Ausgabe 
3.2.1902 Erstes Blatt
 
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Montag 3. Februar 1903

Erstes Blatt

-52. Jahrgang

Nr. 28

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Zamilien- hlätter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scheu Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Lchulstraßc 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«.

AkrnsprechanschlußNr.51.

GretzenerAnzelgel

** General-Anzeiger w

v für den polit. u. allgcm.

AmK- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

** " zeigenteil: Hans Beck.

Amtlicher Teil.

Betr.: Maul- und Klauenseuche in Utphe.

Nachdem in unserer Bekanntmachung vom 31. Januar L I., abgedruckt in Nr. 27 des Gießener Anzeigers vom 1. l. M., in Textzeile 10 bei der Ausfertigung ein unliebsamer Fehler unterlaufen ist, der leicht zu Mißverständnissen führen könnte, berichtigen wir hiermit das Wortausgeschloffenen" in ein geschlossen en" (ecil. selbständigen Gemarkungen).

Üülili|nj£ Wochenschau.

Nur in den unsichtbaren und den eigenen Augen verborgenen Eigentümlichkeiten der Nation als demjenigen, wodurch sie mit der Quelle ursprünglichen Lebens zu- sammenhängt, liegt die Bürgschaft ihrer gegenwärtigen und -utunftigen Würde, Tugend, Verdienste." Mit diesen Worten Fich le's aus seiner achten Rede an die deutsche Station kann man beit Rückblick auf die verflossene Woche ein leite«, denn sie ließ gleich zu Beginn ertennen, wie fein parteipolitischer Streit und Hader, keine UnKusrieden- heit mit den bestehenden Verhältnissen groß genug sein rann, um nicht sofort zu verstummen, wenn es gilt, den nationalen Gedanken in der Person seines Trägers ui ehren. Kaisers Geburtsfest ist einer derjenigen Tage, an dem das deutsche Volk beweist, daß die Mo­narchie, um mit dem großen Philosophen zu reden, die Quelle seines ursprünglichen Lebens ist, und es will uns auch als eine Bürgschaft für die Zukunft dünken, daß diese Erkenntnis sich wirksam und machtvoll genug zeigt, um, wenn auch nur vorübergehend, den Tagesstreit ver­stummen zu lassen. Der Prinz von Wales, der in diesen Tagen Gast des deutschen Kaisers war, kann seinem königlichen Vater und sollte auch dessen kolonialem Be­rater erzählen, daß Charakter im deutschen Volke steckt, denn stiller ist bei fröhlichem Anlaß bisher wohl kein Königssohn und Thronfolger in die deutsche Reichshaupt­stadt emgezogen toie er, dem nur nur wünschen wollen, daß er dereinst unter erfreulicheren Verhältnissen zur Regier­ung gelangt, als wie es seinem Vater beschieden war.

Ter voinVorwärts" veröffentlichte Geheimerlaß des Reichs-Mario e-Arntes hat wieder einmal die öffentliche Aufmerksamkeit aus die Flottenpläne der Reichs-Re­gierung gelenkt. Vermag die Regierung überzeugend nach­zuweisen, daß ihre Forderungen zur Sicherheit des Reiches und seiner Besitzungen, zum Schutze des deutschen Handels absolut notwendig sind, wird es ihr an Unterstützung nicht fehlen. Aber diese Pläne wurden in dem denkbar ungünstigsten Augenblicke bekannt. Es ist ein verhängnis­voller Irrtum, wenn die Regierung glaubt, sich durch das Hineinschieben einer Flottenvorlage in die künftige Wahl- bewegmtg die Situation zu erleichtern oder sich eine Mehr­heit nach ihren Wünschen sichern zu können; Schutzzoll und Flottenvorlage passen zusammen wie Feuer und Wasser, von denen eines das andere verzehrt, und solcher- aestalt wird das Verlangen der Regierung nach Verstärkung Der Auslandsflotte den Gegnern des Zolltarifs ein ge­fährlicher Bundesgenosse in ihrem Kampfe gegen die Zölle. Diese Ueberzeugung giebt sich in seltener Einmütigkeit in allen Parteilagern kund. Liberale wie konservative Blatter zögern nicht, dieser Meinung in unzweideutiger Weise Ausdruck *u geben, und so genießt man gegenwärtig das schließlich doch wenig erbauliche Schauspiel, in der Presse aller Parteien Aeußerungen der Unzuftnedenheit über den Grafen Bülow zu lesen und über die gesamte Reichsregierung. Diese bemüht sich nun eifrigst, wenigstens einer allgemeinen Vermutung den Boden zu entziehen. Die regierungsoffiziöseNordd- Allg. Ztg." führt in ihrer SamStag-Abend-Nummer aus:

