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Dr. rer. pol. chans Peter, Dozent für Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen, ist zum außerplanm. Professor ernannt worden. Peter, 1898 geboren zu Raguhn (Anhalt), studierte in Berlin, halle, Göttingen und Tübingen, promovierte in Tübingen 1921, war sodann in Ser Praxis tätig, Mn 1925 bis 1927 hatte er einen Lehrauftrag an der handelsbo^yschule Nürnberg, habilitierte sich in Tübingen 1928 und war im Reichswirtschaftsrtiini- flerium Referent, dann Leiter der Abteilung Volks- virtschuft des Arbeitswissenschaftlichen Instituts der MF Berlin. Sein dreibändiges Hauptwerk „Grund- pobleme der theoretischen Nationalökonomie" hat riet Anerkennung gefunden.
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Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt er- I ließ zum 100. Todestag von Clemens Brentano einen Aufruf, in dem der Wunsch ausgesprochen ! wird; die Gestalt des verewigten deutschen Dichters in der Stadt Frankfurt ^unserer Zeit und den i krmmenden Geschlechtern lebendig zu erhalten". Die j Habt Frankfurt plane deshalb die Wiederher- Astllung des Elternhauses des Dichters, des Hauses „3 um goldenen $ o p fz in der Großen ; Ämdgasfe und seinen Ausbau zum „Haus der deut- sehen Romantik". Der Oberbürgermeister bittet alle Ksitzer von Erinnerungsstücken wie Briefen, Urkunden, Handschriften, Bildern, Möbeln und alle M der Erforschung der deutschen Romantik beteiligten grauen und Männer, die Stadt Frankfurt m ihrem Besitz und ihrer Arbeit teilnehmen zu lesen, damit nach Beendigung des Krieges die vor-
»m Dache eines zweistöckigen Hauses ein kleines iinb, das nur durch die vorstehende Dachrinne vor rm Absturz bewahrt wurde. Unter Lebensgefahr elang es ihm, das Kind in Sicherheit zu bringen. !as Kind war allein in der Wohnung gewesen und -us dem Fenster gefallen. Auf dem'Dach war es inn bis an die Rinne gerutscht. Als die Eltern »ach Mitternacht heimkehrten, konnte ihnen ihr Kind vioerfebrt übergeben werden.
Kunst und Wissenschast.
Franz Graf Aedwih gefallen.
Der Dichter Franz Graf Zedwitz, der als Kriegs- rrichter an der Ostfront eingesetzt war, ist am 22. ; ini in den Kämpfen um Sewastopol gefallen. Graf eüwitz, der aus einer alten sudetendeutschen Fa- ilie stammt und 1906 in Wien geboren wurde, it sich als Schriftsteller durch eine Reihe großarti- yc Natur- und Tierschilderungen ausgezeichnet. Er lachte sich auch als Photograph einen Namen. - reine bedeutendsten Werke sind: „Zaubervoller Bal- n", „Wunderbare kleine Welt", „Im Banne der ole", „Tiergeschichten". 1939 erschien im Bermüh-
Derlag sein prachtvolles, hervorragend illustrier- 1 Tier buch „Gams in ihrer Bergheimat". In sei-
nem Roman „Untergang des Sonnenreiches" fchil- ixrt er die Eroberung des Inka-Reiches durch die ! fpanier, fein Buch „Feldmünster^ ist ein Roman «is einem Jesuiteninternat. Das deutsche Schrifttum wrliert in ihm einen Dichter von seltener Bega-
Mg und vielseitigem Können.
Ein Kulturfilm von Jagd und Jägern.
Bereits im vorletzten Winter begannen in der ! ominter Heide auf Wunsch des Reichsjägermeisters , Hermann Göring die Aufnahmen zu einem Kultur- m über dieses interessante Jagdgebiet im Kreislauf des Jahres. Nun sind die Dreharbeiten beendet. Den Abschluß des Bildstreifens wird eine Hirschjagd I fc6? ÖCm "®erJünöen un^ Derblasen der
Ein Haus der deutschen Romantik in Frankfurt.
