Ausgabe 
1.3.1902 Viertes Blatt
 
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Neueste Mewmigrn.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Chemnitz, 28. Febr. DerChemn. Allg. Ztg " wird von uverlässiger Seite (also offenbar von dem Bismarck-Litteraten Prof. Horst Kohl in Chemnitz. D. Red. des Gieh. Auz.) be- richtet, daß der dritte Band der Bismarck'schen Memoiren von hochstehender Seite um einen hohen Preis im Manuskript angekauft worden ist und infolgedessen nicht erscheinen wird.

London, 1. März. Beim Burenangriff auf den Convoi rer Donop'scheu Abteilung am 24. Februar wurden sechzehn englische Offiziere und 451 Mann gefangen, wovon 1 Offizier und 105 Mann freitjkgeben wurden. Tie Zahl der britischen Toten wird auf 120 geschätzt.

Paris, 1. März. Der Ministerpräsident Waldeck- Rousseau ist abends infolge Znsammenstoßens seines Wagens mit der Straßenbahn ernstlich verletzt worden.

Paris, 1. März. Waldeck-Rousseau wohnte gestern abend einem Festmahl der Prcffe bei. Er hielt dort eine Rede, in der er die bevorstehende Wahl-Kampagne besprach. Beim Heimwege stieß sein Wagen mit einem Wagen der elektrischen Straßenbahn zusammen. Der Ministerpräsident erlitt starke Kontusionen und Verletzungen durch Glassplckter. Das Pferd res Wagens wurde getötet. Waldeck-Rouffeau konnte sich bald mit einer vornberfahrenden Droschke ins Ministerium zurück- Gegeben. Er wird einige Zeit völliger Ruhe bedürfen. Die Aerzte befürchten keine Komplikationen.

Gerichtssaal.

Der Prozeß wegen der , angeblichen Aeußerungen des KaiserszurDuellfrage, der gegen den früheren Redakteur Groll von derPotsd. Ztg/', den Verleger Fritz Stein und den stellvertretenden Stadt­verordnetenvorsteher Geh. Rechnungsrat Steinbach zum 12. März vor der Potsdamer Strafkammer ansteht, wird mög­licherweise nicht statt find en. Es ist jetzt der eigent­liche Urheber der Mitteilungen ermittelt worden. Ein Regierungsassessor und Reserveoffizier soll die an­geblichen Aeußerungendes blaisers, die bei eiüer anderen Gelegenheit und bei einem anderen Regiment gethan sein sollen, verbreitet haben. Dieser Herr ist versetzt worden. Infolge dessen haben in den letzten Tagen Verhand­lungen wegen Zurücknahme des vom Generalkommando des Gardekorps gestellten Strafantrages stattgesurrden, die Er- olg versprechen; man hofft, einen geeigneten Modus für enie Erklärung zu finden, durch welche allen Teilen Genüge geleistet wird.

* Man verlange überall:

©eüis vorzügliche Kronen-Papier-Wäsche jnd achte beim Einkauf auf die nebenstehende Schutzmarke.

Aolltarifkommissto».

Berlin, 28. Febr.

