Ausgabe 
1.8.1902 Zweites Blatt
 
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Der seinerzeit mit dem Besitzer des Frankfurter Hofes

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Der kürzlich verstorbene Kaufmann Hermann Ro­der hat autzer einer Stiftung zu Gunsten der Armenver­waltung (etwa 12700 Mk.) der Stadt 2000 Mark mit der Bestimmung vermacht, daß aus seiner Begräbnisstätte eine Sandsteinsüule errichtet und das Grab gärtnerisch unter­halten wird. Die Stiftung soll unter den üblichen Beding-

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Die im Blatt Nr. 79 veröffentlichte Bilanz wird dahin berichtigt, daß die Mitgliederzahl Ende 1900 78 betrug. In 1901 gingen 3 zu und in 1901 3 ab, demnach Bestand Ende 1901 78 Mitglieder. 5512

Der Vorstand

des landwirtschaftliche« Konsum-Vereins I eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht zu Beuern.

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Sitzung -er Stadtverordneten.

Gießen, 31. Juli 1902.

Anwesend sind: Bürgermeister Mecum, Beigeord­neter Georgi, die Stadtverordneten Brück, Em- nrelius, Euler, Faber, Dr. Gutfleisch^ Hanau, Haubach^ Heichelheim, Helsrichj. Heyligenstaedt, Huhn, Jann, Keller, Kirch, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Pirr, Schaffstaedt, Schmiele und Wallenfels. Entschuldigt: Beigeordneter Grüne­berg, die Stadtv. Dr. Fuhr, Dr. Gaffly, Jughardt, Krumm, Dr. Schäfer u,nd Schm alb

Bürgermeister Mecum teilt zunächst mit, daß von den Angehörigen des Provinzialdirektors v. Bechtold und des Stadtverordneten Flett Schreiben eingegangen, in denen sie für die Anteilnahme der Stadt an dem sie

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schlossene Vertrag soll auch für den neuen Besitzer Gilttg- iert behalten.

Dem Vertrag über die Veräußerung von Ge­lände am Großen Steinweg an die Sparkasse zu Beuern, als Besitznachfolgerin des Stcinbach'schen Hauses, stimmt )ie Versammlung zu, desgl.

dem Gesuch des Provinzial-Aussch us s es um Ausführung der Entwässerungsanlagen für das Siech en haus durch die Stadt gegen Rücke. .attung der Selbstkosten. Die Arbeit soll den Mindstfori mden. Brr- lenstock u. Schneider für 7727 Mk. übertragen erben; dre Höchstforderung beläuft sich auf 18 700 Maru.

Aus die Ausführung der Arbeiten für den ^relbau in der Bahnhofstraße, bis Wetzsteingasse und m der Mar- burgerstraste sind neun Angebote eingelaufcn, von denen das niedrigste 98 061, das höchste 201554 Mark beträgt; für die Arbeiten zu den Regenwasserkanalen liegen 14 Angebote vor, die sich zwischen 31 735 Mk. und 59 583 Mk. bewegen. Es wird beschlossen, beide Lose der Firma Jäger u. Rumpf in Hanau, die 147 997 Mk. fordert, zu über­tragen. Die Preise verstehen sich ohne Materiallieferung, die schon früher vergeben wurde.

Für die Einrichtung eines Bureaus für den Selbau- Materialverwalter an der Margarethenhütte werdm 375 Mark bewilligt.

Die Rechnung über freihändig vergebene Pftasterarbett an der Rodheimerstraße (208 Mk.) wird genehmigt, desgl. 562 Mk. für Anlegung der Freitreppe am alten Schloß.

Das von Assesfor Schlosser entworfene, von der ozial- politischen Kommission durchberatene und in einigen Punk­ten abgeänderte Ortsstatut für das Gewerbegericht der Stadt Gießen wird angenommen.

Das Finanzministerium hat die Stadtverwaltung um Mitteilung darüber ersucht, ob die Stadt sich ar der hessischen Hypothekenbankbeteiligt. Die Bank soll die Entschuldung des ländlichen und städtischen Grund­besitzes aus Grundlage unkündbarer, aber zu amoctijie«- render Hypotheken, sowie die Gewährung von Darlehen an Gemeinden und Kreise bezwecken. Die Versamnlung beschließt, daß die Stadt sich mit 10 000 Mark beteiligt.