rdunci lei' l°aiTltt nacy Veenoigung Des Krieges Die vor- ner $er< ö^henen Werke zur Tat werden können. Es soll auf dein i e*nß volkstümliche Ausgabe der besten Werke
der seiner t worden inreihigen x, schwär- , Mißein er seine Geldbörse ir, Messer, unmispltze Kriegs«
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Ab 1. August 1942 wurde die, Vertretung des durch die Wegberufung des o. Professors Dr. med. Herbert Siegmund nach Münster freiwerdenden Lchrstuhls für Pathologie an der Universität Kiel dem Prof. Dr. Waller Büngeler übertragen. Prof. lAingeler, 1900 in Niedermendig bei Koblenz gebaren, studierte in Bonn, Rostock und Frankfurt, promovierte 1924 in Bonn, habilitierte sich in Frankfurt 1929 und folgte 1934 einem Ruf als Direktor des Pathologischen Instituts nach Dan,zig. 1936 wurde er auf den Lehrstuhl für Allgemeine pathologische Anatomie an der Escola paulista de Medioina in Sao Paulo berufen. 1940 wurde er Mi o. Professor im Reichsdienst ernannt.
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Dozent Dr. phil. habil. Kurt Berger an der Universität Marburg ist zum außerplanm. Professor ernannt worden. Berger wurde 1904 in Aachen geboren. Er studierte in München, Wien und Marburg promovierte 1930 dort. 1934 habilitierte er sich ftr deutsche Literaturgeschichte mit der Arbeit: „Jean Hrul; der Humor als schöpferisches Prinzip in der i Dichtung".
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klöpffer
1 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Siel) mal, wenn ich nur on eure Berge denke, wird mir schon wohl. So etwas von Sonne und Farbe gibt's nicht wieder. Apropos, Sonne — was wcht dein Sanatorium? Ist es schon fertig?"
„Meine Kinderheilstätte, meinst du", verbesserte Lnrgger und bekam mit einemmal ein glückliches Gesicht. „Ja, mit der gehi's voran. In einigen Wo« m ist es soweit. Innen legen sie schon das Linoleum. Du helmreich, das wird eine schöne und dankbare Sache! Ich bin ein wenig verliebt in mein »Merk, aber das ist entschuldbar, nicht? Dreihundert finDer wird der Bau fassen, dreihundert junge Derschen, denen ich mit Luft, Licht, Diät und &r.ne helfen kann."
„2a wird sich der säurefesteste Bazillus aber grä- tor", lachte helmreich.
I „Wird er auch. Eine solche Sonnenheilstätte für ||ftini>er war schon lange nötig. Und„ich schmeichle
sie ins Leben gerufen zu haben."
i| .Teuer?"
.Frage lieber 'nicht. Kostenooranschläge stimmen vi:cnntticf) nie. Mein ganzes Vermögen steckt darin.
1 ßojar Schulden habe ich noch, aber das schadet vchis. Wenn der Betrieb einmal eröffnet ist, regelt r das mühelos. Darum ist mir nicht angst", erwi- vrrts Brügger zuversichtlich. In seinen grauen, klu- j IM Augen stand ein froher Glanz.
.hals« und Beinbruch und einen guten Anfang!
} Mhschte helmreich und reichte dem Jüngeren die W.
- „Danke. — Also Station 1 soll ich übernehmen?
! .Ja. Einzuweisen brauche ich dich nicht, du kennst loden Betrieb hier. Es hat sich nichts geändert feit
Vorjahr. Ich will die Oberschwester herrufen.
$ drückt auf einen Knopf. Dann macht er auf dem ^hceibtisch ein wenig Ordnung. Auf geschlagene Bu-
Aus der Stadt Gießen.
Woher stammen die pilznamen?
Die eigentliche Jahreszeit der Pilze kommt wieder heran, und wir genießen mit Behagen diese wohlschmeckenden Früchte des Waldes, die aizch als Volksnahrungsmittel immer mehr in ihrem Wert erkannt werden. Manche Pilze haben sehr merkwürdige Namen, über die man sich schon ost den Kops zerbrochen hat und die auf uralte Ueberlieferung Hinweisen. Leicht zu erklären sind die Namen, die sich auf das Aussehen des Pilzes beziehen, wie „Röhrling" oder „Dickfuß", „Korallenpilz", „Hämling" usw. Der „Schirmpilz" sagt ebenso klar seine Bedeutung wie etwa „Hasenohr" oder „Dürrbehn- del", der ein „dürres Bein" aufweist. Nach der Farbe sind Pilze wie „Grünling", „Bläuling", „Schwefelkopf" usw. getauft. Ein schauriger Name, wie „Totentrompete", schreibt sich von Form und Farbe her, indem die dunkle Trauerfärbung mit der trichterartigen Form verknüpft ist.
