an der Dftfüfte ist völlig lahmgelegt ... Die mit zu- sammengepreßten Lippen gemachten Zugeständnisse der Marine, die Schreie der jungen Matrosen, die in einem flammenden Oelmeer verbrennen, verraten dem Volk alles, was es zu wissen verlangt."
Die Vereinigten Staaten haben seitdem mit allen erdenklichen Mitteln versucht, den Schutz ihrer Handelsschiffahrt zu erhöhen und ihren Schiffsbau zu forcieren. Bisher jedoch überschreiten die Versenkungen noch bei weitem die entstehenden Neubauten. Sie haben wider Erwarten auch in der schlechten Jahreszeit des' Herbstes nicht nachgelassen. Die Zunahme der Unterseeboote ermöglicht es den Booten, ihre Aufgaben von der Barentsee bis weit in den Südallantit, neuerdings sogar bis in den Indischen Ozean hinein zu erfüllen. Im Verein mit Zerstörern und der Luftwaffe brachten sie den stark gesicherten, nach Murmansk und Archangelsk bestimmten feindlichen Geleitzügen schwerste Verluste bei. Aehnlich erging es den britischen Geleit- ,3Ügen im Mittelmeer. Unsere U-Boote setzten dort im Verein mit den italienischen U-Booten und den deutsch-italienischen Luftstreitkräften dem britischen Ost-West-Derkehr derartig zu, daß die Alliierten allmählich den ganzen Nachschub für ihre im Osten stehenden Truvpen und die südlichen Gebiete der Sowjetunion den weiten Umweg um Südafrika machen lassen mußten. >
Unseren U-Booten wurde ihr schwerer Dienst erleichtert durch die aufreibende Tätigkeit unserer Sicherungsverbände vor den riesigen von uns besetzten Küstenstrecken, die Tätigkeit der Zerstörer, der Schnellboote, Sperrbrecher, Vorpostenboote, der Fahrzeuge des Minendienstes. Ihr stetiger Einsatz sicherte das Küstenvorfeld uhb brachte zahlreiche Kriegs- und Handelsschiffe zur Strecke. Vorzügliche Ergebnisse, besonders in Flugzeugab- schössen, erzielte auch unsere Marineartille- r i e. Die Deckung unserer Küstengebiete war so gut, daß selbst starke Ueberfälle feindlicher Streitkräfte ohne Mühe abgewehrt werden konnten. In der Nacht des 28. März versuchten englische Seestreitkräfte an der Loiremündung Truppen zu landen, um den U-Boot-Stützpunkt St. Nazaire anzugreifen. Ein mit Sprengstoff geladener alter amerikanischer Zerstörer, der ein Schleusentor rammen sollte, flog, bevor er das Ziel erreichen konnte, im Feuer der deutschen Marinebatterien in die Luft, die übrigen Schnell- und Sturmboote wurden ebenfalls vernichtet.
^schwerer waren die feindlichen Verluste bei dem Üandungsversuch vor Dieppe, der am frühen Morgen des 19. August ftattfanb. Unsere im Küstenschutz ringesttzten Kräfte wiesen gleich die erste in 400 Booten an greifende feindliche Abteilung der- arttg ab, daß die große, stark gesicherte eigentliche Transportflotte überhaupt nicht in Aktion treten konnte. Eine ganze Reihe ihrer Schiffe wurde versenkt. Neben 2000 Gefangenen verloren die Angreifer 600 Verwundete und zahlreiche Tote. Aehn- tich erfolgreich wurde am 14. 9. an der Nordafrikafront bei Tobruk ein britischer Landungsoer- such in engem Zusammenwirken deutscher und ita- lierrischer Streitkräfte abgeschlagen.
Neue schwere Aufgaben traten an unsere im Mittelmeer in Anlehnung an die deutsch-italienische Panzerarmee des Feldmarschalls Rommel operierenden Seestreitkräfte heran, als die Armee vor gewaltiger Uebermacht nach Westen zurückge- nommen werden mußte und im Anschluß daran am 8. November die feindlichen Landungen in Marokko und in Algerien begannen. Die See- und Luftstreitkräfte der Achse waren auch hier auf ihrem Posten. Der feindliche Nachschub- und Geleitdienst mutzte schwere Verluste einstecken. Durch die Besetzung Tunesiens, Korsikas und der französischen Südküste ist eine neue Grundlinie für die deutschitalienischen leichten Seestreitkräfte entstanden, -von der aus sich die Angriffe unserer U-Boote auf den notwendigerweise großen Nachschub der alliierten Jnoasionsttuppen noch besser ansetzen lassen, als es bisher möglich war.
