Ausgabe 
3.2.1902 Erstes Blatt
 
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für die Armen Kirchen und die des öffentlichen

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Kirchenopfer, soweit sie nicht bestimmt sind ....

Gaben und Stiftungen für die

Pfarreien .....

Kirchliche Vereine zur Hebung Gottesdienstes ....

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Uniet mfiM Ml diNI I bei eiut.

Kirchliche Vereine zur Förderung des Gemeinde lebens . . . . . *

Außergewöhnliche Posten

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Hl 01

an die Tenore, recht hohe Anforderungen, da diese sich fast ununterbrochen in der höheren Lage besinden und zudem die Kunst des Pianogesanges verlangen. Das ist eine schwierige Aufgabe, die die Sänger aufs Beste gelöst haben. Auch die sehr schwierige Hegar'sche Kantate glückte den Sängern vollkommen. Herr Theodor Haubach, der längst bewährte ausgezeichnete Bariton des Vereins, war der Gesangs-Solist des Abends; wie sonst, wußte er auch diesmal seine vollendete Schule, seinen geschmackvollen Vortrag ins beste Licht zu setzen. Außer ihm aber durchbrach noch, an Stelle der erwarteten, leider er­krankten Frau Emma Bellwidt, Frl. Toni E an statt aus Wiesbaden die Chorvorträge mit Liederspenden, die die Zu­hörerschar entzückten. Ihr in der Mittellage außerordentlich weiches Organ gehört zu jenen Stimmen, die namentlich im halbstarken und leisen Gesang durch sanfte Lieblichkeit ge­wonnenes Spiel haben. In der Höhe hat ja ihre Stimme eine gewisse Härte, aber die künstlerische Bildung dieser Stimme rt vorzüglich, und ihre Beseelung durch die Mächte Geist und Empsindung erzielte namentlich in der Mignon- Arie die anmutigste Wirkung. Die tadellose Verbindung der Register, dieses schöne Ligato, die immer deutliche, normale Aussprache das alles sind schwerwiegende techmsche Vorzüge. Als dienstbare Geister empfangen sie aber erst ihre Macht durch den Zauber eines echt poetischen wie musikalischen Jnstlnkts und einer lebensvollen R^rodukttonskraft. Sobald

Epiphaniaskollekte (Aeußere Mission) . . . . Palmarumskollekte (bedürftige Diaspora-Ge­meinden des Inlandes) .

Ausländische Diaspora . ......

Pfingsten (Lutherstiftung) ......

Augustkollekte (Innere Mission) Reformationsfest-Kollekte (Gustav Adolf-Verein) Für eine bedürftige hessische Gemeinde . . . Kaiser Wilhelm-Stiftung (Sedanfest-Kollekte) .

Reujahrskollekte .........

Büchsengelder ..........

Sonstige kirchliche Kollekten (Advent, Abendmahls­

pfennige n. s. w.) ....... .

Freiwillige Gaben ........

Kirchenopfer, soweit sie für die Armen bestimmt

sind ............

Frl. C. die ersten Töne eines Liedes anschlägt, hat man die Empfindung, daß sie Dichtung und Musik völlig erfaßt und tief in sich ausgenommen hat. Das Liebesgirren des zarten Vögelchens in der entzückenden ZugabeUnd niemand hat's geseh'n" von Löwe, dem großen Balladen-Löwe, das war in Wahrheit ein reizender Gesang. Ein vollendetes Feingefühl führt die Sängerin in erster Linie zur Romantik und zur reinen Lyrik. Pathetik oder Naturalismus in der Musik wären ihre Sache nicht. Störende Eigenheiten der Mund­stellung wird die Künstlerin wohl noch vermeiden lernen. Mit Teil an dem schönen musikalischen Erfolge vom Sonntag hatte auch Frl. W. v. Preuschen aus Wiesbaden als Pianistin. Sie erfreute durch den wohl gelungenen Vor­trag zweier Schumann'scher Stücke und emes Allegro von Scarlatti-Tausig, in denen sie ihren schönen, technisch vor­züglich ausgebildeten Anschlag und sauberes und kunstgerechtes Spiel erkennen ließ. In der Begleitung, namentlich der Bariton-Soli, schien sie uns nicht immer ganz glücklich. Alles in allem genommen glich der Genuß am gestrigen Konzerte, das einem schönen Zwecke diente, einem erquickenden Spaziergange durch einen Garten voll frischgrünender Bäume und sprießender, blühender Blumen. Exzellenz Dr. Gnauth sandte aus Darmstadt an den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Friedrich Habe nicht, ein freundliches Begrüßungs- Telegramm.

