Ausgabe 
1.3.1902 Zweites Blatt
 
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Mit einem heitsren, einem naffen Auge verfolgt man in den Kreisen unsever Agrarier den Verlauf der Ameika- fahrt des Prinzen Heinrich. Die glänzende Aufnahme, die der Bruder des Kaisers findet gereicht selbstverständlich auch hier zur Genugthuung. Wenn es nur nicht eben die Vereinigten Staaten wären, denen sich Deutschland durch Freundschaftsverpflichtungen verpflichtet! Amerika ist als ein Hauptausfuhrland von landwirtschaft- lichen Erzeugnissen bekanntermaßen von jeher ab­solut nicht beliebt bei unseren Agrariern. Noch kurz vor der Abfahrt des Prinzen Heinrich stellte in der Zolltarif­kommission bekanntlich derrechtsnationalliberale" Wormser Frhr. v. Hehl unter lebhafter Zustimmung aller Verbreiter der Landwirtschaft die Forderung, handelspolitisch die Ver. Staaten scharf anzufassen. Ein energisches Vor­gehen gegen die Amerikaner, wenn nicht gar einfrischer, fröhliches Zollkrieg, das ist auf Seiten der Rechten von Jacr zu Jahr mit wachsendem Eifer empfohlen worden. Und darum ist man im Grunde nicht sehr erbaut von der neuen Völker-Verbrüderung. Die Amerikaner, sagt man, werden sofort wieder zu nüchternen Geschäftsleuten, wenn der Jubel verrauscht ist. Auf Entgegenkommen in zollpoliti­scher Hinsicht, ja selbst nur auf Beseitigung der mancherlei Zoll-Chikanen darf die deutsche Ausfuhr sich keine Hoffnung machen. Die Deutschen dagegen sind diehöflichen Leute", die es bis aufs äußerste vermeiden, in freundschaftliche Beziehungen Verstimmung hinein^utragen. Was sei die Folge? Daß den Ver. Staaten wiederum alle Vorteile der nächsten Handelsverträge gewährt würden, daß amerikanische Willkürlichkeiten gegen unsere Ausfuhr mit liebenswürdiger Nachsicht behandelt würden, kurzum, daß Deutschland durchs aus der gebende, und nicht der empfangende Teil in diesem Bunde"" wäre. ....

Die Abneigung mag dies Bild etwas düster färben. Aber wir glauben, objektiv betrachtet, auch nicht, daß die Amerikaner durch alle noch so begeisterten Reden und noch so herzlichen Beteuerung der Zuneigung ihre praktischen Geschäfts-Prinzipien beeinflussen lassen werden. Das steht ebenauf einem anderen Blatt"". Der Amerikaner ist Ge­schäftsmann durch und durch, sein Vorteil gilt ihm beinahe alles, und aus seiner Haut kann niemand heraus. Be­rechtigter oder unberechtigter Egoismus man muß damit rechnen. Entzückung und Begeisterung sind vergänglich. Wer erinnert sich nicht der gewalligen Festlichkeiten, des schier grenzenlosen Enthusiasmus bei der Vierhundertjahrfeier der Entdeckung Amerikas. Die Auszeichnungen, die damals aus das Haupt der edlen Spanier, der Nachkommen desgroßen Kolumbus"" in verschwenderischer Fülle gehäuft wurden, hielten nicht einen Moment den Ausbruch des Krieges mit Spanien auf. Beispiele ähnlich rascher Metarmophoseu und Gesinnungsänderungen, insbesondere, sobald materielle In­teressen in Frage kommen, weist die Geschichte zahlreich genug aus. Ein solcher Rückschlag wird diesmal hoffentlich ausbleiben. Wer man wird auch andererseits nicht allzu sehr erstaunt sein dürfen, wenn die Ver. Staaten die Freund­schaft mit Deutschland nur im politischen Sinne verstehen, d. h. die Gemütlichkeit aushören lassen, wenn es sich um Geschäftssachen handelt. Bon den Vertretern unserer Regie­rung wurde zwar wiederholt die Thatsache verfochten, daß politische Rücksichten auch zu gewissen handelspolitischen Rücksichten nötigen, daß man einem auswärtigen Staat nicht handelspolitisch feindselig begegnen könne, ohne gleich­zeitig die politischen Beziehungen nachteilig zu beeinflussen. Wer diese These gilt in der Hauptsache doch wobl nur für ve rbündete Nationen und allenfalls Rußland. Stellen sich die Ver. Staaten auf den rein geschäftlichen Standpunkt, so wäre es eine überflüssige Delikatesse, minder geschäftlich zu verfahren.

