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Aus der engeren Heimai.

Französischer Kriegsgefangener zum Tode verurteilt.

In der Nacht zum 3O..Mai hatte der Pfordt bei Schlitz zur Arbeit untergebrachte französische Kriegsgefangene Marc eau Jumel beim Aus­bruch aus dem Lager einen deutschen Wachtposten niedergeschlagen und ermordet. Dann war er mit dem Gewehr des Postens in ein Haus in Pfordt eingedrungen und hatte einen auf die Hilferufe der Hausbewohner zur Hilfe herbeieilenden Bauern durch einen Schuß getötet und drei weitere Personen ver­letzt. Der Täter hatte sich jetzt vor dem m Schlitz tagenden Kriegsgericht zu verantworten, das ihn zweimal zum Tode und zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilte.

Äolksturntag in Lich.

* ßid), 29.Juli. Unsere Stadt wird am tont- menden Sonntag im Zeichen desV o l k s t u r n - tages 194 2" stehen. Alle Volksgenossen sind zur Beteiligung aufgefordert. Die Veranstaltung wird morgens mit der Flaggenhissung auf dem Sport­platz an der Bessinger Straße eröffnet werden. An- schlreßend finden am Vormittag im Schwimmbad die Wettkämpfe im Schwimmen, ferner im Turm­gäßchen die Wettkämpfe im Schießen statt. Der Nachmittag wird auf dem Sportplatz an der Bessin­ger Straße leichtathletische Wettkämpfe und ein Fußball-Wettspiel bringen. Die Beteiligung an den Wettkämpfen ist für alle Altersklassen offen. Um 17 Uhr wird die Veranstaltung mit der Siegerver- kundigung und Schlußfeier ausklingen. Der Dolks- turntag soll ein Volksfest und Feiertag im besten Sinne des Wortes werden.

Ein Scherz führte zum Tode.

Ein harmloser Scherz in den Grenzen findet im­mer Verständnis. Ein Mensch, der dabei nicht mit­macht, ist ein saurer Tropf und wird entsprechend behandelt, aber, und das ist das Wesentlichste, der Scherz muß auch in Grenzen bleiben, sonst kann er nämlich, wie dies kürzlich in Niederrämstadt ge­schehen, schlimmste Folgen nach sich ziehen.

Kurz den Tatbestand: Einige Ärbeitskameradin- nen necken sich gegenseitig. Als eine von ihnen ein­mal den Arbeitsraum verließ, steckten ihr die beiden neben an sitz enden Mädel eine Nähnadel in den Sitz. Ein alter und viel geübter Spaß nur daß er hier den Tod der Arbeitskameradin zur Folge hatte. Als sie wiederkam und feststellte, daß auf ihrem Stuhl eine Nadel steckte, wollte sie sich nicht setzen. Ihre beiden Kolleginnen drückten sie jedoch mit Gewall auf den Stuhl. Das Weitere ist kurz erklärt: die Nadel drang in den Oberschenkel ein, brach ab und zog eine Blutvergiftung nach sich. Die am nächsten Tage vorgenommene Operation konnte keine Ret­tung mehr bringen.

Eine Nadel und ein Scherz hatten hier den Tod einer jungen Arbeitstameradin zur Folge. Bedenkt stets, auch bei einem betrieblichen Schabernack, ob daraus nichts Schlimmeres entstehen kann als eben nur ein Scherz. Auch das gehört zum Arbeitsschutz.

Raubmörder hingenchiei.

Lpd. Darmstadt, 28.Juli. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: Am 28. Juli 1942 ist der am 25. August 1918 in Glan-Münchweiler (Kreis Kai­serslautern) geborene Johann Bamberg/r hin- gerichtet worden, den das Sonderg'ericht in Darmstadt zum Tode verurteilt hat. Bamberger, ein oft vorbestrafter Verbrecher, hat in Worms eine 75jährige Frau ermordet und beraubt.

Lob für einen wackeren Jungen.

* Lich, 28. Juli. Der Schüler Wilhelm S chm i d in Lich hat am 13. Januar 1942 einen achtjährigen Jungen vom Tode des Ertrinkens aus dem Schloß-

gartenteich in Lich gerettet. Für diese Rettungstat hat ihm im Namen des Führers Gauleiter uüd Reichsstatthalter Sprenger die öffentliche Belobi­gung ausgesprochen.

Kreis Marburg.

Lpd. Marburg, 28. Juli. In Wehrda er- litt der 12 Jahre alte einzige Sohn des Bahnarbei­ters O r t h w e i n beim Baden in der Lahn einen Herzschlag und ertrank. Nach zwei Stunden konnte die Leiche des Jungen geborgen werden.

Derduvkelungszeil:

28. JuLi von 22.22 bis S.06 Uhr.

G.Jt.-fport

Handball der HI.

Lang-Göns Luftwaffe G jeßen 15:8.