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III. Opfer und Gaben für die Ortsarmen:

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Gesamtsumme aller Liebesgaben: 596 064 21

** Gisenbahvdirektor Schoberth, der in den weitesten Kreisen Oberhessens außerordentlich beliebte bisherige Vorstand der Betricbsinspektion I, verläßt mit dem heutigen Tage unsere Stadt, um nach seiner neuen Wirkungsstätte in Mainz überzusiedeln. Mit ihm verlieren die unterstellten Beamten und Arbeiter einen loyalen, stets gerechten und humanen Vorgesetzten. Eisenbahndirektor Schoberth hat nicht weniger als 28 Jahre seiner dienstlichen Thätigkeit in Oberhessen ver­bracht, davon 18 Jahre in Alsfeld und 10 Jahre in Gießen. Seine bereits zum 1. Januar ausgesprochene Ver­setzung wurde bis zum 1. Februar hinausgeschoben, damit er seinen Amtsnachfolger, Eisenbahnbauinspektor Zimmermann, in die ausgedehnten Geschäfte der außerordentlich großen Betriebsinspektion I und in die vorliegenden vielen Bau­arbeiten einführe. Auch dem Nachfolger Schoberths, der ein geborener Darmstädter ist, geht der Ruf eines Vorgesetzten voran, dem das Wohl seiner Untergebenen stets am Herzen liegt.

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solchem aus dem Breisgau, ferner mit sogenanntem Äiedtabak, angeblich mit gutem Erfolge.

Tas Ernteergebnis des Jahres 1900 war im all­gemeinen reichlich und gut. Im Durchschnitt betrug die Menge des geernteten Tabaks in dachreisem trockenem Zustande von einem Hektar 2490 Kilogramm gegen 2156 Mlogramm im Vorjahre. Die Pflanzen entwickelten sich auf dem Felde in den meisten Bezirken gut, teil* weise sogar sehr gut, sodaß die Ernte in Bezug auf Fein- bett des Blattes und lleppigkeit des Stockes großenteils zu den besten der letzten zehn Jahre gerechnet wer­den kann. Die Entwickelung des Labaks in den Trocken- räumeu lönnte bei dem ziemlich günstigen Trockenwetter ebenfalls als gut geeignet bezeichnet werden, wenn der Labar nicht vielfach bei dem feuchten schlechten Wetter des Monats Lezember abgehängt worden wäre. Die Be­schaffenheit des Tabaks bei der Verwiegung war dement­sprechend, d .h. der Tabak wurde vielfach feucht zur Wage gebracht; sehr gut ausgetrocknet war aller int Monar Januar abgehängte Tabak durch den in diesem Mon ate ein getretenen Frost. Der Verlauf der ersten Fer­mentation litt etwas unter der starken Kälte, der gute Verlauf der zweiten Fermentation hob aber diese Mängel der ersten auf. , , ,

Die Endbeschaffenheit des Tabaks der 1900er Ernte ist durch schn i111 ich sehr befrie­dig en di, Tie Blätter sind groß, leicht, fein, von gutem Brande, ' gutem Geschmack und gutem Gerüche, sodaß sie nicht nur ein gutes Material zu Einlage und Umblatt, son­dern teilweise auch zu Deckblatt liefern. Auch Tabak zum Spinnett gab es in ziemlicher Menge. Sandblätter und Grumpett liefern ein gutes Schneidematerial.

Steuernachlässe sind in größerem Umfange nicht vorge- ckommen. Wegen Hogettchtegs, Mißwach'es und Zer röruna durch Feuer wurden zusammen 210 Mk. 80 Pfg. vergütet

Der Tabak wurde meistens an badische Händler und Fabrikanten verkauft, kleinere Mengen gingen auch nach dem Elsaß, Hessen, Württemberg rc.

