Ausgabe 
2.5.1902 Erstes Blatt
 
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Kreises

von 1880 und

Hc. Kinley m

in dem

2.

Gießen

Mittwoch den 21. Mai ds. IS., nachmittags 21/, Uhr, Rathause zu Lich;

der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amts-

Gießen, den 1. Mai 1902. Bett.: Die Ableistung des HuldigungS- und Verfassungseides. Das Groscherzogliche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises

mit Ausnahme der AmtSgerichtSbezirte Grünberg, Homberg, Hungeu, Laubach und Nidda.

Die Ableistung des HuldigungS- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu ausgenommenen OrtSbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthemen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben, stattfinden:

1. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amts­gerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden deS

Sckanntmachung.

Die landw. Haushaltungsschulc zu Lindheim beginnt chren 2. diesjährigen bmonatlichen Lehrkursus Dienstag den 1. Juli.

Die Schule hat die Aufgabe, junge Mädchen zur Führung einer wohlgeordneten, einfachen bürger­lichen Haushaltung oorzuberellen.

Gegenstände des Unterrichts sind:

Hauswirtschaft und Milchwirtschaft, Gemüsebau, Obst­verwertung, Gesundheits- und Ernährungslehre, Kranken- pflege, Rechnen, Abfassung von Auftätzen und Briefen, Buch­führung, sowie weibliche Handarbeiten. Auch ist für gute Lektüre gesorgt und wird der Gesang gepflegt.

t Die Schule besitzt einen Garten beim Hause, eigene Molkerei und Geflügelhaltung.

Die unmittelbare Lettung der Anstalt untersteht einer Vorsteherin (Hausmutter) und einer Assistentin (Industrie- lehrerin). Sowohl diese als die Mädchen wohnen im AnstaltS- gebäude. Für Unterricht und Logis sind 20 Mk. pro Kursus und für Kost und Verpflegung 1 Mk. pro Tag zu entrichten. Außerdem sind nur noch etwaige Ausgaben für Arzt und Apotheke zil bestreiten.

Ausführliche Programme, aus denen das Nähere über die Anmeldungen, die möglichst frühzeitig erbeten werden, zu ersehen ist, sind von dem Unterzeichneten, sowie von Herrn Oekonomicrat Westernacher zu Lmdheim erhältlich.

Büdingen, den 25. April 1902.

Der Vorsitzende des landw. Bezirksvereins.

I. V.: Hahn.

Musikdirektor Professor Buths komponierte F^stvorspiel. Hierauf hielt der Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Ausstellung, Geh. Rat H. Lu eg, die Eröffnungsrede:

Er gedachte darin der Tüsse '

Lu eg, bie Eröffn üsseldorfer Ausstellung warf, anknüpfend an die Worte des Präsidenten 9)i

Ter Kronprinz erwiderte mit wenigen Worten, »vorauf er sich die Stadtverordneten vorstellen ließ. Sodann fuhr er von einer Wkabron der 5. Ulanen begleitet, durch die Graf Adolfstraße, Käniysallee, Alleestrahe zur Ausstellung. Die Straßen tragen reichen F^stschmuck; überall wurde der Kronprinz von großen Menschenmengen mit stürmischem Jubel begrüßt. An der Kuppelhalle der Ausstellung wurde der Kronprinz empfangen; Fanfaren begrüßten ihn beim Erscheinen, ,wnb das Orchester spielte das vom städtischen

5>ie Eröffnung der

Düsseldorfer Induffrie- und Keweröe-Ausffellung.

Düsseldorf, 1. Mai.

Kronprinz Wilhelm traf, wie wir gestern bereits telegraphisch mitteilten, um 10.4$. Uhr auf dem Hauptbahn- hof ein und wurde hier im Fürsteuzimmer vom Oberbürger­meister Marx mit einer Ansprache begrüßt. Marx wies darauf hin, daß die Huldigung der Stadt heute mehr als bisher dem erlauchten Sohne unserers allergnädigsten Kaisers u.nd Königs, dem Erben der Krone, gelte, der in besonderer Sendung Zu besonderem Werke erscheine. Unter den mächtigen Fittigen des Hohenzollern- a a r s sei die Düsselstadt zur M e t r o p o l e des bergischen und niederrheinischen Gewerbefleißcs geworden, und so habe sie es wagen dürfen, das schassungsfrohe Volk am Rhein und die zähen fleißigen Söhne der roten Erde einzuladen, in Düsseldorf die Früchte ihres besten könnens zu zeigen vor aller Welt. Schließlich sprach der Oberbürgermeister dem Kronprinzen seinen Tank aus, daß er gekommen sei, um für das große Unternehmen Zeugnio abzulegen und zu verkünden, daß es wert sei des B. uches aller Kultur^ Völker <

