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AUF MÖNCKEBER6

Einer, der am Krieg verdienen wollte

Lo-e Zuchthaus- und Geldstrafen für einen gewissenlosen Betrüger.

Im 45. Zuteilungszeitraum vom 11. 1. bis 7. 2. 1943 erhallen die bezugsberechtigten Verbraucher Brot, Mehl, Fleisch, Butter, Butterschmalz, Marga­rine, Käse, Quart, Getreidenährmittel, Teigwarcn, Kartoffelstärteerzeugnisse, Kaffee-Ersatz- und Zusatz­mittel, Vollmilch, Zucker, Marmelade, Kunsthonig und Kataopulver in der bisherigen Höhe. Daneben wird an alle Verbraucher, die nicht Selbstversorger mit (Setreibe sind, eine Sonderzuteilung von 250 g Hülsenfrüchten und 125 g Reis ausgegeben. Für diese Sonderzuteilungen sind auf den Rährmittel- tarten besondere Abschnitte vorgesehen (Hülsenfrüchte Doppelabschnitt R 29/91 30, Reis Abschnitt N 31). Eine Vorbestellung wird für diese Waren nicht durchgeführt. Die vorgenannten Abschnitte sind beim Warenbezug abzutrennen und beim Ernährungs­amt mit abzurechnen. Für ausländische Arbeiter sind auf den diesen zustehenden Wochentarten eben-

Lpd. Darmstadt, 29. Dez. Durch Vermittlung' des Obermeisters der Malerinnung im Kreis Darm­stadt wurde im Sommer 1940 die Aufstellung einer Arbeitsgemeinschaft von Malern und Weißbindern vorbereitet, die bei der Beseitigung von Gebäude­schäden in den zu Kriegsbeginn geräumten Ge­bietsteilen der Saarpfglz Mitwirken sollte. Auf Grund freiwilliger Meldung und Bewerbung wurde der Auftrag an den jetzt 51jährigen Malermeister Wilhelm S ch w ar z aus Darmstadt und zwei an­dere Handwertsmeister vergeben. Die drei Teil­haber schlossen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zu­sammen, die im Oktober 1940 ihre Tätigkeit auf­nahm und die geschäfts führende Leitung auf Schwarz als Obmann übertrug. Obwohl die Ar­beitsbedingungen der verbindlichen Preislisten für Instandsetzungen m den ehemals freigemachten Wiederaufbaugebieten und die vertragliche Ab­machung mit dem Wiederaufbau amt bei dem Land­rat in St. Ingbert einen angemessenen Gewinn- ertrag sicherten, faßte Schwarz, nachdem er sich an Ort und Stelle mit den Möglichkeiten unzulässiger Abrechnungsmethoden vertraut gemacht hatte, den Entschluß, durch täuschende Angaben gegenüber dem Wiederaufbauamt die Gewinnrechnung zum Nach­teil b»r.Auftragsbehörde und zur beschleunigten urcb willkürlichen Erzielung von Uebergewinnen zu­rechtzumachen. Er verstand es, durch unrichtige An­gaben in den von ihm aufgestellten Tagelohn zetteln und Rechnungen die behördliche Abrechnungsstelle

mählich duntelrot. Der Beamte räusperte sich und wandte sich an Sigrid:

Ach, dann Haden Sie Schloß Mönckeberg wohl zur Zeit vermietet?"

Sigrid schüttelte den Kopf.

Auch nicht! Aber ich kann Ihnen die Lage mit wenigen Worten erklären: Als mein Vater vor einem halben Jahre starb, konnte ich Mönckeberg nicht länger halten; deshalb verkaufte ich das Schloß an Herrn Güstrow, einen Deutsch-Amerikaner, der sich nun dort zur Ruhe gesetzt hat. Herr Güstrow ist Herrn Duderstädts Onkel. Gelegentlich der lieber« gäbe des Schlosses an Herrn Güstrow lernte ich auch Herrn Duderstädt kennen. Daher also rührt unsere Bekanntschaft!"