* * *

Die letzten Telegramme aus Newyork lauten:

Die Mannschaft der ,Hohenzollern" nahm an dem Kommers des deutschen Kriegeröurrdes teil. Die Zeitungen schreiben sehr erfreut über den Besuch des Prinzen am Krankenbett des jungen Roosevelt. Einige vermuten, daß das Diner im Weißen Hause am Donnerstag politisch b ed eutun gsvo ll war, da sich nach dem Essen die Damen zurückzogen und der Prinz mit Holleben, Roosevelt und dem Senator Lodge allein blieben. Der Bürger­meister von Newyork, L,ow, sagte in einer öffentlichen Versammlung der Reform-Demokraten, Prinz Heinrich habe das freimütige Wesen des Seemannes, die Höflichkeit des Gentlemans und das Interesse des Gebildeten an allen Dingen gezeigt. Prinz Heinrich betrachte Amerika mit den Augen des Intellektes. Er, der Bürgermeister, glaube, daß die Reise eine höhere Schätzung des Prinzen und Deutsch­lands seitens der Amerikaner zur Folge haben werde. Man werde daraus 'pen Wert des deutschen Elements unter den Amerikanern besser würoigen lernen. Der Bürgermeister von Chicago erließ eine Bekanntmachung, worin er für Montag den Besuch des Prinzen ankündigt und zur Ausschmückung der Häuser nut deutschen und amerikani­schen Fahnen ausfordert. Ein starker Sturm wüteit in einem großen Teile Nordamerikas, der Dächer abreißt und namentlich in den Küstenstädten schweren Schaden ver­ursacht.

Den Abschluß des Besuches des Prinzen Heinrich in der Bundeshauptstadt bildete am Wend des 28. Febr. ein S,taatsdiner in der deutschen Botschaft. Der Prinz saß zwischen der Frau des deurschen Adarine- attachees Rebeur-Paschwitz und der Gemahlin des Ober­richters Fuller.

Aus Stadl unS Kurä.

Nachrichten von allgemeinem Imeresje jmv uns slets willkommen und werden augemcfjeu honoriert.

Gießen, 1. März 1902.

** Von der Universität. Wie auswärtige Blätter hören, ist als Nachfolger des Geheimrats Löh le in auf den Lehr­stuhl der Gynäkologie an der Landesuniversität der ordenll. Professor Dr. v. Herff in Basel berufen worden.

** Handelsrviffenschaftliche Vorträge. Wie uns Herr Prof. Dr. Biermer mcktelll, wird er in Ntainz nicht u. a. über Bodenreform" sondern über Börsenwesen undBörsen- reform reden.

** Die Abgg. Gras Oriola und Genossen haben, wie wir bereits vorgeslern mttterlten, eine Anfrage an die Regierung gerichtet betr. die Getreidezölle. Dieselbe lautet im Wortlaut:

i-ßJeldje xoteüung nimmt die Großh. Regierung zu der Forde­rung der hessischen Lanbroirlschaft aus Erhöhung der m der Borlage des Zolltarifgejetzes enthaltenen Al i n l rn a l z o 11 e sür Getreide em? Und ist die Jtegierung bereit, auf Erhöhung oicier Zolle un Bundesrat mttzuwirten?"

Dte Anfrage tragt 1« Unterschriften.