Buffalo am Vorabende seines TodesMarksteine sind bic Merk- steine des Fortschrittes", einen Rückblick ans die seit jener Zeit in Deutschland gemachten Fortschritte in Industrie und Pandel. Nicht nur der Wunsch und die Notwendigkeit für die Fortschritte der hei­mischen Industrie einen neuen 'Markstein zu errichten, habe dieses große Unternehmen ins Leben gerufen, sondern eS sei vor allen Dingen auch eine notwendige Folge der Pariser Welt- ausstellung von 1900. In Parts sei die deutsche und insbesondere die rhein i s ch-w est p häl isch e Industrie räumlich totgedrückt worden, Lust und Licht zur Eiitsaltung eien ihr versagt gewesen. Da galt es denn, der Welt zu zeigen, daß nur diese ungünstigen Umstande die deutsche Industrie tn Pa­ris an einer machtvolleren Entfaltung hinderten, es galt tn einem mächtigen Bilde der Welt zu zeigen, datz nicht etwa Furcht uns von Paris entfernt gegolten bat. Jene ernsten und gewichtigen nationalivirtschaftlichen Gründe wareii also eritschei- dend für die Veranstaltung dieser Ausstellung. Diese Grüiide waren es, die unsere großen Industriellen, an ihrer Spitze die Firma Friede. Rrupp, bewogen, den Ausstellungsgedanken durchzusühren. Wie im Jahre 1880 ist die Industrie mit der Kunst Hand in Hand gegangen. Diesmal ging der Wunsch der Küiistler höher. Sie glaubt die Zeit gekommen, daß endlich Düsseldorf ein dauerndes Kimstausstellungsgebäude erhalten sollte, und da diese Notwendig» feit an anderer Stelle in ausgiebigster Weise uachgewiesen wurde, stimmte die Industrie dem Wunsche der Künstlerschast gern zu. So ist dieser Kunstpalasl entstanden, der am 8. März cingeweiht wurde. Den Gewinn, den diese Ausstellung bringen kann und wie wir alle hosten, bringen wird, hat jenes Baumert ausgesogcn.^

Redner gedachte dann der Opserwilligkeit der Stadl unb des Entgegenkommens der Behörden bei der Ausführung des Planes und betonte, daß der wirtschaftliche Niedergang gezeigt habe, wie fest die Grundlage der Ausstellung ift welche einen Fels in der Sturmflut bildete, welcher Vielen eine Stütze bot Indem nur, aus die Kraft unserer Staatsregierung vertrauend, mit Zuversicht eine glückliche Lösung ttn Sinne der vom Fürsten Bisntarck nut so gro- tzem Erfolge durchgeführten Politik des mapvollcn Schutzzolles er­hoffen, dürfen wir in unserer Ausstellung ein Mittel erbltden, das, wie kaum ein anderes, geeignet ist, dem Auslande die Gediegen­heit unserer Leistungen vorzusühren und den Bestrebungen zur He­bung unserer Ausfuhr zu dienen. Ter Kaiser schenkte unserem Unternehmen in diesen Tagen sein huldvollstes Interesse. Er ließ sich alle Pläne vorlegen und erteilte feinen allergnädtgsten Rat in oielen Dingen. Daß die Kuppel, unter der wir heute stehen, in ihrer architektonischen Anordnung auch nach Außen hin so großartig wirkt, ist das direkte Werk des Kaisers, auf dessen Anordnung Aenderungen getrosten wurden, die dem ganzen Bau erst die rechte Zierde geben. Und bann übernahm in jenen Tagen mit allergnädigster Zustimmung Seiner Majestät des Kaisers Se. K. H. der Kronprint das Amt des Schirmherrn der Gesamtaus- fteQung. Durch diesen Akt haben Se. K. u. K. Hoheit fid) nicht nur uns, sondern die ganze Bevölkerung des großen Ausstellungsgebietes zu unauslöschlichem Tanke verpflichtet.

