stellelo Stretto" bildete sich aus Baumstämmen und Häusertrümmern eine Barrikade. Dadurch wurde den.Fluten der Abfluß verwehrt, und nun stieg auf einmal in der Stadt das Wasser bis zu einer Höhe von acht Metern. Die tiefer gelegenen Stadteile waren in einen See verwandelt, in dem die Stadtbewohner zu Hunderten ertranken. Natt); und nach brach sich das Wasser durch das natürliche Stauwerk bei demStretto" Bahn und in der Stadt blieb nur der Schlamm zurüch der an manchen Stellen drei Meter hoch liegt und in dem sich die Leichen eingebettet finden. Die Regierung hat zahlreiches Militär nach Modica gesandt, das mit der Forträumung des Schlammes und der Bergung der Leichen beschäftigt ist, Jedesmal, wenn eine neue Leiche ausge-, graben wird, drängen sich zahlreiche Leute, die ihre An­gehörigen vermissen, an der Fundstelle zusammen, unh wenn dann ein Vater sein Kind, eine Frau ihren Mann als Leiche wiederfindet, kommt es zu herzzerreißenden Szenen. Die Zahl der Toten wird auf 300 geschätzt, an Häusern wurden über 400 zerstört. (Der Telegraöh hat inzwischen gemeldet, man gebe sich der Hoffnung hin, daß die Zahl der Toten 200 nicht überschreiten werde. D Red.) Viele Bewohner von Modica danken chre Rettung den massiven, eisernen Straßenlaternen, auf die sie hinauf- tletterten und an denen sie sich festhielten, bis das Wasser verlausen war. Gegenüber der Hiobsbotschaft aus Modica mißt man den Meldungen von dem Unhell, das die Wolken­bruche in anderen Orten des südöstlichen Sizlliens ange­richtet haben, keine rechte Bedeutung bei. Und doch kamen auch in Scicli, Spaccasomo, Pachino usw. viele Menschen ums Leben, wurden die Weinberge und Oelgärten verwüstet, die Straßen und Brücken zerstört. Syrakus und Catania; litten weniger durch, Ueberschwemmung als durch die Gewalt des Orkans, der im Hafen der beiden Städte zahlreiche Segelschiffe zum Scheitern brachte. Auch Taormina hat durch den Sturm schwer gelitten. In den Oelhainen, die das Städtchen nach der Landsette zu einrahmen, wurden die herrlichsten Bäume umgebrochen und die lachende Flur bietet ein schmerzliches Bild der Verwüstung dar. Indessen gegen solche Schäden giebt es ja rasche Hilfe, aber bte Stadt Modica wird sich von dem furchtbaren Schlage, her sie betroffen hat, sobald nicht wieder erholen."

Schwurgericht.

P. Gießen, 2. Okt.

Landgerichtsrat Holzapfel eröffnete heute vormittag um 9 Uhr die Sitzung. Landgerichtsrat Sandmann und Amtsrichter Neuenhagen fungieren als beisitzende Richter. Die Staatsbehörde vertritt Staatsanwalt Reuß, während Rechtsanwalt Klarenaar die Verteidigung führt. Verhandelt wird gegen die noch unbestrafte 26 Jahre alte Dienstmagd Anna Lind, zuletzt in Berstadt in Dien stgewesen, wegen Meineids. Es sind 7 Zeugen zu vernehmen. Der Angeklag­ten wird zur Last gelegt, daß sie am 20. März d. I. vor dem Amtsgericht Laubach in einem Zivilprozeß Bender wider Graf, betr. Zahlung von Alimenten wissentlich em falsches Zeugnis abgelegt hat. Der Thatbestand, wodurch sich die Angellagte schuldig gemacht hat, ist kurz der Fol­gende. Bei der in Rede stehenden Zeugenvernehmung m Laubach wurde die Angeklagte gefragt, ob sie bestimmte Thatsachen gesehen habe, die für die Kläaerin von Wichtig* feit waren. Diese Frage hat die Lind damals unter Ew verneint, nach ihrer Vernehmung aber anderen Personen gegenüber erklärt, sie habe das, wonach der Amtsrichter sie gefragt habe, sehr wohl gesehen, sie habe sich aber dem Richter gegenüber geniert, die Wahrheit zu, sagen, wett sie gefürchtet habe, dieser mache ihr Vorwurfe. xie An­gellagte ist darauf noch einmal in der Sache vor dem Gericht in Laubach vernommen worden und hat darausihre falsche Aussage zurückgenommen, und den wahren Tha^ bestand angegeben. Bei der heutigen Verhandlung wird auf Antrag öes Staatsanwalts die Lessentlichteir aus­geschlossen. Der Gerichtshof verurtettte, wie wir gestern bereits meldeten, die. Angellagte zu neun Monaten;

atz erhalten möge, wonach die bei Mntrttt der Sonntags­ruhe in den offenen Verkaufsstellen schon anwesenden Kunden noch fertig bedient werden dürfen, eine Bestim­mung, die in den Vorschriften über den Ladenschluß an Werktagen bereits enthalten ist, Die Großh. Handels­kammer sprach sich ebenfalls für den Vorschlag der Hcm- relskammer zu Oldenburg aus.

