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leys zu fördern und ihr auf Schloß Itter in 5irolein musisches Heim im Sinne ihrer fünft« Mfchen Tradition" zu errichten. Eindrucksvoll ma­len auch die Dankesbezeugungen, die Luxem­burg durch seinen Oberbürgermeister Hengst und i<m städtischen Musikdirektor Hermig entbieten ließ, -ann gab Elly Ney ein Konzert, dem auch der ,'hes des Kulturamtes in der Reichspropaganda. Iritung ---Oberführer Cersf und der Chef des .tulturamtes der Reichsjugendführung beiwohnten.

Am Vorabend hatte die NSDAP.' in München tu Konzert im Festsaal des Deutschen Museums reranstaltet, in dem Elly Ney als Mitwirkende und Empfängerin zahlreicher Ehrungen von Beifalls­bungen umbrandet war. Die Glückwünsche uleiters Giesler überbrachte der Leiter des ichspropagandaamtes Dr. Müller, indem er der mftlerin Blumen und ein Handschreiben über- ichte. Er überbrachte weiter die Grüße des Reichs- opagandaministers Dr. Goebbels und übergab lly Ney in dessen Namen ein Faksimile der IX. ymphonie von Beethoven und ein Bild mit eigen- ' "iger Unterschrift. Ratsherr Reinhard übereichte Namen von Oberbürgermeister Fiehler der ünstlerin ein Oelgemälde. Die Aufführung des ur-Klamerkonzerts op 73 von Beethoven mit lly Ney am Flügel bildete den Höhepunkt des nds. Dingeleitet wurde das Konzert durch die noren-Ouvertüre Nr. III, gespielt vom Salzbur- r Mozarteum-Orchester unter der Leitung seines irigenten Dr. Willem van Hoogstraten. Professor g Hoelscher spielte das Adagio aus Haydns llokonzert. Dann sprach Eleonore van Hoogstra- n einenProlog an die Künstler" von Heinrich nacker. In zwei ausgezeichnet vorgetragenen Cho- |>nDu bist, dem Ruhm und Ehre gebührt" nn Haydn undUnd haben wir die Treue", Porte von Hans Baumann, Satz von G. Frotscher - stattete die Rundfunkspielschar der HI. den Dank Vi Jugend an die Künstlerin.

Lin neuer HHUi-Jorff-JUm.

Mlli Forst begann in der Umgebung Wiens mit hi Außenaufnahmen seines neuen Wien-Films Jrauen sind keine Engel". Marte Harell nd Axel von Ambesser wurden für die Hauptrollen »rpflichtet. Das Drehbuch stammt von Geza von Isiffra. Die Komödie, die eine junge Schriftstellerin hem Filmregisseur vorspielt, um die Annahme hes von ihr geschriebenen Drehbuchs durchzusetzen, if der Inhalt des Films.

Aus aller Welt.

Todesstrafe für einen Schurken.

Der

uzen Ort t)be verurteilt.

Lechs Jahre Zuchthaus für einen Volksschädling.

(Nachdruck verboten.)

0 Fortsetzung.

Berbin- ; General

|ann im Felde steht. Schleicher benutzte die Ab- lesenheit des Mannes, um der Frau unsittliche nträge zu stellen, die diese indessen mit Entrüstung srückwies. Schleicher beging nun die Niedertracht, km in schweren Kämpfen an der Ostfront stehenden

-ng, der ^folger t Man« ist eine M Re«

rau der Ijemann einen Brief zu schreiben, in dem er seine Ehwägerin der ehelichen Untreue bezichtigte, "trüge Wochen später wiederholte er in einem

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40jährige Gustav Schleicher aus Schmalkal- : besuchte seine kurz zuvor niedergekommene imägerin, Mutter von sechs Kindern, deren Ehe-