Schwieriger ist es schon, die Herkunft von Pilznamen wie „Fliegenpilz", ,^hitschschwamm", „Hasenbovist" oder „Krötenschwamm" zu erkennen. Man hat auf eine Stelle bei dem berühmten Kanzelredner Abraham a Santa Clara hingewiesen, an der der „Hirschschwamm" nach dem Volksglauben als vom Hirsch aus dem Boden gezaubert bezeichnet' wird. Diese Pil^e scheinen also nach den Tieren der „wilden Jagd" genannt zu sein, denn man glaubte, daß manche Pilze, deren Gift auf ihren dämonischen Ursprung schließen ließ, durch den teuflischen Wotansritt entstünden. An diesen Zusammenhang mit allerlei unheimlichen Spuk erinnern Bezeichnungen wie „Satans-, Teufels-, Hexenpilz" oder „Speiteufel".
Rätselhaft klingt der Name „Trüffel"; er weist auf den italienischen Ursprung dieses Pilzes hin, denn das Wort ist aus der Verkleinerungsform des Pilzgewächses „tartufo“ entstanden, die ja merkwürdigerweise auch unserer Kartoffel den Namen gegeben hat. Auf seine französische Herkunft weist der „Champignon" in seinem Namen hin; es ist der „auf dem Feld wachsende" Pilz, worauf die Ablei- tung voy französisch „champ“ hindeutet. Die Einführung aus der Fremde verrät der „Reizker" nicht so auf den ersten Blick, und doch zeigt dieses weit verbreitete und wohlschmeckende Pilzgeschlecht durch seinen Namen an, daß es aus dem Russischen stammt. Russisch heißt der Reizker „ryschik", ^u deutsch „ber Rötliche" wegen seines roten Saftes, und wir erfahren aus einem in Hamburg 1793 erschienenen Lexikon, daß diese Pilzart damals in eingesalzenem Zustande aus Rußland zu uns gesandt wurde; freilich war sie damals auch bereits im deutschen Walde heimisch.
Der rätselhafte Name „Morchel" birgt doch einen guten deutschen Kern, denn es ist die Verkleinerungsform des alchochdeutschen „rnorha" und mittelhochdeutschen „morche", das ursprünglich die gelbe Rübe als Möhre bezeichnet. Der eßbare Pilz wurde also als „kleine Möhre" oder als „Mohrchen" bezeichnet und dann schließlich auf „Morchel" feftgeleat. Der „Pfifferling" heißt so nach seinem Pfeffergeschmack. Der Sinn des Wertlosen ist erst seit dem 16. Jahrhundert mit dem Namen verknüpft, als dieser ursprünglich so hoch gehaltene Pilz immer häufiger und billiger wurde. Röcht schwierig ist der Name eines häufigen Baumpilzes, des „Hallimasch", zu erklären, der sich um die Stämme flicht und dadurch zum Schrecken des Forstmannes wird, wenn er auch einen angenehmen Geschmack hat. Die Silbe „masch" ist wie unsere „Masche" auf die alldeutsche Wurzel „rnesq" = Flechten zurück zu führen. Das altdeutsche „Hali", das in der ersten Silbe erscheint, ist mit un= ferm „hehlen" verwandt und bedeutet die Heimlichkeit. Der „Hallimasch" ist also der heimlich Flechtende, als der er sich durch die Umwindung der Baumstämme mit seinen manchmal mehrere Pfund schweren Strängen erweist. C. K.
Oer Fall von Rostow in der neuen Wochenschau.
Den stofflich breitesten Raum in der neuen Wochenschau nehmen die Bildstreifen ein, die die E i n- nähme von Rostow behandeln. Nach einer durch graphische Zeichnung gegebenen Aufklärung über den strategischen Verlauf der Operationen zwischen Kursk und der Donmündung, die wegen der für den Laien unübersichtlichen Planung dieser Kämpfe sehr willkommen ist, gelingt es den Kriegsberichterstattern, die Tatsache des konzentrischen Angriffs auf Rostow auch wirklich als konzentrisch darzustellen. Dabei ist niemals vergessen worden, auch das ästhetische Filmbild einzuschalten. Eine zwischen Kornfeldern vormarschierende Truppe, ein auf breitem Raum nach vorn getragener Panzerangriff gehören zu diesen befriedigenden Eindrücken.