5. Die Kammer erklärte sich berett, einen Antrag des Hessisch-Rheinischen Bergbau-Vereins betr. Ermäßigung der Braunkohlenfracht en von den oberhessischen Sta­tionen nach dem Industriezentrum Frankfurt a. M, Offen­bach usw. zu unterstützen.

6. Die Kammer beschloß nach einem Anträge der Handelskammer zu Wiesbaden für den Frankatur- zwang für zurückg esandte leere Emballagen einzutreten.

7. Auf Antrag des Kaufm. Vereins in Alsfeld wurde beschlossen, bei der Kaiserl. Ober-Post-Direllion in Darm- tabt für die Genehmigung wetterer, dem dortigen Der- ehrsbedürfnis entsprechenden Femsprech-Verbindungen ein­zutreten.

8. Die Großh. Handelskammern in Bingen und Mainz hatten die Abhaltung von Kursen für Lehrer an kaufmännischen Fortbildungsschulen anaeregt. Nach Mitteilung der letztgenannten Kammer soll bereits Mitte Oktober in Mainz ein derartiger Kursus beginnen, dessen Dauer tauf acht Wochen mit je sechsstündigem Unter» richt in jeder Woche bemessen ist. Die Teilnahme an dem Kursus ist kostenlos. Die hiesige Kammer hielt die Ein­richtung derartiger Kurse für sehr zweckmäßig, fand es aber ür richtiger, daß solche Kurse in Frankfurt a. M. statt- inben möchten, da Mainz für die oberhessischen Lehrer zu ungünstig gelegen ist und in Frankfurt a. für die Ab­haltung von Kursen auch sonst bessere Vorbedingungen ge­geben sind.

9. Es ist als ein großer Mißstand empfunden worden, daß im letzten Sommer-Semester die Lehrlinge einiger Firmen viele Unterrichtsstunden der Kaufm. Fachschule in Gießen versäumt, und als Grund hierfür geschäftliche Ver­hinderung angegeben haben. Die Handelskammer war der Ansicht, daß geschäftliche Verhinderung nur in außerge­wöhnlichen Fällen als Grund zur Versäumnis angesehen werden kann und beschloß, da offenbar den kaufmännischen Prinzipalen noch nicht genügend der veränderte Charakter der kaufmännischen Fachschulen bekannt ist, in einer Ver- össentlichung nochmals auf diese Aenderung hinzuweisen und zu betonen, daß bei künftigen Versäumnissen die gesetz­lichen Folgen eintreten würden. Die Schulleitung hat bei Aufstellung des Stundenplans die Einrichtung getroffen, daß nie mehr wie ein Lehrling zur selben Zeit dem gleichen Geschäft entzogen wird. Nach dieser gebotenen Rücksicht­nahme muß im Interesse eines geordneten Unterrichts um so strenger auf pünktlichen Besuch gehalten werden.

10. Entsprechend einer Eingabe des Zentralverbandes der deutschen Uhrmacher in Leipzig an den Bundesrat sprach sich die Kammer für das Verbot des Hausierens mit Uhren jeglicher Art und für den Erlaß von Aus- sührungsbeftimmungen, die die Umgehung des. Verbots unmöglich machen, aus.

11. Zu dem am 12. Oktober in Mainz stattfindenden hessischen Handelskammertag wird die Kammer ihre beiden Vorsitzenden und den Syndikus entsenden.

12. Unter den Eingängen sind folgende hervor­zuheben:

L Eingabe des Vereins Deutscher Papierfabrikanten an den Herrn Reichskanzler, betr. die gesetzlich zulässige Arbeitszeit für Arbeiterinnen über 16 Jahre.

2. Eingabe des.Verbandes deutscher Handlungsgehilfen in Leipzig an die Deutschen Handelskammern, betr. die von der Handelskammer zu Erfurt beantragte Aenderung der Ruhezeit für kaufmännische Angestellte.