Tie Mindest- und Höchstpreise für den dachreisen ^abak ohne Unterscheidung der verschiedenen Gattungen eine Trennung nach Sorten bei dem Verkaufe ist nicht üblich stellten sich durchschnittlich wie folgt: Für Obergut 55 bis 65 Mk., für Sand blatt 29 bis 41 Mk., für Grumpen 17 bis 24 Mk. und für Nachtabak 34.50 Lis 41 Mk.

Für den an manchen Orten in grünem Zustande ver­kauften Tabak wurden 4 bis 6 Mk. für Obergut und 2 bis 2 20 Mk. für Sandblatt für den Doppelzentner bezahlt. Für ganz Baden berechnet, ohne Rücksicht auf Gattungen und Sorten des Tabaks, wurden durchschnittlich 58 Mk. für einen Doppelzentner erlöst.

Eine weitere Zunahme ist nach den vorliegenden vor­läufigen Feststellungen im Erntejahr 1901 sowohl hinsicht­lich der Zahl der Tabakpflanzer als auch der mit Tabak bebauten Fläche eingetreten. Die vorläufig ermittelte Zahl der Pflanzer beträgt 37 584 und der Flächeninhalt der be­bauten Grundstticke 717 825 Ar, was gegen die eingangs erwähnten Ziffern des Jahres 1900 eine Zunahme von 4410 Pflanzern (13.29 Proz.) und von 91)711 Ar (15.75 Proz.) an gebaute Fläche bedeutet.

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II. Allgemein erhobene Kirchenkollekten, ansschließl. Neujahrskollekte;

und Anstalten evangelisch-christlicher thätigkeit:

Aeußere Mission (einschließlich Judenniisfion, ausschl. Epiphaniaskollekte) .....

Innere Mission (ausschl. Angustkollette) . . . Gustav-Adolf-Verein (ausschl. Reformationsfest-

Kollekte) *

Evangelischer Bund ........

Elisabethenstift, bezw. Diakonissenstationen, An­stalten des Dekanats (Krankenpflege, Er- ziehungsoerein) .........

Besondere mildthätige Anstalten und Vereine der Pfarreien .........

Sonstige christl. Vereine und Unternehmungen Für besondere Notstände ......

IV. Sonstige freiwillige Seiftun gen für kirchliche Zwecke.

* Auszeichnungen. Der Großherzog Hai dem Haupt- mann Fink, Bezirksoffizier beim Landwchrbezirk St. Johann, seither Platzmajor bei der Kommandantur Darmstadt, die Krone znm Ritterkreuz 2. Klasse mit Schmettern des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen, dem Direktor der Kreissparkasse zu Mainz, Dittmar zu Mainz, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der ge­nannten Sparkasse, Bürgermeister Eckert HI. zu Klein- Winternheim die ft'rone zum Silbernen Kreuz des genannten Ordens und dem Mitglied des Verwaltungsrates der Kreis­sparkasse Mainz, Landwirt Probst III. zu Essenheim, das Silberne Kreuz desselben Ordens und dem Bürgermeister Alles zu Nieder-Florstadt das Silberne Kreuz des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Audienzen. Der Großherzog empfing am 1. Februar u. a.: den Oberst v. Normann, beauftragt mit der Führung der 42. Jnf.-Brigade, den Professor Dr. Hansen von Gießen, Rektor der Landes-Universität, den Rechtsanwalt und Notar Reh von Alsfeld, den Kommerzienrat Koch von Gießen.

** Nebenbahn Lollar-Londorf. Wie wir vernehnen, soll die Nebenbahn Lollar-Londorf zum 1. Mai eröffnet werden. Interessant auf dieser Strecke sind einige in Monniersystem (Zement mit Eiseneinlage ähnlich dem Hennebique-System, das bei dem Neubau des Siechenhauses in Anwendung kommt) ausgefühtten Brücken, darunter eine von 20 Mtr. Spannwette.

