schlossen wurde, entwickelten sich die europabildenden Reichsschöpfungen des ostgotischen Theoderich und des fränkischen Chlodwig. Durch die von ihnen vollzogene Einigung der Stämme werden sie die Schöpfer der europäischen Einheit. Im deutschen Kaisertum wird nun die europäische Herrschaftsform zum Ansatz gebracht, der Kaiser wird Herr der Christenheit und Beherrscher des Abendlandes, das Reich entwickelt sich als Form des „Gesamtlebens der Völker".
In dieser Entwicklung bedeutet der frühe Tod des Sbauferkaisers Heinrich VI. eine europäische Katastrophe. Hiermit beginnt der Zerfall der R e i ch s m a ch t, die Stärke der europäischen Mitte wird zerstört, die zentrale kontinentale Ordnung zum Scheitern gebracht und den Rand- machten der Weg des Aufstiegs und endgültigen inneren Aushöhlung des Reiches gegeben. Dieser Prozeß führt kontinuierlich über die Renaissance bis zur Epoche der überseeischen Expansion, die nicht von dem Willen eines in sich einigen Kontinents, sondern von dem Vormachtstreben der europäischen Randstaaten getragen wird. Die Existenz eines ungefeftigten Mitteleuropas und das damit verbundene Prinzip eines europäischen Gleichgewichts wird geradezu die Voraussetzung der europäischen Großmachtkämpfe und ihrer weltpolitischen Aus- weituna.
Nachdem die Jahre 1776 und 1810 zum Abfall zweier Kontinente führten, nahm die ständige Selbstzerfleischung dem Kontinent die Stellung seiner Hegemonie und die Rolle des schlechthin entscheidenden Erdteils. Mit der einsetzenden Entwicklung eines Weltstaatensystem hat er sich in zunehmendem Maße in die globalen Verhältnisse einzuordnen. Im Weltkrieg leiten die drei alliierten Großmächte, von denen EnAand und Rußland von vornherein fremd- kontinentale Interessen haben, die Einmischung außereuropäischer Mächte in den europäischen Krieg ein und führen zugleich fremdrassige Truppen auf die europäischen Schlachtfelder. Das führt nicht nur zum Zusammenbruch der Mittelmächte, sondern die gesamteuropäischen Positionen in der Welt werden zum Einsturz gebracht und das Ansehen und die Vormachtstellung der europäischen Völker erschüttert.
Damit gewinnt der Aufstieg des Deutschen Reiches seit 19)3 weltpolitische Bedeutung. Die Schaffung des Großdeutschen Reiches und das Bündnis der Achse zielen auf die Wiedererrichtung eines politisch und weltanschaulich einheitlichen Mitteleuropas. Die aus dem Gefühl einer gesamt-europäischen Verantwortung für die Zukunft des Kontinents vom Führer und Duce geplanten Vorschläge zur Neuordnung Europas wurden durch die Kriegserklärung der Westmächte abgelehnt. Damit war dem Reich und Italien die Verantwortung für die Geschichte und Kultur Europas zugefallen.
Es ist nun für die bewaffneten Auseinandersetzungen der Gegenwart entscherdent, daß sie den Charakter der unvermeidlichen E i n i g u n g s - kriege des Kontinents erhielten, während seit der Ausbildung der westlichen Nationalstaaten die zeitbeherrschendrn Kämpfe im wesentlichen nur der Machtfrage gedient und den Charakter von Raub- und Eroberungskriegen angenommen hatten.
Dagegen hat der Führer Hand in Hand mit dem Duce gegenüber allen englischen Versuchen der Kriegsausweitung versucht, den Krieg zu lokali- fieren und auch durch mehrfache Friedensangebote zu beendigen. Die aufgezwungenen Kriege wurden von vornherein nicht als Raub- oder Vernichtunas- feldzüge, sondern von dem ersten Tage an int Hinblick auf einen kommenden Frieden und eine unausbleibliche Neuordnung Europas in humanster Weise geführt. Die Zusammenarbeit mit den besiegten Staaten wurde auf der Grundlage einer zielbewußten geistigen, kulturellen und politischen Annäherung durchgeführt. Dabei zeigte sich, daß die einmal mit der Gewalt der Waffen geschaffenen Tatsachen eine tragfähige Grundlage für den Einsatz verantwortunasbereiter, einsatzwilliger Kräfte und neuer Verhältnisse schufen. Hieraus ergab sich auch politisch die Brücke des verletzten Freiheitsund Selbständigkeitsbewuhtseins zu der europäischen Schicksalsgemeinschaft. Damit wurde der gegenwärtige Krieg zum kontinentalen Einigungskrieg und erhielt seine europäische Legitimität.
