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(Nachdruck verboten.)
18. Fortsetzung
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„3a, Richard ..."
Das widerspenstige, dunkle Haar fällt über ihr frisches Gesicht, denn bei der heftigen Bewegung, mit der Bergenroth sie eben anpackte, ist die Pelzkappe abgeglitten. Sie streicht das Haar zurück und sagt: „Du hast mich doch hier gleich in Aufgaben hineingestellt, Richard. Dafür bin ich dir so dankbar. Ich fühle mich hier so glücklich."
„Das ist schön, Helene. Und wenn w>r jetzt recht viel von uns verlangen, werden wir den Betrieb schon wieder hoch bringen. Glaube mir das."
„Und auch du wirft Erfolge haben, Richard. Darum geht es doch vor allem. Und auch dabei möchte ich dir so gern helfen."
„Wir müssen bedenken, daß eine Züchtung, solange sie sich nicht durchgesetzt hat, GeL kostet, denn die dafür benötigten Flächen bringen ja noch nicht die entsprechenden Ernten. Vorläufig müssen wir also meine Züchtung als eine starke Belastung an» sehen."
Sie fahren weiter und sind nun gleich zu Hause.
Zu Hause ... denkt Helene und empfindet beruhigend den Nachball von Richards warmer Stimme. Helene ... Mädchen ... sagte er.
Aus der dunklen Tiefe ihres Gedächtnisies steigen andere Worte auf ... sie kann das nicht verhindern. Zärtliche Worte. Aber sie waren ohne den rechten Ernst und sind verweht. Man darf keine Gedanken mehr an solche Erinnerungen verschwenden.
Am Eingang des Gutshauses werden sie von Bernhardine erwartet. Die alte Dienerin ist durchaus gegen Richard Bergenroth und gegen diese Heirat. Da Bergenroch aber Bernhardine nur erst flüchtig kennt, weih er das nicht und hält sie für eine alte, etwas mürrische Frau. Für ibn ist auch die Existenz Bernhardines ganz ohne Bedeutung; sie gehört in Helenes persönlichen Kreis.
Bernhardine nimmt ihnen die Sachen ab und fragt, ob sie jetzt gleich das Abendessen bestellen soll.
„Nein, Bernhsndine", erwidert Helene fröhlich, „lassen Sie uns noch em wenig Zeit. Mein Mann
Theater -er Universitätsstadt Gießen
Weihnachtsmärchen »König Drosselbart".
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muß sich zuerst die Räume oben ansehen. Sie wissen doch Bernhardine, vor vierzehn Tagen waren sie noch nicht fertig."
„Bitte ..sagt die Dienerin frostig und tritt zurück.
„Erlaube, daß ich zuerst einmal in mein Zimmer gehe, Helene", bittet Bergenroth. Seine Frau aber hält ihn fest und sagt: ,Komm, Richard, ich habe eine Aenderung vorgenommen. Das Fremdenzimmer drüben wollen wir für Gertraude lassen oder für Doktor Gebauer oder wer sonst uns hier besuchen will."
Nun gut, es ist nicht so wichtig, wo man wohnt, und das Haus ist groß. Aber als Helene im Obergeschoß eine Tür öffnet und, das Licht einschaltend, in ein Zimmer eintritt und er ihr folgt — in ein kleines, sehr behagliches Wohnzimmer mit Möbeln aus hellem Holz, über denen jetzt der warme Schein der Lampe liegt —, da sieht sich Bergenroth doch mit erstaunter Freude darin um.
Sehr hübsch — gewiß. Aber was soll er damit?