** Handwerfcrvcrsamnilung. Emer Einladung des Vor­sitzenden der Handwerkskammer -Hessens, Falt-Mcnnz fol­

gend, yatte sich am letzten Montag eine große Anzahl Handwerker aus Gießen und Vertreter der Ortsgewerbevereine des Kreises Gießen im Saale des Hotel Einhorn eingefunden, um hauptsächlich über die Frage der zukünftigen Gesellen­prüfungen zu beraten. Das Referat hatte das Mitglied der Kammer, L a u h - Darmstadt, übernommen. Nachdem der Vorsitzende die Anwesenden begrüßt hatte, wurde zunächst die Präsenzliste festgestellt. Sämtliche gewerbliche Vereinigungen, Innungen und Ortsgewerbevereine des Kreises Gießen waren vertreten, mit Ausnahme des Ortsgewerbevereins Steinbach. Darauf referierte Lautz-Darmstadt in fast einstündigem Vortrage über die nunmehr nach gesetzlichen Vorschriften vor­zunehmenden Lehrlingsprüfungen. Ausgehend von dem Ge­danken, daß, wenn man den Gewerbestand haben wollte, zu­nächst da anzufangen sei, wo die erste Ausbildung geschehe, besprach er an Hand der vom Ministerium erlassenen Prüf­ungsordnung die demnächstigen Gesellenprüfungen, die in einem abzulegenden Gesellenstück, soweit sich das Gewerbe dazu eignet, und in einer Arbeitsprobe bestehen wird, woran sich eine theoretische Prüfung schließen wird. Die zukünftigen Gesellenstücke sollten keine sog. Bravourleistungen sein, sondern hauptsächlich solle darauf Wert gelegt werden, daß der Prüf­ling die Arbeit selbständig und allein ausführt. Bet der theoretischen Prüfung sei Wert auf die Kenntnis der Roh­materialien, Berechnung derselben und allgemein geschäftliches Rechnungswesen zu legen. Auch über die den Prüflingen zu gebenden Noten und die entstehenden Kosten sprach der Redner. Mit dem Wunsche, daß die Lehrlingsprüfungen zur Hebung des gesamten Handwerks beitragen möchten, schloß Lautz seinen lehrreichen Vortrag. In der anschließenden Diskussion bemängelte Scherff-Lich, daß der Ortsgewerbe­verein Gießen nach seiner Ausschreibung zwecks Anmeldung zur Lehrlingsprüfung diese unentgeltlich vornehmen wolle, wahrend § 15 der Prüfungsordnung hierfür eine Gebühr von 3 Mk. vorschreibe. Hauptlehrer Traber - Gießen erwiderte, daß der hiesige Ortsgewerbeverein von dem Standpunkt aus­gegangen sei, es den jungen Leuten so leicht als möglich zu machen; später könnten andere Bestimmungen getroffen werden. Falk stellt fest, daß das den gesetzlichen Bestimmungen nicht entspreche; hierdurch würden Ungleichheiten hervor­gerufen, da nicht alle Prüfungsausschüsse und Ortsgewerbe­vereine sich das erlauben könnten. Dies müsse deshalb ver­mieden werden. Aus der Mitte der Versammlung wurde noch eine Reihe von Anfragen an die Herren Falk und Lautz gestellt, die diese in sachlicher Weise beantworteten. Herr Traber sprach am Schluß der Verhandlungen den beiden Herren den Dank der Versammlung für ihre Thätigkeit im Interesse des Handwerks aus.

** Juristische Fakultätsprüfung. Die Mel­dungen zu ver in Gießen stattfindenden juristischen Fakul­tätsprüfung sind mit den vorgeschriebenen Belägen bis spätestens zum 16. April bei dem Dekan der juristtschen Fakultät, Dr. Biermaun, einzureichen. Die schriftliche Prüfung beginnt am 21. April,vormittags 81/2 Uhr; eine besondere Ladung hierzu ergeht nicht.