Die Zolltarifkommisfion beriet die Position 7: Mais u. Dari 4 Mk. Abg. Herold (Ztr.) beantragte eine Er­höhung auf 5 Mk., Abg. Go tHein (fr. Vg.) eine Herab­setzung auf 2 Mk., Abg. Müller-Meiningen (fr. Vp.) eine solche auf 1 Mk. Abg. Beb e l (Soz.) beantragt Zoll- frei h e i t. Müller - Meiningen (fr. Vp.) begründet seinen Antrag mit _ der Notwendigkeit der Berücksichtigung der Viehzucht, besonders der kleinbäuerlichen Schweinemast und Geflügelzucht. Abg. Gamp (Np.) bestreitet dies und be­merkt: niedrige Maiszölle drücken ev. den Haferpreis. Tie Kommission beschließt mit 14 gegen 13 Stimmen, den Mais zoll auf 5 Mark zu erhöhen. Bei Position acht (andere nicht besonders genannte Getreide­arten) wird der Zollsatz der Regierungsvor­lage in i r 11/2 M a r k g e n c h m i g t, nachdem der Antrag Gothein (1 Mk.) abgelehnt worden ist. Tie Kommission nimmt sodann die Anmerkung der Vorlage zu den Posi­tionen 18 an, wonach für Getreide in Garben die Hälfte des Zolles zu entrichten ist unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags auf' Zollfreiheit der Garben. Die Kommission beriet sodann die Position 9: Malz (ausgenommen gebrannter und gemahlener) aus Gerste 6.25 Mk. und aus anderem Getreide 9 Mk. Abg. Herold (Ztr.) beantragt statt dessen 10.50 Mk. und 11 Mk., Graf Kanitz (kons.) 10.25 Mk. und 11 Mk. Abg. He­rold will außerdem den Minimalsatz gleich dein 11/3 fachen Betrage des Zolles, für die Getreideart, woraus das Malz gewonnen ist, plus 1 Mk. festgesetzt sehen. Staatssekretär v. Thiel mann bezweifelt die Richtigkeit der Berech­nungen des Abg. Herold. Dr. Müller- Meiningen (fr. V.) beantragt einen Malzzoll von 4 Mk. bei 2.25 Gerstenzoll im Interesse der Brauereien. Abg. v. Kardorf f (Np.) er­klärt die Minimalzölle des Malzes und Mehles für ent­behrlich, wenn die Regierung versichert, bei den Handels­verträgen die Malzzölle entsprechend den betreffenden Ge­treidezöllen einzusetzen. Nächste Sitzung am Dienstag.

Wie eine Korrespondenz meldet, werden die Parteien der Rechten die Sätze des Kompromisses Herold füglich fallen lassen bis auf die Erhöhung des Weizen­zolles auf 6 Mk. und des Gerstenzolles auf 4 Mk., wobei betreffs letzterer Erhöhung vielleicht auch noch nach­gegeben wird, da die Verhandlungen mit Oesterreich schon ziemlich vorgeschritten zu sein scheinen, und Gerste daher eine große Rolle spielt. Macht die Regierung be­treffs der Getreidezölle aber keine Konzessionen, dann be­absichtigen die Parteien der Rechten einzelne Ermäßig­ungen der Jndustriezölle durchzusetzen.

Abg. Mior new eg (natL): Was die von dem Abg. Haas geäußerten Schmerzen anlange, so komme für das Konsortium vor allem in Betracht, daß die geplanten Schmalspurbahnen mit geringeren Bau- und Betrieoskosten verknüpft seien. Es könne nur ein Netz in Betracht kom­men , das einheitlich ausgebaut sei. Die Interessen der Interessenten seien durch die Schmalspur vollständig ge­wahrt; er habe bis jetzt wenigstens noch keine Stimme jegen. das Projekt gehört. Finde sich ein Unternehmer ür eine Bollbahn, dann trete das Konsortium zurück.

Sodann findet Abstimmung über den Ausschußantrag (s. oj statt. Derselbe wird einstimmig angenommen.

Schluß 12 Uhr 45 Min. Nächste Sitzung Samstag Uhr. i

Kani>umtschaft.

Das Vorkommen von Viehseuchen in Oberhesseu während des Monats Januar 1902. Milz­brand wurde festgestellt in Ruttershausen und Ettings­hausen, Kr. Gießen, in Pohl-Göns, Ober-Eschbach und Kirch-Göns, Kr. Friedberg, und zwar m letztgenanntem Ort bei 2, in den übrigen je bei 1 Rind. Rauschbrand wurde festgestellt in Gröningen, Burkhardsfelden und Steinheim, Kr. Gießen, bei 2 Schafen und 1 Rind, in Büdingen und Rohrbach, Kr. Büdingen, je bei 1 Schaf, in Hopfmannsseld, Kr. Lauterbach, und in Eschenrod und Ober- Lais, Kr. Schotten, je bei 1 Rind. Schweinerotlauf wurde estgestellt in Lich, Bettenbausen und Leihgestern, Kr. Gießen, je bei 1, ur den Orten des Kreises Büdingen: Echzell bei 1, Nidda und Glaub­zahl je bei 2 Schweinen. Die Maul- und Klauenseuche wurde festgestellt und herrschte am Schluß des Aionats fort in Utphe, Kr. Gießen, m Okarben und Nieder-Wöllstadt, Kr. Friedberg.