In dem Kamps gegen den Zolltarif zeigt sich die auffallende Erscheinung, daß von den beiden entgegen­gesetzten Richtungen der extremen agrarischen, welcher die vorgeschlagenen Schutzzölle für die Land­wirtschaft noch nicht genügen und der freihändler- i s ch e n, die gerade an diesen Sätzen den meisten Anstoß nimmt, mit der Unterstellung von Meinungs-Ver­schiedenheiten unter denzuständigen Stel­len un Reiche und unter den Mitgliedern des preußi­schen Staatsministeriums zu operieren versucht wird. Auf der einen Seite insinuierten radikale Blätter, daß der Staatssekretär Graf Posadowsky den agrarischen Forder­ungen mit größerer Entschiedenheit entgegentrete als ber Reickanzier, auf der anderen Seite deute die Ttsch Tagcsztg." an, daß der preußische Landwirtschafts- mtntller von Podbielski, obgleich amtlich zur Vertretung der Reick .-ags Vorlage verpflichtet, noch persönlich wei- teren Eil.Hungen unh Bindungen der landwirtschaft­liche" Zölle zuneige. Diesen Behauptungen stellt das genannte, offiziöse Blatt die Thatsache entgegen, daß bie große Mehrheit ber Bundesregierungen unb insbesondere alle größeren Bundes-Staa­ten tote sämtliche preußische Minister ohne jede Ausnahme auf dem Boden der Bundes­rats-Vorlage stehen und daß daher ein Durch­brechen dieser Front durch Hervortreten oder Zurück­bleiben einzelner Stellen ausgeschlossen erscheint. Tie amtlichen Vertreter des Entwurfs seien durchaus einig darin, daß das ganze Werk durch Ueberschreiten der vor geschlage it en Minimalsä tze oder Ver­mehrung ber Zoll-Bindungen sowie durch Uebertreibungen von der Art des vom Staats­sekretär Grafen Posadowskn in voller lieber einftimmung mit dem Reichskanzler bekämpften Antrages wegen ber Ursprungszeugnisse aus bas ernsteste ge­fährdet wird.

Diese offiziösen Ans sich rangen haben den Vorzug, nicht mtßdeutbar zu sein, und bie Vertreter ber Parteien und

bie parteipolitische Presse werben fortan in etwas ihre Taktik zu änbern haben.

Einen kuriosen taktischen Streich hat sich in den letzten Tagen die englische Regierung in ber Transvaalfrage gegenüber ber Kollegin in den Niederlanden er­laubt Sie benutzte die holländische Regierung, um wegen der Friedensfrage zu sondieren. Diese Thatsache um das vorauszuneymen als das Wichtigste giebt der Ver­mutung Raum, daß im Süden des schwarzen Erdteiles doch nicht alles so zum Besten für die englische Sache steht, wie es die Bulletins Kitcheners glauben machen möchten. In letzter Zeit ist so mancherlei durchgesickert, was das Gegenteil von englischen Erfolgen verkündet und die Cham­berlain unb Genossen beginnen sich beshalb, wie es ben Anschein gewinnt, mit dem Anstrich edelmütiger Nach­giebigkeit zu schmücken, der allerdings ihre wahre Natur nicht verbergen kann. Aber wie dem auch sein mag: die Thatsache an sich, daß die englische Halsstarrigkeit unter dem Prozeß des Nachdenkens über bie Situation auf dem Kriegsschauplätze zu weichen beginnt, ist geeignet, Ge- nugthuung zu erregen, unb im Interesse beider Teile, bie beibe leihen unb des Krieges herzlich satt sind, ist es um so auffälliger, daß, wie uns ein Telegramm bereits nm Samstag meldete, der ho11ändisch en Frie­densfrage aus dem Londoner Kabinett höchst groß­spurig eine ablehnende Antwort zu teil wurde.

