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Nr. 257 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) 51. Oktober /1. November M2

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Aus der Stadt Gieße«.

Novembermahnung.

rubrt uns ihre nackte Armut ans Herz In ihrer me6r° 5er6Erbe ^on al- gehörten sie Lcht mehr der Erde an sondern warteten auf einen l,^ne" wieder Heimatrechte gibt.

und feierlich in den Lüf- ten. Der gleiche Sturm, der die Baume entkleidet has smgt in ihnen und macht sie zu Zeugen und Mittlern emer Botschaft an die Menschen Alles Sm ®Le ®e^mut um die Dergäng-

lichkeit Les.Lebens überwindet nur der Glaube an öu Idee. Entsagung i|t der Weg zur Bollenduna. Im Opfer beruht das Geheimnis der Wandlung m d«s Unvergängliche. Das ewige Ziel aber ist ©eiftTs arUn9 ° 5 bCC ^eg und Triumph des Im Raunen uni) Murren der Novembersturme JlraUt!ßr^an?e«!ien z7?Q9cn und in tiefschwarzen Nachten beginnt das Geheimnis zu walten und sich m denen zu entfalten, die wachen und getreuen Herzens sind. Bor ihrem inneren Auge fallen die Grenzen zwischen Leben und Tod, ihnen öffnet sich Ne ©eite unö sie wissen: der Sturm kommt von den Gräberfeldern in allen Zonen, von Flandern und von Langernarck, von Narvik und von Tobruk, er kommt aus den endlosen Steppen des Ostens der Salzgeruch des Meeres ist in ihm, die Todes'kälte der Gletscher, die Stimmen des Urwaldes und das Schweigen der Wüste. Er umbraust die Totenbur­gen in aller Welt, und in seinem Wehen brennen die Flammen des Glaubens, die sich entzündeten an dem ungelebten und doch vollendeten Leben, das m schmalen Hügeln ruht und in den Särgen der Feldherrnhalle.

Der raunende Nebelung ist die Zeit der großen Gerechtigkeit und der Heimkehr der Toten ins Ge­dächtnis und in die fortwirkende Kraft des Lebens. Nach dem Willen der Vorsehung lüftet sich in dieser Zeit der Schleier um das Unvergängliche nicht ganz, aber spürbar wird die Wirklichkeit der Kraft: es gibt keine Kraft auf Erden, die stärker ist als die Treue, die Ehrfurcht und der Glaube.

In Sturm und Stille wächst in uns wie in den leer und arm gewordenen Bäumen die große Ge­duld, die der Stunde harrt, in der die ewigen Ge­walten und Gestalten ihr Werk vollenden, zu dem sie berufen sind. (

Uns aber ist bestimmt, die Mahnung und Ver­heißung zu vernehmen und bereit zu sein. K. R.

2. November: der große llhreniag.

Am Montag, 2. November, gilt unser erster Ge­danke der Uhr, wenn wir sie nicht vorsorglich schon am vorhergehenden Sonntag um eine Stunde zu­rückgestellt haben.

Der 2. November ist ein großer Uhrentag. Da heißt es aufpassen, um nicht zur falschen Zeit an die Arbeit zu kommen. Denn die Sommerzeit wird ab 2. November nicht mehr gelten. Die Kalenderzeit tritt wieder in ihr Recht.

Die Aufhebung der Sommerzeit in den Winter­monaten ist ein Teil der Sparaktion an elektrischem Strom, die im Interesse der Kriegswirtschaft not­wendig ist. Die Sommerzeit bedeutet eine Aus­dehnung des Tages in die Abendstunden. Das ist in den Sommermonaten auch der Stromerspar­nis wegen gerechtfertigt, in denen wir lange Helle Abende haben. In den Wintermonaten ist aber der Spitzenbedarf" an elektrischem Strom am Mor­gen noch immer geringer als am Abend, wo sich alle Anforderungen an die Elektrizitätswerke zu- sarnrnen-rängen. Also muß die sommerliche Spar­aktion nach rückwärts revidiert und die Sommer­zeit aufgehoben werden.

Soldaten-Studenten in Gießen.