Darmstadt habe sich nicht des Erwerbes willen auf das Projekt eingelassen, sondern es fei eine bittere Notwendig­keit gewesen, um die gewünschte Abänderung der Verhält­nisse der Innenbahnen erreichen zu können. Nur deshalb habe man in den sauren Apfel beißen müssen, wenn er auch nicht verkenne, daß diese Bahnen in Zukunft für die Ge­schäftswelt Darmstadts vielleicht von großem Vorteil sein würden. Tie Linie Griesheim-Oppenheimer Pfad sei für = Darmstadt am wenigsten notwendig, und deshalb habe man im Vertrage mit der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft be- : stimmt, daß mit der Ausführung erst begonnen werden solle, wenn die anderen bereits vollendet seien. Wenn di.' betr. Geincinden recht bald eine Ausführung dieser Linie wünschten, so möchten sie mit Zuschüssen zu dem Bau kommen, da in vielen Fällen das Interesse der kleinen Gemeinden an der Bahn größer sei als umgekehrt. Der Vertragsabschluß zwi.chen den beiden Kontrahenten werde wohl heute noch perfekt, und die förmliche Vorlage an die Regierung werde in nächster Zeit erfolgen. Er bitte die Regierung um wohlwollendes Entgegenkommen und ersuche die Kämmer, die Vorlage nicht von der Hand zu weisen.

Abg. Bähr (fr. w. V.): Tie Mißstände hinsichtlich der Milchbeförderung, die der Abg. Wolf zur Sprache ge­bracht habe, seien auch in Oberhessen vorhanden. Er bitte die Regierung dringend, hier Abhilfe zu schaffen. Auf der Bebra-Strecke seien fast keine Raucherabteilungen 3. Klasse vorhanden; hier müsse unbedingt Wandel geschaffen wer­den. Er wünsche ferner, daß verschiedene Ueberfahrten über den Bahndamm verbessert werden; bei dem Uebergang bei Rohrbach müßten die Leute manchmal dreiviertel Stunden warten, bis die Barriere geöffnet werde. Dann habe man verschiedene Fußkvege längs des Bahndamms abgesperrt, so bei Ranstadt; dies sei früher nicht der Fall gewesen. Weiter habe man, entgegen den Wünschen der Bevölkerung, bei der Strecke Stockheim-Vilbel die Bahn mitten durch die nur 400 Morgen große Gemarkung Höchst gelegt. Da­durch würden die Leute zur Feldbereinigung gezwungen. Weiter bring,ei er in empfehlende Erinnerung die Bahn BüdingenOber-Seemen, hinsichtlich derer er die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe, sowie die Strecke Reichels­heimFürth. Er werde es dankbar begrüßen, wenn diese Sache einmal aus der Welt geschafft und dieser hessische. Schwabenstreich endlich beseitigt werde.