Redner jchitberte dann, daß die Ausstellung in jedem Belang mehr als dreimal so groß sei als die Ausstellung im Jahre 1880, während damals die Zahl der nennenswerten Gebäude sich aus höchstens 20 belief, sind es heute mehr als 100, und das Ge­lände, das sich von der Rheinbrücke bis zum letzten Ausstellungsbau am Nordende mehr als 2 Kilometer weit erstreckt, hat 60 Hektar Flächeninhalt, während die 1880er nur 17 Hektar umfaßte. Mit uneingeschränkter Freude darf ich heute sagen, fuhr Redner fort, daß wir nicht nur in unseren Provinzen, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Weltteilen eine Freundschaft, ein Wohlwollen und eine Unterstützung gefunden haben, die fast ohne Beispiel ist. Unseren deutschen Behörden sind, die hohen Regierungen und Verwaltungen des Auslandes gefolgt, die in der dankenswertesten Weise ihr Jn° terefic an dem Unternehmen bekundeten. Redner zollte dann in Worten warmer Anerkennung der gesamten Presse des In- und Auslandes seinen Dank für das Wohlwollen und die Einmütigkeit, mit der sie sich des Unternehmens angenommen hat, und gedachte sodann unter den Hunderten, die mit Begeisterung und Hingebung in rastloser Thättgkeit an dem Zustandekommen dieses großen, herrlid)en Werkes mit vereinten Krasten gearbeitet haben, besonders der Verdienste des ehemaligen Leiters des technischen Teiles, In­genieurs Duecker, und des ehrenamtlichen Verwaltungsdirektors Dr. Wilms. Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die erste Düsseldorfer Ausstellung von 1811 und die Zeit des mächtigen Aufblühens unserer nationalen Industrie und Gewerbethätigkeit anker der glorreichen Herrschaft der Hohenzollern schloß die Rede mit einem Hoch auf Seine Majestät den König und Kaiser, den Friedensfürsten, den Mehrer der Wohlfahrt unseres Vaterlandes. Begeistert stimmte die Festversammlung ein, worauf die National­hymne gespiett wurde.

Nun ergriff der Vorsitzende der deutsch-nationalen Kunstausstellung, Professor Fritz Roeder, das Wort: Turch die Opserwilligkeit der Industrie und der Stadt Tüsseldorf, mit thatkräftiger Unterstützung der Staats- und Provinzialbehörden sei der deutschen Kunst an diesem Orte ein herrliches Gebäude errichtet worden. Redner kam dann auf die Bedeutung und die idealen Aufgaben der wahren Kunst zu sprechen, die in dem Leben iedes hochstehenden Volkes ein wichtiger Faktor sei. Die Gewißheit, daß einer innigen Verbindung mit der Kunst Nutzen und Segen für alle Gewerbe folgen müssen, habedazu geführt, daß bei dieser Ausstellung Industrie und Kunst sich verschwistert hatten. In dem neu geschaffenen glänzenden Heim hätten sich die deutschen Künstler, einschließlich der Teutsch-Oe st erreiche,:, die von jeher Schulter an Schulter mit ihren Brüdern des Deutschen Reiches standen, sich jetzt wohnlich eingerichtet. Von der deutsch- nationalen Ausstellung erwarten wir einen Ausgleich de r G e g e n s ä tz e. Er gab der festen Zuversicht Ausdruck,

daß die Ausstellung sich dieser Ehre würdig erweisen werde.

Nach dem jubclno aufgenommenen Hoch auf ben Kron­prinzen und der Absinguug des LiedeS:Deutschland, Teutschland über alles" erfolgte unter den Klängen von WagnersKaisermarsch^ die Eröffnung de r Aus- stellung durch den Kronprinzen. Hierauf wurde ein Rundgang durch die Ausstellung unternommen. Es wurde zunächst die Hauptiudustriehalle, der Knustpalast und die hervorragenden industriellen Sonderausstellungen be­sichtigt. Um 1.30 Uhr begann in der großen Fcsthittle das Festmahl, bei dem Reichskanzler Gras Bülow folgende Ansprache hielt:

Ew. Kaiser!, und Königl. Hoheit! Meine Herren! Es ist mtt eine angenehme Pflicht, der großen Schar wackerer Männer, die umi Gelingen der Rheinisch-Westfälischen Industrie- unb Gewerbe- Ausstellung beiactragcn haben, die Versicherung zu geben, daß die nicht geringen Erwartungen, mit denen wir auswärtige Gäste nach Düsseldorf kamen, burd) bic Eindrücke des hier Geleisteten in vielen Punkten noch übertroffen worden sind. Ich sage 9liemanbcn in biefer Versammlung etwas Neues, wenn ick) vor allem dankbar auf das rege Interesse hinbeute, bas Se. Maj. der Kaiser und König sur diese Ausstellung vom ersten Aujtauchen des Planes bis zu feiner Verwirklichung bekundet hat. Ein Zeugnis seines Wohl- wollens ist es, daß wir die Freude haben, Se. Kaiserl. und König!. Hoheit ben Kronprinzen als Protektor der Ausstellung beider heutigen Feier in unserer Mitte zu begrüßen. Se. Kaiserl. und Königl. Hoheit hat sich davon überzeugen können, wieviel Groß­artiges in industrieller und künstlerischer Hinsicht die Tüsseldorfer Ausstellung enthält. In der Jndustriehalle, in ben verschiedenen Einzelpavillons, noch mehr in der Maichinenhalle, sind unseren Blicken Schaustücke der Teck)nik unb des Gewerbesteißes vorgeführt, wie sie meines Erachtens jo er n ft u n d wuchtig s e l b ft t n europäischen Un iv ers a 1 °An ste 11 u n g en kaum jmals anzutreffen waren. (Lebh. Beifall.) Nnser großer Königsberger Weiser, Emanuel Kant hat feinen ersten Schriften die Bezeichnung vorgesetzt:Von der wallten Schätzung der lebendigen Kraft". Ick) glaube, daß wir nach unserem heutigen Rundgang in dieser Schatzung reicher geworden sind. Unsere Ausstellung und daran hat heute vormittag in der Eröffnungsrede Ihr hoch­verdienter Vorsitzender, Geh.-Rat L u e g, erinnert, unb das haben viele Mitarbeiter an dem großen Werke in sorgenvollen Stunden erfahren ist in einer Zeit durchgefetzt, wo bie Inbustrie u n d gerade die Eisenindustrie unter der un­günstigen Gestaltung des Weltmarktes zu leiben hatte. Aus eigener Kraft ist solchen Schwierigkeiten zum Trotz da» Unternehmen emporgewachsen, in dessen Vollendung die rheinisch- westfalische Industrie heute wie in einem Spiegel, ihre eigene, Thätigkett erblicken kann. Ich habe an dieser etclle weit weniger den Ausdruck der Erkenntlichkeit entgegenzunehmen für die Mithilfe der Behörden, als umgekehrt im Namen der königl. Staats- rcgierung zu danken für das in Düsseldorf gegebene Beispiel von Selbstvertrauen und Thatkraft unter erfc'mverenben Umständen. (Bravo.) Ihnen zu danken, meine Herren, den Unternehmern, den Arbeitern, ote so dem Lande und der Welt bewiesen, daß sich der Deutsche und nun gar der eisenreckende Westfale nicht so leicht u m s ch m e i ß e n 'läßt. (Lauter anhaltender Beifall.) Was die Reichsverwaltung zu einer stetigen Entwicklung, zu einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung beitragen kann, bas zu leisten sind wir nach besten Kräften bestrebt. Wir wißen, daß es das Ziel der Reichspolitik ist, auf der einen Seite, der Landwirtschaft aus ihrer schwierigen Lage nachhaltig auf - zu helfen unb damit zugleich ben inländischen Warenabsatz zu steigern (emeuted Bravo), auf bet anderen Seite der deutschen I n b u ft r i e a r b e i t vertragsmäßige Bürgschaften für die un­gestörte Ausfuhr ihrer Erzeugnisse zu wahren. (Lebh. Beifall.) Deshalb sind bie verbündeten Regierungen in der Tarifvorlage in betreff e r h e b l i ch e rZ o l l e r h ö h u n g e n für Agrarierprodukte bis an bie Grenze des mit Abschluß lang­fristiger Handelsverträge noch zu Vereinbarenden gegangen, aber auch nicht weiter. (Stürmischer Beifall unb Bravo.) In dem lang- währenden Meinungskampf, der dabei zu überwinden ist, soll unL stets das Vorbild unseres Kaisers voranleuchten, der seinen schönsten Ruhm darin findet, unermüdlich unser Gesamt- oorbilb zu sein. (Beifall.) Ihr verehrter Herr Oberbürgermeister hob vor einigen Wochen bet der Einweihung Ihrer großartigen Rheunverstbauten mit Recht hervor, welchen Dank diese Stadt unserem Kaiser dafür schuldet, daß ihre Bürger aus Vertrauen auf die Sicherheit unserer Weltstellung reiche Mittel einsetzen konnten, um . Düsseldorf zu einer Stadt des Weltverkehrs zu machen. Ihnen, meine ' Herren, als Männer des praktischen Lebens ist es wohlbewußt, wie viel ; mehr bie materielle Wohlfahrt bes Landes und die Entwickelung der wirtschaftlichen Kräfte von der Stellung des Reiches unb der , Erhaltung des Friedens unter Wahrung unsrer Interessen und : unsrer Wurde nach außen abhängt, als von der Durchführung dieser ; oder jenes Parteiwuniches im Innern. «Bravo.) Diese Basis für , die gedeihliche Entwickelung der Arbeit in Stadt und Land sichern und zu stärken, das betrachte ich als Reichskanzler in voller Uebereinftimmung mit dem Kaiser als meine f vornehmste Aufgabe. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Ihm : aber, dem Wahrer der Nation unb^ Schirmherrn des : Friedens, erneuern wir auch in dieser Stunde das Gelübde : unwandelbarer Liebe und Treue, utbem wir rufen: Der : Kaiser lebe hoch, itochmals hoch und immerdar hoch!