Helene kommt jeder Frage zuvor und erklärt: „Wie ich dich kenne, Richard, wirst du dir die Tage sehr genau einteilen. Da habe ich das kleine Wohnzimmer hier oben sozusagen als Ausgangspunkt für uns beide und für unsere Arbeit eingerichtet. Hier können wir zusammen frühstücken und alles besprechen, und hier —"
Sie öffnet die Tür an der rechten Seite des Zimmers, tritt in die Dunkelheit hinein und macht Licht. Da ergibt sich ein Durchblick durch mehrere Räume. Helene sagt, daß sie hier eine Stube teilen ließ. So entstand ein kleiner Ankleideraum und das Badezimmer. Dahinter liegt Bergenrochs Schlaf- zimmer. Da steht ein großes, breites Bett; an der Wand eine Holzverkleidung mit Fächern.
„Fßr Bücher und Zeitungen, falls du abends noch lesen willst, Richard!"
Darüber eine praktische Lampe. Tisch und Stuhl noch und ein niedriger Schrank.
(Fortsetzung folgt)
Vergraste Irrtum
Roman von Meta Seit.
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winnmig von industriellen Betrieben in unserer Stadt sowie bei der Förderung gemeinnütziger Unternehmungen volkssportlicher Art; am 25. Januar 1938 der Schriftgießereibesitzer Dr.-Jng. e. h. Karl Klingspor, Offenbach a. M. (ein geborener Gießener), anläßlich seines 70. Geburtstages, für [eine Verdienste um deutsches Schriftschaffen und oessen Weltgeltung.
Immer daran denken: Licht aus!
NSG. Die bei den letzten Luftangriffen gesammelten Erfahrungen haben ergeben, daß es noch von vielen Volksgenossen versäumt wird, vor dem Aufsuchen der Luftschutzräume die Wohnungsbeleuchtung in allen Räumen auszuschalten. Die Annahme, daß man die Lampen brennen lasten kann.
da ja die Fenster out verdunkelt sind, ist ein gefährlicher Irrtum. Schon der Luftdruck und die Sog» Wirkung einer in der Nähe niedergehenden Bombe genügen, um zahlreiche Fenster zu zertrümmern und die Derdunkelungseinrichtungen zu zerstören. Das Licht dringt bann weithin sichtbar aus den Wohnungen und bietet den Feindfliegern willkommene Ziele. Wer die Lampen brennen läßt, seiet den Feinden den Weg und zieht die Gefahr auf sich und die anderen Volksgenossen. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, vor dem Verlosten der Wohnung die Sicherungen der Lichtleitung zu lockern. Man hat dann die Gewißheit, daß in keinem Raum noch eine Lampe brennt
Verdunkelungszeit:
30. November von 17.14 bis 7.39 Uhr.
Am heutigen Montag blickt der Obst- und Gar» tenbauverein Gießen auf fein 30jähriges Bestehen zurück. Er hat in dieser Zeit mit großem Nutzen gewirkt, einmal durch Aufklärung seiner Mitglieder auf allen Gebieten des Obst- und Gartenbaus, zum andern in Gemeinschaft mit dem Gießener Derkehrsverein durch Pflege der Haus- und Nutzgärten, Anregungen zum Blumenschmuck von Häusern und Anlagen und nicht zuletzt durch die Blumen- und Obstausstellungen, die sich großen Interesses in allen Teilen der Bevölkerung unserer Stadt und ihrer Umgebung erfreuten.
In der Feier des 30jährigen Bestehens des Vereins, die am gestrigen Sonntagnachmittag im „Burghof" stattfand, kam denn auch zum AuÄruck, welch gemeinnütziges Werk der Verein bisher vollbracht hat. Dereinsführer Junker, der den Verein feit über fünf Jahren mit unermüdlichem Eifer leitet, begrüßte die stattliche Versammlung und besonders den Leiter des Bezirks-Obstbau-Derbands Bopp (Bellersheim). Er gab dann einen Rückblick über die. Geschichte de- Vereins in den letzten drei Jahrzehnten. Der „Obft* und Gartenbauverein Gießen", wie er sich seit seiner Gründung nennt, wurde am 30. November 1912 in einer Versammlung der Obst- und Gartenbaufreunde im damaligen „Cafö Ebel", dem heutigen „Burghof", mit vorerst 27 Mitgliedern gegründet. In den Vorstand wurden damals gewählt: Stadtverordneter Simon, Lehrer Leib, Georg Löwer, Gärtner Schmitz, Mols Noll,
Helene lächelt dazu und erwidert: „Du sollst dich auf dem Uhlenhof wohl fühlen, Richard."