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Ein Mann rechnet ah

Roman von Horst Biemath

, peilen Brief seine völlig aus der Luft gegriffenen udächtigungen und fügte hinzu, man erzähle schon, ine Fraue warte auf seinen Tod. Der Mann war ierüber auf das tiefste erschüttert. Infolge schwerer iwehrkämpfe bestand keine Möglichkeit für ihn, llilaub zu bekommen und durch eine Aussprache t seiner Frau die Angelegenheit zu bereinigen, e ganze Zeit hindurch erfüllte er, von quälender Üigewißheit gepeinigt, seine Soldatenpflicht, und ft nach Monaten gelang es den Bemühungen ehr- Lier Nachbarn, ihn aufzuklären. Schleicher wurde et gen feiner schurkischen, die Widerstandskraft der ront schwer beeinträchtigenden Handlungsweise km Sondergericht in Kassel als Volksschädling zum

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Der 26jährige Heinrich Bald wurde 1940, als ine Abstammung als Halbjude bekannt wurde, aus ic Wehrmacht entlassen. Trotzdem bezeichnete er h weiterhin als Wehrmachts an gehörig er. Er trug üform und schmückte sich mit Orden, die ihm nicht fliehen worden waren. Einem Landwirt in der Eben ^l)e von Marburg, den er zu Anfang des mr die |fie5es auf einem Flugplatz kennengelernt hatte, er vor, daß er schwer verwundet worden sei und [ t einem Frankfurter Lazarett liege. Um seine An- ßoen glaubhaft zu machen, trug er dicke Verbände In Unterleib und Arm. Auf diese Weise verstand tr es, das Mitleid des Landwirts und dessen Ehe- frm zu wecken. Sie nahmen ihn wiederholt für ßrgere Zeit bei sich auf, pflegten ihn wie einen chwerkranken und sandten ihm Pakete. Bald hat ns Mitgefühl anständiger Volksgenossen mit den »[fern des Krieges auf das gemeinste ausgenutzt, bts Sondergericht in Kassel verurteilte ihn als 8:lksschadling zu sechs Jahren Zuchthaus.

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Drgassa erhob sich. Er ging einige Male im immer auf und ab und reckte sich, als sei ihm imch das lange Stillsitzen das Blut ins Stocken Mten. Karen wartete auf die Fortsetzung der Zählung. Nach einer kleinen Atempause kehrte hzassa wieder an seinen Platz zurück und nahm ii unterbrochene Geschichte wieder ausi

Der Prozeß gegen Malte fand in Verakruz

Es war eine Sensation für die ganze Kustc. 'rin durch sein Liebesverhältnis zur Perano war $Jte weithin bekannt und interessant geworden. Sas ich dir jetzt sagen kann, sind alles Dinge, " ich nur als Zuschauer und Zeuge in dem Prozetz tilgen habe. Ich habe Malte selber nur ein em» !$!5 Mal besuchen und sprechen dürfen, und Da "aUden zwei Aufsichtspersonen neben uns. Ich pachte ihn, kurz nachdem das Todesurteil m zehn ^re Zwangsarbeit umgewandelt worden war. 'fl5 einzige, was er mir sagte, war:Ich komme u-ch, Jens, verlaß dich darauf. Und dann rechne hob." Er war ruhiger und gefaßter als ich selber. ' ch gab damals für sein Leben ni$t einen e tavo, denn ich hatte nie davon gehört. Daß je- [cib zehn Jahre Zwangsarbeit in den Bleigruben «r Quecksllberbergwerken lebendig uberjtanoen ire. Es waren furchtbare Minuten. Ich war zu füttert, um ihm etwas sagen zu können, un cmit sollte ich ihn ermutigen?

>er Tatbestand, der gegen Malte flach' war Gerst eindeutig und einfach. Vielleicht wäre i^ren Richtern in einem Land mit älterer -^echl-- hge, größeren Hilfsmitteln und einem bes er g - HUlten Stab von Kriminalisten zu eindeutig er öenen. Hier, wo man rasche Justiz ubt, w«. "Nes Sache von vornherein verloren.