Tas Orchester intonierte die Nationalhymne; nach dem Erklingen des ersten Verses ertönte stürmischer, andauern­der Beifall. In der Festhalle waren 950 Gedecke aufgelegt. Auch die ausländische Pre e, namentlich aus Hol­land, Belgien ,England und Noroamerika, war sehr zahl­reich vertreten. Nach der Rede br§ Reichskanzlers orachte , der Vorsitzende des Arbeitsausschu'scs Lu e g ein Hoch auf , den Protektor ben Kronprinzen aus. Dieser erwiderte:

Mein lieber Herr Geheimrat Lueg! Daß Sie in dem Augen­blicke, wo die deutsche Industrie, das deutsche Gewerbe und deutsche Kunst sich anschicken, Proben ihrer Kraft und ihres Kömiens vor aller Welt zu zeigen, derer nicht vergeffcii, die in unserem Vater- : lande, cmgedenk ihres hohen Furslenbcruses, jederzeit Haiidel und : Wandel förderten unb bie Kunst schützten, berührte mich besonb^rs : wohlthuend. Für meine Vorfahren, zunächst tm Namen meines : Vaters, danke ich Ihnen dafür, nicht minder danke ich Innen allen, . meine -öereen, für den Ausdruck der freundlichen ©efinnung, welche Sie nur, dem Schirmherrn der Ausstellung entgegenbringen. Hier . an dieser Stelle will ich es nochmals aussprechen: Tie lieber» ' nähme des Protektorats über Ihr großes Unternehmen war ' mir vom ersten Augenblick an eine große Freude. Jetzt aber, ' da das Werk vollendet vor uns steht, gereicht mir das Protektorat I :,ur stolzen GenugthUung! Seit Jahresfrist halte ich Ge- , legenhett, den Werdegang der giganttschen Schöpfung zu beobachten.

gerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden

Dienstag den 27. Mai ds. IS., vormittags 11 Uhr, in dem Saal von LonyS Bterkeller (Schanzensttaßc 18) zu Gießen.

Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter An­gabe der Namen der Vorgeladenen bis zum 15. d. MtS. an­zuzeigen, ober zu berichten, daß niemand vorzuladen war.

Halten sich berartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben.

v. Bechtold.

Gießen, den 1. Mai 1902. Bett.: Förderung der Volksbibliotheken.

Die

Grotzh. Kreis-Schulcommission Gietzen

an die Schulvorstande des Mrcifc».

Zur Förderung der Volksbibliotheken stehen uns einige Mittel zur Verfügung. Anträge auf Zuschüsse für Ihre Ge­meinde sind innerhalb 14 Tagen zu stellen. Hierbei ist zu berichten, wie hoch die von der Gemeinde selbst aufgebrachte lährliche Summe für die Volks- und Schülerbibliothek ist.

v. Bechtold.

Nv. 102 Erstes Blatt. 152. Jahrgang Freitag 2. Mar LV«»

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SB* Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Gietzen MW

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