die Pfleger nach einheitlichen Gesichtspunkten im Sinn dieses Gesetzes zu instruieren. Sehr zu billigen ist, daß im Abschnitt über die Naturdenkmäler das Anbringen von Aufschriften, Reklameschildern usw. an amtlich geschützten Naturdenkmälern verboten wird. Wie das Programm für einen bevorstehenden Düsseldorfer „Tag für Denkmalspflege* ergiebt, wird dort über die hessische Denkmalschutz-Gesetzgebung non berufener Seite referiert werden.
** In der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein befanden sich Ende August 35 Mann.
)( Klein-Linden, 1. Sept. Ein heißblütiger Italiener begann mit einem hiesigen Wirt am 1. Kirmestag Streit und riß dabei dem letzteren Uhr samt Kette ab, ohne daß es derselbe gleich merkte. Der Junge sagte es seinem Vater, der den Italiener zur Herausgabe aufforderte. Dieser zog jedoch einen Dolch und drang auf den Wirt ein. Hinzukommende Leute holten einen Gensdarmen herbei, der den Italiener nach Gießen abführte.
r. Grün berg, 1. Sept. Nächsten Mittwoch, den 3. d. Mts., findet in dem Gasthaus „zur Pinn" (Gg. Von-Eiff) in Grünberg eine große öffentliche Wahlversammlung der Wähler des Bezirks statt, um einen für den Wahl- >reis geeigneten Kandidaten zur Landtagswah aufzustellen. Die antisemitische Partei hat am letzten Sonntage den Redakteur Hirschel aus Offenbach zu ihrem Kandidaten offiziell bestimmt.
8v. Geilshausen, 31. Aug. Heute nachmittag fand hier die Versammlung der Vertrauensmänner der antisemitischen Partei für den Landtagswahlbezir! Grünberg-Land statt, in welcher Redakteur Hirsche aus Offenbach offiziell als Kandidat dieser Partei proklamiert wurde. Trotzdem der Abgeordnete Köhler und Redakteur Hirschel durch Cirkulare die Parteifreunde in allen Orten des Bezirks eingeladen hatten, waren doch nur die wenigsten Orte durch Wähler vertreten. Anwesend waren ca. 30 Personen, worunter nur zwei Bürgermeister von auswärts. Die Hälfte der Erschienenen waren Einheimische, der Rest von den nächsten Orten der Umgebung. Abgeordneter Köhler stellte den Redakteur Hirschel vor und erteilte ihm das Wort. In einer Rede erläuterte nun Hirschel die Partei- gruppicrung des letzten Landtags.
k. Friedberg, 1. Sept. Gestern wurde hier, wie alljährlich, das Sedanfest verbunden mit Jugend fest abgehalten. Der Festzug bewegte sich vom Mainzer Thor durch die mit Fahnen, Guirlanden und Tannengrün prächtig geschmückte Kaiserstraße nach dem Festplatz. Hier hielt Bürgermeister Sandmann die Festrede, in der er die Ereignisse von 1870/71 und ganz besonders die Tage von Sedan besprach. Hiernach begaben sich die einzelnen Schulklassen mit den Lehrern an ihre Spielplätze, um sich bei Jugendspielen und Volksmettübung mit Preisverteilung zu belustigen. Abends am 7 Uhr ging es wieder heim in die Stadt, wo sich der Zug auflöste und das Fest sein Ende erreichte.
Darmstadt, 1. Sept. Die Einladungen für die Enthüllungsfeier des Alice-Denkmals am 12. September kommen eben zur Versendung. Die Feier findet, wie die „N. H. V" schreiben, um 4 Uhr nachmittags statt. Nach der Einweihung findet im kleinen Saale des Saalbaues gesellige Vereinigung der Eingeladenen statt und man hofft, daß auch der Großherzog derselben beiwohnen werde.