Und jetzt ist alles fertig.
Auf der Station kommt Helene gerade zu dem eben einfahrenden Zug zurecht. Bergenroth verläßt das Abteil und geht auf feine Frau zu. Sie geben sich die Hände, und Helene spürt den kräftigen, verläßlichen Druck des Mannes. Heute, denkt sie, ist Bergenrochs Kommen ganz anders als sonst. Heute kommt er für immer.
Als der Wagen auf der Heimfahrt aus dem Wald herauskommt, gleitet über die Wiesen schon die frühe Dämmerung des Wintertages. Das letzte verblastende Licht der Sonne zieht sich zurück.
„Ich bin froh, daß du nun doch früher für den Uhlenhof freigeworden bist, Richard", sagte Helene.
Dergenroch hebt den Kopf, so, als horche er den Worten nach. Hergert er sich? Nein. Es ist nur ein flüchtiaes Aufmerken auf nicht gerade klug gesetzte Wortes Mit einem kleinen Spott im Ton seiner Stimme meint er: ,Lhr neuer Inspektor, gnädige Frau, hofft, Ihre Zufriedenheit zu erwerben."
Helene, das sonst jo sichere Mädchen, erschrickt. Sie sieht Bergenroth von der Seite an, aber seine ernsten Züge sind unerforschlich. Da sagt sie: „Entschuldige, Richard ... ich habe mich nicht ganz richttg ausgedrückt. Ich bin doch so froh, daß du jetzt ganz hierbleiben wirst. Erst jetzt, da die alten Leute mit Sack und Pack abgezogen sind und eine neue Ordnung in bas Haus gekommen ist ... erst jetzt, Richarb, gehört uns der Uhlenhof ganz!"
Und wieder ruht chr Blick auf seinem Gesicht.
Da hält er den Wagen an. Ganz plötzlich. Er wendet sich ihr mit einem Ruck zu, greift mit feinen festen Händen ihre Schultern und dreht Helene zu sich herum. Sie gewahrt in der ruhigen Tiefe feiner Augen einen Ausdruck von Freude.
„Helene ... Mädchen ... habe ich das wirklich erreicht ... baß bu nun begreifst, was es heißt, Grund und Boden zu besitzen?"
Helene nickt heftig und voll Ueberzeugung.
„Und dafür verantwortlich zu fern, Helene!"