** Vahnhofsumbau. Wie bekannt, kommt der alte Vor­platz vor unserem Stationsgebäude infolge des Bahnhofs- umbaus vollständig in Wegfall. Mit der Anlage des neuen Vorplatzes, der bedeutend vergrößett und dem gesteigetten Personen- und Fuhrwerksverkehr angepaßt wird, ist bereits begonnen worden. Der Platz muß gesenkt werden und be­kommt überhaupt eine völlig veränderte Gestalt. Durch Fott- nahme der Ecke des Ziergattens vor dem bishettgen Vor­platz wird erreicht, daß der neue Zugang gerade und be­quemer wird. Die Erweiterung des Stationsgebäudes wird ebenfalls in Kürze in Angriff genommen werden. Die für die Fundamente nötigen Bruchsteine sind schon in großer Menge angefahren. Die Grundfläche des neuen Gebäudes wird die des alten etwa um das 2^ fache übertreffen.

** Der Kösener Senioren-Konvent als Nonnenkloster! Von hochgeehtter Sette geht uns aus unserem Leserkreise folgender Ausschnitt aus derDeutsch-Südwestaft. Ztg." vom 27. Nov. 1901 zu:In den Cape Times schließt ein Artikel, der sich in höchst anerkennender Weise über den deutschen Jlotten- üerein ausspricht und ihn als nachahmenswettes Beispiel für die Engländer hinstellt, mit bem köstlichen Mißverständ­nis, däs durch die Bedeutung des Wortes Konvent Kloster veranlaßt ist.Und deratt sind unsere teutonischen Vettern vom Flottenfieber ergriffen, daß selbst eine Anzahl Nonnen geschloffen dem Vereine beigetreten sind: der Wein-' Heimer Senioren-Konvent und der Kösener Senioren-Konvent (that even some nuns have collectively joined the League, viz. TheWeinheimer Senioren-Convent and the -Kösener Senioren - Convent.)" Der S. C. ein Nonnen­

kloster!

Friedberg, 29. Jan. Nachdem schon im Jahre 1900 bei den Kanalarbeiten in der Klosterkaserne einzelne Bruch­stücke eines römischen Meilensteins gefunden worden waren, wurden die Hauptstücke desselben Steins im September 1901 der Erde entnommen und gingen in den Besitz des Geschichts­vereins über. Dieser Meilenstein ist der erste römische, der in Oberhessen gefunden worden ist, und verdient um so mehr Beachtung, als er Friedberg deutlich als den Vorott unserer Gegend in römischer Zeit bezeichnet. Da der Stein, der den römischen Steinbrüchen an der Naumburg bei Kaichen ent­stammt, sehr rauh ist, so sind die Buchstaben teilweise schwer zu lesen; dazu kommt, daß große Stücke verloren sind. Trotzdem ist es gelungen, aus dem Erhaltenen die ganze Inschrift wiederherzustellen; dieselbe lautet mit den notwen­digen Ergänzungen:

1. IMP CAES C MESSIO

2. QVINTO DECK) TRAI

3. ANO PIO FEL AVG P M TR

4. P P P PROCOS T Q BEREINIG

5. ETRVSCO MESSIO DECK).

6. ET C VALE INTI HOST1LIA

7. NO MESSIO QVINTO.

8. NOBIL1SSIMIS CAE

9. SARIBVS C T A NIDER

10. L. X.

Der Mettenstein ist zu Ehren des Kaisers Quintur Gajus Messius Deeius Trajanus und seiner beiden Sohne Herennius Etruskus und Valens Hostilianus errichtet worden. Aus dem Stein und seiner Inschrift ergiebt sich, daß er in der Blüte-

rauen , Witwen, ältere Unverheiratete 254, Gewerbe­reibende 158, Dienstmädchen, Lauffrauen 54, Arbeiterinnen, Ladenmädchen 101, Beamtinnen 67, Pflegerinnen 17, junge Mädchen, Lehrmädchen 198, zusammen 849 Bände. Nach auswärts kamen 98 Bände.

** Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großhrrzogtums Hcfsen, Nr. 16, enthält eine Bekanntmachung vom 30. Dezember 1901, betreffend die kirchliche Statistik für das Jahr 1900, aus der hier nach derTarmst. Ztg." die nachstehende Uebersicht über die im Jahre 1900 gespendeten christlichen Liebesgaben mitgeteilt sein möge. Ueber die evangelisch-christliche Liebesthätigkeit, soweit sie pfarramtlich estgestellt werden konnte, wurden besondere Erhebungen an- gestellt, die folgendes Ergebnis hatten:

1. Milde Gaben aus den Gemeinden an Vereine

Feuilleton.

* Gin Wohlthatigkeits-Kouzert veranstaltete am Sonntag .nachmittag der Kronbauer'sche Quartettverein im großen Saale des Gesellschafts-Vereins. Selbstverständlich war, wie immer, wenn dieser vortreffliche Männergesangverein an die Qeffentlichkett tritt, der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt und hatte eine so aufmerksame als dankbare Zuhörer­schaft ausgenommen. Man weiß ja, daß dieser Männerchor ,in Bezug auf Kraft und Schönheit des Stinimenklanges seines Gleichen sucht, daß er in der Feinheit der Tonnüaneierung das Beste leistet. Der Chordirigent, Herr Geller, versteht es, an die Individualität seiner Sänger sich anzuschmiegen. Die schönste Wirkung erzielen unsere Männerchöre doch immer ' mit den naivschlichten, herzig rührenden, einfachen Volksweisen, die so lieb und heiter, so anmutsvoll und Hefen Gemütes sind. Da§ traute alte LiedAch wie ist's möglich bann" ging uns am meisten zu Herzen; hier entwickeln sich die verschiedensten Regungen des empfindsamen Menschenherzens ganz natürlich aus einander und gehen in einander über zu einer vollkommenen Harmonie. KoschatsDu mei flachs- haarets Diandl" und das berühmte Brahms'scheWiegenlied" führten zu ähnlichen Stimmungen. Zwei außerordenttich graziöse Kunstlieder aus dem 16. Jahrhundert, ein italienisches ,unb em niederländisch es, stellten an die Stimmen, besonders

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Aus Stadt und Zand.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist mir unter genauer Quellenangabe:Gieß. Anz." gestattet) Gießen, 3. Februar 1902.

»* Im Stadttheater findet am Dienstag Abend das Benefiz des Fräulein Helene Hohenfels statt. Die junge Künstlerin wird alsAlexandra" in der gleichnamigen Tragödie von Richard Voß auftreten. Frl. H. besitzt, rote unsere Theaterfreunde wissen, ausgezeichnete künstlerische Mittel. Ihre Hauptvorzüge sind ernsthafte, besonnene Ge- chaltenhett und eifriges Bestreben nach unauffälliger, m jedes Milieu sich fügender Einfachheit. Dazu kommen ein schönes Organ und eine sehr vorteilhafte Erscheinung. Die außer­ordentlich befähigte junge Dame wird zweifellos auch in dem Effektstück des hoch zu schätzenden Poeten Voß einen starken und roarmen Erfolg erringen. Eine durchgeistigte Auffassung der Titelrolle, wie sie von Frl. H. zu erwarten ist, wird auch -der an Sensationen reichen Dichtung zu gute kommen.

** Oessentliche Lesehalle. Im Januar 1902 wurden 2185 Bände ausgeliehen., die höchste bis jetzt in einem Monat erreichte Zahl. Von diesen Bänden kommen auf: Erzählende! Literatur 1003, Illustrierte Zeitschriften 649, Jugendschristen 248, Verdichtungen 16, Lttteraturgeschichte 5, Länder- und Völkerkunde 68, Kulturgeschichte 31, Geschichte und Biographien 57, Naturwissenschaft, Technologie 60, See­wesen 15, Philosophie und Religion 12, Staatswiffenschast 13, Fremdsprachliches 8 Bände. Es wurden verliehen an Männer: Handwerksmeister 340, akademisch Gebildete 35, Kaufleute 183, Beamte 11, Unterbeamte 92, Techniker, Schriftsetzer 142, Diener, Hausburschen 48, Arbeiter, Tag­löhner 122, Lehrlinge, Gehilfen 262, Studenten 80, Rentner 8, Soldaten 13, zusammen 1336 Bände; an Frauen: Ehe-

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