Die Luftwaffe überraschte durch ihr Spiel in der ersten Hälfte. Den Führungstreffer der Platzbesitzer holten die Gäste mit dem Wind spielend bald auf. Durch verwirrendes Spiel Ihrer Stürmerreihe ge­lang es sogar, eine knappe Halbzeitführung zu er­langen. Die Hintermannschaft der Gastgeber hatte hier schwer zu kämpfen, um einen größeren Vor­sprung der Gäste zu verhindern. Nach dem Wechsel konnten die Soldaten das vorherige Tempo nicht durchhalten und ließen immer mehr nach. Im Sturm war jeder Zusammenhang verloren, und man versuchte durch Einzelspiel zu Erfolgen zu kom­men. Lang-Göns gewann immer mehr an Boden. Durch ausgezeichnetes Mannschaftsspiel gelang es, in kurzen Abständen den Gästehüter zu überwin­den. Erst gegen Schluß des Spieles konnte die Luft­waffe noch zwei Tore aufholen. Der Sieg der Platz­besitzer war verdient.

Dutenhofen Mtv. Gießen 9:9 (4:1).

Beide Mannschaften mußten das Spiel mit Ersatz bestreiten. Zu Beginn nahmen die Gießener den Gegner zu leicht. Dutenhofen konnte die Führung

übernehmen. Gießen lag dann fast dauernd vor dem gegnerischen Tor. Durch zu enges Spiel gelang es jedoch Becker nur einmal, erfolgreich zu fein. Nach dem Wechsel setzten die Mtver alles auf eine Karte. Sie konnten durch Becker bis auf 4:3 aufholen. Während dieser Zeit lieferte die Gießener Hinter­mannschaft ein hervorragendes Spiel und wehrte alle Angrifte ab. Als jedoch Dutenhofen durch Strafwurf ein weiteres Tor erzielte, schien die Kampfkraft der Gießener gebrochen. Die Platzbesitzer nützten die Verwirrung aus und zogen auf 9:5 da­von. Nun setzte Gießen nochmals zum Endspurt an. In den wenigen Minuten, die noch zu spielen waren, gelang es, Tor um Tor aufzuholen. Mit dem Schlußpfiff wurde das Treffen noch unentschieden gestaltet.

Dutenhofen 2. Jgd. Mtv. Gießen 2. Jgd. 8:10.

Die zweite Jugendmannschaft Dutenhofens war den Gießenern körperlich überlegen. Diesen Nachteil glichen die Gäste durch größeren Eifer aus. Bis zur Pause gingen die Platzbesitzer mit 7:3 in Führung. Nach dem Seitenwechsel kamen die Gießener stark auf. Bis zum Spielende konnten sie den Dorsprung der Einheimischen aufholen und mit 10:8 noch ge­winnen. Der Mannschaft verdient ftn Gesamtlob.

Deutsche Schwimm-Erfolge.

Internationale« Schwimmfest in Hannover.

Unter glänzenden äußeren Bedingungen begann am Samstag das zweitägige internationale Jubi- läums-Schwimmfest des Hannoverschen Schwimm­vereins. Heb er 1000 Zuschauer, unter ihnen Gaulei­ter Lauterbacher, umsäumten die 50-Meter-Bahn. Dem dreifachen deutschen Meister Ulli Schröder alückte am Samstag die Revanche an Ungarns Mei­ster Elemeri, der ihn im Darmstädter Länder­kampf über 100-Meter- Kraul geschlagen hatte. Dies­mal lag der Kieler Mattose noch bis 20 Meter vor dem Ziel hinter Elemeri, Tatos und Köninger, um jedoch mit einem prächtigen Endspurt in 1:01,5 als Sieger vor Elemeri und Tatos (beide 1:02,1) her­vorzugehen. Ebenso überraschend verlief das 200=

Meter-Brustschwftnmen, wo der deutsche Meister lernte (LSV. Berlin) abermals nicht die geringste Rolle zu spielen vermochte. Doch wuchs der Front­urlauber Klinge (Hannover) über Form und Kön­nen hinaus, so daß es zu einem Sieg in 2:48,7 über Ungarns Meister Szigedi reichte.,Jrn dritten Ren­nen des Tages, dem 400-Meter-Kraulschwimmen spielte Tatos mit 5:01,7 die überlegene Rolle. Hinter ihm lieferten sich der deutsche Meister Leh­mann und Beghazy einen schweren Kamps, den Lehmann in 5:10,8 für sich entschied. Ergebnisse: 1 0 0 - M e t e r - K r a ul: 1. Schröder (KM. Kiel) 1:01,5; 2. Elemeri (Ungarn) 1:02,1; 3. Tatos (Un­garn) 1:02,1. 400°Meter°Kraul: 1. Tatos

(U.) 5:01,7; 2. Lehmann (ÄM-Kiel) 5:10,8; 3. Veg^ hazy (11.) 5:11,2. 200-Meter-Brust: 1. Klinge (Hannover) 2:47,7; 2. Szigedi (11.) 2:50,7; 3. Temte (LSV. Berlin) 2:54,2.