sich zur Mittagsstunde seines 70. Geburtstages eine stattliche Schar namhafter Gratulanten, an deren Dankesbezeugungen die hohe Wertschätzung zu er» linnen war, der sich Peter Raabe als Führer des deutschen Musikerstandes, als Persönlichkeit, Dirigent und Gelehrter erfreuen darf. Der Leiter der Abteilung Musik im Reichsministerium für Volks- atffläning und Propaganda, Generalintendant Dr. Drewes, überreichte Raabe die Goethe-Medaille imb die Ehrengabe bes Reichsministers Dr. Goeb- ________ bt(5. In einer warmherzigen Ansprache feierte Dr. in Greifs« Dreroes in Peter Raabe die aufrechte Persönlichkeit, -— «ui 6eren junges Auftreten, deren beneidenswerte Be- rtbfamfeit und ungewöhnlich reiches Wissen im vor-
In den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm findet sich die Geschichte der hoffärtigen Königstochter, die als eine törichte Jungfrau alle Freier ausschlägt und vom König Drosselbart in Gestalt eines armen Bettelmannes und eines trunkenen Husaren, der ihr auf dem Markt die Töpfe zerschlägt, bitter bestraft und gebemütigt wirb, ehe sie zu guter Letzt boch mit dem so hochmütig unb mutwillig Verspotteten Hochzeit machen darf. Dieses Märchen ist die Vorlage für ein Weihnachtsspiel in sechs Bildern von Oskar Matthes mit Musik von Richarb Rost, bas bei uns feine Uraufführung erlebte. Die seit langem bekannten Schwierigkeiten, ein wirklich kinbertümliches Stück für bie Weihnachtszeit zu schreiben, wurden auch an biesem Beispiel beutlich. Wer nicht ganz aus eigener Phantasie gestattet, sondern, wie es bie Regel ist, auf ben reichen Schatz ber klassischen Grimmschen Sammlung zurückgreift, wirb sich stets vielfältigen Wiberstänben unb Bedenken gegenüberfinben, wenn er das, was in unwandelbar gültiger Form zum Lesen, Vorlesen und Nacherzählen niedergeschrieben ist, auf bie Bühne zu bringen unternimmt. Matthes hat ben Stoff in ein Vorspiel unb fünf Silber eingeteilt unb folgt in großen Zügen ber ursprünglichen Handlung; da sich inbessen gewisse Züge bes Grimmschen Märchens einer bühnenmäßigen Darstellung schlechterdings entziehen, hat er seinen „Drosselbart", um ben Nachmittag zu füllen, mit eigenen, auf komische Wirkung berechneten Zutaten, mit allerlei Tanzeinlagen unb auch mit andern Märchenmotiven („grau Holle", „Sneewittchen") vermischt unb gestreckt. Mit dem unnachahmlich klaren, schlichten und volkstümlich-schönen Stil ber Grimmschen Märchenerzählung in Wettstreit zu treten, ist allemal ein heikles Unternehmen, immerhin sollten sich Wendungen wie nanu ober fabelhaft ober Bubi ober oerbunfein unb ähnliche, erstaunlich unpoetische Aeußerungen einer wenig märchenhaften Allerweltssprache in solchem Umkreise oermeiben lassen.
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Die kleinen unb bie ganz kleinen Besucher, von solchen, dem einsichttgen Zuschauer unb Hörer
unter ben Erwachsenen sich aufdrängenden Empftn- bungen vorberhanb noch unbelastet, hielten sich an bie bunte unb vielfältig bewegte Wett der Erscheinungen — auch da, wo sie mit dem .König Drosselbart" nur wenig ober nichts gemein hat. Zu sehen gab es ja in ben sechs Bildern genug. Herr Dolck, ber sich seit vielen Jahren um die Betreuung bes Kinbertheaters große Derbienste erwor» ben hat, war auch Diesmal als Spielleiter mit Hingabe unb Sorgfalt um bie Ginftubierung bemüht. Herr Löffler, besonbers in ber Weihnachtszeit ein vortrefflicher unb ganz unentbehrlicher Helfer, hatte eine reizenbe Ausstattung geschaffen, Markt unb Thronsaal, Frau Holles Wolkenreich und einen märchenhaft verwunschenen SB alb, wo Reh unb Fuchs unb wilbes Schwein hausen, wo Elfen, Zwerge unb Glühwürmchen ihr Wesen treiben. Auch Kapell-. meister Bosch, ber bie (ziemlich dürftige unb nicht gerade kindertümliche) Begleitmusik dirigierte, und Ballettmeisterin Inge Berg, welche die Tanzeinlagen beigesteuert hatte, erwiesen sich als verläßliche Mitarbeiter.