Heute bestätigen dies Depeschen aus dem Haag.

Tie holl. Regierung, so heißt es, seitief enttäuscht". Die Note der englischen Regierung erkläre je­doch, sie sei bereit, alle Vorschläge zu berück­sichtigen, bie von ben Delegierten ber Buren unb ben Generalen im Felde hinreichend autorisiert sein würden. Die gegenwärtigen Verhandlungen wären an ber Unversöhnlichkeit ber Buren-Delegier­ten gescheitert- Einem Vertreter berDaily News" in Brüssel erklärte Dr. Leybs: England könne nicht von vornherein einen Verzicht der Buren auf absolute Un­abhängigkeit als Vorbedingung für Friedens-Prälimi­narien verlangen, umsoweniger als jetzt die mili­tärische Lage d en Buren günstig sei. Sämtliche Buren-Delegierten hielten eine Konferenz in Krügers Villa in Utrecht ab, um die englische Antwort zu er­wägen. Die holländische Negierung und beson­ders die Königin Wilheliuina persönlich wollen den stärksten Druck ausüben, um die Delegierten zur Aufgabe ihrer unversöhnlichen Halt­ung zu bewegen. DerStandard" will aus Brüssel erfahren haben, daß der holländische Minister Kuypers die Note der holländischen Regierung sämtlichen Mächten vertraulich mitgeteilt habe.

Das sind die neuesten Sonntags-Meldungen bei Nieder­schrift dieser unserer Wochenbetrachtung, von der in einem bankerotten, bis auf ein paar Lokalnotizen vomWiesbadener Generalanzeiger" von A bis Z abgeklaschten Winkelblättchen ein unreifer Mensch neben anderem Unsinn faselt, wir pflegten sie derKöln. Volksztg." zu entnehmen, ob­wohl dieses klerikale Blatt seineWochenrundschau", im Gegensatz zu der unseren, die stets die Sonntags vorliegenden Nachrichten berücksichtigt, bereits in seiner Sonntagsmorgen­ausgabe veröffentlicht. Wir möchten übrigens gar gern nur eine Nummer unseres Blattes sehen, in der wir einen diesem führenden Centrumsorgan konformen Standpunkt ein­genommen hätten I Doch biejen Nasenstüber einem Knaben, der uns vor einem Jahre zulies und schon nach wenigen Monaten auf unserer Redaktion wegen seiner noch heute offenkundigen Unfähigkeit, die ersten redaktionellen Handgriffe sich zu eigen zu machen, auf die Straße gesetzt wurde, auf der er von Vorübergehenden aufgelesen wurde, nebenbei. Kehren wir zu Ernsthaftem zurück.