Der Zug der Wochenschau, in jeder Woche ein möglichst totales Bild vom Kriegsgeschehen zu geben, erweist sich auch diesmal, indem sie die Be
cher, ein Mikroskop, Röntgenfilme, Zettelwerk und Journale bedecken feine Platte. Nach einer Minute erschien die Oberschwester.
„Der Kollege wird Ihre Station führen, Schwester Dominika." %
„Das ist recht. Dann kann Dr. Lederer also heute weg? Wenn Sie gleich herunterkommen wollten, Herr Doktor? Wir haben soeben einen Zugang erhalten. Einen Derkehrsunfall, vermutlich Gehirnerschütterung."
„Ich gehe mit", erklärte Brügger und verabschiedete sich von dem Professor.
Durch eine Flucht von Gängen und über eine Treppe abwärts gelangten Arzt und Schwester in den kleinen Operationssaal von Station 1. Brügger orientierte sich mit wenigen Blicken. Dann schlüpfte er in den weißen Mantel, den ihm jemand binhiell. Eine Tragbahre wurde hereingeschoben. Brügger ließ Wasser in bas blitzende Fayencebecken laufen. Die Oberschwester hielt ihm ein Krankenblatt unter die Augen.
„Die Personalien der Neuen, soweit sie sich in der Eile feststellen ließen. Sie ist zwar bewußtlos, aber sie hatte eine Handtasche bei - sich. Commotio und ein Riß am Hinterkopf. Vielleicht ist auch sonst noch allerlei los."
Brügger las:
„Anna hudal, hilfslchrerin, ledig, eingeliefert von der Sanitätskolonne um ..."
„Danke", sagte Brügger, der noch immer seine Hände bürstete. „Muß nachher sofort in die Röntgenabteilung. Vielleicht ist eine Basisftaktur vorhanden. Vvn dem Ergebnis bitte ich mich m Kenntnis zu setzen", ordnete er an und blies eine Haarsträhne aus der Stirn.
Die Operationsschwester hatte unterdessen den Notverband entfernt und rasierte die Umgebung der Wunde, aus der neues Blut sickerte.
Brügger schielle auf die Patientin, über deren Oberkörper Tücher gebreitet wurden, und zog die Gummihandschuhe an. Dann trat er gerüstet an den Operationstisch.
eifere Erleichterungen im Gemüsekauf.
Oie Beschränkungen bei Obst bleiben aufrechterhalten.
NSG. Der jahreszeitlich bedingte größere Anfall an Gemüse erlaubt es nunmehr, die bestehenden Beschränkungen des Verkehrs zwischen Erzeuger und Verbraucher bei Gemüse zu lockern.
Um insbesondere den Haus- und Schrebergärtnern die Möglichkeiten zu geben, überschüssige Gemüsemengen unmittelbar an Verbraucher abzusetzen, ist i n n e rh alb der G e m e i n d e die Abgabe von Gemüse durch Erzeuger unmittelbar an Verbraucher gestattet. Die Abgabe von Gemüse an Verbraucher, die n i ch t in derselben Gemeinde wie der Erzeuger ansässig sind, bleibt nach wie vor verboten, abgesehen von den für einzelne Landkreise bereits getroffenen Ausnahmen von dem Verbot des Direktverkehrs bei Gemüse, sowie abgesehen von der kürzlich zum überörtlichen Verkehr zwischen
Erzeuger und Kleinverbraucher freigegebenen Gemüsearten Erbsen, Kopfsalat und Weißkohl. Auch der Bahnversand von Gemüse ist nur unter den bekannten einschränkenden Bestimmungen zulässig.
Für Obst muß es mit Rücksicht darauf, daß zur Zeit noch keine größere Mengen anfallen, bei der seitherigen Regelung verbleiben. Danach ist die unmittelbare Abgabe von Obst vom Erzeuger an Ver- braudjer auch im ortsansässigen Verkehr unstatthaft.