Gaby Amersbach spielle die Prinzessin, wie sie im Buche steht: erst hoffärtig und hochnäsig, später ganz betrübt und sehr gebemütigt. Herr Schmidt war der stattliche König Drosselbart unb ber rauhe Bettelmann in einer Person, Herr F i • scher ein milber Kaiser, Herr Mayr ber dicke, drollige Koch, Herr Meyer der geschäftige Diener Franz; Lia Zimmer machte mit höllischem Gelächter die bösartige Kräuterhexe, Herr Dolck hielt als Gemeindediener vertrauliche Zwiesprache mit ben Kindern. Elly Bamberger als Frau Holle, bie kleine Irene Alb ach als jüngstes Wolkenkind, Eduard B u r ch a r d und Joses B ü r s ch g e n s als Bettelmänner, Jolanda von Robben als Tänzerin, Leonore Hamburg und Katja K r ö ck als Waldelfen, auch die Herren U h I (Beleuchtung) unb Rautenb erg (Kostüme) seien noch mit Anerkennung genannt. — Die Kinder klatschten eifrig Beifall unb fangen zuletzt andächtig das Lied vom Tannen- baum mit. Hans Thyriot.
tfii Gesamtausgabe der Werke Bachs. Reichsarbetts- minuter 6elbte ließ einen Faksimile-Druck von Aeetbovens 5. Symphonie überreichen. Gemälde, Plastiken-, Bücher-, Noten» und Schallplatten-Erst' Ausgaben waren die sichtbaren Zeugnisse der Glückwünsche, bie die Reichshauptstadt, bie Hauptstadt der Bewegung, bie Stadt Weimar unb Raabes Geburts» itebt Frankfurt a. d. O. barbringen ließen, ferner ber deutsche Gemeindetag, der Deutsche Sanger- bunb, ber Reichsverband der gemischten Chore, bas ßfiöüger Gewanbhausorchester, bie Goethe-Gefell- Itaft, die Kleist-Gesellschaft. Die häusliche Feier- ftunbe wurde vom Ludwigshafener otamih-Quartett umrahmt. Prof. Raabe dankte für die Ehrungen durch eine kurze Ansprache, in der er als Bekennb ins feststes, daß ber Mensch, [olange er lebe, auch lebendig bleiben müsse.
Ja, Helene ist recht zufrieden. Richarb Sergen» rotte Aufgaben sind auch ganz die ihren geworden. Sie hat in diesen Wochen schon viel Arbeit gehabt. Znerft hat sie an einen völligen Umbau des Guts- toufe5 gedacht. Bergenroch riet ab. Weshalb um« beuen? Das langgestreckte Gutshaus paßt so ganz bi ben Rahmen der stillen grünen Landschaft. Auch bie Anordnung der Räume ist zweckmäßig. Ober fabet Helene diesen großen ebenerdigen Wohnraum, ms dem man gleich auf die Gartenterrasse hrnaus- kvmmt, nicht wunderschön?
So hat Helene nur Maler und Tapezierer kommen laifen und einen Teil ihrer Möbel aus Berlin und Bramftebt. Sie hat das alles allem besorgen unb kinrichten lassen. So sehr interessiert sich Hergenroth in den zwei-, höchstens dreitägigen Besuchen rn der Wirtschaft zeigt, so wenig redet er in Die Anrichtung der Wohnräume hinein. Das ist Helmes Angelegenheit. Sie ist Besitzerin. Er beteiligt sich daran nur, wenn er ausdrücklich um feine JRei» niing befragt wirb. Das geschieht, als es sich um bu Einrichtung seiner Räume hanbelt. Es zeigt sich dabei — und auch sonst manchmal —, baß Sergen» roch unb Helene boch eigentlich sehr wenig vonein- mber wissen. , , , ,
Seine eigenen Räume ... er wehrt ab ..., er be» nötigt doch nur ein Schlafzimmer. Das Fremden- (immer, was ihm bis jetzt im rechten Flügel Zur Mrfügung steht, genügt auch weiterhin vollkommen. ^lt noch bas Büro. Es kann einfach, aber zweckmäßig einigerichtet werden. llirit später wird man noch Raum für die Untersuchungen und die verschie» beiten Arbeiten brauchen, die mit dem Zuchtver- 'rl»ren zusammenhängen.