,^Hm, hm", machte der Kriminalassistent. Sein Blick, mit dem er Frank streifte, wurde etwas fteundlicher und schien irgendwie um Entschuldigung zu bitten. Nachdem er noch einige Aufzeichnungen gemacht hatte, räusperte er sich erneut.

,Kehren wir zu dem Einbruch hier zurück: Kön­nen Sie sich erinnern, Fräulein von Mönckeberg, ob Sie die Wohnungstür bei Ihrem Fortgang ordnungsmäßig verschlossen haben?"

Das weiß ich ganz genau!"

ijatte noch irgend jemand Zutritt zu Ihrer Wohnung?"

Nein! Außer meinen wenigen Schülern ich habe augenblicklich nur drei erscheint dreimal in der Woche meine Aufwartefrau. Aber erstens besitzt sie keinen Schlüssel, und zweitens kommt sie für einen Verdacht nicht in Frage."

Der Kriminalassistent war aber gewissenhaft ge­nug, trotzdem Namen und Wohpung der Aufwarte­frau aufzuschreiben.

Ueberlegen Sie einmal. Fraulein von Moncke- berg: konnte ein Dritter wissen, daß Ihre Wohnung heute abend unbeaufsichtigt war? Oder haben Sie mit irgend jemand darüber gesprochen, daß Sie die Absicht hatten, heute abend auszugehen?"

(Fortsetzung folgt)

Hand.Merken Se sich, Herr Dokta: wer zuerst Autyaut, ts* immer im Vorteil!" fügte er mit philo­sophischer Gemütlichkeit hinzu.

Gleich darauf hatten sie festgestellt, daß sich in der Wohnung niemand mehr oerfrorgen hielt. In den anderen Räumen sah es ebenfalls ziemlich wüst aus, obgleich die Unordnung nicht ganz so groß war wie in dem ersten Zimmer. .

Sigrid, die sich bis dahin tapfer gehalten hatte, ließ sich jetzt in einen Sessel fallen und begann zu schluchzen. ,.z IW

Tlein Gott, wie furchtbar ist bas!*

Frank trat zu ihr. legte einen Arm um ihre Schulter und streichette beruhigend ihr Haar. Und Giesecke fragte fachlich: .. .

,3a, wat ham die Brüda denn rru eftentlich je- klaut?"

2. Kapitell

Wenige Minuten waren nur vergangen, als ein Kriminalassistent und ein Schupobeamter erschienen, die vom nächsten Polizeirevier aus geschickt wor­den waren. . , , r

Na, denn kann ick ja wohl jehn , sagte Meister Giesecke, nachdem er den Beamten einen kurzen Be­richt gegeben hatte. Fröstelnd zog er den Bademantel enger um feine hagere Gestalt und nahm fein Werk­zeug unter den Arm.

Sigrid, die sich inzwischen etwas gefaßt hatte, hielt ihn mit einer Handbewegung zurück.

Herr Giesecke. können Sie mir mofgen früh ein neues Schloß einsetzen?"

91a jew ß doch, Frollein! Mach ick! Een Schlotz roer* ick Ihnen anmachen: pikfein, oberprimaUnd ick freß 'n Besen, wenn bet eener mifn Nachschlüssel uff kriegt ... Det heeßt wenn et Ihn' nicht zu teuer is, Frollein?"

Sigrid hob müde die Schultern und lächelte matt: Ach, machen Sie nur, Herr Giesecke."--

Die Beamten kehrten von einer flüchtigen Durch­suchung der Wohnung zurück, und der Kriminal- assitt-nt wandte sich an Sigrid:

Wenn Sie nicht zu müde und abgespannt sind.