Der Monat November hat als bisherige Rekordleistung an Versenkungen durch U-Boote die ungeheure Zahl von 955 200 BRT. gebracht. Welche schweren Sorgen diese andauernden Versenkungen unfern Gegnern bereiten, davon zeugt manche im feindlichen Lager laut werdende Stimme, so das resignierte Geständnis des Ersten Lords der britischen Admiralität Alexander: „Niemand kann sagen sagen, was wir im U-Boot- Krieg noch erleben werden. Die U-Boote sind u n - fer schlirnrnster Feind." Er gab damit zu, daß unsere Kriegsmarine mit der Art ihres Vorgehens auch im vergangenen Jahre auf dem richtigen Wege war.
Nur noch ein Drittel der Vorkriegstonnage.
Tokio, 29. Dez. (DNB.) Eine japanische Wirt- schastszeitschrift weist darauf hin, daß England und die Vereinigten Staaten jetzt zusammen nur, ein Drittel der gemeinsamen Vorkriegsschiffstonnage besitzen. Nordamerika und Großbritannien ständen jetzt .vor einer Schiffskrise. Nachdem die Tonnage unter dem Mindestmaß der Erfordernisse Englands und der Vereinigten Staaten liege und der Handel in den letzten Graben gedrängt sei, aus dem es kein Entweichen gebe, müsse eine Waffe erfunden werden, die es ermögliche, der Tätigkeit der Achsen-U-Boote Herr zu werden. Das-Ko n v o i - Sy st e m, das Großbritannien im Jahre 1917 zum ersten Male angewandt habe und das es damals vor einer Tonnagekrise rettete, sei heute wirkungslos geworden. Trotz der vom Feind veröffentlichten astronomischen Ziffern über von Stapel gelassene neue Schiffe dürfe man nicht voreilig zu dem Schluß kommen, daß diese sofort in Dienst gestellt werden könnten, da sie noch ausgestattet werden müßten, während auf der anderen Seite ein großer Mangel an erfahrenen Seeleuten, die zu ihrer Bemannung nötig wären, herrsche.
Das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Berlin, 29.Dez. (DJIB.) Der Führer hat dem Kommandanten eines Hilfskreuzers, Kapitän zur See Hellmuth von Rucktefchell als 158. Soldaten der deutschen Wehrmacht, ferner dem ff- Gruppenführer und Generalleutnant der ZBaffen-f# Felix S keiner, Kommandeur einer U-Panzer- Grenadier-Diviflon, Generalleutnant Hubert Lanz, Kommandeur einer Gebirgsdivision, Generalmajor hetmuth S ch IÜ m e r, Kommandeur einer mot. Jnf.-Div., Oberst Maximilian Reichsfreiherr von Ldelsheim, Kommandeur eines Panzer- Grenadier-Regiments, Oberst Hartwig von Ludwig er, Kommandeur eines Jäger-Regiments, Hauptmann Harald von h i rfchfeId. Bataillonskommandeur in einem Gebirgsjäger-Regiment, Oberleutnant b.2L 3ofef Bremm, Kompaniechef in einem Grenadier-Regiment, Oberst helmuth T h u m m, Kommandeur eines Jäger-Regts., Oberst helmuth von Pannwlh, Führer einer Kampfgruppe, als 159. bis 167. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieheen.
Unruhen in Südafrika.
Lissabon, 29. Dez. (Europapreß.) Im Verlaufe schwerer Unruhen wurden in Pretoria sieben Eingeborene erschossen und ein Soldat durch Messerstiche getötet. Die Unruhen begannen, als eine Versammlung von Eingeborenen durch Polizisten mit Tränengasbomben auseinander getrieben werden sollte. Die Eingeborenen setzten sich zur Wehr, worauf südafrikanische Truppen mit drei Panzerwagen erschienen und auf die Menge das Feuer eröffneten.