Wald-Michelbach, 1. Sept. Die Jagd hat begonnen, und es ist deshalb kein Wunder, wenn jetzt allerlei merkwürdige Dinge passieren, von denen sich ein gewöhnlicher Sterblicher nichts träumen läßt. Erst kürzlich berichteten wir über ein höchst seltsames Vorkommnis aus Hungen. Ein junger, feister Rehbock hatte dort mehrere, allerdings etwas eilige Visiten gemacht. Diese Notiz hat einen Berichterstatter der „Neuen Hess. Vksbl." nicht schlafen (affen. In Wald-Michelbach entdeckte er eine ziemlich ' ominöse Sache, die er seinem Blatte umgehendst sandte. Wir haben keinen Zweifel, daß die Geschichte wahr ist und geben sie deshalb hier wieder: „In der Nacht zum 30. August war cs in der Küche des Schreinermeisters M. Röth dahier unheimlich geworden, indem fortwährend ein sonderbares Geplätscher hörbar war. Schließlich gab es ein starkes Gepolter, sodaß die Frau ihren Mann, der noch in der Werkstätte arbeitete, zu Hilfe rief. Dieser entdeckte alsbald in der Küche eine feiste Forelle auf dem Boden herumschnellend. Das erwachsene Mädchen hatte im Bache unten am Abend Wasser geholt und ohne Zweifel die Forelle unbewußt geschöpft. DemTiercwar cs aber im Wasscreimcr zu enge geworden, weshalb es demselben entsprungen war." . . .
Mainz, 1. Sept. Der bekannte Zentrums-Abg. für Mainz-Oppenheim, Schmitt, schreibt: „Die jetzige Fleischte uerung bedauere auch ich lebhaft und bekämpfe sie, wo und wie ich nur kann, weil ich der Ucberzeugung bin, daß sie hauptsächlich durch unnötige strenge Maßnahmen der Negierung künstlich -herbeigeführt ist und die Lebenshaltung besonders des wirtschaftlich schwächsten Teiles der Konsumenten ohne stichhaltigen Grund ungerechtfertigt belastet."
Mainz, 1. Sept. Vom 1. September ab werden auf der Mainzer Stadtkaffe die ausgelosten Schuldverschreibungen des 3>/zprozcntigcn Darlehens Lit. L. ausbezahlt, und zwar: Nr. 13, 114, 150, 238, 387, 505, 650, 653, 676, 1208, 1332, 1414 und 1443 über je 200 Mark; Nr. 1560, 1733, 1948, 1986, 2070, 2086, 2262, 2287, 2556, 2757, 2791, .2800, 2908, 3139, 3272, 3422, 3526, 3604 und 3747 über je 500 Mk.; Nr. 4006, 4090, 4128, 4276, 4497, 4505, 4810, 5163, 5273, 5279 und 5367 über je 1000^ Mk. Die ausgelosten Schuldverschreibungen werden von Ende September nicht mehr verzinst, sodaß es geboten erscheint, die Beträge derselben zu erheben. — Heute wurde der Fernsprechverkehr mit Paris und Belfort vLöffnet. Das Gespräch von 3 Minuten kostet 3 Mk. — In der Versammlung der hiesigen Schwcinemetzger, in welcher der Wurst- und (vleischaufschlag beschlossen worden ist, wurde ferner beschlossen, daß feine Wurststücke mehr zu 10 P fg., sondern nur noch solche von 12 Pf. abgegeben werden sollen. Alle Metzger scheinen diesem Beschlüsse nicht willig gefolgt zu sein. Schon jetzt gicbt ein Schwcinemetzger im Zentrum der Stadt bereits seinen Kunden wieder wie seither für 10 Pfg. Wurst ab. Daß diesem Beispiele bald andere Metzger folgen werden, ist angesichts der Konkurrenz vorauszusehcn.
Frankfurt a. M., 1. Septbr. Die „Franks. Ztg." meldet, daß der Magistrat in Berlin angefragt hat, wie er sich beim Besuche des Königs von Italien zu verhalten habe. Die Antwort lautete dahin, daß die Festtichkeit rein militärisch sei. Oberbürgermeister Adickes wohnte deshalb der Veranstaltung im Hotel Imperial nur als Gast des Offizierkorps bei. Ter König war von seinem Empfang hier so entzückt, daß er seine Adjutanten beauftragte, eine Menge Ansichtskarten von Frankfurt zu k aus en. Die Adjutanten entnahmen den Ständen des Hauptbahnhofs 160 Stück verschiedener Art.
