trägem und Ministern Frankreichs, Italiens und Oesterreichs. Am Sonntagabend fand im Sterbehause eine Trcmer- feier statt, an der außer der Familie eine Anzahl Bekannte und Freunde Les Verstorbenen teilnahmen. Nach der Feier wurde die Leiche nach Derneburg gebracht, wo gestern mittag die Aufbahrung im Schlosse er folgte. Die Beisetzung findet morgen nachmittag statt. Der Kaiser ist durch den Grafen Waldersee vertreten. — Der Staatsanzeiger sagt in einem Nekrolog auf den Fürsten Münster: Fürst Münster hatte sehr früh schon die Bestimmung Preußens zur führenden Großmacht in Deutschland zu werden, erkannt. Aus voller Ueberzeugung und mit seiner ganzen Persönlich? keit war er deshalb nach den Ereignissen von 1866 zunächst als Parlamentarier auf den Boden der neuen Verhältnisse getreten. Als später der Ruf an ihn erging, auch aus dem Gehiete der äußeren Politik sich in den Dienst des Meiches zu stellen, folgte er freudig dem Rufe und verwertete von da an sein reiches staatsmännisches Wissen und seine große Erfahrung zum Besten der auswärtigen Stellung des Vaterlandes. Die patriotische Hingebung und das Geschick, das er als Botschafter in den ihm anvertrauten gewichtigen Stellungen bewies, verschafften ihm das unerschittterliche Vertrauen des Kaisers. Mit Stolz konnte er an seinem Lebensabend auf das Gedeihen des Reiches blicken, an dessen Ausbau und Kräftigung in hohem Maße thätig mitzuwirken, ihm selbst vergönnt gewesen ist.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Vereinbarung zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich zur Regelung des Verkehrs mit Branntwein und Spirituosen an der deutsch-französischen Grenze. Nachdem der Bundesrat zu diesem Abkommen seine Zustimmung erteilte wurde dasselbe von den beiderseitigen Regierungen genehmigt. Die Auswechslung der Genehmigungserklärungen hat ftattgefunden.
— Der Bundesrat wird, dem „Berl. Lok.-Anz." zufolge, in einer seiner nächsten Sitzungen die Novelle zum Börsengesetz, die in seinen Ausschüssen bereits durchberaten ist, verabschieden, voraussichtlich nur mit geringfügigen Abänderungen. Der Entwurf wird trotzdem in Arche tracht der Geschäftslage des Reichstages diesem zunächst nicht zugehen. Der Reichskanzler wird sich vielmehr Vorbehalten, selbst zu bestimmen, wann dies geschehen soll.
— In hiesigen leitenden Kreisen bezeichnet man das Ergebnis der Begegnung des Grafen Bülow mit dem italienischen Minister Prinetti als sehr befriedigend. In den beiden Unterredungen zwischen den beiden Staatsmännern, von denen die am Vormittag I1/2 Stunden, und die am Abend auch nicht viel kürzere ,, Zeit gewährt hat, wurde eine völlige Uebereinstimmung über alle wichtigen Punkte der deutsch-italienischen Beziehungen erzielt. Den Abschluß eines neuen Handels-Vertrages mit Italien hält man hier für gesichert und für relativ leichter, als z. B. den Abschluß eines neuen Handelsvertrages zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien. Ob noch eine Zusam- -- menkunft zwischen dem Grafen Bülow und dem iralieni- jchen Ministerpräsidenten Zanardelli stattsinden wird, wird in unterrichteten Kreisen als eine Frage des „Zufalls" bezeichnet.
Köln a. Rh., 1. April. In einer gestrigen Zentrums-Versammlung, in welcher u. a. auch bereits Mitteilung über das Hinscheiden Dr. Liebers gemacht wurde, hielt Dr. Trimborn einen längeren Vortrag über die Stellung des Zentrums zum Zolltarif, in welchem er u. a. sagte: In das mittlere Fahrwasser steuert die Zolltarif-Kommission mit dem Anträge Schwerin-Herold und begegnet sich mit der Linie, auf der sich die R e g ie r un g s-V0 r l a g e bewegt. Die Kommissions-Mehrheit ist dieser Linie sehr nahe. Ich meine nun, daß Regierungsschiff und Kom- missionsboot auf dem Wege der Verständigung in der mittleren Fahrbahn sich zusammen fin- ’ den, um so die Zolltarif-Vorlage Volldampf voraus in den sicheren Hafen zu bringen. Dr. Trimborn hielt eine Verständigung mit der Regierung für ,eyr leicht möglich. Trotzdem schloß er seine Ausführungen mit den Worten: . Ich sage Ihnen mit allem Ernst und aller Eindringlichkeit: Seien Sie auch nicht müßig und lassen Sie eins nicht - aus den Augen, rüsten Sie sich für den Wah lkamps, der vielleicht früher eintreten kann, als mancher glaubt.