Ferner wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die in einzelnen Gemeinden getroffenen Anordnun- aen über die Abgabe von Obst und Gemüfe in Ladengeschäften (z. B. Abgabe nur auf Haushaltsausweis bzw. gemäß Eintragung in die Kundenlisten) bestehen bleiben.
Die
anderung am Sonntag.
hessischer Rennweg: Frledelhausen — Waidhaus — Frankenbach — Hungerberg — Helsholz — Bieber.
Interessant ist die Begehung des Teiles vom „hessischen Rennweg", der in der Nähe von Gießen vorbeizieht und neben seiner historischen Bedeutung auch äußerst reizvolle Partien aufzuweisen hat. Die ganze Wanderstrecke ist auf Veranlassung des Thüringer Rennsteigvereins vom VHC. Gießen mit einem roten H bezeichnet. — Wir beginnen unsere Wanderung bei der Station Friedelyausen, überschreiten die Lahn und durch das anmutig gelegene Dorf Odenhausen, kommen am Fuße des Altenbergs her und gelangen in den großen Wißrnarer, später Krofdorfer Wald, vor dessen Einaang wir einen überraschenden Blick nach den Lahnbergen haben. Nach einiger Zeit treffen wir den roten Keil, mit dem wir auf prächtigem Waldweg zum Forsthaus Waldhaus wandern. Der weitere Weg führt hinab nc«h Krumbach und jenseits über einen Höhenrücken mit schönen Fernblicken nach Frankenbach, das wir durchschretten und zunächst bis zum Walde der Straße nach Erda folgen, hier wenden wir uns links, gehen am Waldrand entlang, stets hübsche Blicke namentlich auf das Dünsberggebiet genießend, später auf lauschigen WaDschneisen über den Hungerberg bis zur „Philippstanne" im Helfholz, wo wir auf die schwarze Punktmarkierung stoßen. Wir verlassen jetzt das H, das über Königsberg, Bermoll und Bellersdorf nach Herborn weiterführt^ und folgen in nördlicher Richtung den schwarzen Punkten (unterwegs wieder schöne Blicke auf Dünsberg und Königsberg) bis in die Nähe der früheren Oberförsterei Sttupbach, wo mir, nunmehr ohne Zeichen,
im Tale weitergehend, auf die Königsberger Straße gelangen. Nach etwa SVzftünbiger Wanderung erreichen mir durch das Biebertal unser Endziel Bieber.
Lich — Ronnenrolh — Laubach — Grünberg.
Von unserem Ausgangspunkt Lich wandern wir in östlicher Richtung blauen Punkten nach, die uns über den bewaldeten Rehköpf am Birkenweiher vor- bei nach Nonnenroth bringen. Das Zeichen leitet uns weiter über eine aussichtsreiche höhe mit Blicken nach dem hohen Vogelsberg, später durch viel Wald nach depi schmucken Städtchen Laubach, wo wir dem gräflichen Schloß und Park einen Besuch abstatten können. Auch sonst bietet das alter« tümliche Städtchen manches Sehenswerte. Nunmehr ohne Zeichen gehen wir auf der Straße nach Lauter, von der wir überraschend schöne Fernblicke genießen, später durch das reizende Brunnental hinauf zum hochgelegenen Grünberg, das ebenfalls viel Interessantes in seinen Mauern birgt. Wander- zeit 5 Stunden.
Wandervorschlag des DHL. Gießen.
Abmarsch Lahnbrücke zum Bismarckturm, ab hier roter Ring (DHC.-Markierung) zum Sttaßeneck Gießen/Launsbach, hinauf zur Napolevnsnase, dem Sieben-Hügel entlang zur Konrad-Waldeck-Lärche (2 Stunden). Wetter zum Dorfausgang Wißmar, zur Eisenbahnbrücke Gießen—Lollar, nach lieber» schreiten der Prücke fintes Lahnufer zur Badenburg und blauen Sttichen folgend zurück zur Stadt. Ge- samtwanderzeit 4 Stunden.
feftigungen und einrückende Verstärkungen an der Attantikküste zeigt. Der zähe Verteidigungswille unserer Soldaten zeigt sich hier sowohl in stark ausgebauten, Festungen gleichenden Schutzstellungen, wie in den ungeheuren Ausmaßen der Kanonen, die der Bettachter der Wochenschau in voller Tätigkett erlebt.