Kassel, 1. September. Der mit sechs Kohlentanks beladene Frühzug der elektrischen Thalbahn stürzte heute an einer abschüssigen Stelle vom Bahndamm herab und zertrümmerte ein gerade vorüberfahrendes Fuhrwerk. Der Lenker desselben erlitt schwere Verletzungen, der Zugführer ist leicht verletzt.
Vermischtes.
* Berlin, 1. Sept. Heute wurde eine aus Ostpreußen stammende Masseuse, die in der Friedrichstraße logierte, unter dem Verdacht des Mädchenhandels und der Kuppelei v erb ast et. Tie Verhaftung erfolgte nach längerer Beobachtung durch die Kriminalpolizei.
* Danzig, 1. Sept- Gestern nachmittag unternahmen in Zoppot drei junge Arbeiter in angeheitertem Zustande eine Bootfahrt. Etwa 150 Meter vom Strande schlug das Boot um. Von mehreren in Booten zur Rettung hinzugeeilten Fischern wurden zwei Mann gerettet, der dritte ist ertrunken.
* Beuthen, 1. Sept. Bei einer Messerstecherei in einem hiesigen Gasthaufe wurden einem Italiener so schwere Wunden beigebracht, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhause verstarb.
* Augsburg, 1. Sept. Tie „Augsb. N. N." melden aus Friedberg: Als heute morgen eine Abteilung des 9. bayerischen Feldartillerie-Regiments die hiesige Bergstraße hinab fuhr, siel ein Proviantwagen um. Tab ei wurden zwei Soldaten verletzt und zwei A r b e i t s- pserde getötet.
Cherbourg, 1. Sept. Heute vormittag ereignete sich an Bord des Unter seebotes „Francais" eine Ex- plosion durch Gas, das der Accumulatoreu-Batterre entströmte. Ein Mann hatte am Samstag vergessen, nach Auswecyselung der Accumulatoren die Batterie zu lüften. Ein Mann wurde an Gesicht und Händen erheblich verletzt.
* Ein lebensmüder Familienvater. Die „Fr. Ztg." meldet: Ter Stationsvorsteher des lothringischen Städtchens Fentsch verübte Selbstmord, indem er sich vor den Augen seiner Frau und seiner sechs Kinder die Kehle durchschnitt.
* Eine Zugentgleisung in Amerika. Auf der Southern-Eisenbahn bei Berry (Alabama) ist ein Zug entgleist. Der Zugführer und etwa 25 farbige Passagiere wurden getötet, der Lokomotivführer und Heizer schwer verbrüht, etwa 25 Passagiere verletzt.
* Unwetter. Nach einem Telegramm aus Port Elisabeth (Kapstadt) hält dort stürmisches Wetter an. Das Telegramm meldet ferner, daß siebzehn Segelschiffe und mehrere Leichterschiffe gesunken sind. Viele Menschen sollen ihrLeben eingebüßt haben. — In der Nähe von Aerides im nordameritanifchen Staate Minnesota wurde ein Zug der Chicago North Western-Bahn von einem heftigen Cyclon überrascht. Der Zug, der mit einer Geschwindigkeit von 35 Meilen fuhr, wurde von den Schienen gerissen und stürzte einen zehn Fuß tiefen Abgrund hinunter, wobei die Wagen in Brand gerieten. Bisher wurden drei Leichen aus den Trümmern hervorgezogen. Etwa 20 Personen erlitten schwere Verletzungen.
* Ein starker Ausbruch des Mont Pclee. Ein Telegramm aus Port Castries vom 1. d. M. meldet: Ter englische Dampfer „Corona" traf gestern abend aus Fort de France ein. Er berichtet, daß Samstag abend ein überaus starker Ausbruch des Mont Pelöe erfolgt fei. Leute, die aus dem Norden von Fort de France angekommen seien, hätten berichtet, daß das Torf Mornerouge völlig zerstört worden sei. Das Dorf Lecarbet fei durch eine große Flut wie toeggefegt. Ungefähr 200 Menschen hätten hierbei ihr Leben eingebüßt.