Während des Wintersemesters wird unsere Uni­versität wiederum, wie schon bei den vergangenen Semestern, eine große Anzahl Studenten im Ehrenkleid des deutschen Soldaten, die zur Fort­setzung ihrer Studien von der Wehrmacht beurlaubt sind, in ihren Hörsälen und Instituten vereinigen. Bei diesen Studierenden handelt es sich um junge Männer, die sich in der Kampffront für den Schutz der Heimat und für die Sicherung unserer natio­nalen Freiheit und Zukunft eingesetzt haben. Diesen Kämpfern, die vor dem Feinde allezeit bereit waren, ihre Gesundheit, ja ihr Leben für unsere Volksge­meinschaft zu opfern, gebührt unser aller Dank. Eine Gelegenheit, einen Teil dieses Dankes abzu­statten, wird unserer Bevölkerung jetzt wieder ge­boten. Für diese Soldaten-Studenten werden möblierte Zimmer gebraucht, die ihnen während ihrer winterlichen Studienzeit angenehmen Wohn­aufenthalt und Arbeitsmöglichkeit bieten. Zur Be­reitstellung der Zimmer wird heute in einem Aus­ruf des Rektors der Universität, des Kreisleiters, des Oberbürgermeisters, des Standortältesten und der Studentenschaft aufgefordert. Es handelt sich hierbei nicht um eine alltägliche Angelegenheit, sondern um einen beherzigenswerten Hinweis auf eine Gelegenheit zur Erfüllung einer nationalen Dankes- pflicht. Daher darf es auch als selbstverständlich angesehen werden, daß dieser Aufruf starken Wider­hall finden und dazu führen wird, Zimmer für diese Soldaten denn Soldaten bleiben sie auch wah­rend ihres Urlaubs zu Studienzwecken! in aJ5 reichender Anzahl zur Verfügung zu stellen. Neben dieser Bekundung unseres Dankes für verdiente Frontkämpfer wird die Bereitstellung der 3immer auch ein erneuter Beweis der innigen Sterbutwen* beit non Universität und Giesiener Bevvtterung lein, die von jeher zu den wertvollsten Traditionen unseres Gemeinwesens gehört hat.

Freiwillige für die Waffen-^.

Von der Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) erhalten wir die Mitteilung, daß wiederum Freiwilligen d e Möglichkeit gegeben ist, in die W-nsen-tt einzu­treten Di- Dioisonen der Waffen---. kämpftenaus allen Kriegsschauplätzen und stehen letzt IN noröer- ster Front im Kamps gegen den Bolschewismus^ Ihre stolzen Taten sind ein RM an die deutsche Jugend und an die wehrhaften Manner. Voll:moto­risiert umfassen die Divisionen alle Truppen, rote Infanterie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nachrich­tentruppen, Kavallerie, Panzer,ager, Flak. Krad­schützen,^ Gebirgs- und Samtatstruppen. D Was.

stellt ein: a) Kriegsfreiwillige. b> Freiwillige mit Di-nstzeitverpflichtung vom vollendeten 17 bs 15. Lebensjahr. Der Dienst m der

Wehrdienst. Bei Eignung stehen dem Frelw,lügen die Unterführer- und Führerlaufbahn sowie Son

Die Gparwoche in Gießen.

- Eine Umfrage bei den Geldinstituten unserer Stadt über die Auswirkungen der Sparwoche hat uns den erfreulichen Aüfschluß gegeben, daß diese Woche der verstärkten Werbung für das Sparen eine erhebliche Ausbreitung und Vertiefung des Spargedankens in breiten Bevölkerungsscyichten gebracht hat. Diese Intensivierung des Sparge- bantens hat auch ihren praktischen Niederschlag in gesteigerten Einzahlungen gefunden, deren Ausmaß bei den einzelnen Geldinstituten natürlich verschie- den ift und im Schlußergebnis zur Stunde noch nicht feststeht, da ja der heutige Tag noch mit zur Sparwoche zählt. Neben den verstärkten Sparein­lagen, die' an sich natürlich sehr erfreulich sind, ist die weitere Ausbreitung des Spargedankens über­haupt, die ihren Ausdruck in der Ausfertigung vieler neuer Sparbücher gefunden hat, als Dauer­gewinn über die Gegenwart hinaus besonders zu begrüßen. Damit hat denn auch die Werbewoche für das Sparen, die in vielseitiger Weise von Be­hörden, Sparkassen und anderen Geldinstituten usw. roerberifd) gefördert wurde, ihren vollen Zweck er­füllt.