** Prälat D. Habicht hat aus Anlaß seiner achtzig­jährigen Geburtstagsfeier folgende Schenkungen gemacht: Dem Psarrwaifenverein des Landes 100 ML, der Prälat D. Köhler-SchmitbHabicht-Stiftung 100 ML, dem Verein gegen Verarmung und Bettelei dahier 50 ML, der Mathilden- sttftung für Starkenburg 50 ML, der Volksküche dahier 50 Mark und dem hessischen Hauptverein der Gustav Adolf- Stiftung 50 ML

** Konzert. Die Promenadenmusik in der Südanlage fällt morgen aus.

Zur Bodenreform. Unser Herr Les.-Mitarbeiter schreibt uns zu der Erwiderung des Herrn Krumm:Daß Herr Krumm so großen Wett darauf legt, nicht als Gegner einer gesunden Bodenreform zu erscheinen, freut mich umsomehr, als eine derartige Einsicht bei seinen Parteigenossen sonst selten zu finden ist, und wenn ich ihn dann verkannt habe, so soll es mir leid thun. Wundern kann er sich aber eigentlich darüber nicht. Es haben sehr viel Leute den Kopf geschüttelt, und sich gefragt, wie grade Herr Krumm dazu gekommen ist, den bei der Bildung der Baudeputation seitens des Stadtoorstandes aufgestellten Grundsatz, Interessenten aus­zuschließen, einerseits zu beanstanden. Es entsprach nur meiner guten Meinung, die ich von Herrn Krumm hege, wenn ich ihm lieber einen Mangel an Erkenntnis der Trag­weite der Sache, als eine Neigung, Erwerbsinteressen zu ver­treten, zutraute. Demgegenüber hätte Herr Krumm wohl auch mit dem Vorwurf derLeichtfettigkeit" etwas vorsichtiger umgehen dürfen. Dem in der anderen Zuschrift inbetreff einer guten Gemeindepolitit ausgesprochenen Gedanken kann ich nur ganz und gar zustimmen. Grade die Frage der Bodenreform ist dazu berufen, Angehörige der verschiedenen Patteien um sich zu sammeln und zu gemeinsamem Vor­gehen zu vereinigen. Dafür muß aber erst noch viel Auf­klärungsarbeit an der öffentlichen Meinung gethan werden, und zweifellos könnte da ein Mieter verein gute Dienste thun.

Die Jagdverpachttmgeu in unserer Umgegend sind nun ziemlich beendet, und es ist interessant, die uns bekannt ge­wordenen Mehreinnahmen der Gemeinden bei den Neuver­pachtungen neben emanber zu stellen. Es erhalten pro Jahr an Jagdpachten mehr: Staufenberg 425 Mark, Leihgestern 705, Reiskirchen 395, Climbach 84, Rödgen 350, Annerod 200, Geis-Nidda 404, Londorf 5, Kesselbach 30, Goebelnrod 432, Wieseck 265, Naunheim b. Wetzlar 296, Altenbuseck 510, Langgöns 840, Nonnenroth 475, Burg- Gemünden 175, Schwarz 153, Wahlen 320, Bermuthshain 165, Allendorf-Lahn 140, Ober-Steinberg 85, Langd 169, Lützellmden (Markwald) 110, Oppenrod 110 und Mainzlar 225 Mark._______________________________________

Vermischtes.

* Ein Lawinenunglück. In Tellaride (Colorado) zerstörte eine Lawine den Oberbau der Libertybell Bergwette. Später ging eine weitere Lawine nieder, die 4 0 M a n n be­grub, die Rettungsversuche bei den Opfern der ersten Kata­strophe machten. Der Mensch en vertust bei dem ersten Lawinensturz beträgt vielleicht 30.

Landwirtschaft.