Abg. Schönberger (natL): Tie Strecke Reichels­heimFürth sei eine alte Angelegenheit, die schon längst ihre Erledigung hätte finden müssen. Der frühere Finanz- minister Küchler habe darauf hingewiesen, daß es unbe­dingt nötig sei, die diesbezüglichen Schwierigkeiten zu be­seitigen. Sein Nachfolger nehme heute eine andere Stell­ung ein; sein Prinzrp sei, die Nebenbahnen seien dazu be­stimmt, nur Zusuhrstraßen zu den Hauptbahnen zu bilden. Aber hier liege der Fall doch ganz anders; hier könne dies bei der geographischen Lage nicht in Anwendung kommen. Die Strecke sei nur 8 Kilometer lang und bereite keine besonderen Schwierigkeiten. Die Kammer habe wiederholt für den Durchbau gestimmt. Inzwischen seien viele Bahnen beschlossen und gebaut worden, diese Strecke aber harre immer noch der Ausführung. Die Bevölkerung des Ger- sprenzthales erwarte von der Einsicht der Regierung, daß sie die Gelegenheit wahrnehme, den berechtigten Beschwer­den abzuhelfen. Erft müsse diese Linie gebaut werden, und dann erst tote Linie BensheimLindenfels. Es sei unbegreiflich, weshalb sie nicht schon lange ausgeführt sei.

Abg. Euler (natL): Allgemein werde anerkannt, daß vor allen Dingen die Linie BensheimLindenfels aus- gebaut werden müsse; hierbei seien große industrielle Werke zu berücksichtigen, die andernfalls nicht mehr zu kon- ürrieren in der Lage seien. Infolge der großen Steigung ei allerdings nur an eine schmalspurige Bahn zu denken; aber man erspare dadurch 60 000 Mk. und habe geringere Betriebskosten.

Abg. Weidner (fr. w. V.): Er müsse nochmals auf die angeführten Mißstände zurückkommen, da die Antwort des Ministerialrats Ewald ihn nicht befriedigt habe. Es handle ich hier nicht darum, Erhebungen anzustellen, sondern die bestehenden Mißstände zu beseitigen. Er richte das drin­gende Ersuchen an die Regierung, nicht zu zögern, sondern dies strikte von der preußischen Regierung zu verlangen und nicht das Wortthunlichst" wieder in Anwendung kommen zu lassen.

Abg. Haas-Darmstadt (natL): Bezüglich der Linie PfungstadtGernsheim sei es der dringendste Wunsch der Interessenten, daß die Linie als Vollbahn ausgebaut werde. Der Abgeordnete Morneweg habe erklärt, daß das Kon- ortium beabsichtige, die Lime EberstadtPfungstadt zu er­werben. Er frage an, ob man beabsichtige, diese Vollbahn dann ebenfalls in eine Schmalspurbahn umzuwandeln.

Finanzminister Gnauth: Mit kurzen Worten wolle er auf einige Punkte zurückkommen. Bezüglich der Linie StockheimVilbel könne er den Abgeordneten Bähr be­ruhigen; man sei lediglich durch technische Gründe ge­zwungen gewesen, die Bahn durch die Gemarkung Höchst zu legen; außerdem sei im Vertrag mit Preußen bestimmt gewesen, welche Strecke von Hessen und welche von Preußen gebaut werden solle. Durch die Verlegung der Strecke hätte man die ganze Grundlage des Vertrages erschüttert. Be­züglich ber. »geplanten Strecke BüdingenOber-Se.emen werde er sich freuen, wenn sich ein Privatunternehmer inde; er werde dann sofort mit der Novelle zur Bewrllig- ung des Üblichen Staatsbeitrags pro Kilometer folgen. Was die Bahn ReichelsheimFürth anlange, so sei die Sache pruchreif, soweit es die Regierung angehe. Die übrigen ' Bedenken werde wohl der Abgeordnete Morneweg zer- 1 treuen. Im allgemeinen blicke er mit Befriedigung auf den Verlauf der heutigen Debatte zurück. Er habe den Eindruck gewonnen, daß man sich im Hause davon über­zeugt habe, daß man in der Nebenbahnfrage mehr mit Selbsthilfe vorgehen müsse und nicht immer Staatshilfe . verlangen dürfe. Derartige Unternehmen müßten aus der eigenen Kraft und Initiative der Gemeinden selbst her vor­gehen; an dem üblichen Staatszuschuß werde es dann nicht ehlen.