Als besonders erfreulich ift die Tatsache anzu­sehen, daß der Spargedanke namentlich auch in unserer Jugend außerordentlich lebendig und prak­tisch sehr wirksam ist. Dies wird besonders ein­drucksvoll durch die Entwicklung des Schulsparens bekundet. Darüber haben wir am vorigen Samstag in unserer Schilderung eines Besuchs an einem Spartag der Gießener Mittelschule bereits kurz be­richtet. Jenen Mitteilungen sei heute hinzugefügt, daß auch in zahlreichen anderen Schulen die Ent­wicklung des Sparens bei den Schulsparkassen außerordentlich bemerkenswert ist. So wurden z. B. in Gießen bei der Schulsparkasse in der Neuen Pestalozzischule -in diesem Jahre bisher schon rund 14 300 RM. gegen 11OOO RM. im Vorfahr

von den Kindern eingezahlt, bei der Schiller­schule beziffern sich die Einzahlungen in die Schulsparkasse in diesem Jahre bis jetzt schon auf rund 1OOOO RM. gegen 8300 RM. im Vorjahre, die Schulsparkasse der G o e t h e s ch u l e hat in diesem Jahre bis jetzt rund 3700 RM. Einlagen zu verzeichnen gegen 2270 RM. im Vorjahr, bei der Oberschule für Mädchen wurden in die­sem Jahr rund 1400 RM. gegen 400 RM. im Vor­jahr eingezahlt. Die Schulsparkassen der kleinen Dörfer Annerod und Burkhardsfelden auf die als Beispiel hier ebenfalls hingewiesen sei können nicht minder eindrucksvolle Ergebnisse be­richten. Bei der Schulsparkasse in Annerod be­laufen sich die Einzahlungen in diesem Jahr bisher schon auf rund 3800 RM. gegen 1900 RM. im Vor­jahre, die Schulsparkasse in Burkhardsfelden meldete als bisheriges Einzahlungsergebnis dieses Jahres rund 5000 RM. gegen 2900 RM. im Vor­jahre; in dieser Schule wurden allein während der jetzigen Sparwoche von 95 Schülern über 800 RM. eingezahlt, ein höchst bemerkenswertes Ergebnis. Die Volksschule in Klein-Linden mit rund 250 Schülern kann als Ergebnis der Sparwoche eine Einzahlung von rund 1120 RM. berichten. In W i e- f e ck wurden im vorigen Jahre bei der Schulspar­kasse rund 4500 RM. gespart, in diesem Jahre sind hier bis Mitte Oktober bereits rund 4100 RM. ein­gezahlt worden, zu denen nun noch das voraus­sichtlich recht ansehnliche Ergebnis der Sparwoche hinzukommt; als Jahresergebnis wird auch bei dieser Schulsparkasse mit einer erheblich höheren Summe als im Vorjahr zu rechnen sein.

Diese wenigen Beispiele geben einen sehr er­freulichen Ausblick auf die weitere Auswirkung des Spargedcmkefts in breiten Bevölkerungsschichten über die Gegenwart hinaus auch für die Zukunft.

Eine Stunde am Schalter 6.

Beobachtungen und Eindrücke beim Abenddienst in der Hauptpost.

Im Hauptpostamt in der Bahnhofstraße hat der Schalter für den Spätabenddienst die Nummer 6. An diesem Schalter drängen sich vielerlei Wünsche und in der Regel auch viele Menschen zu ansehnlichen Schlangen zusam­men. Dabei kann man als Beobachter allerlei interessante Wahrnehmungen machen.