* Feuer. Das von deutschen Kolonisten bewohnte Dorf Taganowska an der Station Barisenkowo der Kursk-Charkow-Sebastopol-Bahn ist total uieder- gebrannt. Der Schaden ist kolossal, da außer allem Mabiliar und Inventar auch die ganze Ernte verbrannte. Die Kolonisten befinden sich in einer verzweifelten Lage. Die Ursache des Brandes ist noch nicht festgestellt.
* * Gin Bombenattentat aus Rache. Tas bereits gemeldete Bombenattentat, das Samstag Nachmittag in der Eisenbahnstation Selzthal in Obersteier- mark auf den Kohlenwerkbesitzer Max Ritter v. Gutmann verübt wurde, stellt sich als ein Racheakt dar. Tcr bei dem Attentat verwundete Oberförster ist, nachdem ihm kurz zuvor ein Bein und eine Hand abgenommen worden waren, gestorben. — Um halb 2 Uhr nachmittags war der Schnellzug in die Station Selzchal eingefallen. Tr. v. Gutmann entstieg dem Zuge und ging mit seinem Oberförster Sobotka zum bereitstehenden Wagen, um auf fein Gut Strechen bcr Rottenmann zu fahren. Einen Augenblick hielt er sich in der Veranda der Bahnhofrestauration auf. In dem Momente, als er aus dem Bahnhofgebäude auf die Straße trat, schleuderte ein etwa 50jähriger Mann eine Bombe auf die Straße. Tie Wirkung war furchtbar, die Detonation wetthin hörbar. 50 bis 60 Fensterscheiben fielen klirrend zur Erde. Ter Oberförster wurde zehn Meter weit geschleudert und wand sich im Sch merzeausdemBoden;den Attentäter warf die offenbar zu früh explodierte Bombe in das Bahnhofsgebäude zurück. Tie Eingeweide hingen ihm aus dem aufgeriffenen Leibe, Herz und Lunge lagen auf dem Boden; nur fein Kopf war unversehrt. Tr. v. Gutmann kam mit einer leichten Verwundung davon; ein Eifenstück war ihm in den Rücken gedrungen, das der Arzt entfernen konnte. Hingegen war der Oberförster chrecklich zugerichtet, ein Fuß war zerschmettert und der Rücken zerfleischt. Nach einer in der zum Teil verbrannten Kleidung des Attentäters aufgefundenen Stampiglie dürfte die Identität festgestellt fein. Sie lautet auf den Namen „Hugo Scholz, behördlich autorisierter Bau-Ingenieur, Zivilgeometer itvid Baumeister." Er war schon am Vorabende nach Selzthal gekommen, und hatte im Hotel übernachtet. Ten ganzen Tag trieb er sich auf dem Bahnhofe herum, ohne Aufsehen zu erregen. Als Herr v. Gutmann mit dem Schnellzuge ankam, fragte Scholz den Bahnarbeiter Bergmann, ob dies Gutmann sei, nras,der Arbeiter beüätigte.
Darauf sagte Scholz: „Ein schöner Derr!" Ebnen Augenblick darauf erfolgte die Tetonation, die so heftig war, daß sogar das in ziemlicher Entfernung stehende Bahnerhal- tungsgebäude Spuren der Verheerung auf wies. Die Bombe hatte etwa 10 Zentimeter im Durchmesser und 22 Zentimeter in der Höhe und war mit unzähligen Bleikugeln im Turchmesfer von beiläufig 1 Zentimeter gefüllt. Herr v. Gutmann wurde nach seinem Gute Strechen übergeführt. Tie Leiche des Mörders wurde ins Feuerlöfchdepot der Bahn gebracht. Bergrat v. Gutmann ist als Chef des WelthauseS einer der hervorragendsten Industriellen in Oesterreich und, in der Wiener Gesellschaft bekannt. Er wird als eine sympathische Persönlichkeit von überaus bescheidenen Benehmen geschildert. Herr v. Gutmann ist 44 Jahre alt und seit 1896 mit einer Tochter des Hofschauspielers Harttnann vermählt Ter Attentäter wird für wahnsinnig gehalten. Tie Firma Gutmann entließ ihn als unbrauchbar vor zwanzig Jahren, bezahlte ihm aber seither eine kleine Pension. Die Chefs der Firma kannten ihn nicht. In allen Kohlengruben, wo er seither beschäftigt war, wurde er nach vorhergehenden Streitigkeiten entlassen. Unter den Papieren des Attentäters wurden zahlreiche anarchistische Schriften ge-. fanden.