Chorkonzert -erHeiterkeit".

Jede Stadt schafft sich im Laufe ihrer kulturellen Entwicklung das Musikleben, das einem echten Be­dürfnis seiner Musikfreunde entspricht. Zum Dieb aestaltigen Bilde des Gießener Musiklebens die Ankündigungen für den kommenden Konzertwinter bestätigen erneut seine Reichhaltigkeit gehörten schon in Friedensfahrer* die alljährlich und regel­mäßig wiederkehrenden Chorkonzerte der größeren Männergesangvereine. Sie erfreuten sich bei den Sangeskundigen und Sangesfreudigen der 'Stadt regen Zuspruchs, und ihre Leistungen waren viel­fach richtungweisend für die Arbeit der Gesangver­eine auf dem Lande. Es zeugt für die Leistungs­fähigkeit der Vereine und für den Idealismus der Sänger, daß dieser schöne Brauch auch unter den erschwerenden Bedingungen des Krieges weiterge­führt werden konnte^ Nachdem vor einigen Wochen der Bauersche Gesangverein eine Probe feines Kön­nens gegeben hatte, trat am Sonntag auch der Ge­sangvereinHeiterkeit" unter der Stab­führung des Musiklehrers Wilhelm Schöttler mit einem Chorkonzert vor die Oesfentlichkeit. Die Darbietungen standen auch im Dienste der Verwun­detenbetreuung. Die Dortragsfolae der Chorgesänge wurde ergänzt und bereichert durch Solovorträge von Hildegard Treppinger (Violine) und Ger­trud Dapper (Klavier).

Die beiden EingangschöreEin deutsches Credo" von Kurt Lißmann undHeilig Vaterland" von Wilhelm Weis, zwei Preisgesänge auf das Vater­land, leiteten in würdiger Weise die Vortragsfolge ein. Kurt Lißmann, dem wir den geschmackvollen und musikalisch hochwertigen Tonsatz des ersten Chores verdanken, zählt mit Recht zu den führenden Chorkomponisten der Gegenwart. Nach diesen Vor­trägen spielte Hildegard Trepp inqer Beethovens Romanze für Violine op 40 in G-dur. Gertrud Dapper hatte die Begleitung am Flügel übernom­men. Die Vertonung des Stormschen Gedichtes Schließe mir die Augen beide mit den lieben Händen zu" oertiefte noch die Schlichtheit und Innigkeit der Worte. Aus de-n folgenden Klaviersoli, dem Noc- turno Nr. 3 von Liszt, einem Polka Fis-dur von Smetana und dem Walzer cis-moll von Chopin, die Gertrud Dapper auf dem Flügel vortrug, sprach der Volkscharakter der Komponisten. Den ersten Teil beschlossen die MännerchöreHeute scheid ich", von dem verdienstvollen Karl I s e n - mann vertont, undDie Mühle im Tale" von Henschel. Leider darf der stärkere Beifall, der gerade dem letztgenannten Chor gezollt wurde, nicht über dessen geringere musikalische Qualität hinweg­

täuschen. Chorleiter und Sänger gerade der fei« stungsfähigeren Vereine, zu denen die5)eiterfeif durchaus gehört, sollten sich auch in der Auswahl und Wiedergabe der Eyöre ihres musik-pädago­gischen Auftrags bewußt sein. Das Liedaut des deutschen Männergesangs ist so reichhalttg, daß sich Werke finden lassen, in denen sich echte Volkstüm­lichkeit und musikalische Qualität entsprechen.