I o h n B u 11 hat seine neueste diplomatische Notenaffaire mit respektabler Schlauheit eingefädelt. Dietief enttäuschte" holländische Regierung äst auf einen argen Leim gekrochen. Der holländische Ministerpräsident folgte m aller Harmlosig­keit einer englischen Lockung. Man erzählte ihm in London wohl allerlei von schönen Friedensabsichten, kleidete aber offenbar seine Worte versteckt zweideuttg und täuschte den in diplo­matischen Schlichen noch unbewanderten neuen holländischen Premierminister auf das schnödeste. Man wollte an der Themse jemanden haben, der sich für England die Hände zu verbrennen bereit fei, unb erachtete den homo novua auf dem Ministersessel im Haag für die geeignetste Persönlichkeit dazu. Dr. Kuyper ließ sich von der englischen Regierung be­schwatzen und durchschaute nicht die eigentlichen Absichten Albions. In seiner Harmlosigkeit setzte er dann zu Hause eine Note auf zu Gunsten des Friedens, von der er nach den Unterredungen in London annahm, sie entspräche voll den englischen Wünschen. England aber sandte ihm, mit der unschulbsvollsten Miene von der Welt als einer, der von einem Tritten durchaus mißverstanden worden sei, eine Note als Antwort, die einerseits das raffinierte Zwischenspiel deutlich erkennen läßt, mit dem es Holland an der Nase herumge­führt hat, und anderseits zeigt, daß man in England im Grunde doch von heißer Friedenssehnsucht erfüllt ist und auf Vorschläge hofft mit demselben brennenden Verlangen, wie bei uns der Bund der Landwirte auf möglichst hohe Getreide- zollsätze. Nach dieser Blamage der holländischen Regierung ist es weiter nicht verwunderlich, daß sie sich nun nach Kräften beftreben wird, als Friedensvermittler ans Ziel zu gelangen, so oder so; welchen AuSgang die Chose fetzt nimmt, ist ihr gleichgültig, wenn es nur überhaupt ein Ende giebt und die Welt von ihr zu sagen hat, daß Holland es war, daS dem

Blutvergießen ein Ziel setzte. In England aber, wo man sich natürlich bemühen wird, dieses Versteckensspiel rundweg abzuleugnen, obwohl es klar am Tage liegt, wird man einst doch noch zu der Erkenntnis kommen, daß cS, wie Spanien unb Portugal, diese einstigen Riescnkolonialreichc, an seinem Kolonialehrgeiz, an dem Greater-Britain zu Grunde gehen, nicht aber erstarken wird. Die englischen Staatsmänner thäten also wohl daran, wenn sie ihre in der Anwort an Holland versteckt ausgesprochenen Friedenswünsche wahr machen wollten und einhielten im kriegerischen Treiben. Der friedliche Eindruck, durch den in der verwichenen Woche die gesamte weltpolitische Situation sich charakterisierte, er sollte es ihnen leicht machen, dem heldenmütigen Feinde fteiwillig das zu lassen, was sie ihm zu nehmen gedachten, die Unab­hängigkeit.

Zar Schiffbarmachung der Lahn.

(Originalbericht desGieß. Anz.") (Nachdritck nur mit vollem Zitat gestattet.)