Dresden, 1. April. Der heutigen Landeskonferenz der sächsischen sozialdemokratischen Partei in Meißen hat im Regierungsaufträge zum erstenmal ein höherer sächsischer Regierungsvertreter zu Studienzwecken beigewohnt._____________________________
Ausland.
Wien, 1. April. Än hiesiger unterrichteter Stelle wird die Meldung, daß auf Anregung Rußlands. Oesterreich und Italien sich bereits bereit erklärt hätten, an einer zeitweiligen militärischen Besetzung Albaniens teilzunehmen, als unbegründet bezeichnet. — Die hiesige türkische Botschaft dementiert auf das entschiedenste die Meldung von dem angeblichen Tode des türkischen Thronfolgers Reschad Effendi.
Athen, 1. April. Die hier lebenden Mazedonier hielten eine Versammlung ab und beschlossen, an die Mächte cme Eingabe zu richten, in der sie dieselben inständig bitten, in Mazedonien zu interveniren, damit der Lage ein Ende gesetzt werde, welche durch die von Bulgaren begangene Greuelthaten geschaffen sei.
Madrid, 1. April. Die Königin-Regentin wird einen außerordentlichen Gesandten nach Rom entsenden, welcher dem Papste einen Brief der Königin nebst Geschenken überbringen wird. In dem Schreiben teilt die Königin dem Papste das Ende ihrer Regentschaft mit und dankt ihm für die moralische Unterstützung und den väterlichen Trost, den er ihr während der schweren Zeit ihrer Regentschaft hat zu teil werden lassen. Sie ersucht den Papst, die Geschenke als einen Beweis ihrer kindlichen Liebe zu dem Heiligen Vater anzunehmen.
Maderno (am Gardasee), 1. April. Heute begrüßte die deutsche Kolonie den Ministerpräsidenten Zanardelli, der an Bord eines Festdampfers kam und in herzlichen Worten auf die Bande hinwies, die Italien und Deutschland verbinden. Tie Kundgebung verlief unter Hochrufen auf Zanardelli, Deutschland und Italien.
Paris, 30. März. Nach Empfang der Nachricht vom Tode des Fürsten Münster richtete Präsident Loubet an die Tochter des Verstorbenen, Frau v. Beneckendorff und v. Hindenburg in Hannover ein Beileidstelegramm und beauftragte gleichzeitig den Botschafter Marquis de Noailles, ihn bei der Trauerfeier zu vertreten.
Bern, 1. April. Heute fand die feierliche Eröffnung des neuen Parlamentsgeb au des durch den Schweizer Bundesrat und die Bundesversammlung statt. Die Feierlichkeit trug gleichzeitig einen offiziellen und volkstümlichen Charakter. Nach der feierlichen Eröffnung fand eine außerordentliche Frühjahrssitznng statt. Beide Kammern erledigten die Tagesordnung. Die Bauausführung dauette 8 Jahre und kostete 8 Mill. Frs. Sämtliche Baumaterialien stammen aus der Schweiz, ebenso wurden bei der Ausschmückung nur Schweizer Künstler berücksichtigt.
Haag, 1. April. Die Königin sowie Prinz Heinrich der Niederlande begeben sich am Donnerstag nach Schloß Loo, wo sie bis Anfang August Aufenthalt nehmen werden.
Kopenhagen, 1. April. Der hiesige Dampfschiffs- Rhederverein, der die Uebereinkunft mst dem Seemannsverband zum 1. April gekündigt hatte, teilte heute den Seeleuten mit, die Rheder wünschten keine nene Uebereinkunft, sondern hätten von heute ab gültige Verheuerungsregeln festgesetzt. Der Transportarbeiterverband, wozu die Seeleute, Schiffsheizer und Hafenarbeiter Kopenhagens sowie mehrerer anderer Städte gehören, wird heute Abend eine Versammlung abhalten, um über die Stellung der Arbeiter zu den Rhedereien zu beraten.
Shanghai, 1. April. Hier ist heute früh Dr. Prinz Karl zu Schwarzenberg, Legationssekretär bei der österreichischen Gesandtschaft in Tokio, im 31. Lebensjahre an Scharlach gestorben.
Aus SIM und Kund.