In den Chören des zweiten TeilEs saßen drei Kameraden" von Wilhelm M.a y e r undEin Heller und ein Batzen" von Othegraven kam auch der Humor zu seinem Recht. A. v. Othegraven gchörtneben Kurt Lißmann zu den Meistern in der Bearbeitung alter Volkslieder. Nach drei kleineren Violin-Soli, einem Capriccio von Haydn-Bur­rn e st e r, einem Walzer von Brahms und einem Reigen von Schubert-Burmester klang das Konzert mit Paul Friedrich Schneiders<5än- gerlust" aus.

Die Vorttagsfolge ließ ein einheitliches Stilvrin- zip nicht erkennen, doch schienen die Chorgesänge und Solopartien mit Vorbedacht ausgewählt und zeigten einen volkstümlichen Einschlag. Die durch die Kriegsverhältnisse bedingte kleine, aber leistungs­fähige Sängerschar folgte mit Hingabe den Wei- Singen ihres Chorleiters, dem vornehmlich Lob und nerkennung gebühren. Die beachllichen Leistungen, die sorgfältige Kleinarbett, die gründliche Stimm- schulung, der Ausgleich der einzelnen Stimmen: dies alles ist das Werk des Chorleiters. Der reiche Beifall war das äußere Zeichen der Anerkennung, die die große Zahl der Hörer freubig spendeten.

Auch den Darbietunaen der beiden Solisttnnen, die ihr hohes musikalisches Können in den Dienst der guten Sache gestellt haben, soll zuletzt, trotzdem nicht weniger herzlich unser Lob gelten. Die hohe Wertschätzung, die dem Männergesang im Rahmen der deutschen Musikkultur zukommt, hat einmal der Präsident der Reichsmusikkammer Professor Peter Raabe, in einer feiner Reden in folgende Worte gefaßt:Wenn wir Deutschen Grund haben, auf irgertö etwas in unserer Kultur so stolz zu sein wie es kein anderes Volk der Erde sein dürfte, so sind das die Leistungen unserer Gesangvereine". Es ist daher die vordringlichste Ausgabe unserer Männer­chöre,. auch in harter Kriegszeit diesen Leistungs­stand zu erhalten. Ein Weg dazu wäre der, wenn wir mehr als es bisher geschehen ist, auch im Rahmen der Rundfunkdarbietungen einmal die gro­ßen Deutschen Männerchöre, etwa den Kölner Man­nergesangverein und den Berliner Lehrerchor hören könnten. Dr. Ludwig Arnold.

der Energiesparaktion.

Hans Thyrioi

4. Fohlen-Absahveranstaltung \ in Gießen.

Die 4: Fohlen-Absatzveranst abt ung fand am 26. September in der Zuchtviehhalle Rhein- Main zu Gießen statt. Gegenüber den früheren, in diesem Jahre durchgeführten Fohlen-Absatzveran- ftaltungen waren diesmal nur annähernd 100 Zucht­fohlen des rheinisch-deutschen Kaltblut-Schlages und des Warmblut-Schlages aufgetrieben. Auch waren nur verhältnismäßig wenig weibliche Stutfohlen zum Verkauf gestellt. Die aufgetriebenen Fohlen wurden, wie auch bei früheren Absatzveranstaltun­gen, restlos zu den festgesetzten Richtpreisen abgesetzt. Verschiedene, besonders wertvolle Hedstfohlen wur­den für die seit einigen Jahren in Hessen-Nassau eingerichteten Hengst-Zuchthöfe angekauft. Für den 30. Oktober 1942 ift in der Zuchtviehhalle Rhein-

Aus der Siadi Gießen.

Oer richtige Berus.

Die Arbeitskraft und die Fähigkeiten jedes Volks­genossen müssen so eingesetzt werden, daß der größt- möaliche Nutzen für die Volksgemeinschaft daraus entsteht. Dieser Grundsatz, der im Kriege erst recht seine Berechttgung hat, gilt selbstverständlich auch für die Nachwuchslenkung. So kommt der Be­rufsaufklärungsaktion, die jetzt wieder im Gange ist und deren Träger die Hitler-Jugend ist, die allergrößte Bedeutung zu.