Zwei politische Faktoren der Gegenwart haben nun im besonderen das Einheitsbewußtsein Europas gestärkt. Es ist einmal die englische Kontinentalpolitik in dem Versuch der Blockade des europäischen Kontinents, zum anderen der Verrat an seinem ehemaligen Bundes ae nassen Frankreich, wie er in Dakar und Uran, in der Bombardierung von Paris, dem Raub der überseeischen Besitzungen ebenso ausgeübt wurde wie an Norwegen, Belgien, Holland, Griechenland und Serbien. Zum anderen ist der 22. Juni 1941 zum Markstein des europäischen Einheitsbe- wußtseins geworden. Als der Führer feststellte: „Die Aufgabe der Front vom Eismeer bis zum
Ein Mann rechnet ab
Roman von Horst Blemath
38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Bitte nehmen Sie Platz", sagte Santacilla und deutete liebenswürdig auf die Stühle, die seinem Sessel gegenüber hinter dem Schreibtisch standen. Er selbst zog es vor, sich Bewegung zu machen und vor dem Napoleonbild auf und ab zu gehen, wobei er zuweilen, anscheinend in Gedanken versunken, stehenblieb, die Hände auf den Rücken legte und dem Bild an der Wand so verblüffend ähnlich wurde, daß man meinen konnte, Napoleon sei, nachdem er die flaschengrüne Uniform abgelegt habe, aus dem Rahmen gestiegen, um sich in bequemer Kleidung ein wenig die Beine zu vertreten.
„Donnerwetter, Don Santacilla ..stieß Forester hervor, als er die zappelnde Ungeduld bemerkte, mit der Santacilla auf eine Aeußerung wartete, „wissen Sie, mit wem Sie eine fabelhafte Ähnlichkeit haben?^
Santacilla zupfte eine Locke in seine Stirn uni) hob erwartungsvoll die Augenbrauen, als sei er außerordentlich neugierig.
„Nun ... nun?" fragte er huldvoll.
In diesem Augenblick wurde die Tür aufgerissen, und der Polizeisergeant meldete in strammer Haltung, daß Brackmann befehlsgemäß vorgeführt sei und vor der Tür warte.
„Eintreten lassen", sagte Santacilla kurz und warf Forester einen Blick zu, der für die Unterbrechung des Privataespräches um Entschuldigung bat und gleichzeitig schien, daß der Aufschub keineswegs bedeute, man müsse auf die Fortsetzung auch verzichten. Von zwei uniformierten Aufsehern begleitet, trat Brackmann Über die Schwelle. Er hob für einen Moment, von der Lichtfülle geblendet, die Hand vor die Augen.
„Sie können uns allein lassen und draußen war-
Schwarzen Meer ist nicht mehr der Schutz einzelner Länder, sondern die Sicherung Europas und damit die Rettung aller", folgte der Zusammenschluß des gesamten Europas: die Vereinigung der Verbündeten des Reiches, der Neutralen und der ehemaligen Feinde im Willen zur gemeinsamen Verteidigung. Mit dem gemeinsamen Krieg der europäischen Kulturwelt ist der Kontinent nunmehr nicht nur entscheidend in die Phase des gemeinsamen Freiheitskampfes eingetreten, sondern hat auch im geistig-seelischen Bereich einen folgerichtigen Schritt auf dem Wege zu dieser politischen Gesinnung zurückgelegt. Denn indem die einheitliche Abwehr des bolschewistischen Angriffs als notwendig befunden wird, wird auch der Wert und die Größe des Kampfobjektes, die gemeinsame europäische Kultur > in das Bewußtsein gebracht. Der politische Mythos des gemeinsamen Abwehrkampfes schafft die sittlichen Grundlagen der neuen europäischen Einheit. Es ist die Leistung des Reiches und des faschistischen Italiens, die Führung des Kampfes übernommen und die inneren und äußeren Kräfte des Kontinents gesammelt zu haben.