Gießen, den 2. April 1902.
** Das Regierungsblatt Nr. 16 enthält: Finanzgesetz für das Etatsjahr 1902/1903. Art. 1 lautet: An Einkommensteuer kommen die in den Artikeln 13 und 48 des Gesetzes vom 12. August 1899, die allgemeine Einkommensteuer be- tteffend, festgesetzten Beträge zur Erhebung. Dagegen werden art Vermögenssteuer die in Artikel 13 des Gesetzes vom 12. August 1899, die Vermögenssteuer betreffend, festgesetzten Beträge mit einer Erhöhung von 364/tl Prozent erhoben, und sontit der Steuersatz für je 1000 Mk. Vermögen vom 55 auf 75 Psg. erhöht.
** Das neue Uebernachtnngsgebäude für Eisenbahnfahrbeamte in der Nähe des Bahnhofs Gießen findet, wie wir hören, in den beteiligten Beamtenkreisen immer mehr Anklang. Die dort verkehrenden Eisenbahnbeamten wissen den Wert der ebenso behaglich wie zweckmäßig eingerichteten Räume immer mehr zu schätzen. Die Eisenbahnverwaltung hat in der letzten Zeit darin auch Kommisfionszimmer für Kontrolleure eingerichtet. — Gegenüber dem Uebernachtungsgebäude befinden sich bekanntlich Wohngebäude für untere Beamte und Arbeiter. Eines derselben, an dem gegenwärtig gebaut wird, ist bereits soweit im Bau vorgeschritten, daß es bis Mitte Mai voraus- fichtlich unter Dach kommen wird. Das bereits vor einigen Monaten im Rohbau fettiggestellte 3. Wohnhaus ist z. T. schon bezogen. Die Wohnungen gehen reißend ab. Es liegen bei weitem mehr Voranmeldungen Wohnungsuchender vor, als Wohnräume geschaffen werden können. — Wir sind in der Lage, im Anschluß hieran mitteilen zu können, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten beabsichtigt, dort, wo Wohnungsmangel herrscht, solche Wohnungen nicht nur für niebere, sondern auch für mittlere Beamte bauen zu lassen. Die Eisenbahndirektionen sollen bereits beauftragt sein, entsprechende Erhebungen anzustellen.
** Der deutsche Fleischer-Verband hatte s. Zt. eine Eingabe an die Regierung gerichtet, worin er um Ergänzung' der Hauptmängelliste des Viehes durch die Rinderfinne bat. (Die Rinderfinne galt bisher nicht als Hauptmangel bei der Vieh-Gewährschaft.) Die Eingabe hatte keinen Erfolg und wurde danach als Jmmediat-Eingabe direkt an Se. Maj. den Kaiser gerichtet. Daraus ist jetzt folgende Antwort bei dem Vorsitzenden des Deutschen Fleischer-Verbandes eingelaufen: „Reichs-Justizamt. Berlin, den 20. März 1902. Aus die an Se. Maj. den Kaiser und König gerichtete, zur Bescheidung hierher gelangte Eingabe vom 20. Februar d. I., betr. Abänderung der Verordnung vom 27. März 1899 über die Hauptmängel und Gewährschcfften beim Viehhandel, teile ich dem Vorsitzenden des Deutschen Fleischer-Verbandes er- gebenst mit, daß die in der Eingabe berührten Punkte bei den Beobachtungen, welche sich auf die praktische Anwendung der Verordnung beziehen, Berücksichtigung finden werden."
t Burkhardsfelden, 30. März. Am ersten Oftcrfciertage hatte unsere Gemeindeschwester für die ihrer Obhut unterstellten Kindern ein Kinderfest veranstaltet, das sehr zahlreich besucht war. Die schönen Spiele der Kleinen legten Zeugnis davon ab, welche Mühe sich die Schwester mit den Kindern gibt. — Die Krankenschwester feiert am 6. April ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Nahezu 24 Jahre ist sie in unserer Gemeinde thätig. Sie hat sich die Achtung und Liebe sämtlicher Ottseinwohner erworben.