Der de-Gaulle-Einfall in Somaliland.
V i ch y, 29. Dezember. (Europapreß.) Zu dem schon gemeldeten Einmarsch britischer und de- Gaulle-Truppen in Französisch-Somaliland erfährt man noch, daß am Sonntagvormittaa über Dschibuti, der Hauptstadt der Kolonie, ein fremdes Flugzeug Flugblätter abwarf, in denen der Einfall von de-Gaulle-Streitkräften in Französisch-Somaliland angekundigt wurde. Aufklärungsflugzeuge der Kolo- nialtruppen stellten fest, daß mehrere Militärzüge und mit Truppen beladene Lastautos das Landesinnere zu erreichen suchten. Am Montagabend waren die feindlichen Streitkräfte bis Gibele an der Eisenbahnlinie Dschibuti—Addis Abeba vorgedrungen. Sie sollen sich außerdem der Festungswerke von Bauet und Megada bemächtigt haben, die drei Kilometer westlich und südlich der Hauptverteidigungslinie gelegen sind.
Diese plötzliche Unterbrechung der Verhandlungen zwischen General Hopkins, dem britischen Ober-- kommandierenden in Aethiopien, und dem stellvertretenden französischen Gouverneur für Somaliland soll zweifellos einer A ktion der USA. zuvorkommen. Don brittscher Seite war einem neutralen Diplomaten gegenüber geäußert worden, daß man sich in Washin Aon ernstlich mit der Ab-
Das „kleine Aaiurwesen".
Von Hans Sturm.
Im Dezember 1892, also vor nun fünfzig Jahren, wurden zum erstenmal Goethes Briefe, die er seit 1792 an Christiane Vul - pius gerichtet hat, veröffentlicht.
„Niemand verstand meine Sprache", beklagle sich Goethe nach seiner ersten Heimkehr aus dem Süden über die Freunde, und besonders schmerzvoll empfand er die Kühle der Frau von Stein, die ihrerseits sein Wesen „zerstreut" und „zerrissen fand; beide spürten, daß in ihnen etwas gestorben war — für immer. In diesen „düsteren Etagen" führte ein gütiges Geschick dem Dichter die „D e - m o i s e l l e D u l p i u s* zu, der das „kleine Naturwesen" schon nach der ersten Begegnung in sein Herz schloß.
Christiane, Tochter des zwei Jahre vorher verstorbenen Amtsarchioarius Dulpius, zählte damals dreiundzwanzig Jahre und war
... em bräunliches Mädchen, die Haare
Fielen ihr, dunkel und reich, über die Stirne herab, Kurze Locken ringelten sich um's zierliche Hälschen, Ungeflochtenes Haar kreuzte vom Sdjeitet sich auf. So überreichte sie dem im Park sich ergehenden Dichter und Minister eine Bittschrift ihres Bruders, der um seine Wiederanstellung nachsuchte; ihre natürliche, ungezierte Anmut brachte ihrem Bruder die Anstellung und ihr die Liebe Goethes.
Das „Blümchen", das er so unversehens fand, als er „im Walde so für sich hin" gegangen, wurde bald seine Vertraute. Mit seinem „Hausschatz" in der „liebeerwärmten Stätte" seines Hauses zu weilen, war für ihn das Glück. Sein Verantwortungsgefühl gestaltete seine Beziehungen zu Christiane zu einer Gewissenssache: als ihn Körners Schwägerin fragt, toarum er nicht heirate, meint er: ,Zch bin verheiratet, nur nicht mit Zeremonie." Die sinnenhafte Schönheit Christianens hat Goethe festgehalten in einigen der „Römischen Elegien", deren erste er 1788 schrieb.
Am 25. Dezember 1789 beglückte Christiane „ihren liebwertesten Menschen" mit einem Sohn (August). Wenige Monate.später fuhr Goethe zum zweitenmal nach Italien, um in Venedig die Herzogin AmÄie $u erwarten; aber stinq frühere Liebe zum
Süden wird gedämpft durch die Sehnsucht nach Christiane und dem Knaben. Nach draußen ist Christiane seine Verwalterin, die ihn mit „Sie" und ,Äerr Geheimbderath" anredet, innerlich steht ihm keine Frau mehr „so nahe wie Christelchen", das fünfzehn Jahre jünger ist als er. Ihre ursprüngliche Frische und einfache Weiblichkeit geben ihm Mut und Anregung zu dichterischen Werken, wie etwa „Die Metamorphose der Pflanzen"; hier handelt der Dichter von „heiliger Liebe", die zu der höchsten Frucht führt, die aus reinen Gesinnungen zweier Menschen aufwachsen kann. Sein „kleines Naturwesen" wird diese nicht gerade einfachen Hexameter kaum je gelesen, jedenfalls nicht verstanden haben, aber der Anlaß dazu gewesen zu sein, ist schon viel!