Wir haben an manchen Abenden den Betrieb am Schalter 6 beobachtet. Es war immer das gleiche Bild einer außerordentlichen Vielseitigkeit der Wünsche. Der Schalter 6 hat gewissermaßen eine Stammkundschaft, die in der Hauptsache aus Sol­daten besteht. Das ist ohne weiteres erklärlich, wenn man bedenkt, daß ja der Soldat tagsüber bis in den Abend hinein von seinem Dienst in Anspruch ge­nommen wird. Dann führt ihn fein Weg ,/ins Städtchen" in der Regel zur Hauptpost, zum Schul­der 6. Neben diesen Stammkunden ist aber auch em gewaltiger Strom vonLaufkundschaft" in der Zeit nach dem allgemeinen Schalterschluß der Post an diesem einen Schalter abzufertigen. Wir konn­ten während mancher Beobachtungsstunde hundert Menschen, ja zum Teil noch mehr zählen, die vor diesem Schalter mit' ihren Wünschen austauchten. Allein schon daraus geht hervor, welche Anforde­rungen der Schalterbeamte in dieser Zeit zu er­füllen hat, wie stark seine Nerven sein müssen und über welch umfangreiches Fachwissen er verfügen muß, um allen Wünschen in einwandfreier Weise gerecht werden zu können.

Es handelt sich bei diesem Schalterdienst nicht nur um den Verkauf von Briefmarken, Postkarten ober anderen Postwertzeichen. Dieser Teil des Dienstes wird gewissermaßen so nebenher mit er­ledigt. Er kann aber doch zu einer starken Be­lastung werden, wenn dieKundschaft" von sich aus nicht behilflich ist zu einer flotten Abwicklung des Verkehrs. Hierfür nur zwei Beispiele: Kürzlich am Morgen, eben als dieser Schalter für den Früh­dienst geöffnet wurde, verlangt ein Mann eine 12-Psennigmarke und legt zur Bezahlung einen Fünfzigmarkschein vor. Daß dieser Geldschein we­nige Minuten nach Schalteröffnung noch nicht gewechselt werden konnte, lag klar auf der Hand. Das Ende vom Lied war beiderseitiges langes Suchen nach' Kleingeld mit schließlich negativem Ergebnis, für die übrigen Personen am Schalter aber unnötig langes Warten. Es ist auch nicht ge­rade schon, wenn jemand im dicksten Abendverkehr eine Dreipfennigmarke am Schalter kaufen will und zur Bezahlung einen Zwanzigmarkschein auf den Tisch legt. Der Beamte gab natürlich heraus, aber manche andere. Leute, die wenig Zeit hatten, mußten deswegen unnötig lange verweilen. Schluß­folgerung: auch beim Briefmarkenkauf am Post- fd)alter möglichst abgezähltes Geld bereithalten! Der Postschalter ist nämlich keine Geldwechselstelle, sondern eine Derkehrseinrichtung!

Das Schwergewicht des Abenddienstes liegt auf der Erledigung von Ferngesprächen und der An­nahme von Telegrammen. Darum haben auch die Besteller von Ferngesprächen und die Auflieferer von Telegrammen stets den Vorrang bei der Ab­fertigung, d. h. sie müssen vor allen anderen von dem Schalterbeamten bedient werden. Die Fern­sprechwünsche sind auch an unserem Gießener Schal­ter 6 von außerordentlicher Vielseitigkeit: Gespräche nach allen Richtungen Großdeutschlands werden an jedem Abend in großer Zahl angemeldet. Bis vor kurzem war für viele Leute die Gebührenverbil­ligung ab 19 Uhr der ausschlaggebende Grund zur Gesprächsanmeldung um diese Abendzeit. Häufig warteten dadurch ein bis zwei Dutzend Menschen kürzer oder länger auf ihre Gespräche. Seitdem

die Gebührenverbilligung für Gespräche nach 19 Uhr nur noch dann gewährt wird, wenn das Gespräch schon im Laufe des Nachmittags zur Durchführung nach 19 Uhr angemeldet wird und die verbilligten Gespräche in der Reihenfolge ihrer Anmeldung ihre Erledigung finden, dagegen Gesprächsanmeldungen nach 19 Uhr die vollen Gebühren kosten, hat sich nach unseren Beobachtungen der Andrang der Sprechlustigen in den Abendstunden am Schalter 6 doch etwas verringert. Den größten Teil der Sprechluftigen stellen unsere Soldaten, die gerne einmal mitIhr" oder mit den Eltern sprechen mochten, sich zum Urlaubsbesuch anmelden oder sonst irgendein dringendes Anliegen telephonisch zu erledigen haben.