Britische Zweifel.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Der militärische Mitarbeiter des „Evening Standard" versucht, die Katastrophenmeldung aus dem Südpazifik in Verbindung zur Weltlage zu bringen und erklärt, der Kampf um die Salomonen ginge nicht nur um Australien und Neuseeland, sondern um die Alliierten überhaupt, und sogar das Schicksal Afrikas hänge von den Salomonen ab. Er wollte damit wohl sagen, daß alle Aktionen der Mächte des Dreiverbandes organisch Zusammenhängen, daß die amerikanische Niederlage im Pa.fisik natürlich auch auf den anderen Kriegsschauplätzen sich bemerkbar macht und umgekehrt die deutschen und italienischen Siege bis nach Ostasien ihre Wirkung strahlen. Nun haben die Briten durch ihre Hilfsvölker gegen die El-Alamein-Stellung Rommels Sturm laufen lassen. Sie schrien am ersten Tage, das sei die Großoffensive, am zweiten wurden sie kleinlaut, da es nicht gelang, „den Gegner zu vernichten", wie der Tagesbefehl der Briten lautete. Deutsche und italienische Gegenangriffe seien, so wurde weiter verkündet, abgewehrt worden. Die an der El-Alamein-Front eingetretene Scklachtenpause ist nach einer Meldung von „Stockholms Tidningen" aus London für die britische Öffentlichkeit in zunehmendem Maße beunruhigend. Uebereinstimmend lassen die schwedischen Korre- spondenten-Berichte aus London erkennen, daß nach dem Hin und Her der ersten Tage in der Wüste ein Schwebezustand eingetreten ist. So schreibt die „Times", es sei keineswegs ausgeschlossen, daß es bis Ende des Jahres dauern könne, ehe der Widerstand des Gegners in Nordafrika endgültig überwunden fei. Andere militärische Sachverständige rechnen mit noch längeren Zeiträumen, meldet der Londoner Korrespondent von „Svenska Dagbladet". Dabei werde ausgeführt, daß man sich auch vor einem Hinterhalt Rommels in acht nehmen müsse und immer nur nach äußerst gründlicher Aufklärung vorrücken könne. Der englische Minister Morrison hat damit geprahlt, was England für diese ägyptische Offensive alles gearbeitet und bereitgestellt habe, aber seine Selbstbeweihräucherung klingt kläglich aus: „Unsere Augen sind auf Aegypten gerichtet, wo unsere Streitkräfte mit Begeisterung kämpfen, die zum Erfolg führen mag oder nicht, auf jeden Fall aber den Erfolg verdient.
Oie Türkei und der Krieg.
Ankara, 30. Okt. (DNB.) Durch ein Spalier von Truppen und Pfadfindern begab sich der Staatspräsident Ismet Jnönü zur Großen Nationalversammlung, um dort die Glückwünsche der Regierung, der Armee, des Parlaments und der ausländischen diplomatischen Missionen anläßlich des 19. Jahrestages der Gründung der Türkischen Republik entgegenzunehmen. Der deutsche Botschafter v. P a p e n war mit dem rangältesten deutschen Waffenattache, Vizeadmiral von der Marwitz, erschienen. Nach dem Empfang begab sich der Staatspräsident zur Truppenparade. Vor dem Vorbeimarsch richtete er eine kurze Ansprache an Volk und Armee. Die Türkei fei in das vierte Kriegsjahr trotz aller Einschränkungen und Unbequemlichkeiten, über die man sich sehr beklage, gerade und aufrecht eingetreten. Vor den achtungsvollen Blickender internationalen WAt stehe die Türkei mit unerschütterlichem nationalen Willen da. Diss Lebenskraft der türkischen Nation sei die Gewähr für die Ueberrolnbung der größten Schwierigkeiten. Das Hauptaugenmerk gilt der Wahrung der nationalen Unversehrtheit. Weil die Nation alles für die Armee hingebe und alle Opfer für das Wohl des Vaterlandes auf sich nehme, besitze sie die größte Sicherheit inmitten des großen Unglücks.
ten", sagte Santacilla zu den beiden Beamten und schloß die Tür hinter ihnen.