Warnung für Landwirte. In Nr. 37 liniere Blattes warnten wir die Landwirte vor dem Bezug der so- en. .. i

surter P 0 udrett e". Wir machen daraus a t , i

diese Frankfurter sogen.Poudrette", die weiter nichts ist als der getrocknete Schlamm der Frankfurter Klärbeckenanlage, n i ch t ver­wechselt werden darf mit der Bremer Poudrette, welche als Düngemittel von hervorragender Bedeutung bekannt ist. Geg. Hof­rat Pros. Dr. Paul Wagner veröffentlicht deshalb eine Erklärung, in der es u. a. heißt:An die Verwaltung der Klärbeckenanlage der Stadt Frankfurt habe ich das dringende Ersuchen gettchttt, das von ihr in den Handel gebrachte, so überaus geringfügige Erzeug­nis fortan nicht alsPoudrette" aus Klärbeckenschlamm zu be­zeichnen. UnterPoudrette" versteht man ganz allgemein und ganz ausschließlich ein Düngemittel, welches durch Verarbeitung von frischem Abtrittdünger hergestellt ist und mindestens 7 pCt. Stickstoff enthält, wie denn auch im Landwirtschaftlichen Kalender von Mentzel und v. Lengerke in der Tabelle über die mittlere Zusammen­setzung der DüngemittelPoudrette" ohne jede wettere Bezeichnung aufgeführt und mit einem Gehalt von 7,4 pCt. Stickstoff angegeben ift Es ist durchaus unstatthaft, und es führt nur au einer Täuschung des Publikums, wenn man getrockneten Klärbeckenschlamm, der noch nicht den zehnten Teil von Düngewett der Bremer Poudrette auf- weist, ebenfallsPoudrette" nennt.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurt a. M.. 28. Febr. Die Frankfurter Hypotheken­bank verteilt auch für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 9 Prozent.

Frankfurter ASbestwerke vorn». Louis Wertheim, Frankfurt a. M. Dividende ist mit 8 Prozent in Aussicht ge­nommen gegen 12 Prozent im Vorjahre.

Neue Gründung. Es verlautet, daß die Ehokolade- fabrik Gebr. Stollwerck in Köln in eine Aktiengesellschaft um« gewandelt werden soll; wie es heißt, imter Mitwirkung der Darm­städter Bank.

Märtte.

Gießen, 1. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmattt kosteten: Butter pr. Pfund 0,901,00 Mk., Hühner­eier pr. Stück 78 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 512 Pf., Käsematte 2 Stück 00 Psa., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 1,001,20 Mk., Hühner pr. Sttlck 1,201,80 Mk., Hahnen pr. Stück 1,301,80 Dck., Enten pr. Stück 2,402,80 Mk., Gänse pr. Md. 0000 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6676 Pfg Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Psg^ Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 6066 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,500,00 Ack., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,508,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Äepfel per Psd. 915 Pfg., in Körben 1215 Pfg. Trauben 3550 Pfg.

Dauer der Matttzett von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Matttzett darf nicht im Umherziehen fellgeboten werden.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die noch ungepflafterten Bürgersteige des zwischen Ludwig- und Ebelsttaße sich erstreckenden, fast vollständig ausgebauten Teiles der Liebigstraße, welche, abgesehen von dem Verkehr der zahlreichen Anwohner, täglich auch von einer großen Anzahl der nach Hun­derten zählenden Arbetter der nahegelegenen Falnttken re. frequen­tiert werden, befanden sich, wie dies bei nur wenig feuchtem Wetter stets der Fall ist, in den letzten Tagen wieder in einem Zustande, der ein Passieren derselben, zumal für Damen beinah^zur Unmög­lichkeit machte. Würde der Liebigstraße nur die Halste der liebe­vollen Aufmettsamkeit seitens der befugten Organe zu teil, welche der benachbarten Wllhelmssttaße in ihrem südlichsten, noch saft unbebauten Teile unverdienter Weise gewidmet wird, so wäre einem Uebelstande abaeholfen, welcher für die beteiligten Steuerzahler ein nicht geringes Aergernis bildet.

Baldige und durchgreifende Abhllfe ist hier bringend not- wendig. civis.

Briefkasten.