In steigendem Maße hat sich die Aufklärungs­aktion bewährt. Die Eltern wie die Schulentlassenen sind dankbar dafür, daß die Hitler-Jugend ihnen mit Rat und Tat bei der Berufswahl zur Seite steht. Vor allem die Väter von Schulentlassenen, die als Soldaten an der Front stehen, werden die Be­rufsberatung dankbar begrüßen. Sie haben so die Gewähr, daß ihre Kinder beruflich auf den rich­tigen Weg gebracht werden.

Das Ziel der Berufserklärung ist, dahin zu wir­ken, daß jeder Schulentlassene den richtigen Berus wählt. Das ist um so wichtiger, als es sich ja bei der Berufswahl um eine Entscheidung fürs Leben handelt und ein Fehlgriff gerade hier schwer wieder gutzumachen ist. Der Jugendliche muß daher darauf aufmerksam gemacht werden, daß er sich nicht durch irgendwelche Aeußerlichkeiten dieses oder jenes Berufs blenden lassen darf. Er darf nicht fragen, wo wird am meisten verdient ober welcher Berus ist der angesehenste, sondern er muß in seinem eigensten Interesse den Beruf ergreifen, der seiner Veranlagung und seinen Fähigkeiten am besten entspricht.

Nur der steht auf dem richtigen Platz, der in seinem Beruf etwas leistet. Nur der wird vor- wärtskommen, der seine Arbeit mit Lust und Liebe macht. Das kann er aber nur, wenn er den rich­tigen Beruf erwählt hat. Er stellt damit nicht nur feine eigene Zukunft sicher, sondern dient so auch dem Volksganzen am besten. Gerade dieser Gesichts­punkt aber muß heute im Vordergrund stehen, da von einer zweckentsprechenden Nachwuchslenkung nicht zuletzt auch die Sicherung der Zukunftsauf- gaben unseres Volkes nach dem Endsieg abhängt. Vor allem wird die Besiedlung der neuen deutschen Ostgebiete den vollen Einsatz der deutschen Jugend verlangen. So wird bei bet Aufklärungsaktion auch der größte Wert auf die Werbung für den Nach­wuchs für die ländlichen Berufe gelegt, die dahin führen soll, die Jugend wieder auf dem Lande seßhaft zu machen und so die Generation heranzubilden, die befähigt ist, den deutschen Osten zu besiedeln und unlösbar mit dem Reich zu ver­binden.

Selbstverständlich soll bei der Berufsberatung kein Zwang ausgeübt werden. Jugendliche und Eltern sollen nach wie vor frei entscheiden können, welcher Beruf ergriffen roerben soll. Die Eltern aber leisten ihrem Kinbe wirklich den größten Dienst, wenn sie die ihnen erteilten Ratschläge, die auf jahrelanger Erfahrung fußen und die wohl durchdacht sind, beachten. Sie können damit nämlich bas Lebens­glück ihres Kindes am besten sicherstellen.

Verspätete Zustellung des Gießener Anzeigers.

Wegen technischer Störungen in der Stromzulei­tung konnte die heutige Ausgabe des Gießener An­zeigers nicht zur gewohnten Zeit erscheinen.

Gloria-palast:Oie heimliche Gräfin".