Hessischer Landtag.

Zweite ycsstsche Ständekammcr.

86. Sitzung.

Darmstadt, 28. Febr.

Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 9.15 Uhr.

Am Regierungstisch: Staatsminister Rothe Exz., Justiz­minister Dittmar Exz., Finanzminister Gnauth Exz., Geh. Staatsrat v. Krug, Ministerialrat Ewald, Geh. Oberfinanz­rat Tr. Becker.

Es wird mit der Beratung des Budgets fortgefahren.

Zu Kapitel 10: Staatseisenbahnen bean­tragt der Ausschuß: in Einuahme 11 211539 Mark, in Aus­gabe 265 000 Mart zu bewilligen.

Abg. M 0 l t h a n (Ztr.) fragt an, wie weit die Bahnen GriesheimGustavsburg und HetzbachBeerfelden sowie die Sensthalbahn gediehen sei.

Finanzminister Gnauth erwidert, daß wir der Ver­wirklichung der betr. Projekte immer näher rückten.

Abg. Frenay (Ztr.) erklärt sich im allgemeinen mit den Ausführungen des Finanzministers einverstanden. Er regt die Schaffung besserer Verkehrsverhältnisse au der Bahn Mainz Mombach an und wünscht eine direkte Straße nach dem neu zu schaffenden Bahnhof.

Abg. Weidner (fr. w. V.): Er müsse hier einen Miß­stand auf der Linie GedernStockheim öffentlich zur Sprache bringen. Auf dieser Strecke laufe ein Wagen mit zweiter und dritter Klasse, und man habe dieses sog. Abteil zweiter Klasse in der Weise hergestellt, daß man auf die Sitze dritter Klasse Polster gelegt habe. Zudem sei dieses Abteil noch als für Nichtraucher bezeichnet. Hier sei dringend Abhilfe notwendig.

Abg. David (Soz.) wünscht die Wiedereinführung der Sonntagskarten von Mainz nach Frankfurt und be­mängelt die verkürzte Sonntagsruhe der Rangierer bei den Staatsbahnen.

Ministerialrat Ewald: Die hessische Regierung habe sich nicht mit der Aufhebung der Sonntagskarten auf allen Strecken bei Einführung der verlängerten Giltigkeitsdauer der Rückfahrkarten einverstanden erfiärt. Tie geäußerten Wünsche der hessischen Regierung seien bereitwilligft erfüllt worden, soweit dies thunlich gewesen fei. Tabei sei von dem Prinzip ausgegangen worden, nur Sonntagskarten nach Orten mit landschaftlichen Schönheiten zu gewähren, nicht aber nach Städten. Die hessische Regierung sei daher nicht in der Lage, weiter daraus bestehen zu können. Be­züglich der Sonntagsruhe sei er heute nicht imstande, Zahlen geben zu können.

Abg. Erck (nl.) bringt ebenfalls die Mißstände auf der Strecke GedernStockheim zur Sprache und verliest eine diesbezügliche Eingabe an die Betriebs-Inspektion. Weiter müsse er auf den schlechten Zustand der Fußsteige an den Bahnhöfen Stockheim und Ranstadt aufmerksam machen. Die Arbeiter der Zuckerfabrik Stockheim seien durch den unpassierbaren Weg gezwungen, einen vierfach weiteren Weg zu machen, wenn sie nicht bis an die Knie im Wasser waten wollten. Baldige Abhilfe sei hier un­erläßlich.

Ministerialrat Ewald: Die von dem Abgeordneten Erck vorgebrachte Sache werde Gegenstand einer besonder en Anfrage bilden, da die Verhandlungen darüber noch nicht zum Abschluß aebrcucht seien. Die Frage der Personenwagen werde voraussichtlich baldigst geregelt werden.