Aus der Siadi Gießen.
Verhütet Frostschäden!
Mit Frost bezeichnet man die Temperatur unter null Grad. Frostschaden treten beim Gefrieren von Wasser und beim Zerspringen seines Behälters auf. Das Wasser kristallisiert unter dem Nullpunkt zu Eis und nimmt hierbei einen etwa» um em Zehntel größeren Raum ein. Die hierdurch entstehenden gewaltigen Druckkräfte des Eises sind so groß, daß Stein- oder Metallwände durch sie zersprengt, verformt oder zertrümmert werden. Als Folge stellen sich Rohrbrüche und Wasserschäden in Gebäuden ein, deren Wiederherstellung viel Geld kostet. Da die Schäden durch Mangel an Arbeitskräften und an Material oft nur febr schwer behoben werden können, außerdem Frostschäden an Wasserleitungen die private Feuerloschwasserversorgung in Frage stellen bzw. den Löschangriff in sehr ernster Weise erschweren, ist es jetzt im Kriege erhöhte Pflicht jedes Hauseigentümers, Frostschäden an Wasserleitungen durch geeignete Maßnahmen zu verhindern. Des-
Ratschläge über vorbeugende Frostschutzmaßnahmen ' zusammengestellt:
1. Ungeschützte Leitungen und Wasserbehälter im Freien frieren zuerst em. Alsdann Leitungen in ungeheizten Räumen, wie Abort, Waschküchen und 1 Ketterräumen. Schützt diese srostgefährdeten Leitungen durch Abdecken ober Umhüllen mit Kork« ober Glaswolle, notfalls mit Stroh ober Heu! Bei Frost» werter das Abortfenster rechtzeitig schließen!
2. Leitungen, die an undichten Fenstern, Türen und Ritzen liegen, neigen ebenfalls besonders zum Ginfrieren. Schützt dieselben durch Verstopfen der undichten Stellen mit Stoffftr eisen, Stroh oder Bedecken mit Matten!
3. Das Wasser in Leitungen, welches ruht, also nicht strömt und fließt, gefriert schneller als bewegtes Wasser. Deswegen sind alle Rohre in unbewohnten Räumen in Leitungen mit geringer Wasserentnahme besonders gefährdet. Stellt deswegen nicht zirkulierende Leitungen ab! Entleert die Leitungen bei starkem Frost ober sorgt für laufenden schwachen Durchfluß!
4. Bei eintretendem Frost muß die Warmwasser- Zentralheizung wegen der Gefahr des Ein'ftierens oer Heizkörper und -Leitungen m Betrieb genommen ober das Wafser muß aus der Anlage entfernt werden.
5. Bei strengem Frost darf bei Zentralheizung fein einziger Heizkörper abgestellt werden — auch nicht in unbenutzten Räumen! Ein einziger eingefrorener Heizkörper macht die ganze Heizanlage unbrauchbar!
6. Sollen aus Gründen ber Brenn-stoffersparnis Teile der Heizungsanlage stillgelegt werden, so ist wegen geeigneter Maßnahmen zum Frostschutz der Anlage unbedingt eine Fachfirma zu Rate zu ziehen.
7. Auch die Wasseruhr muß in frostgefährdeten Räumen gegen das Einfrieren geschützt werden!
8. Die Erfahrung im letzten Winter hat ergeben, daß es bei Außentemperaturen von minus 5 Grad Celsius auch vom Standpunkt der Kohlenersparnis vorteilhaft ist, wenn nachts durchgeheizt wird. Herabgesetzte Heiztemperaturen im Raume von 8 Grad Celsius genügen, um die Frostgefahr zu bannen.
Oie Shrenplakette -er Stadt Gießen.