Der Uebertragung der Geschäfte eines Krersgeo- meters auf den Staütgeometer ftimmt die Versamm- UU%on den vorliegenden Gesuchen um Wirtschcftö- k o n z e s s i o n werden durch Bejahung der BedürfniZfrage bezüglich des Ausschanks von Branntwein befürwort^ das Gesuch von Louis Euler für das Haus Grünbergerstraße lo, das Gesuch von Gg. Wilh. Hainer für die Kanttner des 1 Bataillons 116. Regts.; verneint wird die Bedürfnisfrage bei dein Gesuche von Martin Langsdorf für dre Credner- straße, weil bereits in unmittelbarer Nähe des Hauses mehrere Wirtschasten betrieben werden. Auch bezüglich des Gesuchs von Heinrich Bellos II., der in seiner Wirtschaft Alicestraße 20 Branntwein ausschänken will, wird bie Be­dürfnisfrage verneint mit der Begründung, daß der Ver­kehr von Personen, mit denen ein Branntwein-Ausschank zu reck)nen hat, m der Alicestraße seit Verlegung der Eisen- vahnwerkstätten usw. eher ab- als zugenommen hat.

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Für Au,uhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Ccntuer berechnet.

NB. Sofern das Verbringen der Eokes bis zu 6 Eentnern aus die betr. Lagerplätze (Keller, Stall re.) mit feinem außergewöhittichen Zeitausivand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung.

Im Gaswerk finbet nur ein Verlauf von über 5 Ecnlncr Eokes statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der

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eingerichtet, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 33 und 34, Gcbr. Kahl, oranksurtersttaße 151, Ed. Klinket. Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Ltchersttaße 2, August Strnck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplaiisgasse 5.

Diese Firmen bered)nen obenstehende Preise unserer Gascokes samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch !n Mengen unter 5 Eentnerw

Die Preise unserer Gaseokes für die Abnehmer antzerhalb der Gemarkung Gießen ermäßige« sich um den Betrag der Cctroirüdocrgiüuug von 4 Pfg. stir den Eentner.

Gießen, den 16. April 1902. 3086

Städtisches GaS- und Wasserwerk Gietzeu.

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Prämie je nach dem Atter der Versicherung.

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gelehnt. ,

Gärtner Karl Berger will an der Marburgerstraye gegenüber der Zufahrtsttaße zum neuen Friedhof ein Wohn­haus errichten; das diesbezügliche Dispensgesuch wird be­fürwortet. , ,

Ueber den Fluchtlinienplan für die Ecke Marktplatz unb Schulstraße ist zwischen dem Apotheker Sch wieder und Vertretern der Stadt eine Einigung zustande gekommen, auch Abmachungen über Geländeaustausch und Entschädi­gung für abzutretendes Gelände getroffen worden, die die Versammlung gutheißt.

Für Unteryaltungsarbeiten des Bürgemetsteret- gebäudes und Anbringen von Jalousien am Beratungs- Zimmer werden 555 Mark bewilligt.

Die Bauhütte am neuen Friedhof soll stehen blei­ben, bis sie Verwendung beim Bau des neuen Schulgebäu­des an der Nordanlage finden kann; die Mindestforderung von 200 Marl für die Versetzung der 5Mte wird angenom-

betroffenen Verlust danken.

Ein Schreiben des Dachdeckers Jo Hs. Prang betrifft die Vergebung der Tachbeckerarbeiten für die Realschiule. 'P. führt Beschwerde darüber, daß die Arbeit nicht ihm, als Mindestsorderndem, sondern dem Zweitmindestsordern- den übertragen worden sei; er habe ortsübliche Preise ge­stellt, auch stets gute Arbeit geliefert und betrachte sich durch die Art der Vergebung geschädigt; man solle doch gleich! bei dem Ausschneiden bemerken, daß nur der Zweit- urindestfordernde die Arbett erhalte, damit sich die Hand­werker danach richten könnten. Tie Versammlung ist damit einverstanden, daß das Schreiben nicht beantwortet, sondern einfach zu den Akten gelegt wird.