Neben dem regen Fernsprechverkehr ist die Auf­gabe von Telegrammen in den Abendstunden ver­hältnismäßig zahlreich. Nicht selten kann man da­bei beobachten, daß Telegramme an Empfänger mit Feldpostnummer vorgezeigt werden. Bis vor einiger Zeit konnte man derartige Telegramme nach Be­lieben aufgeben. Diese Unbeschränktheit hat aber offenbar zu starken Ueberlastungen der Telegraphen­leitungen geführt. Daher muß jetzt bei der Aufgabe von Privattelegramknen ins Feld nach dem Grund­satz der begründeten Dringlichkeit verfahren werden. Die Entscheidung darüber, ob eine Angelegenheit s o dringlich ist, dcrß sie ein Telegramm rechtfertigt, trifft der für den Wohnsitz des Auftraggebers zu­ständige Ortsgruppenleiter der NSDAP. Ohne des­sen Prüfvermerk werden Privattelegramme ins Feld von der Post nicht angenommen. Als dring­lich werden Telegramme bei Todesfällen, schweren Erkrankungen von Familienangehörigen, Geburten, wichtigen Entscheidungen wirtschaftlicher Art und dergleichen angesehen. Die Reichspost tut natür­lich alles, um das Telegramm beschleunigt zuzu- stellen, aber draußen jenseits der Grenze ist feine Beförderung abhängig von der Belastung der Ver­bindungen, da selbstverständlich die militärischen und staatlichen Belange unter allen Umständen den Vorrang haben. Daran sollten die Auftraggeber von Telegrammen denken, bevor sie abends zum Schalter 6 wandern und dort erst längere Aufklä­rungen durch den Schalterbeamten nötig machen.

Die Entgegennahme von Einschreibsendungen, für deren Aufgabe nach 19 Uhr eine Sondergebühr von 20 Pfennig neben dem Porto und der Einschreib­gebühr bezahlt werden muß, ferner von Päckchen für den Inland- und Feldpostoersand, nicht selten auch Geldabhebungen auf Postsparbücher usw. usw. füllen den Abenddienst des Schalterbeamten in reichem Maße aus. An manchen Tagen kommen dabei ganze Berge solcher Sendungen über den Schaltertisch herein und nehmen nicht nur die Ar­beitskraft des Beamten am Schalter, sondern auch der Beamten in den Abfertigungszimmern in hohem Maße in Anspruch.

Um 21 Uhr wirdder Laden geschlossen. Es ist ein gewaltiges Maß von Arbeit, das dieser Teil des Postdienstes täglich für den Mann am Schalter 6 bringt. Die Vielseitigkeit der Begehren des Publi­kums bringt gewissermaßen von Minute zu Minute Neues, und neben dem Streben nach Befriedigung desKunden" besteht für den Beamten selbstver­ständlich noch die Verpflichtung, auch für die Reichspost alles einwandfrei wahrzunehmen, wenn er nicht riskieren will, abends nach Dienstschluß wegen eines Mankos aus seiner eigenen Tasche zuzahlen zu müssen. So ist auch , an dieser Stelle ein bedeutsames Stück heimatlicher Kriegsdienst­arbeit zu leisten, das vom Publikum mit in Be­tracht gezogen werden sollte, wenn einmal nicht gleich alles so rasch und nach Wunsch geht, wie es erhofft wird. B.

derlaufbahnen offen. (Einberufung zur Truppe er­folgt beschleunigt! Annahmeuntersuchungen finden am 8. November imBurghof" in Gießen statt. Meldungen von Freiwilligen werden dort angenom­men. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen.