Vielleicht hatte Karen befürchtet, Brackmann in irgendeinem scheußlichen, gestreiften Sträflings- dnllich oder in Ketten wiederzufinden, sie hatte dieser Sekunde der Wiederbegegnung mit entsetzlichen Aengsten entaegengesehen, aber er trug seinen alten Anzug und schien weder niedergebrochen noch besonders mutlos zu fein. „Karen?" sagte er mit feiner tiefen Stimme und streckte ihr die Hand entgegen. „Du hast mir da mit deinem fabelhaften Besuch bei Gonzales eine schöne Suppe eingebrockt ..."
Sie preßte seine Hand mit verzweifelter Heftigkeit: „Ach, Malte, ich habe schon geglaubt, du würdest denken, ich hätte dich betraten ..."
„Unsinn, Kleine!" sagte er kopfschüttelnd und streichelte ihre Finger. „Als Don Sasitacilla mir von deinem Schildbürgerstreich erzählte, habe ich mir die Geschichte sofort richtig zusammengereimt: daß du mit deinem Besuch nichts anderes wolltest, als mir sozusagen einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen ... So war es doch?"
„Genau so, Malte! Ich wollte Gonzales veranlassen, Derakruz für einige Zeit zu verlassen. Und nun ..."
„Und nun willst du wissen, ob ich den Mord begangen habe oder nicht? Ich habe es nicht getan, Karen."
Kein Wort mehr und kein Wort weniger. Forester sah, daß Karen die Augen schloß,, fühlte, daß dieser Mann die Wahrheit sprach, und »zugleich verspürte er den Wunsch, Brackmanns Freundschaft zu gewinnen. „Wir kennen uns noch nicht, Senor Brack- mann", sagte er und trat neben Karen, „aber ich kenne ihre Geschichte. — Mein Name ist Frank Fo» refter. Ich bin ein Nachbar von Senor Jens Dr» yasfa und von Beruf Arzt im Camp. Was an mir liegt, soll geschehen, um Sie aus dieser nichtswürdigen Sache herauszuhauen. Denn der eigentliche Schuldige bin ich. Ich kam auf den unglückseligen Einfall, Gonzales vor Ihnen zu warnen ..."
Sie schüttelten sich die Hände.
8. Kapitel.
Santacilla hustete scharf. Er hatte mit dieser Begegnung andere Zwecke verfolgt als wechselseittge Sympathiekundgebungen, wie sie hier getauscht wurden.
„Bitte setzen Sie sich", sagte er dienstlich und forderte auch Brackmann durch eine knappe Kopfbewegung auf, Platz zu nehmen. Es war eine reine Höflichkeitsgeste gegen Karen und entsprach durchaus nicht den Amtsgepflogenheiten.
„Ich bin weder Ihr Ankläger, noch Ihr Richter, Senor Brackmann", begann Santacilla und suchte in einem Nickellineal fein Spiegelbild; „meine Aufgabe besteht darin, den Mord an Gonzales aufzu- klären ..."
Brackmann neigte aufhorchend das Gesicht, als höre er aus Santacillas Mund neue, ungewöhnte Töne.
„Sie behaupten, mit dem Tod von Gonzales nichts zu schaffen zu haben. Ein ttagischer Zufall will es nun, daß Senorita Orgassa, die von Ihrer Schuldlosigkeit überzeugt ist. Sie durch ihre Aussagen aufs schwerste belastet."
„Verzeihen Sie, Don Santacilla, daß ich Sie unterbreche, aber ich habe Ihnen heute, bevor Sie noch dazu kamen, mir etwas von Senorita Orgassas Rolle zu erzählen, bereits offen und ehrlich gesagt, daß ich tatsächlich mit der Absicht nach Verakruz gekommen war, an Gonzales und Ciquita Perano ein persönliches Urteil zu vollstrecken. Senorita Orgassa kann diese meine Aussage nur bestätigt haben, belastet habe ich mich also selbst."