tt Lich, 31. März. In der Nacht vom 1. auf den 2. Feiertag wurde in ba§ Kontor des Kaufmann Ferdinand Zimmer, hier, eingebrochen. Zwischen dem Hause des Herrn Zimmer und des Herrn Peter Dietz befindet sich ein Winkel, der nach der Straße hin durch eine schmale hölzerne Thür abgeschlossen wird. Diese hat der Dieb geöffnet imb wieder hinter sich geschloffen, so daß er von der Straße nicht bemerkt werden konnte. Kaum 1 Meter von der Straße entfernt hat er dann „gearbeitet". Mit einem Stemmeisen und einer alten Bundaxt hat er em Gefach des Lehmfachwerks durchbrochen. Den Platz hat er sich günstig gewählt, denn an jeder anderen Stelle hätten ihm Schränke, die an der Rückwand des Kontors stehen, das Eindringen erschwert. Der Dieb hat wohl versucht, Geld zu holen, hat aber keins gefunden. Dagegen hat er sich an eß- und trinkbaren Sachen schadlos gehalten. Eine Flasche Sherry hat er geteert, drei Pack Zwieback erbrochen, (ob auch verzehrt?) und die Umhüllung liegen gelassen und dem vorrätigen Schweizerkäse hat er stark zugesprochen; außerdem hat er noch Zigaretten mitgehen heißen. Der angerichtete Schaden ist ja wohl nicht sehr groß, der Diebstahl selbst aber als ein ganz raffinierter zu bezeichnen.
— Stangenrod, 1. April. Nachdem die Arbeiten für den Neubau der Kreisstraße Stangenrod—Weitershain vergeben worden sind, wird bereits in dieser Woche mit dem Bau begannen werden. Da der Betrieb in den Eisensteingruben unserer Gemarkung schon im vorigen Jahre eingestellt
wurde, kommt die durch den Straßenneubau gebotene Arbeitsgelegenheit den Bewohnern doppelt willkommen. — Wie bereits mitgeteilt, wurde Bürgermeister Bock hier zum dritten Male mit Stimmeneinhelligkeit gewählt. Es ist dies Ergebnis um so ehrender für die Wähler, wie für den Gewählten, als sich die Wählerschaft sowohl bei der vorausgegangenen Beigeordneten-, als auch bei der Gemeinderatswahl in zwei Lager spaltete.
Eberstadt, 1. April. Die Bauarbeiten für die neue Pro-» vinzial-Pflegeanstalt (Siechenanstalt) für Starkenburg: sind zur Vergebung ausgeschrieben. Die Anstalt, in der etwa 450 Personen Ausnahme finden sollen, erfordert insgesamt einen Kostenaufwand von 750 000 Mark und kommt an der Straße nach Bickenbach zu stehen.
)( Grünberg, 1. April. In der Turnhalle fand gestern. Abend ein Konzett statt, veranstaltet von einem jungen, vielversprechenden Künstler aus hiesiger Stadt, Karl Gieß jun., vom Königl. Konservatorium für Musik zu Leipzig, unter Mitwirkung von Fräulein Groß vom Hoch'schen Konservatorium zu Frankfurt a. M. und des Musiklehrers Kasten aus Gießen. Sämtliche Darbietungen wurden in künstle-- rischer Weise zum Vortrag gebracht, und die Konzertgeber ernteten stürmischen Beifall seitens der in ungewöhnlich stattlicher Anzahl erschienenen Zuhörer.
(:) Nie der-Ofleiden, 1. April. Die Eisenbahn-, direktion Frankfurt a. M. hüt einem von hier gestellten Anträge vom 9. v. Mts. auf Einführung des Privat-Tele- grammVerkehrs bei der Eisenbahnstation Nieder- Osleiden entsprochen und die Station ermächtigt, vom 1. April ab Telegramme anzunehmen und an kommende Telegramme zu bestellen. Die Dienststunden für diesen Verkehr beginnen täglich um 7 Uhr vormittags, im Winter um 8 Uhr und endigen abends um 9 Uhr. In Anerkennung" dieser für Nieder-Ofleiden so wichtigen Verkehrseinrichtung hat man sich auf Anregung von Lehrer Görlach hier bewogen gefühlt, in einem ersten Telegramme der Direktion herzlichen Dank auszusprechen.
sb. Schlitz, 31. März. Im Herbste 1900 wurde hie^ ein „Verein zur Förderung allgemeiner Bildung" gegründet. Aus der anfänglich kleinen Anzahl der Gründer sind nun 601 bis 70 Mitglieder geworden. Diese zahlen einen monatlichen Beitrag von 10 Pfennigen während des ersten und eierten Vierteljahres und können dafür die Bibliothek des Vereines! benutzen. Alle 14 Tage werden im Winter Vorträge allgemein belehrenden Inhaltes gehalten. Auch Nichtmitgliedern ist es gestattet, den Vorträgen, wie den sich anschließenden Debatten beizuwohnen. Die kräftige Entwicklung des rührigen Vereins ist allein seinem Vorsitzenden, dem Rektor der hiesigen höheren Bürgerschule Dr. Flechsenhaar zu verdanken.
d Nidda, 31. März. Auf sein Nachsuchen wurde Postmeister Josef König, der in allen Kreisen unseres Städte chens sehr beliebt ist, mit Wirkung vom 1. Mai in den Ruhestand versetzt. An seine Stelle tritt Postmeister Hunsker aus Altenbeken. \
d Ulfa, 29. März. Schulverwalter Scheel von hier erhielt ein Dekret nach Helpershain im Kreise Schotten.