Die jüngste Verleihung ber Ehrenplakette der Stadt Gießen an den bisherigen Rektor ber Universität Professor Dr. med. Kranz für seine großen * Derbienste um die Universität unb damit auch um die mit ihr unlöslich eng verbundene Stadt Gießen war die neunte Auszeichnung dieser Art, die unsere Stadt an besonders verdiente Männer verliehen hat. Die im März 1930 geschaffene Ehrenplakette der Stadt Gießen erhielten bisher: Der langjährige Stadtverordnete Geh. Kommerzienrat Louis E m m e 1 i u s anläßlich seines 80. Geburtstages am 7. März 1930; für ihre Verdienste um die Förderung unseres Theaters (anläßlich des 25jährigen Theaterjubiläurns) am 25. November 1932 bie Universitäts-Professoren Ge- heimerat Dr. Otto Behaghe 1 „ Geheimer Hofrat Dr. Karl Fromme, Geheimer Kirchemiat Dr. Gustav Krüger; am 1. November 1935 der Kapitän unb Oberregierungsrat a. D. Karl Heinrich Schmehl (ein geborener Gießener) für befonbere Verdienste um die deutsche Seefahrt; am 19. Dezember 1936 der Geheime Medizinalrat Professor Dr. med. et phil. Robert Sommer für seine hervorragende Mitarbeit auf dem Gebiete der kommunalen Entwicklung unserer Stadt; am 1. Oktober 1937 Bankdirektor Ludwig Grießbauer für seine vorbildliche Mitarbeit bei der Finanzierung von Projekten der Stadt Gießen bei ber Schaffung bes Flughafens und bei ber Erhaltung unb Ge-
Gärtner Pfeiffer und Johann Schäfer, von denen heute noch Georg Löwer, der auch der gestrigen Feierstunde beiwohnte, und Gärtner Schmitz dem Verein angehören. Der erste Vorsitzende war Stadt- oerortmeter Simon. Schon nach einem Jahr erhöhte sich die Mitgliederzcchl auf 79. Eine der ersten Aufgaben des Vereins bestand darin, Gelände für die Mitglieder zu Gartenanlagen zu beschaffen. Kommerzienrat Gail stellte dem Verein größeres Gelände an der Lahn zur Herrichtung von Gärten zur Verfügung. Infolgedessen siiegdie Mitglisder- zahl weiter, um bald bie Zahl ZOO zu erreichen. Bon den Vorsitzenden aus damaligen Jahren seien weiter erwähnt Oberreallehrer Grimm und Lehrer Becker, die sich beide große Verdienste um den Verein erwarben. Im Jahre 1928 übernahm die Leitung Universitäts-Garteninfpektor R e h n e l t, unter dessen Führung der Verein weiter aufblühte. Er wurde später von Dr. Tempel von der Pflanzenschutzstelle m ber Vereinsführung abgelöft. Nach dessen Wegzug von Gießen übernahm der jetzige Dereinsführer Junker die Geschäftsführung des Vereins. Unter feiner Leitung flieg die Mitgllederzahl auf über 300, allem in diesem Jahre wurden 90 neue Mitglieder ausgenommen.
Aus der Tättgkeit des Vereinsführers Junker sei aus eigener Kenntnis der Deremsarbeit u. a. erwähnt, baß er bas von seinem Vorgänger übernommene Erbe in anerkennenswerter Weise weiter
btr Universität Gießen, später Amtsgerichtsrat m O'fenbach. 1921 habilitierte er sich in Frankfurt, ijurbe 1942 dort außerorbentlicher Professor und zs, ■ t. toter Ordinarius. Seine Arbeiten beschäftigten sich 3 ar allem mit ehelichem Güterrecht, Mieterschutz- aus. Dir Wohnungsnotrecht.