Oie neuen Lebensmittelkarten

Sonderzuteilung von Hülsenfrüchten und Jiris.

in dem die Situationen und die Dialoge in ihrer Wirkung geschickt und genau vorausberechnet und aufeinander abgestimmt sind, so daß sich unter der Führung des Spielleiters Johannes Meyer ein angenehm unterhaltendes und witziges Durcheinan- der entwickelt, dem man mit Vergnügen und unge­trübter Heiterkeit zuschaut, zumal für die Einfäde­lung und Entwirrung dieses turbulenten Knäuels aus Verwechslung, Mißverständnis, Eifersucht und Liebe ein hübsch verteiltes, sauber aufeinander eingespieltes, gutgelauntes Ensemble eingesetzt wurde. Die überraschendste und erfreulichste Begegnung hat man mit Ferdinand Marian, der diesmal mit Nichten einen dämonischen Schuft zu spielen hat, sondern einen hartnäckigen Liebhaber, der feine wohlpointierten Frechheiten scharmant an die richtige Adresse bringt; sie heißt mit Vornamen Helene, in Wirklichkeit Leny Marenbach. unb macht es reizend und nahezu glaubwürdig. Das zweite Paar wird von Alice Treff und Hans Zesch-Ballot sehr hübsch gespielt, unb das dritte heißt ßucie Englisch und Georg Alexander, deren be­kannte komische Qualitäten sich in dieser Umwelt vortrefflich bewähren. Auch Trude Haefelin, Arthur Schröder, Margarete Kupfer und Hubert v.Meyerinck verdienen ehre lobende Er­wähnung. (Bavaria.)

*

Im Beiprogramm sieht man die neue Wochen­schau und einen sehr interessanten, technisch voll­kommenen KulturfilmSalmo", aus dem Leben einer Forelle. Hans Thyriot.

Gießener Vochenmarkkprelse.

* Gießen, 30. Dez. Auf dem heutigen Woc^en- markt kosteten: Wirsing, Vi kg 10 Rpf., Weißkraut 7, Rotkraut 10, rote Rüben 8, Grünkohl 6, Lauch 15, Sellerie 16, Feldsalat, 6 Rpf.

Fräulein von Mönckeberg, wollen wir gleich ein Protokoll aufnehmen. Oder--?"

3a, ich bitte darum, meine Herren!"

Der Beamte räumte einige der umherliegenden Bücher beiseite und setzte sich an den Tisch.

ffsigrid von Mönckeberg", schrieb er, während er halblaut vor sich hinsprach.Beruf: Klavierlehrerin. Ihr Alter?"

Zwerundzwanzig Jahre."

So, und nun erzählen Sie mal! Die Wohnung war heute in den Abendstunden ohne Aussicht, nicht wahr?"

3a, ich ging abends gegen acht Uhr fort, weil ich mich am Bahnhof Zoo mit Herrn Duderstädt verabredet hatte. Wir aßen bann gemeinsam zu Abend und gingen anschließend noch in ein Kaffee­haus, und als ich dann kurz nach Mitternacht ich glaube, es war zwölf Uhr fünfzehn heim- kam, da war das hier bereits geschehen!"

Der Beamte blickte Frank mit offensichtlichem Mißtrauen an:Der Herr Duderstädt sind Sie?"

3a, ganz recht: Frank Duderstädt ist mein Name." 3hr Beruf/'

Kandidat der Medizin."

,Zhr Alter?"

Fünfundzwanzig Jahre."

Wohnen Sie in Berlin?"

Nein! 3ch bin nur zwei Tage zu Besuch hier. Ich bin auf der Durchreise von Leipzig wo ich studiert habe nach Schloß Mönckeberg in der Mark, wo ich meine Doktorarbeit fertigschreiben will."

..Ach. dann sind Sie wohl mit Fräulein von Mönckeberg verwandt?"

Nein! Das heißt, ich hatte die Absicht aber das gehört nicht zur Sache!*

Der Beamte hob den Kopf: um feinen Mund zuckte ein spöttisches Lächeln als er* Frank durch­dringend ansah: ,j)m ...

Eine kurze peinliche Pause trat ein.

Frank nagte verlegen an seiner Unterlippe; seine Narben auf Stirn und Quartsette färbten sich all­

ben, nachdem Ende November der 80 Geburrstnn Kloses die Aufmerksamkeit wuch ber beutf* DeffentWeit wieder auf den in stiller Zurück«".