Außerdem nimmt die ^-Erg.-Stelle Fulda- Werra (IX), Kassel-Wilhelrnshöhe, Löwenburg- straße 10, Telephon 36683 und 34441, ständig schriftliche Meldungen an und übersendet auf An­forderung das ausführliche Merkblatt.

Gießener Wochen Marktpreise.

* Gießen, 31. Oft. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 9 bis 10, Kartoffeln,

5 kg 51, Wirsing, Vt kg 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 7, Rotkraut 6 bis 9, gelbe Rüben 6 bis 10, rote Rüben 5 bis 12, Spinat 12, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 4 bis 6, Tomaten 25, Schwarzwurzeln 20 bis 40, Feldsalat 47 bis 50, Aepfel 25 bis 35, Birnen 20 bis 30, Lauch 15, Sellerie 16, Endivien, das Stück 10 bis 12, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Rpf.

Antragstellung für einmalige Elterngabe. '

NSG. Unter Hinweis auf die bekanntgegebenen Richtlinien über die Antragstellung für einmalige Elterngaben wird mitgeLeitt. daß in dec Woche vom

2. 11. bis zum 7. 11. 42 die Anträge der Eltern mit den Anfangsbuchstaben HL des Familien^ namens des Sohnes bei den Kameradschaften der NS.-Kriegsopferversorgung im Gau Hessen-Nassau entgegengenommen werden.

Verdunkelungszelk:

31. Oktober von 18.56 bis.7.47 Uhr.

1. November von 18.54 bis 7.49 Uhr. *

** Dienstjubiläum. Am morgigen 1. No­vember können der Stadtoberassistent Konrad Becker und seine Ehefrau, Stadthaus Bergstraße, auf eine 25jährige Tätigkeit als Hausmeister-Ehe« paar unserer Stadtverwaltung zurückblicken. Die Jubilare versahen die Dienstobliegenheiten des Hausmeisters zuerst im Stadthaus Gartenstraße, seit 1921 betreuen sie das Stadthaus in der Berg- straße. Allezeit haben sie sich die Erfüllung ihrer Obliegenheiten in vorbildlicher Weise angelegen sein lassen. Gegenüber den im Stadthaus tätigen oder zur Erledigung von Anliegen erscheinenden Volks­genossen haben sich die Jubilare stets als zuvor­kommend und hilfsbereit erwiesen. Mit dem Ober­bürgermeister, der dem Jubelpaar besondere Glück« wünsche übermittelt, bringen auch weite Kreise un­serer Gießener Bevölkerung dem wertgeschätzten Hausmeisterpaar herzliche Glückwünsche dar.

** Arbeitsjubiläum. Am 30. Oktober 1942 konnte bei der Firma Bänninaer G. m. b. H. Gie­ßen das Gefolgschaftsmitglied Wilhelm Volk, Großen-Linden, Gartenstraße 9, als Vorarbeiter des Zwifchenmagazins auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Zur Ehrung des Jubilars hatten sich gestern vormittag an feinem Arbeitsplatz die In­haber'und die Arbeitskameraden versammelt. Hier­bei wurden dem Jubilar durch den Betriebsführer Karl Bänninger, den Betriebsobmann sowie von verschiedenen Abteilungsleitern Dank und Aner­kennung für die in den verflossenen 25 Jahren ge­leisteten treuen Dienste zum Ausdruck gebracht. Ferner wurde Herrn Volk das Gaudiplom der Deutschen Arbeitsfront durch den Betriebsobmann ausgehändigt. Dem Jubilar wurde außerdem von der Firma zum Andenken an den Jubeltag das üb­liche Sparkassenbuch übergeben. Auch feine engeren Mitarbeiter hatten ihn mit besonderen Geschenken erfreut. Die schone Feier wurde mit einer Dantes» anfprache des Jubilars beschlossen.

** Silberne Hochzeit. Am kommenden Montag, 2. November, können die Eheleute Wilhelm Dietz und Frau Margarete, geb. Schneller, Neuen­weg 25 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar.

** Neue Anordnungen für d i e Heia zung werden heute bekanntgegeben. Es handelt sich dabei um das Verbot des Gebrauchs von Raum- Heizungsgeräten zur zusätzlichen Beheizung in ge­werblich benutzten Räumen und um die Stillegung von Warmwasserversorgungsanlagen.