Ursprünglich hieß die GeschichteBezauberndes Fräulein in Wien" und war ein Roman von Hugo Maria Kritz. Wien-Film hat sich des Stoffes be= mächttgt, und Geza von B o l v a r y, wohlbewan­dert in derlei Wiener Geschichten, hat das Ganze mit Stimmung und Humor in Bilder aufgelöst: so zwar, daß man die romanhafte Vorlage überall er­kennt, aber auch so, baß die Spannung bis zuletzt gewahrt bleibt. Es ist em ziemlich verzwicktes und verschmitztes Abenteuer, welches das bezaubernde Fräulein bei seinem eilten/Besuch in Wien zu be­stehen hat, und es würde viel zu weit führen, wollte man es umständlich der Reihe nach erzählen, was ja ohnehin nicht der Sinn dieses Berjchtes sein kann. Es sollen hier dem Besucher mit nichten die raffiniert aus geknobelten Pointen vorweggenom­men werden. Die Quintessenz der heiteren Unter­haltung ist die, daß man sich nicht ohne Not für jemanden ausgeben soll, der man nicht ist, und daß es außerdem nützlich ist, wenn man sich in detzkaten Situationen zweifelsfrei ausweisen kann. Es können einem sonst die fatalsten Verwechslungen passieren, auch wenn man weiter nichts Böses vorhat und nur 1 seiner kleinen Freundin und Schutzbefohlenen eine

große Gefälligkeit erweisen will. Im Handumdrehen sieht man jemandem ähnlich, dem man lieber nicht ähnlich sehen möchte: man kommt in den Geruch, eine Hochstaplerin zu sein, mit einem Erzher^g et­was gehabt zu haben und ein Perlenkollier von be­trächtlichem Wert beiseite prakttziert zu haben. Die schwarze Exzellenz" ist der diabolische Gegenspieler des Fräuleins in dieser Halsbandgeschichte, die skan­dalös bis in die Hofburg bringt und nicht mit Un­recht den Zorn des Kaisers Franz Josef erregt. So­viel von der Fabel, an deren Einzelheiten sich jeder selber im Kino ergötzen mag. Marte Harell ist das Fräulein, in der Tat bezaubernd anzusehen (bie aparten Toiletten anno 1900 stehen ihr verführe­risch) und mit Humor, Fassung und damenhafter Anmut in denPallawatsch" verstrickt. Wolf Al° bach-Retty ist ihr netter, hilfsbereiter und ver­liebter Partner, Oskar Sima ihr verschlagener Widersacher, der alle Minen springen läßt und sich am Ende im eigenen Netz fängt, Paul Hörbiger ein liebenswürdiger Erzherzog und Elfriede Dat- zig eine niedliche kleine Komteß. Im Vorpro­gramm sieht man bie hier schon besprochene neue Wochenschau und einen Aufklärungsfilm im Dienste

Main zu Gießen die letzte Absatzveranstaltung von Zuchtfohlen für dieses Jahr vorgesehen.

Günstige Anlaufsmöglichkeilen für eingetragene Herdbuchkalbinnen.

Wie bereits gemeldet, findet am 2. Oktober 1942, vormittags 10 Uhr, in der Zuchtviehhalle Rhein- Main am Güterbahnhof in Gießen eine große Ab­satzveranstaltung von gekörten Höhenfleck­viehleistungsbullen, Höhenfleckoiehkalbinnen mit Herdbuchabstammung und gekörten veredelten Land- schweinebern statt. Besonders groß ist das Angebot von hochtragenden Kalbinnen, die zum Teil unmittelbar von der Weide kommen, zum Teil zug- fest eingefahren sind, so daß für jeden Kaufliebhaber eine große Auswahl zur Verfügung steht. Auch Nichtzüchter sind zum Kauf berechtigt und können bei dieser Gelegenheit zu günstigen Preisen rpert- volle Zuchttiere erwerben. Eine eingehende gesund­heitliche Ueberwachung und Untersuchung auf Trächtigkeit bietet für den Käufer auch in dieser Hinsicht größte Sicherheit. Für Züchtergemeinden ist der Ankauf von besonders ausgesuchten Lei­stungsbullen ebenfalls zu empfehlen. Auch der Be­darf an Zuchtebern kann bei dem großen Angebot restlos befriedigt werben. Für geeignete Verlade­möglichkeiten hat die Zuchtleitung Sorge getragen. Vorsicht bei Arbeiten am Grünfuttersilo