* Der Frau gebührt des Denkmal. Die fron* zofische Frauenzeitung „La Fronde" giebt ihrer tiefen Empörung darüber Ausdruck, daß in Frankreich die Absicht besteht, einem französischen Kanadier, der 31 lebende N in der hat, eine Statue zu errichten, um seine Dbit- bürger anzufeuern, es ihm gleichzuthen. Tie „Fronde^ hat nichts gegen die Verherrlichung der zahlreichen Nach- kommenfchaft, sie protestiert nur dagegen, daß sie dem Pater familias und nicht der Mater familias zu teil wird und verlangt kategorisch, daß der Mutter der 31 Kinder das Standbild errichtet werde, da, wenn von Heroismus in dieser Sache die Rede sein könne, er doch /ebenfalls auf Seite der Mutter zu suchen fei.
* Versteht der König von Italien deutsch? Bei feinem Einzug in Berlin soll König Vittor Emanuel bekanntlich auf die Ansprache des Oberbürgermeisters erwidert haben, daß er des Deutschen nicht mächtig fei Wir können, so schreibt jetzt dem „B. T-" ein Mitarbeiter, auf das Bestimmteste versichern, daß der König früher die deutsche Sprache ganz fertig und fließend gesprochen hat. Auf feiner großen Reise, die ihn bis nach Persien führte, tarn der damalige Prinz von Neapel im Sommer 1890 auch nach Kadabeg in Transkaukasien, dem größten Kupferbergwerk Rußlands, den Brüdern Siemens gehört. Zwei volle Tage widmete er der Besichtigung des Bergwerkes und Hüttenbetriebes. Unter anderem sah er hier auch die von Dr. Belck, dem späteren Armenienforscher, angelegte elektrolytische Kupferraffinerie Kalakent. Tr. Belck fragte den italienischen Kronprinzen sogleich, ob er deutsch verstände; anderenfalls würde er die Erläuterungen in französischer Sprache geben. „Nein, bitte, sprechen Sie nur deutsch", erklärte der Prinz. Und das geschah denn auch. Ter Thronfolger lauschte mit größtem Interesse den technischen Auseinandersetzungen, die doch weit schwerer zu verstehen sind als leichte Konversation oder eine festliche Anrede. So wurde die ganze, halbstündige Unterhaltung in deutscher Sprache geführt, und nur einober zweimal mußte Di. Belck einen besonders schwierigen technischen Ausdruck ins Französische übersetzen. Es ist daher falsch, wenn angesichts der jetzigen Bemerkung des Königs, er sei des Deutschen nicht mächttg, angenommen wird, Viktor Emanuel verstände überhaupt fein Deutsch. Der König hat mit feiner Aeußerung jedenfalls nur sagen wollen, daß er die deutsche Sprache nicht in dem Maße beherrsche, um die Ansprache des Oberbürgermeisters deutsch beantworten zu können.
, > > —" «i-------------- i
Universitäts-Nachrichten.
Berlin, 1. Sept, lieber das Befinden des Prof. Virchow erfahren wir, daß ziemlicher Schwächezustand herrscht. Durch die Reise von Harzburg nach Berlin verschlechterte sich der Zustand nicht, er ist vielmehr augenblicklich besser als vor acht Tagen. — Oberstabsarzt a. D. P a n n w i tz, Generalsekretär beS deutschen Centralkomitees znr Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke ist zum Professor ernannt worden.