Musiker gelentt'batte.kboren tn Karlsruhe, studierte SIo|e bei Bruckner war- über er Erinnerungen veröffentlicht bat. Ms charak- fertoHer Kampanist der fpätromantifdien Nicktuna als wertbewußter Musikpolitiker auch in verwi^en Zetten und als Musikpädagoge in Bafel und an ber" uorragenber Stelle m München batte sich der Der- ftorbene einen geachteten Namen erwarben

Der Geiger «erbard Tafchner in Kam

Der junge Erste Konzertmeister des Berliner Philharmonischen Orchester- Gerhard Tafchner " r EkurzeuiasSolstt eines Abendroth.Konzert^ in ®?e n,ar- ^at zum erstenmal in Rom als S°l'st auf. Nach dem frühen Richm, den Taschner fett feiner Entdeckung und Verpflichtung durch Furt- wangler in Deutschland erwarb, war das römische Gastspiel des 20jäbrigen Künstlers im Rahm'en der Kanzerte der Pbilbarmanischen Akademie wie auch >n der italienischen Hauptstadt eine Ueberraschung Handel, Mozart und die Chaconne oon Bach wurden mit einer erstaunlichen musikalischen Reife interpre­tiert. Dann führte das Programm zu den qefabr- lichsten Klippen des graßen Virtuafentums zu Pa- ganini und Sarafate. Der Beifall war stürmisch und herzlich zugleich. Kuno Renatus.

Aus aller Wett.

Starkes Erdbeben verzeichnet..

Am 29.12., 4.44 Uhr 22 Sekunden MEZ. ver­zeichneten die Instrumente ber Reichsanftalt für Erdbebenforschung in Iena ein sehr heftiges Erd- beben, dessen Herd etwa 9 00 Kilometer ent- entfernt ist. Als Herdlaqe kommt vermullich aas dalmatinische Küstengebiet in Frage. Die Bodenbewegungen in Jena hielten nahezu eine .halbe Stunde an. Die Energie der Be­wegung war so groß, daß bei den 2000fach oer- gröhernden Nahbebeinstrumenten die Schreibfedern aus den Lagern geworfen wurden. Auch an den württembergischen Erdbebenwarten St u t t g a r t, Ravensburg und Meßstetten wurde ein ziemlich tarkes Erdbeben ausgezeichnet. Die erste Welle traf in Stuttgart 4.44 Uhr 13,5 Sekunden ein. Die be­rechnete Herdentfernung oon Stuttgart beträgt 1000 bis 1050 Kilometer, und zwar liegt der Herd ziem­lich genau südöstlich von Stuttgart, demnach im Grenz gebiet von Albanien und Monte­negro.

Aeues Erdbeben in der Türkei.

3000 Häuser sind bei einem dritten Erdbeben im Bezirk oon Kughla südöstlich von Smyrna eingestürzt. Man befürchtet, daß viele Menschen verschüttet sind. Ein starkes Beben ist in der Nacht zmn Montag auch in Istanbul verspürt worden. In Niksar sind 160 Häuser eingestürzt.

Schweres Erdbeben in Columbien.

Durch ein Erdbeben in Columbien sind in der Stadt Lorica schwere Verwüstungen angerichtet worden. Eine Reihe von großen Gebäuden, darunter die Markthalle, ist eingestürzt. Die Bevölkerung übernachtete im Freien.

Ein Steinadler verflog sich nach Heidelberg.

Steinadler sind so selten geworden, daß man sie in freier Natur nur noch in der Hochschweiz oder in Sardinien zu sehen bekommt. Zur Zeit jedoch hat sich ein mächtiger Steinadler auf dem Strich nach Heidelberg verflogen. Auf dem Raubvogelhaus des Heidelberger Tiergartens, in dem Seeadler, Kaiser­adler, Gänsegeier, Kuttengeier, Milane und Bussarde find, ließ sich der Fremdling nieder und gab erregt bellende Laute von sich, die mit den Artverwandten sofort Verständigung tzerstellten. Ein Tierwärter warf außerhalb des Geheges einen Fleifchbrocken hin, den der Steinadler annahm. Er kommt nun jeden Tag mehrmals, besonders zur Fütterungszeit. Es scheint, er wolle in Heidelberg sein Winterquar­tier aufschlagen.