Jahrzehntelang blieb Goethes Verhältnis zu Christiane durch „ein Gefühl häuslichen Behagens" gekennzeichnet, er fühlte sich als Behüter und Behüteter zugleich; die Derttaute ist ihm lieber als „die schönen Damen der feinen Welt", auch fechten ihn die vielfälttgen Redereien in der Gesellschaft nicht an. Wenn er Christiane nicht sofort zum Altäre führte, so hatte er dazu mancherlei Gründe. Einmal mußte er — die damalige Zeit verlangte es — auf seine Stellung Rücksicht nehmen, und bann pollte er der Geliebten Schmähungen und Demütigungen ersparen, der sie sicherlich ausgesetzt gewesen wäre.
1806, in den Tagen nach der Jenaer Schlacht, fügt es das Geschick, daß Christiane dem „^errn Geheimbderath", in dessen Haus mehrere betrunkene französische Marodeure dringen, viel Aerger ersparte, ja, vielleicht das Leben rettete, indem sie, die kein Wort Französisch verstand, auf echt thüringische Art „bie Kerle hinauskomplimentierte". Am anderen Morgen bittet Goethe den Hofprediger um Anberaumung der Trauung, vier Tage später steht er mit Christiane vor dem Traualtar, sein siebzehnjähriger Sohn August und dessen Hauslehrer F. W. Riemer sind die Trauzeugen. Tags darauf erscheint Christiane zum erstenmal in der (Gesellschaft als des Dichters rechtmäßige Gattin, im März 1807 reift sie zum erstenmal nach Frankfurt am Main zu Goethes Mutter; nachher schrieb Frau Aja ihrem Sohne nach Weimar über diesen Besuch: „Wir waren sehr vergnügt und sehr glücklich miteinander." «größten Kummer"
sicht trage, Französisch-Somatiland von USA.-Ver- bänden besetzen zu lassen.
In offiziellen Kreisen Vichys wird erklärt: „Seit dem 22. Juli 1940 haben uns die Angelsachsen 11725 000 Hektar unseres Kolonialgebietes gestohlen. Wir werden es wiederholen. Die Angelsachsen haben zur gleichen Zeit 45 600 000 französische Staatsangehörige unterjocht. Wir werden sie betreten"
Aus dem Reich.
Oer 4. Opfersonntag brachte 44,5 Millionen.
Berlin, 29. Dez. (DRB.) Bei dem am 6.Dezember durchgeführlen 4. Opfersonnlag beträgt das vorläufige Ergebnis 44 587 796,19 RW. Bei der gleichen Sammlung des Borjahres wurden 33 244 433,92 RW. aufgebracht. Es ist also eine Zunahme von 11 343 362,27 R7N., das sind 3 4,12 v. h. zu verzeichnen.
Die Hauszinssteuerabgel Uig.