3. Bericht des Ausschusses für das Studium zur Errich­tung einer technischen Reichsbehörde in Berlin.

4. Kritik des letzten Geschäftsberichts des Kornhauses zu Halle a. S, herausgegeben vom Sächs. Provinzial-Ver- ein für Getreide und Produktenhandel zu Halle a. S

5. Veröffentlichungen des Deutschen Feuerversicherungs- Schutz-Verbandes.

6. Geschäfts-Uebersichten der Großh. Hess. Aichanstalten im Jahre 1901.

7. Bekanntmachung der Königl. Eisenbahndirektion zu Franlfurt a. M, in der die Interessenten zur Vermeidung von Verkehrsstörungen ersucht werden, die Kohlenbezüge möglichst bald zu bewirken.

8. Von zuverlässiger Seite ijt der Großh. Handels­kammer Mitteilung gemacht worden, daß die Griechische Regierung jede Verantwortlichkeit für die in Aussicht ge­nommene internationale Ausstellung in Athen sowie ihre Beteiligung daran entschieden in Abrede stellt.

9. Zweifelhafte Firmen in Großbritannien, Skandina­vien, Spanien, Kuba, Frankreich, Türkei, Rumänien; Ge­schäfts- und Kreditverhältnisse in Südafrika und in ver­schiedenen Staaten Amerikas.

Die Eingänge können im Bureau der Handelskammer während der Geschäftsstunden eingesehen werden.

Gefängnis, auf die drei Monate Untersuchungshaft in Abrechnung kommen. Aus den öffentlich verkündeten Gründen des Urteils ging hervor, daß die Geschworenen owohl die Frage wegen Meineides als auch die Neben- rage, ob die Angellagte freiwillig vom Verbrechen zurück getreten, bejaht haben. In Erwäaung, daß die Lind di« Wahrheit offenbar aus <Äham verschwiegen habe, in Ver­bindung mit der Thatsache des freiwilligen Rücktritts hat der Gerichtshof die ausgesprochene Gefängnisstrafe als genügende Sühne erachtet.

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Kleine Mitteikungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Der preuß. Landtagsabgeordnete Zim­mermann, Vertreter für Schlüchtern-Gelnhausen, . ist in der Heimat gestorben. Der Kurverein zu Bad- Kreuznach schreibt uns: Die soeben beendete 1902 er ! Kurzeit schließt mit einer Fremdenzahl von 11227 ab. Für 1903 ist sowohl unser vortrefflicher Kurkopellmeister Heinrich : Sauer als Leiter ber Kurkonzerte, als auch Direktor Alfied Helm, unter dessen Leitung das Kurtheater sich zu einer hohen Leistungsfähigkeit im Schauspiel und Lustspiel, wie auch in der Oper und Operette ausgeschwungen hatte, wie­dergewählt worden. Der letztere übernimmt ab 25. Oktober die Direktion des Bernarts-Theaters in Aachen. Die Arbeiterlolonie Neu-Ullrichstein hat im Monat Sep­tember eine Frequenz von 50 Personen zu verzeichnen gehabt. Regierungsreferendar Gras zu Solms-Lau- bach aus Kussel hat die zweite Staatsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst bestanden.

- Ein Preisausschreiben erläßt dieHessische 6 e a m t e n z e i t u n a" in der soeben erschienenen Nr. 1 für ihre Leser. Als Ausgabe ist gestellt ein Aussatz über das Thema: Der Beamte im Verkehr mit dem Publikum. Aus dem reichen Inhalt heben wir noch hervor einen Aussatz über die Gesundheitspflege der Bureaubeamten, eine Abhandlung über Kommunalisierung, Nachrichten über Prüfungen, Personalnachrichten, ein Verzeichnis offener Stellen und Verschiedenes was die Beamten interessieren kann. Em Abonnement aus die Zeitung ist jedem hessischen Be­amten sowie auch Inhabern von öffentlichen Ehrenämtern sehr zu empfehlen, zumal der Preis gering ist. Probenuminern sind un­entgeltlich vom Verlag, I. P. Strauß'sche Buchhandlung in Offen- abch, zu beziehen.

6. Sitzung Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protoko ll-Aus zug.

Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vor­sitzender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Dürbeck, Grünewald, Hoos, Jhring, Katz, Nowack, Röhr, Schirmer, Steinecke und Zurbuch, sowie Der Syndikus Dr. Knipper.

Entschuldigt fehlen die Herren: Moll, Ramspeck, Rinn, Schmal! und Wallach.

1. Geschäftsbericht. Postwesen: Von mehreren Mitgliedern der Kammer war die Einrichtung einer täglich zweimal verkehrenden Personenpost zwischen Alsfeld und Groß-Felda neben der schon bestehenden Personenpost Ehringshausen-Groß-Felda angeregt worden. Die Großh. Handelskammer wird eine entsprechende Eingabe an die Kaiserl. Ober-Postdirektion in Darmstadt richten.