Bis auf die 200-Meter-Kraulstrecke besetzten unsere Schwimmer am Sonntag alle ersten Plätze. Zu sei­nem zweiten Sieg kam Ullrich Schröder Im 100- Meter-Rückenschwimmen in der schnellen Zeit von 1:10,8 vor Krebs (Berlin) und dem Ungarn Galam- bos. Manfred Laskowski, schlug über 100-Me. ter-Brust in 1:11,6 Klinge (Hannover) und den Un­garn Szigedi. lieber 200-Meter-Kraul schlug Tatos in 2:10,4 seinen Landsmann Veghazi und Ruprecht Köninger. Den schönsten Sieg erkämpften in der 3X 100-Meter-Kraulstaffel H i tz i g e r, K ö n i n g e r und S ch r ö d e r in 3:04,4 für Deutschland. Die Un­garn mußten sich, wie schon am Vortage, in der 400-Meter-Lagenstaffel, die Schröder, Klinge und Köninger in 5:02,9 gewonnen hatten, mit dem un­dankbaren zweiten Platz begnügen. Ergebnisse: 1 0 0 - M e t er-Brust : 1. Laskowski (KM.) 1:11,61; 2. Klinge (Hannover) 1:13,1; 3. Szigedi (Ungarn) 1:15,4. 200-Me ter-Rücken: 1. Schröder (KM.) 1:10,8; 2. Krebs (---Berlin) 1:13,1; 3. Galambos (U.) 1:13,7. 200-Meter-Kraul: 1. Tatos (U.) 2:19,4; 2. Veghazi (U.) 2:21,8; 3. Köninger, (KM.) 2:22,5. 3X10 0-Meter°Kraul: 1. Deutschland 2 (Schröder 1:01,8; Köninger 1:01,6; Schröder 1:01) 3:04; 2. Ungarn (Veghazi, Tatos, Elemeri) 3:05; 3. Deutschland 2 (Lehmann, Laskowski, Räuber) 3:12. 400-Meter-Lagenstaffel: 1. Deutschland 1 (Schröder, Klinge, Köninger) 5:02,9; 2. Ungarn (Ga« lambos, Szigedi, Elemeri) 5:05,9; 3. Deutschland 2 (Krebs, Temke, Hitziger) 5:14,2.

Italiens Wasserballsieben, die am Samstag den Deutschen Meister L^V. Berlin mit 5:3 (2:1) Torem geschlagen hatte und dabei bemerkenswertes Kön­nen an den Tag legte, erwies sich auch im Kampf mit der deutschen Nationalmannschaft als ein gleich­wertiger Gegner. Unsere Sieben mit Reichel im Tor, Krug und Sternberger als Verteidiger, Hauser als Verbinder, Ohrdorf, Kummer und H'etseld als Stür­mer, gewann nur knapp Mit 3;2 (1:1) Toren.

Ungarns Schwimmer als Budapester Städtesieb en schlug Hannovers Auswahlmannschaft überlegen mit 11:2 (3:1) Toren.

Nie Lehrarbeit im Frauenturnen.

Am Sonntag hatte die Kreisftauenwarttn Jdel Hauck die Vorturnerinnen nochmals zu einem Lehrgang zusammengerufen, zu dem 22 Mädel aus 9 Gemeinschaften erschienen waren. Unter Mitwir­kung der Lehrwartin Helma Schmieder wurden die Gerätübungen aller Stufen für den Kreis-Turn-- und Sporttag, die Freiübungen für die Vorführun­gen geturnt und der Schleuderballwurf geübt Da­mit ist die Vorbereitungsarbeit des Kreises für den Turn- und Sporttag abgeschlossen. Den Vereinen, die vertreten waren, ist das Einüben des Wett­kampfes und der Freiübungen infolge der öfterem Schulung der Vorturnerinnen wesentlich erleichtert

Houptfchrlstleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptschriftlelterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Tbyriot; für Stadt «Liehen, Provinz. Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. ®. Berlagsleiter: Dr^-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

Anzeigenpreislstte Nr. 6.

Nach einem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied heute mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwieger­vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

August Gissel, Gastwirt

im 55. Lebensjahre.

In tiefer Trauer:

Elisabeth Gissel, geb. Ohlenschläger

Anne Ilse Petri, geb. Gissel

Ottilie Jung, geb. Gissel

Frieda Gissel

August Gissel

nebst 3 Enkelkindern.

Gießen (Lieber Str. 59) den 28. Juli 1942.

IDie Trauerfeier findet am Freitag, dem 31. Juli 14 Uhr, in der Kapelle desNeuenFriedhofs statt.

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Gießen, den 28. Juli 1942.

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