Haftung In Langenargen am Bodensee gegründet. Hmoll wurde der Begründer der Pelztier-, deson- btrs der Silberfuchszucht in Europa und hat sich btsondere Verdienste um die Fischhaltung und um bie Fischzucht erworben. Dernoll ist Mttbegründer b<3 Handbuchs der Binnenfischerei. — Am 3. Dezember kann der Geh. Oberregierungsrat Dr. Ludwig Pallat seinen 75. Geburtstag feiern. Er ist in Wesbaden geboren, studierte in München, Leipzig mb Berlin, wo er 1891 auch promovierte. Daran fchloß sich ein Studienaufenthalt in Griechenland imb Italien. Dann wurde er Konservator unb leitete gtf/k db Streckenkommissar der Reichs-Limes-Kommission übafriM bie Ausgrabung des Kastells Holzhausen a. d. H. Don <5ehr 1898 bis 1928 war er im Preußischen Kultusminister iigen b« rbnn Referent in der Kunstabteilung, in der Hoch- UptnJ? fAuIabteilung und für das Gesamtschulwesen. Von luber 1J15 bis 1937 leitete er das von iym gegründete die 3ni ^ntralinftitut für Erziehung und Unterricht in Ser» Qenerl Im. Don 1928 bis 1932 war er außerdem Kurator n lew Universität Halle. — Als Oberarzt der Reserve ^unifr «ab Chirurg einer Sanitätskompanie starb im Osten betrog d«n Heldentod der Dozent für Chirurgie an der Uni» • Er a' vnsität Breslau Dr. Dietrich Schneider. Er war faniito 1805 in Seehausen (Altmark) geboren, studierte in feMp £ ffreiburg, Berlin und München und habilitierte sich jjen £ 1640 m Breslau für Chirurgie. Er hat den Feldzug ' w in Polen, Frankreich unb Rußland mitgemacht uno erwarb sich das E. K. II und das Kriegsverdienst- icfinhiiA kreuz I Masse mit Schwertern. — Der Gründer des
Äusikwissenschaftlichen Instituts der Universität x rm (Sraz Professor Herbert B i r t n e r ist als Haupt» mit mit nvnn unb Bataillonskommanbeur an der Ostfront tr 1,7 «lallen. Birtner wurde 1900 in Hamburg geboren riW unb habilitierte sich 1930 in Marburg, wo er 1938 iim außerplanmäßigen Professor für Musikgeschichte iiiduV ernannt wurde. Von seinen Werken nennen wir K„6tubien zur niederländisch-humanistischen Musik- • aischauung". — Der außerplanmäßige Professor für
Hemie an der Universität Leipzig Dr. phil. Hellmut Aredereck wurde xum außerordentlichen Professor für organische Chemie an der Universität Jena be» M. Bredereck wurde 1904 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Frankfurt, Greifswald unb Lripzig und würbe 1933 in Leipzig Dozent. — Der Ordinarius für beutfche Rechtsgeschichte und Rechts- virkehr an der Universität Frankfurt Professor Dr. Mols Ruth starb im Osten den Heldentod. Ruth gar 1888 in Büdingen geboren unb hatte schon am ersten Weltkrieg teilgenommen. Er studierte in Freiburg» Berlin und Gießen, promovierte 1910 in Gte
il Jahr» iMicher Weise die erdrückende Erbschaft des neun- echt and«. «hnten Jahrhunderts in das zwanzigste herüber- bmar. Ml «tragen haben als ein Vorbild für die fugend. Dr. z in feinst Morgenroth, ber fteUoertretenbe Geschafts- t als Drill führet ber Reichsmusikkammer, überbrachte zum ner Einer« Zeichen des Dankes von ber Reichsmusikkammer, der k Mm Peter Raabe währenb ber sieben Jahre seiner Pra- lnasrat Kü stentenschaft bas Beispiel bes unbürokratischen Mit» «mber fÄ arbeiters gegeben habe, ein Exemplar ber kntiichen ^en Llil __>»»»• srcurto Re,kbsarbeits-