Forester machte eine Bewegung, als wollte er aufspringen, um Brackmanns Hand zu schütteln. Santacilla warf ihm einen mißbilligenden Blick zu.
„Don Santacilla scheint es unbegreiflich zu finden", bemerkte Forester zu Brackmann, „daß es auf der Welt so etwas wie zufälliges Zusammentreffen gibt. Ein Mann kann doch fest entschlossen sein, sich eine Kugel vor den Kopf zu jagen und an einer plötzlichen Blinddarmentzündung sterben. — Sie
Kritische Lage der LlSA. Truppen aus Guadalcanar.
Berlin, 30. Okt. (DNB.) Die amerikanische Niederlage in der Seeschlacht im Südpazifik wirkt sich jetzt auch bei den Landkämpfen auf der Insel Guadalcanar aus. Die dort Anfang August gelandeten amerikanischen Truppen sind seit Wochen ohne Nachschub. Sie vermochten zunächst ihre Landungsbasis zu erweitern, konnten jedoch den hartnäckigen Widerstand der zahlenmäßig unterlegenen japanischen Besatzung nicht brechen. Die Japaner, die über die See- und Luftherrschaft im Raum der Salomon-Inseln verfügten, konnten dagegen laufend Verstärkungen heranbringen und den Nachschub für die auf der Insel stehenden Truppen sicherstellen. Dann begann der japanische Gegenangriff. In zahlreichen Gefechten in unübersichtlichem, urwaldähnlichem Gelände gelang es den Japanern, die amerikanischen Truppen zurückzuwerfen und so stark zu schwächen, daß ihnen nichts übrigblieb, als sich auf die Ausgangsstellungen zurückzuziehen. Nur der Flugplatz „Henderson Field" blieb bis in die letzten Tage noch hart umkämpft. Es ist der einzige Flugplatz, der oen Amerikanern im Kampfgebiet der Salomon-Inseln noch zur Verfügung stand.
Selbst der feindliche Nachrichtendienst muß zugeben, daß die Amerikaner auf Guadalcanar von
drei Seiten umzingelt sind und daß die Japaner zur See die Oberhand gewonnen haben.» Die amerikanischen Korrespondenten englischer! Blätter sprechen bereits von einem neuen Bataas (Kapitulation der USA.-Truppen auf den Phi-I lippinen) und betonen, daß die auf Guadalcanar stehenden amerikanischen Truppen auf einem zehn Kilometer langen und fünf Kilometer breiten Küstenstrich zusammengedrängt seien. Die Japaner, hätten, stellt der Londoner Korrespondent von „Stockholms Tidningen" fest, nunmehr die unbedingte Luftherrschaft über die südlichen Salomonen errungen und beherrschten anscheinend auch die umliegenden Gewässer, da immer wieder neue Truppen an Land gesetzt werden. Der Korrespondent deutet auch an, daß zwischen General Mac Arthun in Australien und Admiral Niemitz in Pearl Har- bour erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestünden. Nach Abschluß der Operationen auf den Salomonen müsse die Frage des Oberbefehls im Pazifik neu geregelt werden. In Australien sei man äußerst» aufgebracht über die verhältnismäßig geringfügigen Mengen amerikanischen Kriegsmaterials, die inj letzter Zeit in australischen Häfen eingetroffen seien. Man führe dies auf politische Intrigen gegen Mae Arthur zurück.
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Aus den Salomonen
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nen gern verzehrt werden. Auch die Perspektiv- schnecke wird durch europäische Händler von den Eingeborenen eingetauscht und zur Perlmuttergewin- nung nach Europa gesandt.
B u k a , die nordwestlichste der Salomonen, be« sitzt in dem Carolahafen mit flachen, von t Mangrove dicht bestandenen Ufern, dem ein sehr 7 breites Korallenriff vorgelagert ist, einen guten t« *1* tiefen Hasen. Die Küste ist vielfach gegliedert und
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Die jetzt vielgenannte Insel Guadalcanar ist eine der Salomon-Inseln. An der Westseite bei Marau besitzt sie einen guten Ankerplatz, während an der Nordseite die Hafenstadt PortdelaCruz an der Mündung des Galegaiflusses liegt. Hier befindet sich eine gute Reede, und die Stadt ist mit Booten leicht zu erreichen. In der Nähe von Guadalcanar ist die Rüssel-Gruppe mit der Plantage Pandina, einer der größten der Salomon-Inseln.