NSG. Wie fachlich begründet die vom Reichs­nährstand erlassenen Vorschriften für bas Arbeiten on Grünfutterbehältern sind, zeigt ein neuerdings vorgekommener Unfall. Nach Beschickung der ersten Kammer eines Silos wurden zugleich drei Arbeiter zum Reinigen in die zweite Kammer geschickt, in der sich nach ganz geringe Reste der vorigen Fül­lung, an den Wänden hängend, befanden, unb altes Sickerwasser etwa handhoch stand. Die Eingestiege- nen lagen plötzlich regungslos am Boden. Eine zur Rettung herbeigeeilte weitere Person stieg mit auf­gesetzter Gasmaske in den Behälter nach und brach ebenfalls zusammen. Alle Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Die Untersuchung hat etnroanb-

Wenige Sekunden nach der Explosion, die um zehn Uhr abends im mittelsten der sechs neu errichteten Türme erfolgte, die schon alle forderten und nun ein Feuer verursachten, das in kurzer Zeit auf bie ganze Anlage Übergriff, war ein Unbekannter von den Arbeitern dabei beobachtet worden, wie er von der Richtung der Türme her quer über das Feld rannte. Einige Leute waren dem Unbekannten in der Meinung, den Täter vor sich zu haben, denn es konnte sich nur um einen Anschlag handeln, so­fort gefolgt. Sie hatten bann in dem Fliehenden Malte Brackmann erkannt unb waren von ihm angewiesen worden, sofort das Dynamitlager zu räumen, in dessen Richtung er sich auch tatsächlich bewegte.

Selbstverständlich bestand in dem Augenblick, in dem bie Leute Malte erkannten, bei ihnen nicht der geringste Zweifel darüber, daß sie sich hinsichtlich ihres Verdachtes getäuscht haben mußten und daß nur ein Zufall Malte in der Nähe des Explosions­herbes geführt haben konnte. Er war bei ihnen bekannt unb beliebt. Ein anberer wäre wahrschein­lich gelyncht worden.

Sie führten seinen Befehl sofort aus, ehe grö­ßeres Unheil entstand, denn das Sprengstofflager befand sich nicht allzuweit von den Türmen ent­fernt, unb es lagerten mehrere Zentner Dynamit unb Nitroglyzerin darin. Der ganze Camp wäre in Die Luft geflogen. Malte selber beteiligte sich an der Bergung der Sprengstoffe.

Eine Stunde nach dem Brandausbruch traf die Kriminalpolizei aus Verakruz auf Buena Espe­ranza ein. Sie nahm bie üblichen Untersuchungen unb Verhöre vor. Als Erster würbe Malte vernom­men. Er machte die überraschende Aussage, daß er kurz nach neun Uhr durch einen Boten von Huis- [anber bie Weisung bekommen habe, er solle sich sofort unauffällig unb nach Möglichkeit bewaffnet puf dem Feld in der Nähe des Dritten Turmes ein­finden. Huislander habe erfahren, daß auf die An- I läge ein Anschlag geplant fei.

Darüber befragt, erklärte Huislander, daß er solch einen Boten niemals geschickt habe, und daß Malte einer Mystifikation aufgesessen sei, die er um so rätselhafter fände, als Der Anschlag tatsächlich kurz darauf erfolgt sei. Der unbekannte Täter habe also vor sich selber gewarnt. Im übrigen erklärte Huis­lander, der eine Animosität Der Untersuchungskom­mission gegen Malte spürte, mit Nachdruck, daß er es für undenkbar unb völlig absurd halte, Brack- mann könne mit dem Anschlag irgend etwas zu tun haben.