Zur besseren Ausbeute der im Lahnthale lagernden Mineralien beschäftigt man sich bekanntlich z. Z. anitlich mit der Schiffbarmachung ber Lahn für größere Fahrzeuge. Bei den zuständigen Behörden sind bereits die nötigen Schritte eingeleitet worden. Es dürfte bei dem neuerdings wieder aufgetauchten Plane von Interesse fein, zu erfahren, wie alt das Projekt schon ist, die Wasserstraße der Lahn fahrbar zu machen. Bereits im Jahre 1627 plante man dieFloßbar- machung" des Lahnflusses. Landgraf Georg II. von Hessen- Darmstadt (16291661), der sich für die Wiedereröffnung .ber Universität Gießen verbient gemacht hat, suchte sämtliche Fürsten und Herrschaften, durch deren Territorium bie Lahn floß, zur Schiffbarmachung dieses Flusses zu ver- anlaffcn. Da Chur - Trier Schwierigkeiten machte, scheiterte der Plan. Landgraf Ernst Ludwig (f 1739) griff das Projekt wieder auf, doch gleichfalls ohne Erfolg. Während des französischen Revolutionskrieges (1796) reichte der Wasser­baudirektor Kirn in Limburg auf Veranlassung derfränki­schen Nation" ein Memoire ein. Daraus geht hervor, daß von Diez bis Marburg der Lauf des Lahnflusses bei einer Länge von 20 Stunden Weges unb einem Gefälle von 150 Fuß durch 23 Wehre unterbrochen sei. Diese Wehre mittels Schleusen zu passieren, sei zu kostspielig unb deshalb schlägt der Verfasser der Denkschrift vor, Rollbrücken zu errichten, auf denen die Schiffe durch ein Wasserrad auf- und nieder­gelassen würden. Zur Ausführung dieses Gedankens seien etwa 200 000 fl. nötig. Der damalige Landgraf von Hessen, Ludwig X., der spätere GroßherzogLudwigl., versprach, dem Projekte nach dem Frieden näheren treten. Die Napoleoni­schen Kriege unb die dadurch veranlaßte Territorialveränderung waren der Ausführung hinderlich. Im Jahre 1841 griff der Abgeordnete für Gießen, Herr v. Ritgen, ben Plan wieder auf unb erzielte durch die Verhandlungrn in den beiden Kammern, daß 86 000 fl. aus demStaatsstraßenneubaufonds" für Schiffbarmachung der Lahn von der töniglich-preußischen Grenze bis zur Neumühle bei Gießen bewilligt wurden, und daßSe. König!. Hoheit ber Großherzog die bereits einge­leiteten Verhandlungen mit den beiden anderen Uferstaaten (Nassau und Preußen) mit aller möglichen Thätigkeit fortsetzen laffen". lieber das Ergebnis der Verhandlungen ist nichts bekannt geworden. Möglicherweise scheiterte die Sache an den Kosten für die Nivellierungsarbeiten und für die Errichtung von Schleusen. Heute, wo Preußen in dem ehemaligen Nassauischen Gebiete für eine Wasserstraße auf der Lahn nach dem Rhein hin zur wirtschaftlichen Ausbeutung ber Erzeugnisse des Lahnthales mehr interrc) fiert ist, wie ehedem, dürfte zu erwarten sein, daß die auch für die Hebung des Verkehrs unb Handetswesens Gießens höchst wichtige Frage bald ihre Lösung sinden wird, zumal die beteiligten Jnbusttieellen durch Auf­wendung von namhaften Beiträgen die Sache unterstützen werden.

Tabakbau iu ZZadcu.

Mit dem Anbau von Tabak befaßten sich im Großherzog­tum Baden im Erntejahr 1900 na'ch ber enbgiltigen Fest­stellung 33174 Pflanzer, bie zusammen eine Fläche von 620114 Ar bebauten. Im Vergleich zum Erntejahr 1899 hat sich bie Zahl ber Tabakpflanzer um 978 ober 3,03 Proz. unb bie Anbaufläche um 15490 Ar eher 2.56 Proz. ver­mehr:.

Tie Zunahme im allgemeinen rührt von ben hohen Tabakpreis en bes Erntejahres 1899 her. In manchen Bezirken hat man sich dem Tabakbau deshalb zu- getoenbet, weil er immer noch lohnender erschien als der Anbau von Hanf, Kartoffeln, Cichorie ufro. Ter Rückgang in anderen Bezirken ist ebenfalls in der . Hauptsache auf geringen Ernteausfall unb ungünstige Preise in ben Vorjahren, tum Teil auch auf ben Mangel an lanbwirtschaftlichen Arbeitern unb bie hohen Löhne zurückzuführen.

Ter Gesamtwert ber 1900er Tabakernte betrug nach ben erzielten Durchschnittspreisen 8 953 737 Mk. gegen 6 679 822 Mk. im Vorjahre, somit mehr 2 73 915 Mark, was einem Mehrwert von 34.04 Proz. gleichkommt.

Tie an gebauten Sorten waren im wesentlichen bie gleichen tote früher: Gundi, Friedrübstch...-r, Amers- forter, daneben noch Elsässer und Scha-iett.^ i. Zn einem Bezirke des badischen Unterlanbee- wurden Vers u ch > ge­macht mit Tabak auf Altenh eim bei Offenburg unb