Eisenbahnwesen: Da der Entwurf des Winter­fahrplanes der Biberthalbahn nur in geringem Maße ben von der Kammer schon oft geäußerten Wünschen nach besseren Anschlüssen auf der Station Abendstem in der Richtung Wetzlar entgegenkam, und da es nach den gemach­ten Erfahrungen aussichtslos erschien, durch direkte An­träge bei der Verwaltung der Biberthcttbcchn eine Ver­besserung der Verkehrsverhältnisse zu erreichen, so hat sich die Kammer an das Großh. Ministerium der Finanzen um Unterstützung chrer Wünsche gewandt.

Auf Ersuchen des Ortsvorstands in Daubringen hat die Kammer bei der Königl. Eisendahu-Driktion in Frankfurt am Main die Errichtung des Stückgutverkehrs auf der Station Daubringen beantragt und baä Großh. Kreisamt zu Gießen um Unterstützung dieses Antrags gebeten.

Der im August 0. I. in Kraft getretene neue Tarif für Eisenerze und Ko als ermöglicht den Eisenerzgruben des hiesigen Bezirks noch nicht die Konkurrenz mit den Minettegruben Luxemburgs nach dem rheinisch-westfälischen Jndustriebczirk. Die Kammer hat daher bei den Schwester- lammern in Dillenburg und Siegen, sowie bei dem ©erg- uni Hüttenmännischen Verein für die Lahn-, Dill- und be­nachbarten Reviere in Wetzlar Schritte angeregt, um den hiesigen Gruben wieder den Wettbewerb gegenüber den Luxemburger Minettegruben zu ermöglichen.

In einem Gutachten an die Großh. Bürgermeisterei zu Gießen sprach sich die Kammer gegen die vom Deutsch- nationalen HanDlungsgehilfen-Verband beantragte Aen­derung der bestehenden Bestimmungen über blie Dauer der Sonntagsarbeit aus.

Verkehr mitKleie: Die Handelskammer zu Grau- denz hatte es als einen Mißstand bezeichnet, daß in neuerer Zeit der BegriffKleie" vielfach zum Nachteil des Handels und der Müllerei verschoben werde und daher vorgeschlagenunter ,K 1 eie' allgemein ein Pro­dukt zu verstehen, welches die Rückstände eines marktgängig gereinigten Getreides enthält." Der Deutsche Handelstag suchte durch eine Rundfrage festzustellen, ob auch bei den übrigen Handels­kammern das Bedürfnis nach dieser Festlegung des Be­griffes Kleie bestehe. Die Großh. Handelskammer hat sich nach Erkundigung bei Interessenten des Bezirks zu dem Vorschlag der Handelskammer in Graudenz zustimmend geäußert.

Verkehr mit gedörrtem Obst: Die Handels­kammer in Düsseldorf berichtete, daß in letzter Zeit mehr- ach ausländische konservierte Früchte wegen Gehalts an chweflicher Säure beanstandet und daraufhin Anllagen vegen Vergehen gegen das Nahrungsmittelgesetz einge­leitet worden seien. Der Handelskammer Düsseldorf wurde nach Erkundigung bei Sachverständigen mitgetetit, daß im hiefigen Bezirk derartige Beanstandungen und Anllagen nicht vorgekommen seien. .

Dem Großh. Ministerium des Inneren wurde Bericht erstattet über die Thätigkett der Kammer gegenüber der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft.

2. Die Großh. Handelskammer erklärte sich, entsprechend einem Anträge der Vereinigung von Handelskammern des niederrheinisch-westfälischen Jndustriebezirks für die Be- feitigung der Gerichtsserien aus.

3. Von einer Firma des hiesigen Bezirkes war es als ein Mißstand bezeichnet worden, daß im Großherzogtum Hessen bei der freihändigen Vergebung von Lieferungen durch Großh. Staat sanft alten häufig außerhessische Lieferanten bevorzugt würden, obwohl mit wenigen Ausnahmen die Lieferanten üi Hessen für die in Betracht kommenden Artikel ebenso leistungsfähig seien wie jene ausländischen Firmen. Die Kammer konnte sich Der Berechtigung dieser Klagen nicht verschließen und beschloß, der Großh. Regierung von den geäußerten Be­schwerden Kenntnis zu geben. In einem anderen, zur Kenntnis der Kammer gelangten Beschwerde wurde Darüber geklagt, daß während bei größeren benachbarten Kommu­nalverwaltungen selbst bei geringer Mchrsorderung die einheimischen Steuerzahler als Lieferanten wie zu billigen sei bevorzugt würden, diese Rücksichtnahme nicht in gleicher Weise hier geübt werde.

4. Die Handelskammer in Oldenburg hatte vor­geschlagen, daß der § 41a Abs. 1 der Gewerbe-Ordnung, welcher die Verkaufszeit an Sonntagen betrifft, einen Zu-