Ministerialrat Dr. U h l i ch wendet sich in der „Deutschen Steuerzeitung" gegen die Auffassung, daß Hausbesitzer nicht in der Lage seien, die Jahresleistungen für die Abgeltungsdarlehen aus dem Ertrag der Grundstücke zu bestreiten. Die
Jahresleistungen traten an bie Stelle der bisherigen Hauszins st euer. Sie machten aber nur 85 v. H. der Hauszinssteuer aus, so das; der Hausbesitzer nicht mehr, sondern weniger zu zahlen habe. Die - Ertragsverhältnisse der Grundstücke verbesserten sich um 15 v. H. der Hauszinssteuer. Die Verbesserung sei größer, wenn kein Ab' geltungsdarlehen aufgenommen werde. Dem Haus- oesitzer komme in diesem Falle die Mehreinnahme durch Wegfall der Hauszinssteuer uneingeschränkt zugute, diese mache viel mehr aus als die Zinsen, des aufgewendeten Kapitals. Der Hausbesitzer könne i das verwendete Kapital im Läufe der Jahre aus den Mehrerträgnissen wieder ansammeln. Die Ei> ttagsverhältnisse gestalteten sich in den Jahren 1948 bis 1947 noch besser, wenn die Vorschriften über die Abzugsfähigkeit bei der Einkommensteuer und. Körperschaftssteuer berücksichtigt werden. Das ab 1948 zu zahlende Mehr an Einkommensteuer könne aus den 15 v. H. der bisherigen Hauszinssteuer entrichtet werden. Für einen Kriegsteilneh- I m e r, der keine Erklärung abgebe, regele sich das Abgeltungsdarlehen von selbst. Das Finanzamt , werde ein Institut damit beauftragen. Es sei selbstverständlich, daß die Finanzämter auf die Bedürfnisse der.Kriegsteilnehmer weitgehend Rücksicht nehmen. Das könne jedoch nicht bedeuten, daß bei Kriegsteilnehmern auf die Abgeltung verzichtet werden könne. Aber hinsichtlich der Fristen werde man den Kriegsteilnehmern weitgehend entgegenkommen.
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Kammersänger loses von Ranowarda gestorben.
Berlin, 28. Dez. (DKD.) Die deutsche Oper hat einen schweren Verlust erlitten. In Berlin ist Kammersänger Professor Joses Manowarda, Edler von Jana, nach schwerer Krankheit gestorben. Nicht nur in Wien und Berkin, an deren beiden Staatsopern der große Sänger durch üiete. Jahre Erfolge über Erfolge errungen hat, wird diese Nachricht alle Musikfreunde mit aufrichtiger Trauer erfüllen, mit ihnen wird sie auch die vielen Verehrer seiner Stimme und seiner hohen Kunst in fast allen Teilen Europas schmerzlich bewegen, nach denen chn seine ausgedehnten Gastspielreisen geführt haben. Sein Repertoire als Sänger umfaßte vor altem eine lange Reihe von Wagner-Partien, so Daland, Land- graf, König Heinrich, Hans Sachs, Pogner, Wotan, Fafner, Hagen, Hunding und Gurnemanz. Nicht minder berühmt waren aber auch fein Sarastrv in der „Zauberflöte", fein Rocco im „Fidelio", fein Jago in Verdis „Othello", sein Oberpriester in „Aida", sein König Philipp in Verdis „Don Carlos", fein Papst in „Paleftrina" und — nicht zuletzt — fein Ochs von Lerchen au im „Ro senkavalier". I
Professor von Manowarda wurde am 3. Juli 1890 als Sohn eines Majors zu Krakau geboren, studierte dann am Wiener Theresianum und an einem Grazer Gymnasium, um sich nach der Matura philosophischen Studien an der Grazer Universität zuzuwenden. In Graz vollzog er auch den Sprung auf die Bühne, 1911 trat er am dortigen Stadttheater sein erstes Engagement an. lieber die Wiener Dolksoper und das Hoftheater in Wies- baden kam er unter der Direktion Schalk-Strauß im Herbst 1919 an die Wiener Staatsoper, in deren Verband er bis 1934 verblieb. Seither gehörte Manowarda der Berliner Staatsoper an. Unvergessen ist auch seine Wirksamkeit bei den Festspielen in Salzburg, München und vor allem in Bay. reuti). Was Josef von Manowarda über den reinen Sänger weit hinaushob, war seine ungewöhnliche Kraft der deklamatorischen und darstellerischen Gestaltung, durch die er — einer der intelligentesten Sänger-Darsteller — zu einer tragenden Stütze des Bayreuther Wagner-Stils geworden mar.
Kunst und Wissenschaft.