Einen der unheimlichsten Effekte macht der Blick auf die im äußersten Westzipfel der Krim zusammengedrängte Gruppe von Sowjets. Eine packende Bilderzählung ist die Schilderung eines Tiefangriffs sowjetischer Flieger auf eine unserer motorisierten Vorausabteilungen. Diese Szene ist sehr eindrucksvoll in den Wochenschauablauf eingebettet, da sie es trotz der Spannung verficht, den ganzen Vorfall als einen nicht übermäßig wichtigen Zwischenfall für die betroffene Truppe zu charakterisieren.
h: h. g.
Linn6-Äortrag 1942.
Im Hörsaale des Botanischen Jnstttuts hatte sich gestern abend, wie alljährlich, eine zahlreiche, interessierte Hörerschaft zum Linne-Vortrage 1942 zusammengefunden. Als Hausherr und Vertreter der botanischen Wissenschast an unserer Universität sprach Professor Dr. Küster in ebenso anregenden wie formvollendeten und gemeinverständlichen, durch ein reiches Anschauungsmaterial belebten Darlegungen über das Thema „Pflanzenkrankheiten als Schmuckstücke unserer Gärten".
Der Vortragende erläuterte zunächst einige an abnormer Färbung des Laubes kenntliche Pflanzenkrankheiten. Als Panaschierung bezeichnet man die Erscheinung, daß die Blätter einer Pflanze aus grünen und weißen Anteilen sich zusammensetze^n; die letzteren sind nicht imstande, für ihre Ernährung ober die der ganzen Pflanze etwas beizutragen und leben allein von den Stoffen, die die grünen Anteile Herstellen. Der Botanische Garten in Gießen
ist an Pflanzen dieser Art besonders reich. — Vi- ruskrankheiten der Pflanzen liegen bei der oft untersuchten Mosaikfärbung der Tabakpflanzen vor; rm Garten als Ziergiwächse kultiviert werden die gefleckten Aucuba-Sorten, die großfleckigen Farfu- gien, die gescheckten Codiaeum-Formen, das zebra- aestteifte Gras Eulalia u. a. m. — Des wetteren behandelte der Vorttagende die Erscheinungen der Verbänderung (Celosia, hahnenkamm) und die un= fruchtbaren Plütenmassen des Blumenkohls. Unfruchtbar wie diese sind viele gefüllte Blüten (Zentifolien). Vergrünung, d. h. Ersatz der farbigen Blütenanteile durch grüne, erläuterte Professor Küster an einer Dahliaform. Große Bedeutung für die Obstzüchtung hat die Gewinnung kernloser Früchte (Korinthen, Bananen; Apfel, Dirne, Johannisbeere, Gurke). — Schließlich wandte sich der Redner den abnormen Baumformen zu, den Trauerbäumen, den Zwerabäumen der Japaner, den Spalierbäumen, den Pfropfungen und der Bizzarria (Citrus- früchte). — Zum Schluß wurde kurz das Wesen der Polyploidie erläutert. Sie Gewinnung polyploider Kulturpflanzen und ihre Bedeutung für Sie Praxis.
Der Physiologe Professor Dr. B ü r k e r machte sich zum Sprecher Ser angeregt lauschenden Hörerschaft und dankte Professor Küster mit herzlichen Worten für 25 Linne-Dorttäge, in denen sich wissenschaftliche Gediegenheit und künstlerisch vollendete Form Ser Darstellung harmonisch verbinden. Professor Küster schloß seinerseits mit 2) ante smarten und der Einladung zum nächsten Linnö-Vorttage. Nach liebenswürdigem altem Brauch wurden zuletzt die prachtvollen Blumensträuße, die das Katheder schmückten, unter den Hörerinnen verteilt.
Eine oesährliche sommerliche Unsitte.