Ein Aulobus von herabskürzendem Gestein zerschmettert.

In der nordamerikanischen Stadt A l i q u i p p e wurde bei einem Bergrutsch ein Autobus der Penn- I sylvania-Linie durch herabstürzendes Gestein der- : schmettert. Sämtliche 25 Insassen fanden den Tod.

Vootsunglück in Italien.

Bei einer Vergnügungsfahrt auf dem in der Nahe von Bergamo gelegenen I f e o ° S e e kenterte ein Boot, wobei oon den zehn Insassen sieben den Tod fanden. _

Schweres Zugunglück in Kanada.

32 Tote und über 100 Verletzte forderte em Zug- Unglück bei Almonte im Staate Ontario. Em Transportzug mit kanadischen Truppen stieß nut einem Personenzug zusammen, der auf dem Lahn- Hof von Almonte hielt. Die meisten Todesopfer gab es in dem Zug der Zivilisten, helfen letzte Wagen durch den Atrfprall zertrümmert wurden. Der Mm- tartransportzug hatte nur sieden Tote.

zu täuschen, die Auszahlung weit höherer als der tatsächlich geschuldeten Geldbeträge zu erreichen und dadurch auch die zulässigen Richtpreise nicht un­erheblich zu überschreiten. Der der Reichskasse rechts« w'drig bis Ende Juli 1941 zu gefügte Gesamtschaden belauft sich auf mindestens 16 536,15 RM. Deckungs­möglichkeilen durch eine Guthabensperre sind ge­sichert worden.

Schwarz stand wegen dieser Vorkommnisse unter Anklage vor dem Sondergericht in Darm­stadt und wurde nach mehrtägiger VerhaMung wegen fortgesetzten Betrugs in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit wissentlicher, ge« wissenloser und grobeigennütziger Verletzung der Preisbildungsoorschriften zu 2*ft Jahren Zuchthaus, 15000 RM. Geldstrafe und zur Abführung eines Mehrerlöses oon 16536.15 RM. verurteilt. Der Angeklagte hat die Geleaenheit benutzt, am Kriege auf Kosten der Reichskasse un­rechtmäßig zu verdienen. Er hat durch sein Ver­halten das Vertrauen in die moralischen Grundlagen der Abwehrbereitschaft der Heimatfront schwer miß­braucht. Da er damit das Wohl des Volkes schädigte, unterlag der Angeklagte der verschärften Strasan- drohung für besonders schwere Detruqsfälle im Sinne des § 263 Abs. 4 RSlGD. in Verbindung mit den Vorschriften der Preisstrafrechtsverordnung. Die Ehrlosigkeit solcher Machenschaften wurde durch die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für zwei Jahre hervor gehoben.

ROMAN VON OLAF B OUTE RWE CK

L Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Bitte Frank, rufen Sie das nächste Polizei­revier an" bat Sigrid.Gleich, links an der ersten Straßenecke ist ein Fernsprechhauschen.

Hchn Se ooch nV Iroschen für den Automaten, Herr Dokta?" rief Giesecke chm naH. ckber Franck der bereits eilig die Treppe hmablref, horte es schon ^Als^er^kurze Zeit später, ziemlich atemlos vom schnellen Laufe zurückkehrte, hatte der Schlosser Xe-Mnue± @'Lfad.e Mes-ck-'nd-m « em Brecheisen faßte und mit der Taschenlampe m Die

WWWLE die Wand zurück. __ f t r :n5

3n dem wüstes Durcheinander:

Zimmer fiel, zeigte st<Y ein wu»«>? .

Der geworfen Bücher und

Franck °>°llte 'ch°^ m giermel zurück:

tfber Meiser Giesecke meu . Bursche könnte .Sachte, fachte,- Herr DEa!erft >° ,metteich , nnS?m"2nb'unt) alles absuchen! - mal überall Licht machen u ^rank verneinte, fcV®?* schweren Hammer fn die

Gtrafvorfchsisten bei den Winterschlachtungen beachten?