Wilh. Keller'fche Druckerei Emil Bounuert. Unter Bezug­nahme auf Ihre gestrigeAufklärung", der übrigens, nach einem Schreiben des Vorstandes des hiesigen Detaillistenvereins an mich, dieser Verein, was mir von öffentlichem Interesse zu sein scheint, ernsteht, habe ich heute folgende chatsächliche Berichtigung Herrn Redakteur Spieß zugesandt:

Gießen, den 28. Februar 1902.

An

die Redaktton derGießener Neueste Nachttchten". Herrn Aug. Spieß, verantwort!. Redakteur.

Der ArtllelZur Aufklärung" in Nr. 48 der G. N. N. ent­hält Unrichtigkeiten, von denen ich folgende auf Grund des § 11 des Preßgesetzes richtig zu stellen ersuchen muß:

1. Am Kopfe der G. N.N. heißt es: 4 Pfennig per Millimeter bei einer Spaltenbreite von 50 mm. Ta die der Berechnung zu gründe liegende Petttzeile 3 mm hoch ist, kostet dieselbe 3x4 ober 12 Pfennige.

2. Die Angabe, daß die Anzeigenzelle der G. N. N. 50 mm breit fei, ist falsch, sie ist nur 45 mm breit, d. h. so breit, rote die Anzeigenzelle des Gießener Anzeigers.

Hochachtttngsvoll

R. Lange,

_, Verleger des Gießener Anzeigers."

Ihre wetteren Behauptungen sind eben 0 falsch und fallen ohne weiteres in sich zusammen. Es erübrigt sich nur noch, darauf hinzu weisen, daß ich für den neuesten Moffe'fchen Zeitungskatalog im ^uli v. I. die Auflage des Gieß. Anz. angab. Die gegen- roartige Auslage beträgt genau 7900 Exemplare. Uebttgens liegt eine Entscheidung des Reichsgerichts vor, der zufolge eine eoent. Probenummer-Anzahl nicht der Auflage-Ziffer, die öffentlich annn111^ gegeben wird, einzurechnen ist. Wenn also eine Zeitung 3000 Exemplare druckt und 1200 Probenummern vertreibt, so ist die Auflage, dem Gesetze betr. den unlauteren Wettbewerb zu- folge,^1800. ______________R. Lange.

Telephonischer Kursbericht.

8/ao/o Reicheanleihe 3% do.

81 /,% Konsole . .

3% do. ....

SVgO/n Hessen

3% Hessen ... * 4% Oesterr. Goldretne .

4' 2% Oesterr. Silberrento 4% Ungar. Goldrente .

40/ Italien. Rente .

4'2% Portugiesen . * h0/ Portugiesen. .

1% C. Türken ...

Türkenlose . .

4% Grieoh. Monopol -A*nl. äussere Argentiner

Frankfurt a. 2L«, 102.10 3j/q Mexikaner

. 93.05

. 101.05

. 92.70

. 100.35

4,/sVo Chinesen . , Electric. 80backert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit.

. 103.10 Darmstädter Bank .

101.60 Dresdener Bank . .

. 101.25

. 100.80

. 42.00

. 28.25

. 28.15

. 115.00

45.50

Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Lombarden . . , Gotthardbahn . , . Laurahütte . . . . Bochum.....

Harpener . . . .

Tendenz: ruhig.

1. März.

. . 26.75 . . 91.80 . . 123.- * ' 220*90 . . 196.30 . . 139.90 . . 138.10 . . 153.90 * . 145.50 . . 17.40 . . 169.30 . . 203.00 . . 199.90 . . 164.00

Neueste Melsungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

S. Darmstadt,l. März. (2. Kammer.) Die Budget- deratung wird fortgesetzt bei Hauptabt. 5Direkte Steuern, Regalien und Einnahmen aus verschiedenen Quellen". Auf Antrag Mplthans wird die Beschlußfassung über Tit. 1 dieses Kapitels,Einkommen- und Vermögenssteuer", bis zur Beratung des FinanKgesetzes ausgesetzt. Kprell bean- tragt, einem früheren Beschluß der Kammer entsprechend JjUOO Mark für Vergütung von Stempclgebühren und ebenso die angesetzten Beträge für Tagegelder der Bezirks-