NSG. Man kann nicht oft genug davor warnen! Die Unsitte vieler Erwachsener, Gras- ober Strohhalme gedankenlos in den Mund zu* nehmen und auf ihnen herumzukauen, hat in vielen Fällen nicht
„Klemme! Noch eine — Nadel — danke — Jod. Tetanusserum. Tupfer. Fertig." Während er den Verband anlegte, betrachtete er das Gesicht der Verunglückten. Schräge, dunkle Bremen, eine kleine Nase, der Mund ein bißchen groß und voll, in den Winkeln nistete noch eine Spur von Lippenstift. — Eigentlich recht hüosch, — dachte er ohne sonderliches Interesse. Er hob em Lid hoch unb ließ es wieder fallen, klopfte mit dem Reflexhammer, dann machte er sich ans Untersuchen. Ein paar Kratzer, ein paar blutunterlaufene Stellen, aber gottlob keine Knochenfraktur. Brügger deckte den schmalen, knabeichaften Körper wieder zu und sagte voll ftten- ger Sachlichkeit:
„Ab! hoben wir noch ein Einzelzimmer? Gut. Und was haben Sie jetzt Schönes für mich, Schwester?" —
Die Visite am nächsten Morgen ergab, daß Anna hudal noch immer nicht bei Bewußtsein war. Dr. Brügger fühlte den Puls, zählte die Atemzüge, zuckte die Achseln und verließ das Krankenzimmer. Fast hätte er einen Knaben umgestoßen, der vor der Tür wartete und ein paar Blumen in der Hand hielt.
„Nun, kleiner Mann, wohin willst du?"
„Zu unserm Fräulein."
„3u Fräulein hudal? Ausgeschlossen. Die kann mit dir noch nichts anfangen", wehrte Brügger kopfschüttelnd ab.
„Ist es so arg?" forschte der Kleine ängsllich. Er mochte dreizehn' Jahre alt sein, war ärmlich gekleidet und hafte einen weißblonden, verstruwelten Haarschopf. '
„Wir weichen sie schon burchbringen", ttöstete er. „hast du das Fräulein gern?"
„Und wie! Die mag jeder."
„Wie heißt du denn?"
„Glasl, Georg."
„Also Glasl, heute ift's nichts mit der Besucherei. Mußt halt später noch einmal vorbeikommen. Vielleicht übermorgen. Die Blumen läßt du da. Die stelle ich chr ins Zimmer. Die werden sie erfreuen.
wenn sie aufwacht. Und da ist eine Mark. Kauf dir was." Der Bub schüttelte energisch den Kopf.
„Dergelt's Gott, aber ich nehm nix. Die Blumen müssen Sie ihr gewiß geben", erklärte er. „Und sagen S' dem Fräulein, ich bin nicht bloß wegen mir gekommen, sondern für die ganze Klasse. Wir wünschen gute Besserung."
„Ich werde es ausrichten."
Als Anna zu sich kam, war der dritte Tag angebrochen. Dieses Zusichkommen geschah nicht ruckweise und auf einmal, sondern in vielen Etappen. Zuerst nahm sie ein feines Brennen am Hinterkopf wahr und einen Druck in ihrem Schädel. Als sie sich mit diesen beiden Zeichen wiederkehrenden Bewußtseins oertraut gemacht hMe, versuchte sie, die Lider zu heben, was ein nicht ganz leichtes Problem war. Sie sah mit Erstaunen in ein völlig unbekanntes Zimmer. Zwischen Fenster und Tür standen fremde Dinge: ein Schrank, ein Tisch, ein Sessel mit hoher Lehne. Auch ein Bild war da mit bieder- meierlich gekleideten, stolzierenden Paaren. Anna schloß die Augen und versuchte, Ordnung in ihren Kopf zu bringen, aber es wurde nichts Rechtes San aus. Erft die Nachhilfe der Gangschwester formierte bas Chaos. Sie erfuhr, baß sie einen Unfall gehabt habe und in der Klinik läge, daß sie genäht worden sei, und daß sie sich keine Sorgen zu machen brauche.
„So?" erwiderte Aima höflich, und damit war ihr Bedürfnis nach Zwiesprache für diesen Tag gedeckt.
Sie wurde frisch gebettet, bekam gekühlte Milch zu trinken und hörte das Knirschen der Eisstückchen auf ihrem Kopf, den ein Gummibeutel beschwerte. Als die Schwester keine Antwort .erhielt, gab sie das Fragen auf.
Anna war müde wie noch nie, und eilt sanftes Sausen erfüllte ihr Schädelgewölbe. Man holte Dr. Brügger herbei. Der fragte nicht viel, aber er klopfte an ihrem Verband herum und schob ihr ein Thermometer in die Achselhöhle. Laßt mich in Ruhe! dachte Anna verschwommen unb trieb einen brausenden Fluß hinab. (Fortsetzung folgt.)