Malte erklärte, daß er den Boten nicht erkannt habe unb auch kaum wiedererkennen würde. Da er die Nachricht auf Der Veranda entgegengenommen habe. Die in Der monDlosen Nacht von einem WinD- licht nur schwach beleuchtet gewesen sei. Er habe Den Boten zunächst für Huislanders Hausneger Narziß gehalten, erinnerte sich jetzt aber/ daß es nicht Die Stimme von Narziß gewesen sei. Der Bursche habe sich auch nur wenige Sekunden bei ihm aufgehalten und sei davongeeilt, so, als ob er noch andere Helfer heranzuholen habe.

Von Den Ingenieuren wußte niemanD etwas aus­zusagen. Sie kamen alle rasch aus der. Baracke heraus, wo wir vernommen wurden. Nur Gon­zales' Verhör dauerte einige Zeit. Er war übrigens Durch Den Feuerschein, Der weit über Den Golf leuchtete, veranlaßt worDen, nach Buena Esperanza zurückzukehren. Er kam von Verakruz, wo er Den Abend in Gesellschaft von Bekannten in einem Tin­geltangel verbracht hatte. Sein Alibi war geradezu auffallend einwandfrei.

Das Protokoll dieser Verhörs, Das vor Gericht verlesen unD von Gonzales in allen Punkten bestä­tigt unD beeiDet wurDe, enthielt die äußerst be­lastende Aussage, Daß Malte sich vor einiger Zeit sehr um Die FreunDschaft von Gonzales bemüht unD einmal in einem vertraulichen Gespräch ohne Zeugen Dunkle AnDeutungen gemacht habe. Daß es doch ge­wiß Leute gäbe, die bereit wären, ein Vermögen auszugeben, wenn man ihnen den Gefallen täte.

Huislander aus dem Sattel zu heben. Dazu gehöre nicht mehr als eine Ladung Dynamit, und die sei leicht zu besorgen, wenn man sich Zutritt zur Spreng­kammer verschaffe.

Die Aussage von Gonzales schloß mit Den Worten: er habe Dies alles damals für. theoretische Erwägun­gen unb nicht etwa für ein tatsächlich geplantes Unternehmen gehalten, habe es aber doch vorge­zogen, ben Verkehr mit Brackmann abzubrechen. Seine ursprüngliche Absicht, Huislander ins Ver­trauen zu ziehen, habe er leider aufgeben müssen, da das, was er Huislander zu sagen gehabt hätte, eben Doch zu ungeheuerlich unD er selber ohne Den ge­ringsten Beweis für seine Aussagen gewesen sei.

Auf Diesen Stoß aus Dem Hinterhalt hin, der natürlich nichts anderes als eine glatte Umkehrung der Tatsachen war, wurde Maltes Wohnung einer heimlichen Durchsuchung unterzogen, und Dabei wurde nun solch belastendes Material gefunden, daß man Malte auf Der Stelle verhaftete unD in Den Kerker von Verakruz überführte. Man fand bei ihm nämlich zerlegte Uhrwerke, Konstruktions­zeichnungen für Zeitzünder unD eine Menge Dyna­mit, Die genügt hätte, ein ganzes Dutzend Bohr­türme in Die Luft zu sprengen.

Mit einem GrunD, Der Malte zu seiner Tat ver­anlaßt hatte, war man rasch zu HanD. Sein Ver­hältnis zueiner gewissen Persönlichkeit", wie Die Perano im Prozeß stets genannt wurDe, war ja allgemein bekannt, unD ebenso bekannt war, daß Malles Einkommen Dem LuxusbeDürfnis dieser gewissen Persönlichkeit" bei weitem nicht entsprach, so Daß er auf Den Ausweg verfallen war, Geld aus i-genDwelchen trüben Quellen zu schöpfen.

Den Höhepunkt Des Prozesses bildete dis Ver­nehmung Der Perano, Die schwarz und verschleiert vor Gericht erschien. Sie machte eine sehr mitge­nommenen EinDruck unD antwortete auf Die an sie gerichteten Fragen so leise. Daß Das Publikum, Das nur ihren Rücken sah, eine Enttäuschung erlebte.

(Fortsetzung folgt.)