Dom Reichstierschutzbund wird uns geschrieben: Bei Hausschlachtungen, besonders auf dem Lande, durch Hausschlächter, Tierhalter, Angestellte usw. kommen noch immer zahlreiche Tierquälereien und Verstöße gegen die Verordnung über das Schlach­ten oon Tieren vorn 21.4.1933 vor. Der Reichs­minister des Innern hat deshalb wiederholt ersucht, die beamteten Tierärzte, die Fleischbeschau-Tierärzte, Fleischbeschauer und Trichinen schauer anzuweisen, daß sie den Hausschlachtungen besonderes Augen­merk .zuwenden, bei sich bietender Gelegenheit die Schlachtenden belehren und auf die bestehenden ge setzlichen Bestimmungen, vor allem auf die Straf- oorschriften, Hinweisen sowie etwaige Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen bei den Hausschlach­tungen zur Anzeige bringen. In letzter Zeit häufen sich die Klagen über das unsachgemäße Schlachten besonders der Kaninchen. Um unnötige und straf­bare Tierquälereien zu verhüten, fei darauf hingewiesen, daß selbstverständlich auch die Kaninchen, wie alle anderen Tiere, vor dem Schlachten betäubt werden müssen. Im allgemeinen geschieht das durch einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf (hinter den Ohren) des auf einem Tisch ruhig sitzenden Tieres mit einer festen Holzkeule. Die Schlachtungen sind nach § 2 der Verordnung über das Schlachten oon Tieren in geschlossenen Räumen vorzunehmen. Mindestens ist dafür zu sorgen, daß der Anblick des Schlachtens der Seffent« lichkeit entzogen wird. Die Anwesenheit von Per­sonen unter 14 Jahren beim Schlachten ist gesetz­lich verboten.

* Kälteempfindliche Güter sichern! Versender von kälteempfindlichen Gütern muffen

falls besondere Abschnitte für Hülsenfrüchte unb 9te s vorgesehen.

Bisher erhielten Verbraucher, die nur Selbstver­sorger in Fleisch und Schlachtfetten oder in Eiern waren, blaue Nährmittelkarten. Diese Regelung war getroffen worden, um diese Verbraucher mit Rück­sicht auf ihre bessere Versorgung mit den vorge­nannten Lebensmitteln gegebenenfalls bei gewissen Zuteilungen ausschl.eßen zu können. Don dieser Möglichkeit ist bisher aber kein Gebrauch gemacht worden. Die Teilselbstversorger konnten vielmehr bet Sonderzuteilungen stets mit berücksichtigt werden. Ein Bedürfnis für eine besondere Nährmittelkarte für diese Verbrauchergruppe liegt deshalb nicht mehr vor. Die Teilselbstversorger erhallen daher vom 45. Zuteilungsraum ab ebenfalls die rosafarbene Nährmittletarte. Durch den Wegfall der blauen SD.-Karten tritt eine wesentliche Verwaltungsver­einfachung ein.

Aus der Stadt Gießen.

Die Kleinbahn.

Ich weiß, es gibt viele Leute, die meinen, es fei Zeit, daß die Kleinbahnen verschwinden. Elektrische und Autobusse seien viel zeitgemäßer. Dabei fällt mir aber ein, daß die Deutsche Reichspost für ver­schiedene abgelegene Orte wieder die gute Postkutsche eingeführt hat. Ist damit nicht ein Stück Poesie neu eingekehrt?

Und wollte man alle Kleinbahnen durch andere Verkehrsmittel ersetzen, dann würde bestimmt etwas Schönes sein Ende finden. Gar mancher roürife sich nachseiner" Bahn sehnen. Wenn sie auch manchmal recht unpünktlich kam und ihm dann und wann Aerger bereitete. Aber im Grunde genommen hing er doch daran.

In einer Kleinbahn ist alles gemütlich. Da kennt man fast alle Fahrgäste, sitzt in einem großen langen Wagen, und die Unterhaltung schläft nie ein. Im l)-Zug sitzen sich die Menschen meist stumm und in sich verschlossen gegenüber. Hier aber, im Wagen der Kleinbahn, herrscht immer Leben. Da hat män nie Langeweile und merkt auch nicht, daß sie eigent­lich sehr langsam fährt Jeder Radfahrer kann sie überholen. Das tun sie denn auch. Man kann zum Fenster hinausschauen und das muntere Wettrennen mitansehen. Jedes Fuhrwerk und alle Menschen auf der Straße kann man bequem begrüßen, während das Bähnchen mit beständigem Geklingel weiter­fährt.