Nach erfolgter Ausschreibung der Vergebung von Wirtscha stsplatz en im Philosophenwalde an­läßlich des Jugendfestes haben 18 hiesige Wirte einen Ring gebildet und für die sieben in Betracht kommenden Plätze zwischen 5 und 20 Mk. geboten; früher wurden zwischen 40 und 50 Mk. bezahlt. Bürgermeister Mecum bemerkt, daß sich die Stadt diese Ringbildung der Wirte nicht ge­fallen zu lassen brauche, und erbittet die Ermächtigung, entweder die Plätze unter Zulassung auswärtiger Wirte , nochmals auszuschreiben, oder den Preis nach, Hektolitern- ungen angenommen werden, zu bemessen. Die Versammlung ist damtt einverstanden. Der seinerzeit mit dem Besitzer des Frankfurter Hofes

Ein Schreiben der Direktion der höheren und erwei- über die pachtweise Ueberlassung einer Marktlaube ge-

terten Mädchenschule in Betreff des Fugend festes be- äqt, daß das Verhalten der Direktion und des Lehrer­kollegiums in der Angelegenheit vielfach falsch verstanden und danach beurteilt werde. Es werden aus dem Protokoll des früheren Direktors Dr. Landmann Fälle von Unge­hörigkeiten bei dem Jugendfest des Jahres 1893 mitgeteilt, angesichts deren sich das Kollegium nicht der Gefahr aus­setzen könne, solche Erfahrungen zum zweiten Male zu machen. Bürgermeister Mecum bemerkt dazu, ^daß bei dem Friedensfest im Jahre 1896, an dem die höhere Töchter­schule sich auch beteiligte, derartiges nicht vorgekommen sei; es habe 1893 wohl an der nötigen Aufsichtt gefehlt, auch )ei diesmal durch Vermehrung und Vergrößerung der Spiel­plätze Vorsorge gegen etwaige Eingriffe getroffen und die Möglichkeit gegeben, daß die Eltern ihre, Kinder über­wachen könnten. Es liege diesmal im Interesse der Bürger- schaft, zu zeigen, daß sie Bedenken in der von der Direktion bezeichneten Art nickst hegt. Er könne übrigens mitteilen, daß 275 Schülerinnen der höheren und erweiterten Mädchen­schule zur Beteiligung am Fest angemeldet seien.Aus die Anfrage des Stadtv. Haubach, ob auch bei den an­deren Schulen Ungehörigkeiten vorgekommen seien, erwidett Bürgermeister Mecum, daß derartige Beobachtungen nach Aussage der Lehrer nicht gemacht wurden.

Ernst Blödner beabsichttgl, auf sein Haus in der Plockstraße ein Stockwerk in Holzkonstruktion aufzusetzen. Tas Gesuch wird nicht befürwortet, da der Unterbau des vorhandenen Gebäudes stark genug sei, um den Stock in Mauerwerk aufzuführen.

Das Gesuch des Jul. Bach um Anbringung einer La­terne an der Ecke der Plock- und Johannesstraße wird ab-

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Infolge Stadwerordneten-Beschlusses vom 10. April d. I. tritt eine

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ein und wurden die Preije derselben bis auf metteres festgesetzt

über ihr Thun und Treiben während der ausschlaggebenden Stunden in überzeugender Weise ausgewiesen, und es ift danach ihre Be­teiligung als Thäier oder Geyllsen an der Tötung des Ernst Winter für ausgeschlossen zu erachten.

Bezüglich des gegen den Schächter Hamburger ausgesvrochenn Verdachtes der Thäterschaft wird auf die Ausführungen m den Bescheiden des Ersten Staatsanwntts und des Oberstaatsanwalts verwiesen und wiederholt hervorgehoben, daß Hamburger den schlüssigen Nachweis geführt hat, daß sein Thun und Treiben am 11. Marz 1900 ein völlig unverdächtiges gewesen ist und mit der Tötung des Winter in keinem Zusammenhänge steht.

Aus diesen Grürrden, und da das aufs eingehendste und mit <rller Sorgfalt geführte Vorverfahren, welches alle Thatfachen, die nur irgendwie mit dem Tode Winters in Beziehung gebracht werden konnten, umfaßt hat, genügende Verdachtsgründe nicht ergeben hat, welche die Erhebung der öffenllichcn Klage gegen die Beschuldigten rechtfettigten könnten, mußte der Antrag gemäß § 172, Absatz 1 der Strafprozeßordnung verworfen werden. Die Kosten waren nach § 175 der Strafprozeßordnung dem Antragsteller aufzuerlegen, gez. Thiele. Erler. Reiche. Voß. Plagemann.

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