München, 1. Sept. Wie aus Prof. Hertling nahestehenden Kreisen bestimmt versichert wird, hat die Reichsregierung die Hauptbedingung der römischen Kurie zur ErrichMng einer katholis ch e n Fakultät in Straßburg, wonach dem jeweiligen Bischof von Straßburg das Vorschlags- und Absetzungsrecht der Professoren dieser Fakultät zusteht, endgültig angenommen. (Tie Bestätigung dieser Meldung muß abgewartet werden. D. Red.)
—— ~ ‘ ■■ ■■ ■■"L ■ ■ =&.
Sport.
— Deutscher und Oesterreichischer Alpeuvcretu. Das Festprogramm für die Generalversammlung zu Wiesbaden ist erschienen. — Die Sektionen Frankfurt a. M. und Main» haben für die von ihnen geleiteten Ausflüge eigene, ausführliche Programme ausgegeben. Der erstere führt die Festgäste am_8. September nach dem östlichen Tannus: Königstein, der Große Feldberg mit Frühstück in den Feldberghäusern, Besichtigung der Saalburg unter Führung des Baurats L Jacobi, Bad Homburg mit Essen im Kurhaus, Abendkonzert, Feuerwerk und Illumination im Kurgarten daselbst bezeichnen die einzelnen Abschnitte des voraussichtlich äußerst genußreichen Tages. Nach dem Nahelhal und Bad Kreuznach richtet sich die Tour, für die die Sektion Mainz die Führung übernommen hat. Sie findet am 9. September statt. Auch die weiteren drei Touren: nach der Bergstraße (Sektion Tarmftabt), in die Pfalzdcrge (Sektionen: »Pfalz" in Ludwigs- Hafen und Neustadt a. Haardt), endlich ins Rhöngebirge (Sektion Fulda) werden großem Interesse begegnen und auf rege Teilnahme zu rechnen haben. — Die „Deutsche Alpen- Zeitung" (Verlag von Gustav Lammers in München) hat eine Festschrift (Heft 11) erscheinen lassen. In der ^ilvreitagruppe, das Gebiet der Wiesbadener Hütte, führt unS der Aufsatz „Vom Piz Buin und seinem Hofstaate" von Tr. K. Blodig, Bregenz. Dr. G. Ampserer,Innsbruck, schildert „Die erste Ersteigung des Habicht über den Nordostgrat". „Tte Alpen m der üitteratur des Mittelalters" von Profeßor Ramsauer sind eine Fundgrube für den Geschichtsfreund. Für die Teilnehmer an der Generalver- fammlung nun sind zum — sozusagen — „praktischen" Gebrauch bestimmt die reizvollen Plaudereien: Wiesbadens Umgebung von I. XL Baum; der Haupt-Festausftug, von Jos. Katsler; Von Wiesbaden zum Niederwald und in das Nahethal (Kreuznach, Münster am Stein, Ebernburg) von A. Neumanii. Ter Textteil dieser Festchrist wird vervollständigt durch poetische Gaben, Hunwreskenund durch die „Alpinen 'Nachrichten". Tie „Deutsche Alpenztg." hat sich nicht damit begnügt, ihre Sonder-Photographien in die Gegend von Wiesbaden und das Gebiet der Wiesbadener Hütte zu senden, ondern auch ihre besten künstlerischen 'JJHtarbeüer zur Ausschmückung des Heftes herangezogen. Erne ganz besonders wertvolle Beigabe ist die Treiiarben-Naturausnahme „Burg und Dorf Zbemburg im Nahethal". Eine Treisarben-Naturaufnahme in dieser Große ist unseres Wissens überhaupt noch nicht reproduziert ivorden und deshalb tvird diese technische Leistung besonderes Ausehen erregen, Tie „Deutsche Alpenzeitung" kostet vierteljährlich 3 Mark.
Paris, 1. Sept. Die Presse,^insbesondere die Sportblätter, konstatieren mit Genugthuung den Sieg der Pariser Ruderer