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Durch einen plötzlichen Tod ist der ordentliche Pro- stsfor der Inneren Medizin an der Universität Köln Dr. med. Gerhard Wüllenweber in der Nacht zum 20. Dezember abgerufen worden. Geboren 1894 in Berlin wandte er sich nach der 1913 bestandenen Reifeprüfung dem Studium der Medizin zu. Am Weltkrieg nahm er als Kriegsfreiwilliger teil. 1930 legte er das medizinische Staatsexamen ab. Er war dann Assistent in Hamburg-Eppendorf, Jena, München und Köln, wo er sich 1927 habilitierte, 1933 außerordentlicher Professor, 1934 Direktor der Medizinischen Poliklinik und 1939 planmäßiger ordentlicher Professor wurde. Er war ferner Chefarzt des Städtischen Krankenhauses in Köln-Deutz. Seine Arbeitsgebiete waren Erkrankungen der Lunge, der Nieren und der Harnwege, organische Nervenkrankheiten sowie periphere Äreislaufftörungen. In dem Verstorbenen verliert die Wissenschaft einen Forscher, Lehrer ynd Arzt von hervorragender Begabung und außerordentlichem Können.
Hochschulnachrlchien.
Der a. o. Professor an der Universität Berlin Dr. med. Klaus Vogel wurde beauftragt, an der Universität Kiel die Vertretung der durch das Ausscheiden von Professor Dr. med. Seiffert frei gewordenen Professur für Hals-, Nasen- und Ohrercheil- kunde wahrzunehme.l. Vogel wurde 1890 in München geboren, habilitierte sich 1928 in Berlin und wurde dort 1937 a. o. Professor. — Prof. Dr. phil. Otto Moritz wurde zum a. o. Professor ernannt und zum Direktor des Pharmakognostischen Instituts der Universität Kiel bestellt. Moritz wurde 1904
klagte Christiane bei Frau Aja, daß sie noch vier Kinder gehabt habe, von denen zwei tot zur Welt tarnen und die anderen beiden nur wenige Tage lebten; der einzige Trost seien ihr die Verse geworden, die der erschütterte Vater den Toten gewidmet habe.
Wer Christiane näher kennenlernen will, lese in den Briefen, die sie ihm und er ihr geschrieben hat. Als Christiane am 6. Juni 1816 stirbt, schreibt Goethe tih sein Tagebuch: „fieere und Totenstille in und außer mir!" Arn Abend desselben Tages dichtet er vier Zeilen, die seine Trauer besser kennzeichnen als laute Klagen:
Du versuchst, o Sonne, vergebens. Durch die düsteren Wolken zu scheinen! Der ganze Gewinn meines Lebens Ist, ihren Verlust zu beweinen!
Entenjagd im Atlantik.
Von Kriegsberichter Joachim H. Eichen.
PK. Bei der Kriegsmarine in ...
„Rate mal, was ich hier in der Faust habe ..." „Einen Kopf Rotkohl ...?"
„Geraten!"
Diese scherzhafte Unterhaltung fand in der Lehr- küche für Unterseeboors-Koche, statt. Aber der Seemann hatte nicht etwa eine so riesige Pranke, daß er einen ganzen Rotkohl darin verschwinden lassen konnte — nein, das Rptkohlpäckchen in seiner Faust war nur so groß wie eine Zigarettenschachtel; es war Unterseeboot-Rotkohl, und auf dem Etikett stand zu lesen:
Rotkohl
100 g Trockengemuse
— 1000 g Frischgemüfe Inhalt entspricht 4—5 Portionen.
Acht Wochen Feindfahrt — das bedeutet sechzig Mal Mittagessen für rund fünfzig Männer. Gäbe es für jeden Mann bet jedem Essen ein Kilo Kartoffeln, so müßte man sechzig Sack frische Kartoffeln im U-Boot verstauen. Sollte es an jedem zweiten Tag ftisches Gemüse geben, so müßte man 15 Zentner frisches Gemüse unterbringen. Für derartige Mengen Nahrungsmittel ist natürlich auf einem U'Boof fein Platz vorhanden» ganz abgesehen Ha
in Ahreüsberg geboren. Er habilitierte sich 1931 ht Kiel und wurde dort 1939 außerplanmäßiger Pro» feffor. — Professor Dr. Christian Eckle wurde beauftragt, den neu errichteten Lehrstuhl für Psychologie und Pädagogik an der Universität Posen vertretungsweise wahrzunehmen. Eckle wurde 1899 in Blaubeuren geboren, wirkte zunächst im nriirtiem« bergischen Schuldienst und war später Assistent in Dresden und Gießen. 1938 wurde er Dozent an der Reichsschule für Arbeitsführung der DAF. in Stuttgart, 1939 an der Universität Tübingen Dozent für Psychologie und Pädagogik und kam 1940 als Direktor der psychologisch-pädagogischen Abteilung des Philosophischen Seminars nach Breslau.