Kommen die Winterabende, dann wird es erst recht gemütlich in den Wagen der Kleinbahn. Da steht in der Ecke xin kleiner Ofen, in dem einige Kohlen ober Briketts glühen. Das ist die Heizung. Unb über dem Oefchen hängt oder steht in der Ecke eine einfache Petroleumlampe! Sie gibt sehr mäßiges Licht und wird nun auch noch durch Papier verdunkelt Sv herrscht im Wagen nur eine m'lde Dämmerung. Trotzdem schläft hier niemand. Die Gespräche gehen munter weiter. Dort in ber Ecke bricht ein helles Lachen aus Mäbchenmund ...

Klingelnb fährt die Bahn weiter ...

Dann kommt die erste Haltestelle. Einzelne Leute steigen aus. Man rückt näher zusammen. Nun finb es fast nur noch Bekannte, die hier mit zur End­station fahren. Die Frauen, die aus ber Stabt kom­men unb eingewickelte Gegenstände tragen, unter­halten sich von ihren Geschäftsgängen. Die Berufs­tätigen geben ihren Senf dazu. Dann wirb von den Soldaten gesprochen, was sie geschrieben haben, wann sie in Urlaub kommen usw.

Alle freuen sich auf die warme Stube zu Hause, auf das Nachtessen ... Dann kommt die Endstation. Die Reisenden verlassen den Wagen. Die Lampe wird ausgelöscht, das Feuer in dem Oefchen ist schon längst zu Asche geworden. Die Wagen bleiben stehen bis zum nächsten Morgen, um bann wieder aus­geruhte Menschen noch in der Dunkelheit zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen.

Klingelnd fährt das Bähnchen auf der Straße dahin...h-

Wer heißes Wasser svart, spart ©front

Der Elektrospeicher im Bad unb in der Küche ver­führt leicht dazu, mit heißem Wasser großzügig um- zugehen. Aber heute heißt es Strom sparen! Für ein Fußbad muß die Wanne nicht vollaufen. Und im übrigen: Tut's nicht auch ein gründliches Bad einmal in der Woche? Auch Abwaschen unter flie­ßendem Wasser in der Küche ist zwar bequem, kostet aber viel heißes Wasser unb somit viel Strom! Können wir nicht auch mit einer Schüssel heißem Abwaschwassers auskommen, das wir nach Möglich­keit schon über dem Kochtopf vorqewärmt haben? Nehmen wir den Elektrospeicher also wirklich nur in Betrieb, wenn wir heißes Wasser nötig brauchen! 3m Bad schalten wir ihn die Woche über ab und erst am Abend vor dem Babetag wieder ein. Mor­gens früh erster Gang: Speicher in Küche unb Bad ab schalten; denn gerade morgens müssen die Kraft­werke allen Strokn für kriegswichtige Zwecke bereit­halten. Wer heißes Wasser spart, spart Strom, und Strom schafft Waffen für die Front.

Lichtspielhaus: »Ein Zuq fährt ab-.

Zu guter Letzt, wenn der Zug abfährt, ist alles in schönster Ordnung, und wohin man blickt, herrscht eitel Versöhnung unb Einigkeit, Zärtlichkeit und Liebe. Aber zu Anfang, wenn der Zug ankommt, beginnt auf dem Bahnhof mit einer überrasch enden unb durchaus unprogrammäßigen Dovpell>egrüßung zweier nicht ganz zueinander gehöriger Paare em tolles Spiel nach dem beliebten RezeptDer- wechselt das Bäumchen!" Das Rezept ist nicht neu, aber in vielen Lustspielen und Filmen erprobt. Dies­mal bot ein Roman gleichen Namens von Feli­citas von Reznicek die Vorlage; W. Wasser­mann unb H. C. Diller schrieben das Drehbuch,