Villingen, 1. April. Am Samstag ging ein hiesiger Arbeitsmann nach Ruppertsburg, um daselbst eine Anweisung über Arbeitslohn in Empfang zu nehmen. Er begab sich abends auf den Heimweg, wobei er den Feldweg benutzte, kam aber nicht zuhause an. Gestern fand man den Verunglückten ettrunken in der Horloff. Jedenfalls ist er in der Dunkelheit vom Weg abgekommen und in die Horloff gefallen. Der Verunglückte war ein Mitkämpfer von 1866 und 1870/71, aus welchem Grund ihm auch der hiesige Kriegerverein militärische Ehren bei der Beerdigung erwies.
Mainz, 1. April. Die hiesige Eisenbahn-Direktion teilt mit: Die infolge eines Felssturzes zwischen Bach a rach und Oberwesel eingetretene Sperrung der Strecke! Bingerbrück-Koblenz ist soweit beseitigt, daß von heute: Vormittag ab die Personenzüge wieder durchgeführt werden^ können.
Frankfurt a. M., 1. April. Die Postkarten mit General Cr 0 njes und Oberst' S ch i e l s Unterschrift sowie fast sämtliche B u r e n s e d e r h a l t e r aus St. Helena: sind nunmehr zu Gunsten der dortigen Gefangenen verkauft.. Es ivurde dafür bis jetzt ein Erlös von rund 2900 ML! erzielt. Von diesem Betrag sind bereits am 27. Februar 50 Pfund Sterling und am 27. März 80 Pfund Sterling an das deutsche Konsulat in St. Helena zur Einhändigung an Oberst Schiel ab gegangen. Von den Federhaltern sind noch etwa 200 Stüc: übrig, die bei R. Ristenpart, Kaiserstraße 35, zu 1.50 Mk. das Stück abgegeben werden. — Prinz- Al b r e ch t von Preußen, Regent von Braunschweig, traf heute morgen hier ein und reiste nach kurzem Aufenthalt zum Kurgebrauch nach Baden-Baden. — Tas jicbente1 Verbandsschießen und Verbandsfest des Mitteldeutschen Sa) ätzen Verbandes wird vom 29. Juni bis! 7. Juli in Rödelheim veranstaltet. Der Festplatz befindet sich auf dem Gräflich Solms-Grundstück zwischen den Fahrradwerken Weil und der Saalburgstraße.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In einem Anfalle von Schwermut erhängte sich in Offenbach der 46 Jahre alte Tagelöhner llfinger. — In Pfungstadt verletzte ein junger Mann, der sich im Flobett- schießen übte, seinen Kameraden tödtlich. — In W ies- baben ist der frühere langjährige Chefredakteur des „Rhein. Kurier", Johannes Lahm, gestorben.
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Vermischtes.
* Magdeburg, 2. April. Der Arbeiter Hinkeldei feuerte auf seine Frau 4 Schüsse ab und verletzte sie lebensgefährlich. Er erschoß sich dann selbst. Der Grund zu der Thai ist die Ablehnung der Ehescheidung durch das Gericht. Die Frau ist 28mal vorbestraft.
* Insterburg, 2. Apttl. Rechtsanwalt Lackner und Frau sind nachts infolge Kohlendunstoergiftung erstickt.
* Königsberg i. Pr., 1. Apttl. Die Geliebte des Gattenmörders Adolf Gustav Beck von hier, der, wie wir gestern mitteilten, flüchtig tst, die Witwe Mehrbach, wurde gestern in Pankow verhaftet und hierher transportiert. Sie wurde sofort in Untersuchungshaft genommen.
* Mannheim, 30. März. Vier Menschenleben rettete gestern der Schiffszimmermann Kalinke. Von dem an der Schiffswerft der Mannheimer Schiffs- und Maschinen- bau-AktiengesellschaftKohlen löschenden Schiff „Wilhelmine" aus Mülheim a. Rh. siel der fünfjährige Sohn des Schiffers übe^,