Ein Orgelkonzert von Flößner.
Unter Carl Schuricht wurde im Wiesbadener Kur haust ein Konzert für Orgel und Orchester von Franz Flößner uraufgeführt. Es ist vierteilig auf- gebaut. Einem Präludium folgt ein Fugato mit freien Zwischenspielen des Orchesters. Dabei steigt eine große melodische Kurve aus mytischem Dunkel zu großer Entladung und wieder in geheimnisvolle Tiefen zurück. Anmutig und leicht läuft das Scherzo dahin und doch ist es । streng in den Formen des Kanons gebaut.' Die großangelegte Toccata mit einem hymnischen Höhepunkt und einem elementaren Gegensatz des Figurenspiels der Orgel zu den vielstimmigen Akkordblöcken des Orchesters schließr das anspruchsvolle Werk, das in Kurt Utz den berufenen folistischen Ausdeuter fand.
Der Komponist Friedrich Klose gestorben.
Der Komponist Friedrich Klose ist zu Weihnachten an seinem langjährigen Wohnsitz Lugano verstör«
von, daß man solche Sachen gar nicht auf die Dauer frisch erhalten könnte. So aber nimmt man anstatt fünfzig Zentner Kartoffeln nur sechs Zentner Trockenkartoffeln mit. Dreihundert Päckchen Trocken* gemüfe finden in einer einzigen Kiste Platz und ergeben fünfzehnhundert Gemüseportionen, die genau 1° vollwertig nahrhaft sind wie ftisches Gemüse.
Doch auch zu frischen Lebensrnitteln kann man mitten auf dem Ozean kommen. Der alte U-Boott Koch kann manches humorvolle Erlebnis berichten. Sein Boot war an der berühmten Eier-Prist beteiligt, die für alle Atlantikkämpfer unvergeßlich fein wird. Da war an einem großen Frachter, der Taufende und aber Taufende Eierkisten an Bord batte, im Gefecht die Kühlanlage zerschossen worden. Nach Hause konnte man die Eier nicht mehr bringen. Es mußten von allen Besatzungen, die an der Deute beteiligt waren, so viele Eier gegessen werden, wie irgend anging. Alles andere kam leider um.
Ein andermal versenkte das U-Boot einen anderen Frachter, tauchte auf und ging nabet an Me Stelle bes Unterganges heran. Da bemerkte die Besatzung plötzlich ungefähr dreißig Enten, mitten int Ozean schwimmend. Ihr Stall hatte wohl an Deck des Dampfers gestanden. Der erste Wachofsizter stieg persönlich mit einem Mann in das Schlauchboot; „Weidmannsheil" riefen die anderen ihnen nach, und richtig, nach einiger Zeit waren alle dreitzfg leckeren Vögel an Bord gebracht. Am nächsten Tag gab es für jeden Mann eine halbe gebratene Ente.
In der Unterseeboots-Lehrküche werden unter öeitimg eines besonders erfahrenen Verwaltungs- oftiziers einige hundert junge U-Bootsköche heran" gebildet. Sie lernen in vier Wochen hier mchr als manche höhere Tochter während eines Jahres in ihrem Pensionat. Am Ende ihres Lehrganges können die Männer nicht nur mehr als fünfzig U-Boots- Gerichte kochen, sie sind auch mit zahlreichen Küchen- tricks vertraut gemacht, sie können auch Kuchen und Brot backen, sie verstehen frische und konservierte Lebensrnittel richtig auf.zubewahr en, wffsen, wie und wo an Bord Brot und Nudeln, Makkaroni und Erbsen, Bohnen und all die vielen Dinge, die man zum Kochen braucht, verstaut sind. Jeder von ihnen weiß Bescheid über Vitamine und weiß, welche besondere Bedeutung sie für Männer auf Feindfahrt haben. Er weiß, wie er die Speisen so würzen muß, daß sie gut schmecken und nicht Durst erregen, et weitz» wieviel auch von feiner Arbeit abhäng^ /
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