Finanzminister Gnauth: Die Abgeordneten, die einzelne Lokalwünsche äußerten, möchten in Zukunft dafür Sorge tragen, daß, wie dies auch bet den anderen Par- lamenten der Fall sei, die Regierung ein paar Tage vor­her davon benachrichtigt werde. Die Regierung könne diese einzelnen Sachen nicht alle im Kopfe haben. Durch diese Praxis werde man bessere Resultate erzielen. Was die verzögerte Herstellung der Linie WeinheimViernheim Lampertheim anlange, so liege dies an den betreffenden Gemeinden selbst, die sich über die Kosten des Gelände­erwerbs nicht hätten einigen können.

Abg. K 0 rell (fr. w. V.): Mit Rücksicht auf die hohe Bedeutung der Linie AlsfeldHers seid für Oberhessen wolle er die erneute Aufmerksamkeit auf dieses Schmerzenskind lenken. Er frage bei der Regierung an, ob sie in dieser Beziehung weitere Verhandlungen mit der preußischen Re­gierung gepflogen habe. Man dürfe hier nicht Nachlassen, denn steter Tropfen höhle den Stein.

Abg. H aas - Darmstadt (nl.): Bezüglich der im Neben­bahngesetz von 1899 genehmigten Linie PfungstadtGer ns- heim habe die Stadt Darmstadt im Einvernehmen mit der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft beschlossen, diese Linie als Schmalspurbahn auszubauen. Dadurch sei eine gewisse Beunruhigung in der Bevölkerung hervorgerufen worden. Vielleicht hätten die Vertragschließenden ein Ein­sehen, wenn statt dem Staatszuschuß von 15 000 Mark ein solcher von 20000 Mark pro Kilometer bewilligt werde.

Finanzminister Gnauth: Tem Abg. Korell müsse er entgegnen, daß seitens der Regierung nur Interesse an der Ausführung der Bahn AlsfeldNieder-Aula vorhanden sei, und man sei der Sache durch Verhandlungen mit Preußen neuerdings wieder näher getreten. Was die Be­schwerden des Abgeordneten Haas an lange, so warte man immer noch auf einen Unternehmer, der sich bereit erfläre, die Bahnstrecke PfungstadtGernsheim als Vollbahn aus­zubauen. Dieser werde jedenfalls den Vorzug vor allen anderen Konkurrenten haben. Tie ganze Frage werde ihre Lösung finden, im Zusammenhang mit den Linien nach Gustavsburg, EberstadtPfungstadt und BickenbachSee- heim.

Abg. Cramer (Soz.) bemängelt die Zusammenpferch- ung der Arbeiter in der vierten Wagenklasse, wo doch in der dritten Klaffe oft noch sehr viel Platz sei. Hier solle < man auch für ausreichende Sitzgelegenheit sorgen durch Errichtung von Toppelbänken in den Wagen.

Abg. Schmidt (Ztr.): Er habe heute eine Erörterung der Verhältnisse der preußisch-hessischen Eisenbahngemein- schaft ins Auge gefaßt; er wolle aoer für heute davon ab­sehen, und erst bei Beratung des Main-Neckar-Eisenbahn- ; Vertrags darauf zurückkommen.

Abg. Wolf (fr. w. V.) ist der Meinung, daß die Ge- < meinschaft den Wünschen des Publikums nicht in der Weise < entgegenkomme, wie dies früher bei der Ludivigsbahn der : Fall gewesen sei. Besonders auf die Milchlieferanten werde viel zu wenig Rückficht genommen. Er bitte deshalb die 1 Regierung, bei der Direktion in Mainz Schritte zu thun, um diese Mißstände zu beseitigen.

Abg. Morneweg (natL;: Tie Stadt Darmstadt und dre Süddeutsche Eisenbahngesellfchasi hätten bis jetzt bczäq- , lief) des Ausbaues des Riedbahnnetzes noch fein Konzessions- gefuef) eingereicht. Der Bau dieser Linien werde nur unter < der Voraussetzung erfolgen, daß zwei schon bestehende kleinere Linien käuflich zu erwerben seien. Die Stadt