Die zum Neuguinea-Territorium gehörenden Salomonen bilden eine große Gruppe dicht mit Kokospalmen bewaldeter fruchtbarer Inseln, auf denen es das ganze Jahr hindurch viel Regen gibt und in der Zeit von Ende April bis Ende August der Ost- Monsun weht. Von September bis März herrschen westliche Winde, die oft von bedeutender Stärke sind und mit heftigem Regen zum Sturm anwachsen, worauf ein so starker Strom durch die verschiedenen Straßen nach Osten einfetzt, daß selbst Segelschiffe den ersten besten Hafen aufsuchen müssen.
ArH der größten der Salomonen, der nach dem französischen Seefahrer Bougainville genannten Insel, erhebt sich eine vulkanische Bergkette, die in dem über 2000 m hohen Mount Balbi ihren Kulminationspunkt erreicht. Der Berg, im Mittelpunkt des Gebirges gelegen, ist ununterbrochen tätig. Die Vegetation dev> steilen felsigen Ufer wird von hohen Callophyluonen und Barringtoniabäumen überragt, an den dem Licht mehr ausgesetzten Stellen stehen schöne Cycadeen mit Stämmen bis zu
von labyrinthartigen Meeresarmen durchzogen.
Isabel, die mittlere und zweitgrößte Insel, hat stich emei an der Südwestküste einen ausgezeichneten Hafen ). Dr- e.h. in dem Tausend-Schiffs-Hafen, geschützt von der Meist in gegenüberliegenden Insel St.George und der Passage- »dem Bl Insel. Die Meringe-Lagune auf der Insel bildet ein Istaum zu Tourüstenziel. A st r o 1 a b e - H a f e n liegt Tm e zu W Westen an einer schönen Bay; da? Meer ist in die- fern Hafen so ruhig, daß Schiffe getrost kielholen können zur Reparatur, ohne das geringste zu befürchten.
Die Bewohner der Salomonen sind Melanesier, die man gemeinhin als Neger bezeichnen kann, denn, äußerlich betrachtet, unterscheiden sie sich von den afrikanischen Schwarzen nicht sonderlich. Aber sie Jini) kräftige, selbstbewußte Menschen, geschickte Fischer und Ruderer. Au!f der Insel Isabel und der Insel Choiseul, die an der Novdseite im Sund x gleichen Namens einen guter Ankerplatz besitzt weisen die Eingeborenen eine hellere Hautfarbe aus
4 m Höhe.
Die Insel weist mehrere gute riffgeschützte Häfen auf, insbesondere die Kieta-Bucht. Die einzelnen Ortschaften, wie Numa-Numa, Buin, Sinai, atmen idyllische Ruhe; auf dem rein gehaltenen Boden liegen die Hütten der (Eingeborenen, überragt von schlanken Kokos- und Sagopalmen. Die ein Stockwerk hohen Behausungen stehen auf mannshohen Pfählen; sie haben regelrechte Firstdächer, von den Blattsiedern der Sagopalmen bedeckt. Der untere Raum der Hütte dient nur der Durchlüftung, der Wohnraum oben ist durch Latten und grobe Matten von Palmblättern nach außen hin abgeschlossen und nur über eine Leiter zugänglich. Langgeschnäbelte Kanus liegen zwischen den Hütten hineingeschoben. Auf den anderen Inseln leben die Eingeborenen in viereckigen Laubhütten. Die Pflanzungen bestehen aus Bananen, Brotfruchtbäumen und dem unsere Kartoffel ersetzenden Taro.
Die Sagopalme liefert mit ihren riesenhaften langen Fiederblättern den (Eingeborenen nicht nur Material zum Hausbau, sondern auch im Mark ihrer Stämme ein wichtiges Nahrungsmittel, den Sago. Die Früchte von Coelococcos Sajomoniensis tiefer einen ergiebigen Ausfuhrartikel, den die europäischen Händler von den (Eingeborenen durch Tausch erwerben und in ganzen Schiffsladungen nach Australien und (Europa verkaufen, unter dem Namen Elf enb einnuß kommen sie auf den Markt und liefern in ihrem weißen, beinharten Sameneiweiß das Material für Knöpfe. Zahllos liegen die Gehäuse von Perspektivschnecken, innen schön perlmutterglänzend mit rötlicher Zeichnung, im Sande -umher, deren Tiere von den (Eingebore-
Oie zweite Front.