** Die Volksmusikschule nimmt vom 1. November ab ihren Unterrichtsbetrieb auf, der heute in seinen Einzelheiten angekündigt wird.

ßfraffammer Gießen.

Am 24. September vorigen Jahres ereignete sich in Gedern bei der Arbeit an einer Dreschmaschine ein schwerer Unglücksfall, bei dem leider eine junge Frau den Tod fand. Wegen dieses Vorfalls stand jetzt der Ernst O. aus Gedern, der mit feiner Dresch­maschine bei dem Landwirt W. arbeitete, unter der Anklage der fahrlässigen Tötung vor der Gießener Strafkammer.

Nach der Frühstückspause wollte die Tochter des Landwirts W., Frau Z., ihren Arbeitsplatz auf der Dreschmaschine wieder einnehmen. Zu diesem Zwecke mußte sie einen Holzdeckel überschreiten, der die Strohpresse von oben her abdeckte. Als die junge Frau den Holzdeckel betrat, brach das Brett durch und die bedauernswerte Frau fiel in die Presse hinein, die bereits im Betrieb war und deren Grei­ferwerk die Verunglückte sofort erfaßte. Dadurch wurde die Frau in das Getriebe hineingezogen und getötet, noch bevor es gelang, die Maschine stillzu­stellen.

In der Anklage wurde dem Angeklagten O. vor­geworfen daß sich die Presse seiner Dreschmaschine nicht in vorschriftsmäßigem Zustand befunden habe. Der Holzdeckel über der Presse sei zum Teil schlecht und außerdem in einem Scharnier lose gewesen. Die Ueberbecfung habe also nicht einem ordnungs­mäßigen Zustand entsprochen. Die mangelnde Be­schaffenheit fei dem Angeklagten auch bekannt ge­wesen dennoch habe er seine Maschine in Betrieb genommen.

Dem Anträge des Anklagevertreters entsprechend wurde O. wegen fahrlässiger Tötung zu 6 Mona­ten Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbe­gründung wurde auf die mangelnde Beschaffenheit des Hvlzdeckels besonders hingewiesen und betont, daß dieser in keiner Weise als ausreichende Ab­deckung einer Strohpresse hätte angesehen werden können.

(5< A-Spori.

Fußball.

1900 Luftwaffe.

Die Blau-Weißen empfangen morgen auf eigenem Gelände den Luftwaffensportverein. Damit stehen die 1900er vor einer ebenso schweren Aufgabe wie am vergangenen Sonntag in Friedberg. Der eigene Platz ift dabei kein so großer Vortell, denn die Luftwaffe kennt ihn durch eine Anzahl von Spielen fast genau so gut Für die Platzbesitzer ist lediglich em günstiger Umstand eingetreten, daß mehrere Gasffpieler erstmals dabei sind. Wacker, seither SSE. Stettin, Heinrichs (Polizei Danzig) und Fa- britz (Rb.-Sp.-Gern. Königsberg) werden die Rechen der Platzbesitzer verstärken. Hierdurch ist eine ge­wisse Gleichwertigkeit der Mannschaften vorhanden, die einen interessanten und kamp(reichen Spielver­lauf versprechen wird.

Handball-Vorschau.

Luftwaffe Gießen II ©rüntngeru Die 2. Mannschaft der Luftwaffe hat den Vor­teil des eigenen Platzes, sie muß sich aber gehörig anstrengen, ©rüningen hat nämlich in den letzten Spielen für einige Ueberraschungen gesorgt.

hJ.-handball.

Mtv. Gießen I Lang-Göns.

Die Gießener führen bis jetzt ungeschlagen big Tabelle an. Lang-Göns kann den Platzbesitzern nicht mehr der frühere Gegner fein; die zahlreichen Abgänge konnten die Gäste noch nicht vollwertig ersetzen.

Watzenborn Holzheim.

Holzheim muß man größere Siegesaussichten emräumen, da die Platzbefitzer mit zahlreichem (6* sich aniretai vMevn "