Lissabon, 30. Okt. (Europapreß.) Wendel! W i l l k i e forderte im Rundfunk noch einmal drin- gend die Hilfe der SUA. für die Sowjets. Er- sagte, die sowjetische Produktion reiche nicht aus, um den Deutschen Widerstand leisten zu können. Auch für Tschiangkaischek verlangte er sofortige materielle Unterstützung. Zum Kampf in Nordafrika meinte Willkie Dorfidjtig, der Chef der 8. britischen Armee, General Montgomery, sei „zuversichtlich, wenn auch nicht Überzuversichtlich".
Auch der tschungkingchinefifche Botschafter in London, Wellington Koo, der sich in Tschunking aufhält, forderte in einer Rede eine „zweite Front^ in Burm a. Er erklärte: „Die Alliierten müssen Burma zurückerobern, da die Häfen in den ehemals britischen Gebieten sehr wichtig für die Versorgung Tschungtings sind." Wellington Koo bestätigte damit, daß die Aeußerungen Londons und Washingtons, wonach man bereits bessere Zufahrtsstraßen für Tschunking durch Indien erschlossen habe, nicht der Wahrheit entsprechen.
Kleine politische Nachrichten.
Wie aus Washington gemeldet wird, wurde dec Oberbefehlshaber der USA.-Truppen in (Europa, Generalleutnant Eisenhowe r, zur beschleunigten Berichterstattung nach Washington berufen.
Die uruguayische Regierung hat dem Botschafter der Vereinigten Staaten mitgeteilt, daß sie bereit sei, die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion
nicht ist, 6d)nupfpuh viid aus ro lea Klosters 5i» erhalte Lchalt etiv litt Drogif
mit
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Tatsache, daß Senor Brackmann die Absicht hatte, Gonzales zu töten, und daß Gonzales getötet wurde, ist doch noch lange kein Beweis dafür, daß Brackmann und niemand anders Gonzales getötet haben kann."
„Ich bewundere Ihren Scharfsinn, Doktor Fo* refter', sagte Santacilla eisig; „da aber Senor Gonzales nun einmal ermordet worden ist, werden Sie zugeben müssen, daß Senor Prqckmann, der mit der Absicht umging, diese Tat zu vollbringen, nun, da er es abstreitet, Gonzales getötet zu haben, zum mindesten einen Grund dafür angeben muß, weshalb er feine Absichten so plötzlich änderte."
„Als ich Ihnen meine Pistole übergab, Don Santacilla", warf Brackmann ein, „war ich sicher, den besten Beweis für meine Schuldlosigkeit am Tode oon Gonzales gegeben zu haben. Als Sie mir das aber als einen besonders raffinierten Trick auslegten, konnte ich nicht darauf hoffen, bei Ihnen für meine Gründe, weshalb ich meine Absichten fo plötzlich änderte, auf Verständnis oder gar auf Glauben zu stoßen."
„Natürlich?" stieß Forester empört hervor. „Wegen dieser Pistolengeschichte habe ich Don Santacilla schon meine Meinung gesagt —"
„Aber vielleicht lehnen Sie es nicht ab, diese Gründe jetzt Ihren Freunden zu erzählen", sagte Santacilla, ohne Foresters Einwurf zu beachten.
„Gewiß nicht", antwortete Brackmann ohne Zögern; „darf ich nur erfahren, wie weit sie bereits unterrichtet sind?"
„Ich habe ihnen von Ihren bisherigen Aussagen nichts vorenthalten."
„Sie wissen auch, daß ich mich gestern abend in der Calle Stella und in der Nähe des Hauses ooti Gonzales aufgehalten habe?"
Santacilla nickte, und Karen bestätigte Santacillas stumme Antwort.
(Fortsetzung folgte)
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